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Autor: Hahn, Sebastian

Deutscher Ladenbauverband dLv

Setzt auf Investitionen und stationären Handel

Die deutsche Ladenbau-Branche blickt trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Auf der diesjährigen Ladenbautagung des Deutschen Ladenbau Verbands (dLv) am 7. und 8. Mai 2026 in Hamburg diskutierten rund 160 Branchenvertreter über die Herausforderungen für den stationären Handel und mögliche Strategien für die kommenden Jahre.

Nach Angaben des dLv hat sich das Marktumfeld zuletzt deutlich eingetrübt. Belastet werde die Branche unter anderem durch die Auswirkungen des Nahostkriegs, steigende Transportkosten, erste Lieferengpässe sowie verschobene Investitionsprojekte. Gleichzeitig nähmen kurzfristige Kundenanfragen und der Druck auf Flexibilität und Geschwindigkeit zu.

„Warten ist keine Option – die Zukunft ist jetzt“, sagte dLv-Präsident Carsten Schemberg auf der Veranstaltung. Viele Unternehmen reagierten bereits mit Investitionen in Digitalisierung, Automatisierung und stärkere Partnernetzwerke. Norbert Schmees vom Unternehmen Norbert Schmees Ladenbau bezeichnete technologische Modernisierung und Branchenwissen als zentrale Erfolgsfaktoren. Claus Saumweber von Bohnacker Ladeneinrichtungen hob die Bedeutung verlässlicher Kooperationen hervor.

Ein Schwerpunkt der Tagung war die Zukunft des stationären Handels. Jakob Ledermann vom Beratungsunternehmen Philoneos prognostizierte, dass Künstliche Intelligenz künftig alle Lebens- und Geschäftsbereiche prägen werde. Gleichzeitig steige dadurch die Bedeutung emotionaler und analoger Einkaufserlebnisse. Ähnlich argumentierte Wutao Wen vom Rheingold Institut mit Blick auf den chinesischen Markt: Dort habe der rein digitale Handel seinen Höhepunkt überschritten, Verbraucher suchten wieder verstärkt reale Geschäfte und lokale Gemeinschaften.

Professorin Sabine Krieg von der Hochschule Düsseldorf warnte vor einer weiteren „Kannibalisierung der Innenstädte“ und sieht den Ladenbau in einer Schlüsselrolle für attraktive urbane Räume.

Für einen emotionalen Schlusspunkt sorgte Moderator und Autor Yared Dibaba. Er warb für mehr Vielfalt in Unternehmen und sprach sich gegen Diskriminierung aus. Eine offene Unternehmenskultur könne ein entscheidender Erfolgsfaktor sein.

Zum Abschluss der Tagung besuchten die Teilnehmenden das Überseequartier mit dem Westfield-Center in der Hamburger HafenCity sowie Steinway & Sons.

Die nächste dLv-Ladenbautagung ist für den 29. und 30. April 2027 in Freiburg geplant.

Homag Group

Spürt schwache Möbelkonjunktur

Die Homag Group ist verhalten in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Der weltweit tätige Anbieter von Produktionstechnik für die Holzbearbeitung meldete für das erste Quartal rückläufige Aufträge, sinkende Umsätze und ein niedrigeres operatives Ergebnis. Belastet wurde das Geschäft weiterhin durch die schwache Nachfrage aus der Möbelindustrie.

Der Auftragseingang lag in den ersten drei Monaten 2026 bei 370 Mio. Euro und damit rund sieben Prozent unter dem Vorjahreswert von 397 Mio. Euro. Vorstandschef Daniel Schmitt sprach von einer anhaltenden Investitionszurückhaltung im Möbelsektor. Viele Kunden verschöben ihre Investitionen weiter nach hinten. Wann sich dieser Investitionsstau auflösen werde, sei derzeit nicht absehbar.

Stabil entwickelte sich dagegen das Geschäft mit automatisierter Produktionstechnik für Holzhäuser. Der Auftragsbestand blieb mit 801 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau.

Der Umsatz sank im ersten Quartal um rund neun Prozent auf 310 Mio. Euro nach 341 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Als Grund nennt Homag unter anderem niedrigere Auftragseingänge infolge der Zollkonflikte im zweiten und dritten Quartal 2025.

Auch das operative Ergebnis (EBIT vor Sondereffekten) ging zurück – von 12,9 Mio. Euro auf 9,5 Mio. Euro. Neben dem geringeren Umsatzniveau wirkten sich laut Unternehmen geplante Einmalaufwendungen für eine IT-Umstellung sowie höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung aus.

Für die kommenden Quartale zeigt sich Homag dennoch optimistisch und erwartet Verbesserungen bei Umsatz und Ergebnis gegenüber dem Jahresauftakt. Die Zahl der Beschäftigten reduzierte sich zum 31. März 2026 auf 6.712 Mitarbeitende nach 6.979 ein Jahr zuvor.

Die Homag Group gehört mehrheitlich zum Dürr-Konzern und zählt zu den weltweit führenden Anbietern integrierter Lösungen für die holzbearbeitende Industrie und das Handwerk.

Der Kreis

Verbund wächst und stärkt Marktposition in Europa

„Der Kreis“ blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Trotz eines in allen Gewerken herausfordernden Marktumfelds konnte die europaweit tätige Verbundgruppe ihren Gesamtumsatz mit rund 4,69 Milliarden Euro deutlich über Branchenniveau um 2,4 Prozent steigern. Parallel dazu wuchs die Zahl der Mitgliedshäuser, die sich dem Verbund angeschlossen haben, in 21 europäischen Ländern von 3.919 auf 4.075 Betriebe, heißt es in einer Mitteilung des Systemverbunds aus Leonberg.

Die positive Entwicklung sei das Ergebnis einer über Jahre strategischen Ausrichtung der Gemeinschaft aus Küchenspezialisten, Bad-, Heizungs- und Klimafachbetrieben sowie Schreinern, Tischlern und Spezialisten für Innenausbau und Fensterbau zusammen mit ihren leistungsstarken Partnern und Lieferanten.

Im Mittelpunkt standen 2025 die Optimierung interner Prozesse, von Handelsmarketing und Einkauf sowie die Fokussierung auf praxisnahe Unterstützungsleistungen für die Mitgliedsunternehmen. Die starke, gemeinschaftliche Ausrichtung hat wesentlich dazu beigetragen, die Wettbewerbsfähigkeit der angeschlossenen Mitglieder nachhaltig zu sichern und auszubauen.

„Gerade in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten zeigen sich die Stärke und Vorteile eines Verbundes. Unsere Mitglieder werden gestärkt durch unsere Marktkompetenz und Präsenz, unserem internationalen Know-how und digitalen Lösungen für die Zukunft“, so Ernst-Martin Schaible, Geschäftsführender Gesellschafter von „Der Kreis“ und betont die emotionale Komponente, die den Unterschied in der Branche ausmacht: „Es ist unsere Leidenschaft mit Zusammenhalt und unserem gemeinsamen Willen mehr zu erreichen. Wir haben gemeinsam bewiesen, dass wir in einem anspruchsvollen Umfeld und in unsicheren Zeiten nicht nur bestehen, sondern auch wachsen können – als starke, erfolgreiche Gemeinschaft.“

Qualitätsorientierung bringt Wachstum im Küchenbereich

Im Küchensegment bestätigte sich auch 2025 der anhaltende Trend zu hochwertigen und individuell geplanten Einbauküchen. Die hohe Wertschätzung der Verbraucher für Qualität und Planungskompetenz spiegelte sich in einem erneut gestiegenen Durchschnittspreis wider. Dieser stieg in den Unternehmen der Verbundgruppe (einschließlich der Franchiseunternehmen Varia und Olina und bei Partnern des Fachhandelskonzeptes „Küche 3000“) um 2,28 Prozent auf 16.208 Euro pro Küche (Vorjahr: 15.862 Euro). Auch in den neun eigenständigen europäischen Ländergesellschaften entwickelte sich die Nachfrage nach maßgeschneiderten Qualitätsküchen auf vergleichbar hohem, stabilem Niveau.

Als wesentlichen Erfolgsfaktor stellt der Verbund vor allem seine internationale Struktur heraus: Durch den intensiven Austausch von Marktkenntnissen, bewährter Praxislösungen und erfolgreichen Konzepten – bei der Betriebsorganisation oder internen Kommunikation – profitieren die Mitgliedsbetriebe in allen Ländern von einem breiten Portfolio und den Erfahrungen aus einer europäischen Perspektive. Vor allem sichere die internationale Stärke des Verbundes den Mitgliedern den Ausbau und die Sicherung bester Konditionen im Einkauf.

Ausgebaute Digitalisierung stärkt Wettbewerbsfähigkeit

Die Digitalisierung wurde innerhalb der Gruppe 2025 weiter vorangetrieben. „Mit der Überarbeitung der Betriebsorganisationssoftware ,Küchen Desk’ erhielten unsere Mitglieder eine moderne Lösung zur effizienteren Unternehmenssteuerung. Darüber hinaus wurde das ,InfoNet’ als zentrale Informationsplattform in allen europäischen Ländergesellschaften neu ausgerollt und anwenderfreundlich weiterentwickelt“, erläutert „Der Kreis“-Geschäftsführer Ralph Leimbach.

Zusätzlich investierte der Verbund unter anderem in neue Technologien und persönliche Betreuung, einen modernen, einheitlichen Webauftritt für Deutschland, Österreich und die Schweiz, den Ausbau des webbasierten Online-Marketing-Tools (OMT) zur Erhöhung der regionalen Sichtbarkeit der Mitglieder, erste schrittweise Implementierungen KI-gestützter Anwendungen, intensive Betreuung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Mitglieder-Events sowie eine kontinuierliche Erhöhung der medialen Sichtbarkeit und Reichweite für die „Der Kreis“-Küchenspezialisten und den gesamten Berufsstand „Küchenspezialist“.

Positiver Ausblick auf 2026

Mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2025 sieht sich der „Der Kreis“ für die kommenden Jahre gut und stabil aufgestellt und in seiner strategischen Ausrichtung bestätigt. Die Kombination aus wirtschaftlicher Stärke, digitaler Weiterentwicklung, menschlicher Nähe und internationaler Zusammenarbeit bildet die Grundlage, um auch künftig Marktchancen konsequent zu nutzen und den Mitgliedsbetrieben als bester Partner langfristig verlässliche Perspektiven und Sicherheit zu bieten.

Hat Hand Guard weiter entwickelt

An Tisch- und Formatkreissägen passieren allein in Deutschland durchschnittlich neun meldepflichtige Unfälle pro Arbeitstag (DGUV). Diese Zahl macht deutlich, welche Verantwortung Hersteller, Betriebe und Anwender beim Thema Maschinensicherheit tragen. Altendorf verfolgt mit Hand Guard eine klare Vision: Das Sicherheitsassistenzsystem soll dabei helfen, diese Unfälle zu verhindern – im täglichen Werkstattbetrieb, in der industriellen Fertigung, in Ausbildungseinrichtungen und überall dort, wo Menschen an Formatkreissägen arbeiten.

Hand Guard ist das weltweit erste und einzige zertifizierte KI- und kamerabasierte Sicherheitsassistenzsystem für Formatkreissägen. Das System erkennt Hände im überwachten Arbeitsbereich und löst eine Schutzreaktion aus, noch bevor es zu einem Kontakt mit dem Sägeblatt kommt.  Die Funktionsweise lässt sich mit modernen Assistenzsystemen im Auto vergleichen: Ein Kollisionswarnsystem reagiert nicht erst beim Aufprall, sondern erkennt eine kritische Situation vorher und unterstützt den Fahrer rechtzeitig. Hand Guard überträgt dieses Prinzip auf die Formatkreissäge. Das System hilft, gefährliche Situationen frühzeitig zu entschärfen und Verletzungen zu vermeiden.

Seit August 2025 sind alle neu ausgelieferten Maschinen mit Hand Guard serienmäßig mit der aktuellen Systemgeneration ausgestattet – und diese bringt gezielte Verbesserungen mit, die direkt aus dem Praxiseinsatz abgeleitet wurden.

Zu den wesentlichen Neuerungen zählen ein optimierter Einlaufbereich für komfortableres Handling sowie die Möglichkeit einer temporären Deaktivierung der Sicherheitsfunktion für klar definierte Anwendungsfälle. Ein sanfter Abschaltprozess schont die Systemkomponenten und verlängert die Betriebsdauer. Die erweiterte KI-Datenbasis reduziert unbeabsichtigte Auslösungen – ein zentraler Faktor für die Akzeptanz im Alltag. Zusätzlich wird die optionale sogenannte Hand Guarding Zone durch eine präzise Laserkennzeichnung klar definiert und für Anwender visuell sichtbar gemacht.

Diese Weiterentwicklungen dokumentieren, wie konsequent Altendorf Nutzerfeedback in die Produktentwicklung einbezieht: Das System wird einfacher in der Bedienung, robuster im Einsatz – und bleibt dabei dem Grundprinzip treu, Sicherheit und Produktivität nicht gegeneinander auszuspielen.

möbelfertigung 2/26

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Top-Themen der Ausgabe: Neue Messe in Bielefeld: Die MIKO Connect, Interview mit Kraft-Geschäftsführer Markus Hüllmann, KI-Kolumnen von Verena Fink und Philipp Trompeter, Die Open House von SCM, Febrüs Transformation in der Produktion, Neues von Homag, Schmalz und Co., Nachfolge und Strategie bei Arreda Systems, Zukunftspläne von Hettich, Spanplattenrecycling mit Dieffenbacher und noch viel mehr.

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Schmalz

Greifen lassen statt greifen müssen

Mit dem Saugheber „Gripster max“ stellt Schmalz eine akkubetriebene Lösung vor, die das ­mobile Heben und Positionieren von Werkstücken aus unterschiedlichsten Materialien neu ­definiert. Eric Wilhelm, Leiter des Geschäftsfelds Handhabung und Mitglied der Unternehmens­leitung, erklärt, welche Strategie hinter dem Saugheber steckt.

möbelfertigung: Herr Wilhelm, Schmalz ist bekannt für stationäre Systeme wie das ­Vakuum-Hebegerät „VacuMaster“. Was hat Sie dazu bewogen, jetzt ein handgeführtes, akkubetriebenes Gerät auf den Markt zu bringen?

Eric Wilhelm: Unsere Kunden brauchen ­Flexibilität – und zwar dort, wo keine Druckluft­anschlüsse vorhanden sind und Kabel ­stören. In Fertigung und Handwerk gibt es viele ­solcher ­Situationen: enge Spalten, wechselnde ­Arbeitsorte, kleine Stückzahlen. Der Saug­heber „­Gripster max“ schließt genau diese Lücke. Er bringt Vakuumtechnik dorthin, wo bisher ­körperliche Kraft oder Behelfsmaßnahmen ­nötig waren. Unser Ziel war klar: ein Gerät, das ­sofort einsatzbereit ist, sicher hält und einfach zu bedienen ist. „Mach‘s greifbar“ ist mehr als ein Slogan, das war unser Entwicklungsauftrag.

möbelfertigung: Sie bewegen sich damit auch näher am klassischen Werkzeugmarkt. Wie weit wollen Sie sich in Richtung Handwerk und Distribution vorwagen?

Eric Wilhelm: Unsere Industriekunden bleiben das Zen­trum. Dort sind wir stark, dort kennen wir die Prozesse. Gleichzeitig sehen wir im Markt Lücken, vor allem jenseits des Niedrigpreis- und Heimwerker-Segments. Genau hier setzen wir an. Wir bringen unsere Qualität und Zuverlässigkeit in Bereiche, die bisher unterversorgt waren. Dazu zählen professionelle ­Anwender im Handwerk und auf dem Bau.

möbelfertigung: Der Saugheber „Gripster max“ ist deutlich standardisierter als Ihre bisherigen Lösungen. Verändert das Ihr Geschäftsmodell – und wie entsteht daraus konkret ein neuer Markt?

Eric Wilhelm: Wir öffnen uns Schritt für Schritt für neue Geschäftsmodelle und Vertriebs­kanäle. Wie weit wir gehen, entscheidet der Markt. Der Saugheber „Gripster max“ setzt ­genau dort an, wo heute bloße Hände nötig sind. Um diese ­Anwendungen sichtbar zu machen, rücken wir näher an unsere Kunden, bringen unser ­Vakuum-Know-how gezielt ein und hören ­genau hin. Ideen erreichen uns aus der Praxis: ­Anwender zeigen uns, wo Bedarf besteht und was möglich ist. Diese Rückmeldungen geben die Richtung vor.

Das komplette Gespräch finden Sie in der bald erscheinenden möbelfertigung Ausgabe 2/26.

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Arreda Systems

Wachstumskurs und Nachfolge gesichert

Der Aluminiumspezialist Arreda Systems stellt die Weichen für die Zukunft. Seit dem 1. März 2026 ist Peter Sagemüller, ehemals Geschäftsführer von Schüco Interior Systems, ­Mitglied der Geschäftsleitung. Gemeinsam mit dem ­geschäftsführenden Gesellschafter Dirk Beckmann bildet er eine Doppelspitze, um die Nachfolge langfristig zu sichern und das beeindruckende Wachstum des Unternehmens ­fortzusetzen. Im strategischen Interview mit möbelfertigung erläutern die beiden Manager ihre Pläne, die Aufgabenteilung und die Erfolgsfaktoren von Arreda Systems.

möbelfertigung: Herr Beckmann, Sie haben Peter Sagemüller als Ihren Wunschkandidaten bezeichnet. Was macht ihn zur idealen Be­setzung für Ihre Nachfolge?

Dirk Beckmann: Ich führe dieses ­Unternehmen seit 29 Jahren und habe in dieser Zeit viele Nachfolgeregelungen in unserer Branche erlebt. Mir ist aufgefallen, dass oft die Seele ­eines Unternehmens verloren geht, wenn jemand ­Branchenfremdes übernimmt. Unsere ­Branche ist sehr personenbezogen und konservativ. Deshalb war es für mich ein entscheidender ­Aspekt, dass der Nachfolger die Branche, unsere Produkte und das Material Aluminium kennt. Herr Sagemüller erfüllt diese Voraussetzungen vollumfänglich. Eine solche Gelegenheit gibt es nur einmal, und wir haben sie genutzt.

möbelfertigung: Herr Sagemüller, nach 26 Jahren bei Schüco Interior Systems ­wechseln Sie zu Arreda. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Peter Sagemüller: Meine Geschichte am vorherigen Standort war nach einer langen Zeit auserzählt. Mein Herz schlägt für die Möbel- und insbesondere die Küchenindustrie, in der ich ­meine ersten beruflichen Kontakte geknüpft habe. Arreda ist sehr stark auf diesen Markt fokussiert, und das fühlt sich für mich wie ein Stück „nach Hause kommen“ an. Zudem habe ich hier die Möglichkeit, wirklich unternehmerisch zu wirken. Die kurzen Dienstwege und schnellen Entscheidungsprozesse sind in einem konzerngebundenen Unternehmen nicht ohne Weiteres möglich und für mich ein großer Anreiz.

möbelfertigung: Wie gestaltet sich die Zu­sammenarbeit in der neuen Doppelspitze und wie sieht der Zeitplan für die Übergabe aus?

Dirk Beckmann: Wir haben bewusst keinen starren Zeitplan, um unnötigen Druck zu vermeiden. Aktuell teilen wir uns ein Büro, damit Herr Sagemüller alle Prozesse kennenlernt, was in unserer Unternehmensgröße essenziell ist. Wenn die Zusammenarbeit weiterhin so gut verläuft, wird Herr Sagemüller in der zweiten Jahreshälfte 2026 zum Geschäftsführer bestellt. Die vollständige Übergabe der Geschäftsleitung ist für 2027 geplant, danach werde ich dem Unternehmen als beratender Gesellschafter zur Verfügung stehen. Dieser Weg wurde bereits vor fünf Jahren mit dem Einstieg der DIH-­Unternehmensgruppe als ­Mehrheitsgesellschafter strategisch vorbereitet.

möbelfertigung: Herr Sagemüller, wo setzen Sie erste Akzente?

Peter Sagemüller: Es wäre vermessen, hier anzufangen und sofort alles ändern zu ­wollen. Mein En­gage­ment ist langfristig und auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Ich höre zu, lerne und ­stelle fest, dass manche Ideen aus einem Konzer­n­umfeld hier nicht passen. Ich lerne viel von der unternehmerischen Herangehensweise von Herrn Beckmann. Unser gemeinsames Ziel ist es, aus unseren beiden „Werkzeugkoffern“ an Erfahrung das Beste für das Unternehmen zu kombinieren. Die Wirksamkeit wird sich mittel- und langfristig zeigen.

Das komplette Interview gibt es in der bald erscheinenden möbelfertigung 02/26.

VDM

Wohn- und Polstermöbler fordern Augenmaß bei EU-Verordnungen

Die Europäische Ökodesignverordnung (ESPR) und die damit verbundenen Auflagen für die Unternehmen waren Schwerpunktthema der gemeinsamen Sitzung der Vorstände der Verbände der Deutschen Polstermöbel- sowie Wohnmöbelindustrie (VdDP/VdDW) am 6. Mai 2026 bei der 3C-Gruppe in Rheda-Wiedenbrück. Vor diesem Hintergrund machten die Verbände deutlich, dass sie sich aktiv in den weiteren Ausgestaltungsprozess der ESPR im Sinne der Unternehmen einbringen werden.   

„Wir wollen mit unserer Arbeit auf europäischer und nationaler Ebene dazu beitragen, die Erarbeitung der konkreten Ökodesign-Anforderungen für Möbel praxisnah und mit Augenmaß zu begleiten“, erklärte Verbandsgeschäftsführer Jan Kurth. „Die Unternehmen der Branche haben momentan alle Hände voll damit zu tun, sich in dem extrem herausfordernden Umfeld zu behaupten. Weitere administrative Lasten ohne relevante Marktvorteile werden deshalb sehr kritisch gesehen.“ Olaf Plümer, der sich bei den Möbelverbänden gemeinsam mit Heiner Strack intensiv mit dem Thema auseinandersetzt, führte aus: „Wir haben intern frühzeitig Strukturen geschaffen, um auf Anfragen der Europäischen Kommission repräsentativ und qualifiziert reagieren zu können.“ 

In spezialisierten Arbeitsgruppen auf nationaler und europäischer Ebene solle die fachliche Expertise gebündelt eingebracht werden. Ziel sei es, den bürokratischen Aufwand für Unternehmen so gering wie möglich zu halten und deren Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Der Vorsitzende des VdDP, Leo Lübke, fasste zusammen: „Wir unterstützen die ökologischen Zielsetzungen der Verordnung ausdrücklich. Nachhaltige Produktion ist für unsere Branche längst gelebte Praxis. Umso wichtiger ist es, dass die Anforderungen praxistauglich bleiben und die Betriebe nicht durch übermäßige Bürokratie ausgebremst werden. Mit der strukturierten Arbeit der Verbände sind wir hier auf einem guten Weg.“

Neben den Anforderungen seitens der EU macht den Polster- und Wohnmöbelherstellern die wirtschaftliche Lage zu schaffen. Im Jahr 2025 mussten die deutschen Polstermöbelhersteller einen Umsatzrückgang von 6,3 Prozent hinnehmen, die Umsätze der Wohnmöbelhersteller sanken um 5,5 Prozent. Die geopolitischen Unsicherheiten haben den Start ins Geschäftsjahr 2026 weiter überschattet: Bis Ende Februar ging der Umsatz mit Polstermöbeln um 12,4 Prozent zurück, der Wohnmöbelumsatz schrumpfte um 8,6 Prozent.

„Die Folgen des Kriegs im Iran und der Anstieg der Energiekosten führen dazu, dass die Verbraucher größere Anschaffungen zurückstellen“, erläuterte Jan Kurth. Das zeigt sich auch in den wertmäßigen Auftragseingängen, die von Januar bis März 2026 um 11 Prozent (Polster) bzw. 13 Prozent (Wohnen) unter dem Vorjahreszeitraum lagen. Umso wichtiger sei es, so Kurth, zentrale Impulse etwa über eine Belebung des Wohnungsbaus zu setzen.

Begros und KHG

Gehen getrennte Wege

Die KHG GmbH & Co. KG, zentrale Einkaufs- und Verwaltungsgesellschaft der Krieger/Höffner-Gruppe, ist zum 30. April 2026 als Gesellschafter aus der Begros ausgeschieden. Das geht aus einem Rundschreiben des Oberhausener Einkaufsverbands an Geschäftspartner hervor, über das mehrere Branchenmedien berichten. Für einen geordneten Übergang wurde demnach eine Nachlauffrist bis zum 31. Dezember 2026 vereinbart.

Öffentlich bestätigt wurde der Schritt auf Anfrage bislang noch nicht – doch schon der Rundbrief offenbart Details, die die Trennung zwischen der Krieger-/Höffner-Gruppe und dem Einkaufsverband Begros bestätigen und regeln sollen.

Für die Abwicklung des Austritts, der zum 30.04.2026 erfolgte, ist offenbar eine Übergangsregelung vorgesehen: Demnach kann die KHG ihre bis dato geführten Begros-Marken bis längstens 31. Dezember 2026 weiter nutzen. Bestellbar bleiben in diesem Zeitraum allerdings lediglich Produkte, die sich vor dem Austritt bereits im Sortiment befanden. Neu definierte Begros-Exklusiv- und Markenprodukte sollen nicht mehr aufgenommen werden.

Strategische und personelle Veränderungen bei KHG

Der Schritt erfolgt mutmaßlich aufgrund der jüngsten personellen und strategischen Veränderungen innerhalb der Krieger-Gruppe, in der mit Konrad Krieger, 23, der jüngste Sohn von Firmengründer Kurt Krieger die Führung übernommen hat. Auch weitere Personalien, unter anderem die Ablösung des KHG-Einkaufschefs Rainer Barth durch Markus Beck, könnten schon jetzt Auswirkungen auf die strategische Entwicklung der Krieger-/Höffner-Gruppe sichtbar machen und für das plötzliche Austreten aus der Begros verantwortlich sein.

Kartellrechtliche Zulassung von KHG & Begros erst 2022

Damit endet ein Kapitel, das kartellrechtlich von Beginn an unter besonderer Beobachtung stand. Das Bundeskartellamt hatte den Beitritt der Krieger/Höffner-Gruppe Anfang 2022 nur nach weitreichenden Änderungen genehmigt; zentral war dabei, dass KHG und das damals ebenfalls große Begros-Mitglied Porta über mehrere Jahre nicht dieselben Begros-Marken führen sollten. Branchenverbände der Möbelindustrie hatten den Schritt kritisch gesehen, weil sie eine weiter steigende Marktmacht im Möbelhandel befürchteten.

Schwieriger Zeitpunkt für Begros

Strategisch kommt der Ausstieg der KHG nun zu einem sensiblen Zeitpunkt. Die Begros positionierte sich 2025 offensiv als Mehrwertverbund mit Eigenmarken, Digitalisierung, Direktimport über HPI und 360-Grad-Einkauf; gleichzeitig hatte Porta den Verband bereits rückwirkend zum 31. Dezember 2024 verlassen, während Möbel Rieger zum 1. Januar 2026 andockte. Der Abgang von KHG nimmt der Begros damit einen der gewichtigsten Namen im deutschen Möbelhandel nach XXXLutz und Ikea, auch wenn die Übergangsregelung die operative Härte zunächst abfedert.

Oliver Müther, Geschäftsführer der Begros, und Sebastian Behnken, Verwaltungsleiter bei der Begros, äußerten sich bislang nur knapp zum weiteren Vorgehen: „Wir bedanken uns bei der Geschäftsführung der KHG sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit und wünschen weiterhin viel Erfolg in der Zukunft.“