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Autor: Möbelfertigung

Sebastian Bruder, Geschäftsführer Expert Systemtechnik

„Die Situation ist gleichermaßen ungewohnt wie schwierig: Das Unternehmensgebäude in Bielefeld ist nahezu leer, weil alle im Homeoffice arbeite“, erklärt Sebastian Bruder, der gemeinsam mit seinem Bruder Manuel den ostwestfälischen Multitechnologie-Anbieter für den Zuschnitt von flexiblen Materialien Expert Systemtechnik führt, gegenüber der „möbelfertigung“. „Projekte sind gestoppt, weil es nicht möglich ist zu reisen. Und auch in der Produktion wird es zunehmend schwierig, weil mittlerweile Teile fehlen, um Maschinen zu vollenden. Momentan fangen wir das Ganze durch den Abbau von Überstunden und vorgezogenen Urlaub ab, werden ab April aber wie wahrscheinlich sehr viele andere mit Kurzarbeit auf die Situation reagieren. Erreichbar sind wir für unsere Kunden ganz normal, so wie sie es von uns gewohnt sind. Krankheitsfälle gibt es glücklicherweise bei uns noch nicht.
Normalerweise zahlt es sich immer aus, dass wir in verschiedenen Branchen unterwegs sind, aber von der Corona-Pandemie sind wirklich alle betroffen, von der Automobil- bis zur Möbelindustrie. Auch wenn der Status Quo nicht überall gleich ist: im Gegensatz zu den Automobilherstellern produzieren derzeit einige Möbelhersteller noch. Die Frage ist, wie lange dieser ,Schwebezustand‘ dauern wird, wann es wieder anläuft und welche Unternehmen dann noch übrig sind. Bei den Zulieferern der Automobilindustrie könnte die Luft dünn werden. Was dann auch wiederrum Auswirkungen hat: Wenn einer Branche die Erstausrüster wegbrechen, dann kommt letztlich der gesamte Wertschöpfungsprozess ins Stocken. Wir hoffen wirklich das Beste und dass wir Mitte April langsam wieder zum Alltag übergehen können.
Mir zeigt die aktuelle Situation mehr denn je, wie wichtig die Digitalisierung ist. Sowohl in der Fertigung, als auch in der Kommunikation. Es ist derzeit kaum anders möglich, als per Teams, Skype und anderen Tools zu kommunizieren, um sich über Landesgrenzen hinweg trotz aller Restriktionen auszutauschen. Dies beweist, wie wichtig es ist, offen für neue Technologien und neue Arbeitsformen zu sein. Zudem ist es bedeutend, als Unternehmer in Netzwerken eingebunden zu sein, um sich gegenseitig austauschen zu können, Erfahrungen zu teilen und sich gegenseitig auch Mut zu machen.
Und ein Fazit kann wirklich jeder aus der aktuellen Phase ziehen: Uns wird deutlich, das wirklich nichts selbstverständlich ist.“

VDM

Möbelumsätze waren 2019 leicht im Minus

Die Umsätze der Möbelindustrie sanken nach amtlichen Angaben im Gesamtjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent. Dabei entwickelten sich die einzelnen Segmente uneinheitlich. Die „sonstigen Möbel“ – also beispielsweise Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel, nicht gepolsterte Sitzmöbel und Möbelteile – wiesen mit -3,2 Prozent ebenso wie die Matratzen mit -1,2 Prozent einen Rückgang auf. Die Umsätze der Polstermöbel gingen leicht um 0,3 Prozent zurück. Die Büromöbel landeten bei minus 0,2 Prozent. Zulegen konnten hingegen die Küchenmöbel mit plus 2,8 Prozent, wobei hier die Auslandszuwächse von 6,2 Prozent besonders hervorstechen.

Facharbeit gepaart mit Impulsvorträgen und Praxiseinlagen

Am 11. und 12. März 2020 durfte Hymmen GmbH Maschinen- und Anlagenbau den Anwendungstechnischen Ausschuss (ATA) des Hersteller-Zusammenschluss ProHPL bei sich im Technologiezentrum in Rödinghausen begrüßen. Neben der Facharbeit bestand hierbei die Möglichkeit zum Austausch mit den HPL-Experten von Hymmen.

Es gab Fachvorträge zu Digitaldruck und kontinuierlicher HPL-Herstellung. Eine Live-Vorführung der kontinuierlichen Herstellung von HPL bot hierzu eine anschauliche Ergänzung. Hervorzuheben sind die verwendeten Materialien: Zum einen Kraftpapier mit 100 Prozent Phenolbeharzung, sowie zum anderen mit Hymmen-Anlagen digital bedrucktes Dekorpapier.

VDM

Umsätze in der Möbelindustrie im Dezember 2019 im Plus

Laut Statistischem Bundesamt lagen die Umsätze der Möbelindustrie im Dezember 2019 im Vergleich zum Dezember 2018 leicht im Plus. Die Hersteller verzeichneten einen Umsatzzuwachs von 2,2 Prozent. Dabei stiegen die Erlöse im Ausland um 9,6 Prozent und die Inlandsumsätze sanken um 1,1 Prozent. Im Dezember 2018 hatte es im Vergleich zum Dezember 2017 ein Minus von 3,8 Prozent gegeben. Die Auslandsumsätze waren damals um 5,6 Prozent und die Inlandsumsätze um 3,1 Prozent gesunken.

Villeroy & Boch

Legt Teile der europäischen Fertigung still

Weitere Maßnahmen beschlossen: Die Villeroy & Boch AG reagiert auf die sich zuspitzende COVID-19-Pandemie und die in diesem Zuge getroffenen behördlichen Maßnahmen. Nachdem die administrativen Bereiche bereits bis auf wenige Ausnahmen im Homeoffice arbeiten, hat der Vorstand sich nun mit den zuständigen Betriebsräten der Villeroy & Boch AG darauf geeinigt, Teile der europäischen Produktion für den Zeitraum bis Ende April zu unterbrechen.

Diese Unterbrechung betrifft zunächst die Standorte beider Unternehmensbereiche in Deutschland und Frankreich. Eine mögliche Verlängerung hängt von der weiteren Entwicklung ab, die der Vorstand ständig beobachtet und auf die er entsprechend reagieren wird. Weitergehende Maßnahmen, zu denen auch die Unterbrechung der Arbeit an anderen Standorten und Produktionsstätten als auch der Arbeit in ausgewählten Verwaltungsbereichen gehören kann, werden abhängig von der weiteren Entwicklung entschieden.

Mit diesen Maßnahmen möchte Villeroy & Boch die Belegschaft schützen und dazu beitragen, Infektionsketten zu unterbrechen und die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen.

Trotz an sich guter Geschäftsentwicklung am Anfang des Geschäftsjahres bereitet sich Villeroy & Boch mit diesen Maßnahmen auf eine Phase vorübergehend niedrigerer Nachfrage vor. Die Lieferketten sind jedoch bislang intakt und Lagerbestände ausreichend hoch, um auch trotz der Produktionsunterbrechung in Europa normale Bedarfsverläufe in den nächsten Wochen abzudecken.
Da allerdings aktuell nur eine eingeschränkte Visibilität der Folgen der Pandemie gegeben ist, lassen sich die wirtschaftlichen Auswirkungen auf Villeroy & Boch derzeit weder hinreichend ermitteln noch verlässlich beziffern. Der Vorstand erwartet aber, dass Umsatz und Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres unterhalb der bisherigen Prognose, die ein leichtes Wachstum vorsah, liegen werden.

Passt die Produktionskapazitäten an

Die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf alle Bereiche des wirtschaftlichen Lebens – auch auf die Möbelbranche. Die Vivonio-Gruppe reagiert auf die Herausforderungen der Situation und passt die Produktionsaktivitäten ihrer Unternehmen den derzeitigen Anforderungen an. Während bei Maja Wittichenau und Staud die Produktion zeitweise ausgesetzt wird, produzieren die anderen Gruppenmitglieder weiter – selbstverständlich unter Berücksichtigung höchster Hygienestandards.

Während der Corona-Pandemie gilt es für die Wirtschaftsakteure einerseits die Lieferketten aufrechtzuerhalten, andererseits die Gesundheit ihrer Mitarbeiter im Blick zu haben und gesamtgesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Die Vivonio-Gruppe reagiert nun auf diese besondere Situation. Bei zwei Unternehmen innerhalb der Gruppe wird es Stand heute folgende Anpassungen in der Produktion geben: Bei Staud, dem Spezialisten für Schlafmöbel, sowie Maja Wittichenau, der Fertigungsstätte für Leichtbaumöbel, ist seit Montag, 23. März 2020, die Produktion ausgesetzt. Maja Wittichenau wird weiterhin Waren aus dem Fertiglager an den Großkunden Ikea liefern, damit der dort weiterlaufende Online-Handel bedient werden kann.

Alle anderen Werke produzieren bis auf Weiteres und werden die laufenden Aufträge wie gewohnt fristgerecht umsetzen. „Wir haben uns hauptsächlich aus einem Grund zu diesem Schritt entschieden“, sagt Elmar Duffner, Geschäftsführer und CEO von Vivonio. „Neben unserem Kunden Ikea, der am Dienstag alle deutschen Filialen geschlossen hat, haben auch weitere Handelspartner ihre Lager geschlossen und nehmen damit keine Ware mehr ab. Nach heutigem Stand wird die Aussetzung der Produktion bis mindestens Ostern (KW 15) aufrechterhalten.“

Vivonio und die einzelnen Unternehmen setzen während dieser besonderen Zeit auf aktive Kommunikation: Man werde direkt auf die Kunden zugehen und sie über Erreichbarkeiten und neue Entwicklungen auf dem Laufenden halten – und zwar so aktuell, wie es eben geht: „Wie alle Akteure in Politik und Wirtschaft beobachten wir sehr genau, wie sich die Situation entwickelt. Wir bewerten die Sachlage stetig neu und werden kurzfristig im Sinne der Kunden und Mitarbeiter die richtigen Entscheidungen treffen. Und natürlich hoffen wir, dass die Gesamtsituation sich bald wieder entspannt.“

Sämtliche Unternehmen, auch Staud und Maja Wittichenau, sind wie gewohnt erreichbar. Die Vertriebsmitarbeiter und die Geschäftsführung stehen den Kunden per Mail oder telefonisch zur Verfügung. „Wir wollen unseren Kunden Unsicherheiten nehmen und in einen offenen Dialog treten – auch damit wir nach dieser Ausnahmesituation wieder gemeinsam durchstarten können“, so Elmar Duffner, der zuversichtlich ist, dass die Vivonio-Unternehmensgruppe die Herausforderungen der Corona-Pandemie meistern wird.

Bisher noch keinerlei Einschränkungen in der Produktion

„Unsere Fertigung läuft unter Volllast. Wir haben im Moment keinerlei Einschränkungen. Grundsätzlich lässt sich die Situation bei uns so zusammenfassen: Wir fahren auf Sicht und beurteilen die Lage in regelmäßigen Abständen, mindestens jedoch zweimal täglich. Ein Produktionsstopp ist nach meinem jetzigen Wissen nicht in Sicht.“ Soweit kommentiert Rotpunkt-Geschäftsführer Andreas Wagner den Status quo gegenüber „möbel kultur“, der Schwesternzeitschrift der „möbelfertigung“. Auch bei der Logistik gibt es aktuell noch keine wesentlichen Einschränkungen. Vereinzelt kommt es zu Verzögerungen bei der Warenanlieferung bei den Kunden. Diese Verzögerungen haben aber im Moment keinen Einfluss auf das Unternehmen. Die Logistikkette der Lieferanten sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland verlaufe im Moment annähernd reibungslos. „Unsere Läger sind gut gefüllt…das halten wir noch einige Wochen durch“, so Wagner.

Der Außendienst steht im Homeoffice mit den Kunden in Kontakt, um Hilfestellung bei laufenden Anfragen zu geben. Von einem Rückgang des Auftragseingangs sei noch nichts zu spüren. Auch das Kundencenter steht wie gewohnt zur Verfügung. „Und auch hier bekommen wir Einschätzungen für die aktuelle Lagebeurteilung“, erklärt Wagner. So sei auch das Marketing im Moment besonders gefordert. „Wir kommunizieren sehr intensiv mit unseren Kunden, um von ihnen aktuelle Informationen zur momentanen Lage zu bekommen. Die Einschätzungen unserer Kunden helfen uns, ein Gesamtbild für weitere Maßnahmen für unser Unternehmen abzuleiten.“

VDM

Axel Schramm lässt sein Amt als Präsident ruhen

Erst führten Auseinandersetzungen mit seiner Schwester Susanne Schramm zu der gerichtlichen Entscheidung, dass Axel Schramm aus der Geschäftsführung der Schramm Werkstätten abberufen wurde. Nun wendet sich Axel Schramm mit einer Erklärung zu seinem Amt als VDM-Präsident an die Öffentlichkeit: „Der VDM liegt mir seit vielen Jahren sehr am Herzen. Gerade in diesen, auch für unsere Branche bewegten Zeiten ist es wichtig, dass sich die Verbandsspitze mit vollem Einsatz um die Belange unserer Mitglieder kümmern kann. Wie öffentlich bekannt ist, bin ich persönlich derzeit stark gebunden aufgrund der unternehmerischen Auseinandersetzungen bei der Schramm Werkstätten GmbH. Gern möchte ich dem VDM auch weiterhin mit aller Kraft zur Verfügung stehen, erkenne allerdings, dass dies in meiner derzeitigen Situation nicht in dem notwendigen Maße möglich ist. Aus diesem Grunde lasse ich mein Amt ruhen.

Wichtig ist jetzt, dass der VDM diese herausfordernde Zeit gut meistert und ich bin dankbar, dass mein Vize-Präsident, Michael Stiehl (Rauch Möbelwerke), bereit ist, mich bis zur turnusgemäßen Neuwahl in diesem Jahr zu vertreten. Auch während des Ruhenlassens meines Amtes bleibe ich dem VDM selbstverständlich eng verbunden und wünsche der Branche und all ihren Unternehmen für die kommenden Wochen alles erdenklich Gute. Vor allem Gesundheit!“

SURTECO GROUP SE

Umsatz- und Ergebnisprognose für 2019 erreicht

Die Surteco Group SE konnte die Umsatz- und Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2019 nach Vorlage vorläufiger, noch untestierter Zahlen erreichen. Mit 675, 3 Mio. Euro lag der Konzernumsatz im Zielkorridor von 670 bis 700 Mio. Euro.

Ausschlaggebend für den Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr (699,0 Mio. Euro) war die Veräußerung des nordamerikanischen Imprägniergeschäfts. Das operative Ergebnis (bereinigtes EBIT) lag mit 40,5 Mio. Euro leicht oberhalb der Prognose. Durch Restrukturierungsrückstellungen und weitere Sondereffekte von insgesamt 19,4 Mio. Euro lag das ausgewiesene EBIT im Berichtsjahr mit 21,1 Mio. Euro unter Vorjahreswert von 32,2 Mio. Euro.

Dabei zeigten die einzelnen Segmente 2019 eine unterschiedliche Entwicklung. Während der mit Abstand größte Bereich „Decoratives“ wie prognostiziert beim Umsatz leicht unter Vorjahr lag, konnte der Bereich „Profiles“ den Umsatz deutlicher steigern als prognostiziert. Das Segment „Technicals“ litt einerseits unter der schwachen Nachfrage nach Laminatböden, andererseits unter dem Verkauf des nordamerikanischen Imprägniergeschäfts und lag somit unterhalb der Prognose.

„Surteco hat die operative Umsatz- und Ergebnisprognose in 2019 erreicht. Der Verkauf des nordamerikanischen Imprägniergeschäfts sowie die Initiierung der Restrukturierungsmaßnahmen werden mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern. Wir sind finanziell und bilanziell sehr solide aufgestellt, um den zu erwartenden Belastungen aus der sich dynamisch entwickelnden Corona-Krise entgegenzuwirken.“, kommentiert Wolfgang Moyses, der Vorstandsvorsitzende der Surteco Group SE, die Entwicklung.

Die Veröffentlichung des Jahresabschlusses und des Geschäftsberichts für das Jahr 2019 ist für den 30. April 2020 geplant.