Trotzt der Krise mit solidem Geschäftsjahr
Wirtschaftsflaute, schwache Baukonjunktur, globale Konflikte und Unsicherheiten: Die Rahmenbedingungen für das Geschäftsjahr 2024/2025 der Egger Gruppe gestalteten sich durchaus herausfordernd. Trotz dieses wirtschaftlichen Umfelds kann Egger einen sehr soliden Geschäftsjahresverlauf berichten. Egger erwirtschaftete einen gruppenweiten Umsatz von 4,13 Mrd. Euro und ein EBITDA von 541,3 Mio. Euro. Stabilität in solch volatilen Zeiten ist keineswegs gleichzusetzen mit Stillstand. Dank seiner soliden finanziellen Basis realisiert das Familienunternehmen auch in einem sehr schwachen Marktumfeld wesentliche Wachstumsprojekte und Investitionen in den Aufbau weiterer Kapazitäten sowie in Nachhaltigkeit. In einem der größten Projekte der Branche, der 200-Millionen-Euro-Investition in das Werk Markt Bibart (DE), steht der Abschluss der ersten Ausbaustufe kurz bevor.
„Wir würden uns zwar eine ambitioniertere Entwicklung wünschen, angesichts des wirtschaftlichen Umfelds können wir aber wirklich zufrieden sein. Stabilität in solch volatilen Zeiten ist ein Kraftakt. Dafür gilt unser Dank unseren 11.860 Mitarbeitenden. Unser globales Team beweist einmal mehr, dass Egger nicht nur krisenfest ist, sondern Krisen sogar als Chance nutzt“, so Thomas Leissing, Gruppenleitung Finanzen/Verwaltung und Sprecher der Gruppenleitung, bei der Jahrespressekonferenz am Stammsitz in St. Johann in Tirol (AT).
EGGER erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024/2025 einen gruppenweiten Umsatz von 4.126,3 Mio. Euro (Minus 0,1 Prozent zum Vorjahr). Das EBITDA belief sich auf 541,3 Mio. Euro (Plus 9,7 Prozent zum Vorjahr) und die EBITDA-Marge betrug 13,1 Prozent (Vorjahr: 11,9 Prozent). Die Eigenkapitalquote liegt mit 42,8 Prozent weiterhin auf einem hohen Niveau.
Entwicklungen in den Produktbereichen
Die Egger Gruppe produzierte im Geschäftsjahr 2024/2025 10,8 Mio. Kubikmeter Holzwerkstoffe und Schnittholz (Vorjahr: 10,4 Mio. m3). In den einzelnen Produktbereichen und Märkten waren die Effekte der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in unterschiedlicher Ausprägung spürbar. „Unser Geschäft ist eng an die Baukonjunktur der jeweiligen Länder geknüpft. Eine besonders schwache Entwicklung sahen wir in unseren Kernmärkten in West- und Mitteleuropa. Die schwache Bauwirtschaft drückt die Nachfrage nach unseren Produkten, insbesondere im Bauproduktesegment, aber auch nachgelagert nach unseren dekorativen Produkten. Naturgemäß resultiert diese schwache Nachfrage in einem starken Preis- und Mengenwettbewerb. In diesem Umfeld konnten wir uns aber insgesamt sehr gut behaupten“, so Michael Egger jun., Gruppenleitung Vertrieb/Marketing. Positiv entwickelten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem die Märkte in Osteuropa und Übersee, dort besonders Asien. Auch das Werk in Lexington, North Carolina, USA, lieferte eine Ergebnisverbesserung. Der Bereich Decorative Products (Produkte für den Möbel- und Innenausbau) erwirtschafte im Geschäftsjahr 2024/2025 einen unkonsolidierten Umsatz von 3.647,7 Mio. Euro (Plus 0,5 Prozent zum Vorjahr). Der unkonsolidierte Umsatz im Bereich Building Products (Produkte für den konstruktiven Holzbau und Fußboden) belief sich auf 705,4 Mio. Euro (Plus 0,1 Prozent zum Vorjahr).
Konsequente Investitionstätigkeit
Die EGGER Gruppe verfolgt eine langfristige Investitionsstrategie, die auf nachhaltiges Wachstum abzielt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/2025 wurden insgesamt Investitionen in der Höhe von 435,0 Mio. Euro (Vorjahr: 568,6 Mio. Euro) getätigt. Der Fokus lag dabei auf dem Aufbau weiterer Kapazitäten sowie auf Nachhaltigkeitsprojekten. Das derzeit größte Projekt in Umsetzung ist der Ausbau des 2023 übernommenen Werks in Markt Bibart (DE). Bis 2026 investiert die Egger Gruppe dort mehr als 200 Mio. Euro in Nachhaltigkeit, Veredelung und Automatisierung. Die erste Ausbaustufe ist bereits weit fortgeschritten. In wenigen Wochen wird die Inbetriebnahme der neuen Recyclingholz-Aufbereitungsanlage für die Spanplattenproduktion in Markt Bibart beginnen.
Auch die Umsetzung der Klimastrategie mit dem Bekenntnis zu Net Zero bis 2050 bleibt prägend für die Investitionstätigkeit. „71 Prozent unserer eingesetzten Energie werden schon jetzt aus erneuerbaren Quellen bezogen. Der Bau unseres zweiten Kraftwerks in St. Johann in Tirol, mit dem wir aus biogenen Brennstoffen noch mehr erneuerbare Energie erzeugen werden, schreitet gut voran. Unser Werk in Caorso (IT) produziert dank eines neuen Thermalölkessels im Normalbetrieb erdgasfrei. Auch drei neue Timberpak Recyclingsammelstandorte konnten wir im Geschäftsjahr in Betrieb nehmen und unsere Aufbereitungskapazitäten in unseren Werken erweitern“, fasst Hannes Mitterweissacher, Gruppenleitung Technik/Produktion, die vielen Schritte und Anstrengungen zusammen, die den ökologischen Fußabdruck des Unternehmens nach und nach verkleinern werden. Schon jetzt stammen 66 Prozent des von Egger in seinen Holzwerkstoffen eingesetzten Holzes aus Recycling oder Nebenprodukten der Sägeindustrie. Auch künftig wird Egger konsequent seine Klima- und Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen.
Alle Details zum Geschäftsjahr 2024/2025 können im Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht unter to.egger.link/credit-relations eingesehen werden.
Verhaltener Ausblick für das Geschäftsjahr 2025/2026
Gesamtwirtschaftlich gesehen ist weiterhin mit schwacher Konjunktur, verhaltener Nachfrage im Bausektor und durchaus herausfordernden geopolitischen Rahmenbedingungen zu rechnen. Die Umsatz- und Ergebniserwartungen für EGGER fallen entsprechend verhalten aus. Es gibt jedoch erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Stabilisierung. „Für eine Markterholung sind wir bestens aufgestellt. Mit unserer hochmodernen industriellen Basis haben wir große Produktionsvorteile geschaffen, die wir entsprechend nutzen werden. Das klare Ziel für das laufende Geschäftsjahr ist es, unsere Kapazitäten maximal auszulasten. Gemeinsam mit unserer internationalen Belegschaft von rund 12.000 Mitarbeitenden und unseren vielen zufriedenen Kunden weltweit wollen wir weiter nachhaltig wachsen“, so die Gruppenleitung geeint.









