Zum Hauptinhalt springen

Autor: Möbelfertigung

Kommunikation ist jetzt wichtiger denn je

Verena Fink ist Gründerin der Strategieberatung Woodpecker Finch GmbH und Advisory Board Member beim kalifornischen IT-Dienstleister DocuSign Inc. Die Expertin für Digitalisierung und kundenzentrierte Business Modelle stützt ihre Beratung auf umfangreiche Erfahrung in Managementpositionen der Branchen Handel / E-Commerce, Medien und FMCG, zuletzt in der deutschen Geschäftsleitung des US-Handelskonzerns QVC mit Verantwortung für das Kundengeschäft. Die Anwendung von künstlicher Intelligenz im Kundenkontakt begleitet sie als Co-Founderin von Quorum AI, einem US-Startup für Artificial Intelligence in San Francisco.

Wir haben Frau Fink gefragt, was aus ihrer Sicht in diesen Zeiten für Unternehmen zu beachten ist. Dabei geht es um technische, rechtliche und auch menschliche Herausforderungen. Klar ist: Kommunikation ist jetzt wichtiger denn je.

möbelfertigung: Was ist bei Homeoffice rechtlich und organisatorisch zu beachten?

Was die Technik angeht ist Arbeitgeber dazu verpflichtet, die technischen Voraussetzungen zum Homeoffice bereitzustellen also zum Beispiel VPN-Verbindung, Laptop, Telefon oder Drucker. Kommunikationsplattformen wie Skype oder Slack sollten möglichst einheitlich für das Unternehmen entschieden und mit den Mitarbeitern besprochen werden.

Wie auch im Büro gilt, die Mitarbeiter müssen sich im Homeoffice an das Arbeitszeitgesetz und Pausenzeiten halten. Sie sind dazu verpflichtet, ein sicheres und funktionierendes Arbeitsumfeld zu nutzen. Schäden an Arbeitsgeräten sind durch die Betriebshaftpflicht versichert. Woran viele Mitarbeiter im Homeoffice bislang nicht gedacht haben: Grundsätzlich sind die Mitarbeiter auch von zu Hause gesetzlich versichert, allerdings nur bei Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Arbeit also nicht beim Gang in die Küche oder zum WC.

Die Mitarbeiter müssen sich natürlich auch im Homeoffice an die allgemeinen Richtlinien zum Datenschutz halten. Das heißt, Daten dürfen nicht in privaten Räumen für andere zugänglich sein, müssen verschlüsselt und verschlüsselt versendet werden. Der Arbeitgeber muss daher auch eine Verbindung zum Firmennetzwerk über VPN zu Verfügung stellen, um vor Datenlecks bei der Übertragung zu schützen.

 

möbelfertigung: Wie bereitet man die Mitarbeiter vor, beziehungsweise wie führt man sie „aus der Ferne“?

Die Beziehung zu Homeoffice Mitarbeitern sollte auf die Distanz besonders gestärkt werden, indem durch regelmäßige und auch persönliche Gespräche ein ständiger Kontaktkanal sichergestellt ist. Viele Führungskräfte rufen ihre Mitarbeiter aktuell täglich kurz an, um zu klären wie es ihnen geht, was sie behindert und wie sie ihre Arbeit strukturieren können. Die Kommunikation und der Informationsaustausch spielen gerade im Homeoffice während der aktuellen Lage von sozialer Isolation eine enorm wichtige Rolle. Teams, die jetzt aktiv neue Meetingkulturen testen in Form von Skype, Zoom, Microsoft Teams oder Slack, profitieren davon, den Teamdialog per Video nahbarer zu gestalten. Führungskräfte können jetzt aktiv Zusammenhalt und Motivation stärken, indem sie Erfolge sichtbar machen, auch von den Kollegen, die zuhause sitzen.

 

möbelfertigung: Wie geht man mit der emotionalen Belastung der Mitarbeiter um? Z.B. wenn Kurzarbeit nötig wird?

Mitarbeiter, die von Kurzarbeit betroffen sind, sollten unbedingt persönlich abgeholt werden und die Hintergründe erklären. Führungskräfte, die ihr Handeln gut begründen und kommunizieren, machen es für Mitarbeiter leichter, das Notwenige nachzuvollziehen. Ich erlebe viele Organisationen, die das gut gemeinsam organisieren in dem Spirit „Wir schaffen das, wenn wir es alle als unsere Aufgabe betrachten“. Wichtig ist dabei, transparent und einheitlich zu kommunizieren: von der Geschäftsführung über die Personal- und Rechtsabteilung bis zur direkten Führungskraft. Ansprechpartner sollte grundsätzlich immer die Führungskraft sein. In solchen Gesprächen lassen sich Fragen und Sorgen klären und gemeinsame Lösungen finden. Arbeitgeber können auch Unterstützungsangebote recherchieren und vermitteln (von staatlichen Programmen über regionale Angebote bis zur Nachbarschaftshilfe). Vergessen Sie dabei nicht danke zu sagen, Ihre Mitarbeiter leisten gerade Außergewöhnliches.

 

möbelfertigung: Können sich auch Chancen ergeben?

Auf jeden Fall! Jedes Business, das seine Kunden kennt, kann sich jetzt fragen: Was sind deren Schmerzpunkte in den kommenden Monaten und wie können wir dafür Lösungen anbieten. Teams, die jetzt reflektieren, warum und wo sie durch Corona besonderer getroffen sind, die haben Kraft und Motivation, verpasste Veränderungen jetzt anzuschieben. Firmenchefs oder Mitarbeiter, die sich bisher schwer getan haben mit Homeoffice oder Video-Konferenzen, erleben gerade, wie hilfreich solche Lösungen sein können. Das öffnet den Weg für die digitalen Transformierer im Unternehmen.

Wer das Verhalten von Möbelkäufern beobachtet, kann jetzt lernen, wohin sich die Nachfrage entwickelt und für diese Sortimente im eigenen Portfolio aufrüsten.

Die Zeit kann zusätzlich genutzt werden, den eigenen Onlineshop aufzusetzen, ihn zu optimieren oder neue Angebots- und Vertriebsstrategien zu entwickeln.

Wer an Verena Finks reichem Erfahrungsschatz in Sachen Digitalisierung und vor allem Künstliche Intelligenz teilhaben möchte, kann das zum Beispiel mit ihrem Buch  Quick Guide KI-Projekte – einfach machen: Künstliche Intelligenz in Service, Marketing und Sales erfolgreich einführen.

„Holz-Handwerk“/„Fensterbau Frontale“

Nach dem 8. April fällt eine Entscheidung

Keine Frage: Für die meisten Unternehmen ist die aktuelle Phase eine herausfordernde Zeit. Aber nicht nur für produzierende Unternehmen. Auch Event- und Messeveranstalter müssen tagtäglich Situationen neu bewerten. Und nicht jeder hat das Glück, dass die Veranstaltungen von vorneherein erst für den Herbst 2020 geplant waren.
Immer wieder alles neu auf den Prüfstand stellen, muss aktuell auch die NürnbergMesse: Das Messedoppel „Holz-Handwerk“ und „Fensterbau Frontale“ ist zeitlich vom März auf einen Termin Mitte Juni gewandert (16. bis 19. Juni). Angesichts der Tatsache, dass sich Deutschland aktuell bundesweit Kontakt- und Ausgangssperren auferlegt hat und sich noch für einen Anstieg an Corona-Patienten rüstet, steht für Viele auch hinter dem neuen Termin ein Fragezeichen.„Wir führen unheimlich viele Gespräche – sowohl mit den Ausstellern und natürlich unseren Fachbeiräten“, erklärt Stefanie Haug vom Presseteam der Messen „Holz-Handwerk“ und „Fensterbau Frontale“ heute im Gespräch mit der „möbelfertigung“. „Fakt ist, das mittlerweile etwa ein Drittel der Aussteller ihre Teilnahme an der ,Holz-Handwerk‘ abgesagt haben, bei der ,Fensterbau Frontale‘ sind es sogar zwei Drittel. Was sich vor allem dadurch erklärt, dass hier die Internationalität unter den Ausstellern viel höher ist. Und beim aktuellen Blick auf die Corona-Verbreitung ist es nur verständlich, dass Unternehmen aus Übersee nicht in Richtung Europa reisen wollen. Oder durch Reiseverbote nicht können. Während es vor allem im Holzhandwerk größtenteils noch besser läuft und die Unternehmen den Blick nach vorn auch nicht verlieren wollen.“
Stefanie Haug weiter: „Wir haben gestern unsere Kunden darüber informiert, dass wir den Zeitpunkt bis zu dem eine Stornierung kostenfrei möglich ist, bis zum 8. April verlängert haben. Und wir werden nach diesem Zeitpunkt die Rückmeldungen bewerten und sehen, wie es weitergehen kann. Stand jetzt halten wir es nicht für ausgeschlossen, mit den Ausstellern, die an ihrer Teilnahme festhalten, erfolgreiche Messen durchzuführen. Eben weil Messen für die Unternehmen eine sehr relevante Vertriebsplattform darstellen, die dadurch komplett entfallen würde. Besucher können sich tagesaktuell in der Ausstellerdatenbank darüber informieren, wer derzeit noch mit dabei ist und ihrerseits bewerten, ob sich der Messebesuch lohnt. Uns ist es wichtig, dass in alle Richtungen Transparenz herrscht. Denn wir wollen nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft mit allen Beteiligten hier in Nürnberg erfolgreiche Veranstaltungen durchführen“, so Haug.

Dr. René Pankoke, Geschäftsführender Gesellschafter/CEO von Hymmen

„Angesichts des Ausbruchs des Coronavirus (Covid-19), verfolgen wir bei Hymmen aktiv alle öffentlichen Informationsquellen in Deutschland ebenso wie von der WHO und anderen internationalen Quellen. Wir setzen alle Empfehlungen zum Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unserer Gesellschaft und natürlich unserer Kunden um.

Unter Berücksichtigung des Einflusses von Covid-19 auf unsere Welt, haben wir die folgenden Schritte unternommen, um die ca. 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hymmen zu schützen und dabei gleichzeitig die Bedürfnisse unserer Kunden zu unterstützen: Unsere Montage wurde in zwei Schichten geteilt, um mögliche Kontakte zu verringern und dabei das Materialhandling, die Maschinenmontage und die Konstruktion am Laufen zu halten. Wir setzen ,Social distancing‘ um, begleitet von erhöhten Hygienemaßnahmen.

Unsere Vertriebs-, Konstruktions- und Service-Teams arbeiten remote vom Heimarbeitsplatz aus und setzen den internen Austausch und den Dialog mit unseren Kunden mit moderner Kommunikations- und Netzwerksoftware fort. Dank der Digitalisierung der Kommunikation und der Prozesse können wir unsere Kunden bei Ihrer weiterlaufenden Produktion unterstützen. Darüber hinaus setzen wir alles daran, auch Investitionsprojekte voranzutreiben. Aktuell diskutieren wir mit einigen Kunden über kurzfristige Projekte.

Wir glauben, dass die Corona-Krise einen positiven Aspekt hat: Nachdem wir zusammen die schwierige Situation überwunden haben, werden wir von den Erfahrungen und Innovationen im Zusammengang mit der Digitalisierung der Kommunikation und der Prozesse profitieren. Wir freuen uns auf die Zeit, wenn alles wieder zur Normalität zurückkehrt.“

VDM

Pocht auf Zusammenhalt von Industrie und Handel

Im Vorfeld der heutigen Video-Schaltung des VDM-Präsidiums erklärt Michael Stiehl, amtierender Präsident des Verbandes der deutschen Möbelindustrie:

„Seit nunmehr anderthalb Wochen ist der Möbelhandel in Deutschland und in wichtigen europäischen Absatzmärkten geschlossen und damit der zentrale Absatzkanal der Möbelindustrie brutal gekappt. Auch wenn unsere Hersteller in großen Teilen derzeit noch lieferfähig sind, wird sich die wirtschaftliche Situation der Branche in den nächsten Wochen drastisch zuspitzen. Da momentan noch niemand absehen kann, wie lange dieser Shutdown anhält, kommt es jetzt für die gesamte Branche zentral auch die Absicherung der Liquidität an. Dies gilt gleichermaßen für Industrie und Handel. Vor diesem ernsten Hintergrund ist jetzt partnerschaftliches Handeln und Solidarität gefragt. Die notwendige Absicherung der eigenen Liquidität darf nicht auf dem Rücken der jeweils anderen Marktseite ausgetragen werden. Verträge sind auch in der Krise einzuhalten. Einseitige Stornierungen von Aufträgen, Verlängerung von Zahlungszielen oder Zusatzkonditionen untergraben das notwendige Vertrauensverhältnis und schaden der Branche. Gemeinsam stellen Industrie und Handel schließlich die Produkte her, die den Menschen ihren privaten Rückzugsraum in einer rauen und unübersichtlichen Welt gestalten und verschönern. Das ist ein Wert, auf den wir mit Blick auf die Nachkrisenzeit gemeinsam setzen sollten.“

In Richtung Politik spricht sich der VDM gemeinsam mit dem Dachverband der deutschen Holzindustrie HDH für zusätzliche Absicherung von Warenkreditversicherungen aus. Im Rahmen der aktuellen staatlichen Hilfen zur Unterstützung der Wirtschaft sollte – wie schon in der Finanzkrise 2008/2009 ein Aufstockungsmodell mit staatlichen Garantien dann einspringen, wenn private Kreditversicherer krisenbedingt einen Teil des Forderungsausfallrisikos nicht mehr abdecken können. Eine solche staatliche Absicherung der Rückversicherer liefert sowohl dem Handel als auch der zuliefernden Industrie branchenunabhängig entsprechende finanzielle Sicherheit und kann dazu beitragen, den aktuell vielerorts noch funktionierenden Warenfluss in Gang zu halten.

AMK

Industrie und Handel im Schulterschluss

Auch wenn die jetzige Situation jedes Unternehmen vor höchste Herausforderungen stellt, bemüht sich die deutsche und europäische Küchenindustrie mit größtem Ehrgeiz und Engagement, die Kunden und Händler weiterhin zu beliefern. Neben der produzierenden Seite unterstützen gerade auch die Handelskooperationen durch eine Vielzahl an Maßnahmen ihre Händler und tragen so zu einer Sicherstellung der Liefersituation bei.

Die globale Corona-Pandemie sorgt weltweit für größte menschliche und wirtschaftliche Unsicherheiten und Herausforderungen. Die nationalen und regional wichtigen Maßnahmen sind dabei so unterschiedlich, wie die Herausforderungen für jedes einzelne Unternehmen. Waren zunächst besonders die Betriebe betroffen, die auf Zulieferprodukte aus China und Asien angewiesen sind, ist inzwischen die gesamte Liefer- und Produktionskette betroffen. Dies gilt insbesondere für die stark mittelständisch geprägte deutsche und europäische Küchenindustrie, die nicht zuletzt aufgrund ihrer tiefen, oft regionalen Verwurzelung gegenüber ihren Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern eine besondere Verantwortung verspürt. Aktuell konnten fast alle Hersteller ihre Produktion (wenn auch teilweise eingeschränkt) aufrechterhalten und so die Belieferung des Handels und der Kunden sicherstellen.

AMK-Geschäftsführer Volker Irle: „Niemand weiß, welche Einschränkungen noch nötig und welchen Einfluss sie genau haben werden. Zum heutigen Stand kann ich aus dem Kreis der AMK-Mitgliedsunternehmen berichten, dass alle produzierenden Unternehmen erfolgreich ihr Möglichstes geben, um den Handel und die Kunden mit Küchen zu beliefern. Unter besonderer Berücksichtigung der Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter wurde in vielen Betrieben die Produktion den Anforderungen angepasst, um auch weiterhin Küchen zu produzieren und zu liefern. Gerade der Küchenfachhandel wird zusätzlich durch viele Maßnahmen und Angebote im Bereich Kommunikation und Vertriebsunterstützung für den Online-Kanal von den jeweiligen Handelskooperationen unterstützt.

Hinter den Kulissen findet ein konzentrierter und wichtiger Austausch statt und so werden wir in der AMK, als Verband für die gesamte Küchenindustrie, gerade auch in diesen Tagen den Kontakt zwischen den Mitgliedsunternehmen intensiv unterstützen. Auch wenn sämtliche AMK-Arbeitsgruppen gegenwärtig nicht in gewohnter Form tagen, können dank der technischen Möglichkeiten per Videochat, Telefonkonferenz oder E-Mail-Versand viele AMK-Themen weiter vorangebracht und die externe wie interne Kommunikation sichergestellt werden.“

VDM

Frankreich, Belgien und die USA bei Möbelexporten deutlich im Plus

Die wichtigsten Exportmärkte für die deutsche Möbelindustrie waren 2019 Frankreich, die Schweiz, Österreich und die Niederlande. Für Frankreich stand ein erfreuliches Plus von 7,2 Prozent in den Büchern und in die Schweiz wurden sogar 7,3 Prozent mehr Möbel exportiert. Zudem verbuchten die Exporte nach Österreich ein leichtes Minus von 0,4 Prozent. Der Export in die Niederlande stieg um 1,3 Prozent. Hohe Wachstumsraten verzeichneten die Exporte nach Belgien (+13,1 Prozent) und in die USA (+13,4 Prozent). Deutliche Export-Rückgänge gab es nach Großbritannien (-2,8 Prozent) und Tschechien (-5,3 Prozent).

VDM

Möbelimporte im Jahr 2019 leicht im Plus

Die Möbelimporte stiegen im Gesamtjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,8 Prozent. Dabei entwickelten sich die einzelnen Segmente uneinheitlich. Erheblich zugelegt haben die Büromöbel mit plus 12,8 Prozent, die Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel mit plus 6,1 Prozent und die sonstigen Möbel mit plus 5,9 Prozent. Leicht zugelegt haben die Matratzen mit plus 1,8 Prozent sowie die Polstermöbel mit plus ein Prozent. Rückgänge gab es bei den Küchenmöbeln mit minus 2,4 Prozent, bei den sonstigen Sitzmöbeln mit minus 5,5 Prozent sowie bei den Ladenmöbeln mit minus 14,6 Prozent.

Biesse sieht auch positive Anreize in der aktuellen Situation

„Zuerst einmal die gute Nachricht: Dem Unternehmen geht es soweit gut, in vielen Bereichen können wir – natürlich unter Berücksichtigung der behördlichen Anweisungen – unsere Tätigkeiten in großem Umfang aufrechterhalten“, erklärt Raphaël Prati, Corporate Marketing & Communications Director der Biesse Group. „Es gab natürlich besonders nach der Verkündung am Samstag, das nicht relevante Produktionen in Italien stillgelegt werden müssen, eine große Verunsicherung seitens unserer Kunden. Wir sind allerdings in der glücklichen Lage, dass uns diese Restriktion nur in Teilen betrifft. Einige Bänder mussten wir stilllegen. Andere laufen ohne Beeinträchtigung weiter, weil die Maschinen, die dort entstehen, relevant sind für die grundlegende Versorgung. Und das gilt sowohl für den Holz-, aber auch andere Industrien, in denen wir tätig sind, beispielsweise Kunststoff und Glas. An einigen Bändern gibt es Maschinen, die komplett 24 Stunden durchlaufen, hier gibt es eine Sondergenehmigung. Darüber hinaus dürfen Maschinen, die bereits fertiggestellt sind, weiterhin die Werke verlassen und erreichen die Kunden weitestgehend nach Plan“, resümiert der italienische Marketingspezialist. „Insgesamt ist die Lage bei uns noch recht gut. Mit den Produktionsstätten außerhalb Italiens sind wir sehr gut aufgestellt und sehen uns in der Lage, dem Bedarf der kommenden Monate nachkommen zu können. Zudem gibt es auch nach wie vor ein sehr lebendiges Tagesgeschäft. Aktuell kommen natürlich aus einigen Ländern weniger Neuaufträge, dafür läuft der Service und auch die Versorgung mit Ersatzteilen sehr gut. Und es kommen auch durchaus Neuaufträge: In einigen Ländern rüstet man sich für den ,Neustart‘ oder ist garnicht erst derart von der Corona-Krise und den entsprechenden Maßnahmen betroffen wie wir in Italien, wie in Deutschland, Frankreich oder Spanien.“

Auch Federico Broccoli, Verkaufsdirektor der Holzdivision und Direktor aller Tochtergesellschaften, bekräftigt: „Wir arbeiten im Schulterschluss mit unseren 39 Tochtergesellschaften, um die Geschäftskontinuität für unsere Kunden zu gewährleisten. Wir unterstützen sie mit Ersatzteilen und Dienstleistungen sowie mit Fernhilfe und Einsätzen beim Kunden vor Ort, in voller Übereinstimmung mit den lokalen Gesetzen. Ermutigt durch den hohen Auftragsbestand gehen wir mit Zuversicht und vor allem auch Verantwortungsgefühl durch diese Wochen der Notlage. Darüber hinaus gewährleisten die Maschinen, die weiterhin von unseren Produktionsstätten produziert werden, und die Technologie, die in unseren Zentren in Italien, Nordamerika, Australien, Malaysia und Indien zur Verfügung steht, eine Versorgung, die mehr als ausreichend ist, um die Anforderungen der Biesse- und Intermac-Kunden in der ganzen Welt zu erfüllen und auf ihre technologischen Bedürfnisse während dieser Zeit zu reagieren. Dank dieser strategischen Reserve können wir auch aktuellen Verlangsamung ohne Bedenken entgegensehen.“

Raphaël Prati geht sogar noch weiter: „Erst einmal hoffen wir, dass wir mit dem derzeitigen Corona-Lockdown in vielen Ländern nur über einige Wochen sprechen. Und nicht über eine Phase mit mehreren Jahren wie in der Wirtschaftskrise nach 2008. Sobald die Sperren wieder aufgehoben sind, sollte das Meiste auch wieder hochfahren. Und in anderen Bereichen ist die aktuelle Situation durchaus eine Chance. Der eingeschlagene Weg der Digitalisierung bekommt einen echten Turboboost. Wir bieten mit der IOT-Plattform ,Sophia‘ seit längerem viele digitale Services an, hier ist das Interesse spürbar gestiegen. Eine solche Phase zwingt selbst Skeptiker zum Umdenken. Die Online-Anbindung einer Maschine wird Normalzustand, nicht Ausnahme sein. Digitale Zwillinge und Inbetriebnahmen ebenfalls. Zudem werden wir in Zukunft physische Treffen noch mehr auf den Prüfstand stellen. Weil wir derzeit merken, wie gut wir auch über digitale Kanäle und mittels Videokonferenzen kommunizieren können. Die Zusammenarbeit mit den Kunden dürfte sich dadurch in Zukunft effizienter gestalten, Reisezeiten werden sinken und der Output erhöht. Webinare werden zunehmen, Schulungen verstärkt online laufen. Insofern ziehen wir frühzeitig unsere Lehren aus Corona, indem wir die Chancen ausloten und die Weichen im Unternehmen entsprechend stellen. Vieles sehen wir auch als Bestärkung, das wir uns bereits auf einem sehr guten Weg befunden haben.“

VDM

Möbelexporte im Jahr 2019 mit positiver Entwicklung

Im Gesamtjahr 2019 entwickelten sich die Möbelexporte mit plus 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr positiv. Die Entwicklung fiel je nach Segment unterschiedlich aus. Zugelegt haben die Matratzen mit plus 8,8 Prozent, die Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel mit plus 6,4 Prozent, die sonstigen Möbel mit plus 6,1 Prozent und die Küchenmöbel mit plus 2,2 Prozent. Verluste gab es bei den sonstigen Sitzmöbeln mit minus 0,4 Prozent, bei den Polstermöbeln mit minus zwei Prozent, bei den Büromöbeln mit minus 2,7 Prozent und bei den Ladenmöbeln mit minus 12,1 Prozent, hier allerdings auf geringem Gesamtniveau.