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VDM-Pressereise im Schwarzwald
VDM-Pressereise im Schwarzwald  | 

Umsatzerfolge mit deutschen Premium-Möbeln

Der Verband der Deutschen Möbelindustrie e.V. hat im März erneut zu einer Pressereise eingeladen. Das Ziel: Der Schwarzwald und die Hersteller Walter Knoll, Rempp Küchen und Rolf Benz. Die jeweils individuelle, einzigartige Einsichten in die Unternehmen und Showrooms gewährten.

„Wissen kompakt“ ermöglichte der Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) einer Reihe von Journalisten Anfang März mit der Pressereise „Premium-Möbel aus dem Schwarzwald“. Drei echte „Hochkaräter“ standen auf der Besuchsagenda: Walter Knoll, Rempp Küchen und Rolf Benz. In gewohnt guter Manier organisierte und begleitete der VDM die Tour, selbst Hauptgeschäftsführer Jan Kurth lies es sich nicht nehmen, die Firmen zu besuchen.

Die erste Station war Walter Knoll in Herrenberg. Begrüßt wurde die Gruppe von CEO Markus Benz, seine Tochter Mara Benz, die bei dem Polstermöbelproduzenten als CIO tätig ist. Der dritte im Begrüßungskommitee war Werner Maier, Vorstand Marketing und Vertrieb. Ein Thema, das das Unternehmen Walter Knoll seit einer Weile begleitet und auch mit Nachdruck vorangetrieben wird, ist die Transformation noch mehr in Richtung datenbasierter Produktentwicklung und Produktion. „Das ist für uns enorm wichtig schon allein deswegen, weil es zu einem physischen Modell heutzutage auch immer ein digitales geben muss, um beispielsweise Konfiguratoren zu bespielen. Und irgendwann können wir anhand dieser Daten auch überprüfen, ob wir mit unseren Entwicklungen auf dem richtigen Weg sind“, so Markus Benz. Einerseits, weil der digitale Zwilling mögliche Schwachpunkte eines Modells frühzeitig zeigt, andererseits, weil sich alle Kundenfeedbacks und Bestellungen gezielt filtern lassen.

Walter Knoll erwirtschaftet seinen Umsatz von etwa 80 Millionen Euro im Jahr zu 70 Prozent im Objektbereich und zu 30 Prozent mit Endkunden. Wichtig ist bei Walter Knoll, dass die Modelle andere Marken stützen: „Wir können mit unseren Möbeln Marken transportieren“, erklärt Markus Benz selbstbewusst und nennt im nächsten Satz Firmen wie Porsche oder ­Chanel, die zum Kundenstamm gehören. Trotzdem ist der Familie, in deren Hand die qualifizierte Unternehmensmehrheit liegt, sowie den weiteren Unternehmensinhabern, klar, dass eine stetige Weiterentwicklung nötig ist. Aktuell beispielsweise mit konsequent abnehmbaren Sitzmöbelbezügen. Oder auch bei dem Thema Nachhaltigkeit, welches die Produktentwicklung beeinflusst.

„Wir haben bereits das dritte Modell in der Kollektion, bei dem das Polsterstoffgewirk aus Recyclingmaterial besteht“, so Benz.  Grundsätzlich sehen alle Beteiligten bei Walter Knoll sehr positiv in die Zukunft: Das Jahr 2023 war das bisher stärkste in der Unternehmensgeschichte, getrieben durch den Objektbereich und große Projekte im Ausland. Generell glaubt Benz an einen wachsenden Exportanteil, der derzeit etwa ein Drittel des Umsatzes ausmacht. Viel verspricht sich das Management von den Objektbereichen „Schiff- und Yachtbau“, ­„Hotelerie“ sowie der Büromöbelindustrie – aber beispielsweise auch der Ausstattung gehobener Altersresidenzen, indem die Möbel dahingehend funktional adaptiert werden.

Aus der breiten Masse herausstechen: Rempp Küchen

Weiter ging es auf der Reiseroute in Wildberg bei der Rempp Küchen GmbH. Inhaber Matthias Rempp persönlich führte durch die Produktion, an der man durchaus die Nähe zur Homag Group in Schopfloch ablesen kann. Rempp Küchen ist auch bei dem ein oder anderen Thema, wie die winkelige Laserbekantung auf einem „Centateq“ Bearbeitungszentrum ein beliebter Entwicklungspartner. Rempp Küchen heben sich von Marktbegleitern ab, in dem sie hohe Qualität bieten, und dennoch eine Flexibilität, wie ansonsten vor allem Handwerksunternehmen. Im Bereich der Montage gibt es beispiels­weise nicht nur einen Leimtropfen im Dübelloch, sondern einen kompletten Leimfaden zwischen zwei Dübeln. Dafür wird die Oberfläche entsprechend angeschliffen, ansonsten würde der Leim auf Melamin nicht halten. Auch der Einbau von Muldenlüftern ist für Rempp Küchen kein Problem. „Wir fertigen noch flexibler als viele Marktbegleiter – das wissen unsere Kunden, die die Küchen unter ihrem Namen vermarkten“, so Rempp, der das Unternehmen in dritter Generation leitet. Lack ist für Rempp ebenso kein Fremdwort, wie ein Tischlerplattenkorpus.

In Deutschland ist Rempp vor allem in Süddeutschland aktiv, 30 Prozent des Umsatzes kommen aus dem Ausland. Das Unternehmen sieht sich selber als „gehobene Mitte“, setzt auf Schreinereien mit eigenem Showroom, Vollsortimentshäuser und Küchenstudios als Vertriebspartner. „Wir sind definitiv offen für neue Händler und auch neue Märkte“, erklärt Rempp. Auch oder vor allem vor dem Hintergrund rückläufiger Aufträge in Deutschland. Auch Rempp Küchen muss mit dem branchenweiten Rückgang mit knapp über 10 Prozent umgehen. „Wir haben in Teilen Kurzarbeit und derzeit keine Vollauslastung. Sehen die Situation aber auch nicht als bedrohlich an: „Unser Unternehmen ist komplett eigenfinanziert. Die aktuelle Lage ist nicht schön, raubt uns allerdings auch nicht den Schlaf.“ Und es gibt auch immer wieder Funktionen, die Rempp gelungen umsetzt und damit den Umsatz steigert. „Den Trend mit einer integrierten Ambiente-Beleuchtung in der Küche haben wir sehr gut in unsere Modelle einfließen lassen, überließen das Thema nicht dem Schreiner oder allgemein unserem Vertriebskunden. Und konnten damit den Umsatz deutlich spürbar steigern.“

Industrie 4.0 trifft Handwerk bei Rolf Benz

Weitere tolle Insights gab es bei der Rolf Benz AG & Co. KG in Mötzingen und Nagold. Erst hat der Technische Leiter Helge Gemsjäger durch die komplette Produktion geführt und alle Arbeitsschritte in der Polstermöbelfertigung detailliert im Lederbereich erklärt. Wobei Leder mittlerweile nicht mehr das wichtigste Material ist: Noch vor rund zehn Jahren lag der Anteil bei 80 Prozent, mittlerweile sind es nur noch etwa 30 Prozent. Nichtsdestotrotz setzt Rolf Benz auf modernste Technik, beispielsweise von Kuris, bei der Beurteilung und digitalen Erfassung der angelieferten Häute, beim effizienten Nesting mittels Software von ­Thagora für eine maximale Ausnutzung der Häute und natürlich den Zuschnitt.

Tolle Erfolge feierte Rolf Benz jüngst mit der Ausstattung einiger Tui Kreuzfahrtschiffe, was mit verschiedenen Kleinserien, wie etwa den umbaubaren Schlafmöbeln in den Kabinen, für eine
gute Grundauslastung über mehrere Wochen im Werk führt. Speziell für den Einsatz auf Schiffen adaptierte Rolf Benz die Möbel in Sachen Reinigung, Schwerentflammbarkeit oder Wassersperren, damit keine Flüssigkeiten in die Polsterung gelangt. Der Leder- und Stoffzuschnitt erfolgt in Mötzingen, genauso wie das Nähen der Bezüge. Vor der Montage entkoppelt das Unternehmen den Produktionsfluss grundsätzlich für einen Tag, um im Zweifelsfall einen zeitlichen Puffer zu haben, zudem müssen termingerecht die in Pfalzgrafenweiler gefertigten Holzgestelle eintreffen. An einer Stelle im Unternehmen wird alles zueinandergeführt beziehungsweise als Vorstufe „verheiratet“ und dann erfolgen die weitestgehend manuellen Prozesse Polsterung, und am Ende die Verpackung.

„Im Bereich des Materialeingangs beim Leder und dem Zuschnitt haben wir ,Industrie 4.0‘, bei der Endmontage eine Manufaktur“, resümiert Gemsjäger. „Dafür sind wir auf diesem Weg aber auch in der Lage, die herausragende Qualität zu fertigen, die unsere Polstermöbel ausmacht. Qualität im Design, auch hinsichtlich der Bewegungsgeräusche, Qualität in der Verarbeitung und Qualität im dauerhaften Einsatztest.“ Pro Tag verzeichnet Rolf Benz rund 160 Neuaufträge mit im Schnitt etwa 3,4 Sitzeinheiten.

Im Showroom in Nagold übernahm CEO Jürgen Mauß „das Ruder“ und erläuterte nicht nur die beiden Sitztypen „Sitzer“ und „Lümmler“, sondern natürlich sämtliche Modellbereiche bis hin zum neusten Thema Rolf Benz Outdoor sowie die Marke Freistil für neue Zielgruppen. Der rund 4.000 Quadratmeter große Showroom ist die einstige Keimzelle von Rolf Benz und war der erste Unternehmensstandort. Der Showroom ist jeweils von Dienstag bis Samstag für jeden geöffnet, was sowohl Endkonsumenten, als auch Innenarchitekten und weitere Zielgruppen rege nutzen. Einen Direktverkauf gibt es aber nicht, nach der Beratungsleistung geht es immer zu einem Rolf Benz Händler. Eines der Highlights im Showroom: Das Original-„Wetten dass…“-­Sofa, auf dem in über 20 Jahren viele prominente  Gäste der Sendung saßen.

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