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Autor: Hahn, Sebastian

Häcker Küchen

Vertriebsleiter Export verlässt das Unternehmen

Jörg Varnholt, seit 19 Jahren bei Häcker Küchen im Exportgeschäft tätig und seit 2017 Vertriebsleiter für den europäischen Export, verlässt das Unternehmen im Sommer 2026 auf eigenen Wunsch. Der Rödinghausener Küchenbauer pocht auf die Neuausrichtung seines Vertriebs. Im Zuge dessen sollen gleich mehrere Vertriebspositionen neu zugeschnitten und nachbesetzt werden, um die Marktbearbeitung zu schärfen – so auch in Deutschland und Österreich.

Die Herausforderungen auf dem Küchenmarkt halten an – auch auf dem europäischen Binnenmarkt. So langsam scheinen sich wichtige Abnehmer für das zentrale Exportgeschäft hiesiger Küchenhersteller zwar in Sachen Absatz und Nachfrage zu berappeln, darunter Frankreich, die Niederlande und Skandinavien. Dennoch gilt es, künftigen Krisen schon jetzt mit einer stabilen Aufstellung und Antworten zu begegnen – beispielsweise durch die Intensivierung der Kundennähe in den Kernmärkten, kürzeren Entscheidungswegen und einer stärkeren Präsenz vor Ort.

Vertriebsleiter Export Europa geht auf eigenen Wunsch

Genau das hat Häcker Küchen jedenfalls als Maxime ausgegeben, die Matthias Berens als neuer Vertriebschef seit Januar 2026 nun vorantreiben und umsetzen will. Im Zuge der Neuausrichtung sieht sich das Unternehmen gezwungen, nun eine weitere zentrale Stelle nachzubesetzen: Wie der Küchenbauer mitteilte, wird der bisherige Vertriebsleiter für den europäischen Export, Jörg Varnholt, das Unternehmen im Sommer diesen Jahres auf eigenen Wunsch hin verlassen.

Varnholt ist seit dem 1. Januar 2007 für Häcker Küchen tätig. Nach seiner Verantwortung für die Märkte Frankreich, Niederlande, Belgien und Luxemburg übernahm er 2017 die Leitung des Exportvertriebs Europa. In dieser Funktion entwickelte er die Marktbearbeitung in zahlreichen europäischen Ländern weiter und prägte die Zusammenarbeit mit Handelspartnern und Kunden.

„Jörg Varnholt hat den europäischen Exportvertrieb von Häcker Küchen über viele Jahre hinweg entscheidend mitgestaltet. Für seinen Einsatz, seine Loyalität und seine Verdienste um die Entwicklung unserer europäischen Märkte möchte ich mich im Namen des gesamten Teams bei ihm ausdrücklich bedanken und wünsche ihm für seine berufliche Zukunft weiterhin alles Gute“, sagt Matthias Berens, Chief Sales Officer (CSO) von Häcker Küchen.

Weiterentwicklung Vertrieb: Zwei Positionen nachbesetzen

Häcker Küchen befindet sich derzeit im Umbruch mit seiner Vertriebsstrategie. Demnach soll die gesamte Vertriebsorganisation auf dem europäischen Heimatmarkt neu strukturiert und im Profil geschärft nachbesetzt werden, um im Ausland stärker Fuß zu fassen und das Wachstum des Küchenherstellers konsequent wiederzubeleben bzw. voranzutreiben.

Aus diesem Zweck sollen sowohl die Vertriebsleitung Deutschland/Österreich, die nach dem Ausscheiden von Marcus Roth im November 2025 noch unbesetzt ist, als auch die Vertriebsleitung Export Europa neu ausgerichtet werden. Künftig werde die enge Verzahnung zwischen Vertrieb, Marketing und den regionalen Teams weiter ausgebaut, erklärt Häcker Küchen.

Die Nachbesetzungen der beiden Vertriebsleitungspositionen sollen zeitnah erfolgen, um für Kunden, Partner und Mitarbeitende einen nahtlosen Übergang sicherzustellen. Während der Übergangsphase steht zusätzlich zum Häcker-Vertriebsteam rund um CSO Matthias Berens unterstützend Thomas Klee, Vertriebsleiter Asien & Mittlerer Osten, zur Verfügung.

Übernimmt Beschichtungs-Spezialisten Stahl für 2,1 Milliarden Euro

Der deutsche Konsumgüter- und Klebstoffkonzern Henkel hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Stahl unterzeichnet. Wie Stahl am heutigen Donnerstag bekannt gab, beläuft sich der Unternehmenswert (Enterprise Value) bei der Transaktion auf rund 2,1 Milliarden Euro.

Stahl gilt als Weltmarktführer für Spezialbeschichtungen flexibler Materialien. Bisherige Eigentümer waren die französische Investmentgesellschaft Wendel (68,5 Prozent), sowie die Chemiekonzerne BASF (16,1 Prozent) und Clariant (14,6 Prozent). Mit dem Verkauf endet für Wendel eine 20-jährige Phase als Mehrheitseigner.

Strategische Ergänzung und Fokus auf ESG

Laut der Mitteilung sehen beide Unternehmen große Übereinstimmungen in ihrer strategischen Ausrichtung, insbesondere in den Bereichen Innovation und Nachhaltigkeit (ESG). Beide Konzerne haben ihren Hauptsitz in Europa und bedienen ähnliche Endmärkte, was laut Stahl die Grundlage für kommerzielle Synergien bildet.

Maarten Heijbroek, CEO von Stahl, betonte die erfolgreiche Transformation des Unternehmens unter der Ägide von Wendel hin zu einem fokussierten Anbieter von Spezialbeschichtungen. „Unter dem Dach von Henkel werden wir unsere Führungsposition weiter ausbauen“, so Heijbroek. Man erwarte, dass Henkels Innovationskraft den Mehrwert für die Kunden weiter steigern werde.

Abschluss unter Vorbehalt

Für Mitarbeiter, Kunden und Partner soll sich während der Übergangsphase nichts ändern; Stahl wird seinen Geschäftsbetrieb in der bestehenden Organisation fortführen. Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt üblicher Vollzugsbedingungen und behördlicher Genehmigungen.

Licht-Kolumne Rolf Göbel

Circadian Design als System verstehen

Der Autor des folgenden Beitrags ist Rolf Göbel, Gründer des Lichtinstituts Melalux.

Die Möbelindustrie spricht gern über Nachhaltigkeit, ­modulare Systeme, neue Materialien und digitale Fertigung. Alles wichtig. Doch ein entscheidender Faktor bleibt weitgehend unberührt – obwohl er stärker über Wohl­befinden, Leistungsfähigkeit und Raumerlebnis entscheidet als jede Materialinnovation: der zirkadiane Rhythmus.

Wir verbringen über 90 Prozent unserer Zeit in Innenräumen. Trotzdem sind die meisten Möbel so gestaltet, als lebten wir noch im Freien, im natürlichen Wechsel von Licht, Temperatur, Bewegung und Ruhe. Die Realität ist eine andere: Unsere Innenräume sind statisch, überbeleuchtet oder unterbeleuchtet, akustisch überfordernd und psychologisch unpräzise.

Circadian Design setzt genau hier an – und verändert, wie wir Möbel denken.

Möbel als Taktgeber für Gesundheit

Circadian Design bedeutet, Möbel nicht mehr als isolierte Objekte zu betrachten, sondern als aktive Elemente eines biologischen Systems. Ein Bett ist nicht nur ein Bett, sondern ein Regenerationsinstrument. Ein Schreibtisch ist nicht nur eine Arbeitsfläche, sondern ein Fokusverstärker. Eine Küche ist nicht nur ein Funktionsraum, sondern ein Ort für Energie, soziale Interaktion und Rhythmus.

Die Möbel der Zukunft unterstützen den Menschen nicht nur ergonomisch, sondern biologisch.

Licht: Der stärkste zirkadiane Hebel

Unter allen Faktoren – Akustik, Temperatur, Haptik, Raumfluss – bleibt Licht der mächtigste. Es steuert unseren Schlaf-Wach-Rhythmus, unsere Hormone, unsere Stimmung, unsere Lernfähigkeit und sogar unsere Entscheidungsqualität. Und dennoch wird Licht in der Möbel­industrie oft als dekoratives Add-on behandelt.

Dabei ist Licht der erste und wichtigste zirkadiane Impuls, den ein Möbelstück setzen kann.

Ein Arbeitsplatz ohne dynamisches Licht ist ein Ort der Ermüdung.

Ein Schlafzimmer ohne warmen Abendverlauf ist ein Ort der inneren Unruhe.

Ein Wohnraum ohne differenzierte Lichtzonen ist ein Ort ohne emotionale Tiefe.

Das gesamte Ökosystem im Blick

Licht allein reicht nicht. Ein zirkadian gestaltetes Möbel berücksichtigt:

Haptik: Materialien, die beruhigen oder ­aktivieren

Akustik: Oberflächen, die Stress reduzieren

Temperatur: Zonen, die Wärme oder Kühle bewusst einsetzen

Bewegung: Möbel, die Mikroaktivität fördern

Psychologie: Formen, Farben und Proportionen, die Sicherheit oder Offenheit erzeugen

Circadian Design ist kein Trend, sondern ein System. Ein System, das Möbelherstellern eine neue Differenzierung ermöglicht – jenseits von Furnieren, Griffen und Preispunkten.

Warum die Branche jetzt handeln muss

Die nächste Generation von Kunden – von jungen Familien bis zu High-Performance-Professionals – erwartet Räume, die wirken, nicht nur gut aussehen. Sie wollen Möbel, die:

Energie geben

Fokus ermöglichen

Regeneration fördern

Emotionen steuern

den Alltag erleichtern

Wer zirkadian denkt, schafft Produkte, die nicht nur gekauft, sondern geliebt werden.

Circadian Design ist die Zukunft

Die Möbelindustrie steht vor einer seltenen Chance: Sie kann von einer produktorientierten Branche zu einer wirkungsorientierten Branche werden. Zu einer Branche, die nicht nur Räume füllt, sondern Leben verbessert.

Licht ist dabei der erste Schritt – der stärkste Impuls, der größte Hebel. Doch die wahre Kraft entsteht, wenn Licht, Material, Akustik, Temperatur und Psychologie zu einem harmonischen zirkadianen System verschmelzen.

Die Frage ist nicht, ob die Branche diesen Schritt geht. Sondern wer ihn zuerst geht – und damit definiert, wie wir in Zukunft wohnen, arbeiten und regenerieren.

Institut der deutschen Wirtschaft

Handelsdefizit mit China hoch wie nie

Während die deutschen Importe aus China auch im vergangenen Jahr kräftig gestiegen sind, brachen die gegenläufigen Exporte nach Fernost deutlich ein, zeigen Auswertungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Dahinter stecken unlautere Methoden.

Die Importe aus China haben den Wert der dorthin exportierten Waren im vergangenen Jahr um rund 90 Milliarden Euro übertroffen. Wie eine IW-Auswertung zeigt, stieg das Handelsbilanzdefizit gegenüber dem Vorjahr um gut ein Drittel beziehungsweise fast 30 Milliarden Euro. Erstmals importierte Deutschland damit mehr als doppelt so viel aus China, wie es im selben Zeitraum dorthin exportierte.

Die Ausfuhren nach China brachen 2025 um fast zehn Prozent ein. Damit rutschte das Reich der Mitte auf Platz sechs der wichtigsten deutschen Exportpartner – hinter Italien. 2021 hatte China noch Rang zwei belegt, im Vorjahr Rang fünf. Die Einfuhren aus China stiegen dagegen nach Stagnation im Vorjahr kräftig um rund neun Prozent. Nach kurzer Pause war China im vergangenen Jahr wieder wichtigster Handelspartner Deutschlands – knapp vor den USA.

Deutlicher Hinweis auf Wettbewerbsverzerrungen

Dass die Exporte nach China deutlich sinken, während die Importe aus China ähnlich stark steigen, ist außergewöhnlich und ein starkes Indiz für Wettbewerbsverzerrungen durch China. Die chinesische Währung ist gegenüber dem Euro deutlich unterbewertet, zudem subventioniert China seine Wirtschaft stärker als jedes andere Land. Chinesische Waren werden dadurch künstlich verbilligt – in Deutschland wie auf dem Weltmarkt.

Das große Ungleichgewicht im Handel mit China ist auch deshalb ein Zeichen für unfaire chinesische Wettbewerbsvorteile, weil Deutschland mit den meisten Handelspartnern und auch insgesamt Exportüberschüsse erzielt. Die sind zwar 2025 etwas geschrumpft, was auf gewisse Probleme mit der heimischen Wettbewerbsfähigkeit deutet. Doch der selbst verschuldete Kostennachteil kann das riesige Handelsbilanzdefizit mit China bei weitem nicht allein erklären. Sonst würden Deutschland gegenüber anderen Ländern nicht weiterhin so gut dastehen. Kostensenkende Reformen sind zwar dringend nötig, aber sie allein helfen nicht gegen die unfairen Kostenvorteile Chinas. Reformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit sind also eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung im Umgang mit China. 

Im Handel mit China hat Deutschland die volle Breitseite des von Peking politisch gewollten Handelsbilanzdefizits von insgesamt 1,2 Billionen US-Dollar abbekommen. Der China-Schock wirkt also doppelt. Die rückläufigen Ausfuhren nach China bremsen die heimische Exportwirtschaft. Und mit den stark steigenden Einfuhren aus China nimmt auch der Konkurrenzdruck durch chinesische Waren hierzulande weiter kräftig zu. Will Brüssel dieser wachsenden Bedrohung für die heimische Industrie begegnen, braucht es eine robuste handelspolitische Antwort auf diese Verzerrungen.

Gastbeitrag Roger Reichert

Losgröße 1 Massenproduktion

Der Autor des folgenden Beitrags ist Roger Reichert, Managing Director von Synapse Brainware:

Auf der verzweifelten Suche nach Auswegen aus der Möbelverbrauchsflaute schaut die Industrie immer noch sehr stark auf die Produktionsinstrumente und es regnet Schlagwörter im Zeitgeist: Losgröße Eins, Künstliche Intelligenz, Carbon Footprint … und so weiter. Ein wesentliches Schlagwort fehlt in den allermeisten Ausführungen: Customer Experience.

Eine übergroße Batterie auf dem E-Bike ist nicht der beste Weg, um die eigene Form zu verbessern, genauso wenig, wie die undifferenzierte Nutzung von KI-Instrumenten die geistige Fitness von unseren Mitarbeiter:innen und von uns selbst potenzieren wird. In dem Sinne können auch neueste Produktionsphilosophien und modernste Anlagen nur der mögliche Endpunkt einer sehr intensiven Auseinandersetzung mit der Frage sein: Warum läuft der Endverbraucher wie ein ertappter Taschendieb am Möbelladen vorbei und rennt schnurstracks zum nächsten Amazon-Locker, zum Fitness-Studio oder sitzt bequem vor seinem Computer und ordert ohne jegliche Zurückhaltung Wochenendreisen, das nächste Smartphone oder die unentbehrliche Botox-Kur? Offensichtlich hat das Möbel bodenlos an Attraktivität verloren. Hier sitzt sicherlich der Kern des Problems, und wenn wir das Dilemma lösen, dann ist es fast egal, ob wir das Möbelholz mit dem Taschenmesser schnitzen, mit der CNC-Anlage oder mit einer Durchlauf-Anlage, die nur so brummt.

Das eigene Nest einzurichten ist eine „Customer Experience“, also literal übersetzt ein Kundenerlebnis. Genauso wie unser Leben selbst, so ist ein Kundenerlebnis ein progressiver Vorgang: Es hat einen Anfang, eine Kernphase und ein Ende. Marketing-Spezialisten wie Clayton M. Christensen sprechen von bis zu sieben Phasen, welche ein zufriedenstellendes Kundenerlebnis ausmachen können. Verantwortlich für das heute fluchttreibende Erlebnis ist in unserem Falle das gesamte Möbel-Ökosystem: die Holzindustrie, die Beschlags-Industrie, die Möbelhersteller und der Handel. Wie jede Wertschöpfungskette, ist sie nur so stark, wie das schwächste Glied. Und in einer Kette arbeiten sinnigerweise alle Glieder zusammen. Das ist leider aktuell nicht die Beschreibung der heutigen Möbelindustrie und des aufgezwungenen Endverbraucher-­Erlebnisses.

Erfolgreiche Branchen im Kampf um Verbrauchereinkommen spielen virtuos auf der Klaviatur der Kunden-Akquisition und beherrschen die Kunst des Kundenerlebnisses bis zur Kult­ebene (Telefonie), schaffen es bis zum kompulsiven suchtartigen Rausch (Fitness) oder fast zur Selbstaufgabe (Vaping). Geld ist eigentlich nicht der Diskriminator, wie die Luxusgüter-Industrie überzeugend belegt, wo eine Marken-Handtasche mit einem Effektivwert von 150 Euro für 2.500 Euro religiös über die Theke gereicht wird.

Ein erfolgreiches Kundenerlebnis vermeidet den reinen Produktfokus und schafft mehrere Ebenen der Bedürfnisbefriedigung während der verschiedenen Phasen. Schön und preiswert sind offensichtlich nicht genug Argumente, um Kund:innen hinter dem alten Sofa hervorzuholen. Und: In unserer anspruchsvollen gesellschaftlichen Struktur ist billig nicht wirklich, was wir in Europa überzeugend und für alle Beteiligten der Wertschöpfungskette zufriedenstellend hinkriegen. Die Grenze zwischen preiswert und billig führt zudem rasch in die Ramschecke.

Dabei darf man natürlich die instinktive Suche der Menschen nach einem Schnäppchen nicht aus den Augen verlieren. Nicht in einer Gesellschaft, wo ein paar daten- und seelenverschlingende Psychopathen den Konsumtakt bestimmen: Ein großer Batzen für wenige und die Krümel für die Masse – spärlich verteilt. Das deutsche Wort „preiswert“, also seinen Preis wert sein, ist hier das Leitmotiv. Und der Wert sitzt in den Augen des Betrachters, nicht in den Kosten der Produktionsanlage.

Ausweg anstatt Ausstieg

Segmentierung des Marktes nach Kategorien wie Boomer oder GenZ ist ein Behelf zum allgemeinen Verständnis der Gesellschaftsstruktur. Bedürfnisse sind aber viel komplizierter, kulturell geprägt, extrem persönlich, dynamisch und reagieren auf das allgemeine Geschehen. Als uns vor wenigen Jahren der Umfang des Covid-Desasters dämmerte, waren urplötzlich weltweit Nudeln und Toilettenpapier in unserem Fokus und haben im Supermarkt zu Streitigkeiten und Panik-Käufen geführt: Essen und hygienisch Defäkieren waren plötzlich wichtiger als der Traum vom Lamborghini.

Effektive Bedürfnisse verstehen muss die oberste Priorität des Möbel-Ökosystems werden. Und das heißt, sich nicht nur auf ergonomische Normen berufen, Farbtrends erkennen oder rasch die analogen Verkaufsstellen mit Internet-Auftritt ergänzen (oder andersrum). Das Bedürfnis nach Nestbau als Kundenerlebnis begreifen und angehen, zielführende Kooperationen zwischen allen Beteiligten der Wertschöpfungskette eingehen und eine Erfahrungswelt schaffen. Das ist der Weg nach vorne.

Konkret werden die Schlagworte dann: Bedürfnisprofil des Einzelkunden, Inspirationshilfe im Entscheidungsprozess, Individualisierung der Lösungen – ideal mit Einbindung des Kunden in eine Co-Kreation, realitätsnahe Simulation der künftigen Lösung, Geo-Produktion vor der Haustür, Installation ohne Stress – selbst oder durch Profis, Aufwertung oder Anpassung zur Lebenszyklus-Verlängerung und umweltfreundliches Lebensende der Lösung. Alle beteiligten im Wertschöpfungsprozess müssen an einem Strang ziehen und kooperativ das Kundenbedürfnis befriedigen. Ein Blick in verwandte Industrien kann dabei helfen, das Erlebnis einzigartig zu machen. Sex-Appeal ist für die meisten von uns harte Arbeit. Wer hat gesagt, dass es einfach ist, Kunden zu begeistern?

Nolte Küchen

Gewinnt Kitchen Innovation Award für das Mattlack-Konzept

Im Rahmen der diesjährigen Ambiente in Frankfurt nahm Nolte Küchen den Kitchen Innovation Award im Bereich „Ausgezeichnetes Konzept“ für sein innovatives Mattlack-Konzept entgegen. Zusätzlich erhielt das Unternehmen das Siegel „Best of the Best“ im Segment Küchenmöbel, welches an das beliebteste Produkt einer Kategorie vergeben wird.

Der Kitchen Innovation Award zählt zu den wenigen Branchenpreisen, bei denen neben der fachlichen Bewertung insbesondere die Perspektive der Endverbraucher:innen in die Entscheidung einfließt. Nach einer Vorauswahl durch eine Fachjury, bestehend aus Vertreter:innen aus Architektur, Gastronomie sowie weiteren Branchenexpert:innen, erfolgt die finale Bewertung durch Verbraucher:innen im Rahmen einer unabhängigen Marktforschungsstudie. Bewertet werden unter anderem Design, Innovationsgrad, Funktionalität, Ergonomie sowie ökologische und nachhaltige Kriterien.

Besonders positiv bewertete die Jury die konsequente Ausrichtung auf die Kundenbedürfnisse, denn das Konzept bietet nicht nur unzählige individuelle Gestaltungsmöglichkeiten, sondern auch eine sichere Orientierungshilfe bei der Farbwahl für Küchenmöbel und Wand.

„Wir freuen uns sehr, dass unser außergewöhnliches Konzept mit klarem Verbraucherfokus die Fachjury überzeugt hat und wir beide Auszeichnungen entgegennehmen dürfen“, so Geschäftsführer Heiko Maibach.

Häfele

Behauptet sich in weiterhin forderndem Marktumfeld

Die international tätige Häfele Gruppe mit Hauptsitz in Nagold hat ihre Bilanz für das Jahr 2025 vorgelegt. In einem weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld konnte das Unternehmen sein Umsatzniveau weitgehend stabil halten. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 erzielte der Spezialist für Beschlagtechnik, elektronische Schließsysteme und Beleuchtung einen Umsatz von 1,72 Milliarden Euro.

Dies entspricht einem nominalen Rückgang von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Währungsbereinigt verzeichnete die Gruppe jedoch eine Steigerung um drei Prozent. Belastend wirkte sich insbesondere der starke Euro im Vergleich zu verschiedenen Landeswährungen aus. Der Auslandsanteil am Umsatz liegt bei 82 Prozent. Weltweit beschäftigt Häfele rund 8.000 Mitarbeitende in 39 Ländern.

Unterschiedliche regionale Entwicklungen

Die globalen Märkte zeigten 2025 ein uneinheitliches Bild. Während sich der Immobiliensektor in China und Thailand deutlich abschwächte, konnte Häfele in Indien durch eine konsequente „Make in India“-Strategie und Investitionen in lokale Produktionskapazitäten punkten. Dies führte dort zu einem stabilen Wachstum in lokaler Währung. Auch in den USA entwickelte sich das Geschäft in Dollar betrachtet positiv, wenngleich der Wechselkurs den in Euro ausgewiesenen Zuwachs relativierte.

Lichtblicke gab es zudem in Brasilien, dem Mittleren Osten und Osteuropa. Zu Beginn des Jahres 2026 zeigen sich zudem erste Stabilisierungstendenzen im vietnamesischen Immobilienmarkt sowie eine vorsichtige Erholung in Neuseeland.

Strategie 2030

Das Unternehmen sieht sich durch seine „Strategie 2030“ und das Leitmotiv „Maximising the value of space. Together.“ gut aufgestellt. Der Fokus liegt auf Co-Creation und Co-Engineering – der gemeinsamen Entwicklung von Lösungen mit Kunden und Partnern. Dies wurde bereits auf der interzum 2025 deutlich und soll auch im Jahr 2026 fortgesetzt werden.

Investitionen am Standort Nagold

Ein klares Bekenntnis zum Heimatstandort ist die Inbetriebnahme eines neuen Logistikgebäudes auf dem Wolfsberg in Nagold in diesem Jahr. Der Neubau soll technologische Innovation und effiziente Prozesse vereinen und dient zugleich als offener Ort des Austauschs mit Partnern. Insgesamt plant die Häfele Gruppe für das Jahr 2026 Investitionen in Höhe von rund 70 Millionen Euro.

Ausblick 2026

CEO Gregor Riekena erwartet auch für 2026 – das vierte Jahr in Folge – herausfordernde geopolitische Rahmenbedingungen. Der Fokus liege daher auf strategischen Schwerpunkten und der Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um gemeinsam mit Partnern Wachstumschancen zu realisieren und zukunftsfähige Lebens- und Arbeitsräume zu gestalten.

Geht wieder in deutsche Hände

Die Rolf Benz AG & Co. KG bekommt neue Eigentümer und blickt mit viel Zuversicht auf diese Veränderung: Nach vielen Jahren ist das traditionsreiche deutsche Polstermöbelunternehmen wieder vollständig in deutschen Händen. Ein deutsches Konsortium wird Rolf Benz übernehmen und bekennt sich klar zum Standort Deutschland, zur Marke und zu ihren Mitarbeitern. Mit dem Eigentümerwechsel ist der im Jahr 2025 von der chinesischen KUKA Investment and Management Co. Ltd. angestoßene Verkaufsprozess nun erfolgreich abgeschlossen.

Damit beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte von Rolf Benz – geprägt von Stabilität, langfristigem Denken und einer klaren strategischen Ausrichtung. Ziel der neuen Eigentümer ist es, die Marke weiter zu schärfen, die Innovationskraft zu erhöhen und Rolf Benz nachhaltig zu stärken und profitabel auszurichten. Dies soll durch „gezielte Investitionen, Fokussierung und ggf. strategische Expansion“ geschehen, sagt Frank Niehage, Sprecher des Konsortiums und zukünftiger Aufsichtsratsvorsitzender von Rolf Benz anlässlich der Kaufvertragsunterzeichnung. Der Vollzug der Transaktion wird für März erwartet.

Die neuen Gesellschafter bringen unternehmerische, internationale Erfahrung sowie eine langfristige Perspektive für Rolf Benz ein. Dabei bleibt die Identität von Rolf Benz unangetastet: „Premium, Designführerschaft und höchste Qualität bleiben unverrückbare Leitlinien seit 60 Jahren“, freut sich Jürgen Mauß, langjähriger CEO, der gemeinsam mit Jens Hofmann, CFO, unter den neuen Eigentümern an Bord bleibt. Beide Manager beteiligen sich zukünftig auch am Unternehmen.

Ein zentrales Anliegen der neuen Eigentümer ist es, Vertrauen und Perspektive für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen. Know-how, Erfahrung und Leidenschaft der Belegschaft sind das Fundament des Unternehmenserfolgs. Die Übernahme steht daher ausdrücklich für Kontinuität, Sicherheit und gemeinsame Weiterentwicklung.

Gleichzeitig richtet sich die Botschaft klar an Kundinnen und Kunden: Rolf Benz steht auch in Zukunft für zeitloses Design und langlebige Qualität mit eigener Produktion im Nordschwarzwald und bleibt die deutsche Premiummöbelmarke.

möbelfertigung. Der Podcast. #Folge 46

Der Erfolg kommt nicht automatisch

Mit Hanna Hesse ist seit dem 1. Januar in der Geschäftsführung von Hesse Lignal aktiv. Der Übergang wurde über Jahre bewusst vorbereitet – mit klarer Aufgabenverteilung, tiefem operativen Einblick und ohne „hemdsärmelige“ Schnellentscheidungen. Gemeinsam mit Jens Hesse leitet Hanna Hesse das Unternehmen in vierter Generation. Redakteur Sebastian Hahn sprach mit beiden über den Generationswechsel in der Geschäftsführung, die Herausforderungen globaler Lieferketten und warum Nachhaltigkeit auch ohne politischen Druck ein Markttreiber bleibt.

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