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Egger Gruppe
Egger Gruppe  | 

Globaler Trendsetter und innovativer Mainstream

Klaus Monhoff gilt als Erfinder des Dekor- und ­Designmanagements bei der Egger Gruppe. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen ­Jahrzehnten vom Holzwerkstoff-Hersteller zum ­internationalen Trendsetter entwickelt. Klaus Monhoff hat maßgeblich dabei mitgeholfen, ­dafür im 4-Mrd-Familienunternehmen Strukturen zu schaffen und das Mindset zu ändern. Nach mehr als 30 Jahren übergibt er die Verantwortung für diesen Bereich jetzt an Matthias Wombacher, der ­bereits seit Längerem eingearbeitet wurde. Im exklusiven Interview wagen Monhoff und ­Wombacher einen Blick in die Zukunft, sprechen aber auch über Meilensteine.

möbelfertigung: Herr Monhoff, wenn Sie an Ihren Einstieg 1992 bei Egger zurückdenken: Was waren damals die größten Herausforderungen?

Klaus Monhoff: Als ich 1992 vom Dekordrucker Interprint zu Egger wechselte, war meine erste Aufgabe, die Dekorpalette zu koordinieren. Michael Egger sen. hatte einen bemerkenswerten Weitblick: Wir mussten die Synergien der Gruppe stärker nutzen und vermeiden, dass verschiedene Vertriebsorganisationen für verschiedene Märkte parallel oder zeitversetzt ähnliche Dekore entwickelten.

Bei meinem Einstieg musste ich feststellen, dass strukturell wenig vorhanden war. Es gab keine gezielte Dekorentwicklung – alles lief auf Wunsch und Zuruf der Vertriebsleute. Eine konzeptionelle Steuerung der Kollektionen existierte nicht. Das war jedoch auch eine Chance, denn ich konnte bei Null anfangen und frei aufbauen.

möbelfertigung: Also war die Entwicklung ­damals sehr kundengetrieben?

Klaus Monhoff: Genau. Diese kundengetriebenen Entwicklungen führten dazu, dass die Kollektionen eher Patchwork-Charakter hatten, aber nicht konzeptionell durchdacht waren. Ich habe dann zu Michael Egger sen. gesagt: So ­können wir das nicht angehen – wir müssen das Ganze gesamtheitlich denken.

Holzdekore wie Buche, Ahorn und Birke ­waren damals das Ein und Alles. Wir haben dann erkannt: Wir müssen auch schauen, ­welche Unifarben zu diesen Naturtönen passen, welche Arbeitsplattendekore dazu gehören. Das Ganze muss aus einem Guss sein. So haben wir es geschafft, den Märkten gerecht zu werden und trotzdem ein schlüssiges Kollektionskonzept zu erstellen.

möbelfertigung: Herr Wombacher, Sie übernehmen eine Abteilung, die stark mit Klaus Monhoff verbunden ist. Wie fühlt sich das an?

Matthias Wombacher: Das Thema „große Fußstapfen“ habe ich oft gehört. Mir ist die Größe der Aufgabe bewusst. Und ich begegne ihr mit dem nötigen Respekt.

Klaus hat die Abteilung nicht nur über 30 Jahre geführt, sondern auch gegründet und aufgebaut. Er ist ein wichtiger Eckpfeiler bei Egger. Aber es ist keine Einzelveranstaltung: Klaus hat in den letzten 15 bis 20 Jahren ein Team mit kompetenten Personen aus verschiedenen Bereichen aufgebaut. Wir haben Spezialbereiche, die eigenverantwortlich arbeiten. Wir sind ein Team, das diese Aufgabe gemeinsam trägt.

möbelfertigung: Wie sehen Sie die Entwicklung in den nächsten zehn bis 15 Jahren – auch mit Blick auf Nachhaltigkeit und Künstliche Intelligenz?

Klaus Monhoff: Bei KI sprechen wir bereits ­darüber, wie sie die Umsetzung von Holzreproduktionen unterstützen kann. Ein Mitarbeiter arbeitet heute etwa drei bis vier Wochen an einem Dekor, das wird mit KI künftig sehr viel schneller gehen.

Allerdings kann die KI nicht in allen Bereichen uneingeschränkt Lösungen schaffen. Wir haben mit Kunden diskutiert und gehört: Je mehr Information die KI bekommt, desto schlechter kann das Ergebnis werden. Wenn vier, fünf Möbelhersteller dasselbe Thema ­priorisieren, gibt die KI das vielleicht als Trend aus – aber am Markt wird es keiner.

Wir sehen bereits Möglichkeiten, noch ­näher ans Furnier und Massivholz zu kommen. Das zahlt dann wieder auf das Thema Kunden­nutzen ein: Wenn unsere Produkte dem Furnier näherkommen, muss der Tischler nicht mehr aufwendig furnieren, verleimen, schleifen und lackieren.

Beim Thema Nachhaltigkeit beobachten wir, dass die ältere Bevölkerung bei Used-Look-­Optiken skeptisch ist, während die Generation Z anders denkt: Sie muss noch 50 Jahre in dieser Welt leben und akzeptiert auch Recyclingpapier statt durchgefärbtem Weiß.

Das komplette Interview lesen Sie ->HIER<- in der möbelfertigung 1/26.

Egger Möbelfertigung