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Die Führungs-Crews beider Unternehmen blicken positiv in die Zukunft: Christian Koch (v.l.), Benedikt Rotte, Corinna Rotte, Kristof Koch, Kerstin Koch-Ugolini und Dr. Franz-Barthold Gockel.
Koch Technology & Rotte Anlagenbau und Fördertechnik
Koch Technology & Rotte Anlagenbau und Fördertechnik  | 

Durch Kooperation zum Komplettanbieter

Die Firmen Koch Technology und Rotte Anlagenbau und ­Fördertechnik haben eine weitreichende Kooperation bekannt gegeben. Damit ist ein neuer Komplettanbieter auf dem Markt. Die Geschäftsführer Christian Koch und Benedikt ­Rotte erklären im Interview, was das genau für die Kunden ­bedeutet.

möbelfertigung: Herr Rotte, Herr Koch, was sind in wenigen Worten die Stärken Ihrer Unternehmen?
Benedikt Rotte:
Die Firma Rotte kann die Produktionen ihrer Kunden branchenübergreifend automatisieren. Sowohl beim Neuaufbau einer Produktion, als auch in bestehenden Produktionen. Von Stahlbau über Fördertechnik, Robotik, Steuerung, Programmierung bis hin zur Visualisierung haben wir umfassendes Know-how und Erfahrung. Insbesondere können wir einzelne Produktionsschritte durch intelligente Logistiksysteme miteinander verknüpfen.
Christian Koch: Unser Leitsatz lautet „flexibility is our standard“. Wir bauen individuelle Maschinen, die hundertprozentig zum Kunden passen. Bei uns gibt es keine Standardlösungen und keine Kompromisse. Das macht uns zu einem wertvollen Partner und unterscheidet uns von den großen Gruppen im Markt, die im wesentlichen standardisieren und skalieren.

möbelfertigung: Und was macht ihre beiden Unternehmen gemeinsam stärker als jedes einzeln?
Benedikt Rotte:
Die Zusammenarbeit von Rotte und Koch macht es für unsere Kunden leichter, die bestmöglichen Lösungen zu bekommen. Im Normalfall müssen Produzenten in zwei Schritten handeln: Erst die richtigen Maschinen finden und dann den richtigen Automatisierer. Das bedeutet, dass man mit zwei Partnern arbeitet, die sich untereinander abstimmen müssen und die Schnittstellen anpassen müssen. Das geht mal mehr und mal weniger gut. Und die Kunden müssen im Grunde das Projektmanagement machen, wofür nicht jeder die Kapazitäten hat. Die gemeinsame Arbeit von Koch und Rotte garantiert, dass am Ende eine funktionierende Lösung steht.
Christian Koch: Gemeinsam sind wir ein Komplettanbieter. In der Vergangenheit war das sicher eine kleine Schwäche unseres Unternehmens, dass wir im Vergleich zu größeren Marktbegleitern nicht alles aus einer Hand anbieten konnten. Mit der Firma Rotte haben wir einen Partner, der eine sehr gute Reputation hat. Und die ersten Rückmeldungen von Kunden sind auch extrem positiv. Wir können dank dieser Partnerschaft Projekte angehen, die wir vorher ablehnen mussten.

möbelfertigung: Sie haben es eben schon angedeutet aber nochmal konkret: Was ist der Mehrwert für die Kunden?
Benedikt Rotte:
Die Kunden haben weniger Ansprechpartner, weniger Schnittstellen, weniger Arbeit und die Garantie, eine funktionierende Lösung zu bekommen.
Christian Koch: Eine weitere Synergie zwischen Koch und Rotte ist die räumliche Nähe zueinander. Kunden können sich also in der Konzeptionsphase schon eine fertige Linie anschauen und nicht nur Stückwerk.

möbelfertigung: Für das Projekthandling soll die Firma Koch als erster Ansprechpartner fungieren. Warum Koch und nicht Rotte?
Benedikt Rotte:
Wenn ein Kunde in zusätzliche Produktionskapazitäten oder Modernisierung investiert, steht an erster Stelle eigentlich immer die Produktionsplanung. Dazu gehören zuerst die richtigen Anlagen, darum ist der Weg zu Koch der logische erste Schritt.
Nachgelagert wird sich dann Gedanken gemacht, wie die einzelnen Produktionsschritte und die Logistik zu einem automatisierten Prozess verknüpft werden. Also Kommissionierung, Pufferung, Stapelung, Verpackung und so weiter. Da musste Koch bisher seinen Kunden sagen, dass sie sich dafür einen Partner suchen müssen. Jetzt übernimmt an der Stelle die Firma Rotte.
Christian Koch: Der ganze Bereich Automatisierung und Logistik ist für uns einfach nicht Kerngeschäft aber extrem wichtig, um die Effizienz von Maschinen auch wirklich zu nutzen.
Wir hatten jetzt auch schon den umgekehrten Fall: Also Kunden, die sich bei Rotte über Automatisierung informiert haben und dann für die Produktionsschritte zu uns geschickt wurden.

möbelfertigung: Wie kam es denn genau dieser Partnerschaft?
Benedikt Rotte:
Die Firmen Rotte und Koch haben schon sehr oft in Projekten gemeinsam gearbeitet. Im Grunde ist das jetzt vertieft und visualisiert.
Christian Koch: Dass wir die Kooperation jetzt auch so kommunizieren ist natürlich auch ein Commitment. Rotte und Koch sind beides Familienunternehmen mit klaren und ähnlichen Vorstellungen in Sachen Unternehmenskultur.
Benedikt Rotte: Die Projekte, die wir gemeinsam angehen sind sehr komplex. Am besten geht man diese mit einem zuverlässigen Partner an, mit dem die Kommunikation funktioniert und dem man vertraut. Es ist also sowohl für uns als auch für unsere Kunden die beste Lösung, wenn die Partner sehr eng zusammenarbeiten.
Christian Koch: Die Kooperation geht auch noch weiter. Im Moment tüfteln wir an einer Roboterbeschickung für unsere einseitige Maschine. Da liegt der Schwerpunkt natürlich bei Rotte. Davon versprechen wir uns sehr großes Potenzial. Vor allem in der Küchenindustrie und in den USA.

möbelfertigung: Sie haben angedeutet, dass es schon positives Feedback aus dem Markt gibt. Können Sie da konkreter werden?
Benedikt Rotte:
Die Partnerschaft wird auf ­jeden Fall positiv wahrgenommen.
Christian Koch: Wenn man in unserem ­Bereich schaut und gerne mit einem deutschen ­Unternehmen arbeiten will, gibt es ja auch nicht so viele Komplettanbieter. Deshalb freuen sich viele Kunden über eine weitere Alternative.

möbelfertigung: Auf der IWF in Atlanta werden die Unternehmen auch gemeinsam auftreten. Was erwarten Sie von der Messe?
Benedikt Rotte:
In erster Linie stellt die Firma Koch Technology auf der IWF aus. Es gibt keinen Gemeinschaftsstand aber ich persönlich werde auf der Messe vor Ort sein und für Automatisierungsfragen zur Verfügung stehen.
Christian Koch: Von der Messe erwarten wir sehr viel. Gemäß offiziellen Aussagen sind im Vergleich zu 2022 doppelt so viele Aussteller in Atlanta. Ich glaube, die ganze Welt der ­Holzbearbeitung schaut gerade nach Amerika, weil der Markt vergleichsweise sehr gut läuft. Das große Thema in den USA ist Automatisierung, da gibt es noch unglaublich viel Potenzial, weil das Niveau noch nicht so hoch ist wie in ­Europa. Einen Experten in diesem Bereich mit auf dem Stand zu haben ist für uns natürlich super.

möbelfertigung: Das klingt, als hätten Sie ­weiterführende Pläne in den USA.
Christian Koch:
Wir setzen uns mit dem ­Thema, ob es für uns sinnvoll ist, Maschinen auch in anderen Ländern zu bauen oder teils zu montieren, auseinander. In den Überlegungen spielt auch die USA eine Rolle. Die höheren Zölle auf Ausfuhren, die auf uns zukommen werden, haben darauf sicherlich einen Einfluss.
Aktuell haben wir schon ungefähr 30 Mit­arbeiter in den USA vor Ort und werden in Kürze auch noch in Kanada tätig. Also ja, Nordamerika ist ein sehr wichtiger Markt für uns.

möbelfertigung: Wie blicken Sie denn auf die allgemeine Marktentwicklung?
Christian Koch:
Um Herrn Rotte mal vorzu­greifen: Die Firma Rotte ist breiter aufgestellt und nicht so sehr von der Holzindustrie abhängig, daher ist die Bewertung der Marktlage sicher eine andere. Aus unserer Sicht ist der Markt wirklich schwierig. Ich teile aber die Meinung des VDMA, dass die Talsohle durchschritten ist. Ein bisschen mehr Nachfrage nehmen wir wahr. Aber das Investitionsverhalten lässt sich aktuell nicht recht einschätzen.
Benedikt Rotte: Wir haben keine Umsatzeinbußen, nehmen aber eine Marktverschiebung wahr. Kunden, die Konsumgüter herstellen – also Möbel, Garagentore oder Waschmaschinen – haben Projekte zurückgestellt. Wir können das aber mit anderen Branchen kompensieren.
Das Interview führte Tino Eggert

Interview, Koch Technology, Ulrich Rotte Anlagenbau & Fördertechnik