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Autor: Möbelfertigung

Als klimaneutrales Unternehmen zertifiziert

Herausragender Meilenstein in der fast 30-jährigen Nachhaltigkeitsreise von Interface: Das Bodenbelagsunternehmen ist von unabhängiger Stelle als klimaneutral gemäß dem anerkannten Standard PAS 2060 zertifiziert. Dies ist der führende internationale Standard für Klimaneutralität, der von der British Standards Institution (BSI) entwickelt wurde. Damit ist Interface das erste Unternehmen in der Bodenbelagsindustrie, das Klimaneutralität über alle Bereiche hinweg (Scope 1 bis 3) erreicht hat. Ein bedeutender Erfolg für das Unternehmen, das mit seiner „Mission Climate Take Back“ das Ziel verfolgt, 2040 als Unternehmen CO2-negativ zu sein.

Auf seinem Weg zur Klimaneutralität ist Interface nach dem Prinzip vorgegangen: messen, reduzieren, ausgleichen, validieren. Das Unternehmen legt höchsten Wert darauf, dass sämtliche Daten transparent, belegbar und dritt-verifiziert sind, um einerseits nachprüfbare Aussagen tätigen zu können, andererseits kontinuierlich weiter an sich zu arbeiten und Fortschritte festzustellen.

Um seine Emissionen drastisch zu reduzieren, arbeitet Interface kontinuierlich an der Transformation seiner Produktionsstätten, Produkte und Lieferkette. Bei allen Produktgruppen konnte das Unternehmen bereits entscheidende Reduzierungen der CO2-Emissionen erreichen: beispielweise bei Teppichfliesen um -76 Prozent seit 1996. Lag der durchschnittliche CO2-Fußabdruck einer Teppichfliese 1996 noch bei 19,9 kg CO2e/m2 (cradle-to-gate), so konnte er bis zum Jahr 2021 auf durchschnittlich 4,8 kg CO2e/m2 (cradle-to-gate) reduziert werden. Die Treibhausgasemissionen in Produktionsstätten für Teppichfliesen konnten in den letzten 25 Jahren sogar um 96 Prozent verringert werden. Beachtliche Erfolge dank systematischer Dekarbonisierung.

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen sein gesamtes Teppichfliesenportfolio standardmäßig auf die CO2-negative Rückenkonstruktion „CQuest Bio“ umgestellt. Der CO2-Fußabdruck des Teppichfliesenportfolios wurde dadurch um weitere rund 33 Prozent reduziert und der Anteil recycelter und biobasierter Materialien auf durchschnittlich 88 Prozent erhöht. Zudem hat Interface 2021 seine ersten CO2-negativen Teppichfiesen auf den Markt gebracht. Die textilen, modularen Bodenbeläge der Kollektionen „Embodied Beauty“ und „Flash Line“ binden cradle-to-gate mehr Kohlenstoff, als CO2 von der Rohstoffgewinnung bis zur Herstellung emittiert wird.

Alle von Interface verkauften Bodenbeläge – darunter Teppichfliesen, LVT und Nora“ Kautschukböden – sind durch das von Drittanbietern verifizierte Programm „Carbon Neutral Floors“ über ihren gesamten Produktlebenszyklus klimaneutral.

Die mit seinen Geschäftsprozessen verbundenen CO2-Emissionen werden nach dem Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) vollständig erfasst. Scope 1 beinhaltet die direkt vom Unternehmen verursachten Emissionen, Scope 2 die indirekten Emissionen aus eingekauften Energien. Zu Scope 3 gehören alle indirekten Emissionen, die in der Wertschöpfungskette vor- und nachgelagert auftreten. Das sind zum Beispiel zugekaufte Waren und Dienstleistungen, die Verwendung der vom Unternehmen verkauften Produkte, Geschäftsfahrten oder die Wiederverwertung des Produkts am Ende des Lebenszyklus.

„Jetzt ist alles, was wir tun, jeder Aspekt unserer Geschäftstätigkeit, klimaneutral“, sagt Laurel Hurd, CEO von Interface. „Wir haben unermüdlich an einer radikalen Dekarbonisierung gearbeitet und dabei eine Kultur aus Innovation und Design gefördert. Das Ergebnis sind schon jetzt Teppichfliesen mit dem niedrigsten CO2-Fußabdruck cradle-to-gate auf dem Markt, selbst ohne Kompensation. Wir sind sehr stolz auf diese Leistung und wir werden an diesem Punkt nicht aufhören, sondern die Dekarbonisierung noch weiter vorantreiben. Oberste Priorität hat für uns auch in Zukunft die kontinuierliche Reduzierung unserer Emissionen – immer und immer wieder – und die verbleibenden Emissionen mit vertrauenswürdigen Kompensationen auszugleichen. Das ist unser Weg.“

Rund die Hälfte der Küchenindustrie erwartet Kurzarbeit

Rohstoffsicherung, Kreislaufwirtschaft und die Lage der deutschen Küchenmöbelindustrie im Allgemeinen standen beim VdDK-Treffen am 26. Oktober im Mittelpunkt. Diesmal waren die Mitglieder und eingeladenen Experten zu Gast bei Leicht Küchen in Waldstetten.

Ein brennendes Thema bleibt die Energie- und Materialversorgung, wie sich abermals zeigte. Im Unterschied zum verarbeitenden Gewerbe haben Küchenmöbelhersteller bisher nur sehr eingeschränkt Kosten weitergeben können, was Druck auf die Margen und Erträge ausübt. So die Feststellung. Bei weiter steigenden Energiekosten und einer nachlassenden Auftragslage erwartet rund die Hälfte der VdDK-Mitglieder, demnächst und zumindest partiell in Kurzarbeit gehen zu müssen.

Mit Blick auf Materialverfügbarkeit und Preise ist die Holzversorgung ein besonderes Sorgenkind, denn neben knappen Ressourcen dominiert ein außerordentlicher Wettbewerb zwischen stofflicher und energetischer Nutzung. Die Kreislaufwirtschaft und die Wiedereinbringung von Altholzsortimenten in den Materialfluss genießt daher höchste Priorität. Heiner Strack als Technikchef der Verbände wies zudem eindringlich darauf hin, dass bereits in den nächsten zwei Jahren die Entscheidung darüber fallen wird, ob Möbel zu den ersten Produkten gehören werden, die in der Ökodesign-Richtlinie ESPR erfasst werden. Nicht nur auf europäischer Ebene sei klar, dass damit die Verpflichtung zur Kreislaufwirtschaft europäischer Unternehmen beschleunigt wird.

Als weiteres Thema der VdDK-Mitgliederversammlung präsentierte Andreas Ruf als Experte Supply Chain die jüngsten Entwicklungen im Wettbewerbsrecht und ging dabei auch auf weitere Konzentrationen in der Möbelbranche ein. Auf Bundesebene scheint das Kartellrecht künftig wieder mehr „Biss“ zu erhalten. Maßgeblich hierfür ist die „Wettbewerbspolitische Agenda“ des BMWK, die 2025 abgeschlossen sein soll.

„Effiziente Möbelfertigung in der Praxis“

Nobilia, Schüller, Vivonio, Assmann, Burger Küchen, Febrü und noch viel mehr – die Branche trifft sich in Düsseldorf

Aus der Praxis für die Praxis: Das ist das Motto des Kongresses „Effiziente Möbelfertigung in der Praxis“, der am 23. Und 24. November im Hotel KÖ59 in Düsseldorf stattfindet. Ebenso wichtig ist aber natürlich der Netzwerkgedanke. Und es zeichnet sich ein hochkarätig besetztes Branchenevent ab.

Angemeldet sind bisher unter anderem Teilnehmer von folgenden Unternehmen:

Sachsenküchen, Schüller Möbelwerke, Beckermann Küchen, Vivonio, Himolla, Assmann Büromöbel, Wini Büromöbel, Venjakob Möbel, Burgbad, AV-Line, Burger Küchen, Nobilia, Febrü Büromöbel, Homag, Hettich, Ima Schelling, Würth, Henkel, Kardex MLOG, Grotefeld, Leitz und mehr.

Los geht es am Mittwoch, 23. November mit Keynote-Vorträgen von Markus Kuhbach, Leiter der Division Holz von Würth und Linus Tillmann von Mobility goes Additive.

Das komplette Programm lässt sich hier einsehen: https://www.moebel-events.de/effiziente-moebelfertigung/

Auf der Microsite der Veranstaltung finden sich auch Fotos und Videos der Vorjahre, sowie bereits jetzt die Möglichkeit zur Anmeldung.

Wir freuen uns, dass folgende Sponsoren die Konferenz unterstützen: Homag Group, Cyncly, Blum, Ferwood, Koelnmesse, Baumer Inspection, Biesse, Fives, Hecht Electronic, Hettich, L’Engineers, die SCM Group und Välinge.

Vor dem Kongress findet am Mittwoch, 23.11. ein Intensiv-Workshop mit Marcel Hinger und Malte Hasenpusch von Lignum Consulting statt. Die Plätze sind begrenzt.

Natürlich bleibt an den zwei Tagen auch jede Menge Zeit für persönlichen Austausch und Networking, beispielsweise beim abendlichen Dinner am 23.11. in der Düsseldorfer Altstadt.

DLV

So ist die aktuelle Lage im Ladenbau

Die Mitglieder des Deutschen Ladenbauverbands (DLV) haben im September ihre Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage der Branche abgegeben. Das Ergebnis zeigt: Die Auslastung in Produktion und Planung/Büro ist etwas zurückgegangen. Die Ladenbauer sind für den Abschluss des Jahres 2022 deutlich optimistischer als die Zuliefererunternehmen. Material ist nicht mehr so knapp wie in den Vormonaten, die Sorgen um Umsatzeinbußen wegen Preisexplosionen im Energie- und Materialbereich haben aber zugenommen. Baustellenverzögerungen sind weiterhin ein Problem, wobei deren Hauptursache nicht mehr wie noch bei der April-Umfrage 2022 der Materialmangel, sondern die sinkende Investitionsneigung ist. Diese macht zunehmend Sorgen. 59 Prozent der Ladenbauer und 63 Prozent der Zulieferunternehmen berichten von einer spürbar sinkenden Investitionsneigung ihrer Kunden.

Die kompletten Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier.

HDH

Entlastung bei Energiepreisen jetzt zügig umsetzen, auch beim Strom!

Der HDH begrüßt den heutigen Beschluss des Bundeskabinetts zur Gas-Soforthilfe als dringend notwendigen ersten Schritt zur Entlastung bei den Energiepreisen, dem weitere folgen müssen. „Die heute von der Bundesregierung beschlossene Formulierungshilfe für die Koalition mit ihrer für Dezember vorgesehenen Abschlagszahlung gibt Unternehmen und Verbrauchern, die den aufgeheizten Energiemärkten schutzlos ausgesetzt sind, etwas Luft zum Atmen. Unverständlich bleibt die Ungleichbehandlung zwischen Großindustrie und Mittelstand. Dass der Mittelstand erst ab März, oder, wie sich im Vorfeld der Ministerpräsidentenkonferenz abzeichnet, ab Februar mit einem Gaspreisdeckel von 12 Cent/kWh für 80 Prozent der Jahresverbrauchsprognose umfassend entlastet werden soll, droht viele Unternehmen in existenzielle Not zu bringen”, warnt HDH-Hauptgeschäftsführer Denny Ohnesorge in einer ersten Bewertung.

Dringend notwendig ist laut HDH neben einer zügigen, umfänglichen Entlastung bei den Preisen auch eine Lösung für Unternehmen, die nach Auslaufen eines Energieliefervertrages von ihrem Versorger keinen Anschlussvertrag bekommen. Ohnesorge: „Die Gaspreiskommission hatte hier einen Vorschlag angekündigt, den wir aber ebenso vermissen wie verbindliche Ankündigungen der Bundesregierung zum Strommarkt.”

„Mittelstand und Endverbraucher benötigen jetzt zügig ein umfassendes und vor allem auch klar strukturiertes Hilfspaket, das angesichts exorbitant gestiegener Energiepreise schnell und unbürokratisch Entlastung bietet, gerade auch bei den Strompreisen. Doch während die Gaspreisbremse zu einem bürokratischen Ungetüm zu werden droht, noch bevor sie vom Parlament verabschiedet ist, fehlen uns für den Strommarkt konkrete Leitplanken für eine spürbare Unterstützung”, kritisiert Ohnesorge.

Mit ihren in Deutschland verorteten Produktions- und Vertriebsstrukturen ist die Holzindustrie bundesweit nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern für Kommunen und Regionen ein wichtiger Standortfaktor. Dass die Gaspreishilfen nun an den Standorterhalt geknüpft werden sollen, ist einerseits nachvollziehbar. Bleibt die Bundesregierung aber jetzt dringend notwendige Entlastung schuldig, dürften zahlreiche Unternehmen in existenzielle Schwierigkeiten geraten.

Muss Insolvenz anmelden

Es kriselt schon etwas länger bei Made.com. Nun musste der britische Online-Möbelhändler Insolvenz anmelden, da alle Gespräche mit potenziellen Investoren gescheitert seien. So berichtet Reuters.com. Die Leitung von Made.com hat ein Verwalter von Pricewaterhouse Coopers übernommen. Bereits vergangene Woche wurde die Funktion von Neubestellungen im Shop eingestellt.

Gründe für die Schwierigkeiten des Unternehmens seien die derzeitige Problematik bei den Lieferketten und die Konsumzurückhaltung der Verbraucher:innen. Seit Januar sind die Aktienwerte um 99,6 Prozent abgestürzt.

VDM

Möbelhersteller sehen Wachstumspotenzial auf dem nordamerikanischen Markt

Die deutsche Möbelindustrie sieht gute Chancen, ihre Aktivitäten in Nordamerika weiter auszubauen. „Der Markt bietet für unsere Hersteller nicht nur im stationären Vertrieb, sondern gerade auch im Onlinekanal interessante Wachstumsmöglichkeiten“, stellte Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie (VDM/VHK), bei einer virtuell veranstalteten Sitzung des VDM-Arbeitskreises Export am 27. Oktober fest. Präsentiert wurde eine umfangreiche Studie zum Möbelmarkt Nordamerika mit dem Schwerpunkt Onlinevertrieb, die der VDM in Auftrag gegeben hat und die konkrete Arbeitshilfen für ein Engagement deutscher Möbelhersteller in der Region enthält.
 
Der nordamerikanische Möbelmarkt soll Prognosen zufolge in den kommenden Jahren weiter wachsen, wie Studienautor Elmar Stumpf von der Unternehmensberatung Conneum sagte. Insbesondere im oberen Preissegment und im High-end-Bereich gebe es viel Potenzial für deutsche Anbieter. Möbel „Made in Germany“ genössen ein hohes Ansehen bei den amerikanischen Verbrauchern. „Zudem ist der moderne, minimalistische Einrichtungsstil, der deutsche Möbel auszeichnet, in Nordamerika immer stärker im Kommen“, berichtete Co-Autorin Veronika Miller von Modenus Media aus Pennsylvania.
 
Einen Überblick über die relevanten gesetzlichen Regeln und Normen für den Vertrieb deutscher Möbel auf dem amerikanischen Markt gaben die TÜV-Rheinland-Experten Stephan Pesch und Thomas Weigand. Das Kölner Unternehmen unterhält seit 2020 eine Prüfstelle für Möbel in Grand Rapids, Michigan.
 
Die Vereinigten Staaten stellen den wichtigsten Exportmarkt der deutschen Möbelindustrie außerhalb Europas dar. Im ersten Halbjahr 2022 wurden deutsche Möbel im Wert von 145 Millionen Euro in die USA exportiert und damit knapp 26 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie VDM-Außenhandelsexperte Alexander Oswald berichtete.
 
Zum zweiten Mal wird es im kommenden Jahr in Zusammenarbeit mit dem Branchenverband AMK einen offiziellen deutschen Gemeinschaftsstand auf der Fachmesse KBIS geben. Die vom 31. Januar bis 2. Februar 2023 in Las Vegas stattfindende KBIS – The Kitchen & Bath Industry Show – ist die größte nordamerikanische Branchenschau für Küche und Bad. „Die Teilnehmer von German Pavilions können auf den wichtigsten Branchenmessen weltweit zu günstigen Konditionen vielversprechende Kundenkontakte knüpfen“, sagte Oswald. Im kommenden Jahr sind weitere deutsche Gemeinschaftsstände in Schweden, China, Japan und den Vereinigten Arabischen Emiraten geplant, unter anderem erstmals auf der Orgatec Tokyo.
 
Der VDM-Arbeitskreis Export wurde im Jahr 2018 gegründet. Mit seiner Unterstützung wollen die Möbelverbände die Auslandsaktivitäten der Branche nachhaltig stärken. Als Schwerpunktmärkte gelten neben Nordamerika und China auch die skandinavischen Länder.

Neue Publikation „MES und Industrial IIoT“

Die Digitalisierung in der Fertigungsindustrie gewinnt immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig werden im Hinblick auf Software mehr und mehr neue Technologien bei der Beschaffung von Anlagen und Maschinen mit eingekauft und als IIoT-Komponenten von Maschinen- und Anlagenbauern implementiert. Dabei stellt sich die Frage, welche Rolle MES-Systeme in Kombination mit zunehmender IIoT-Funktionalität zukünftig einnehmen werden. „Das vorliegende Whitepaper bietet einen Überblick, wie sich MES-Systeme mit neuen disruptiven Lösungsansätzen vereinbaren lassen“, sagt Jan Doberstein, Experte für MES und IIoT im VDMA.

Grundlegende Anforderungen wie zum Beispiel Basisinformationen als Grundlage zur Erstellung von Kennzahlen wie OEE („overall equipment effectiveness“) sind klassische MES-Funktionen, die es auch in Zukunft geben wird. Solch eine Basisinformation, die aus einem MES-System generiert wurde, kann beispielsweise ein 24-Stunden-Maschinenjournal für jeden einzelnen Kalendertag sein. „Disruptive Ansätze von neuen Technologien erlauben es, dass durch Digitalisierung zusätzliche Potentiale gehoben werden, um Prozesse noch effizienter zu gestalten, sagt Doberstein, „ohne diese Technologien wären die Prozesse zu teuer oder gar unmöglich gewesen.“ So können Unternehmen aus einer Vielzahl von Möglichkeiten eine angepasste Lösung für eine optimale digitalisierte Wertschöpfungskette gestalten. Durch eine Symbiose von MES und IIoT- Komponenten ist dies zukünftig möglich. Das VDMA-Whitepaper bietet eine Übersicht zu künftigen Projekten von MES und IIoT.

Die Publikation ist für VDMA-Mitgliedsunternehmen kostenfrei erhältlich unter: https://vdma.org/viewer/-/v2article/render/69122246

Gemeinsame Forschung für das Recycling von MDF

Der Einsatz von Altholz ist bei der Produktion von Spanplatten längst gang und gäbe. In jüngster Vergangenheit hat die Dieffenbacher Business Unit Recycling zahlreiche Altholzreinigungs- und -recyclinganlagen an Spanplattenhersteller wie Unilin, Pfleiderer, Rheinspan oder Fundermax geliefert. Bei der Herstellung von Holzfaserplatten wie MDF oder HDF (mittel- bzw. hochdichte Faserplatten) kommt jedoch immer noch fast ausschließlich Frischholz zum Einsatz. Um die Holzfaserplattenproduktion in Zukunft nachhaltiger zu gestalten, haben sich zwanzig Partnerorganisationen aus sieben Ländern, darunter Dieffenbacher, im Forschungsprojekt „EcoReFibre“ (Ecological solutions for recovery of secondary materials from post-consumer fibreboards) zusammengeschlossen.

Als Teil des europäischen Rahmenprogramms für Forschung und Innovation „Horizon Europe“ wird „EcoReFibre“ von der Europäischen Union mit zwölf Millionen Euro gefördert. Übergeordnetes Ziel des Projektes ist es, Holzfasern am Ende ihres Lebenszyklus wiederaufzubereiten und zur Herstellung neuer Faserplatten zu verwenden. So entsteht ein geschlossener Kreislauf, der die verfügbaren Frischholzressourcen in Europa schont. Innerhalb von vier Jahren wollen die Projektpartner Lösungen entwickeln und in der Praxis testen, mit denen bis zu 25 Prozent der zur Herstellung von Holzfaserplatten verwendeten Frischholzfasern durch recycelte Sekundärfasern ersetzt werden können. In fünf Pilotprojekten soll außerdem erforscht werden, wie recycelte Holzfasern für die Herstellung neuer Endprodukte wie Dämmstoffe oder Bio-Composites verwendet werden können.

„Weltweit werden pro Jahr mehr als 100 Millionen Kubikmeter Holzfaserplatten produziert – fast ausschließlich aus Frischholz. Die Industrie benötigt hier dringend eine nachhaltige Recycling-Lösung“, erklärt Dr. Matthias Graf, der sich bei Dieffenbacher federführend um das Projekt kümmert. „Mit den innovativen Technologien und Geschäftsmodellen, die wir im Rahmen von ,EcoReFibre‘ entwickeln werden, werden wir die Kreislaufwirtschaft in der MDF/HDF-Industrie ein großes Stück voran bringen“, verspricht er.

Als Industriepartner beteiligen sich neben Dieffenbacher zum Beispiel auch die Holzwerkstoffhersteller Homanit und Sonae Arauco an dem Forschungsprojekt. Der Startschuss für „EcoReFibre“ fiel im Mai 2022 mit einem Kick-off-Meeting beim Konsortialführer, der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften in Uppsala. Das Projekt endet im April 2026.