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Autor: Möbelfertigung

Wieder deutschlandweit lieferfähig

Nun können Kunden aus ganz Deutschland wieder bei Häfele bestellen und werden beliefert. Nach dem Cyberangriff auf die internationale Gruppe am 2. Februar 2023 hatte das Unternehmen letzte Woche zunächst das Versandzentrum Hannover in Betrieb genommen und elf Bundesländer von dort mit Ware versorgt. Seit heute ist auch die Auslieferung aus Nagold erneut angelaufen. Damit können ab sofort auch die Kunden aus den fünf südlichen, dem Versandzentrum Nagold zugeordneten Bundesländern wieder bestellen.

Mit dem Hochlauf des Versandzentrums Nagold steht nun wieder deutschlandweit ein breites Spektrum an Artikeln zur Verfügung. Bestellungen werden aktuell telefonisch und per E-Mail angenommen.

„Sobald wir sehen, dass alle neu aufgenommenen Prozesse stabil laufen, folgt der nächste Schritt: die Live-Schaltung unseres Online-Shops“, so CEO Gregor Riekena. „Unser wichtigstes Ziel war, bundesweit wieder lieferfähig zu sein. Nachdem wir das mit vereinten Kräften in kurzer Zeit geschafft haben, arbeiten wir nun an der vollständigen Inbetriebnahme unseres gesamten Nagolder Versandzentrums. Damit werden wir die volle Schlagzahl zurückgewinnen.“

EHI

Höhere Investitionen in den Ladenbau

Trotz des wirtschaftlich angespannten Umfelds investieren Händler Milliarden in ihre Läden. „Der Investitionsbedarf für ein neues Geschäft hat sich besonders im Lebensmittel-, Drogerie- und preisorientierten Fachmärkten in den letzten Jahren um bis zu 20 Prozent erhöht“, erklärt Claudia Horbert, Leiterin des Forschungsbereichs Ladenplanung und -einrichtung beim EHI und Autorin der Studie „Laden-Monitor 2023“. Die Ergebnisse der Studie wurden heute auf der EuroShop in Düsseldorf präsentiert.

9,12 Mrd. Euro haben Handelsunternehmen in Deutschland in 2022 insgesamt in Bau, Technik und Optik ihrer stationären Geschäfte investiert. Bei stark eingeschränkter Expansion liegt der Fokus für 68 Prozent der Händler klar auf Umbau- und Instandsetzungsmaßnahmen. Neueröffnungen gibt es derzeit vor allem bei Lebensmittel-, Drogerie- und preisorientierten Fachmärkten.

Angesichts schwer abzuschätzender weiterer Preissteigerungen für Materialien, Energie und Personal sind längerfristige Investitionsplanungen und größere Neu- und Umbauprojekte für den Handel kaum mehr möglich. Stattdessen wird mehr in die Breite investiert über Light-Umbauten und kleinere Refresh-Lösungen. Dabei spielt immer mehr die Wiederaufbereitung und Weiterverwendung von Ladeneinrichtungen eine Rolle wie auch von wirtschaftlichen Refurbishment-Lösungen, die auf vorhandenen, hochmodularen Konzept- und Einrichtungsmodulen aufsetzen.

Als einer der besten Arbeitgeber Deutschlands ausgezeichnet

Reber Logistik zählt zu den besten Arbeitgebern Deutschlands. Der Germersheimer Möbel- und Kontraktlogistikspezialist wurde am Freitagabend in Berlin vom Zentrum für Arbeitgeberattraktivität (zeag) auf Basis einer wissenschaftlich fundierten Mitarbeiter- und Managementbefragung ausgezeichnet.

Die zeag kürt alljährlich die attraktivsten Arbeitgeber des deutschen Mittelstandes. Das „Top Job“-Siegel 2023 wurde vom ehemaligen Vize-Kanzler Sigmar Gabriel als Schirmherr an den Logistiker verliehen (Foto). „Der Logistikspezialist überzeugte durch ein besonders gutes Mitarbeiterfeedback im Bereich Führung und Vision“, so die Begründung der Jury.

Ausgezeichnet wurde Reber Logistik unter anderem für umfangreiche Modernisierungsprozesse im Unternehmen, die zu einer „großen Zufriedenheit“ der Mitarbeitenden beigetragen haben. Dazu zählen die digitale Transformation der Arbeitswelt, das Nachhaltigkeitsprogramm der Reber-Gruppe, Weiterbildungsmöglichkeiten und Führungskräftetrainings, das bundesweit einheitliche Lohnmodell für Berufskraftfahrer sowie die wertschätzende Arbeitsatmosphäre im Unternehmen.

„Unsere Mitarbeitenden werden in die Projekte einbezogen und insbesondere beim Thema Digitalisierung mitgenommen“, berichtet Isabelle Kauffeldt, Abteilungsleiterin Human Resources, „wir wollen uns durch viele Einzelmaßnahmen zu einem der modernsten Unternehmen in der Branche entwickeln.“

„Top-Arbeitgeber haben auch Top-Arbeitnehmer“, freut sich Mirko Kauffeldt, Geschäftsführer von Reber Logistik. „Dass wir darauf Brief und Siegel bekommen haben, ist uns Anspruch und Ansporn zugleich. Wir werden auch in Zukunft sicherstellen, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Reber-Gruppe mit ihren Stärken und Talenten bei uns zuhause fühlen.“

HDH

Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie ist Neumitglied im HDH

Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) begrüßt den Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI) im Kreis seiner Mitglieder. Zum Jahresauftakt trat der VHI dem HDH bei. Damit sind die Interessen der Branche effektiv für den politischen Willensbildungsprozess gebündelt und das Verbände-Netzwerk gestärkt. Der VHI vertritt die in Deutschland ansässigen Hersteller von Span-, OSB- und Faserplatten, Sperrholz, Naturfaserverbundwerkstoffen und Innentüren aus Holz und Holzwerkstoffen. Insbesondere für die Bau-, Möbel- und Verpackungsindustrie sind die VHI-Mitglieder wichtige Zulieferer.

„Wir freuen uns, dass wir den VHI in einer Zeit begrüßen dürfen, da die sichtbare und hörbare Interessenvertretung für den klima- und umweltschonenden Werk- und Baustoff Holz in Deutschland und Europa nötiger ist denn je. Es gilt, die verlässliche und dauerhafte Verfügbarkeit von Rohstoffen für unsere nachhaltig wirtschaftende Branche zu sichern. Mit dem VHI erhalten wir hier wichtige Unterstützung”, erklärt HDH-Hauptgeschäftsführer Dr. Denny Ohnesorge.

VHI-Geschäftsführerin Anemon Strohmeyer betont: „Durch die stoffliche Nutzung von Holz im Rahmen der Kaskadennutzung spielt die Holzwerkstoffindustrie schon heute für Klimaschutz und Ressourcenschonung eine wichtige Rolle. Mit unserer Expertise wollen wir uns daher in die Netzwerke und Gremien des HDH einbringen. Besonders wichtig finden wir angesichts der teils widersprüchlichen europäischen Richtungsvorgaben das branchenübergreifende Rohstoff-Lobbying über die Arbeitsgemeinschaft Rohholz (AGR).“

AGR-Geschäftsführer Lukas Freise unterstreicht: „Für die notwendige Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zu mehr Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft werden nachhaltig erzeugte nachwachsende Rohstoffe aus Deutschland dringend gebraucht. Angesichts weiterer drohender Nutzungsbeschränkungen im Wald besteht großer Handlungsbedarf zur Sicherung der Rohstoffbasis. Schon bei der Gründung der AGR vor 20 Jahre war es der Ansatz, die drei großen Holz nutzenden Branchen Sägeindustrie, Zellstoffindustrie und Holzwerkstoffindustrie rohstoffpolitisch zu vereinen. Mit dem Beitritt des VHI ist dieses Ziel nun erreicht.”

Ursprünglich gegründet als „Verband der deutschen Sperrholzfabrikanten e.V. Berlin“ versammelt der VHI in über hundertjähriger Tradition die Hersteller von Produkten, die den nachwachsenden Rohstoff Holz zu hochwertigen und innovativen Produkten weiterverarbeiten. Im Jahr 2021 erwirtschaftete die deutsche Holzwerkstoffindustrie mit rund 15.000 Beschäftigten einen Umsatz von rund 5,9 Milliarden Euro (Mrd. Euro). Insgesamt erreichte der Umsatz der deutschen Holzindustrie mit rd. 200.000 Beschäftigten 2021 in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten ca. 47,7 Mrd. Euro.

„Internationale Möbeltage Dresden“ 2023

Naturfasern für die Möbel von morgen

Bei den „Internationalen Möbeltagen Dresden“ am 22. und 23. März werden auch Möbel aus 100 Prozent Naturfasern vorgestellt. Möbel sind dabei als Faserformteile – eine Art Faserguss – zu verstehen. An der Professur für Holztechnik und Faserwerkstofftechnik der Technischen Universität Dresden werden Naturfasern in der neuartigen Vakuumpresstrocknung verarbeitet, ein an der Professur entwickeltes Verfahren. In einem ersten Schritt werden die Naturfasern zu nassen Faserlagen aufbereitet. Dadurch bekommen die Fasern die gewünschte Ausrichtung und werden handhabbar. Anschließend lassen sie sich zu Formkörpern laminieren, per Vakuum verdichten und trocknen. So entstehen sehr stabile Formteile – wie eben beispielsweise Möbel.

Neben der technischen Machbarkeit stellt Sebastian Siwek, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Technischen Universität Dresden und Leiter der Forschungsgruppe Biokomposite, die Frage, ob diese Formteilmöbel auch nachhaltig sind. Dies wird an zwei Varianten einer Designikone diskutiert – dem „Panton Chair“. Das Video gibt einen Vorgeschmack auf den Beitrag von Siwek: https://www.youtube.com/watch?v=oW9RkPvr4V0
Unbedingt dabei sein und live erleben, in welche Richtung sich Möbelkonstruktionen entwickeln! Auf keiner anderen Konferenz können Teilnehmer bei derart vielen aktuellen Forschungsprojekten aus holznahen Bereichen und von traditionellen Institutionen „über die Schulter blicken“.

Netzwerken Sie während der Veranstaltung im Tagungszentrum der Dreikönigskirche in Dresden oder beim Networking Dinner in den Wenzel Prager Bierstuben Dresden mit Sebastian Siwek, Gerald Koch (Thünen-Institut für Holzforschung), Erwin Friedl (TH Rosenheim), Harald Klüh (Grass), Sina Kämmerling (Findiq), Uwe Bodenschatz (Angewandte Kunst Schneeberg), Florian Fischer (Jowat), Dr. Lars Maritzen (Kleiner Rechtsanwälte), Werner Herrmann (Berater für digitale Prozessoptimierung) sowie anderen Referenten und Teilnehmern und melden Sie sich direkt an: https://www.moebeltage.de
Das komplette Programm lässt sich auf der Veranstaltungshomepage ebenfalls ansehen.

Über individuelle Sponsoring-Möglichkeiten oder Company-Tickets informiert Sie Nicole Pornhagen, nicole.pornhagen@vincentz.net, +49 40 632018-81

„Euroshop“ 2023

Sonntag beginnt die Messe in Düsseldorf

Nach zwei Jahren Pandemie-Restriktionen geht von Sonntag, 26. Februar, bis Donnerstag, 2. März, in Düsseldorf die „Euroshop“, das Prime Time Event der globalen Handelsbranche, wieder ohne Einschränkungen über die Bühne. 1.800 Aussteller aus 55 Nationen bilden auf mehr als 100.000 qm Netto-Ausstellungsfläche in 16 Hallen das gesamte Spektrum an aktuellen Trends und zukunftsweisenden Lösungen ab. Die Hot Topics lauten: Connected Retail, Sustainability, Smart Store, Energy Management, Third Places, Customer Centricity, Experience und Vitale Innenstädte.

Noch stärker besucherorientiert ist die diesjährige Angebotsstruktur, die acht klar definierte Erlebnisdimensionen umfasst:

  • Shop Fitting, Store Design & Visual Merchandising
  • Lightning
  • Materials & Surfaces
  • Retail Technology
  • Retail Marketing
  • Expo & Event Marketing
  • Food Service Equipment
  • Refrigeration & Energy Management

Sehen lassen kann sich auch das Rahmenprogramm der „Euroshop“:

  • Sieben Stages: hochkarätig besetzte Vortrags- und Diskussionsforen zu neuesten Entwicklungen, innovativen Trends und Best Practice Beispielen
  • Special Areas: Sonderflächen als Freiräume für Spezialisten, Start-ups, die Generations X, Y & Z sowie für Ideen, Visionen und innovative Produkte
  • Special-Premieren: Future Urban Lab (interaktives Format mit hohem Erlebnisfaktor), Room4Senses (Analyse sinnlicher Erfahrungen und deren potenzieller Einsatz im Verkaufsraum), Retail Ball Game (offene Kommunikationsplattform thematisiert Herausforderungen und Lösungsansätze des Retail der kommenden Jahre)

Herausragende Leistungen der internationalen Retailszene werden durch unterschiedliche Awards gewürdigt. Alle Informationen gibt es auf www.euroshop.de

Umsatzzuwachs 2022 erreicht 9,47 Prozent

Auch für den Dezember 2022 konnte die deutsche Küchenmöbelindustrie ein Plus verbuchen. Allerdings fiel es laut jüngster Auswertung von Destatis/VdDK mit 1,61 Prozent, wie zu erwarten, eher bescheiden aus. Erneut ging der Inlandsumsatz im Dezember um 3,66 Prozent zurück, während der Export um 8,76 Prozent zulegen konnte. Dennoch schließt das Jahr 2022 mit einem Gesamtumsatz von gut 6,24 Mrd. Euro (+9,47 %) positiv ab. Auf das Jahr gesehen stieg der Auslandsumsatz um 12,68 Prozent, während das Inland einen Umsatzzuwachs von 6,97 Prozent erzielte. Zu berücksichtigen sind dabei jeweils die Preissteigerungen, die im vergangenem Jahr einen enormen Einfluss auf das Umsatzplus hatten.

Mit 25,1 Prozent Anteil am Export bleiben die Franzosen die größten Abnehmer im Ausland, gefolgt von den Niederländern mit 17,9 Prozent und den Österreichern mit 10,1 Prozent.

Branche schließt 2022 offiziell mit einem Plus ab

Die deutschen Polstermöbel-Produzenten haben im vergangenen Jahr rund 1,1 Mrd. Euro erwitschaftet. Wie der Verband der Deutschen Polstermöbelindustrie (VdDP) mitteilte, sind das 6,61 Prozent mehr als 2021. Dabei legte der Inlandsumsatz um 7,41 Prozent auf 721 Mio. Euro zu und der des Auslandes um 5,12 Prozent auf 381 Mio. Euro. In der Eurozone wurden 145,6 Mio. Euro erzielt, was einem Plus von 2,37 Prozent entspricht.

Bei den Zahlen muss allerdings berücksichtigt werden, dass die Industrie Preissteigerungen vorgenommen hatte, die zum höheren Ergebnis beitrugen.

Zu den Top-Export-Märkten zählen die Schweiz, Österreich, Frankreich, Niederlande und Großbritannien. Die meisten Einführen kamen aus Polen, China, Ungarn, Rumänien und der Slowakei.

Online-Umsätze nahezu auf sehr gutem Vorjahrsniveau

Die E-Commerce-Umsätze der Otto Group haben sich nach ersten Prognosen im laufenden Geschäftsjahr 2022/23 (28. Februar 2023) auf hohem Niveau stabil gezeigt – trotz des andauernd schwierigen makroökonomischen Umfelds: So wird der internationale Handels- und Dienstleistungskonzern voraussichtlich wie in 2021/22 einen E-Commerce-Umsatz von 12,1 Mrd. Euro ausweisen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ergibt sich lediglich ein leichter Online-Umsatzrückgang von rund zwei Prozent.

Dabei ist die Entwicklung in den jeweiligen Märkten unterschiedlich: So gehen die E-Commerce-Umsätze im konjunkturell stärker betroffenen Deutschland auf vergleichbarer Basis um rund 8 Prozent auf knapp 7,5 Mrd. Euro zurück, steigen dagegen im Ausland um rund 8 Prozent auf rund 4,6 Mrd. Euro an. Da das Geschäftsjahr der Otto Group erst jeweils am 1. März beginnt – also im vergangenen Jahr kurz nach dem russischen Überfall auf die Ukraine – finden die stark positiven Wachstumsraten der Monate Januar und Februar 2022 keine Berücksichtigung. Entsprechend ist das komplette Geschäftsjahr 2022/23 des Konzerns von den gesamtwirtschaftlichen Folgen des Ukrainekriegs gekennzeichnet. Dennoch ist es der Otto Group gelungen, die Zahl der aktiven Kund:innen noch einmal um fast 2 Prozent zu steigern, in den verschiedenen Distanzhandelskonzepten konzernweit von rund 58,3 Millionen auf mehr als 59,4 Millionen.

Sebastian Klauke, Konzern-Vorstand E-Commerce, Technologie, Business Intelligence und Corporate Ventures, Otto Group: „Vor dem Hintergrund, dass die gesamten zwölf Monate unseres Geschäftsjahres von den Auswirkungen eines Kriegs mitten in Europa geprägt waren und sind, können wir mit der Umsatzentwicklung durchaus zufrieden sein.“ So lag der E-Commerce-Umsatz der Otto Group im Geschäftsjahr 2019/20 – und damit vor Eintritt der Corona-Pandemie – noch bei gerade einmal rund 8 Mrd. Euro gegenüber jetzt voraussichtlich 12,1 Mrd. Euro. Die Ertragssituation im laufenden Geschäftsjahr 2022/23 ist allerdings eine durchaus andere als in den sehr starken Geschäftsjahren 2020/21 und 2021/22. Schon jetzt ist absehbar, dass das Ergebnis sehr deutlich zurückgehen wird. So sind die Kosten entlang der gesamten Supply Chain auch für die Otto Group merklich gestiegen. Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, die drastisch gestiegene Inflation sowie die steigenden Kosten bei Energie, Mobilität und Alltagsversorgung haben zudem dazu geführt, dass die Verbraucher:innen deutlich vorsichtiger geworden sind.

Die negative Konsumstimmung hat sich in einigen Geschäftsmodellen in deutlichen Umsatzrückgängen, einem Shift in den Sortimenten sowie einem Rückgang der durchschnittlichen Warenkorbgrößen gezeigt. So sind die Umsätze im Segment Elektronik und Haushaltsgeräte im Kalenderjahr 2022 um fast zehn Prozent gegenüber 2021 zurückgegangen. Der Bereich Fashion liegt etwa auf Vorjahresniveau. Das Segment Home and Living wächst konzernweit aufgrund eines überzeugenden Nordamerika-Geschäfts leicht, verzeichnet jedoch in Deutschland einen starken Umsatzrückgang. Für das kommende Geschäftsjahr 2023/24 rechnet die Otto Group mit einem niedrigen einstelligen Wachstum im E-Commerce. Ursächlich für die zurückhaltende Prognose ist der fortdauernde Krieg in der Ukraine mit den weiterhin unabsehbaren Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Entwicklungen in Deutschland und der Welt.

Sebastian Klauke: „Wir sind erfahren darin, uns schnell und flexibel neuen Marktsituationen anzupassen. Das hilft uns auch jetzt. Wir profitieren gerade in diesen Krisenzeiten davon, dass wir die Digitale Transformation in den zurückliegenden Jahren mit großem Engagement und Aufwand vorangetrieben haben.“ Innovationsthemen treibt der Handels- und Dienstleistungskonzern auch jetzt weiter voran. So hat OSP (Otto Group Solution Provider) gerade eine gemeinsam mit weiteren Konzernunternehmen entwickelte Liveshopping-Plattform vorgestellt. Die neue Software vermarktet der IT-Dienstleister auch an externe Unternehmen außerhalb der Otto Group. Die Lösung kann individuell auf die Bedürfnisse des jeweiligen E-Commerce-Unternehmens und dessen Kund:innen zugeschnitten werden und zahlt unmittelbar auf den Trend des Event-Einkaufs ein.

Liveshopping bietet großes Umsatzpotenzial. So werden in China beispielsweise schon heute über 40 Prozent aller Onlinekäufe über entsprechende Formate getätigt und auch in Deutschland können sich laut Studien bereits zwei von drei Befragten vorstellen, im Rahmen von digitalen Live-Events einzukaufen. Entsprechend hat auch die Otto Group als einer der Liveshopping-Vorreiter bereits über hundert Pilotformate über ihre Konzernunternehmen, darunter Otto, About You, Bonprix und Mytoys, gestreamt. Ein weiteres Innovationsthema ist die digitale Produktentwicklung. So stellt Bonprix die Kollektionsentwicklung sukzessive von traditionell analogen Prozessen auf rein digitale um: Mit Hilfe modernster Softwaretechnologie werden Schnittmuster für neue Styles digital entwickelt, visualisiert und in 3D auf einem Avatar gefittet. Auf diese Weise kann ein Style zur Produktion freigegeben und die Passform optimiert werden, ohne dass dafür ein physisches Muster gefertigt werden muss. Ein Vorteil dieses neuen Prozesses ist die Sicherung der Qualität durch eine garantierte Konsistenz der Passform für die Kund:innen. Der Schnitt für einen Style wird nicht mehr bei einem Produzenten entwickelt, sondern direkt bei Bonprix. Die ehemals zeit- und ressourcenintensive Produktentwicklung wird so effizienter, flexibler und vor allem auch nachhaltiger im Hinblick auf ökologische, ökonomische und soziale Ressourcen.