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Autor: Möbelfertigung

Noch mehr Kooperation zum 15-jährigen Jubiläum

Feiert 15-jähriges Jubiläum: Das Furniture Future Forum in Bünde. Außerdem hat das Ausstellungszentrum und Branchen-Netzwerk mit der Founders Foundation in Bielefeld einen weiteren Kooperationspartner gewonnen. So begegnen sich in der Uhlendiekstraße 88 künftig etablierte Unternehmen aus der Einrichtungsbranche und Gründer mit ihren frischen Ideen und ihren Start-ups – wie gerade erst im Rahmen der „Möbelvisionen“.

15 Jahre ist es her. 2007 fiel der Startschuss für das Furniture Future Forum im ehemaligen Hofemeier-Ausstellungsgebäude – damals noch als „Servicepunkt A30“. Im Herzen der Möbel- und Küchenindustrie konnte sich das Furniture Future Forum als Veranstaltungsort, Ausstellungszentrum und Kreativlabor etablieren.

„Wir haben schnell gemerkt, dass es den Beteiligten sehr stark um Inhalte geht. Deshalb haben wir regelmäßig Konferenzen und Workshops mit Top-Referenten veranstaltet. Das Furniture Future Forum hat sich mit immer mehr Leben und Inhalten gefüllt, sodass hier mittlerweile die Trends geboren werden“, resümiert Initiatorin und Geschäftsführerin Katrin de Louw. 

Das Zugpferd unter den ausstellenden Partnern war die Glunz AG (heute als Sonae Arauco immer noch Mitglied), die sich zum Start an dem Konzept beteiligt hat. Sukzessive kamen immer mehr hochkarätige Namen dazu, sodass heute 17 Aussteller vertreten sind: Christian Kröger, Conal, Continental, Europlac, Furnipart, Hera, Kröning, Lehmann, Linak, Neelsen, Pyrus Panels, Röhm, Schattdecor, Sonae Arauco, Strate Druck, SWL Holzplatten und Van Hoecke.

Die Unternehmen schätzen die One-Stop-Shop-Idee in dem 600 qm großen Ausstellungszentrum sowie die Neutralität des Forums als neutrale Plattform für die Branche.

Ebenso wichtig sind die Kooperationspartner, durch deren Mitwirken es gelingt, den Standort immer wieder thematisch neu aufzuladen. Als wichtige Brancheninstitution unterstützen die Verbände der Holz- und Möbelindustrie NRW e.V. das Format seit langem. Eine tragende inhaltliche Säule für die Netzwerkpartner ist die Nachwuchsförderung, weshalb mit der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und anderen Instituten wie den regionalen Tischler-Innungen kooperiert wird. Das Materiallabor Raumprobe aus Stuttgart gehört ebenso zu der Gemeinschaft wie die „Interzum“ in Köln.

Wie erfolgreich Interessen in dem Furniture Future Forum vereint werden, zeigte erst vor Kurzem der Fall der Effizienz-Agentur NRW, die auf den „Möbelvisionen“ im November ein Workshop-Format zum Thema „nachhaltige Wertschöpfung“ vorstellte, das bereits kurz danach ausgebucht war.

Auch zwei Start-ups sind dabei gewesen: Gründer Dominik Witt stellte die automatisierten Produktfinder und Konfiguratoren von Phaina vor, und Flowetry-Gründer Sönke Hünkemeier präsentierte einen 3D-Produktkonfigurator, den Anwender ohne großen Programmieraufwand nutzen und weiterentwickeln können. 

Über den Auftritt im Furniture Future Forum, sagt Phaina-Gründer Dominik Witt: „Ich durfte mein Unternehmen vorstellen und konnte im Anschluss mit vielen Expertinnen und Experten aus der Möbelbranche über den Zusammenhang von technischen und optischen Anforderungen diskutieren, für die sich Menschen bei der Möbelauswahl interessieren. So habe ich viele neue Kontakte geknüpft.“

Beide Start-ups wurden durch die in Bielefeld ansässige Founders Foundation bei der Entwicklung ihrer Geschäftsideen unterstützt. Die Founders Foundation, die seit Kurzem auch mit dem Furniture Future Forum kooperiert, hat sich seit der Gründung 2016 als Start-up-Ökosystem weit über die Grenzen Ostwestfalens hinaus einen Namen gemacht. Dabei vernetzt sie New and Old Economy, um Synergien zwischen etablierter Wirtschaft und zukünftigen Unternehmerinnen und Unternehmer zu hebeln.

Im Laufe des Jahres werden im Furniture Future Forum traditionell drei feste Events veranstaltet, sofern keine Pandemie herrscht. Dabei gelingt es Katrin de Louw als Kuratorin immer wieder echte Stars der Zunft nach Bünde zu holen. Auf den „Möbelvisionen“, die immer im November stattfinden, waren beispielsweise schon Peter Ippolito oder Werner Aisslinger als Referenten zu Gast. Im Februar wird im Rahmen eines technischen Events regelmäßig „Kurzer Prozess“ gemacht. Am 16.2.2023 heißt das Thema „Krisenmanagement für den Mittelstand“. Und am 15.6.2023 wird dann wieder der neue „Trendreport“ präsentiert.

„Das Furniture Future Forum lebt und wir setzen alles daran, dass das Netzwerk weiterwächst. Denn wir glauben daran, dass es immer zu etwas Neuem, Gutem und Sinnvollem führt, wenn Menschen unterschiedlicher Disziplinen an einem offenen Ort zusammentreffen und Ideen austauschen“, sagt Katrin de Louw.

Feiert das zwanzigjährige Bestehen

Seit 1997 verarbeiten Tischler und Möbelherhersteller in Polen die Produkte von Adler. Denn damals gründete Piotr Czado im Dorf Mogilany sein erstes Handelsunternehmen „Patron“, mit dem er holzverarbeitende Betriebe belieferte. In den Jahren davor hatte Czado in Wien das Tischlerhandwerk erlernt und dabei die Produkte von Adler kennengelernt. Bald stellten sich erste Erfolge ein, und so beschlossen Czado und Adler-Geschäftsführer Günther Berghofer, eine gemeinsame Vertriebsgesellschaft zu gründen. So schlug 2003 die Geburtsstunde von Adler Polska – und eine außergewöhnliche Erfolgsstory nahm ihren Anfang.

Heute verfügt Adler Polska über eine moderne Firmenzentrale in Krakau sowie elf Servicestützpunkte im ganzen Land. Doch nicht die Erfolge des Unternehmens standen im Mittelpunkt der feierlichen Jubiläums-Gala, zu der Adler Polska im Oktober nach Krakau eingeladen hatte, sondern die Menschen, die diese Erfolge erst möglich machten. Das sind in erster Linie die 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Adler Polska, zu denen auch die zweite Generation der Familie Czado gehört, Sohn Konrad und Tochter Kamila. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bereits seit den Gründungstagen der Vertriebsgesellschaft im Team mit dabei. Sie wurden bei der Jubiläums-Gala ebenso geehrt wie zahlreiche Kunden, die dem Unternehmen ebenfalls bereits seit Jahrzehnten die Treue halten.

So war auch die Grußbotschaft, die Andrea Berghofer – gemeinsam mit einer edlen Jubiläums-Urkunde – aus Schwaz mitgebracht hatte, von Dank geprägt: An die Familie Czado, an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das Rückgrat des Erfolgs der Adler Polska bilden, und an die Kunden. Dann richtete Andrea Berghofer den Blick in die Zukunft: „Der französische Schriftsteller Victor Hugo schrieb: ‚Die Zukunft hat viele Namen: Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare. Für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte. Für die Tapferen und Mutigen ist sie die Chance.‘ Diese Chance werden wir im Sinne des gemeinsamen Erfolgs nutzen!“

15. Niederlassung gegründet

In der thailändischen Hauptstadt Bangkok hat der schwäbische Schärfspezialist seine 15. Niederlassung gegründet, die unter dem Namen Vollmer Asia Pacific firmiert. Im südostasiatischen Raum soll der Standort vor allem Kunden aus Thailand, Vietnam, Malaysia, Taiwan oder den Philippinen bedienen, um sie vor Ort mit Schleif- und Erodiermaschinen, Services und digitalen Lösungen zu versorgen. Vollmer ist auf dem asiatischen Markt seit vielen Jahrzehnten aktiv und bereits mit eigenen Niederlassungen in Japan, China, Südkorea und Indien vertreten.

„Mit der Gründung von Vollmer Asia Pacific verfügen wir jetzt weltweit über 15 Niederlassungen und festigen unsere Technologieführerschaft im ostasiatischen Raum“, sagt Jürgen Hauger, Geschäftsführer der Vollmer Gruppe. „Durch die größere Nähe zu unseren Kunden können wir sie vor Ort noch intensiver und kompetenter betreuen.“

Der schwäbische Schärfspezialist Vollmer hat seinen Hauptsitz in Biberach an der Riß und ist seit Jahrzehnten im asiatischen Markt aktiv. Die erste Niederlassung in Asien hat das Unternehmen im Jahr 2000 in Japan eröffnet, es folgten weitere Gründungen in China, Südkorea und Indien. Mit Vollmer Asia Pacific in der thailändischen Hauptstadt Bangkok ist Vollmer in der Lage, seine Geschäfte in den ASEAN-Ländern (Association of Southeast Asian Nations) weiter auszubauen – zu ASEAN gehören unter anderem Thailand, Vietnam, Malaysia, Philippinen, Indonesien oder Singapur.

In Thailand ist Vollmer seit 2017 mit einer Repräsentanz vertreten und hat nun mit der eigenen Niederlassung einen weiteren Meilenstein in Südostasien gesetzt. Vollmer Asia Pacific wird mit sieben Mitarbeitern und der Unterstützung lokaler Händler in Ländern wie Vietnam oder Malaysia seine Kunden vor Ort betreuen. Geleitet wird der Standort von Andreas Weidenauer, der bereits die Repräsentanz geführt hat und in dieser Branche mehr als 30 Jahre Erfahrung hat.

dLV

Mit Gemeinschaftsstand auf der „Euroshop“ 2023

Der Deutscher Ladenbau Verband (dLv) unterstützt die „Euroshop“ 2023. Es gibt nach Aussage des Verbands keine vergleichbare Messe, die Ladenbau- und Zulieferunternehmen, Handel und weitere investitionswillige Branchen zusammenbringt. Mit sechzehn Mitgliedsfirmen wird der dLv in Halle 11 mit einem großen Gemeinschaftsstand auf 1.100 Quadratmetern Präsenz zeigen.

Was erwarten die dLv-Aussteller im Februar 2023? Auf jeden Fall attraktive Mitaussteller und ein interessiertes Fachpublikum. Die „Euroshop“ ist eine Netzwerk- und Trendplattform und deshalb attraktiv für nationale wie internationale Retailer, Planer und Architekten. Die Messe ist eine gute Benchmark für die Marktteilnehmer, insbesondere nach den vergangenen Jahren ohne pandemiebedingte physische Präsenz vieler Firmen bei ihren Kunden und auf Veranstaltungen.

Diese Firmen stellen auf dem dLv-Stand in Halle 11 aus: Brinkdöpke, CAD+T Solutions, Cyncly, Decor Metall GmbH, Egger Holzwerkstoffe, Elektra, Häfele, Harreskind + Koenig Object Consulting, Heikaus, Kuhlmann Laden- und Innenausbau, Ruco Licht, RZB-TDX Lighting, Sonae Arauco Deutschland, Swisskrono, Vivamo und Wieland Electric.

Blanc & Fischer

Innovationspreis für Forschungsleistungen verliehen

Mit einem eigenen Innovationspreis spornt die Blanc & Fischer Familienholding jetzt zu besonderen Forschungsleistungen an. Erstmals wurde die mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Auszeichnung am 25. November für drei ingenieurswissenschaftliche Doktorarbeiten verliehen. „Die prämierten Arbeiten eint ihr besonderes Potenzial für Innovation und deren Transfer in die Industrie. Das war entscheidend“, würdige Jury-Mitglied Dr. Patricie Merkert, Head of Innovation & Technologies bei E.G.O., die Leistungen. Die Gewinner sind Dr. Theresa Hanemann, Dr. Florian Stamer und Dr. Thorsten Zirwes vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Bernd Eckl, CEO der Blanc & Fischer Holding (u.a. E.G.O. und Blanco), betonte dazu: „Als Unternehmen der Region profitieren wir von der exzellenten Forschungsarbeit am KIT. Auf dem Stand der Wissenschaft zu sein, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für Innovation – und Innovation ein wesentlicher Treiber für unseren Erfolg. Die seit vielen Jahren gelebte enge Zusammenarbeit mit dem KIT hat mit dem Blanc & Fischer Innovationspreis nun ein eigenes Format erhalten.“

61 % der Unternehmen im Jahr 2020 in globale Wertschöpfungsketten eingebunden

61 Prozent der knapp 64.000 Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten in Deutschland waren im Jahr 2020 Teil einer globalen Wertschöpfungskette, in deren Rahmen sie Waren oder Dienstleistungen aus dem Ausland bezogen oder dorthin geliefert haben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist dies das Ergebnis einer Pilotstudie bei Produktions-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Die Angaben über Waren und Dienstleistungen in globalen Wertschöpfungsketten beziehen sich auf Waren beziehungsweise Dienstleistungen mit jährlichem Verkaufswert von mehr als 100.000 Euro. Die Studie zeigt auch, dass 1,6 Prozent der Unternehmen in den Jahren 2018 bis 2020 Teile ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten ins Ausland verlagerten – vor allem wegen Kostenvorteilen.

Am internationalen Austausch von Waren beteiligten sich mit 49 Prozent knapp die Hälfte der Unternehmen. Hier steht der Bezug von Rohstoffen aus dem Ausland an der Spitze – das gaben 46 Prozent dieser Unternehmen an. Bei grenzüberschreitenden Lieferungen ragten dagegen eigens entwickelte, für den Weiterverkauf bestimmte Endprodukte heraus: Diese wurden von 37 Prozent der Unternehmen ins Ausland geliefert.

Eine Dienstleistung haben 37 Prozent der Unternehmen grenzüberschreitend beansprucht und/oder erbracht. Davon nutzten 44 Prozent Dienstleistungen ausländischer Unternehmen aus dem Bereich Transport, Logistik und Lagerung. 29 Prozent der Unternehmen, die ausländische Dienstleistungen nutzten, nahmen Informations- und Kommunikationsdienstleistungen grenzüberschreitend in Anspruch.

Zwischen 2018 und 2020 haben 1,6 Prozent der Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten Teile ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten ins Ausland verlagert. Das heißt, sie haben Unternehmensfunktionen wie beispielsweise Produktion von Waren, Marketing, Vertrieb und Kundendienst oder Forschung und Entwicklung vollständig oder teilweise aus Deutschland heraus an andere Unternehmen innerhalb oder außerhalb ihrer Unternehmensgruppe ins Ausland abgegeben. Dabei verlagerten 64 Prozent der Unternehmen Aktivitäten in Staaten in der Europäischen Union (EU) und 60 Prozent verlagerten Aktivitäten in das restliche Ausland.

Bei den Motiven für eine internationale Verlagerung spielten insbesondere Kostenvorteile eine Rolle. So war für 89 Prozent der Unternehmen, die verlagerten oder eine Verlagerung in Erwägung zogen, die Verringerung von Lohnkosten ein wichtiges Motiv für eine Verlagerung ins Ausland, 75 Prozent der Unternehmen nannten andere Kostenvorteile. Aber auch der Mangel an qualifizierten Fachkräften in Deutschland war für 62 Prozent der Unternehmen ein Grund, Unternehmensfunktionen ins Ausland zu verlagern oder dies in Erwägung zu ziehen.

Bei den Hindernissen für eine Verlagerung spielten administrative oder rechtliche Faktoren eine wichtige Rolle: 79 Prozent der Unternehmen gaben dies an. Es folgten steuerliche Probleme (59 %) sowie Zölle und andere Handelshemmnisse (54 %).

Organisierte das Fachforum „Homeoffice der Zukunft“

Erfolgreich ist letzte Woche Mittwoch das Fachforum „Homeoffice der Zukunft“ des Furniture Club in Zusammenarbeit mit Hettich und Tischler.NRW in Vlotho über die Bühne gegangen. In dessen Rahmen erhielten Innen- und Objekteinrichter, Tischlerbetriebe, Raumausstatter und Innenarchitekten von Branchenexperten aus Mitgliedsunternehmen des Furniture Club Informationen und Konzepte für die professionelle, zukunftsweisende Einrichtung im Homeoffice.

Die Impulsreferate gaben tiefe Einblicke zu Trends im Homeoffice, Homeoffice-Konzepten für individuelle Wohnsituationen, Ergonomie, Licht unter gesundheitlicher und betriebswirtschaftlicher Betrachtung, zu flexiblem und sicherem Stauraum im Homeoffice sowie zu digitaler Unterstützung für das Tagesgeschäft der Einrichter. In angeregten Diskussionen sowie Gesprächen an den Marktständen der Furniture Club-Mitgliedsfirmen Hettich, Assmann Büromöbel, Alanod, BBH-Designelemente, Pfleiderer und Reichert Holztechnik konnten zahlreiche Fragen geklärt, umsetzungsnahe Lösungen gefunden und wertvolle Kontakte geknüpft werden.

„Das war ein richtig intensiver Austausch der Fachleute in der Branche, der alle über diesen Tag hinaus miteinander vernetzt und für die Homeoffice-Einrichtung eine professionelle Plattform geboten hat”, freute sich Dr. Nadine Knefelkamp, Mitorganisatorin des Fachforums und Leiterin Produktmanagement Workplace bei Hettich.

Die Lieferkettengesetze sind gut gemeint, aber miserabel gemacht

Das deutsche Lieferkettengesetz wird in seiner Umsetzung immer schärfer und die EU-Regulierung soll noch weit darüber hinausgehen. Die Folgen sind nicht mehr kalkulierbar. Die Handlungsfreiheit des industriellen Mittelstands, der vom Export lebt, wird aufs Spiel gesetzt – ungeachtet aller aktuellen Krisen. Damit werden auch die Ziele der Gesetze gefährdet.

Menschenrechte einhalten und Kinderarbeit verhindern – diese beiden zentralen Grundsätze des deutschen und des geplanten europäischen Lieferkettengesetzes werden vom Maschinen- und Anlagenbau uneingeschränkt unterstützt. Was die Gesetzgeber tatsächlich auf den Weg gebracht haben oder noch bringen wollen, geht jedoch weit über diese Grundrechtesicherung hinaus. Die Lieferkettengesetze werden für mittelständische Unternehmen immer mehr zu einer Falle, der sie nicht entgehen können. „Unsere Firmen sollen unter anderem auch dafür verantwortlich sein, dass rund um den Globus die europäischen Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden – sonst werden sie bestraft. Das ist völlig unrealistisch. Während die EU-Staaten aus gutem Grund ihre Standards jetzt lockern, wenn sie in der Welt Gas einkaufen, sollen die Betriebe umso mehr in Haftung genommen werden. Das kann gerade für eine vom Export lebende Nation wie Deutschland aber auch Europa insgesamt nicht gutgehen. Hier wird die Handlungsfähigkeit des industriellen Mittelstands aufs Spiel gesetzt“, warnt VDMA-Präsident Karl Haeusgen. Diese Sorgen und Kritik hat der Verband jetzt auch in einem Brief an Wirtschaftsminister Robert Habeck und weitere Ministerien klar zum Ausdruck gebracht.

Am geplanten EU-Lieferkettengesetz kritisiert der VDMA:

  • dass neben den Menschenrechten auch die Verletzung von Umwelt- und Klimastandards, Arbeitsrichtlinien sowie Good Governance-Regeln auf dem Rücken der Betriebe sanktioniert werden sollen, statt dass Staaten dafür zur Verantwortung gezogen werden,
  • dass das Gesetz nicht nur die erste Stufe der Lieferkette umfasst, sondern alle Stufen auch aller Tochtergesellschaften und sogar für die Kunden gehaftet werden soll,
  • das Fehlen einer “White List“ von Ländern außerhalb der EU, mit denen Unternehmen ohne aufwändige Prüfung weiter Handel treiben können.
  • dass das Gesetz bereits ab einer Schwelle von 500 Mitarbeitenden greifen soll,
  • dass Unternehmen und UnternehmerInnen in die zivilrechtliche Haftung genommen werden können, ohne Einfluss auf die zugrunde liegenden Sachverhalte zu haben.

„Wenn das EU-Lieferkettengesetz ohne dringend notwendige Korrekturen verabschiedet wird, können sich unsere kleineren und mittleren Firmen aus dem globalen Wettbewerb in Teilen verabschieden. Und die Konkurrenz aus den USA, Großbritannien und Asien lacht sich ins Fäustchen. Das kann die EU nicht wollen, zumal es der Zielsetzung Europas widerspricht, die Resilienz der europäischen Wirtschaft zu stärken“, betont Haeusgen.

Zur Umsetzung des deutschen Lieferkettengesetzes:
Auch der deutsche Gesetzgeber und seine zuständige Behörde BAFA sind dabei, das bereits beschlossene Lieferkettengesetz in der Umsetzung so zu verschärfen, dass es die Unternehmen aus vielen Märkten treiben wird. So ist vorgesehen, dass Firmen ihre Berichte über die voraussichtlichen Risiken von Menschenrechtsverletzungen, Umwelt- und Klimaschäden im Detail auf ihren Webseiten für alle einsehbar machen müssen – und dies sieben Jahre lang. Diese Informationen sind dann auch für Wettbewerber und Kunden verfügbar, die keine solchen Verpflichtungen haben. „Das wird zum Rückzug unserer Unternehmen aus ganzen Ländern führen und damit ist den Menschen vor Ort geschadet, nicht geholfen“, betont Haeusgen.

„Im Grunde könnte die Politik den Unternehmen auch direkt sagen: Wir wollen nicht mehr, dass ihr mit diesem oder jenem Land überhaupt noch Geschäfte betreibt. Das wäre wenigstens ehrlich. Der angebliche Grundsatz ,Befähigung vor Rückzug‘ ist eine Worthülse. Sie wälzt nur die Verantwortung auf den Rücken derjenigen ab, die für Arbeitsplätze und Steuereinnahmen sorgen. Diesen Prozess in Zeiten von Krieg, hoher Inflation und einer ungelösten Energieversorgung nicht zu stoppen, ist unverantwortlich“, resümiert der VDMA-Präsident.

Betriebsunfall ohne Verletzte in Leutkirch

Wie Schwaebische.de berichtet, kam es Sonntagnacht zu einer Verpuffung. Wie ein Polizeisprecher auf Anfrage von schwaebische.de gegen 1.30 Uhr mitteilte, war ein technischer Defekt Ursache. Eine Filteranlage hatte sich mit Staub zugesetzt. Ein daraus resultierender Funkenflug führte zur Verpuffung. Es habe keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden, so der Polizeisprecher weiter. „Es sind keine Gefahrenstoffe ausgetreten.“ Ebenso habe es keine Verletzten gegeben. Der Sachschaden liege im unteren fünfstelligen Bereich.