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Autor: Möbelfertigung

Indischer MDF-Pionier bestellt dritte Anlage

Der größte MDF-Hersteller Indiens, Greenpanel Industries Ltd., hat zum dritten Mal eine MDF-Anlage bei Dieffenbacher bestellt. Mit der Inbetriebnahme der ersten kontinuierlichen Holzwerkstoffanlage auf dem Subkontinent – einer Dieffenbacher MDF-Anlage in Rudrapur, Uttarakhand – nahm Greenpanel im Jahr 2010 eine Vorreiterrolle auf dem indischen MDF-Markt ein. Im Jahr 2018 kam eine zweite Anlage in Routhusuramala, Andhra Pradesh, hinzu – ein weiterer Meilenstein, denn die 56 Meter lange CPS ist die längste kontinuierliche Presse Asiens. Am gleichen Standort wird nun auch die neue, auf Dieffenbachers Smart-Plant-Konzept „Cebro“ beruhende Dünnplattenanlage gebaut.

„In den vergangenen zwei Jahren haben wir unsere MDF-Produktionskapazität von 500.000 auf 660.000 m³ erweitern können, aber die Nachfrage nach unseren hochwertigen Platten, die wir auf unseren Dieffenbacher-Anlagen herstellen, ist immer noch deutlich höher“, erklärt Shobhan Mittal, Geschäftsführer und CEO von Greenpanel. „Da wir so gute Erfahrungen mit unseren ersten beiden MDF-Anlagen von Dieffenbacher gemacht haben, war es für uns keine Frage, dass wir unsere dritte Anlage ebenfalls bei Dieffenbacher bestellen würden. Mit dem Smart-Plant-Konzept ,Cebro‘ kam ein weiterer Pluspunkt hinzu, der uns die Entscheidung sehr leicht gemacht hat.“

Für die neue „Cebro“–Anlage, die im Sommer 2024 in Routhusuramala in Betrieb gehen soll, hat Greenpanel bei Dieffenbacher den Fasertrockner, den Sichter, die Formstation und den Formstrang, das kontinuierliche Pressensystem CPS+ inklusive Pressenabluftreinigungssystem, den Rohplattentransport und das neue Wireless STS Rohplattenlagersystem bestellt. Zum Dieffenbacher -Lieferumfang gehören darüber hinaus die digitale Serviceplattform MyDieffenbacher und die neue Digitalisierungslösung „Evoris“.

„Evoris‘ ist ein großartiges Digitalisierungssystem, das uns helfen wird, binnen kürzester Zeit noch bessere Entscheidungen zu treffen“, so Mittal. „Deshalb haben wir uns entschieden, ,Evoris‘ nicht nur in unserer neuen Anlage einzusetzen, sondern auch in unserer bestehenden MDF-Anlage in Routhusuramala nachzurüsten“, ergänzt er abschließend.

Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit im Fokus – bis 2030 wird Ninka klimaneutral

Seit 2021 veröffentlicht Ninka einen umfassenden Nachhaltigkeitsbericht, der online öffentlich einsehbar ist. Doch nicht erst seitdem steht nachhaltiges Wirtschaften als zentrales Firmenziel auf der Agenda. Bei Ninka beginnt die Übernahme gesellschaftlicher beziehungsweise ökologischer Verantwortung bereits bei der Materialauswahl: Das Grundmaterial Kunststoff ist weit besser als sein öffentlicher Ruf: Es ist langlebig, mehrfach recycelbar und wird umweltschonend veredelt.

Kunststoffe bilden eine einzigartige Materialgruppe mit unzähligen Vorteilen. Mit Blick auf Hygiene, Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz sowie Komfort und Recycelbarkeit werden sie deshalb für Produkte mit Einsatz in Medizin und Gesundheitswesen, Sport und Mobilität, Elektro sowie nicht zuletzt im Lebensmittelbereich, im Bauwesen und beim Interior Design gern und intensiv eingesetzt.

Auch im Verarbeitungsprozess glänzen sie mit vergleichsweise einfacher Transport- und Lagerlogistik, geringem Gewicht, Chemikalienbeständigkeit, Emissionsfreiheit und effizienter Verformbarkeit. Ninka setzt daher bei seinen Produktentwicklungen für Eckschranksysteme, für die optimale Organisation von Schrankinnenräumen und Schubkästen oder für das Sammeln und Entsorgen von Küchenabfällen auf diese Materialgruppe und treibt die Marktentwicklung innovativ voran. Dazu gehören der zunehmende Einsatz von Rezyklaten und viele andere Vorhaben für eine nachhaltigere Zukunft.

Bei Ninka ist jetzt das erste Sortiment, das Abfallbehältersystem „eins2vier“, in Serie gegangen, das zu über 80 Prozent aus „Post-Consumer“-Altkunststoffen aus dem „Gelben Sack“ hergestellt wird. Für ein Set mit vier Abfallsammlern setzt das Unternehmen zwei Kilogramm aufbereitete Polypropylen-Reste (Rezyklat) ein. PP-Abfälle machen rund 8 Prozent des Inhalts eines „Gelben Sacks“ aus, folglich reichen rund 16 der millionenfach turnusmäßig in Deutschland entsorgten Säcke oder Tonnen für die Produktion eines Sets.

Dank dieses Recyclinganteils tragen die Abfallbehälter der Serie „eins2vier“ auch den „Blauen Engel“. Denn der CO2-Fußabdruck sinkt von 12,4 kg CO2-Äquivalente auf 6,7 kg bei Behältern aus Rezyklaten – ein umweltrelevanter Rückgang um 50 Prozent. Für Ninka sind die Abfallsammler jedoch nur ein erster Schritt der Produktentwicklung in Richtung Kreislaufwirtschaft, weitere Sortimente werden folgen.

Nachdem Ninka frühzeitig mit der Einführung eines Umwelt-Management-Systems nach DIN EN ISO 14001:2015 sowie des Energiemanagement-Systems nach DIN EN ISO 50001:2018 Verantwortung übernommen hatte, veröffentlicht es seit 2021 regelmäßig seinen Nachhaltigkeitsbericht (https://www.ninka.com/de/nachhaltigkeit.html). Hierin sind Maßnahmen wie die zügig voranschreitende Substitution „klassischer“ Spritzgussmaschinen durch moderne, energieeffiziente Anlagen, zur Energieeffizienz, zur Abfall- und Verpackungsminimierung und anderem mehr aufgeführt.

Durch kluges Energie- und Umweltmanagement konnte Ninka in den letzten Jahren seine Umweltbilanz signifikant verbessern. In jüngster Vergangenheit wurde beispielsweise der CO2-Ausstoß je verarbeiteter Tonne Material um 75 Prozent, der Wasserverbrauch um 45 Prozent und der Lösemittellackanteil um 33 Prozent gesenkt. Und 2021 wurden auf den Industriehallen 302 PV-Module mit einer Leistung von jeweils 330 Watt installiert. Bei durchschnittlicher Sonneneinstrahlung können rund 80.000 kWh Strom pro Jahr erzeugt werden. Damit werden nochmals jährlich etwa 32 Tonnen Kohlendioxid eingespart.

Ninka hat sich zum Ziel gesetzt, spätestens 2030 klimaneutral zu wirtschaften. Dafür sind weitere bedeutende Investitionen, aber auch viele kleinere Maßnahmen notwendig und geplant. Um sich dazu mit anderen Unternehmen in der Region auszutauschen und öffentlich seine Umweltverantwortung zu dokumentieren, gehört das Unternehmen zudem zu den Erstunterzeichnern der im April 2022 gegründeten Klimainitiative „Gemeinsam klimaneutral 2030“ der Industrie- und Handelskammern sowie der Wirtschaft in Ostwestfalen-Lippe.

Karla Aßmann tritt in die Geschäftsführung ein

Weichen für die Zukunft gestellt: Assmann Büromöbel geht mit einer neuformierten Geschäftsleitungsstruktur in die Zukunft. Zum 15. Februar dieses Jahres ist Karla Aßmann jetzt offiziell als Geschäftsführerin in die Leitung des Familienunternehmens mit eingestiegen. In einer Vertriebs-Doppelspitze übernimmt sie zusammen mit Michael Vogel bisheriger Geschäftsführer der Assmann Digital GmbH, die Gesamtverantwortung für den Vertrieb national. Der bisherige Geschäftsleiter Vertrieb national, Kersten Fischhöfer, übernimmt auf eigenen Wunsch innerhalb des Vertriebsbereichs den strategischen Ausbau und die Weiterentwicklung des für den langfristigen Erfolg des Unternehmens immer wichtiger werdenden Key Account Managements.

Mittelfristig soll Karla Aßmann als vierte Familiengeneration die Geschicke des Meller Büromöbelherstellers lenken und somit sicherstellen, dass die Werte als inhabergeführtes Familienunternehmen auch langfristig weitergelebt werden. Assmann will auch in Zukunft ein verlässlicher Partner des Fachhandels und seiner Kunden sowie darüber hinaus ein regional verwurzelter und attraktiver Arbeitgeber für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein.

Abgerundet wird die Neustrukturierung der Geschäftsleitung durch den Ausbau der Human Ressources-Abteilung in einen eigenständigen Geschäftsleitungsbereich, der zukünftig durch den bisherigen Personalleiter Alexander Epping verantwortet wird. „Wir sind organisatorisch und personell gut aufgestellt und verfolgen unseren strategischen Plan konsequent weiter. Die Neubesetzung der Geschäftsführung ist dabei der nächste logische Schritt zur erfolgreichen Unternehmensnachfolge, für die wir früh unsere Zukunftsziele definiert haben“, so Dirk Aßmann. Der geschäftsführende Gesellschafter betont: „Ich bin überzeugt, dass wir mit den neuen Verantwortungen und Strukturen die richtigen Schritte für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens eingeleitet haben.“

„Ligna“ 2023

Die Branche fiebert „ihrer“ Weltleitmesse entgegen

Über 105.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche und mehr als 1.100 Aussteller: Die „Ligna“ 2023 (15.-19- Mai 2023) feiert die Rückkehr in die Präsenz mit einem umfassenden Überblick über die holzbe- und verarbeitende Industrie. Trotz der angespannten weltpolitischen Lage bestätigt der positive Buchungsstand den Status der „Ligna“ als Weltleitmesse. Aus der ganzen Welt kommen Global Player und namhafte Unternehmen zusammen, um Werkzeuge, Maschinen und Anlagen sowie smarte Lösungen und neue Technologien zu präsentieren. Neben Unternehmen aus Deutschland stellen Firmen aus Italien, Österreich, der Türkei, Spanien, China, Schweden, Slowenien, Dänemark und den Niederlanden flächenmäßig den größten Ausstelleranteil. Dabei konnte die Weltleitmesse ihr Aussteller-Portfolio sogar erweitern: Mehr als 180 Erstaussteller wollen in diesem Jahr von den Möglichkeiten zur Geschäftsanbahnung und Networking profitieren.

„Die ,Ligna‘ bietet einen einzigartigen Überblick über die gesamte Wertschöpfungskette der holzbe- und verarbeitenden Industrie. Sie ist DAS internationale Schaufenster für Innovationen und DIE Bühne für Weltneuheiten. Aus der Community erreicht uns schon seit Beginn der Planungen eine große Welle der Euphorie. Die Branche freut sich auf das persönliche Erlebnis in Hannover“, hob Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Messe AG, die Bedeutung der Veranstaltung im Rahmen der Medienvorschau „Ligna.Preview“ am 16. Februar in Hannover hervor. „Bei der ,Ligna‘ 2023 treffen Besucher auf Aussteller aus 44 Ländern. Hier werden Trends gesetzt und besprochen, die die Branche formen und den Weg in die Zukunft weisen.“

Meisterwerke

Georg Kruse wird neuer Chief Supply Chain Officer

Georg Kruse übernimmt zum ersten Mai 2023 die neu geschaffene Stelle des Chief Supply Chain Officers (CSCO) bei der Meisterwerke Schulte GmbH. Er verantwortet damit zukünftig als Mitglied der Geschäftsleitung die Bereiche Energiemanagement, Logistik, Bauwesen und Einkauf und berichtet direkt an die Geschäftsführung.

Der 55-jährige Diplom-Betriebswirt verfügt über jahrelange Erfahrung in der Bodenbelagsbranche und zeichnete zuletzt als Geschäftsführer/ CTO für Forschung und Entwicklung der Windmöller GmbH verantwortlich. „Wir freuen uns, mit Georg Kruse einen ausgewiesenen Branchenprofi für unser Unternehmen gewonnen zu haben und freuen uns auf die Zusammenarbeit“, erklärt Guido Schulte, geschäftsführender Gesellschafter der Meisterwerke. „Mit der Schaffung der CSCO-Funktion und der Erweiterung der Geschäftsleitung stellen wir zentrale Nachhaltigkeits- und Zukunftsthemen noch stärker in den Fokus.“

21% Umsatzwachstum in 2022

Mit einem Umsatz von ca. 236 Millionen Euro in 2022 verzeichnet die Sedus Stoll AG ein Wachstum von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und liegt damit deutlich über dem Marktwachstum der Branche (+8% im Vergleich zum Vorjahr). Auch die Auftragseingangszahlen liegen mit ca. 240 Millionen Euro auf Rekordniveau und bieten Rückenwind für den Start ins neue Jahr.

„Die Sedus Stoll AG ist solide aufgestellt und damit sehr gut gerüstet für die Zukunft“, erklärt Daniel Kittner, Vorstand Technik und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb der Sedus Stoll AG. „Wir haben in den letzten Jahren trotz Pandemie und schwierigen Rahmenbedingungen konsistent antizyklisch in Lösungen für New Work und moderne Arbeitsplatzkonzepte investiert. Diese strategischen Entscheidungen zahlen sich heute aus. Die Gewinnung von Großprojekten in Zusammenarbeit mit Fachhändlern im In- und Ausland zeigen das deutlich.“

Die Investitionen aus den vergangenen Jahren werden auch 2023 fortgesetzt: Mit dem Ziel, Klimaneutralität bis 2025 zu erlangen, steht das Thema Nachhaltigkeit auch in diesem Jahr stark im Fokus. Kern der Strategie sind bereits teilweise implementierte Energiekonzepte an den Produktionsstandorten Dogern und Geseke und die damit verbundene Erhöhung der Anteile an regenerativen Energien vor Ort.

Für einen erheblichen Produktionsanschub wird in der ersten Jahreshälfte 2023 die Inbetriebnahme der neuen „Futura 2“-Anlage am Standort Geseke sorgen. „Futura 2“ ergänzt die bestehende Fertigungslinie aus dem Jahr 2012, mit der Kastenmöbel ab Losgröße 1 und nach individuellem Kundenwunsch gefertigt werden können. Durch das automatisierte Plattenschnittverfahren werden Durchlaufzeiten reduziert und Produktionsabläufe deutlich beschleunigt.

Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe auf hohem Niveau

Nach war vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lag der reale, also preisbereinigte Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember 2022 kalender- und saisonbereinigt 0,4 Prozent niedriger als im November 2022. Über das Jahr 2022 hinweg stieg der Auftragsbestand leicht an und erreichte im Dezember 2022 einen um 1,2 Prozent höheren Stand als im Dezember 2021. Damit normalisierte sich die Entwicklung im abgelaufenen Jahr etwas, nachdem der Auftragsbestand im Jahr 2021 geprägt von Corona-Nachholeffekten stark angestiegen war.

Der Auftragsbestand befindet sich aber aktuell weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Im Vor-Corona-Vergleich lag der Auftragsbestand im Dezember 2022 um 30,8 Prozent höher als im Dezember 2019. Der starke Anstieg ist dabei zu einem erheblichen Teil auf Lieferkettenprobleme zurückzuführen, die insbesondere von Mitte 2021 bis Mitte 2022 große Teile der industriellen Produktion beeinträchtigten und so einen Auftragsstau verursachten. Mit der abnehmenden Materialknappheit gleichen sich Auftragseingänge und Produktion zunehmend an. Eine Analyse zum Zusammenhang zwischen Materialknappheit, Auftragseingängen, Produktion und Preisen in der Industrie bietet ein Dossier auf der Themenseite „Konjunkturindikatoren“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes.

Im Dezember 2022 stiegen offene Aufträge aus dem Inland gegenüber November 2022 um 0,1 Prozent, während der Bestand an Aufträgen aus dem Ausland um 0,7 Prozent sank.

Bei den Herstellern von Investitionsgütern verringerte sich der Auftragsbestand um 1,0 Prozent. Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern lag der Auftragsbestand 2,1 Prozent höher, im Bereich der Konsumgüter stieg er um 0,1 Prozent.

Im Dezember 2022 erhöhte sich die Reichweite des Auftragsbestands auf 7,4 Monate (November 2022: 7,3 Monate). Bei den Herstellern von Investitionsgütern betrug die Reichweite 10,6 Monate (November 2022: 10,7 Monate), bei den Herstellern von Vorleistungsgütern stieg sie auf 3,8 Monate (November 2022: 3,7 Monate) und bei den Herstellern von Konsumgütern blieb sie unverändert bei 3,4 Monaten.

Die Reichweite gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Auftragseingänge theoretisch produzieren müssten, um die vorhandenen Aufträge abzuarbeiten. Sie wird als Quotient aus aktuellem Auftragsbestand und mittlerem Umsatz der vergangenen zwölf Monate im betreffenden Wirtschaftszweig berechnet.

Forum „Wood BioEconomy“ zeigt Perspektiven der holzbasierten Bioökonomie auf

Beim 1. internationalen „Wood BioEconomy“-Forum standen der Status Quo und die Perspektiven der holzbasierten Bioökonomie im Mittelpunkt. An zwei Tagen tauschten sich etwa 240 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Technischen Hochschule Rosenheim dazu aus. Veranstalter war das Forum Holzbau, ein Zusammenschluss von sechs Hochschulen und Universitäten mit Sitz in Biel (Schweiz). Zum Auftakt der Tagung sprach Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber.

In ihrem Grußwort verdeutlichte die CSU-Politikerin die Dringlichkeit für nachhaltiges Wirtschaften. „Wir sehen, auch in Bayern, die Auswirkungen des Klimawandels immer deutlicher. Daher ist es dringend notwendig, dass wir gemeinsam gegensteuern und mit unseren natürlichen Ressourcen verantwortungsvoll umgehen“, sagte Kaniber. Ihren Worten nach soll der Freistaat der führende Standort für nachhaltige Produkte und Produktionsweisen und damit zum Vorbild für andere Regionen werden. „Wir wollen ein neues Holzzeitalter einläuten vom klimaempfindlichen Einheitswald hin zum widerstandsfähigen Mischwald. Mit dem Umbau kommen wir gemeinsam mit den Waldbesitzern gut voran. Unser Ziel ist, bis 2032 fertig zu sein“, kündigte die Staatsministerin an.

Das Konzept der Bioökonomie hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen, da es zur Bewältigung globaler Herausforderungen wie Klimaschutz, Ressourcenverknappung und Nahrungsmittelversorgung beitragen kann. Man versteht darunter im Allgemeinen die Transformation von einer auf fossilen Rohstoffen basierenden Wirtschaftsweise hin zu einer biobasierten, nachhaltigen Wirtschaftsweise. Holz als wichtigster nachwachsender Rohstoff bildet hierzu eine unverzichtbare Grundlage.

„Wir haben das Forum ,Wood BioEconomy‘ als neues Format für neue Impulse entwickelt. Die Entwicklung innovativer Produkte und Prozesse erschließt vollkommen neue Anwendungsbereiche für Holz. Dazu gehören auch Alltagsprodukte wie zum Beispiel Kaffeekapseln, die man inzwischen aus unbehandelten Holzreststoffen herstellen kann“, erläuterte Professor Heinrich Köster, Präsident der TH Rosenheim und Vorstandsmitglied des Forums Holzbau.

Auch in traditionellen Verwendungen wie im Bausektor oder Möbel- und Papierindustrie sorgen Produkt- und Verfahrensinnovationen kontinuierlich dafür, neuen Anforderungen gerecht zu werden. Professor Uwe Germerott, Geschäftsführer des Forums Holzbau, sieht alleine im Bauwesen enormes Potenzial mit Blick auf den Kampf gegen den Klimawandel: „Der Bausektor ist für einen erheblichen Anteil an den globalen Emissionen von Kohlendioxid verantwortlich. Holz ist als Baustoff nicht nur CO2-neutral, es entzieht der Atmosphäre sogar Kohlendioxid, das der Baum beim Wachsen in Biomasse umgewandelt hat.“ Vor diesem Hintergrund wertet Germerott das vom Bund eingeführte Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) als positiv. Dieses ist Voraussetzung für Fördergelder aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude und soll das Ziel der Bundesregierung unterstützen, den Gebäudebestand bis 2045 klimaneutral zu gestalten.

An der TH Rosenheim hat das Thema holzbasierte Bioökonomie seit Jahren einen hohen Stellenwert in der Forschung und in der Lehre. Mehrere Expertinnen und Experten der Hochschule hielten bei der Tagung einen Vortrag oder nahmen an Diskussionsrunden teil. Eine von ihnen war Dr. Veronika Auer, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Zentrum für Forschung, Entwicklung und Transfer sowie Sprecherin des Sachverständigenrats Bioökonomie Bayern. „Wir brauchen unbedingt einen optimalen Wissenstransfer aus der Forschung in die Industrie, um die Umsetzung der Holz-Bioökonomie zu beschleunigen“, lautete eine ihrer Kernaussagen. Eine möglichst enge Zusammenarbeit sei wichtig, damit Ideen und Technologien aus der Wissenschaft in Gesellschaft und Wirtschaft ankommen.

Hersteller von Massivholzmöbeln setzen sich ganzheitlich für Nachhaltigkeit ein

Woher kommt das Gemüse, das in meinem Einkaufskorb landet? Hat es einen langen Transportweg hinter sich, oder stammt es aus regionalem Anbau? Wo und unter welchen Bedingungen wurde die Jeans hergestellt, die ich trage? „Immer mehr Verbraucher stellen sich heute solche Fragen und treffen bewusste Kaufentscheidungen – beim täglichen Konsum und Wocheneinkauf, aber auch bei langlebigen Gütern wie Möbeln“, stellt Andreas Ruf, Geschäftsführer der Initiative Pro Massivholz (IPM), fest. Die IPM-Mitglieder und ihre Massivholzmöbel übernehmen Vorbildfunktionen in puncto Nachhaltigkeit.

„Grundsätzlich verwenden alle Mitglieder der Initiative Pro Massivholz ausschließlich Holzarten aus nachhaltiger Forstwirtschaft“, erklärt Andreas Ruf. Was die Hersteller sonst noch für die Nachhaltigkeit ihrer Möbel tun, zeigt sich am Beispiel des Massivholz-Profis Voglauer aus Abtenau im Salzburger Land. Neben dem zertifizierten Werkstoff aus der Natur setzt Voglauer auch auf weitere Klimaschutzmaßnahmen, die Mensch und Umwelt zugutekommen. „Alle in der Produktion anfallenden Holzreste werden als Biomasse zu 100 Prozent für die Beheizung sowie für die Prozesswärme bei uns im Werk genutzt. Diese sind absolut unbedenklich wiederverwertbar, da wir ausschließlich Naturöle, Wasserlacke und Beizen zur Oberflächenveredlung unserer Möbel nutzen“, so Peter Grünwald, Geschäftsführer von Voglauer. Auch ein Großteil des benötigten Stroms, nämlich rund 60 Prozent, entsteht ökologisch in Abtenau im firmeneigenen Wasserkraftwerk sowie in der Photovoltaikanlage auf dem Werksgelände. Die ökologische und soziale Verantwortung gegenüber den 440 Mitarbeitenden und deren Arbeitsbedingungen ist dem österreichischen Unternehmen ebenfalls ein Anliegen: „Wir verstehen die ‚Nachhaltigkeit‘ ganzheitlich. Der Umweltschutz ist ein wichtiger, aber nicht der einzige Anforderungsbereich. Wirtschaftliche und soziale Faktoren sind uns ebenfalls wichtig“, so Grünwald. Das Gros der Voglauer-Belegschaft stammt aus der näheren Umgebung um Abtenau und profitiert werktags von einem kostenlosen Shuttle-Service. Damit vermeidet das Unternehmen viele Tonnen an CO2-Emissionen und spart gleichzeitig Fläche für Parkplätze ein.

Zusätzlich unterstreichen das unabhängige österreichische „Umweltzeichen“ sowie die Mitgliedschaft von Voglauer in der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM) und dem DGM-Klimapakt die Verantwortung des Massivholzmöbelherstellers gegenüber Natur und Mensch. „All diese Maßnahmen sehen wir als wichtige Bestandsteile unter dem Begriff ‚Nachhaltigkeit‘ und möchten damit für eine ganzheitliche Betrachtung unserer Produkte und Prozesse sensibilisieren“, sagt der Firmenchef und verspricht abschließend: „Selbstverständlich verwendet auch Voglauer für jedes liebevoll gefertigte Designerstück in den Wohnzimmern unserer Kunden Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft.“