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Autor: Hahn, Sebastian

möbelfertigung. Der Podcast. #Folge 47

Markus Hüllmann: „Wir müssen Europa mitgestalten.“

„KI hat eine ganz andere Dimension als die Digitalisierung. China ist Chance und Risiko zugleich.“ Zwei Kernaussagen aus dem Gespräch mit Markus Hüllmann, seit 10 Jahren geschäftsführender Gesellschafter der G. Kraft Maschinenbau GmbH. Zudem fungiert Markus Hüllmann seit 2021 als Vorstandsvorsitzender im Fachverband Holzbearbeitungsmaschinen des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Im Gespräch mit möbelfertigung-Chefredakteur Tino Eggert wirft er einen Blick auf die Entwicklung der Kraft-Gruppe, Zukunftsaussichten sowie die allgemeine Situation der Branche.

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Assmann Büromöbel

Stellt auf Recycling-Kante um

Die Assmann Büromöbel GmbH & Co. KG hat ein weiteres Leuchtturmprojekt ihrer Nachhaltigkeitsstrategie erfolgreich umgesetzt. Als ganzheitlicher Anbieter und Gestalter moderner Arbeitswelten hat das Familienunternehmen als erster Hersteller überhaupt im Markt vollständig auf die Rehau Eco-Kante umgestellt. Sie wird zu 50 Prozent aus recycelten Materialien hergestellt, die als Produktionsreste bereits im Fertigungsprozess anfallen. Dadurch spart Assmann zukünftig rund 130 Tonnen CO2 ein. „Für uns ist das Projekt weit mehr als lediglich ein Materialwechsel. Die Eco-Kante steht für unser ganzheitliches Verständnis von Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette und dafür, wie gemeinsame Verantwortung und exzellente Zusammenarbeit spürbare Wirkung für Umwelt und Qualität entfalten können“, so Dr. Julia Koch, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei Assmann: „Wir reduzieren nicht nur Emissionen, sondern schließen Materialkreisläufe.“

In enger Zusammenarbeit mit dem langjährigen Vorlieferanten Rehau hat sich gezeigt, dass ein Anteil von 50 Prozent an postindustriellen Rezyklaten zu diesem Zeitpunkt das Maximum ist, das bei gleichbleibender Qualität erreicht werden kann. Schreibtische, Container und Stauraumsysteme bieten damit eine deutlich verbesserte Umweltbilanz bei bewährt hochwertiger Haptik, Nullfugen-Optik sowie gleichbleibender Farb- und Oberflächenstabilität. Alle Produkte erfüllen auch nach der Umstellung den gewohnten Premiumanspruch an Design, Verarbeitung und Langlebigkeit.

Für alle eingesetzten Kanten liegen Environmental Product Declarations (EPD) vor, die für vollständige Transparenz sorgen. Die Eco-Kante verursacht im Vergleich zur bisherigen Kante aus Polypropylen (PP) rund 27 Prozent weniger CO2 und sogar 67 Prozent weniger CO2 als herkömmliche Kanten aus ABS-Kunststoff. „Zusammen mit der Verwendung von Spanplatten mit 80 Prozent Recyclinganteil verfolgen wir den nach aktuellem Stand bestmöglichen Weg getreu unserem Motto ‚Nachhaltig. Ganzheitlich.‘ und zeigen, dass sich Nachhaltigkeit nahtlos in bestehende Produktionsprozesse integrieren lässt“, so Koch.

Gemeinsames Ziel von Rehau und Assmann für die Zukunft ist eine Recyclingkante, die komplett aus eigenen Produktionsresten besteht. Die technische Machbarkeit für den nächsten Schritt ist bereits gegeben, erste Anwendungen werden aktuell für die Serienproduktion vorbereitet. Voraussetzung für den Einsatz ist jedoch, dass die 100-Prozent-Lösung dieselben hohen Qualitätsansprüche von Assmann erfüllt, die bisher nur mit maximal 50 Prozent Rezyklat erreicht werden können.

Im Rahmen dieses Projekts werden außerdem derzeit Vorbereitungen für die Integration des Rücknahmeprogramms Rehau ReTurn getroffen, bei dem Produktionsreste sortenrein zurückgeführt und zu neuem Kantenmaterial verarbeitet werden. Dadurch können zukünftig rund fünf Tonnen Restmüll pro Jahr gespart werden und wertvolle eigene Rohstoffe im Assmann-Kreislauf erhalten bleiben.

Assmann war 2012 bereits frühzeitig technologischer Vorreiter in der Kantenverarbeitung und setzte auf Laserkanten-Technologie, um Nullfugenqualität zu ermöglichen. Dieser Qualitätsstandard bleibt bestehen – nun jedoch mit deutlich nachhaltigerem Material. „Der Weg von der klassischen PP-Kante, über die laserverarbeitbare Kante bis hin zur Eco-Kante zeigt eines ganz klar: Nachhaltigkeit ist bei uns die logische Weiterentwicklung unseres Qualitäts- und Designverständnisses“, so Geschäftsführerin Karla Aßmann. 

OKA Büromöbel

Hat Insolvenz angemeldet

Wie mehrere Quellen, darunter Bild.de berichten, hat der traditionsreiche Büromöbelhersteller OKA Büromöbel GmbH & Co. KG aus Neugersdorf (Sachsen) nach 168 Jahren Unternehmensgeschichte Insolvenz angemeldet. Betroffen sind mehr als 200 Mitarbeiter.

Grund für die finanzielle Schieflage seien Verzögerungen beim Bau einer neuen, 125.000 Quadratmeter großen Fabrik im polnischen Wykroty. Das eigentliche Kerngeschäft des Unternehmens ist laut dem vorläufigen Insolvenzverwalter Nicolas Rebel (Kanzlei White & Case) weiterhin rentabel.

Der Geschäftsbetrieb wird vorerst uneingeschränkt fortgeführt. Die Löhne der Beschäftigten sind für die kommenden drei Monate durch das Insolvenzgeld gesichert. Auch offene Aufträge sollen termingerecht ausgeliefert werden, um die Liefertreue zu gewährleisten. Geschäftsführer Sebastian Kasper, der das Familienunternehmen in der sechsten Generation leitet, plant nun mithilfe von Sanierungsberatern die finanzielle und strukturelle Neuaufstellung der Firmengruppe.

EMV

Stärkt Wachstumsbereich Küche

Der Küchenbereich zählt zu den wichtigsten Wachstumsfeldern im Europa Möbel- Verbund (EMV). Um das Potenzial konsequent auszuschöpfen, investiert der EMV gezielt in personelle Ressourcen und baut sein Team weiter aus. Mit zwei erfahrenen Branchenexperten will der Verbund ein klares Signal setzen: Die Küche hat strategische Priorität.

Julian Lietzau (43) übernimmt als Head of Marketing Küche die Gesamtkoordination sämtlicher Marketingaktivitäten rund um die EMV-Küchenmarken „Contur“, „Global“, „Livøna“, „Küche Aktiv“ und „Rayn Studio“. Sein Auftrag: die Zusammenarbeit mit den Lieferantenpartnern zum Nutzen der Händler und Endkunden spürbar ausbauen – analog wie digital, mit einem konsequenten 360°-Marketingansatz. Der studierte Betriebswirt mit Schwerpunkt Marketing und Unternehmensführung bringt über 15 Jahre Erfahrung aus der E-Geräte-Industrie mit, unter anderem bei den Unternehmen Haier und Gorenje. „Der Küchenbereich ist für uns ein wirtschaftlich zentraler Wachstumshebel – deshalb investieren wir gezielt in Ressourcen und Know-how, um unsere Handels- und Industriepartner noch wirksamer zu unterstützen“, so die EMV-Geschäftsführung.

Aljoscha Stuber (38) verstärkt den EMV als neuer Key Account Manager für die nördliche Hälfte Deutschlands oberhalb des Mains. Seit über 20 Jahren ist er in der Möbelbranche tätig und hat sich früh auf das Thema Küche spezialisiert: vom Küchenplaner zu verantwortlichen Positionen im Verkauf & Vertrieb bei Möbel Kraft, Höffner und zuletzt bei Küchen Aktuell. „Aljoscha Stuber besitzt die besten Voraussetzungen, unsere Gesellschafter vor Ort optimal zu beraten und weiterzuentwickeln. Wir freuen uns sehr über diesen Neuzugang im Team“, so die EMV-Geschäftsführung.

König + Neurath

Fortführungslösung sichert Zukunft

Die König + Neurath AG hat im Rahmen ihres laufenden Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung eine Einigung über ein zukunftsfähiges Fortführungskonzept erzielt. Die Finanzierung des Konzepts ist gesichert. Damit ist die Grundlage für die nachhaltige Fortführung des Unternehmens und die Rückkehr in den Regelbetrieb geschaffen.

Das gemeinsam entwickelte Sanierungskonzept basiert auf einem ausgewogenen Beitrag aller Beteiligten. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens dauerhaft zu stärken, die Finanzierung langfristig zu sichern und die strategische Neuausrichtung konsequent umzusetzen.

Drei Säulen für die Zukunft

Das Fortführungskonzept stützt sich auf drei zentrale Bausteine:

  • 1. Unternehmerische Verantwortung der Gesellschafterfamilie

Die Gesellschafterfamilie beabsichtigt, das Unternehmen im Rahmen der Sanierung fortzuführen und damit ein klares Bekenntnis zum Standort, zur Marke und zur langfristigen Perspektive von König + Neurath abzugeben. Bestandteil dieser Lösung ist ein finanzieller Beitrag in Form eines Kaufpreises sowie zusätzlicher Investitionsmittel.

  • 2. Finanzielle Unterstützung durch Finanzierungspartner

Die Finanzierer stellen im Rahmen einer tragfähigen Gesamtstruktur die erforderlichen liquiden Mittel zur Verfügung. Die Finanzierung erfolgt auf Basis marktüblicher, besicherter Kreditvereinbarungen und schafft die Grundlage für Stabilität und Investitionsfähigkeit in der kommenden Phase.

  • 3. Beitrag der Belegschaft und strukturelle Anpassungen

Zur Sicherung des Fortbestands des Unternehmens sind strukturelle Anpassungen unumgänglich. Dazu zählt eine sozialverträgliche Reduzierung der Belegschaft, durch die rund 700 Arbeitsplätze erhalten werden können. Für die von den Maßnahmen betroffenen Beschäftigten ist der Übergang in eine Transfergesellschaft vorgesehen. Diese bietet für einen definierten Zeitraum Qualifizierungsangebote, individuelle Beratung sowie Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung und Vermittlung in neue Beschäftigungsverhältnisse. Ziel ist es, den Übergang in eine neue berufliche Perspektive bestmöglich zu begleiten und soziale Härten abzufedern.

Darüber hinaus leisten die verbleibenden Mitarbeitenden im Rahmen des verhandelten Sozialplans und Interessenausgleichs einen finanziellen Beitrag, unter anderem durch Anpassungen bei Sonderzahlungen sowie durch die zeitliche Verschiebung tariflicher Erhöhungen. Diese Maßnahmen sind notwendig, um das Unternehmen dauerhaft wettbewerbsfähig aufzustellen und die verbleibenden Arbeitsplätze langfristig zu sichern.

Klare Perspektive nach der Eigenverwaltung

Mit der erzielten Einigung wird angestrebt, das Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung planmäßig abzuschließen und in den regulären Geschäftsbetrieb überzugehen. Der operative Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter. Kunden, Fachhandelspartner und Lieferanten können sich auch künftig auf Leistungsfähigkeit, Qualität und Verlässlichkeit verlassen. König + Neurath bleibt Impulsgeber für zukunftsfähige, nachhaltige Arbeitswelten.

Zitat Patrick Heinen, CEO: „Die erzielte Einigung ist ein wichtiges Signal für die Zukunft von König + Neurath. Sie zeigt, dass alle Beteiligten Verantwortung übernommen und gemeinsam eine tragfähige Lösung erarbeitet haben. Die Einschnitte sind schmerzhaft, aber sie schaffen die Grundlage für einen stabilen Neustart. Unser Dank gilt unseren Mitarbeitenden sowie unseren Finanzierungspartnern und der Gesellschafterfamilie für ihr klares Bekenntnis zum Unternehmen und zum Standort Karben. Jetzt richten wir den Blick nach vorn und stärken unsere Rolle als Impulsgeber für zukunftsfähige, nachhaltige Arbeitswelten.“

Baumann group

Besetzt Bereichsleitung Marketing & Learning neu

Zum 01.04.2026 übernahm Alexander Wengerowski die Position der Bereichsleitung Marketing & Learning für die gesamte Baumann group. Mit der Neubesetzung bündelt die kitchen family Marketing und Learning künftig noch enger und stärkt so die bereichsübergreifende Zusammenarbeit über die Marken Bauformat, Burger, und Badea, hinweg. 

Alexander Wengerowski gehört seit 2019 zur kitchen family und kennt das Unternehmen, seine Marken sowie zentrale Schnittstellen aus langjähriger Praxis. In seiner bisherigen Funktion hat er zahlreiche Themen an der Schnittstelle von Inhalt, Kommunikation und Umsetzung mitentwickelt und begleitet. Darüber hinaus bringt er Erfahrung auf Unternehmens- und Dienstleisterseite mit. 

„Alexander kennt die Baumann group, unsere Marken und viele unserer Schnittstellen sehr genau. Er hat in den vergangenen Jahren gezeigt, wie sich Inhalte mit Substanz, Kreativität und einem klaren Verständnis für unsere Branche entwickeln lassen. Ich freue mich sehr, den Staffelstab im Marketing an ihn zu übergeben. Dass wir diese Position aus den eigenen Reihen besetzen können, ist für uns ein starkes Signal und gibt mir zugleich die Möglichkeit, mich in meiner Funktion noch stärker auf strategische Themen innerhalb der Geschäftsleitung zu konzentrieren“, so Hélène Bangert, Geschäftsleitung Strategisches Marketing der Baumann group. 

Yaskawa

Strukturiert Führungsspitze in Europa neu

Mit Wirkung zum 1. März 2026 wurde Pär Tornemo zum President & CEO der Yaskawa Europe GmbH bestellt. Tornemo ist seit 2007 bei Yaskawa in verschiedenen Führungspositionen tätig, unter anderem als Geschäftsführer der Yaskawa Nordic AB und zuletzt als Senior Vice President des europäischen Robotik-Geschäftsbereichs.

Mit Blick auf die Zukunft des Unternehmens erklärte Tornemo: „Yaskawa tritt in eine neue Ära ein, die von Digitalisierung, KI-gestützter Automatisierung und nachhaltigen Geschäftspraktiken geprägt ist – von Faktoren, die für unseren Erfolg entscheidend sein werden. Gemeinsam mit unserem Team wollen wir die Verbindung zwischen der globalen Expertise unseres Unternehmens und den Bedürfnissen unserer europäischen Kunden weiter stärken.“

Das Unternehmen hat zudem weitere personelle Veränderungen in der Führungsspitze in der gesamten EMEA-Region bekannt gegeben. Mit Pär Tornemo, Bobbie Linkenbach und Sibel Yanak als Geschäftsführern setzt Yaskawa Europe auf starke Führung und eine klare strategische Ausrichtung in allen Geschäftsbereichen.

Sibel Yanak, die im Februar 2025 als Senior Vice President Finance zu Yaskawa Europe kam, wurde zur Chief Financial Officer ernannt. Sie verfügt über mehr als 16 Jahre Erfahrung in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung, vorwiegend bei den Big Four. In ihrer neuen Funktion will sie die Finanzorganisation in der EMEA-Region vereinheitlichen und zentralisieren, die Bereiche Governance und Compliance stärken und die Entwicklung der Nachhaltigkeitsberichterstattung in der gesamten Region vorantreiben.

Yaskawa bestätigt Kontinuität in der Führung seines Geschäftsbereichs Drives & Motion Controls. Bobbie Linkenbach wird den Geschäftsbereich weiterhin als Senior Vice President leiten und den Expansionskurs weiter vorantreiben. Unter seiner Leitung hat Yaskawa seine Technologieführerschaft gefestigt, und die kontinuierliche Stabilität in der Unternehmensführung unterstreicht das langfristige Engagement von Yaskawa für Innovation, Leistungsfähigkeit und kundenorientierte Lösungen in der Antriebs- und Motion-Control-Technik.

Im August 2025 hat Jörg Rommelfanger die Position des President im Robotikbereich der DACH-Region von Yaskawa und damit die Beaufsichtigung der Geschäftstätigkeiten in Deutschland, Österreich und der Schweiz übernommen. Dank seiner umfangreichen Erfahrung in der Robotikbranche, auch aufgrund früherer Führungspositionen bei ABB, bringt Jörg Rommelfanger wichtiges Fachwissen bei Yaskawa ein.
Er sagt: „Die DACH-Region bleibt ein führender Wachstumsmarkt für Robotik, geprägt von Fachkräftemangel, smarten Fabriken und steigender Nachfrage nach flexibler Automatisierung. Yaskawa will diese Chancen nutzen, die Kundenpräsenz stärken, das Kernportfolio klarer positionieren und Partnerschaften ausbauen. Neben dem Schweißen wollen wir in den Bereichen Logistik, Lebensmittel und Getränke, sowie Pharmazie wachsen und treiben KI-gestützte Robotik mit Motoman Next voran.“

TH Rosenheim

Dr. Simon Aicher verstärkt Ingenieurholzbau

Dr. rer. nat. Simon Aicher wurde zum Honorarprofessor für Ingenieurholzbau an der Technischen Hochschule Rosenheim berufen. Mit der Berufung würdigt die Hochschule seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen sowie sein langjähriges Engagement in Forschung, Lehre und der Weiterentwicklung des modernen Holzbaus.

Prof. Dr. Aicher stammt aus Rosenheim und absolvierte sein Studium der Holzwirtschaft an der Universität Hamburg, das er 1979 mit dem Diplom abschloss. Parallel vertiefte er seine ingenieurwissenschaftlichen Kenntnisse im Bauingenieurwesen an der Technischen Universität München. Nach einem Traineeprogramm bei Messerschmitt-Bölkow-Blohm promovierte er 1984 an der Universität Hamburg zum Dr. rer. nat. mit einer Arbeit zur Festigkeit von Sandwich-Elementen im Holzbau.

Forschung und berufliche Laufbahn
Seine berufliche Laufbahn führte Prof. Dr. Aicher unter anderem an die Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft in Hamburg sowie an das Otto-Graf-Institut, die Materialprüfanstalt des Landes Baden-Württemberg, die später in die Universität Stuttgart eingegliedert wurde. Von 2010 bis 2023 prägte er als Leitender Akademischer Direktor und Leiter der Abteilung Holzkonstruktionen die Forschung im Ingenieurholzbau an der Universität Stuttgart.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen:

  • Holz-Bruchmechanik
  • Geklebte Holz- und Holz-Verbundkonstruktionen
  • Langzeit- und Ermüdungsverhalten von Holzbauteilen
  • Mechanische Verbindungsmittel
  • Brandverhalten insbesondere geklebter Holzbauteile

Seine Arbeiten fanden Eingang in nationale und europäische Normen, Fachvorträge und zahlreiche wissenschaftliche Publikationen und tragen maßgeblich zur Weiterentwicklung des Holzbaus bei.

Lehrtätigkeit an der TH Rosenheim
Seit dem Wintersemester 2024/25 ist Prof. Dr. Aicher bereits als Lehrbeauftragter an der TH Rosenheim tätig und bringt seine Expertise in den Masterstudiengang Bauingenieurwesen ein. In der Lehre legt er besonderen Wert auf die praxisnahe Vermittlung wissenschaftlich fundierter Inhalte. „Ich freue mich darauf, Studierenden die Faszination und Vielfalt des Bauens mit Holz auf wissenschaftlicher Basis näherzubringen“, so Prof. Dr. Aicher.

Würdigung durch die Hochschule
Mit der Berufung von Prof. Dr. Aicher stärkt die TH Rosenheim ihre Expertise im Ingenieurholzbau und erweitert ihr Lehr- und Forschungsangebot im Masterstudiengang Bauingenieurwesen.

Prof. Dr.-Ing. Johann Pravida, Studiendekan Bauingenieurewesen, hebt hervor: „Mit Prof. Dr. Simon Aicher hat die TH Rosenheim ein Hochschulmitglied gewonnen, auf das wir sehr stolz sein können. Prof. Aicher bringt nicht nur Wissen, sondern auch Begeisterung und Praxisnähe in die Lehrveranstaltungen ein.“

Konsequente Umsetzung der EU-Zollreform gefordert

Die EU hat sich auf ein neues europäisches Zollrecht mit strikterer Haftung für Lieferanten und Plattformbetreiber geeinigt. „Die Einigung auf die größte Reform der EU-Zollunion seit 1968 ist ein wichtiger Schritt hin zu faireren Wettbewerbsbedingungen im europäischen Binnenmarkt“, erklärt ZGV-Präsident Günter Althaus. „Entscheidend ist, dass zentrale Reformelemente jetzt konsequent umgesetzt werden.“

„Die stärkere Verantwortung von Online-Plattformen als Importeure, der Aufbau eines europäischen Zoll-Datenraums und die neue EU-Zollbehörde zur besseren Koordinierung der Kontrollen sind richtige und notwendige Schritte“, so der Präsident Der Mittelstandsverbund– ZGV e.V. „Gerade im E-Commerce war der Handlungsdruck enorm: Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten haben den Wettbewerb verzerrt und bestehende Regeln unterlaufen.“

Allein im vergangenen Jahr gelangten 5,8 Milliarden Pakete mit geringem Wert von weniger als 150 Euro in die 27 Mitgliedsstaaten der Union.

Die Reform stützt sich auf vier Säulen: Vorgesehen sind die Einführung einer vollen Haftung für E-Commerce-Plattformen, eine neue Abgabe zur Deckung steigender Bearbeitungskosten, die Schaffung einer zentralen EU-Zollbehörde (EUCA) sowie ein Echtzeit-EU-Datenhub.

Verpflichtung zur weiteren Digitalisierung der Zollverfahren

Positiv wertet Althaus zudem, dass sich die Mitgliedsstaaten zur weiteren Digitalisierung der Zollverfahren verpflichten. Nur mit modernen, vernetzten Systemen könne Europa den neuen wirtschaftlichen Realitäten im internationalen Handel wirksam begegnen. Gleichzeitig gelte: „Nur wenn Zoll und Marktüberwachung eng zusammenarbeiten und die Behörden personell wie digital gestärkt werden, können europäische Standards auch tatsächlich durchgesetzt werden.“

„Der Mittelstand erwartet, dass Europa hier konsequent handelt: Wer im Binnenmarkt tätig ist, muss sich an die gleichen Regeln halten – unabhängig vom Herkunftsland. Nur so entsteht fairer Wettbewerb“, betont Günter Althaus.