Zum Hauptinhalt springen

Autor: Hahn, Sebastian

VdDK

Minus 6,48 Prozent in 2024

Der Verband der Deutschen Küchenmöbelindustrie (VdDK) hat ergänzend zu den Umsätzen der Möbelindustrie insgesamt auch die Küchenumsätze allein veröffentlicht. Nachdem die Branche 2023 noch mit einem blauen Auge davongekommen war (-0,27 Prozent), fällt das Minus 2024 mit 6,48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr höher aus. Insgesamt erwirtschaftete die Branche laut den aktuellen Zahlen des Verbandes 5,656 Mrd. Euro.

Ein besonders hoher Rückgang von 8,12 Prozent war im Inland zu verzeichnen, wo ein Umsatz von 3 Mrd. Euro verzeichnet wurde. Im Ausland erzielten die Küchenmöbelproduzenten 2,615 Mrd. Euro was einem Rückgang von 4,49 Prozent entspricht, und in der Eurozone 1,958 Mrd. Euro (-6,63 Prozent). Die Exportquote lag mit 46,18 Prozent leicht über dem Vorjahreswert (+0,95 Prozent).

Im Dezember 2024 lagen die Umsätze der hiesigen Küchenmöbelhersteller mit 348,596 Mio. Euro in etwa auf Vorjahresniveau (+0,67 Prozent). Als Motor der stabilen Entwicklung fungierte das Ausland mit 160,869 Mio. Euro (+6,3 Prozent). In der Eurozone stiegen die Umsätze in dem Monat um 1,86 Prozent auf 121,434 Mio. Euro. Die Exportquote kletterte um 2,44 Prozent auf 46,15 Prozent nach oben. Das Inland dagegen zeigte sich mit einem Umsatz von 187,727 Mio. Euro und einem damit verbundenen Minus von 3,7 Prozent rückläufig.

VDMA

„Aktionsplan Robotik für Europa“:VDMA fordert Politik auf, Wettbewerbsfähigkeit zu stärken

VDMA Robotik +Automation, die größte Netzwerkorganisation der Robotik-Industrie in Europa, ruft mit einem Aktionsplan zum Handeln auf, um den Verlust der globalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Volkswirtschaften zu stoppen.

„Europas Wirtschaft fällt in der internationalen Wettbewerbsfähigkeit zurück und muss dringend mit einer Aufholjagd starten“, sagt Dr. Dietmar Ley, Vorsitzender von VDMA Robotik + Automation. „China beispielsweise hat seinen Fokus konsequent auf Spitzentechnologie und hochwertige Fertigung verlagert. Das Land treibt die Automatisierung voran und verdoppelte seine Roboterdichte innerhalb von vier Jahren auf 470 Roboter pro 10.000 Arbeiter. Damit wird der EU-Durchschnitt von 219 Einheiten um mehr als das Doppelte übertroffen. Robotik und Automatisierung sind die Schlüsseltechnologien für das künftige Wachstum der Volkswirtschaften, da sie die Produktivität steigern, Innovationen vorantreiben und neue Chancen eröffnen.”

Aktionsplan – Überblick

Der Robotik-Aktionsplan für Europa richtet sich an politische Entscheidungsträger in ganz Europa, einschließlich nationaler Regierungen und EU-Institutionen. Die wichtigsten Empfehlungen des Papiers sind:

  • Robotik-Offensive für Europa

Europa wird zunehmend durch aggressive industriepolitische Strategien in anderen Ländern herausgefordert – wie die America-First-Agenda der Vereinigten Staaten und Chinas Fünfjahresplan für Robotik zeigen. Mit einer gezielten Robotik-Offensive gewinnt Europa seine Wettbewerbsfähigkeit zurück, sichert die Eigenständigkeit, bewältigt den demografischen Wandel und gestaltet den Übergang zur Klimaneutralität.

  • Mehr Risikokapital für Europas Start-ups

Dringend benötigtes zusätzliches Risikokapital muss durch eine Reform des regulatorischen Rahmens für institutionelle Anleger mobilisiert werden. Die französische Tibi-Initiative hat gezeigt, wie Kapital erfolgreich für Innovationen nutzbar gemacht werden kann – Europa sollte diesem Beispiel folgen.

  • Roadmap für Wettbewerbsfähigkeit aufstellen

Europas Fortschritte in den Bereichen Robotik und Künstliche Intelligenz müssen systematisch einer Benchmarking-Analyse mit den Entwicklungen in Asien und Nordamerika unterzogen werden. Es braucht konkrete nationale und europaweite Technologie-Fahrpläne.

  • Fokus auf Skalierbarkeit

Europa verfügt über eine hervorragende Forschungs- und Innovationslandschaft, die großartige Ideen hervorbringt. Doch am Ende zählt der Erfolg am Markt. China zeigt, wie Ideen konsequent in die industrielle Massenproduktion überführt werden. Politische Entscheidungsträger in Europa müssen ein Umfeld schaffen, das Innovationen nicht nur hervorbringt, sondern auch in die Serienfertigung und breite Anwendung transferiert.

„Wir haben keine Zeit zu verlieren: Unser neues Strategiepapier ist ein Aufruf an die Politik in ganz Europa, die Weichen dafür zu stellen, Europa mit Robotik und Automatisierung wettbewerbsfähiger und widerstandsfähiger aufzustellen. Machen wir uns an die Arbeit“, sagt Dr. Dietmar Ley.

VHK Möbelindustrie
VDM

Umsatz der deutschen Möbelindustrie sinkt 2024 um 7,4 Prozent

Die deutsche Möbelindustrie hat im vergangenen Jahr nach amtlichen Zahlen 16,4 Milliarden Euro umgesetzt und damit 7,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Inland verbuchten die heimischen Möbelproduzenten mit einem Umsatz von knapp 11 Milliarden Euro ein Minus von 6,8 Prozent. Der Auslandsumsatz (Exportquote: 33 Prozent) sank um 8,6 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro.

„Neben dem eingetrübten Konsumklima machen unseren Unternehmen vor allem die Folgen des rückläufigen Wohnungsneubaus stark zu schaffen“, kommentiert Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie (VDM/VHK), die Entwicklung. „Gemeinsam mit weiteren Verbänden und Unternehmen aus den Bau-, Möbel- und Einrichtungsbranchen haben wir daher kürzlich eine neue Initiative gestartet, mit der wir von der künftigen Bundesregierung die dringend erforderlichen Impulse für einen stärkeren Wohnungsbau fordern.“ (www.deutschlands-heimische-wirtschaftskraft.de).

Von den einzelnen Segmenten der deutschen Möbelindustrie verzeichneten die Büro- und Ladenmöbelhersteller im vergangenen Jahr mit einem Umsatzminus von rund 4 Prozent die geringsten Einbußen. In der Küchenmöbelindustrie lag der Umsatz um 6,5 Prozent unter dem Vorjahr. Einen Rückgang von rund 5 Prozent verbuchten die Hersteller von Matratzen. In der Polstermöbelindustrie kam es zu einem Minus von rund 8 Prozent. Das Segment der sonstigen Möbel (darunter Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel) und Möbelteile erlitt eine Umsatzeinbuße von 11,2 Prozent.

Wegen des schwachen Konsumklimas und der stockenden Bautätigkeit kam es im vergangenen Jahr in den meisten europäischen Märkten zu Absatzrückgängen. Die Ausfuhren nach Frankreich, dem wichtigsten Exportmarkt, sanken um fast 7 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro. Rückläufig entwickelten sich auch die Lieferungen in die Schweiz (minus 6,2 Prozent), nach Österreich (minus 8,1 Prozent), in die Niederlande (minus 11,9 Prozent) und in das Vereinigte Königreich (minus 2,9 Prozent). Die Möbellieferungen in die Vereinigten Staaten, die wichtigste Absatzregion für Möbel „Made in Germany“ außerhalb Europas, rangierten mit 253 Millionen Euro um 1,3 Prozent über dem Vorjahr. Im Zuge der gemeinsamen Messeaktivitäten entwickelte sich hier insbesondere der Absatz von Küchenmöbeln mit einem Plus von rund 13 Prozent erfreulich.

Die interne Auftragseingangsstatistik der Möbelverbände spiegelt die insgesamt schwache Möbelnachfrage wider. Im Durchschnitt verzeichneten die Sparten Küchen-, Polster- und Wohnmöbel demnach im vergangenen Jahr einen Rückgang des wertmäßigen Auftragseingangs von knapp 5 Prozent. Die angespannte Auftragslage wirkt sich auch auf die Beschäftigung in der Branche aus: Im Jahresdurchschnitt arbeiteten in den 414 Betrieben mit 50 und mehr Beschäftigten (minus 3,8 Prozent) 71.231 Beschäftigte, 5,4 Prozent weniger als im Vorjahr.

„Für die kommenden Monate rechnen wir für unsere Branche zunächst mit einer Seitwärtsbewegung“, berichtet Kurth. „Im Herbst dieses Jahres hoffen wir dann auf eine leichte Belebung.“ Mit einem weiteren Abebben der Inflation, einem spürbaren Anstieg der Realeinkommen, den erwarteten weiteren Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank und Impulsen aus dem Auslandsgeschäft könnten die zuletzt aufgeschobenen Möbelanschaffungen endlich umgesetzt werden, so Kurth. Für das Gesamtjahr 2025 prognostiziert der Verbandsgeschäftsführer für die deutsche Möbelindustrie ein geringes Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Ab dem 1. Mai 2025 wird Roland Auer (links) Chief Marketing Officer (CMO) bei Egger. Er wird direkt an Michael Egger jun., Egger Gruppenleitung Vertrieb/Marketing, berichten.
Egger

Roland Auer wird Chief Marketing Officer

Die Egger Gruppe freut sich bekannt zu geben, dass Roland Auer das globale Vertriebs- und Marketingteam verstärken wird. Auer war über 30 Jahre lang für den Oberflächenspezialisten und das langjährige Partnerunternehmen Schattdecor tätig, zuletzt als Vorstandsvorsitzender. Bei Egger wird er seine umfangreiche Branchenkenntnis und Expertise ab dem 1. Mai 2025 als Chief Marketing Officer (CMO) einbringen.

Roland Auer hat sich durch seine jahrzehntelange Verantwortung bei Schattdecor einen Ruf als erfahrener Manager und ausgewiesener Experte in der Branche erarbeitet. Seine besonderen Verdienste liegen im Aufbau und in der Pflege internationaler Kundenbeziehungen, Partnerschaften und Teams. Bei Egger wird er als CMO eine tragende Gruppenrolle im Bereich Marketing und Produktmanagement einnehmen und direkt an Michael Egger jun., Egger Gruppenleitung Vertrieb/Marketing, berichten. Dabei liegt sein Fokus auf der Ausrichtung der globalen Marketingorganisation auf zukünftige Anforderungen und Bedürfnisse der Kunden.

„Wir freuen uns wirklich sehr, Roland Auer in unserem Team begrüßen zu dürfen“, sagte Michael Egger jun., Egger Gruppenleitung Vertrieb/Marketing. „Seine Expertise und sein frischer Blick werden uns dabei helfen, unsere Marketing- und Produktstrategien weiter zu optimieren und unsere Kundenbeziehungen zu stärken.“

Roland Auer blickt der neuen Herausforderung mit großer Freude entgegen und betont die Gemeinsamkeiten: „Nach 30 erfüllten Jahren in der Schattdecor Gruppe ist es nun an der Zeit, neue Ufer anzustreben. Unsere Branche ist mir in all den Jahren zur Heimat geworden. Daraus erwuchsen auch der enge Kontakt und die Wertschätzung für Egger: Das Unternehmen selbst, die Familie Egger, sowie die Menschen, die in Führung und Wertschöpfung tagtäglich für diese Gemeinschaft einstehen.“

Fachberater unterstützen die Unternehmensnachfolge

Im Handwerk gewinnt die Regelung der Unternehmensnachfolge zunehmend an Bedeutung – neben der Gewinnung von Fach- und Nachwuchskräften. Die Meisterteam-Verbundgruppe Hamburg, die 270 Handwerksbetriebe aus den Bereichen Holz, Glas, Metall und Fensterbau bundesweit vereint, bietet ihren Mitgliedern jetzt einen neuen Service zur Unterstützung bei der Nachfolgeplanung an.

Die neu gegründete Fachgruppe „Unternehmensnachfolge“ stellt erfahrene Berater bereit, die individuelle Lösungen für Betriebe entwickeln, die einen Nachfolger suchen. Dazu gehören umfassende Beratungsgespräche zur Analyse der aktuellen Situation sowie die Erstellung maßgeschneiderter Übergabekonzepte. Videokonferenzen ermöglichen schnelle Abstimmungen und flexible Kommunikation.

„Mit unserer neuen Fachgruppe möchten wir das Bewusstsein für dieses wichtige Thema schärfen“, betont Thomas Schley, Geschäftsführer von Meisterteam. „Die Suche nach einem Nachfolger und die Betriebsübergabe sind keine kurzfristigen Angelegenheiten. Es gibt viele Details zu klären, und dafür bieten wir professionelle Unterstützung an.“

Zu den Beratern in der Fachgruppe zählen: Dipl.-Betriebswirt (FH) Andreas Kijak, Astrid Mangold (zertifizierter INQA-Coach), Dipl. Ing. Holztechnik Christiana Meyer,

Dipl.-Ingenieur (FH) Hans-Rüdiger Munzke, M.A. Peter Wabitsch und Dipl.-Ingenieur (FH) Friedrich Winkelmann.

Angesichts der herausfordernden konjunkturellen Lage im Bauhandwerk wird auch 2025 nicht einfach werden. Um Meisterteam-Fachbetriebe in schwierigen Marktsituationen zu unterstützen, hat Meisterteam eine „Taskforce“ ins Leben gerufen. Diese Berater helfen den Betrieben dabei, sich besser auf aktuelle Marktbedingungen einzustellen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und zukunftsfähig zu bleiben.

Im vergangenen Jahr konnte Meisterteam 15 neue Partnerbetriebe aus den vier Branchen Holz, Glas, Metall und Fensterbau gewinnen. Thomas Schley hebt hervor, dass die Bedeutung eines starken Unternehmensnetzwerks – mit attraktiven Einkaufskonditionen, Zentralregulierung, Erfahrungsaustausch und einem breiten Beratungsspektrum – immer mehr erkannt wird.

Raumplus

Veränderung in der Geschäftsführung

Seit dem 1. Februar zeichnet Christian Grundler als Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei Raumplus verantwortlich. Der 54-jährige verfügt über eine langjährige internationale Vertriebserfahrung und hat zuvor das Geschäft der Viessmann Heizsysteme GmbH in Südwesteuropa als Geschäftsführer der dortigen Tochtergesellschaft geleitet.

„Gemeinsam wollen wir das Unternehmen weiter erfolgreich für die Zukunft ausrichten. Der Fokus liegt dabei auf der weiteren Produktentwicklung – auch durch eine engere strategische Zusammenarbeit mit dem Gesellschafter Nobilia – sowie dem zukünftigen Umsatzwachstum im Inland als auch in den Exportmärkten“, sagt Carsten Bergman, langjähriger Geschäftsführer und Gesellschafter von Raumplus.

Grundler tritt die Nachfolge von Dr. Herwig Mehrwald an, der den Bremer Spezialisten für Gleittür-, Schrank- und Raumteilsysteme Ende 2024 nach drei Jahren verlassen hatte, um neue berufliche Wege einzuschlagen.

Global Director Hendrik Rawe über das Commitment der Branche

Die Ligna feiert 50. Geburtstag. Und trotz der herausfordernden Lage ist das Commitment der globalen Holzindustrie zur Weltleitmesse ungebrochen. Dies bestätigt Hendrik Rawe, Global ­Director Ligna, Interschutz, Parts2Clean, Surface­Technology Germany bei der Deutschen Messe im Interview.

möbelfertigung: Herr Rawe, wie ist der aktuelle Stand der Anmeldungen bezogen auf Unternehmen und Fläche?
Hendrik Rawe:
Die Ligna 2025 liegt aktuell bei mehr als 1.200 Ausstellern und mehr als 112.000 Quadratmetern Fläche.

möbelfertigung: Was erwarten Sie in den kommenden drei Monaten bis zum Messestart noch?
Hendrik Rawe:
Aufgrund der wirtschaftlichen Lage innerhalb der holzbe- und -verarbeitenden Branche aber natürlich auch darüber hinaus, sind Aussagen zu Erwartungen und Prognosen noch schwieriger als sonst. Dennoch: Wir erleben ein sehr hohes Commitment der Branche zu ihrer Weltleitmesse. Wir wissen aber auch um die sensible Situation und die wirtschaftlichen Herausforderungen, denen sich alle Unternehmen derzeit gegenübersehen. In unseren Gesprächen nehmen wir allerdings eines ganz klar wahr: Die Aussteller setzen auf die Ligna im Mai. Mit ihrer Weltleitmesse verknüpfen sie den Wunsch, dass die so dringend benötigten Aufbruch-Signale von ihr ausgehen werden.

möbelfertigung: Die Branche durchläuft schwierige Zeiten. Das Commitment zur Weltleitmesse scheint ungebrochen. Warum ist die Ligna gesetzt?
Hendrik Rawe:
Die Ligna ist seit ihrer Ausgliederung aus der Hannover Messe vor 50 Jahren der Ort der Woodworking Community, an dem sich die weltweite Branche alle zwei Jahre trifft und zeigt, was in ihr steckt. Sie ist DIE Innovationen-Messe, auf der die Unternehmen ihre neuen Produkte und Lösungen das erste Mal dem Weltmarkt präsentieren. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal, das man nicht hoch genug bewerten kann.
Und noch etwas kommt hinzu: Alle sind da. Und mit alle meine ich alle wichtigen Player auf Aussteller- und Besucherseite. Das ist ebenfalls eine Besonderheit, die die Ligna seit Jahren einzigartig macht. Oft höre ich in Kundengesprächen: „Die Ligna ist wie ein Klassentreffen alle zwei Jahre.“ Es mag sich salopp anhören, aber so ist es. Alle zwei Jahre ist die Ligna ein fester Termin im Kalender der Woodworking Community.

möbelfertigung: Ein Trend der letzten Jahre war, das besucherseitig weniger Mitarbeiter eines Unternehmens zur Messe entsendet werden. Trauen Sie sich eine Prognose für Mai 2025 zu?
Hendrik Rawe:
Da sind sie wieder – die schwierigen Prognosen in schwierigen Zeiten. Klar ist, wir wünschen uns viele Besucher:innen für unsere Aussteller, und wir wünschen uns die richtigen Besucher:innen für unsere Kunden.
Klar ist aber auch, dass wir nicht einschätzen können, wie es im Mai aussehen wird. Als Messeveranstalter wissen wir, wie wichtig es insbesondere in schwierigen Zeiten ist, sich weiterhin im Markt zu bewegen, mit Kunden im Gespräch zu bleiben und neue Kontakte zu knüpfen. Dafür ist der Besuch einer Weltleitmesse alternativlos. Effizienter als an fünf Messetagen kann man einen Weltmarkt nicht bereisen und alle Player auf einmal treffen.

Das komplette Interview gibt es in der möbelfertigung 1/25. Direkt zum Artikel im E-Magazin geht es HIER!

Koelnmesse

365 Millionen Euro Umsatz und rund 20 Millionen Euro Gewinn

Die Koelnmesse hat 2024, dem Jahr ihres 100-jährigen Bestehens, auf Basis vorläufiger Zahlen einen Umsatz von rund 365 Millionen Euro und einen Gewinn von rund 20 Millionen Euro erzielt und bleibt auf einem stabilen Kurs. „Unser 100-jähriges Jubiläum war ein außergewöhnliches Jahr, das uns an unsere Ursprünge erinnert und in dem wir gleichzeitig den Blick nach vorne gerichtet haben“, erklärt Gerald Böse, CEO der Koelnmesse GmbH. „Unsere Ergebnisse zeigen eindrucksvoll Stabilität und Resilienz in einem herausfordernden Marktumfeld.“ Das Jahr 2024 war für die Koelnmesse geprägt von bedeutenden Fortschritten im Messegelände Köln, beim Ausbau des Auslandsgeschäftes und dem Thema Nachhaltigkeit. Zu den Höhepunkten zählten die feierliche Eröffnung des neuen Event- und Kongresszentrums Confex, die weitere internationale strategische Expansion sowie richtungsweisende Maßnahmen auf dem Weg, das gesamte Unternehmen und die eigenen Messen bis 2030 ressourcenschonend auszurichten.

Im Veranstaltungsjahr 2024 erzielte die Koelnmesse laut vorläufigen Zahlen einen Umsatz von rund 365 Millionen Euro. Damit blieb sie im turnusgemäß schwächeren Veranstaltungsjahr geringfügig unter ihren eigenen Planungen von 369,5 Millionen Euro zurück. Der Nettogewinn wird voraussichtlich rund 20 Millionen Euro betragen, nachdem im Vorjahr ein operatives Rekordergebnis von 42 Millionen Euro erreicht wurde. Die für das Gastveranstaltungs-, Kongress- und Eventgeschäft verantwortliche Tochtergesellschaft Koelncongress trug als 100-prozentige Tochtergesellschaft zum Konzernumsatz 2024 mit vorläufig 38 Millionen Euro vor Konsolidierung bei.

Die leichte Abweichung von den Umsatzplanungen führt das Unternehmen auf mehrere Faktoren zurück. Dazu zählen die anhaltende Konsumflaute, die allgemeine wirtschaftliche Stagnation sowie geopolitische Unsicherheiten. „Messen sind immer ein Spiegel der Märkte, in denen sich die Ausstellenden bewegen – und diese Märkte stehen derzeit unter immensem Druck,“ ordnet Gerald Böse das vergangene Wirtschaftsjahr ein. „Die Herausforderungen des Marktes haben uns gefordert, aber auch darin bestärkt, unsere Prozesse noch effizienter zu gestalten und neue Messemärkte zu erschließen“, blickt Böse bereits auf die kommenden Jahre.

2024 stand die Messewirtschaft zudem vor herausfordernden Rahmenbedingungen, die den Messeplatz Deutschland und seine bislang bekannten Standards – wie zum Beispiel Infrastruktur, Transport und Pünktlichkeit – erheblich unter Druck setzten. Besonders die wiederholten Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr – allein vier im ersten Quartal – beeinträchtigten die Anreise und Mobilität der Messebesuchenden und Ausstellenden spürbar. „Diese Störungen führten nicht nur zu logistischen Problemen, sondern warfen auch ein negatives Licht auf die Zuverlässigkeit der Infrastruktur, die sonst als Stärke unseres Messestandorts gilt“, so Gerald Böse.

An den weltweit 76 Veranstaltungen der Koelnmesse beteiligten sich über 34.500 ausstellende Unternehmen aus 106 Ländern und mehr als 2,1 Millionen Besucherinnen und Besucher aus 197 Ländern. Zu den Messe-Highlights in Köln zählten unter anderem die internationalen Leitmessen ISM, spoga+gafa, die gamescom, DMEXCO und ORGATEC. „Unsere jährlich stattfindenden Veranstaltungen konnten 2024 durchweg das Vor-Veranstaltungs-Niveau erreichen, und wir haben das exzellente Niveau des Jahres 2023 gehalten oder sogar verbessert“, fasst Oliver Frese, COO der Koelnmesse, das Messejahr 2024 zusammen. „Bei unseren zweijährlichen Veranstaltungen haben wir im vergangenen Jahr deutlich besser abgeschnitten als noch 2022.“

Zugleich betont Oliver Frese die Herausforderungen der kommenden Messejahre: „Viele ausstellende Unternehmen bleiben uns treu, planen jedoch auf Grund des bestehenden Kostendrucks teilweise mit kleineren Ausstellungsflächen. Das bedeutet, dass unsere Veranstaltungen zwar weiterhin wachsen, allerdings nicht so schnell wie ursprünglich erwartet. Das erfordert von uns eine vorausschauende Planung und Flexibilität, um weiterhin ein attraktives Angebot zu schaffen.“ Für das kommende Jahr plant die Koelnmesse, die Weichen weiter auf nachhaltige Veranstaltungsentwicklungen und die Erschließung neuer Märkte zu stellen. „Mit einem klaren Fokus auf unsere Kernstärken und der Unterstützung unserer engagierten Teams sind wir bestens aufgestellt, unsere Erfolgsgeschichte fortzusetzen“, so Frese abschließend. Neben insgesamt zehn geplanten Premieren 2025 im In- und Ausland konzipierte die Koelnmesse 2024 in Zusammenarbeit mit der Möbelindustrie ihre Veranstaltungen im Bereich Möbel und Einrichtung neu. Ab 2025 werden zwei spezialisierte Messeformate angeboten: die IDD cologne, eine Plattform für den Hochwertbereich, die alle zwei Jahre im Oktober stattfindet, und die IMM cologne, ein B2B-Event für den konsumorientierten Markt, das ab 2026 jährlich im Januar veranstaltet wird.

Ein Schwerpunkt des Jahres 2024 war die gezielte Stärkung der internationalen Präsenz. Durch neue Partnerschaften und eine Intensivierung der Aktivitäten in globalen Märkten hat die Koelnmesse die Internationalisierung ihres Geschäfts auf ein neues Niveau gehoben. Diese Fortschritte spiegeln sich in neuen Standorten und Veranstaltungsformaten wider, die die Marke Koelnmesse weltweit noch sichtbarer machen. So wurden seit 2023 insgesamt 21 Messen im Ausland implementiert, mit acht Premieren im Jahr 2024 und aktuell neun weiteren für 2025. Ein herausragendes Beispiel für die internationale Expansion erfolgreicher Kölner Formate: Die Gamescom Latam feierte im Juni 2024 ihre Premiere in São Paulo und erreichte mit über 100.000 Besuchenden die höchste jemals verzeichnete Zahl für eine Koelnmesse-Veranstaltung im Ausland.

Inudstrieverband Klebstoffe

Proteinklebstoff für Wellpappe und Holzprodukte

Viele Industriezweige stehen vor der Herausforderung, alternative Materialien einzusetzen und angepasste Produktionsprozesse zu entwickeln – so beispielsweise auch die Möbelindustrie oder die Verpackungsbranche. Das Forschungsprojekt „ProWellHo“ des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) widmet sich genau diesem Thema. Das Ziel: Pflanzliche Proteinklebstoffe zu entwickeln, die künftig sowohl den hohen Performance-Ansprüchen der Industrie gerecht werden als auch möglichst energieeffiziente Produktionsprozesse ermöglichen.

Wellpappe ist ein vielseitiges Material, das in Verpackungen und zahlreichen anderen Anwendungen Verwendung findet. Bisher werden zur Herstellung hauptsächlich Stärkeklebstoffe auf Basis von Mais, Kartoffeln, Weizen und teilweise Erbsen eingesetzt. Sie sind in Kombination mit dem biobasierten Material Pappe nachhaltig und stören das Recycling nicht. Dem gegenüber kann je nach Verfahren ein relativ hoher Energiebedarf für die Trocknung der Wellpappe nach der Verklebung stehen.

Und genau hier setzt das Forschungsprojekt „ProWellHo“ des Fraunhofer IVV in Zusammenarbeit mit anderen Forschungsinstituten sowie Industriepartnern an. Der Ansatz: pflanzliche Proteinklebstoffe. Durch die Erhöhung des Festkörperanteils der Klebstoffformulierung auf mindestens 50 Prozent und die Möglichkeit zur Verarbeitung bei niedrigeren Prozesstemperaturen im Vergleich zu Stärkeklebstoffen, könnte der Energiebedarf erheblich reduziert werden. Bestätigen sich die Annahmen, wären Proteinklebstoffe eine energiesparende Alternative.

Holz und Möbel: Nachhaltige Verbindung mit Proteinen
Viele große Möbelhäuser setzen auf alternative Rohstoffe. Biobasierte Klebstoffe sind entsprechend gefragt. Denn Möbel, Fenster, Türen, Treppen und Deckenkonstruktionen müssen solide und dauerhaft geklebt werden. Auch hier könnte die Verwendung von pflanzlichen Proteinen als Bindemittel zukünftig eine Alternative zu petrochemischen Klebstoffen darstellen. In Kombination mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz könnten Möbel der Zukunft nahezu ganzheitlich biobasiert sein. Der Fokus des Forschungsprojekts liegt in diesem Kontext darauf, biobasierte, wässrige Dispersionsklebstoffe und Schmelzklebstoffe zu entwickeln, die im Hinblick auf ihre Performance-Ansprüche den synthetischen in nichts nachstehen.

Im ersten Schritt sollen im Rahmen des Projekts, durch die gezielte Proteinextraktion und -modifikation sowie gegebenenfalls der Kombination mit Stärkeanteilen, Proteinklebstoffe mit guter Klebkraft und gleichzeitig hoher Wasserfestigkeit entwickelt werden.

Das Forschungsprojekt „ProWellHo“ läuft noch bis zum Jahr 2026 und wird durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR) gefördert. Die Forschungsergebnisse des Projekts könnten einen bedeutenden Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Holz-, Möbel-, Papier- und Verpackungsindustrie leisten. Vielleicht heißt es schon bald: pflanzenbasierte Proteinklebstoffe – die vielversprechende Lösung für eine nachhaltige Zukunft.

Quelle: https://www.ivv.fraunhofer.de/de/recycling-umwelt/biobasierte-bindemittel/projekt-prowellho.html