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Autor: Hahn, Sebastian

Daniel Artmann, Professor Heinrich Köster, Doris Lackerbauer, Andreas Fischer, Thomas Kirchberger.
Rubner Holzbau und Hochtief

Neubau Technologiepark und Studierendenzentrum an der TH Rosenheim rückt näher

Der Baubeginn für die geplante Campuserweiterung der Technischen Hochschule Rosenheim rückt näher. Mit der „Arbeitsgemeinschaft TH Rosenheim“, bestehend aus der Hochtief Infrastructure GmbH und der Rubner Holzbau GmbH, konnte der Auftrag an ein Totalunternehmer-Joint Venture mit großer Erfahrung bei der Realisierung von Großbaumaßnahmen vergeben werden. Die gemeinsame Unterschrift unter den Vertrag, die am Freitag, 7. Februar, erfolgte, hat diese Auftragserteilung offiziell besiegelt. Zuvor hatte der Rosenheimer Stadtrat die notwendigen Genehmigungen für die bauvorbereitenden Maßnahmen erteilt.

Als nachgeordnete Behörde des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr vertritt das Staatliche Bauamt Rosenheim bei diesem Projekt den Freistaat Bayern als Bauherren. Dafür wurde im Staatlichen Bauamt Rosenheim ein mehrköpfiges Projektteam zusammengestellt. Der Gebäudekomplex soll in hybrider Holzbauweise realisiert werden und mit dem „Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen“ (BNB) ein Goldzertifikat erreichen. Dieses steht für eine ökologisch, ökonomisch, soziokulturell, funktional wie technisch ausgezeichnete Qualität und Nachhaltigkeit. Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr betont den Vorbildcharakter des Bauprojektes: „Wir schaffen hier nachhaltige und hocheffiziente Gebäude mit einer hohen Nutzungsqualität. Der Freistaat Bayern setzt hervorragend die Ziele in Bezug auf Energieeffizienz, solarer Stromgewinnung und Elektromobilität um. So erweitern wir die Hochschule mit einem zukunftsfähigen Baustein von idealem Gebrauchswert für Forschung und Lehre.“

Visualisierung: Dietrich Untertrifaller

Entstehen wird in angrenzender Nähe zur Technischen Hochschule ein innovativer Technologiepark mit einer Vielzahl an Hallen- und Laborflächen für Forschung und Lehre. Daneben wird ein weiteres Gebäude realisiert, das neben einem digitalen Lernzentrum – die Bibliothek der Zukunft – eine neue Mensa sowie ein Studierendenzentrum beinhalten wird, das alle notwendigen Serviceleistungen bündelt.

Die besondere Bedeutung des Projektes für die zukünftige Entwicklung des Campus Rosenheim unterstreicht Professor Heinrich Köster, Präsident der TH Rosenheim: „Der Technologiepark mit seinen neuen Laboren und Versuchsanlagen bedeutet einen Quantensprung bei der Ausbildung von gefragten Fachkräften. Mit dem Mega-Projekt können wir unseren Erfolgsweg auf einem neuen Niveau fortsetzen“.

Nach einem europaweiten Vergabeverfahren wurde die „ArGe TH Rosenheim“ mit der Durchführung des Projekts beauftragt. Der Spatenstich für den Neubau des Technologieparks und des Studierendenzentrums an der Technischen Hochschule Rosenheim ist für Mitte dieses Jahres geplant.

Treffen in der Unternehmenszentrale in Krefeld: Guido Lebbing, Geschäftsführer Jagenberg Coverting Solutions GmbH (links vorne), Karsten Klöpperpieper, Head of Sales and Project-Management (rechts hinten), Tobias Lorenz, Manager Geschäftsentwicklung Oberfläche und Digital, möbelfertigung (links hinten), und Tino Eggert, Chefredakteur & Objektleiter, arcade & möbelfertigung, Vincentz Network.
Jagenberg Converting Solutions

Modulare Anlagen für maximale Effizienz

Vor viereinhalb Jahren gegründet, arbeiten mittlerweile 100 Mitarbeiter in der Jagenberg Converting Solutions GmbH mit den beiden Business Units Energy und Surface. Innerhalb der Surface stehen bislang drei Anlagenkonzepte zur Verfügung. Die für Papier und Folie sind bereits im Markt. Das modulare Konzept, dass sich auf beide Substrate einstellen lässt, ist ­aktuell im Bau. Die Anlage „Economy Film & Paper“ verringert das Gap zwischen der Modernisierung und Verlagerung einer Anlage und dem Neubau auf ein Minimum.

möbelfertigung: Herr Lebbing, Herr Klöpperpieper, Sie sind erst vier Jahre mit der Business Unit Surface am Markt. Nehmen Sie uns mit in die Anfänge: Wie entstand die Idee und wie verlief der Start der Jagenberg Converting Solutions GmbH?
Guido Lebbing:
Die ersten Ideen zur Jagenberg Converting Solutions kamen im August 2020 auf. Im Oktober 2020 wurde dann die JCS mit ihren beiden Geschäftsbereichen Energy und Surface gegründet. Zunächst waren wir drei Geschäftsführer und hatten noch keine Mitarbeiter. Da wir hier jedoch vorwiegend über die BU Surface reden, lasse ich mal den Energy-Anteil außen vor.
Dann haben wir uns innerhalb der Business Unit Surface überlegt, was wir brauchen, um Druckmaschinen fertigen zu können. In Sachen Automation hatten wir bereits jahrzehntelange Expertise durch die Lebbing automation & drives GmbH, in der mein Bruder und ich Geschäftsführer sind. Wir haben dann die Firma WDB Systemtechnik hinzugenommen, die bis dato Flexodruckmaschinen und Spezialmaschinen fertigte. Somit hatten wir einen kleinen Maschinenbauer, mit dem wir starten konnten. Außerdem haben wir im Jahr 2022 die Firma Elrond gekauft, die mittlerweile in der Jagenberg Converting Solutions GmbH integriert ist. Mit diesem Set-Up konnten wir dann in den ­Surface-Bereich starten.
Karsten Klöpperpieper: Zu diesem Zeitpunkt herrschte in unserer Business Unit im Bereich Druckmaschine eine gewisse Goldgräberstimmung. Wir hatten 2020 einen Auftrag für den Bau einer Druckmaschine und sind dann quasi losgelaufen und haben geschaut, was brauchen wir dazu. Ich erinnere mich noch, wie ich damals Gießereien abgeklappert habe, um zu sehen, wer fertigen kann, was wir für diesen Auftrag brauchten. Die erste Maschine in der Business Unit Surface haben wir dann zusammen mit der Kampf LSF GmbH & Co. KG, einem Unternehmen welches zur Jagenberg Gruppe gehört, gebaut.

möbelfertigung: Welche Anlagenkonzepte sind aktuell verfügbar?
Guido Lebbing:
Seit Gründung haben wir drei Anlagenkonzepte entwickelt, zwei davon sind bereits im Markt: Dabei handelt es sich um unsere „Performance Paper“-Anlage, abgestimmt auf das Bedrucken von Papier, sowie die „Performance Film“-Anlage, abgestimmt auf die Bedürfnisse des Foliendrucks.
Die dritte, „Economy Film & Paper“, wird aktuell gebaut. Dabei handelt es sich um ein modulares Konzept, das beliebig erweitert werden kann und das sich auf beide Substrate einstellen lässt. Also eine Anlage, die ein Höchstmaß an Flexibilität bietet. Diese Anlage ist eine Innovation für den Markt. Wenn man bedenkt, dass wir erst kurze Zeit und mit einem Mitarbeiter-Team aktiv sind, welches sich neu zusammenfinden musste, ist das eine enorme Leistung.

Das komplette Interview gibt es in der möbelfertigung 1/25. HIER als E-Magazin verfügbar.

Michael Betz, COO von Sonae Arauco
Sonae Arauco / Gutex

Starten strategische Kooperation

Die beiden Anbieter Sonae Arauco für konstruktive Holzbau-Lösungen und Gutex für nachhaltige Dämmstofflösungen bündeln seit 1.Februar 2025 ihre Kompetenzen. Im Rahmen der Partnerschaft wird Gutex künftig eine ausgewählte Palette an Dämmstoffen für „Agepan“, die Marke für Holzbau-Lösungen von Sonae Arauco, produzieren, um das Portfolio von „Agepan“ zu stärken und gleichzeitig den höchsten Anforderungen an Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Klimaschutz und Wohnkomfort gerecht zu werden, für die Agepan und Gutex bekannt sind.

Diese Kooperation unterstreicht das gemeinsame Engagement für nachhaltiges Bauen und bietet kompetenten Händlern, Handwerkern, Planern und Bauherren innovative, umweltfreundliche Produkte „Made in Germany“. Gemeinsam für die Zukunft – natürlich, effizient und nachhaltig.

Michael Betz, COO für Nordosteuropa bei Sonae Arauco, erklärt: „Gutex und ,Agepan‘ sind zwei innovative Marken mit unterschiedlichen Portfolios und Strategien, die gemeinsame Werte in der Arbeit mit Holzprodukten teilen. Die Kooperation passt perfekt zu unserer Vision, holzwerkstoffbasierte Lösungen für den Holzbau zu schaffen: für ein besseres Leben, eine bessere Zukunft und einen besseren Planeten. Wir freuen uns sehr, mit Gutex eine Partnerschaft eingegangen zu sein, die großes Potenzial für gemeinsame Erfolge in der Zukunft birgt.“

Das Familienunternehmen Gutex ist im Südschwarzwald beheimatet. Claudio Thoma, Geschäftsführender Gesellschafter von Gutex, sagt: „In dieser couragierten Partnerschaft haben wir uns auf eine neue Form der Zusammenarbeit verständigt. ,Agepan‘ und Gutex werden so in Zukunft innovative und ökologische Produkte für nachhaltiges Bauen entwickeln und ihre Lösungskompetenz beweisen. Die Synergien in den Bereichen Nachhaltigkeit, Beständigkeit und Weitsicht sind unübersehbar.“

Die Lieferung der Produkte beginnt offiziell ab dem 1. März 2025.

Egger Logo
Egger Gruppe

Hervorragende Auszeichnungen für Nachhaltigkeitsleistung

Nachhaltiges Wirtschaften ist für die Egger Gruppe ein zentraler Anspruch. Diese Haltung konnte der Holzwerkstoffhersteller erneut bekräftigen: Das Familienunternehmen hat in zwei renommierten Nachhaltigkeitsratings eine bemerkenswerte Verbesserung seiner Nachhaltigkeitsleistung erzielt. Zum ersten Mal wurde Egger mit der begehrten EcoVadis-Goldmedaille ausgezeichnet. Im ISS ESG Rating erhielt Egger erneut den Prime-Status – als führendes Unternehmen der Branche. Für Egger gehen Nachhaltigkeitsbekenntnisse einher mit Fakten, Belegen und dem Streben nach kontinuierlicher Verbesserung. Das jüngst veröffentlichte Nachhaltigkeitsjournal „Wertvoll“ nimmt Leser:innen mit auf eine spannende Reise und zeigt, mit welchen Maßnahmen das Familienunternehmen an der Umsetzung seiner strategischen Ziele arbeitet.

„Nachhaltiges Wirtschaften ist für uns keineswegs ein Lippenbekenntnis. Wir haben hohe Ansprüche an unser Nachhaltigkeitsmanagement und unser transparentes Berichtswesen. Wir streben laufend nach Verbesserung. Dass uns dies nun erfolgreich gelungen ist, freut uns sehr“, so Thomas Leissing, Gruppenleitung Finanzen/Verwaltung und Sprecher der Gruppenleitung.

Interview: Dr. Kurt Schmalz verrät, wie er die eigene Zukunftsfähigkeit sichern will
Schmalz

Mit Innovationen der Krise trotzen

Die Zeiten sind unruhig und die Marktbedingungen herausfordernd. Wie Dr. Kurt Schmalz, geschäftsführender Gesellschafter der J. Schmalz GmbH, sein Unternehmen sicher zum dauerhaften Wachstum führen will, verrät er im Interview.

Der Jahresumsatz der Schmalz Gruppe lag 2023 bei 284 Millionen Euro. Wie hat sich das Jahr 2024 trotz der aktuell sehr herausfordernden Marktbedingungen für Sie entwickelt?

Dr. Kurt Schmalz: Wir werden mit dem Gruppenumsatz in 2024 auf dem Niveau vom Vorjahr bleiben. Die vergangenen Jahre verliefen für uns gemischt, in Summe aber positiv. Die Erholung nach der Corona-Pandemie bescherte uns 2022 und in der ersten Hälfte 2023 ein stetiges Wachstum. In der darauffolgenden Jahreshälfte entwickelten sich zuerst die Märkte in Europa und in Asien weniger stark als prognostiziert, ab Herbst 2023 dann auch unser Geschäft in Deutschland. In 2024 stagnierte die wirtschaftliche Situation. Die Ursachen dieser Entwicklungen sind in der globalisierten Welt vielfältig. So bleibt die Transformation der Automobilindustrie für deutsche Hersteller eine Herausforderung, die um neue Wettbewerber aus China ergänzt wird. Asiatische Mitbewerber fordern uns auch direkt, wenn beispielweise Schutzrechte auf dortigen Märkten wenig Anwendung finden. Dazu kommt ein verstärkter Preis- und Kostendruck durch steigende Einkaufspreise, sinkende Verkaufspreise und gestiegene Lohnkosten. Die Märkte in Europa und Asien entwickeln sich durchwachsen. Die USA sehen wir für unsere Unternehmensfamilie dagegen als Wachstumsmotor.

Einen Schwerpunkt legen Sie auf die internationale Expansion. Das ist ein wichtiger Schritt, um sich in den weltweiten Märkten etablieren und ganze Regionen abdecken zu können. Wie wählen Sie die Standorte aus?

Dr. Kurt Schmalz: Das stimmt. Unsere Unternehmensfamilie wächst international weiter. Dazu gehört seit September 2023 unsere Gesellschaft in Slowenien. Das Land ist eine aufstrebende Wirtschaftsnation. Mit unserem Team vor Ort unterstützen wir Kundinnen und Kunden aus Serbien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, dem Kosovo, Montenegro und Nordmazedonien bei allen Fragen zu unserem kompletten Produktportfolio. Seit August sind wir auch in Vietnam vertreten. Das Land gehört zu den am stärksten expandierenden Volkswirtschaften im asiatischen Raum und bietet uns einen breiten Kundenstamm in der Region Südostasien. Zahlreiche Unternehmen gründen dort Fabriken, um ihre Aktivitäten und ihr Netzwerk in Asien auszubauen. Unsere neueste Niederlassung öffnet uns den Markt zur gesamten Region Südostasien. Zusätzlich ergibt sich mit der Schmalz Flexible Gripping in Boston seit August unser zweiter Standort in den USA. Dort entwickeln und fertigen wir den Fingergreifer „mGrip“. In diesem Sommer haben wir diese Produktfamilie des US-amerikanischen Unternehmens Soft Robotics (SRI) übernommen. Das war für uns ein strategischer Vorstoß in die Lebensmittelbranche. Bereits seit Oktober 2022 sind wir in Tschechien und bauen in Polen neben der etablierten Vertriebsniederlassung zusätzlich Produktionskapazitäten auf. Dort sehen wir viel Potenzial für Wachstum. Mit den neuen Standorten schaffen wir bessere Zugänge zu den lokalen Märkten und können unsere Kunden direkt vor Ort mit unseren Automationslösungen unterstützen.

Wie nehmen Sie in diesen herausfordernden Zeiten Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit?

Dr. Kurt Schmalz: Mit guten Produkten allein können wir den Wettbewerb nicht gewinnen. Und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unser wertvollstes Gut. Deshalb stärken wir unsere Unternehmenskultur. Denn genau diese macht uns seit Jahrzehnten so erfolgreich. Wir haben in diesem Jahr unseren Schmalz Kompass erarbeitet und ausgerollt. Mit konkreten Inhalten dient er als Rahmenwerk für unser tägliches Handeln. Damit herrscht bei allen Mitarbeitenden weltweit Einigkeit darüber, was bei Schmalz wichtig ist. Eine gemeinsame, starke und gelebte Unternehmenskultur verbindet uns und spornt uns an. Unser Ziel ist es, in der elektrischen Vakuum-Erzeugung Vorreiter zu sein und unseren Kunden einen Mehrwert etwa durch Energieeffizienz zu bieten. Ab 2026 wollen wir ein Positiv-Energie-Unternehmen sein, allein jetzt nutzen wir schon über sechs Millionen Kilowattstunden im Jahr aus eigener regenerativer Energieerzeugung. Wir unterstützen lokale Vereine und fördern die Bildung am Campus Schwarzwald. Dazu bieten wir ein umfassendes Leistungsangebot für unsere Mitarbeitenden.

Wie schafft es Schmalz, auch in diesen schwierigen Zeiten weiter zu wachsen?

Dr. Kurt Schmalz: Mittelfristig haben wir uns trotz der herausfordernden Lage ambitionierte globale Wachstumsziele gesetzt. Das betrifft insbesondere die USA, aber auch in Deutschland erwarten wir einen leichten Umsatzzuwachs. Nach wie vor sind wir Marktführer in der Automatisierung mit Vakuum sowie für ergonomische Handhabungssysteme. Damit das so bleibt und wir dauerhaftes Wachstum generieren können, setzen wir auf Diversifikation, Innovation, Expansion und Akquisition. Mit einem diversifizierten Angebot wollen wir neue Branchen und Märkte erschließen und zum Beispiel ins Batterie-Handling oder die Pharma- und Lebensmittel-Industrie einsteigen. Mittel- und langfristiges Wachstum ist ohne Innovation nicht möglich. Auf unserer Agenda stehen High-Performance-Lösungen für die Robotik und intelligentes Greifen. Dies ergänzen wir durch flexible Systemlösungen, wobei die Abstimmung verschiedene Komponenten optimiert wird. Im digitalen Bereich kommen Services wie das C-Teile Management in der Schmalz Connect Suite hinzu. Dazu kommt: Für ein diversifiziertes Angebot bedarf es gezielter punktueller Akquisitionen. Das ermöglicht uns schnelle Markteintritte und Technologiezugänge – zum Beispiel mit dem Fingergreifer „mGrip“ in die Lebensmittelbranche.

Wie sehen Sie die Entwicklung für das kommende Jahr? Hält das konjunkturelle Tief weiter an oder wird der Trend wieder nach oben zeigen?

Dr. Kurt Schmalz: Wir rechnen auch im kommenden Jahr mit einer schwachen Konjunktur und einem schwierigen Start zumindest in der ersten Jahreshälfte. Diese Einschätzung deckt sich auch mit diversen Prognosen.

Trotzdem sind wir optimistisch gestimmt und rechnen wieder mit spürbarem Umsatzzuwachs. Im Export liefern einzelne Wachstumsmärkte in Europa ein deutliches Wachstum, während die USA absolut gesehen dominiert. Selbst in Deutschland gehen wir von leichtem Umsatzwachstum aus. Dazu tragen unsere zukunftsweisenden Lösungen bei, die in Deutschland wie auch weltweit einen wichtigen Umsatzbeitrag leisten werden – insbesondere auch die Greifer der „mGrip“-Produktfamilie. Wir haben auf viele Fragen die passenden Antworten, investieren weiter in unsere Standorte, in unsere Mitarbeitenden und in die Nachhaltigkeit.

Optimierung der Logistikprozesse für eine zukunftsfähige und nachhaltige Wertschöpfungskette – Hettich setzt auf globale Vernetzung und effiziente Zusammenarbeit.
Hettich

Globale Vernetzung für nachhaltiges Wachstum

Um die Kunden weltweit noch besser zu bedienen, werden die europäischen Logistikprozesse bei Hettich optimiert. Das alte Logistikzentrum in Vlotho stößt an seine Kapazitätsgrenzen. Mit erfahrenen externen Logistikpartnern soll daher eine zukunftsorientierte, effiziente und skalierbare Lieferkette aufgebaut werden. Transparente Kommunikation und regelmäßige Fortschrittsberichte für alle Beteiligten sind dabei schon jetzt selbstverständlich.

Hettich ist stolz auf sein globales Produktionsnetzwerk in 8 Ländern. Diese globale Präsenz bietet Vorteile in puncto Liefersicherheit, Risikomanagement und nachhaltigeren Lieferketten. Regulatorischen Herausforderungen wie dem CBAM kann durch diese Struktur gut begegnet werden. Die Produktionskapazitäten werden über alle Marken unter dem Dach der Hettich Gruppe und über alle Länder hinweg optimiert, unter Berücksichtigung geopolitischer Aspekte und Nachhaltigkeitskriterien.

Die Hettich Gruppe setzt weiterhin auf Vernetzung und die gesellschaftsübergreifende Zusammenarbeit, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Prozessoptimierungen, End-to-End-Prozesse, Digitalisierung und die effiziente Nutzung der weltweiten Infrastruktur sind wesentliche Elemente dieser Strategie. Ziel ist die Steigerung der Effizienz und ein profitables Wachstum.

„Beim Denken in Möglichkeiten, um die Zukunft von Hettich zu gestalten, setzen wir auf die Stärken, Leidenschaften und Ideen unserer Kolleginnen und Kollegen in aller Welt. Beim Gestalten von Veränderungen ist uns entlang des Weges ein respektvolles und transparentes Miteinander wichtig“, beschreibt Jana Schönfeld, Geschäftsführerin bei Hettich, die Zusammenarbeit im Unternehmen.

Parador Fußboden

Verstärkung für die GCC-Region und Südostasien

„Wir freuen uns, unser globales Vertriebsteam zu verstärken. Mit Dorota Letkomiller und Federico Darwish haben wir zwei erfahrene Profis mit globaler Erfahrung und Insiderwissen gewonnen, um in der Region Mittlerer Osten sowie in Südostasien erfolgreich zu wachsen“, sagt Dirk Boll, Director Sales EMEA/ROW. „Wir sehen in diesen Märkten ein großes Wachstumspotenzial für die Marke, insbesondere im gewerblichen und Objektbereich.“

Dorota Letkomiller war zuletzt als Business Development Manager Architectural Brands bei Business Oasis Trading & Contracting W.L.L. in Katar tätig. Weitere Stationen in den Bereichen Business Development und Vertrieb bei namhaften Interiormarken in der Golfregion gingen voraus. Federico Darwish blickt auf langjährige Vertriebserfahrung bei renommierten Interior- und Bodenbelagsmarken in Europa und Asien zurück. Nach Stationen bei Listone Giordano, Casajolie und Aluk China verantwortete der 49-Jährige zuletzt als Asia Sales Manager bei Imondi Flooring die Märkte Japan, Südkorea, Taiwan, Hongkong, Vietnam, Thailand, Philippinen, Malaysia, Singapur, Indonesien, Indien und China.

Häfele ist 2023 in sein zweites Unternehmensjahrhundert aufgebrochen mit Sibylle Thierer als Vorsitzende des Verwaltungsrats und Gregor Riekena als CEO.
Häfele

Behauptet sich in forderndem Marktumfeld

Häfele setzt auf starke Partnerschaften, die neue Lösungen und Geschäftschancen hervorbringen. Dabei bewährt sich die im Vorjahr vollendete Aufstellung in Vertriebsregionen für eine abgestimmte und zielgerichtete internationale Zusammenarbeit. Mit 1,5 Prozent bzw. währungsbereinigt 2,7 Prozent Umsatzzuwachs im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Häfele Gruppe 2024 in einem weiterhin sehr fordernden Marktumfeld gut behauptet. Auch wenn das Marktumfeld fordernd bleibt, ist Häfele für 2025 zuversichtlich.

Geopolitische Spannungen, rückläufige aber weiterhin hohe Zinsen sowie politische Unsicherheiten im Zusammenhang mit Wahlen in verschiedenen Ländern prägten das Jahr. In diesem Umfeld hielten sich die Verbraucher weltweit zurück bei größeren Investitionen, was auch für Immobilien und die dazugehörige Inneneinrichtung galt. In diesem Umfeld bewährt sich Häfele: Zum 31.12.2024 verzeichnete die Häfele Gruppe mit Niederlassungen in 38 Ländern einen Umsatz von 1,74 Milliarden Euro bei einem Auslandsanteil von 82 Prozent.

In den Häfele Vertriebsregionen war die Entwicklung dabei nicht einheitlich. Das Geschäft in der Region Mittlerer Osten, Afrika und Lateinamerika hat sich 2024 sehr gut entwickelt. Verhalten positiv verlief das Wachstum in den drei Regionen Osteuropa und Zentralasien, USA und Westeuropa. Während die asiatischen Märkte noch im Jahr 2023 Wachstumslokomotiven waren, verzeichneten diese in Summe leichte Umsatzrückgänge. Im Heimatmarkt Deutschland erwies sich das Marktsegment Handwerk als wichtigster Umsatztreiber in einem weiterhin fordernden Umfeld.

In vielen Märkten war 2024 deutlich spürbar, dass die anhaltend schwache Konjunktur in der Immobilienbranche auch 2025 eine große Herausforderung bleiben wird. Die Kunden aus Handwerk, Möbelindustrie, Hotellerie, Bauwirtschaft, Architektur und Interior Design dürfen inspirierende Impulse und Lösungen von Häfele erwarten. CEO Gregor Riekena: „Unser Leitmotiv ,Maximising the value of space. Together.‘ dient uns und unseren Partnern als Kompass. Wenn wir uns in Partnerschaften gegenseitig zuhören und antreiben, finden wir im Sinne der Kunden neue Lösungen für die Wohn- und Arbeitswelten der Zukunft. Das bringt uns alle voran – auch in herausfordernden Marktlagen.“

Mit dem Auftritt auf der interzum erreicht Häfele einen wichtigen Meilenstein für die Aktivierung seiner Strategie 2030. Häfele hatte damit den Weg ins zweite Unternehmensjahrhundert skizziert, der mit dem Wechsel an der Spitze von Sibylle Thierer zu Gregor Riekena im Jahr 2023 einherging. Riekena steht für eine junge Generation an Führungskräften, der das Denken und Handeln in globalen Zusammenhängen bestens vertraut ist. Dazu gehören auch die sich mittlerweile rasant verändernden Szenarien in den internationalen Märkten.

Auf solidem Fundament steht die weltweite Häfele Gruppe auch aufgrund ihres engagierten und generationenübergreifenden Verwaltungsrats unter dem Vorsitz von Sibylle Thierer. Im Gremium geben sich eine erfahrene und eine junge Generation aus den Gesellschafterfamilien, mittlerweile die vierte, die Hand. Gemeinsam stehen sie für Kontinuität und den Blick nach vorne.

Laut Häfele ist es aktuell nur eingeschränkt möglich, Prognosen für das Jahr 2025 zu formulieren. Während einige Märkte voraussichtlich stabil bleiben und sich in den USA eine leichte Erholung andeutet, gibt es aus anderen Regionen laut Gregor Riekena „wenig Rückenwind“. Der CEO fasst zusammen: „In einer Welt im Umbruch wird es daher wichtiger denn je, mit der richtigen Strategie länderübergreifend Chancen zu erkennen, sich schnell und flexibel auf neue Gegebenheiten einzustellen sowie gemeinsam mit Partnern eigene Wachstumsmomente zu schaffen.“

Techtextil und Texprocess

2026 mit angepasstem Hallenlayout und neuen Produktbereichen

Die internationalen Leitmessen Techtextil und Texprocess stärken ihr Angebot für die kommende Ausgabe vom 21. bis 24. April 2026. Ein neu strukturiertes Hallenlayout, weitere Produktbereiche und der Ausbau von Content-Formaten stehen im Fokus. Als starke und verlässliche Plattformen für die globale Industrie reagieren Techtextil und Texprocess damit auf die Wachstumschancen und Bedürfnisse der innovativen Branchen: internationale Geschäftsmöglichkeiten, Expertenwissen und Fachkräftenachwuchs. Bis zum 12. März 2025 gibt es das Frühbucherangebot für Aussteller.

Die internationale Branche ist mit Marktveränderungen, wie hohen Energiepreisen, Konsumzurückhaltung und fehlenden Investitionen konfrontiert. Dabei eröffnen Techtextil und Texprocess als starke Partner Zukunftsperspektiven und Chancen.

„Die Industrie steht vor Herausforderungen, die Weiterentwicklungen erfordern. Neue Technologien und innovative Materialien bergen dabei Potenziale für die Zukunft. Auf der Techtextil und Texprocess unterstützen wir die Unternehmen dabei, diese zu heben und die internationalen Marktchancen zu ergreifen. Neue Geschäftspartner und Marktzugänge sind dabei der Schlüssel“, erklärt Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt.

So schafft ein angepasstes Hallenlayout noch mehr Synergien, zusätzliche Kundenkontakte und eine optimale Vernetzung der relevanten Produktbereiche von Techtextil und Texprocess. Mit der Halle 8.0 liegt die Texprocess in direkter Nähe zum Produktbereich „Textile Production Technologies“ in Halle 12.0 sowie zu den „Performance Apparel Textiles“ in Halle 9.0 der Techtextil.

Zugleich erkennen die Leitmessen den Bedarf nach jungen Talenten und neuen Ideen. Die Präsentationen von Start-ups stehen mehr denn je im Mittelpunkt. Moderne Lösungsansätze und etablierte Branchengrößen treffen somit aufeinander. Ergänzend bieten relevante Angebote für Brancheneinsteiger Vernetzung mit neuen Fachkräften.

Rasant entwickeln sich die Marktanforderungen aktuell. Nachhaltigkeitsansprüche der Verbraucher, der EU Green Deal, die Etablierung von KI sowie wirtschaftliche und politische Veränderungen. Schritt halten und die eigene Marktposition stärken sind unumgänglich. Die Content- und Wissensformate der Techtextil und Texprocess beleuchten mit Top-Experten die Herausforderungen und Chancen der Branchen.