Setzt auf Investitionen und stationären Handel
Die deutsche Ladenbau-Branche blickt trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Auf der diesjährigen Ladenbautagung des Deutschen Ladenbau Verbands (dLv) am 7. und 8. Mai 2026 in Hamburg diskutierten rund 160 Branchenvertreter über die Herausforderungen für den stationären Handel und mögliche Strategien für die kommenden Jahre.
Nach Angaben des dLv hat sich das Marktumfeld zuletzt deutlich eingetrübt. Belastet werde die Branche unter anderem durch die Auswirkungen des Nahostkriegs, steigende Transportkosten, erste Lieferengpässe sowie verschobene Investitionsprojekte. Gleichzeitig nähmen kurzfristige Kundenanfragen und der Druck auf Flexibilität und Geschwindigkeit zu.
„Warten ist keine Option – die Zukunft ist jetzt“, sagte dLv-Präsident Carsten Schemberg auf der Veranstaltung. Viele Unternehmen reagierten bereits mit Investitionen in Digitalisierung, Automatisierung und stärkere Partnernetzwerke. Norbert Schmees vom Unternehmen Norbert Schmees Ladenbau bezeichnete technologische Modernisierung und Branchenwissen als zentrale Erfolgsfaktoren. Claus Saumweber von Bohnacker Ladeneinrichtungen hob die Bedeutung verlässlicher Kooperationen hervor.
Ein Schwerpunkt der Tagung war die Zukunft des stationären Handels. Jakob Ledermann vom Beratungsunternehmen Philoneos prognostizierte, dass Künstliche Intelligenz künftig alle Lebens- und Geschäftsbereiche prägen werde. Gleichzeitig steige dadurch die Bedeutung emotionaler und analoger Einkaufserlebnisse. Ähnlich argumentierte Wutao Wen vom Rheingold Institut mit Blick auf den chinesischen Markt: Dort habe der rein digitale Handel seinen Höhepunkt überschritten, Verbraucher suchten wieder verstärkt reale Geschäfte und lokale Gemeinschaften.
Professorin Sabine Krieg von der Hochschule Düsseldorf warnte vor einer weiteren „Kannibalisierung der Innenstädte“ und sieht den Ladenbau in einer Schlüsselrolle für attraktive urbane Räume.
Für einen emotionalen Schlusspunkt sorgte Moderator und Autor Yared Dibaba. Er warb für mehr Vielfalt in Unternehmen und sprach sich gegen Diskriminierung aus. Eine offene Unternehmenskultur könne ein entscheidender Erfolgsfaktor sein.
Zum Abschluss der Tagung besuchten die Teilnehmenden das Überseequartier mit dem Westfield-Center in der Hamburger HafenCity sowie Steinway & Sons.
Die nächste dLv-Ladenbautagung ist für den 29. und 30. April 2027 in Freiburg geplant.








