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Begros und KHG
Begros und KHG  | 

Gehen getrennte Wege

Die KHG GmbH & Co. KG, zentrale Einkaufs- und Verwaltungsgesellschaft der Krieger/Höffner-Gruppe, ist zum 30. April 2026 als Gesellschafter aus der Begros ausgeschieden. Das geht aus einem Rundschreiben des Oberhausener Einkaufsverbands an Geschäftspartner hervor, über das mehrere Branchenmedien berichten. Für einen geordneten Übergang wurde demnach eine Nachlauffrist bis zum 31. Dezember 2026 vereinbart.

Öffentlich bestätigt wurde der Schritt auf Anfrage bislang noch nicht – doch schon der Rundbrief offenbart Details, die die Trennung zwischen der Krieger-/Höffner-Gruppe und dem Einkaufsverband Begros bestätigen und regeln sollen.

Für die Abwicklung des Austritts, der zum 30.04.2026 erfolgte, ist offenbar eine Übergangsregelung vorgesehen: Demnach kann die KHG ihre bis dato geführten Begros-Marken bis längstens 31. Dezember 2026 weiter nutzen. Bestellbar bleiben in diesem Zeitraum allerdings lediglich Produkte, die sich vor dem Austritt bereits im Sortiment befanden. Neu definierte Begros-Exklusiv- und Markenprodukte sollen nicht mehr aufgenommen werden.

Strategische und personelle Veränderungen bei KHG

Der Schritt erfolgt mutmaßlich aufgrund der jüngsten personellen und strategischen Veränderungen innerhalb der Krieger-Gruppe, in der mit Konrad Krieger, 23, der jüngste Sohn von Firmengründer Kurt Krieger die Führung übernommen hat. Auch weitere Personalien, unter anderem die Ablösung des KHG-Einkaufschefs Rainer Barth durch Markus Beck, könnten schon jetzt Auswirkungen auf die strategische Entwicklung der Krieger-/Höffner-Gruppe sichtbar machen und für das plötzliche Austreten aus der Begros verantwortlich sein.

Kartellrechtliche Zulassung von KHG & Begros erst 2022

Damit endet ein Kapitel, das kartellrechtlich von Beginn an unter besonderer Beobachtung stand. Das Bundeskartellamt hatte den Beitritt der Krieger/Höffner-Gruppe Anfang 2022 nur nach weitreichenden Änderungen genehmigt; zentral war dabei, dass KHG und das damals ebenfalls große Begros-Mitglied Porta über mehrere Jahre nicht dieselben Begros-Marken führen sollten. Branchenverbände der Möbelindustrie hatten den Schritt kritisch gesehen, weil sie eine weiter steigende Marktmacht im Möbelhandel befürchteten.

Schwieriger Zeitpunkt für Begros

Strategisch kommt der Ausstieg der KHG nun zu einem sensiblen Zeitpunkt. Die Begros positionierte sich 2025 offensiv als Mehrwertverbund mit Eigenmarken, Digitalisierung, Direktimport über HPI und 360-Grad-Einkauf; gleichzeitig hatte Porta den Verband bereits rückwirkend zum 31. Dezember 2024 verlassen, während Möbel Rieger zum 1. Januar 2026 andockte. Der Abgang von KHG nimmt der Begros damit einen der gewichtigsten Namen im deutschen Möbelhandel nach XXXLutz und Ikea, auch wenn die Übergangsregelung die operative Härte zunächst abfedert.

Oliver Müther, Geschäftsführer der Begros, und Sebastian Behnken, Verwaltungsleiter bei der Begros, äußerten sich bislang nur knapp zum weiteren Vorgehen: „Wir bedanken uns bei der Geschäftsführung der KHG sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit und wünschen weiterhin viel Erfolg in der Zukunft.“

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