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Autor: Möbelfertigung

Haben sich gegen eine Teilnahme an der „Bau“ 2021 entschieden

Sie werden im Januar nicht in München ausstellen: Die Türenhersteller Prüm und Garant sagen ihre Teilnahme an der „Bau“ 2021 ab. Diese Entscheidung trafen die Türenhersteller aufgrund der allgemeinen Lage rund um COVID-19. Dieser Entschluss sei nicht leichtgefallen, heißt es aus den Unternehmen.

„Obwohl wir uns sehr darauf gefreut haben, unsere Kunden zu treffen und unsere neuesten Innovationen auf der ,Bau‘ präsentieren zu können, ist und bleibt die Gesundheit, Sicherheit und das Wohlergehen der Mitarbeiter, Kunden und Partner unsere oberste Priorität. Zum jetzigen Zeitpunkt kann nicht eingeschätzt werden, ob der Messebesuch gesundheitlich unbedenklich und ohne Einschränkungen möglich ist“, so Claudius Moor, Geschäftsführer der Prüm-Garant-Gruppe.

Auch wenn beide Türenhersteller nicht an der Messe teilnehmen, bleibt die Innovationskraft hiervon unberührt. Seit Monaten laufen bereits die Planungen und die Vorbereitungen zur „Bau“ 2021. Über alle zur „Bau“ geplanten Produkteinführungen und Serviceleistungen werden die Türenhersteller ihre Kunden in anderer Form informieren.

Grace Chen ist die Chairwoman Woodworking Machinery

Grace Chen, Managing Director bei der Leitz Tooling Systems (China) Inc. in Nanjing, VR China wurde auf der 22. Sitzung des Woodworking China Management Meetings zur Chairwoman der Arbeitsgruppe Holzbearbeitungsmaschinen in China ernannt. In dieser Funktion ist sie damit auch Mitglied des Gesamt-VDMA Advisory Board China. Dem Gremium gehören neben Chen 12 weitere Vertreter von VDMA Unternehmen mit Aktivitäten in China an. Aufgabe ist es, den VDMA Repräsentanzen in Beijing und Schanghai mit insgesamt 15 Mitarbeitern beratend zur Seite zu stehen.

„In den aktuell herausfordernden Zeiten ist der regelmäßige Austausch im lokalen VDMA-Netzwerk der Holzbearbeitungsmaschinen- und Werkzeughersteller in China ein wichtiger Impulsgeber für jedes einzelne Unternehmen. Gemeinsam wollen wir unsere Position auf dem chinesischen Markt ausbauen und voneinander lernen. Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe“, so Chen.

„Spoga+Gafa“ und „Kind+Jugend“

Auch diese Messen fallen dieses Jahr aus. „Spoga+Gafa“ mit dauerhaft neuem Termin

Auch die „Spoga+Gafa“ wird in diesem Jahr doch nicht stattfinden. Auf Wunsch der Branche verschiebt die Koelnmesse den Termin der Messe dauerhaft in die jeweils erste Jahreshälfte. Damit findet die größte Garten-Lifestylemesse der Welt zukünftig zu einem für weite Teile der Branche besseren Orderzeitpunkt statt. Nämlich vom 30. Mai bis 1. Juni 2021. Oliver Frese, COO der Koelnmesse, zur Verlegung in die erste Jahreshälfte: „Ziel unserer Gespräche mit der Branche ist es, gemeinsam einer starken Messe die Chance zu geben, noch weiter an Stärke und Marktrelevanz zu gewinnen. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht dabei das über die Jahre angepasste Orderverhalten innerhalb vieler Teile der Branche. Um diesem noch besser gerecht zu werden, findet die ,Spoga+Gafa‘, beginnend im kommenden Jahr, dauerhaft Ende Mai oder Anfang Juni statt.“ Weitere Informationen folgen in Kürze. 

Ebenfalls von der Corona-Krise betroffen ist die „Kind+Jugend“. Für die internationale Baby- und Kleinkinderausstattungsbranche, deren zentrale Business- und Networkingplattform die Messe, ermöglicht die Aussetzung des 2020er Termins eine wichtige Phase der Neuaufstellung und Neuausrichtung, um mit neuer Energie, neuen Vermarktungsstrategien und auch mit neuen Produkten im Herbst 2021 dem Markt wieder neue Impulse zu verleihen. Die „Kind+Jugend“ selbst wird diesen Prozess engagiert begleiten und gleichzeitig die Monate bis zur nächsten Messe intensiv nutzen, um die Bedürfnisse der Branche passgenau im Messe- und Eventformat abzubilden. Der Termin der nächsten Ausgabe ist der 16. bis 19. September 2021.
Damit ist die nächste Einrichtungsmesse der Koelnmesse die „Imm Cologne“ vom 18. bis 24. Januar 2021.

Will auch ohne „Orgatec“ Impulse für die Branche setzen

Jetzt steht fest: Die „Orgatec“ wird 2020 nicht stattfinden. Der wirtschaftliche Druck und die Fürsorge für Mitarbeiter und Besucher hatte viele Unternehmen dazu bewogen, für eine Absage der Messe zu votieren. „Die jetzt von der Koelnmesse getroffene Entscheidung war notwendig, trotzdem sehen wir sie natürlich mit gemischten Gefühlen. Die Arbeitswelt befindet sich im Umbruch, da hätte die weltweit größte Messe für die Gestaltung von Arbeitswelten wertvolle Akzente setzen können“, betont Thomas Jünger, Geschäftsführer des Industrieverband Büro und Arbeitswelt e. V. (IBA). 

Trotzdem sieht sich die Branche gut gerüstet, um trotz des Ausfalls der „Orgatec“ im Herbst dieses Jahres wertvolle Impulse für die Neugestaltung von Büros und Homeoffices zu setzen. „Wir arbeiten schon länger an einem modularen Maßnahmenpaket, das eine starke digitale Komponente mit klassischen Offline-Formaten verbindet. Die Orgatec wäre dabei ein wertvoller Baustein gewesen, das Ganze funktioniert aber auch ohne sie“, erläutert der IBA-Vorsitzende Hendrik Hund die Strategie der Branche. Nach Angaben des IBA-Vorsitzenden sei das Ziel, eine digitale Themenplattform zu entwickeln. Als erster Baustein des Maßnahmenpakets wurde im Juni der IBA OfficePlaner veröffentlicht. Weitere Angebote sollen in mehreren Aufbauschritten folgen. In Wiesbaden arbeitet man jetzt gemeinsam mit den Verbandsmitgliedern und der Koelnmesse als strategischen Partner daran, die vorbereiteten Bausteine neu zusammenzusetzen. Spätestens im Herbst 2022 soll es dann auch wieder ein starkes Branchenevent geben. Denn, wie Hendrik Hund betont, spielt die Messe nach wie vor eine wichtige Rolle in den Planungen der Branche. „So wie die Arbeitswelt nicht auf Dauer ohne physische Präsenz funktionieren kann, brauchen auch wir das Treffen aller interessierten Kreise an einem Ort, um unsere Themen voranzutreiben.“ 

Dank hauptsächlich europäischer Zulieferer ohne Engpässe in der Krise

Die Industrieproduktion basiert in zahlreichen Unternehmen auf weltweit verknüpften und hoch komplexen Lieferketten. Dass dies zu Schwierigkeiten führen kann, hat nicht nur die Entwicklung der vergangenen Wochen gezeigt, sondern zeichnete sich bereits in der Finanzkrise 2008/2009 ab. Linak konnte in den vergangenen Wochen seine Kunden wie gewohnt mit elektrischen Hubsäulen und Verstellantrieben beliefern. Das dänische Unternehmen produziert die elektrischen Hubsäulen für den europäischen Büromöbelmarkt ausschließlich in Guderup, nahe der deutsch-dänischen Grenze. Dank eines hohen Automatisierungsgrades können die Hubsäulen zu einem wettbewerbsfähigen Preis produziert werden.

In den vergangenen vier Jahren hat Linak 50 Millionen Euro in den Ausbau der Hubsäulenproduktion für den Möbelbereich investiert. Linak setzt außerdem als europäischer Hersteller bei den Produkten für den Büromöbelmarkt zum größten Teil auch auf europäische Zulieferer. „Wir sind sehr stolz darauf, dass die meisten Bauteile für unsere Hubsäulen von europäischen Zulieferern stammen“, betont Finn Lausten, verantwortlich für den Einkauf der Möbelsparte bei Linak. „50 Prozent des Stahls für die ,DL5‘, ,DL6‘, ,DL17‘ und ,DL19‘ Säulen kommen aus Deutschland. Den Rest bezieht Linak von anderen europäischen Herstellern.“ Auch bei anderen Bauteilen wie Motor, Getriebe, Schrauben oder ähnlichen Elementen setzt der dänische Hersteller auf kurze Einkaufswege und bezieht diese vor allem von europäischen Herstellern. Lediglich bei den elektronischen Bauteilen kommen asiatische Lieferanten ins Spiel. „Das ist ein Ergebnis der weltweiten Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte, in denen die Entwicklung und die Fertigung von elektronischen Bauteilen mehr und mehr nach Asien ausgelagert wurden. Zulieferer in Europa, die den hohen Qualitätsanspruch von Linak erfüllen, gibt es in diesem Bereich kaum noch“, stellt Finn Lausten fest.

Qualität und Lieferfähigkeit haben für Linak oberste Priorität. Kurze Lieferwege ermöglichen nicht nur eine hohe Flexibiltät, sondern wirken sich darüber hinaus auch positiv auf die CO2 Bilanz und die Nachhaltigkeit aus. „Wir müssen für unsere Kunden in Europa nicht den Stahl um die halbe Welt transportieren, was ja nicht besonders nachhaltig ist“, erläutert John Frost, Vice President und weltweit verantwortlich für den Bereich Möbel bei Linak A/S. Linak ist bestrebt, die Produktion möglichst nah an dem jeweiligen Markt aufzubauen. So werden die elektrischen Hubsäulen für den amerikanischen Markt auch in Amerika gefertigt. Hier sind wiederum andere Lieferketten aufgebaut, ohne einen Kompromiss an den Qualitätsanspruch einzugehen. „Das Thema Nachhaltigkeit wird in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. Wir möchten aus diesem Grund unseren Kunden weltweit die Möglichkeit geben, mit uns als Partner ebenfalls nachhaltig zu produzieren“, so John Frost abschließend.

„Orgatec“ setzt 2020 aus und entwickelt Präsentationsmöglichkeiten für 2021

Trotz eines bereits im Frühjahr erreichten sehr guten Anmeldestands und intensiver Vorbereitungen in Sachen Hygiene- und Sicherheitskonzepte, hat die Corona-Situation die „Orgatec“ doch sehr unter Druck gesetzt. Viele Aussteller und Fachbesucher haben sich in den vergangenen Wochen entschlossen, die Messe nicht zu besuchen. Die Koelnmesse hat nun beschlossen, die Messe in diesem Jahr nicht durchzuführen.

Die „Orgatec“ richtet den Blick nun nach vorne und die Macher wollen sich von diesem Rückschlag nicht entmutigen lassen. Gemeinsam mit allen Messebeteiligten sucht die Koelnmesse nach Lösungen, um die Themen der „Orgatec“ trotzdem zeitnah auf einer internationalen Bühne zu präsentieren.

Denkbar sei zum Beispiel die mit den Partnern aus der Branche entwickelten Formate wie „Inspired Collaborations“, den „Frame“-Architekturkongress oder die Fläche „Architektur+ Office“ auf anderen Einrichtungsmessen wie der „Imm Cologne“ 2021 stattfinden zu lassen.

Die nächste reguläre „Orgatec“ findet dann vom 25. bis 29. Oktober 2022 in Köln statt.

Nach Matthias Volm wechselt auch Julian Spöcker zu Homag

Nachdem zum ersten Februar 2020 Matthias Volm, der bis zu diesem Zeitpunkt als Geschäftsführer bei Tapio fungierte, zur Homag Group in die BU Edge wechselte, vermeldet das noch relativ junge Unternehmen mit Sitz in Nagold eine weitere Veränderung: Auch Julian Spöcker, bislang Head of Sales, arbeitet künftig direkt für die Schopflocher. Er soll dort den Bereich Vertrieb und Service unterstützen und von dort aus seine Digitalkompetenz einsetzen.

Laut aktuellem Blog-Eintrag von Tapio Geschäftsführer Christian Neumann hat Spöcker „in den letzten drei Jahren intensiv an der Entstehung und dem Aufbau von Tapio mitgewirkt. Insbesondere das Partnernetzwerk und die Tapio-Anwendungen konnte er mit seinem Branchen-Know-how und seiner Affinität für den Service vorantreiben.“

Der 33-jährige Spöcker wird auch in seiner neuen Position eng mit Tapio zusammenarbeiten und das gemeinsames Ziel, die „Digitalisierung der Holzbranche“ von Seiten der Homag aus mitgestalten. Wobei dies für Spöcker kein „Neuland“ ist, er begann seine Karriere 2008 auch bei der Homag Group, entschied sich nach dem erfolgreichen dualen Bachelor- und Masterstudium im Jahr 2017 dafür, zu Tapio zu gehen.

Gleichzeitig gibt Neumann online auch bekannt, wie es in Nagold weitergeht: „Für Tapio ist es nun Zeit die nächste Evolutionsstufe zu erklimmen und seine Energie auf die Weiterentwicklung des Ökosystems zu fokussieren. Diverse neue Anwendungsfälle erfordern erweiterte Grundlagen. Unser Fokus wird daher künftig auf der Weiterentwickelung der Regeln des Interagierens und der Schaffung der dafür notwendigen technischen Bausteine liegen. Das Neubaugebiet* wird also durch allgemeine ,Institutionen‘ erweitert, um das Geschäft zu befördern. Unser Erfolgsmodell ,Tadamo‘ zur Sicherstellung von Dateneigentum bildet hier die Basis, denn das Anbinden von Maschinen haben wir erfolgreich serienreif gemacht. Nun geht es darum, die ,Datenwirtschaft‘ fair zu stärken.“

*Als Neubaugebiet bezeichnet Neumann die Digital Factory von Homag, die Anwendungen unter der Marke Homag entwickelt und so das gesamte Tapio-Ökosystem bereichert. Ähnlich wie in einem Neubaugebiet ist dies die Grundlage für eine weitere Bebauung, sinnbildlich die Kanalisation, die Straßen und Kabel. Aber wie in jedem Neubaugebiet wird das Ganze erst mit den Häusern (Kunden) und Geschäften (Business Partner/Anbieter) wirklich attraktiv und lebhaft. Tapio hat in den letzten Jahren diese Basis gelegt und mit einem kleinen „Geschäft“ Lösungen angeboten. Der Ausbau des Neubaugebietes kann nun von den 41 Tapio-Partnern mit ihrem Branchen-Know-how besser und schneller vorangetrieben werden. Es entstehen immer spezifischere Anwendungen, die deutlich mehr Wert generieren können, als die Tapio-Leuchttürme.

Verbände rechnen für 2020 mit maximalem Umsatzrückgang von zehn Prozent – „Einbußen sind beherrschbar“

In einer gemeinsamen Video-Pressekonferenz von VDM und AMK haben die beiden Interessenverbände der Einrichtungsbranche heute Morgen eine Standortbestimmung der deutschen Möbel- und Küchenindustrie nach 100 Tagen Corona-Lage vorgenommen. Dabei ist das Fazit insgesamt eher positiv ausgefallen: Denn die deutsche Möbelindustrie ist im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen bislang robust durch die Corona-Krise gekommen. „Die Branche rechnet für das Gesamtjahr 2020 mit einem Umsatzrückgang von maximal 10 Prozent. Damit werden die Einbußen aller Voraussicht nach beherrschbar sein und für die Unternehmen geringer ausfallen als zu Beginn der Krise befürchtet“, berichtet Jan Kurth (im Foto rechts), Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM). Diese Einschätzung wird durch eine aktuelle Studie gestützt, die der VDM gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK) in Auftrag gegeben hat. Demnach ist die Nachfrage seit der Wiederöffnung des Möbelhandels in erfreulichem Maße wieder angesprungen. „Viele Menschen haben während des Lockdowns ihr Zuhause renoviert und in der Folge den Wunsch nach einer neuen Möblierung entwickelt“, sagt Kurth. „Sie kommen gut informiert in den Laden und kaufen gezielt und entschlossen.“
Auf die Corona-Krise hat die deutsche Möbel- und Küchenindustrie schnell und flexibel reagiert, wie die Studie ergeben hat, die von der Cologne Strategy Group und Conneum Concepts durchgeführt wurde und auf Interviews mit Branchenexperten, einer Verbraucherbefragung sowie der Auswertung von Konjunkturdaten und VDM/AMK-Datenmaterial beruht. So konnten Störungen in den Lieferketten häufig durch eine höhere eigene Wertschöpfung oder mit Hilfe neuer Lieferanten behoben werden. Für die Mitarbeiter wurden Homeoffice-Lösungen gefunden oder versetzte Schichtpläne aufgestellt, die Produktionsabläufe wurden entsprechend angepasst. Viele Hersteller führten zudem Kurzarbeit ein.

Im Möbelhandel gelang es unterdessen einer Reihe von Anbietern, auch während der erzwungenen Schließung ihrer Geschäfte den Kontakt zu den Kunden zu halten und angebahnte Verkäufe zu realisieren. So führten etwa Küchenhändler die vorher begonnenen Planungen fort, beispielsweise per Videokonferenzen mit den zu Hause weilenden Verbrauchern. In dieser Zeit konnten auch Aufmaße bei den Kunden genommen und Küchen installiert werden – denn handwerkliche Tätigkeiten waren weiterhin erlaubt. „Die meisten Küchenhersteller hatten daher zu Beginn des Lockdowns noch einen relativ guten Auftragseingang“, berichtet AMK-Geschäftsführer Volker Irle. Die negativen Folgen der Geschäftsschließungen machten sich erst später bemerkbar. Eine Besonderheit der Küchenbranche ist die höhere Abhängigkeit von internationalen Lieferketten, insbesondere bei den Elektrogeräten. Waren bestellte Geräte in der Corona-Krise nicht lieferbar, wurden zum gleichen Preis höherwertige Produkte eingebaut.

„Die Branche hat den Lockdown genutzt, um sich für die Zeit nach der Krise und die Erholung der Konjunktur in eine starke Ausgangslage zu bringen“, stellt Irle fest. Zu den errungenen Wettbewerbsvorteilen zählt er flexiblere Arbeitsabläufe, überarbeitete Produktionsanlagen sowie Produktinnovationen, zum Beispiel Hygienestationen oder spezielle Oberflächen für besondere hygienische Anforderungen. Positiv werden sich seiner Ansicht nach zudem die breitere Aufstellung der Lieferkette und die verstärkte Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten auswirken und zwar in Form kurzer Lieferzeiten und einer hohen Liefersicherheit.

Chancen erhofft sich die Branche auch von dem im Zuge der Pandemie veränderten Konsumverhalten. „Durch die viele Zeit zu Hause haben die Verbraucher die Bedeutung einer guten Einrichtung erkannt“, sagt Kurth. „Die Kaufabsichten für Möbel und Küche befinden sich trotz der Krise derzeit auf einem sehr hohen Niveau.“ Private Haushalte schichten ihre Budgets teils zu Gunsten von Möbeln um, wenngleich in Teilen der Bevölkerung auch Verunsicherung wegen der Angst vor einem Arbeitsplatzverlust herrscht.

Im Möbelhandel hat die Corona-Krise die Verschiebung hin zu Onlinekäufen beschleunigt. Ein Drittel der neuen Onlinekunden will diesen Kanal auch künftig nutzen, wie die Studie ermittelt hat. Bei Küchen war die Verschiebung hin zu reinen Online-Bestellungen aufgrund der hohen Beratungsintensität geringer. Insgesamt ist damit zu rechnen, dass sich hybride Handelsformate vermehrt etablieren werden.

Ende der Kurzarbeit im Vertrieb – Abbau von Lieferverzögerungen

Eine erfolgreiche digitale Messe-Premiere als Ersatz für die ausgefallene „Holz-Handwerk“ in Nürnberg, das Ende der Kurzarbeit im Vertrieb sowie die stetige Verbesserung der durch Corona-Maßnahmen beeinträchtigten Lieferfähigkeit markieren bei der Nagolder Häfele-Gruppe den aktuellen Weg heraus aus der Pandemie-Krise. Der Beschläge- und Lichtspezialist bewegt sich nun mit großen Schritten vorwärts und blickt zuversichtlich in die Zukunft, wie die Geschäftsleitung mitteilt.

Bei allem Elan zum Aufbruch genießt der Gesundheitsschutz von Kunden und Mitarbeitern weiterhin oberste Priorität. Vor diesem Hintergrund wurden neue Ideen entwickelt, die einerseits dabei helfen, das Virus weiter in Schach zu halten, andererseits aber auch unseren Partnern Zugang zu allen unseren Neuheiten zu verschaffen, um am Ende gemeinsam gestärkt aus der Krise hervorzugehen“, sagt Unternehmensleiterin Sibylle Thierer.

Bei der ersten digitalen Häfele-Messe, die vom 24. bis 27. Juni Premiere feierte, zeigte Häfele einen innovativen Weg für die Kommunikation in der Branche auf. An vier Tagen trafen sich auf dem virtuellen Internet-Messestand knapp 2.000 Besucher und informierten sich über die wichtigsten Häfele Neuheiten des Jahres 2020. Wie auf einer echten Messe schauten sich einige Besucher alleine um, während andere sich über den Stand führen ließen. Weitere Messegäste trafen sich über Live-Chats oder im Video-Stream direkt mit den ihnen bereits vertrauten Häfele-Ansprechpartnern, um sich zusätzliche Informationen einzuholen. Großes Interesse weckte die neue „Yes!“-Berater App, welche dem Handwerk die Planung, Visualisierung und den Verkauf von Möbeln so einfach wie möglich macht – und das ohne CAD-Vorkenntnisse. Das neue Format macht es nun möglich, auch im Nachgang, bis Ende des Jahres, alle Messe-Neuheiten mit den Häfele Fachberatern vor Ort auf dem digitalen Marktplatz intensiver kennenzulernen. Nach der erfolgreichen Premiere wird Häfele diese Möglichkeit zur digitalen Begegnung für zukünftige Events weiterentwickeln.

Häfele ist für seine Partner während des Shutdowns bestmöglich präsent geblieben, wobei die Gesundheit von Kunden und Mitarbeitern immer höchste Priorität hatte. Inzwischen ist ein Aufwärtstrend erkennbar, der sich in der steigenden Zahl von Kundenbesuchen und dem Ende der Kurzarbeit zum ersten Juli widerspiegelt. Eine weitere positive Nachricht: In den vergangenen Wochen haben viele Kunden die Vorteile des rund um die Uhr erreichbaren und stets tagesaktuellen Häfele-Online-Shops für sich entdeckt. Der so wichtige persönliche Kontakt zu den Häfele-Fachberatern konnte über verschiedene digitale Kommunikationskanäle – den Umständen entsprechend in etwas eingeschränktem Maß – ebenfalls aufrecht erhalten werden.

Die Corona-Pandemie führte aber auch bei Häfele zu Lieferbeschränkungen und Verzögerungen, was vor allem den Schutzmaßnahmen in den Versandzentren Nagold und Hannover und den Verzögerungen bei Transportunternehmen geschuldet war. Nun wird mit Hochdruck daran gearbeitet, diese Verzögerungen und Einschränkungen Stück für Stück abzubauen. Ab Juli jedenfalls nimmt Häfele nun wieder Fahrt auf, sowohl in der Logistik als auch im Verkauf, um dem gewohnt hohen Häfele-Qualitätsanspruch in Sachen Lieferfähigkeit und Kundenbetreuung gerecht zu werden und seinen Partnern den bestmöglichen Service anbieten zu können.