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Autor: Möbelfertigung

Produktionskooperationen bei Gasmangellage

GASTBEITRAG

Im Juni dieses Jahres hat Minister Habeck die zweite Stufe des Notfallplans Gas ausgerufen, die sogenannte Alarmstufe. Viele Unternehmen leiden sehr stark unter den Kostensteigerungen, vor allem auch den gestiegenen Energiekosten. Erste Insolvenzen zum Beispiel von Hakle und Görtz lassen aufhorchen und zeigen, welche Auswirkungen sich schon aktuell am Markt realisieren. Daher ist es folgerichtig, wenn auch insolvenzrechtlich, wie schon im Rahmen der Corona-Pandemie, (vermutlich) Lockerungen eingeführt werden.

Die gestiegenen Kosten lassen auf der anderen Seite aber auch den Bedarf nach einer Kooperation im Markt steigen, um zum Beispiel dann, wenn Wettbewerber A brennstoffseitig teilweise auf Kohle und Heizöl umsteigen konnte, Wettbewerber B dies aber nicht in gleichem Maße gelungen ist, zu kooperieren und unter Umständen freie Kapazitäten bei Wettbewerber A durch B zu nutzen, wenn die Gasversorgung eingeschränkt bzw. gekappt wird.

Wir sehen in der Beratung aktuell, dass es je nach Branche unterschiedliche Pläne gibt, wie man die Lasten verteilen beziehungsweise Kapazitäten besser im Markt allokieren kann, um zum Beispiel freie Produktionskapazitäten bei Wettbewerbern zu nutzen oder mit anderen Worten: Auf welche Art und Weise Wettbewerber zusammenarbeiten und wettbewerblich sensible Informationen austauschen können, um bestmöglich durch diese Situation zu kommen.

Grundsätzlich gilt: Eine Zusammenarbeit zwischen Wettbewerbern bzw. ein Austausch wettbewerblich sensibler Informationen, zum Beispiel über freie Kapazitäten in Fabriken oder Produktionskosten, bedürfen einer engen kartellrechtlichen Begleitung, damit es trotz guter Absichten zu keiner verbotenen Kartellabsprache kommt. Denn gerade Krisensituationen haben in der Vergangenheit gezeigt, dass diese von einigen Unternehmen auch zum Anlass genommen worden sind, Vereinbarungen zu treffen, wie Kosten an die nächste Marktstufe weitergegeben werden sollen beziehungsweise Unternehmen durch den Austausch Informationen erhalten, die diesen einen unmittelbaren wettbewerblichen Vorsprung vermitteln.

Dass das Aufsetzen einer Kooperation kartellrechtlich gelingen kann, zeigt die am 6. September 2022 erfolgte Freigabe der Produktionskooperation der Zuckerhersteller Nord- und Südzucker, Pfeifer & Langen und Cosun Beet unter Einbeziehung des Vereins der Zuckerhersteller (VdZ). Das Bundeskartellamt stellte klar, dass das Kartellrecht auch in Krisenzeiten gilt, das Amt aber wohlwollend bereit ist, Kooperationen zu gestatten, v.a. dann, wenn diese der Gewährleistung der Versorgungssicherheit dienen. Eine Kooperation ist dabei so aufzusetzen, dass der Fluss der Informationen kanalisiert wird. Grundsätzlich gilt: Need-to-know. Es darf so viel ausgetauscht werden, wie es braucht, um die Kooperation durchzuführen. Die Abrechnung erfolgt bilateral und auf Grundlage der Produktionskosten vertraulich durch einen unabhängigen ökonomischen Berater. So soll vermieden werden, dass konkrete Berechnungssätze oder eingesetzte Daten an die Wettbewerber weitergegeben werden.

Wenn Sie ebenfalls überlegen, mit anderen Unternehmen kooperieren zu wollen, sprechen Sie uns gerne an.

Dr. Lars Maritzen LL.B MLE ist Partner der überörtlichen Sozietät KLEINER Rechtsanwälte PartG und berät dort im Bereich Commercial, Kartell- und Außenwirtschaftsrecht. Er veröffentlicht regelmäßig in Fachzeitschriften und verfasst Beiträge zu aktuellen Themen in seiner Kolumne in der Möbelfertigung.

Lars Maritzen erreichen Sie unter lmaritzen@kleiner-law.com.

Konstruktion um das Zehnfache beschleunigt

Auch in kleinen Betrieben kann sich ein spezielles CAD/CAM-System lohnen. Das zeigt das Beispiel der Gustav Voit GmbH & Co. Der Betrieb baut baut Möbel, aber auch Wandverkleidungen und einiges mehr für den individuellen Innenausbau. „Wir beginnen hinter der Haustür, alles was draußen ist, machen wir nicht“, so Robert Voit. Dabei können die Kunden Privatleute sein, Freiberufler, wie Ärzte oder Rechtsanwälte, die ihre Praxen ausstatten lassen oder auch größere Unternehmen. Rund 20 bis 30 Prozent der Produkte werden regional verkauft, der Rest geht an überregionale Kunden.

Entsprechend ist Voit ausgestattet. Weil die Produkte in enger Zusammenarbeit mit den Kunden entstehen, gehört zum Team ein Innenarchitekt, der das Design der Möbel verantwortet, aber auch die Kunden umfassend berät. Dazu gehören auch drei Konstrukteure, welche die technische Konstruktion, bis zur Zeichnung ausführen. Dennoch wird der „Löwenanteil der konstruktiven Arbeit, im Moment, nach außen vergeben“, wie Voit sagt.

Bei auf „Solidworks“ basierenden CAD/CAM-System „Swood“ kommt der heutige Fertigungsleiter und Prokurist Benjamin Greiner ins Spiel. „Ich habe hier im Haus gelernt, habe mich aber irgendwann selbständig gemacht. In dieser Zeit suchte ich nach einem Konstruktionsprogramm, welches mir erlaubt, den Kunden zu zeigen, wie die Möbel am Ende aussehen werden.“ Außerdem suchte er nach einem System, das  leicht zu bedienen war. Bald kam er auf „Solidworks“ und nach eigenem Suchen auch auf „Swood“. „Ich habe mich dann näher dafür interessiert, habe eine kostenlose Probeversion bestellt und bald schellte das Telefon: An der anderen Seite DPS.“ Man hat sich offensichtlich gut verstanden und es kam bald zum Kauf. Greiner hat sich auf das System eingelassen und gelernt gut damit umzugehen. Dann aber: „Nach drei bis vier Jahren hatte ich genug vom selbständig sein. Ich bin zurückgegangen zu Voit und wurde hier Fertigungs­leiter.“ Unterm Arm hatte er „Swood“.

Was das für den Betrieb bedeutete, lesen Sie in der „möbelfertigung 5/2022 Handwerk + Innenausbau“, die am 12. September erscheint.
Sie können die Ausgabe auch schon jetzt hier als E-Magazine lesen.

Außerdem im Heft: Warum die „Holz-Handwerk“ trotz geringer Besucherzahlen ein Erfolg gewesen ist, was eine gute Ergonomie bei E-Werkzeugen ausmacht, wie effektive Cybersecurity für Betriebe aussieht, welche Trends die Küche im kommenden Jahr prägen werden, was die Kosten-Explosion für das Handwerk bedeutet, wann sich die Umstellung von EVA auf PUR bei Möbelkanten lohnt und vieles mehr.

Als Service für Sie: Die große Übersicht der Software-Spezialisten

Italienische Holzbearbeitungstechnologien mit leichtem Zuwachs bis einschl. Mai

Der Trend beim Export italienischer Holzbearbeitungstechnologien ist nach wie vor positiv; in den ersten fünf Monaten des Jahres 2022 betrug die prozentuale Differenz +2,6 Punkte im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2021. Die Vereinigten Staaten, Deutschland und Frankreich führen die Rangliste der besten Käufer italienischer Maschinen an. Die Einfuhren nehmen weiterhin stark zu (+27,6 %), wobei Deutschland und China als wichtigste Lieferanten von Maschinen für die italienische holzverarbeitende Industrie an der Spitze der Rangliste stehen.

Im Folgenden sind die zehn wichtigsten Bestimmungsländer für italienische Exporte aufgeführt:

Vereinigte Staaten: 77,3 Mio. Euro/+25,1 %
Deutschland: 50,2 Mio. Euro/+16,2 %
Frankreich: 49,9 Mio. Euro/+16,3 %
Vereinigtes Königreich: 41,9 Mio. Euro/+23,5 %
Polen: 35,6 Mio. Euro/-12,4 %
Spanien: 24,3 Mio. Euro/-7,6 %
Indien: 23,3 Mio. Euro/+86,7 %
Österreich: 22,1 Mio. Euro/-10,3 %
Belgien: 18,9 Mio. Euro/-24,8 %
Niederlande: 17,3 Mio. Euro/-30,0 %
Welt: 627,2 Mio. Euro/+2,6 %

Von globalen Risiken und realistischem Wachstum

Dr. Kurt Schmalz, geschäftsführender Gesellschafter der J. Schmalz GmbH, führt sein Unternehmen sicher durch unruhige Zeiten. Die Schmalz Gruppe ist nach wie vor weltweit erfolgreich und steuert einen Rekordumsatz an. Wie Dr. Schmalz das Wachstum des vergangenen Jahres toppen will, verrät er hier:

 „möbelfertigung“: Mit einem Jahresumsatz von 213,6 Millionen Euro hat die Schmalz Gruppe 2021 einen Bestwert erreicht. 2022 gehen Sie von einer Steigerung auf rund 270 Millionen Euro aus. Was gibt Ihnen die Zuversicht, den globalen Herausforderungen zu trotzen und den Rekord des vergangenen Jahres zu knacken?
Dr. Kurt Schmalz: Schmalz ist nach wie vor Marktführer in der Automatisierung mit Vakuum sowie für ergonomische Handhabungssysteme. Damit das so bleibt, investieren wir nachhaltig und setzen dabei auf Innovation, Akquisition und internationale Expansion. Innovative Ansätze können für uns dabei auf struktureller oder auf Produktebene stattfinden. Beispielsweise entwickeln wir ein eigenes Kamera-Vision-System, damit Anwender Bin-Picking- und Kommissionieraufgaben noch effizienter automatisieren können.
Ebenso wichtig ist für uns das Thema Digitalisierung, dem wir mit smarten Produkten Rechnung tragen. Innovation bedeutet jedoch nicht nur, neue Produkte auf den Markt zu bringen, sondern auch, branchenorientiert zu denken. Um den Markt mit seinen Bedürfnissen gänzlich zu verstehen, sind wir stets auf Augenhöhe mit unseren Kunden, fokussieren uns auf deren Branche und lösen gemeinsam die gestellten Handhabungsaufgaben. Dabei liefern wir unsere gewohnt hohe Qualität auch auf allen netzbasierten Kommunikationskanälen. Unser Online-Shop ist eine state-of-the-art E-commerce-Plattform, die den Ansprüchen der Kunden an schnelle und unkomplizierte Bestellungen Rechnung trägt.
Über all dem schwebt ein drängendes To-do, das alle Branchen betrifft: Wir müssen die Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette reduzieren. Auch hier unterstützen wir unsere Kunden mit Know-how und entsprechenden Produkten. 

„möbelfertigung“: Das Thema Akquisition ist präsenter denn je – immerhin ist die Schmalz Gruppe dieses Jahr auch durch den Zukauf von zwei Firmen gewachsen. Was bedeutet die Übernahme von Binar Handling und Palamatic für Schmalz?
Dr. Kurt Schmalz: Die englische Palamatic Ltd. ist seit Januar 2022, die schwedische Binar Handling AB seit März 2022 Teil der Schmalz Gruppe. Beide Unternehmen entwickeln ergonomische Hebe- und Handhabungslösungen. Sie ergänzen damit unser Portfolio der Handling-Systeme perfekt. Palamatic ist zudem in Branchen stark, in denen wir bis dato weniger präsent waren – wie der Chemie- und Pharmaindustrie und bei Anwendungen im Reinraumumfeld. Beide Tochterfirmen agieren auch weiterhin als eigenständige Marken und können ihr bestehendes Vertriebsnetz mithilfe unserer globalen Strukturen weiter ausbauen. Wir sehen zudem zahlreiche Möglichkeiten für Synergien – zum Beispiel durch die Adaption von Schmalz-Komponenten bei den Handhabungs-Lösungen von Binar Handling und Palamatic. Jetzt gilt es, beide Firmen mit den Prozessen und Strukturen der Schmalz Gruppe zu synchronisieren.

„möbelfertigung“: Und damit wären wir beim dritten von Ihnen genannten Schwerpunkt, der internationalen Expansion…
Dr. Kurt Schmalz: Fast. Natürlich erhoffen wir uns durch die strategische Übernahme einen besseren Zugang zu den Märkten, die wir noch nicht so stark bedienen. Was wir jedoch unter internationaler Expansion verstehen, ist die Investition in unsere Tochterunternehmen. Schmalz China zog im März in einen Millionen-Neubau ein, der auf der grünen Wiese mit zunächst 7.600 Quadratmetern Nutzfläche in Taicang, Shanghai, geplant wurde. Wie immer spielt auch hier für uns die Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle.
So handelt es sich unter anderem dank Geothermie und Photovoltaikanlagen um ein „Zero CO2“-Gebäude. In den USA erweitern wir derzeit die Produktions- und Logistikflächen um circa 150 Prozent und modernisieren gleichzeitig die bestehenden Gebäudeteile. Auch hier darf eine entsprechend dimensionierte Photovoltaikanlage nicht fehlen. Die Investitionskosten beider Projekte liegen jeweils im hohen einstelligen Millionen-Bereich.

„möbelfertigung“: Da sind die Weichen klar auf Wachstum gestellt. Was könnte Schmalz ausbremsen? Und wie lösen Sie diese Bremse?
Dr. Kurt Schmalz: Das stimmt. Die Wachstumskurve hält bisher weiter an und wir mussten, bedingt durch die globalen Ereignisse, lediglich kleinere Knicke hinnehmen. Wir liefern seit einiger Zeit keine Produkte mehr nach Russland und Belarus. Für starke Umsatzeinbrüche ist zudem der Lockdown in China verantwortlich. Hier ist es ungewiss, wann die dortige Wirtschaft wieder Tempo aufnehmen wird, hält die dortige Regierung doch konsequent an ihrer Null-Covid-Strategie fest. Dazu kommt die Problematik hinsichtlich Material.
Trotz hohem Auftragseingang sind wir im Vergleich zu Marktbegleitern zwar relativ lieferfähig, jedoch sind die Materialknappheit und die Materialpreiserhöhungen ein Thema, das uns zu schaffen macht. Ein weiterer Stolperstein ist die Inflation. Diesen Treiber der Personalkosten werden wir vor allem in Asien nicht kompensieren können. Dem gegenüber steht jedoch die derzeit sehr robuste Konjunktur, die sich positiv auf unseren Umsatz und den Auftragseingang auswirkt. Dass dieser Höhenflug nicht permanent andauert, ist anzunehmen, dafür sind die globalen Risiko-Themen zu drückend. Dennoch rechnen wir nach derzeitigem Stand auch für 2022 mit zweistelligem prozentualem Wachstum. Dafür halten wir für die kommenden Jahre die richtigen Antworten parat, investieren nachhaltig in unsere Standorte, Mitarbeiter und in die Nachhaltigkeit – für einen mittelfristig anhaltenden Erfolg.

„Inside Biesse“

Hausmesse auf dem Campus Ulm in Nersingen Mitte Oktober

Biesse Deutschland lädt Kunden und Interessenten zur Hausmesse Inside am 13. und 14. Oktober 2022 auf dem Campus Ulm in Nersingen ein. Im vollausgestatten Showroom präsentiert der italienische Hersteller auf 1.600 Quadratmeter ausgeklügelte Maschinenlösungen für den Holz- und Kunststoffbereich.

Die Besucher der Hausmesse dürfen sich Mitte Oktober auf viele praktische Vorführungen freuen und die frisch bearbeiteten Werkstücke direkt an den Maschinen auf ihre Qualität begutachten – an beiden Tagen laufen über 15 CNC-Bearbeitungs- und Plattenzuschnittzentren, Kantenanleim-, Kalibrier- sowie Schleif- und Bohrmaschinen auf Hochtouren. Spezialisten von Biesse stehen Interessenten während der Messe Rede und Antwort und freuen sich auf Fragen, die von der Massivholzbearbeitung und dem Fensterbau über die Kunststoffbearbeitung bis hin zu Software oder Industrie 4.0-Lösungen reichen. Unterstützung erhalten sie dabei von den vor Ort vertretenen Partnerfirmen für Präzisionswerkzeuge, Zerspanungssysteme, Schleifmittel und Software.

Biesse hat zudem einen besonderen Grund zum Feiern: Vor 25 Jahren wurde die Biesse Deutschland GmbH gegründet. Das Unternehmen wird dieses Jubiläum im Rahmen der Hausmesse zusammen mit seinen Kunden und Partnern im Oktoberfest-Stil gebührend zelebrieren.

Am zweiten Standort im norddeutschen Löhne richtet der Maschinenspezialist am 10. und 11. November 2022 eine weitere Hausmesse mit dem speziellen Fokus auf Holzbearbeitungsmaschinen für die Möbelindustrie aus.

Das Unternehmen bittet die Besucher der Hausmessen sich vorab über die Homepage zu registrieren. Spontane Besucher sind aber auch willkommen. Registrierungslink für die Hausmesse auf dem Campus Ulm: https://biesse.group/lf4

Totholz im Wald birgt zunehmend Risiken

2022 ist das Waldbrand-Rekordjahr. Aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. bergen politische Bestrebungen nach mehr Totholz weitere Risiken.

Über 4.200 Hektar Wald sind im Jahr 2022 bereits in Deutschland verbrannt. Das traurige Rekordhoch führt uns den Klimawandel und dessen Auswirkungen erneut vor Augen. Dürren und Trockenheit schwächten den Wald bereits in den vergangenen Jahren, doch zusätzlich erhöhen die politischen Anstrengungen für mehr Totholz im Wald die Gefahr von Bränden, weiß Lukas Freise, Geschäftsführer der AG Rohholz: „Totholz ist wichtig für die Biodiversität im Wald aber Totholz ist auch ein idealer Brandbeschleuniger, insbesondere wenn es so heiß und trocken ist wie in diesem Jahr. In großen Mengen bietet das trockene Holz dann optimale Verbreitungsmöglichkeiten für Feuer im Wald. Aus diesem Grund müssen die Bestrebungen den Totholzanteil in den Wäldern noch weiter zu erhöhen, kritisch hinterfragt werden.“

Laut der vergangenen Bundeswaldinventur liegt der durchschnittliche Totholzwert in Deutschland bereits bei 20,6 Quadratmeter pro Hektar. Aufgrund der zahlreichen Bekenntnisse zu mehr Totholz aus den Bundesländern ist für die Bundeswaldinventur im kommenden Jahr aber mit deutlich höheren Zahlen zu rechnen. Hessen strebt derweilen in der neuen Naturschutzleitlinie 2022 sogar eine Verdopplung des Wertes auf 40 Quadratmeter pro Hektar an.

Dabei ist der Naturschutz längst Teil des Erfolgskonzeptes der nachhaltigen Waldbewirtschaftung in Deutschland, das bescheinigt unter anderem der Indikator Artenvielfalt und Landschaftsqualität der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt, der für den Wald einen Wert von 87 Prozent, den höchsten aller Teilindikatoren, zeigt.

„Bei dem Umgang mit dem Wald in diesen Zeiten gilt es mit Augenmaß vorzugehen. Die aktive Waldbewirtschaftung mit integrativen Naturschutzkonzepten muss genauso das Gebot der Stunde sein, wie der Waldumbau und ein angepasstes Totholzmanagement, um unsere Wälder im Klimawandel zu schützen,“ ergänzt Freise.

Vom „Start-up“ zu einem der Technologieführer bei der Digitalisierung

Als RMTsoft vor gut zehn Jahren ins Licht der Branchen-Öffentlichkeit trat, standen für das junge Unternehmen die Entwicklung smarter Software für Warenwirtschaft und Planungsprüfung im Fokus. Heute ist das elfköpfige Team um Geschäftsführer Gregor Soll und Dirk Fitzke ein begehrter Partner für den europäischen Küchenhandel und einer der Technologieführer bei Digitalisierung und eCommerce, bei cloudbasierten und offenen Lösungen – die zudem flexibel individuell anpassbar sind und ganz einfach mit unterschiedlichen IT-Systemen anderer Anbieter verknüpft werden können. Bestens im Markt eingeführt sind die Programme „Atak“, „MSA“ und „Workx“ – weitere werden in Kürze folgen.

Das Unternehmen RMTsoft aus Stuhr hat sich 2013 als einer der ersten Anbieter die Programmierung und Implementierung von Software mit dem Schwerpunkt Retail Management Technology auf die Fahnen geschrieben. Oder anders gesagt: Komplett papierlose, das heißt vollkommen digitalisierte Geschäftsprozesse bei den Kunden stehen für die Arbeit der Bremer IT-Entwickler an erster Stelle.

Das komplett aus dem Küchenhandel stammende, heute elfköpfige Team der Firma schafft maßgeschneiderte digitale Lösungen für den Küchen- und Möbel-Fachhandel und unterstützt dieses Branchensegment erfolgreich bei der Digitalisierung verschiedener Geschäftsprozesse. Der Anspruch: Die Kunden im Wettbewerb optimal zu platzieren – also Kosten und Zeit zu sparen, Fehler und Reklamationen weitgehend auszuschließen, die Arbeits- und Organisationsprozesse zu erleichtern und zu straffen.

Was einerseits so abstrakt, andererseits so „normal“ klingt, zeigen die aktuell verfügbaren Softwarelösungen wohl am besten – wie beispielsweise „MSA“. Das Kürzel steht für „Mobile.Service.App“, und das cloudbasierte Programm kann seit langem das, was andere Anbieter heute als „neu“ verkaufen möchten: Die Bündelung und digitale Bereitstellung aller relevanten Informationen rund um die Montage „auf Knopfdruck“, wobei jene für die Küche im Mittelpunkt steht. Sowohl Händler als auch Monteure beziehungsweise das montierende Handwerk wissen dieses Tool aus vielen Gründen zu schätzen.

Eines der ersten Projekte von RMTsoft war die Entwicklung von „Workx“ als intuitive ERP-Lösung – originär für den Küchenhandel angelegt. Inzwischen ist dieses Warenwirtschaftsprogramm als eines von wenigen cloudbasiert und wird zunehmend auch vom Möbelhandel nachgefragt. Die Software vereinheitlicht die unternehmerische Datenbasis, fasst traditionell getrennte Prozesse wie Auftragssteuerung, Rechnungswesen, Montagedisposition oder Archivsystem in einem Tool zusammen und verbessert die Transparenz, den Informationsfluss und die Kommunikation insgesamt. Erklärtes Ziel ist die sichere Auftragsabwicklung bei steigendem Umsatzvolumen und im Ergebnis rundum zufriedenen Kunden.

Das Programm „Atak“ seinerseits dient einer cleveren Planungs- und Auftragskontrolle im Küchenhandel. Dazu werden Plausibilitätsprüfungen durchgeführt und neuralgische Punkte oder Konflikte aufgezeigt – wie fehlendes Zubehör, optische Auffälligkeiten oder Kollisionen. Das Tool genießt Alleinstellung und ist nicht nur im deutschen Handel, sondern auch in Frankreich sowie Italien, UK und den Benelux-Staaten begehrt. Gegenwärtig gewinnt RMTsoft über „Atak“ rund einhundert Neukunden in jedem Monat.

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Top-Themen der Ausgabe: Was die Kosten-Explosion für das Handwerk bedeutet, wie effektive Cybersecurity für Betriebe aussieht, was eine gute Ergonomie bei E-Werkzeugen ausmacht, welche Trends die Küche im kommenden Jahr prägen werden und wann sich die Umstellung von EVA auf PUR bei Möbelkanten lohnt. Außerdem: Der Nachbericht zu „Holz-Handwerk“ und „Fensterbau Frontale“ sowie die große Übersicht der Software-Spezialisten.

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möbelfertigung 5/2022

Kosten-Explosion bedroht Existenzen im Handwerk

Die extrem herausfordernde Kostensituation belastet auch das Handwerk. Viele Betriebe fürchten um ihre Existenz. Denn zu den explodieren Preisen kommen die nach wie vor gestörten Lieferketten, Inflation und Kaufzurückhaltung hinzu, die in der Industrie bei Unternehmen schon zu erster Kurzarbeit führt.

Und ein Ende der Preissteigerungen sind nicht abzusehen. Dafür genügt ein Blick auf Meldungen des Statistischen Bundesamtes. So lagen die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Juli 2022 um 37,2 Prozent höher als im Juli 2021. Wie das Amt mitteilte, war dies der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949. Hauptverantwortlich für den Anstieg ist weiterhin die Preisentwicklung bei Energie. Zudem stiegen auch die Preise für Vorleistungsgüter (plus 19,1 Prozent) und Investitionsgüter (plus 8,0 Prozent) deutlich an.

Die Energiepreise waren im Juli 2022 im Durchschnitt 105,0 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Allein gegenüber Juni 2022 stiegen diese Preise um 14,7 Prozent.

Eine Folge für das Handwerk: Die stark gestiegenen Energiepreise machen die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen zusätzlich unattraktiv.

Was passieren müsste, damit sich hier die Rahmenbedingungen für Handwerksbetriebe verbessern und was der ZDH fordert, lesen Sie in der „möbelfertigung 5/2022 Handwerk + Innenausbau“, die am 12. September erscheint.
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Außerdem im Heft: Warum die „Holz-Handwerk“ trotz geringer Besucherzahlen ein Erfolg gewesen ist, was eine gute Ergonomie bei E-Werkzeugen ausmacht, wie effektive Cybersecurity für Betriebe aussieht, welche Trends die Küche im kommenden Jahr prägen werden, wie sich die Konstruktion von Möbeln enorm beschleunigen lässt, wann sich die Umstellung von EVA auf PUR bei Möbelkanten lohnt und vieles mehr.

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