Traditionsunternehmen geht in vorläufige Insolvenz
Das Amtsgericht München hat mit Beschluss vom 4. August 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Büromöbel Sofort-Markt Müller GmbH mit Sitz in München angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Dr. Florian Linkert von der auf die Sanierung von Unternehmen spezialisierten Kanzlei BBL. Unterstützt wird er im Verfahren von den BBL-Rechtsanwälten Constantin Graf Salm-Hoogstraeten und Maximilian Löfflad.
Die Gesellschaft führt das Münchner Stammhaus sowie die Fachmärkte in Frankfurt am Main und Hamburg. Der Geschäftsbetrieb des Traditionsunternehmens wird an allen drei Standorten uneingeschränkt fortgeführt. Die bestehenden Aufträge werden planmäßig ausgeführt und neue Aufträge angenommen. Beratung, Verkauf, Lieferung und Montage stehen den Kund:innen unverändert zur Verfügung.
Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter
Gemeinsam mit seinem Team hat Dr. Linkert sofort begonnen, sich ein umfassendes Bild über die aktuelle Situation des Unternehmens zu machen. „Wir werden den Geschäftsbetrieb nahtlos fortführen. Das Unternehmen hat frühzeitig Insolvenzantrag gestellt. Das ist eine gute Ausgangsbasis für eine erfolgreiche Sanierung“, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Linkert.
Die Ansprüche der rund 30 Mitarbeitenden sind über das sogenannte Insolvenzgeld für die Monate Juli bis einschließlich September 2026 gesichert. In dieser Zeit kann das Unternehmen die Kostenentlastung nutzen, um sich zukunftssicher aufzustellen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr erzielte die Gesellschaft an den Standorten München, Frankfurt am Main und Hamburg einen Umsatz von rund 3,5 Millionen Euro.
Ursächlich für die wirtschaftliche Schieflage waren insbesondere die anhaltende Investitionszurückhaltung im Büroeinrichtungsmarkt, die infolge veränderter Arbeitsmodelle rückläufige Nachfrage sowie gestiegene Kosten. Mit dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens verfolgt die Geschäftsführung das Ziel, die wirtschaftlichen Strukturen der Gesellschaft im Rahmen eines geordneten Verfahrens zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Fortführung zu prüfen.
Gezielter Lagerverkauf soll Liquidität stärken
„Büromöbel Müller verfügt über eine langjährige Marktpräsenz, gewachsene Kundenbeziehungen und ein erfahrenes Team. Diese Stärken wollen wir nutzen, um das Unternehmen gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter neu aufzustellen“, sagt Klaus Birner, Geschäftsführer der Büromöbel Sofort-Markt Müller GmbH, München.
Zur kurzfristigen Stärkung der Liquidität ist ein gezielter Abverkauf vorhandener Warenbestände vorgesehen. Die Maßnahme soll die Fortführung während des vorläufigen Insolvenzverfahrens unterstützen und zugleich die Grundlage für die weitere Sanierungsprüfung verbessern. Parallel zur operativen Stabilisierung soll ein strukturierter Investorenprozess vorbereitet werden. Die Geschäftsführung wird im Verfahren von den Experten der auf Distressed M&A spezialisierten Raab Kollegen GbR aus Eching bei München unterstützt.













