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Autor: Hahn, Sebastian

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Sonae Arauco

Neue MDF-Platte „BioReFiber X“ senkt CO2-Ausstoß um bis zu 25 Prozent

Sonae Arauco präsentierte auf der SICAM in Pordenone eine neue Produktlösung, die Nachhaltigkeit und Innovation vereint. Die MDF-Platte „BioReFiber X“ besteht aus recycelten MDF-Fasern und einem Harz auf Biomassebasis, bei dem fossile Rohstoffe durch erneuerbare ersetzt werden. Durch diese Kombination können die CO₂-Emissionen bei der Herstellung um bis zu 25 Prozent gesenkt werden.

Die neue Platte wird im portugiesischen Werk in Mangualde gefertigt und soll ab dem zweiten Quartal 2026 auf dem Markt erhältlich sein.

Michael Betz, COO Nord-Ost-Europa der Sonae Arauco Gruppe, betont die strategische Bedeutung der Entwicklung: „Die Entwicklung dieses neuen Produkts stellt ein Gleichgewicht zwischen Innovation und Nachhaltigkeit dar, die beide für Sonae Arauco Prioritäten sind. Wir glauben, dass die Zukunft der Branche in hochwertigen Lösungen liegt, die sowohl den Bedürfnissen der Kunden gerecht werden als auch den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft und den ökologischen Grenzen unseres Planeten entsprechen.“

Fokus auf Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft

Die Einführung von „BioReFiber X“ ist Teil der umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Sonae Arauco setzt auf eine zu 100 Prozent verantwortungsvolle Holzbeschaffung und eine konsequente Kreislaufwirtschaft. Der Anteil an recyceltem Holz in den Produkten wird kontinuierlich erhöht; einige Spanplatten-Sortimente enthalten bereits heute mehr als 70 Prozent Recyclingmaterial. Das ambitionierte Ziel des Unternehmens ist es, bis 2040 die Klimaneutralität (Scopes 1 und 2) zu erreichen.

Weitere Neuheiten aus der „Innovus“-Kollektion

Neben der neuen MDF-Platte stellte Sonae Arauco auf der SICAM auch Highlights der „Innovus“-Kollektion vor. Unter dem Motto „Design that breathes. Wood that whispers stories“ wurden die exklusive Oberfläche „Grace“ sowie vier neue Holzdekore präsentiert. Besucher konnten zudem die Kollektionen „Innovus – Matching our nature – New 2025“ und neue Designs der „Innovus Artwork Collection“ entdecken. Diese bieten Möbelherstellern, Architekten und Designern vielfältige Möglichkeiten, Design, Nachhaltigkeit und zeitlose Eleganz zu verbinden.

TH Rosenheim

Neue Prodekanin der Fakultät für Holztechnik und Bau

Seit Oktober 2025 ist Prof. Dr.-Ing. Daniela Neuffer neue Prodekanin der Fakultät für Holztechnik und Bau an der Technischen Hochschule Rosenheim. Die Professorin für Wasser- und Umweltingenieurwesen steht für praxisorientierte Ingenieurausbildung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und nachhaltiges Denken – regional wie international.

Nach ihrem Bauingenieurstudium und der Promotion an der Universität Stuttgart sammelte Neuffer umfangreiche Erfahrung in Forschung, Beratung und Lehre – unter anderem während eines mehrjährigen Aufenthalts in Brasilien, wo sie einen vom DAAD ausgezeichneten deutsch-brasilianischen Doppelmaster aufbaute.
Gemeinsam mit Dekan Prof. Thorsten Ober möchte sie die Fakultät strategisch weiterentwickeln und die enge Verbindung von Holztechnik und Bauingenieurwesen stärken. Im Interview spricht Prof. Neuffer über ihre Motivation für das neue Amt, den Wissenstransfer zwischen Hochschule und Praxis sowie aktuelle Themen rund um Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Internationalisierung im Bauwesen.

Interview mit Prof. Dr.-Ing. Daniela Neuffer – neue Prodekanin an der Fakultät für Holztechnik und Bau der TH Rosenheim

  1. Frau Professor Neuffer, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl zur Prodekanin der Fakultät für Holztechnik und Bau. Was hat Sie persönlich motiviert, dieses Amt zu übernehmen?

„Mich motiviert in erster Linie die Möglichkeit, aktiv zur strategischen und organisatorischen Weiterentwicklung unserer Fakultät beizutragen. Als Prodekanin sehe ich die Chance meine bisherigen Erfahrungen in Lehre, Forschung und akademischer Selbstverwaltung in verantwortungsvoller Rolle zusammen mit unserem Dekan, Professor Thorsten Ober einzubringen. Besonders wichtig ist mir die bislang gute konstruktive Zusammenarbeit im Kollegium weiter auszubauen, sowie die Fortführung der Entwicklung qualitativ hochwertiger Studienangebote.“

  • Welche Schwerpunkte möchten Sie als Prodekanin setzen – fachlich, organisatorisch oder strategisch?

„Fachlich sind die einzelnen Bereiche bestens aufgestellt und die interdisziplinäre Zusammenarbeit wird bei uns erfolgreich praktiziert.
Historisch gesehen ist die Holztechnik in der Fakultät das Zugpferd. Unsere Bau-Studiengänge sind im Vergleich dazu sehr jung. Die großen Studierendenzahlen machen aber die starke Nachfrage im Baubereich deutlich.
Ziel ist es mit Thorsten Ober als Holztechniker und mit mir als Bauingenieurin beide Fachbereiche inhaltlich gleichermaßen zu vertreten und zu entwickeln.“

  • Die Fakultät für Holztechnik und Bau ist für ihre enge Verzahnung mit der Praxis bekannt. Wie sehen Sie die Rolle der Technischen Hochschule Rosenheim beim Transfer von Wissen und Innovationen in die Bau- und Holzbaubranche?

„Die Bau- und Holzbranche erhält von uns gut ausgebildete und motivierte Absolvierende, die in den Unternehmen an den unterschiedlichsten Positionen zum Einsatz kommen. Die Firmen zeigen im Gegenzug Interesse an einer Zusammenarbeit mit der TH Rosenheim. Das generiert zum einen ein für uns wichtiges Netzwerk und stärkt zum anderen die äußerst wichtige Rolle der Hochschule beim Transfer von Wissen und Innovation in die Praxis.“

  • Sie bringen langjährige Erfahrung in den Bereichen Wasser- und Umweltingenieurwesen mit. Welche Schnittstellen sehen Sie zu den klassischen und modernen Themen des Bauwesens – insbesondere im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung?

„Wasser- und Umweltingenieurwesen ist integraler Bestandteil zukunftsfähiger Planungen und Ausführungen im Bauwesen. Stichworte wie Hochwasser, Starkregenereignisse oder auch Wassermangel sind Schlagzeilen, die man immer häufiger liest. In einer nachhaltigen Planung für Gebäude und einer wassersensiblen übergeordneten Siedlungsentwicklung gewinnen die Regenwasserbewirtschaftung und der Hochwasserschutz neben der klassischen Siedlungswasserwirtschaft an zentraler Bedeutung.“

  • Sie waren mehrere Jahre in Brasilien tätig und haben dort einen deutsch-brasilianischen Doppelmaster initiiert. Welche Erfahrungen aus der internationalen Zusammenarbeit fließen in Ihre neue Rolle ein – und welche Chancen sehen Sie in der Internationalisierung von Lehre und Forschung im Bauwesen?

„Die Internationalisierung bietet Möglichkeiten der fachlichen Weiterentwicklung und der persönlichen Qualifizierung. Sie fördert den Austausch zu globalen Herausforderungen, wie Klimaanpassung und Ressourcenschonung, stärkt interkulturelle Kompetenzen der Studierenden und erhöht die internationale Sichtbarkeit der TH Rosenheim.
Die Bau- und Umweltbranche ist global vernetzt und steht weltweit vor ähnlichen Herausforderungen. Durch Kooperationen mit Partnerhochschulen und Projekte mit globalem Bezug entstehen neue Impulse für Forschung, Lehre und Praxis. Wir schaffen so eine Ausbildung, die auf ein internationales Arbeitsfeld vorbereitet. Als Internationalisierungsbeauftragte der Baustudiengänge kann ich unsere Studierenden nur ermutigen den Schritt ins Ausland für ein Studiensemester oder Praktikum zu wagen.“

  • Derzeit gibt es große Herausforderungen im Bauwesen – vom Fachkräftemangel über neue regulatorische Anforderungen bis hin zu klimaneutralen Bauweisen. Welche Rolle kann die Hochschule Ihrer Meinung nach dabei spielen, diese Entwicklungen aktiv mitzugestalten?

„Die Rolle der Hochschule ist das Angebot praxisnaher zukunftsorientierter Studienangebote, die gezielt auf die von Ihnen genannten aktuelle Anforderungen und nicht zu vergessen, die Digitalisierung im Bauwesen vorbereiten.
Durch angewandte Forschung, Kooperationen mit der Baupraxis und gezielte Nachwuchsförderung kann sie Innovation fördern, Fachkräfte qualifizieren und aktiv zur nachhaltigen Transformation der Branche beitragen.“

  • Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich aktuell in der Lehre und Forschung – und was steht zukünftig an neuen Projekten oder Initiativen an?

„Als Teil des Projektteams HigHRoQ (Hybride, individuelle und greifbare Hochschullehre in Rosenheimer Qualität) beschäftige ich mich mit digitalen Lehr- und Lernformen. Gerade fertig geworden ist ein interaktiver VR-Brillen kompatibler 360°-Rundgang über die Kläranlage Rosenheim.
Im Masterstudiengang Bauingenieurwesen werden dieses Semester nachhaltige und ressourcenschonende alpine Winterräume geplant – ein sehr spannendes fachübergreifendes Thema in dem neben den konstruktiven Holzbausystemen auch die Ver- und Entsorgung einen wichtigen Platz einnimmt.
Weiterhin geplant ist die erstmalige Teilnahme der TH Rosenheim bei der Beton-Kanu-Regatta 2026 der deutschen Zement- und Betonhersteller. Beim Bau des Kanus wird die bereits angesprochene Verzahnung von Theorie und Praxis gelebt. Projektmanagement sowie die Nachweise der Hydrostatik und Hydrodynamik, die Werkstoffkunde und der Schalungsbau werden hier erprobt.
Wie Sie sehen, liegen meine Themenschwerpunkte in der nachhaltigen Wasser- und Abwasserwirtschaft.“

  • Abschließend gefragt: Was ist Ihnen als Professorin und Prodekanin im Umgang mit Studierenden besonders wichtig?

„Besonders wichtig sind mir unsere Studierenden. Durch Übernahme der Leitung des Studiengangs Bauingenieurwesen, bin ich noch näher an den Studierenden dran. Der Austausch mit ihnen und eine transparente Kommunikation ist mir sehr wichtig. Dies hat zum Ziel, eine bestmögliche Basis zu schaffen, um maximales Wissen und Kompetenz an unsere Studierenden weiterzugeben.“ 

Stärkt globale Führungsriege für Marketing und Design

Der Oberflächenspezialist Interprint, Teil der Toppan-Gruppe, richtet seine internationale Marken- und Designstrategie neu aus. Mit Sabrina Wieland als International Director Marketing und Sinem Degerli Piatek als International Director Design setzt das Unternehmen konsequent auf eine enge Verzahnung von kreativer Gestaltung und strategischem Marketing.

Wieland, zuvor Head of Design bei der Schattdecor Group, bringt langjährige Erfahrung im Aufbau internationaler Design- und Markenstrategien mit. Künftig verantwortet sie die globale Markenentwicklung sowie das Nutzererlebnis von Interprint. Degerli Piatek, bekannt für ihr Gespür für kulturelle Vielfalt und internationale Trends, übernimmt den weltweiten kreativen Kurs des Unternehmens und soll die gestalterische Identität der Marke weiter schärfen.

Die personellen Veränderungen sind Teil einer umfassenden Transformation unter der Leitung von CMO Martijn Huisman, der seit Juli die Bereiche Design, Marketing und Repro global neu strukturiert. Das Ziel: mehr Eigenverantwortung, engere internationale Zusammenarbeit und eine stärkere Anbindung an die japanische Muttergesellschaft Toppan.

Parallel dazu investiert Interprint in neue Materialien und Technologien. Neben klassischen Dekorpapieren erweitert das Unternehmen sein Portfolio um thermoplastische Lösungen und treibt den Digitaldruck auf PP und PVC voran – ein weiterer Schritt, um seine Position als Innovationsführer in der globalen Oberflächenindustrie auszubauen.

Mit den beiden neuen Führungskräften beginnt für Interprint ein neues Kapitel: vom traditionellen Dekorpapierhersteller hin zu einem datengesteuerten, insights-orientierten Unternehmen mit globaler Designvision.

Erweitert 2026 sein Angebot um Surface in Motion Italia

Das Interzum Forum Italy, das vom 4. bis 5. Juni 2026 im Bergamo Exhibition Centre stattfindet, erweitert das Portfolio durch die Integration der Surface in Motion Italia. Diese strategische Partnerschaft zwischen den Veranstaltern von Interzum Forum Italy und der von möbelfertigung organisierten Surface in Motion Italia soll die Innovation im Sektor der dekorativen Oberflächen und Holzwerkstoffe vorantreiben.

Fokus auf spezialisierte Inhalte

Die Entscheidung ist eine Reaktion auf die wachsende Nachfrage nach vertieften Einblicken in die Schlüsselthemen der Branche für dekorative Oberflächen und Holzwerkstoffe. Durch diese Partnerschaft bestätigt das Interzum Forum Italy seine Rolle als führende Plattform für die neuesten Trends in Design und Möbeln und fördert hochrangige Networking- und Kooperationsmöglichkeiten.

Die Integration ermöglicht eine stärkere Fokussierung auf spezialisierte Inhalte innerhalb der Sektion „Materials & Nature“ bei der zweiten Ausgabe des Interzum Forum Italy und fördert den Dialog zwischen Experten, Unternehmen und Entscheidungsträgern der Branche.

Stimmen der Veranstalter

Thomas Rosolia, CEO von Koelnmesse Italia, kommentierte: „Diese Zusammenarbeit wird neue Möglichkeiten für den Dialog im Bereich der dekorativen Oberflächen und Holzwerkstoffe eröffnen. Sie hebt Schlüsselthemen wie Innovation, Nachhaltigkeit und Design hervor und hilft dabei, das Interzum Forum Italy als führende Veranstaltung für internationales Business und Networking zu etablieren.“

Tino Eggert, Chefredakteur & Netzwerkmanager von möbelfertigung, ergänzte: „Wir freuen uns sehr, mit Surface in Motion Italia beim Interzum Forum Italy in Bergamo dabei zu sein. Diese Zusammenarbeit zwischen zwei professionellen Partnern wird es uns ermöglichen, die Sichtbarkeit von Surface in Motion Italia weiter zu erhöhen und mit zukunftsweisenden Themen rund um dekorative Oberflächen ein noch breiteres Branchenpublikum zu erreichen.“

Programm und Format

Das Surface in Motion Italia-Format wird in das Konferenzprogramm des Interzum Forum Italy integriert und bietet eine dynamische Serie kurzer Vorträge von national und international renommierten Rednern. Das Programm wird in Zusammenarbeit mit Wissenspartnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und institutionellen Bereichen entwickelt.

Die zweitägige Veranstaltung findet am 4. und 5. Juni 2026 im Bergamo Exhibition Centre statt.

Weitere Informationen: www.interzum-forum.com

Salice

Übernimmt italienischen Schiebetüren-Spezialisten Villes 2000

Beschlaghersteller Salice hat erfolgreich die Villes 2000 S.r.l. („Villes“) übernommen. Das italienische Unternehmen ist spezialisiert auf aluminiumbasierte Schiebetürsysteme für Möbel, Innentüren und Duschkabinen.

Mit dieser Akquisition bekräftigt Salice seine Konsolidierungsstrategie und den Anspruch, zum führenden Premium-Anbieter für funktionale Hardware in der Möbelindustrie weltweit zu werden. Die Strategie basiert auf einer Kombination aus innovationsgetriebenem organischem Wachstum und gezielten Übernahmen.

Die Integration von Villes erweitert Salices Portfolio an Schiebetürsystemen und ergänzt das aktuelle Angebot der Marke Bortoluzzi um patentierte Lösungen mit hoher Individualisierbarkeit und benutzerfreundlichen Produktlinien. Die Übernahme eröffnet neue Möglichkeiten für Produktentwicklungs-Synergien, die Service und Mehrwert für Kunden weltweit verbessern sollen.

„Nach der Übernahme von Atim im vergangenen Jahr bestätigt die Akquisition von Villes unseren Anspruch, globaler Marktführer bei Hardware und Zubehör für die Möbelindustrie zu werden. Diese Übernahme erweitert unser Produktsortiment bei Schiebetürsystemen – einer Lösung, die von unseren Kunden zunehmend nachgefragt und von Verbrauchern geschätzt wird. Wir freuen uns auf die Partnerschaft mit Franco Villa und seinem außergewöhnlichen Team“, kommentiert Andrea Marcellan, CEO der Salice Group.

Steffen Schwerd, neuer Vorstandsvorsitzender von König + Neurath
König + Neurath

Gala zum 100-jährigen Jubiläum

König + Neurath hat sein 100-jähriges Jubiläum nicht mit Rückspiegeln, sondern mit Vorausschau gefeiert: K+N LIVE 2025 verwandelte den Work.Culture.Campus in Karben in ein Zukunftslabor – für alle, die Arbeit im Büro neu denken und gestalten wollen. Über 400 geladene Gäste, Partner und Freunde diskutierten offen über Arbeitskultur, Kreislauf und Künstliche Intelligenz. Das Format setzte bewusst auf Dialog statt Denkmal: keine Hochglanzfolien, sondern offene Fragen, klare Positionen und Impulse, die nachwirken. Am Abend krönte eine festliche Gala mit rund 400 Gästen die Jubiläumswoche.

Eröffnung mit Haltung: Praxis, Poiesis – und Verantwortung

CEO Steffen Schwerd eröffnete K+N LIVE mit einem persönlichen Impuls, der die 100 Jahre Unternehmensgeschichte in den Kontext aktueller Herausforderungen stellte. Angelehnt an Aristoteles’ Unterscheidung von Poiesis (ergebnisorientiertes Machen) und Praxis (sinnvolles Handeln) plädierte er für eine Kultur, die nicht nur produziert, sondern verbindlich handelt, Orientierung gibt und Verantwortung lebt: „Was wir ab morgen tun, wird entscheidend sein.“sagt Steffen Schwerd, CEO.

Impulse, die wirken – Stimmen des Tages

Die Tagesstruktur bündelte drei Session-Blöcke mit renommierten Impulsgeber:innen. Die Vorträge spannten den Bogen von Innovations- und Transformationsstrategien über Nachhaltigkeit bis hin zu KI-Impulsen für die Büro- und Arbeitskultur.

  • Tijen Onaran (Unternehmerin, Investorin): „Diversität ist kein Gutmenschentum. Es ist ein wirtschaftlicher Imperativ.“
    Ihr Appell: Führung mutiger, inklusiver, sichtbarer denken – ohne Angst vor Veränderung.
  • Holger Stanislawski (Unternehmer, Ex-Profi-Trainer): „Führung bedeutet, Menschen in ihrer Ganzheit zu sehen – nicht als Ressourcen. Und das verlangt im entscheidenden Moment auch Mut – denn Niederlagen kommen ganz von selbst.“

   Sein Credo: Mehr echte Kommunikation, weniger Management-Vokabular.

  • Anders Indset (Wirtschaftsphilosoph) eröffnete Denkräume zu Technologie, Ethik und ökonomischer Verantwortung: „Es mangelt nicht an Antworten, sondern an den richtigen Fragen.“
  • Tim Janßen (ProjectTogether / Cradle to Cradle): „Systemischer Wandel statt Symbolpolitik: zukunftsfähige Wertschöpfung braucht neue Allianzen und Verantwortung über Unternehmensgrenzen hinaus.“
  • Dr. Jens-Uwe Meyer (Innovationskultur) zeigte, dass wahre Disruption nicht aus Tools, sondern aus Denkfreiheit entsteht: „Innovation ist kein Projekt. Es ist eine Haltung.“
  • Dr. Nadja Henkel (Und wie willst du arbeiten?): „Selbstorganisation und psychologische Sicherheit als Basis moderner Zusammenarbeit.“

   Ihr zentrales Anliegen: Führung muss ermöglichen – nicht kontrollieren.

  • Yaël Meier (ZEAM, Gen-Z-Expertin) sprach über die veränderten Erwartungen junger Generationen an Arbeitskultur: „Wir wollen keine Tischtennisplatte. Wir wollen ernst genommen werden.“

    Für viele Besucher ein Augenöffner.

  • Johanna Matheis (Rechtsanwältin bei Oppenhoff): „Gerade der Mittelstand muss sich frühzeitig mit der Nachfolgegestaltung beschäftigen, um einen langfristigen und generationenübergreifenden Erhalt von Vermögen zu sichern.“
  • Anna Alex (Gründerin von Planetly und Outfittery) zeigte mit Klarheit und unternehmerischer Überzeugung, dass Nachhaltigkeit kein Imagefaktor, sondern ein strategischer Erfolgshebel ist. „Wir müssen aufhören, Nachhaltigkeit als Extra zu denken. Sie ist das neue Normal.“
  • Dr. Michael Trautmann (OTWTNW) verband Erfahrung, Tempo und Tiefgang: „New Work ist kein Feelgood-Projekt – es ist ein Führungs-Upgrade.“

Aus Haltung wird Handlung: Kreislaufwirtschaft als System

Holger Steinbrecht, Geschäftsbereichsleiter des neuen Geschäftsbereiches seKNd.life, skizzierte, wie König + Neurath Circular Economy in die Wertschöpfung integriert: die herstellerunabhängige Rücknahme, professionelle Aufbereitung und Weiterverwendung von Büromobiliar sowie ressourcenschonendes Recycling. So werden die R-Strategien Re.use, Re.furbish und Re.cycle zu einem durchgängigen Wertstoffkreislauf gebündelt. „Nachhaltigkeit funktioniert nur, wenn sie systematisch gedacht und konsequent in den Geschäftsprozess integriert wird – nicht als Add-on, sondern als Selbstverständnis.“ Die Botschaft des Tages: Kreislaufwirtschaft ist keine Vision – sie ist Realität.

Ergebnis: Ein Tag der Perspektiven – ohne fertige Antworten

K+N LIVE war kein Jubiläumsprogramm, sondern ein ehrlicher Zukunftstag: Haltung statt Show, Anregung statt Applaus. Viele Impulse werden in Arbeitsgruppen, Barcamps und Partnerdialogen weitergeführt. Das Feedback der Gäste unterstrich die außergewöhnliche Dichte hochkarätiger Speaker:innen und den intensiven Austausch. KI und Nachhaltigkeit wurden als Top-Themen bewertet.

„Wir verstehen uns als Pionier und Impulsgeber für die Arbeitswelt von morgen. Bei K +N LIVE haben wir die Megatrends Individuum, Gesundheit und Ökointelligenz intensiv beleuchtet – und in konkrete Lösungen übersetzt.“ sagt Steffen Schwerd, CEO.

„Die Mischung der Speaker – vielfältig, generationenübergreifend und inspirierend – hat unseren Gästen neue Blickwinkel eröffnet und den Dialog spürbar belebt.“ ergänzt Georg Frech, Leiter K+N Academy.

Feierlicher Gala-Abend zum 100-jährigen Jubiläum: Haltung trifft Emotion

Am Abend führte Ruth Moschner charmant durch ein abwechslungsreiches Programm, das Kultur, Humor und Wertschätzung verband: Duo Ludea eröffnete musikalisch, Elijas & Claire sorgten für magische Momente, Ekaterina Leonova & Paul Lorenz („Let’s Dance“) setzten tänzerische Akzente, Hazel Brugger begeisterte mit Stand-up Comedy und SNAP! brachte 90er-Jahre-Energie auf die Bühne. Unter den Gästen: der hessische Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck, Vertreter:innen aus Politik und Wirtschaft sowie die Eigentümerfamilie. Kulinarisch wurde den rund 400 nationalen und internationalen Gästen ein Gala-Dinner in drei Gängen serviert. Statt Geschenken bat das Unternehmen um Unterstützung für die Leberecht-Stiftung, die seit 75 Jahren Kinder und Familien in schwierigen Lebenslagen fördert.


Als Familienunternehmen in die Zukunft

Gerti König dankte Partnern, Lieferanten und Wegbegleitern für Vertrauen und Loyalität und stärkte der Enkelgeneration den Rücken, das Familienunternehmen mutig in die Zukunft zu führen. Aufsichtsratsvorsitzender Thomas M. Reimann würdigte das Engagement der Mitarbeitenden als Fundament der Erfolgsgeschichte von König + Neurath. Mit Stolz ergänzt CEO Steffen Schwerd: “Hundert Jahre Erfolg bedeuten auch hundert Jahre Herausforderungen. Wir haben schwierige Zeiten gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden, Partnern, Lieferanten und Wegbegleitern gemeistert. Dafür bin ich zutiefst dankbar. Auf dieser Stärke bauen wir auf und gestalten die Zukunft gemeinsam – mutig, verantwortungsvoll und zuversichtlich.“

Hettich

15 Jahre Express Küchen – 15 Jahre Partnerschaft

Als die Nolte Gruppe im Jahr 2010 das Unternehmen Express Küchen gründete, entschied man sich für den Beschlaghersteller Hettich als Zulieferpartner. Schließlich verband schon Nolte und Hettich eine langjährige Zusammenarbeit. Dank der gemeinsamen „Macher-Mentalität“ und den passenden Produktlösungen konnten Express Küchen und Hettich ihre Kooperation in den letzten 15 Jahren in zahlreichen Erfolgs-Projekten immer weiter ausbauen.

Mit dem Motto „So denken WIR Küche! Kitchen – The Express Way!“ betont Express Küchen seinen Anspruch, hochwertige Küchen „Made in Germany“ zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten. Das Unternehmen in Melle setzt dabei seit 2010 auf die Lösungen von Hettich: Von Beginn an nutzte man die bewährte Schubkasten-Plattform InnoTech auf Quadro-Auszügen. Ausschlaggebend für Express Küchen war neben den wählbaren Funktions- und Design-Varianten ebenso der besonders rationalisierte Fertigungsprozess des modularen Systems. Ein weiterer Meilenstein in der Plattform-Nutzung war 2017 die Einführung des neuen Schubkastensystems „Avantage“ auf Basis der Hettich-Plattform ArciTech mit Actro-Auszugsführung. Damit begann bei Express Küchen eine neue Ära bei Leichtlauf und Stabilität – mit einer hohen Belastbarkeit der Schubkästen bis 70 kg.

Heiko Maibach, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei Express Küchen, beschreibt die besondere Partnerschaft mit Hettich so: „Mit Hettich verbindet uns nicht nur die lokale Nähe in Ostwestfalen und die gute Erreichbarkeit. Wir leben seit 2010 eine Partnerschaft auf Augenhöhe, bei der wir uns immer wieder gegenseitig inspirieren und weiterentwickeln. Das geht weit über ein normales Lieferanten-Kunden-Verhältnis hinaus. Hettich nimmt jede neue Herausforderung sehr engagiert und lösungsorientiert an, so kommen wir zusammen zum besten Ergebnis.“ Tim Gorontzy, Marketingleiter von Express Küchen, ergänzt: „Hettich ist für uns weit mehr als nur ein Beschlaglieferant. Wir profitieren ebenso von Hettichs Know-how als Ideen-, Strategie- und Netzwerkpartner. Auch in Zukunft werden wir gemeinsam neue Projekte umsetzen, denn wir möchten, dass unsere Kunden bei Express Küchen ihre ideale Küche finden: hochfunktional, erschwinglich, und natürlich immer orientiert an den neuesten Trends.“

Hettich gratuliert Express Küchen zum 15. Jubiläum, das Team freut sich über das bisher Erreichte und plant bereits die nächsten Projekte, damit die Küchenkäufer auch künftig von der Zusammenarbeit der beiden Unternehmen profitieren können.

Nolte Küchen

Wie aus Daten eine neue Dynamik entsteht

Nicht allein die Pflicht, sondern der Nutzen zählt: Wer Daten konsequent verknüpft, schafft Mehrwert für das eigene Unternehmen sowie Handel und Endverbraucher:innen. Der Umgang mit dem Digitalen Produktpass bei Nolte Küchen zeigt, wie aus komplexen Anforderungen eine neue Dynamik entstehen kann, wie Jörn Schröder, IT-Projektmanager bei Nolte Küchen, erläutert.

möbelfertigung: Herr Schröder, seit wann beschäftigt sich Nolte Küchen mit dem Digitalen Produktpass?

Jörn Schröder: Nolte Küchen beschäftigt sich seit mehr als fünf Jahren intensiv mit diesem Thema. Über die Presse haben wir 2019 erstmals vom entsprechenden Punkt im European Green Deal erfahren und sofort erkannt, dass er auch für uns relevant sein würde. Uns war klar, dass dies zu einem zentralen Branchenthema werden würde. Daher unterstützen wir seither die Entwicklung erster wie auch weiterführender Lösungsansätze in den Arbeitskreisen des DCC.

möbelfertigung: Was ist das Konzept der DPP-Case-Study bei Nolte Küchen?

Jörn Schröder: Wir verfolgen zwei Blickrichtungen: Zum einen möchten wir zeigen, dass viele Bausteine bereits vorhanden sind und in neuer Kombination ein starkes Gesamtpaket ergeben. Zum anderen nutzen wir das Projekt, um uns intern kritisch zu überprüfen: Wo arbeiten wir doppelt? Was können wir vereinfachen? Und was fehlt uns eventuell noch für den DPP? Das könnten wir dann gezielt ergänzen, um Prozesse – etwa in der Produktion – noch smarter und effizienter zu gestalten. Durch diese Projektierung werden die zahlreichen unterschiedlichen Datentöpfe sichtbar und können in den kommenden Jahren strategisch reduziert werden. Gleichzeitig erhoffen wir uns für unsere Kund:innen einen Mehrwert: Sie erhalten künftig zusätzliche Informationen direkt mit dem Kauf – ohne Zeitverzug und ohne Umwege über verschiedene Kanäle.

Das komplette Interview lesen Sie in der möbelfertigung Ausgabe 5/2025. HIER GEHT ES DIREKT ZUM E-MAGAZIN.

Verband der Holzwerkstoff- und ­Innentürenindustrie (VHI)

Baukonjunktur ist der Schlüssel

Die Baukonjunktur schwächelt. Ihre Wiederbelebung wäre nicht nur für die ­Möbelindustrie, sondern womöglich die ganze ­deutsche Wirtschaft ein Weg aus der Krise. Anemon Strohmeyer, ­Geschäftsführerin des ­Verbandes der Holzwerkstoff- und ­Innentürenindustrie (VHI) schreibt über die Lage der ­Holzwerkstoffindustrie:

„Die Stärkung, der Schutz der deutschen Möbelindustrie ist in der aktuellen Krise virulent und steht auch für die Holzwerkstoffindustrie ganz oben auf der Prioritätenliste. Die deutsche Möbelindustrie hatte beim Inlandsumsatz in der ersten Jahreshälfte 2025 ein Minus von 6,3 Prozent gegenüber dem ja bereits schwachen Vorjahr zu verzeichnen, die Meldungen über Insolvenzen häufen sich, für das dritte Quartal 2025 haben nach Angabe des VDM 36 Prozent der Betriebe Kurzarbeit angekündigt – es sind keine Warnzeichen mehr, es ist eine veritable Krise und Anlass zu größter Sorge. Die Holzwerkstoffindustrie als eine ­Zuliefererindustrie solidarisch betroffen und einer der Hebel zur Lösung der Krise ist die Lösung der Baukrise, denn wird gebaut oder umgezogen, wird auch der Bedarf nach Inneneinrichtungen wie Küchen und Möbeln wieder steigen.

Die Krise der Wertschöpfungskette ist komplex: Es bestehen sowohl für die Möbel- als auch für die Holzwerkstoffindustrie zudem zunehmend nicht mehr wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen und steigende regulatorische Belastungen. Herausforderungen in der Rohstoffversorgung dominieren in den letzten Jahren die Produktionsbedingungen, insbesondere die phasenweise enorme Verteuerung des Rohstoffes Holz und dessen Verknappung.“

Das komplette Interview lesen Sie in der möbelfertigung Ausgabe 5/2025. HIER GEHT ES DIREKT ZUM E-MAGAZIN.