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Autor: Hahn, Sebastian

KI-Kolumne Verena Fink

Einklang von Mensch und Maschine

Die Autorin des folgenden Beitrags ist Verena Fink, Geschäftsführerin Woodpecker Finch.

In Zeiten datengetriebener Entscheidungen scheint Effizienz das Maß aller Dinge zu sein. Produktionszahlen, Lieferketten, Ausschuss­quoten – alles lässt sich messen, optimieren, automatisieren. Und doch erleben wir einen wachsenden Zweifel: Reicht es, sich auf das Rechenbare zu verlassen? Oder verlieren wir im Rausch der Zahlen etwas Entscheidendes – das Gespür für das Ganze?

Für mich ist die Möbelindustrie Sinnbild für handwerkliche Qualität, Material­verständnis und Gestaltungskultur. Deshalb beobachte ich neugierig, ob sich durch den Einzug von KI-Systemen, digitaler Fabriksteuerung und algorithmischer Planung diese Parameter verschieben. Entscheidungen, die früher voll auf Erfahrung und Bauchgefühl basierten, werden heute zunehmend automatisiert. Das treibe ich aktiv voran, wenn ich KI-Projekte manage, aber gibt es ein Zuviel?

Wenn Maschinen zunehmend entscheiden dürfen, ohne dass jemand Verantwortung übernimmt, erinnert das manchmal an jene politische Führungskultur, bei der es weniger um Inhalte geht als um Schlagzeilen. Wir lesen es morgens in den Nachrichten – große Versprechen, wenig Prozess, viel Drama. Was, wenn die Daten zwar richtig, aber nicht klug sind? Wenn sie keine Antwort auf das Warum geben? Wenn sie nicht erfassen können, was einen Kunden wirklich bewegt, was Mitarbeitende motiviert oder welche Entscheidung für die nächsten sieben Generationen Bestand hat?

Künstliche Intelligenz liefert keine Verantwortung. Sie spürt keine Kultur, kein Team­gefühl, keine langfristige Per­spektive. Sie ­erkennt Muster, keine Menschen. Und genau hier beginnt die Herausforderung: Wir dürfen Technologie nicht als Ersatz für Urteils­ver­mögen verstehen, sondern als Ergänzung.

Intuition – das klingt in einem datengetriebenen Umfeld schnell esoterisch. Doch für mich ist sie das Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrung, kondensiertes Wissen, das schneller greift als jede Auswertung. Ich bin immer wieder baff, wenn im Projekt jemand einen Produktions­fehler spürt, bevor die Maschine Alarm schlägt oder Kundentrends ahnt, bevor sie sich im ­Abverkauf zeigen. Das gehört für mich zu unternehmerischem Handeln und muss strukturiert in KI-Projekte integriert werden.

Die gute Nachricht: Diese Form von Intelligenz lässt sich kultivieren. In Projektbesprechungen, in agilen Lernformaten, in kollegialem Austausch. Was es braucht, ist der Mut, das Menschliche wieder systematisch aufzuwerten. Nicht gegen die Maschinen – sondern mit ihnen.

Überall dort, wo Systeme blind entscheiden, brauchen wir sehende Menschen. Überall dort, wo Algorithmen Muster liefern, brauchen wir Menschen, die Bedeutung geben. Dann kommen wir im Unternehmen zu Entscheidungen, die Design, Funktion und Nachhaltigkeit miteinander in Einklang bringen – nicht nur auf dem Papier, sondern im Alltag von Produktion und Vertrieb. Die Zukunft intelligenter Arbeit liegt nicht im Widerspruch zwischen Mensch und Maschine. Sie liegt in der bewussten Kombination beider Kräfte. Dort, wo Führung bedeutet, Verantwortung zu tragen – nicht nur für ­Ergebnisse, sondern für die Art, wie sie zustande kommen.

Ich glaube Wettbewerbsfähigkeit hängt auch von der Fähigkeit ab, die richtigen Fragen zu stellen, bevor man automatisiert antwortet. In der Möbelindustrie. Und weit darüber hinaus.

Arreda Systems

Bestellt Peter Sagemüller zum Geschäftsführer

Am 1. März 2026 tritt Peter Sagemüller (47) seine neue Position als Geschäftsleitungsmitglied bei der Arreda Systems GmbH in Hiddenhausen an. Der Diplomkaufmann stand 26 Jahre lang auf der Payroll von Schüco in Borgholzhausen, davon zehn Jahre in leitenden Positionen in Vertrieb und Produktmanagement und zuletzt als Geschäftsführer mit Gesamtverantwortung. Im Laufe dieses Jahres soll Peter Sagemüller an der Seite von Dirk Beckmann (60) zum Geschäftsführer bestellt werden, um die Unternehmensnachfolge zu sichern.

Peter Sagemüller bleibt der Mann für Systemlösungen aus Aluminium. Bei Arreda in Hiddenhausen kann er nicht nur auf seine Führungserfahrung bauen, die er während seiner Zeit bei Schüco in Borgholzhausen sammelte. Er bringt auch tiefgreifende Kenntnisse zu den Produkten mit und ein weitverzweigtes Netzwerk in der Möbelbranche. Das sind die Gründe, weshalb ihn Dirk Beckmann im Namen aller Gesellschafter der Arreda Systems GmbH als „Wunschbesetzung“ für seine Nachfolge bezeichnet.

Auch Sagemüller sieht es als „Perfect match“ und freut sich auf den Neustart in bekanntem Terrain: „Arreda ist ein solides Unternehmen, das klar auf Wachstum setzt. Das mittel- bis langfristige Ziel wird es daher sein, die gute Arbeit von Dirk Beckmann fortzuführen und die Positionierung des Unternehmens als wichtiger Systemlieferant auszubauen.“

2026 werden Dirk Beckmann und Peter Sagemüller das Unternehmen gemeinsam führen. Nach erfolgreicher Einarbeitung soll Sagemüller zum Geschäftsführer bestellt werden. Die Übergabe der Unternehmensleitung erfolgt dann schrittweise; den genauen Zeitpunkt legen Beckmann und Sagemüller gemeinsam fest. Dirk Beckmann bleibt auch nach dem Rückzug aus der Geschäftsführung beratend tätig.

Möbelfertigung-Chefredakteur Tino Eggert

Der Wandel als neues Normal eröffnet auch Chancen

Das Ende der Welt, wie wir sie kennen. Mit diesen drastischen Worten fasste der Militär-Historiker Prof. Dr. Sönke Neitzel auf dem Kongress „Effiziente Möbelfertigung in der Praxis“ die aktuelle geopolitische Lage zusammen. Und auch Maximilian Lehner, CEO der IMA Schelling Group, findet in seinem Gastbeitrag klare Worte: „Something is broken.“ Alte Gewissheiten gelten nicht mehr, bewährte Instrumente greifen zu kurz und vertraute Strukturen sind labil geworden.

Es sind herausfordernde Zeiten für die Möbel- und die Zulieferindustrie. Die wirtschaftliche Unsicherheit und die schwächelnde Baukonjunktur dämpfen die Nachfrage. Gleichzeitig verändern sich die globalen Machtverhältnisse, was zu neuen Handelsbarrieren und einem wachsenden Druck aus Asien führt. Diese Entwicklungen, so der Tenor, werden sich nicht mehr zurückdrehen lassen. Der Wandel ist das neue Normal.

Doch wer genau hinschaut, erkennt: Resignation ist fehl am Platz. Denn es gibt sie nach wie vor, die Positivbeispiele. Unternehmen, die beweisen, dass man auch in unbekanntem Fahrwasser erfolgreich navigieren kann – wenn man bereit ist, Prozesse neu zu denken und auf die eigenen Stärken zu setzen. Ein paar Beispiele aus dieser Ausgabe: Hesse Lignal etwa begegnet den Unwägbarkeiten globaler Lieferketten mit lokalen Fertigungen in den Zielmärkten und erschließt über Innovationen neue Geschäftsfelder. Egger hat sich in mehreren Jahrzehnten vom „Lohnverpresser“ zum globalen Trendsetter entwickelt, weil das Unternehmen den Mut hatte, mit einem eigenen Designmanagement eine ­unverwechselbare DNA zu schaffen, die weltweit funktioniert. Bene zeigt mit dem Gewinn des größten Rahmenvertrags der Unternehmensgeschichte zur Ausstattung der Deutschen Bahn, dass sich hohe Qualität, Designanspruch und gelebte Nachhaltigkeit am Ende durchsetzen. Schweikart hightech Holzteile entzieht sich dem Preisdruck, indem es sich als Engineering-­Partner für hochkomplexe Projekte wie die neue Seebrücke in Timmendorfer Strand positioniert und beweist, dass in der Nische enorme Wertschöpfung liegt. Und Moldtech schließt durch die strategische Partnerschaft mit Ardis die Lücke zwischen Kon­struk­tion und Produktion und schafft so die durchgängige Vernetzung, die der Markt heute fordert.

Was all diese Erfolgsgeschichten eint, ist der Mut zur Veränderung und der Fokus auf die eigenen Stärken. Doch ein weiterer Faktor wird für den künftigen Erfolg immer entscheidender: Networking, starke Partnerschaften und Sichtbarkeit. Maximilian Lehner spricht es deutlich an: Marketingmaßnahmen wie klassische Messen führen seltener zu Aufträgen. Es braucht neue, effiziente Wege, um Zielkunden zu erreichen – und das zu vertretbaren Kosten. Denn wie sagt Jan Oliver Brockmann von Moldtech treffend: „Menschen kaufen von Menschen.“

Genau hier setzen wir als möbelfertigung an. Wir wollen der Branche nicht nur über die Herausforderungen berichten, sondern aktiv Lösungen anbieten. Deshalb haben wir mit der MIKO Connect ein völlig neues Networking-Event mit Boutique-Messe ins Leben gerufen, das am 11. und 12. März 2026 in der Stadthalle Bielefeld seine Premiere feiert. Unser Ziel: ein Gegen­modell zum klassischen Messe-Marathon. Kompakt, ­fokussiert und inspirierend bringen wir ­Hersteller, Zulieferer, Entwickler und Entscheider im Herzen der deutschen Möbelindustrie zusammen. Mit einem dichten Programm aus Vorträgen, Workshops und reichlich Gelegenheiten zum persönlichen Austausch schaffen wir eine Plattform für echte Dialoge und neue Kooperationen.

Wir freuen uns, Sie in Bielefeld, Nürnberg oder wo auch immer zu treffen. Bleiben Sie positiv.

Tino Eggert

Bott Gruppe

Daniel Köster zum CFO ernannt

Die Bott Gruppe begrüßt Daniel Köster als neuen CFO in ihren Reihen. Damit ergänzt er seit 1. Januar 2026 die bisherige Geschäftsführerebene der Gaildorfer Unternehmensgruppe, bestehend aus CEO und Sprecher der Geschäftsführung Jan Willem Jongert sowie COO René Leroux.

Vor seinem Antritt bei der Bott Gruppe, dem führenden Hersteller von Fahrzeug-, Betriebs- und Arbeitsplatzeinrichtung, war Herr Köster als Finanzvorstand der ERWO Holding tätig. Diese fungiert als Obergesellschaft der Südwolle Group, einem führenden Hersteller von Kammgarnen, sowie der Hoftex Group, einer mittelständisch strukturierten Gruppe von Unternehmen der Textilindustrie. Der studierte Diplom-Kaufmann kann zudem auf langjährige internationale Erfahrungen in der Automobilzulieferer- und Elektrobranche zurückblicken. Seine ausgewiesene finanzielle Expertise möchte der 46-Jährige einsetzen, um alle Potenziale der Bott Gruppe bestmöglich auszuschöpfen.

„Mein Ziel ist es proaktiv zum weiteren profitablen Wachstum der Bott Gruppe beizutragen. Es ist für mich essenziell zuzuhören, bestehende Prozesse zu verstehen und diese auf Augenhöhe mit meinen neuen Kolleginnen und Kollegen zu optimieren“, so Köster. „Ich sehe mich als Copilot – ein Sparringspartner, der durch finanzielle Transparenz fundierte Entscheidungsgrundlagen schafft. In meiner Verantwortung für das Personalwesen ist mir außerdem die Motivation aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein wichtiges Anliegen. Schließlich sind diese das Fundament für die erfolgreiche Weiterentwicklung der Bott Gruppe.“

CQ-Konfigurator für nachhaltigeres Polyurethanschaum-Design vorgestellt

Covestro, ein führender Anbieter von Hightech-Polymerwerkstoffen, hat mit dem CQ-Configurator ein innovatives digitales Tool eingeführt, das Partner entlang der Polyurethan-Wertschöpfungskette dabei unterstützt, nachhaltigere Schaumstofflösungen auf Basis von Covestro-Produktumweltdaten zu entwickeln. Das anwendungsorientierte Tool deckt sowohl Weich- als auch Hartschaum-Polyurethan-Anwendungen ab – von Matratzen bis hin zu Dämmplatten – und übersetzt Rohmaterialdaten nahtlos in konkrete Produktauswirkungen, wodurch Nachhaltigkeitsbewertungen für unterschiedliche Unternehmensfunktionen einfach zugänglich werden.

Unternehmen stehen branchenübergreifend zunehmend unter Druck, Nachhaltigkeitsfortschritte nachzuweisen, wachsende regulatorische Anforderungen und Scope-3-Berichtspflichten zu erfüllen. „Der CQ-Configurator unterstützt diese Anforderungen, indem er schnelle, datenbasierte Bewertungen der Nachhaltigkeitsperformance ermöglicht und gleichzeitig die Transparenz entlang der Polyurethan-Wertschöpfungskette verbessert“, sagt Patrizia Wegner, VP Sales Flex Foam EMLA bei Covestro.

„Unternehmen können jetzt Materialentscheidungen vergleichen und ihr gewünschtes Produktnachhaltigkeitsprofil mit nur wenigen Klicks erreichen – ohne zeitaufwändige Berechnungen und langwierige Abstimmungsprozesse“, ergänzt Dennis Wagner, Marketing Manager Soft Furniture bei Covestro.

Ligna

Unterstützt die Initiative „Holz rettet Klima“

Die Initiative „Holz rettet Klima“ unter dem Dach des Holzwirtschaftsrates hat es sich zur Aufgabe gemacht, über die Bedeutung von Holz für eine nachhaltige, klimafreundliche Zukunft aufzuklären. Damit tritt sie nicht nur für eine nachhaltige Forstwirtschaft ein, sondern auch für schonende, ganzheitliche Verarbeitung und Nutzung des Rohstoffes im Sinne der Zirkularität.

Als Treffpunkt für die weltweite holzbe- und -verarbeitende Industrie – und Plattform für Unternehmen und Interessierte entlang der gesamten Wertschöpfungskette – möchte die Ligna die Initiative ebenso unterstützen wie viele ihrer Aussteller es bereits tun. Denn: Holz rettet Klima – vorausgesetzt, es wird effizient, ressourcenschonend und zukunftsfähig verarbeitet.

LIGNA zeigt zukunftsfähige Be- und Verarbeitung von Holz

Wie das genau funktioniert, erfährt man alle zwei Jahre auf der Ligna in Hannover. Als weltweit führende Messe für Maschinen, Anlagen und Werkzeuge zur Be- und Verarbeitung von Holz und Holzwerkstoffen zeigt sie, wie moderne Technologien den ressourcenschonenenden Einsatz dieses nachhaltigen Rohstoffs ermöglichen.

Auf der Ligna präsentieren die Aussteller Lösungen für eine effiziente, material- und energieoptimierte Verarbeitung, für langlebige Produkte sowie für geschlossene Stoffkreisläufe. Damit wird der Klimaschutzgedanke von „Holz rettet Klima“ auf der Ligna konkret erlebbar – von der nachhaltigen Forstwirtschaft über die industrielle Verarbeitung bis hin zur zirkulären Nutzung von Holzprodukten. Besucher und Aussteller der Ligna sind damit nicht nur Teil einer Branche, sondern aktive Mitgestalter einer klimafreundlichen Zukunft mit Holz.

IMA Schelling

Something is broken – Gastbeitrag von CEO Maximilian Lehner

Der Autor des folgenden Beitrags ist Maximilian Lehner, CEO IMA Schelling Group:

Vor sechs Jahren war ich überzeugt, unser Geschäft ziemlich genau zu verstehen. Heute weiß ich: Wir stehen an einem Wendepunkt – technologisch, wirtschaftlich und geopolitisch. „Something is broken“ – so habe ich es kürzlich auf meinem Gastvortrag beim Münchner Event „Mind the Future“ formuliert. Jeder im Maschinenbau spürt, wie labil die bisherigen Strukturen geworden sind.

Seit Jahren explodieren die Kosten für Arbeit, Energie und Zulieferer­komponenten. Und anders als in ­China, den USA oder Argentinien, wo mit ­radikaler Entbürokratisierung in kürzester Zeit attraktive Rahmenbedingungen für Unternehmen geschaffen wurden, schwächt die EU ihre Wettbewerbsfähigkeit durch überbordende Komplexität und lähmende Regulierungen.

Auch vertraute Instrumente funktionieren nicht mehr wie früher. Klassische Marketingmaßnahmen – etwa Messen – führen immer seltener zu Aufträgen. Zusätzlich verändert die Digitalisierung Geschäftsmodelle und Kunden­erwartungen. Statt Maschinen und Mechanik stehen heute Software, Daten und integrierte Systeme im Mittelpunkt.

Warum Kostenprogramme ins Leere laufen

Der reflexhafte Ruf nach Kostensenkung, Effi­zienzprogrammen und Verschlankung greift zu kurz. Das ist nur ein „Race to the Bottom“. Vergleichbarkeit ersetzt Differen­zierung, ­Margen geraten unter Druck, Substanz geht verloren.

Wer den Wandel wirklich meistern will, muss tiefer ansetzen: Prozesse, Geschäftsmodelle und Services neu denken – mit dem Ziel, sich wieder eindeutig vom Wettbewerb abzuheben.

Vier strategische Hebel

Für uns bei IMA Schelling heißt das, den Fokus konsequent auf vier Schwerpunkte zu legen.

Erstens: Engineering-Know-how als strate­gischen Vorteil nutzen. Wir setzen bewusst auf „Engineering to Order“: individuelle Lösungen, höchste Qualität, kein 0815-Standard von der Stange. Unsere gewachsene Ingenieurs­kultur ist dabei kein nostalgisches Erbe, sondern ­unser Fundament und Selbstverständnis. ­Beides hat uns stark gemacht und ist weiterhin die Basis für die Umsetzung anspruchsvoller Systemlösungen.

Zweitens: Kundennähe stärken und Service als Werttreiber eta­blieren. Maschine, Software und Service wachsen zu einem integrierten Leistungsmodell zusammen – bis zu „Machine as a Service“. Das ist kein Marketingversprechen, sondern ein Engineering-Commitment: aus Kundenanforderungen und Marktoptionen die bestmögliche Lösung zu entwickeln. ­Unverwechselbar, motivierend für unsere Teams und mit echtem Mehrwert für den Kunden.

Drittens: Marketing und Vertrieb konsequent verbinden. Solange beide Bereiche in getrennten Silos arbeiten, entstehen keine Premium-Touchpoints. Entscheidend sind neue Wege, um Zielkunden direkt zu erreichen – ohne teure Messeauftritte oder Zufalls-kontakte. Sichtbarkeit entsteht heute durch Nähe und Relevanz. Vertrieb und Marketing müssen dafür die Bedürfnisse ihrer Kunden kennen und eine erstklassige Experience auf allen Kanälen liefern. Voraussetzung dafür ist, dass Wissen nicht länger in den Köpfen einzelner Personen verbleibt, sondern datengetriebene und integrierte Prozesse den Maßstab im Verkaufsprozess bilden.

Viertens: Geschwindigkeit erhöhen. Märkte verändern sich dynamischer als je zuvor. Wir müssen unmittelbarer reagieren, schneller ­liefern und dabei flexibel bleiben. Agilität ist kein Schlagwort, sondern eine Führungs­aufgabe. Wer zu langsam ist, tut sich schwer in einem volatilen Umfeld. Entscheidungen müssen daher rascher und vor allem dort ­getroffen werden, wo die Herausforderungen entstehen – nicht erst im Top-Manage­ment. Eine Kultur, die Fehler zulässt und gemeinsames Lernen fördert, macht das möglich.

Wandel aktiv gestalten

Wir setzen auf Tradition, Können und Erfahrung. Gleichzeitig verbinden wir diese ­Stärken mit Innovationskraft und Veränderungs-fähigkeit. Service und Maschinenbau wachsen zusammen, Marketing und Vertrieb werden digital vernetzt. Unser Ziel: Vergleichbarkeit vermeiden, Differenzierung schaffen und unser Geschäftsmodell nachhaltig absichern.

Mein Appell an Unternehmen in Zeiten des Wandels: Schauen Sie auf Ihre eigenen Stärken. Benennen Sie die Herausforderungen und gestalten Sie Prozesse aktiv neu. Veränderung lässt sich weder aufhalten noch delegieren. Es braucht Mut, um Entscheidungen zu treffen, Raum für Experimente zu schaffen und eine Führungskultur zu eta­blieren, die Menschen mitnimmt. Aber es lohnt sich, denn Wandel ist kein Endzustand – er ist ein kontinuier­licher Prozess. Und er beginnt damit, bestehende ­Systeme neu zu denken.

Stärkt Marktpräsenz in Mexiko mit neuer Niederlassung

Der italienische Maschinenbaukonzern Biesse treibt seine internationale Expansion weiter voran und baut seine Präsenz in Lateinamerika mit der Eröffnung einer eigenen Niederlassung im mexikanischen Guadalajara deutlich aus.

Mit dem Schritt intensiviert das Unternehmen seine Aktivitäten in einer Region, die Biesse als strategisch besonders dynamisch einstuft. Bislang war der Konzern in Lateinamerika primär über seine brasilianische Tochtergesellschaft vertreten. Die neue Struktur in Mexiko basiert auf der lokalen Organisation von Bavelloni, einem kürzlich übernommenen Spezialisten für Glas- und Steinbearbeitungstechnologien.

Zentraler Hub für Mittelamerika

Die Niederlassung soll als logistisches und technisches Zentrum für die gesamte mittelamerikanische Region fungieren. Kunden profitieren künftig von einer schnelleren Serviceabwicklung, direkter Ersatzteilversorgung sowie dem Zugang zur amerikanischen Logistikinfrastruktur, einschließlich eines automatisierten Lagers und eines Expertenteams. Dies soll eine höhere Betriebskontinuität und kürzere Reaktionszeiten sicherstellen.

Erweitertes Produkt- und Serviceportfolio

Mit dem Ausbau deckt Biesse in Mexiko nun das komplette Produktportfolio des Konzerns ab – darunter Lösungen für die Bearbeitung von Holz, Glas, Metall, Stein, Kunststoffen und Verbundmaterialien. Besonders der Glasbereich wird durch die Integration der Bavelloni‑Technologien weiter gestärkt, wodurch Kunden ein breiteres Spektrum an Bearbeitungslösungen aus einer Hand erhalten.

Auch im Werkzeugsegment baut Biesse seine Position aus: Die Niederlassung fungiert künftig als Verteilerzentrum für Glas- und Steinbearbeitungswerkzeuge, kombiniert das Angebot von Bavelloni Tools mit dem Portfolio von Diamut und erweitert damit den Marktauftritt des Gesamtkonzerns erheblich.

Strategische Bedeutung der Region

„Mexiko und Zentralamerika sind Märkte mit hoher Dynamik und wachsendem Bedarf an Automatisierungs- und Fertigungstechnologien“, betont Federico Broccoli, Chief Commercial Officer von Biesse. Die Investition soll den lokalen Kundenstamm stärken, neue Marktpotenziale erschließen und den Konzern langfristig näher an die Industriezentren der Region heranführen.

GD Holz

Deutscher Holzhandel steigert Umsatz 2025 um drei Prozent

Der deutsche Holzhandel blickt auf ein herausforderndes Geschäftsjahr 2025 zurück, geprägt von einer verhaltenen Nachfrage in den meisten Sortimenten auf der einen Seite und erheblichen Kostensteigerungen auf der anderen Seite. Der Umsatzanstieg über das gesamte Jahr zeigt daher weniger eine gute Marktsituation für die Branche als mehr eine Konsolidierung auf einem niedrigen Niveau.

Als Basiseffekt dient der Vergleich zu den beiden Vorjahren, im Jahr 2024 waren die Umsätze um 5 Prozent rückläufig, im Jahr 2023 als dem ersten Jahr der Nach-Coronaeffekte sogar um 15 Prozent. Vor diesem Hintergrund stellt das Jahr 2025 vor allem eine Konsolidierungsphase dar. Insbesondere der Dezember brachte mit einem zweistelligen Umsatzwachstum einen unerwartet starken Schlussspurt.

Ursachen für das schwierige Geschäftsumfeld im Jahr 2025 waren u.a. die weiter rückläufige Zahl an Baufertigstellungen, die Zurückhaltung des Endverbrauchers und das allgemein schwierige wirtschaftliche Umfeld geprägt von Unsicherheit und mangelnder Investitionsbereitschaft.

Die wichtigsten Sortimente entwickelten sich im Branchenvergleich durchschnittlich. Überdurchschnittliche Zuwächse erreichten Hobelwaren (+7 Prozent) und Schnittholz (+5 Prozent). Für das laufende Jahr 2026 rechnen die am GD Holz Betriebsvergleich teilnehmenden Unternehmen überwiegend mit einer weiteren Stabilisierung als mit einem wirklichen Aufbruch.

Rund zwei Drittel der Befragten gehen von gleichbleibenden oder leicht steigenden Umsätzen aus. Die Unternehmen im Holzgroßhandel zeigen sich etwas optimistischer als jene im Holzeinzelhandel. Auch wenn die Baugenehmigungen zuletzt leicht zugelegt haben und das Infrastrukturprogramm der Bundesregierung eine Wirkung entfalten wird, bleibt abzuwarten, inwieweit der Holzhandel davon profitieren kann.

Der GD Holz Betriebsvergleich fragt monatlich die Umsatzentwicklung in den wichtigsten Sortimenten der Branche ab sowie die Erwartungen hinsichtlich des Umsatzes im kommenden Quartal. Im Jahresmittel nehmen etwa 50 Unternehmen aller Umsatzgrößenklassen an dem Betriebsvergleich teil.