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Autor: Möbelfertigung

L‘Engineers

Durchgängigkeit der Daten realisieren

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Digitale, webbasierte Einkaufsmöglichkeiten florieren nicht erst seit der ­Pandemie, sondern werden seit Jahren zum zentralen Absatzkanal im B2C und B2B Geschäft. Deshalb stehen Konfigurator-­Lösungen und die individuelle Produktdarstellung auch bei Möbeln und Einrichtung verstärkt im Mittelpunkt.

In der Zusammenarbeit mit Zulieferbetrieben ist für Möbelproduzenten eine ­schnelle Web-Konfiguration von Halbfabrikaten, variablen Korpusprogrammen bis hin zu ­detaillierten Einzelteilfertigungen entscheidend. Dabei sparen schnelle, transparente und nachverfolgbare Kommunikationswege Zeit und Geld. Allerdings scheitert die Einführung neuer digitaler Lösungen, wenn im Vorfeld die konzeptionelle und strukturelle Arbeit im Bereich Stammdaten, digitale Prozesse und Optimierung des Produktportfolios vernachlässigt wird. Deshalb müssen für die Daten-Durchgängigkeit drei Bereiche genauer betrachtet werden: Daten, Prozesse und Produkte.

Die notwendigen Daten für durchgängige Prozesse vom Web bis an die Maschine liegen selten in der erforderlichen Systematik vor, sondern kommen aus unterschiedlichsten heterogenen Quellen inner- und außerhalb des Unternehmens. Dabei sind gewachsene Strukturen und Prozesse oft nicht oder nur teilweise digitalisiert. Eventuell stammen Produkte oder Fertigungsinformationen aus ehemals analogen Produktionsvorgängen und wurden mit einem Fokus auf Materialkosten bzw. Marktströmungen entwickelt, da vormals Datendurchgängigkeit noch eine untergeordnete Rolle spielte. Diese Faktoren behindern die Umsetzung von digitaler Variantenkonfiguration und zugehörigen Softwarelösungen erheblich.
Deshalb orientiert sich L‘Engineers an den sechs Phasen des Qualitätsmanagement-Ansatzes sowie Lean Management Methoden und definiert anhand von vorgefundenen und benötigten Daten, Prozessen und Produkten ein Ziel. Dabei wird exakt beschrieben, welche Produkte, basierend auf welchen Daten, in welchen Prozessen hergestellt werden sollen. Die Unterscheidung nach mehreren Ebenen der digitalen Verfügbarkeit ist hier ein entscheidender Schritt. Prozesskette und Produkte werden nach vorhandenen Digitalisierungsstufen analysiert, Automatisierungsoptionen identifiziert und Kostentreiber reduziert. In Folge wird ein erster Prototyp erstellt, der stets gegen das getroffene Zielbild abgeglichen und korrigiert wird.

Die Herausforderungen liegen im Detail, wie die Erkenntnisse aus den bisherigen Projekten zeigen:

1. Lost in translation: Unterschätzen Sie nicht den Übersetzungsaufwand zwischen realen Daten und validen Informationen.
2. Die Entdeckung der Langsamkeit: Der langsamste Teilprozess bestimmt die Geschwindigkeit der kompletten Fertigungskette.
3. Less is more: Mehr Daten zu generieren bedeutet nicht immer vorhandene Lücken zu schließen.

Genau bei diesen Themen setzt L’Engineers an. Das interdisziplinäre, erfahrene Team konnte bereits mehrfach die virtuelle Realität mit der Fertigungsrealität verbinden. Dadurch wurden individuelle Produktionsumgebungen schlank, effizient und lösungsorientiert nach vorne entwickelt. Und das vom Handwerksbetrieb bis hin zum großen Möbelproduzenten.
Mehr Infos: www.lengineers.de

Hochkarätiger „Furniture Day 2022“

Erfolgreich ging gestern die hybride EFIC-Konferenz „The Furniture Day 2022“ in Brüssel über die Bühne. Neben vielen Teilnehmer:innen vor Ort waren auch rund 400 Zuhörer:innen per Live-Stream zugeschaltet. Sie erlebten Vorträge und Diskussionen rund um die brennenden Themen Nachhaltigkeit, Rohstoff-Knappheit, Preisexplosion und Digitalisierung.

Prof. Sascha Peters von Haute Innovation verwies eindringlich darauf, dass wir, wenn wir unsere Lebensgewohnheiten nicht ändern, im Jahr 2050 drei Erden benötigen. Er sieht auch in der Möbelindustrie großes Potenzial, um nachhaltiger zu fertigen. So gibt es beispielsweise bereits viele Ideen, wie man auf Klebstoffe oder Plastik verzichten könnte oder wie sich andere Materialien statt Holz, Leder oder Schaum einsetzen lassen (z.B. Fischschuppen oder Kokosfasern).

Maila Puolamaa von der EU-Kommission führte aus, vor welchen Chancen und Herausforderungen die europäische Möbelindustrie mit ihren rund 120.000 Unternehmen steht. Neben Ukraine-Krieg und Rohstoffproblematik gehört dazu der „Green Deal“, die ehrgeizigste Agenda, die sich die EU je gegeben hat. Ziel ist es, als erster Kontinent klimaneutral zu werden. So gibt es verschiedene „Action Plans“, die deutliche Auswirkungen auf die Hersteller haben.

Die anschließende Panel-Diskussion führten mit Moderatorin Mariam Zaidi VDM-Hauptgeschäftsführer Jan Kurth, Giovanni del Vecchio, CEO von Giorgetti, Stina Wallström, Managerin für Public Affairs bei Ikea, Martin Brettenthaler, CEO von der Swiss Krono Group, und Andre Dorner, Geschäftsführer Deutschland bei Blum (v.l.). Sie waren sich einig, dass die aktuellen Herausforderungen immens sind, dass die Unternehmen ihre Flexibilität erhöhen, ihre Einkaufspolitik ändern und ihre Kommunikation mit den Kund:innen verstärken müssen. Auch das Ziel, ein zirkuläres Unternehmen zu werden, haben sie im Blick. Aber: „Natürlich ist Nachhaltigkeit wichtig. Doch wenn ein Hersteller nicht mehr in der Lage ist, erfolgreich zu sein, ist das auch nicht nachhaltig“, so Giovanni del Vecchio. In diesem Zusammenhang formulierten die Teilnehmer:innen die Forderung an die Politik, man müsse zusammenarbeiten und Gesetze schaffen, die helfen statt behindern, die für alle Marktplayer gelten – auch für Importeure – und deren Einhaltung konsequent überprüft wird.

Nach der Mittagspause erläuterte zunächst Matjaz Malgaj von der EU-Kommission das aktuelle Vorschlagspaket für ein Ökodesign für nachhaltige Produkte. Er führte aus, welche Auswirkungen die Verordnungen auf die europäische Möbelindustrie haben werden. Dazu gehören beispielsweise ein digitaler Produktpass und die Pflicht zur Vermeidung besorgniserregender Stoffe. Abgerundet wurde die Konferenz durch zwei Panel-Diskussion. Zunächst sprachen Robin Ljungar, Umweltmanager bei TMF, Kees Hoogendijk, Generaldirektor von CBM, und Cathy Dufour, Generaldirektorin von l’Ameublement Frankreich, über die Reaktion der europäischen Möbelindustrie auf die EU-Vorschläge und über nationale Initiativen zur Unterstützung der Hersteller. Über die Frage, was die europäische Möbelindustrie von der Politik benötigt, um weiterhin im globalen Wettbewerb bestehen zu können, diskutierten dann Philippe Moreau, Präsident von l’Ameublement Frankreich, Maria Porro, Präsidentin von Assarredo, Jan Desmet, Präsident von Fedustria, Patrizia Toia, Abgeordnete des EU-Parlaments, und Chris De Roock, General Manager von Wood.Be.

Jubiläumsausgabe bietet zahlreiche Highlights

Bei der 20. Ausgabe der „Holz-Handwerk“, die als einmalige „Summer Edition“ vom 12. bis 15. Juli 2022 in Nürnberg – wie immer parallel zur „Fensterbau Frontale“ – stattfinden wird, erwarten die Besucherinnen und Besucher einige Highlights. Zum Beispiel findet erstmals ein Forum zum Thema Digitalisierung statt. Der Titel: „Digitalisierung praktisch gestalten im Handwerk“. Mit einer Kombination aus Produktpräsentationen und Impulsvorträgen bietet das Forum in Halle 8 Informationen rund um die Schwerpunktthemen Effizienz & Produktivität, Mitarbeiter & Führung sowie die Zusammenarbeit und die Kommunikation mit Kunden.

Da der Fachkräftemangel leider weiterhin ein Thema bleibt, das die holzverarbeitende Branche bewegt, bietet der „Holz-Handwerk Campus“ eine zentrale Plattform für das Thema Aus- und Weiterbildung. Fach-, Hoch- und Meisterschulen präsentieren in Halle 12 ihr Angebot. Erstmals bringt zudem ein „JobBoard“ auf der Messe Fachkräfte und Unternehmen mit offenen Stellen zusammen.

Zudem gestaltet der Fachverband Schreinerhandwerk (FSH) Bayern mit der Sonderschau „DesignObjekt – ObjektDesign“ in der Halle 9 eine interaktive Informationsplattform mit praxisnahen Leitfäden.

Auf dem Gemeinschaftsstand „Innovation made in Germany“ können Besucher mit jungen Unternehmern in den Austausch kommen und innovative, neuartige Verfahren, Produkte und Lösungen erleben. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) fördert hier die Teilnahme von Start-ups und jungen Unternehmen.

Bislang haben sich rund 330 internationale Aussteller aus der Holzbe- und -verarbeitung zur „Summer Edition“ der „Holz-Handwerk“ angemeldet. Zwar fehlen in diesem Jahr ein paar bekannte Unternehmen, wie Metabo, Remmers oder SCM, aber die meisten großen Namen sind vertreten, so dass die Messe das gewohnt sehr gute Angebotsportfolio bieten kann.

 

HDH

„Deutschland braucht Holz für aktiven Klimaschutz”

Nach der Sonder-Agrarministerkonferenz zum deutschen Wald sieht sich der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) in wichtigen Forderungen bestärkt, warnt aber zugleich vor einer Schieflage bei politischen Zielvorgaben. „Die Ressortchefs von Bund und Ländern haben nach ihrem Treffen einhellig den hohen Stellenwert von Holz in klimafreundlichen Produkten für Verbraucher und Industrie hervorgehoben. Zu Recht: Wir benötigen die Leistungen von Holz für den Ersatz fossiler Rohstoffe und energieintensiver Produkte dringend: Für mehr Umweltschutz und für mehr Versorgungssicherheit”, betont HDH-Präsident Johannes Schwörer.

Auf der Sonder-Ministerkonferenz am 16. Mai standen Biodiversität und Umweltbelange im Wald ebenso wie die Nutzung und Verwertung von Forstprodukten programmatisch im Mittelpunkt – Aspekte, die aus Sicht des HDH voneinander abhängen und sich ergänzen. „Von ideologischen Debatten der Vergangenheit, wie sie insbesondere die Agrarpolitik geprägt haben, müssen wir uns im Wald schleunigst lösen. Umweltschutz und Nutzung der Wälder gehen Hand in Hand, wie uns wissenschaftliche Erkenntnisse zur Kohlenstoff-Bindung junger, wachsender Wälder nachdrücklich zeigen”, erklärt Schwörer. „Diese Erkenntnisse weisen eindeutig auf den hohen Klimanutzen junger, bewirtschafteter Wälder hin.  Deshalb wenden wir uns energisch gegen eine staatlich alimentierte Nutzungsaufgabe, etwa in Form einer Stilllegungsprämie für kostbare, gesunde Wälder. Vielmehr benötigt Deutschland deutlich mehr Holz aus nachhaltig bewirtschafteten, heimischen Forsten”, unterstreicht der HDH-Präsident. Hintergrund: Eine Stilllegungsprämie für Wälder wird immer wieder diskutiert, nicht zuletzt vom Bundeslandwirtschaftsministerium. „Doch sind unsere Wälder im Sinne des Klimaschutzes schon überaltert. Denn jüngere, bewirtschaftete Wälder binden Kohlenstoff viel besser”, betont Schwörer.

Eine Folgenabschätzung geplanter Maßnahmen des Klimaschutzgesetzes, wie sie Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus (SPD), einfordert, ist aus Sicht des HDH dringend erforderlich. Denn die Vorräte in den deutschen Wäldern sind in vielen Regionen überreichlich. Zu große Vorräte aber sind kontraproduktiv für den Klimaschutz.

„Pandemie und Ukraine-Krieg zeigen überdeutlich: Künftig müssen wir uns viel stärker auf unsere regionalen Ressourcen besinnen”, erklärt der HDH-Präsident. Ein Kubikmeter Holz bindet rund eine Tonne CO2. Noch viel größer ist der Klimaschutzeffekt, wenn das Holzprodukt energieintensive Materialien ersetzt und dessen Emissionen eingespart werden. „Bei einem durchschnittlichen CO2-Fußabdruck deutscher Verbraucher:innen von rund 8 Tonnen pro Jahr zeigt sich, was Holz für den aktiven Klimaschutz leistet“, sagt Schwörer.

Erneut hohe Auszeichnung für das Thema Ausbildung

Freude bei Remmers: Erneut wurde der familiengeführte Betrieb aus Löningen für seine hohe Ausbildungsqualität ausgezeichnet. In der Branche der Baustoffanbieter schaffte Remmers es unangefochten auf den ersten Platz.

„Wir investieren schon seit mehreren Jahrzehnten erhebliche Energie in die Ausbildung des Nachwuchses. Es kommt uns aktuell besonders in den Zeiten des Fachkräftemangels zugute, dass wir hierbei mit einem bewährten Konzept arbeiten können, das jeweils an die Bedürfnisse aller Beteiligten angepasst werden kann“, so Dirk Sieverding, Vorstandsvorsitzender der Remmers Gruppe AG.

In den vergangenen zehn Jahren absolvierten mehr als 300 junge Menschen eine Berufsausbildung bei Remmers, drei Viertel davon mit einem „guten“ oder sogar „sehr guten“ Abschluss.

Die repräsentative Studie „Deutschlands beste Ausbildungsbetriebe“ wurde vom Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) u.a. im Auftrag der Zeitschrift „Focus-Money“ bei den 20.000 mitarbeiterstärksten Unternehmen des Landes durchgeführt. Sie ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift nachzulesen. Die Kriterien waren neben strukturellen Daten auch der qualitative Ausbildungserfolg, die Ausbildungsquote und die Ausbildungsentlohnung sowie Zusatzangebote zur Förderung des Nachwuchses. Die Daten wurden einerseits durch Fragebögen bei den Unternehmen erhoben. Außerdem bedienten sich die Wissenschaftler der „Social Listening“-Methode, indem sie zwischen November 2020 und Oktober 2021 gut 400.000 Internet-Einträge zum Thema betriebliche Ausbildung auswerteten.

Ähnliche Auszeichnungen für eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit sowie die exzellente Ausbildungsqualität hat der führende Anbieter von Bautenschutz-Produkten, Holzfarben und Holzlacken sowie Industrielacken in den vergangenen Jahren regelmäßig erhalten. Momentan arbeiten mehr als 1.600 Menschen in Deutschland und verschiedenen europäischen Standorten bei Remmers.

5,1 Prozent mehr Umsatz im ersten Quartal 2022

In den ersten drei Monaten des Jahres 2022 hat die Westag AG Umsatzerlöse in Höhe von 60,8 Mio. Euro erzielt. Diese sind um 5,1 Prozent höher als die Erlöse im Vorjahreszeitraum (57,8 Mio. Euro). Dies lag im Wesentlichen zum einen an den durchgeführten Preiserhöhungen, die sukzessive ihre Wirkung entfalten, und zum anderen an der geänderten Nutzung der internen Stromerzeugung.

Der Inlandsumsatz entwickelte sich dabei besser als der Export. Während das Inlandsgeschäft um 2,4 Mio. Euro (+ 5,7 Prozent) stieg, wuchs das Exportgeschäft um 0,5 Mio. Euro (+ 3,4 Prozent). Daraus resultierend sank die Exportquote von 26,9 Prozent leicht auf 26,5 Prozent.

Der Umsatz des Produktbereichs Türen/Zargen lag in den ersten drei Monaten deutlich über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zuwächse zeigten sich in allen Vertriebsbereichen und sind sowohl auf die in den letzten 12 Monaten durchgeführten Preiserhöhungen als auch auf höhere Volumen und einen besseren Produktmix zurückzuführen.

Im Produktbereich Oberflächen/Elemente ergibt sich dagegen ein anderes Bild. Dieser musste im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von rund 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal hinnehmen.

Während mit Sperrholz/Schalungen ein spürbares Umsatzplus erwirtschaftet wurde, blieben Laminate/Elemente hinter dem Vorjahreswert zurück. Ursächlich dafür war im Wesentlichen der erwartete Absatzrückgang mit niedrigmargigen Produkten im Baumarktsektor. Die Umsatzerlöse des Zentralbereichs lagen mit 2,7 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 1,3 Mio. Euro, was auf die seit Januar 2022 wieder vollständige Vermarktung der über die KWK-Anlage erzeugten Strommenge sowie auf die aktuellen höheren Strompreise zurückzuführen ist.

Das bereinigte EBITDA gemäß IFRS, welches die operative Leistung des Unternehmens dokumentiert, verringerte sich im Berichtszeitraum im Wesentlichen aufgrund gestiegener Kosten für Rohstoffe und Energie sowie aufgrund des teilweise geringeren Absatzvolumens von 3,5 Mio. Euro auf 2,0 Mio. Euro. Im ersten Quartal 2022 haben sich die bereits im Vorjahr stark gestiegenen Beschaffungskosten weiter erhöht und wirkten sich entsprechend negativ auf die Ergebnisentwicklung aus. Die aufgrund dieser Entwicklung seit dem letzten Jahr mehrfach durchgeführten eigenen Preiserhöhungen konnten die Kostensteigerungen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vollständig ausgleichen. Dementsprechend lag auch das Ergebnis vor Steuern gemäß HGB mit – 1,1 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 0,6 Mio. Euro.

dlv

Lage im Ladenbau weiter gut

Die Lage im Ladenbau ist weiterhin gut – dies belegt die aktuelle Umfrage, über deren Ergebnisse der Fachverband DLV auf seiner Tagung am 12. Mai in Bamberg vor rund 160 Teilnehmern berichtete. Die Auftragslage sei derzeit erfreulich und auch die Aussichten für dieses Jahr werden von mehr als der Hälfte der Mitgliedsunternehmen als positiv bewertet. Sorgen bereiten aber Materialknappheit- und -preise, Fachkräftemangel und – aufgrund der ungewissen Aussichten zum Ende der Pandemie und des Ukraine-Krieges – eine mögliche nachlassende Investitionsneigung des Handels. Ein Mix dieser Probleme führt bei vielen Unternehmen zu Baustellenverzögerungen.

Erstmals seit 2019 tagte die Branche wieder in Präsenz. Im Mittelpunkt der Gastvorträge stand die Situation des stationären Handels. vor. Ob es um die Ausstattung von Geschäften (Julia Greven) oder die Consumer Megatrends (Stephan Jung) ging: Die Zukunft für den Retail liegt in Interaktion und Begeisterung auf allen Kanälen, so lautete der Tenor.

Passend dazu erläuterte Prof. Gerrit Heinemann, belegt durch umfangreiche Daten, die „Kanal-egal-Mentalität“ der Verbraucher: Gesucht wird im Internet, gekauft da, wo das Produkt verfügbar ist. Den Monolabel-Stores vieler Hersteller prophezeit er in den Innenstadtlagen eine glänzende Zukunft. Zum Schluss erklärte Dr. Henning Beck den verblüfften Zuschauern, in welchen Bereichen das menschliche Gehirn dem Computer eindeutig überlegen ist und warum Computer nur eingeschränkt kreativ sein können.

Bestandteil des Verbandstreffens waren ebenso die Vorstandswahlen: Wie bisher bleibt das Gremium bleibt unter Führung seines Präsidenten Carsten Schemberg (Th. Schemberg Einrichtungen GmbH), der von den Mitgliedern für weitere drei Jahre im Amt bestätigt wurde. Stellvertretender Präsident ist Manuel von Möller (BÄRO GmbH & Co. KG). Verabschiedet wurde der langjährige DLV-Präsident Eric Oesterhaus, der aus dem Vorstand ausgeschieden ist.

Seminar zum Einsatz von Röntgentechnik als Produktions-Prüfverfahren

Der Fraunhofer-Geschäftsbereich Vision veranstaltet am 6. und 7. Juli 2022 in Fürth das Seminar mit Praktikum „Industrielle Röntgentechnik als zerstörungsfreies Prüfverfahren für die Qualitätssicherung in der Produktion“. Dieses ermöglicht den Teilnehmenden einen Einblick in den aktuellen Stand der industriellen Röntgen-Technik und vermittelt die Möglichkeiten und derzeitigen Grenzen dieser Technologie. Die hieraus gewonnenen Informationen sollen bei der Investitionsplanung im eigenen Unternehmen unterstützen. Anmeldungen zu diesem Seminar sind per E-Mail unter vision@fraunhofer.de oder im Fraunhofer Vision-Web-Shop unter https://shop.vision.fraunhofer.de möglich.

Wie heute um Auszubildende geworben wird

Mit rund 25 Ausbildungsverantwortlichen von Unternehmen der Möbelindustrie sowie Verantwortungsträgern der Verbände Holz und Möbel NRW stieß die Präsenzsitzung des Arbeitskreises Ausbildung Anfang Mai am Standort Steinhagen des Bang-Netzwerkes auf reges Interesse.

VHK-Geschäftsführer Klemens Brand gab einen Überblick zur angespannten Situation bei der Fachkräfte- und Nachwuchsgewinnung in der Möbelbranche. Während die Alterskohorten ab 40 Lebensjahren in der Möbelindustrie identisch mit dem verarbeitenden Gewerbe insgesamt sind, zeigt sich in der Spanne 25 bis 40 Jahre ein auffälliges Altersdefizit der Beschäftigten. Das deckt sich mit den Erkenntnissen einer brancheninternen Verbandserhebung. Seit einigen Jahren kann in der Holz- und Möbelindustrie nur jeder zweite Ausbildungsplatz erfolgreich besetzt werden und über 80 Prozent der Unternehmen können offene Stellen auch längerfristig nicht besetzen. Kaum überraschend liegen die Defizite insbesondere im gewerblichen Bereich, wie Christian Langwald, Leiter Wirtschaft und Statistik, von den Möbelverbänden in seiner Präsentation eindrucksvoll darstellen konnte. Nahezu alle Unternehmen der Möbelindustrie bilden jedoch aus und beabsichtigen, noch mehr in Aus- und Weiterbildung zu investieren. An erster Stelle jedoch stehen arbeitgeberseitig Investments in die eigene Attraktivität.

Bedenklich stimmt, dass einerseits die Zahl der Ausbildungsplätze künftig weiter steigen soll, andererseits die Nichtbesetzungsquote vorhandener Plätze auf Grund mangelhafter Eignung der Bewerber wächst. Als Kernzielgruppe für das Recruiting stehen Absolventen mit Hauptschulabschluss und Mittlerer Reife für die Firmen der Möbelindustrie im Fokus.

Markus Kamann (Zeus GmbH) berichtete über die geplante Lehrfabrik der Möbelindustrie in Löhne. Am Standort „Sportplatz Brückenhaus“ wird dort eine moderne, firmenübergreifende Ausbildungsstätte als Effizienzhaus 55 (BEG) errichtet. Für September 2023 ist die Eröffnung vorgesehen. Anschließend stellte Kamann die modernen Ansprachemöglichkeiten junger Auszubildender über das Projekt „Quick Job Stream“ vor. Dahinter steht das digitale Kennenlernen von Unternehmen und Bewerbern durch einen Livestream. Dabei stellen sich drei bis vier Unternehmen gemeinsam potenziellen Auszubildenden vor. Die Schüler:innen gewinnen unkompliziert, direkt und altersgerecht einen direkten Einblick in die werbenden Unternehmen. Ein großer Vorteil ist der relativ geringe Zeitaufwand, ein weiterer die generationentypische Spontanität, die im „Quick Job Stream“ zum Tragen kommt. Auf großes Interesse der Teilnehmenden im Arbeitskreis stieß ein Tool zur digitalen Bewertung von Auszubildenden bei Hettich. Allein in Ostwestfalen bildet der inhabergeführte Konzern 160 junge Menschen in 14 Berufsbildern aus, wie Hettich-Ausbildungsleiter Dirk Bartz vortrug. In diesem Kontext kommen jährlich 1.000 Bewertungen sowie unzählige Feedbacks zustande, die schnell, objektiv und transparent ausgewertet und umgesetzt werden müssen. Für die im Unternehmen gelebte offene Feedback-Kultur ist das neue digitale Tool eine wertvolle Hilfestellung.

Bernd Steffestun zeigte anschließend die Möglichkeiten, die das Bildungswerk der ostwestfälisch-lippischen Wirtschaft (BOW) bietet. Es ist der branchenübergreifende Knowledge-Hub für exzellente berufliche Bildung und Personalarbeit in der Region OWL. Rund 400 Ausbilder:innen arbeiten in Arbeitskreisen zum Thema Berufsausbildung mit, etwa 600 Personalverantwortliche sind in den Arbeitskreisen zum Thema Personalentwicklung aktiv. Der Umwelt- und Technik-Referent beim Dachverband HDH Dr. Gregor Pfeifer präsentierte abschließend das EU-Projekt „Allview“ – die erste Plattform auf EU‐Ebene für die duale Ausbildung im Bereich Holz und Möbel. Gestartet im November 2020 nehmen acht Länder mit 22 Partnern auf die Dauer von vier Jahren teil. Dr. Pfeifer berichtete explizit über die Aufgaben des HDH in diesem Kontext und warb intensiv um Unterstützung aus der unternehmerischen Praxis. Die Sitzung des Arbeitskreises Ausbildung wurde abgerundet von einer Begehung der gastgebenden Lehrfabrik Blechoptimierung in Steinhagen unter Führung von Markus Kamann.