Fachverband Holzbearbeitungsmaschinen sieht Branche im Wandel
Im Vorfeld seiner Mitgliederversammlung in Heidelberg informierte der Fachverband Holzbearbeitungsmaschinen zur aktuellen Lage der Branche. Fazit: Für die Unternehmen bleibt es herausfordernd, die angespannte wirtschaftliche Lage in einem schwierigen Marktumfeld zu bestehen.
Zum dritten Mal in Folge erwartet der VDMA Fachverband Holzbearbeitungsmaschinen einen Rückgang der jährlichen Produktion – für das Jahr 2026 wird ein Minus von rund 7 Prozent geschätzt. Bereits in den Jahren 2025 und 2024 war die Produktion einstellig geschrumpft. Für eine grundlegende und nachhaltige Trendänderung fehlen weiterhin die Anzeichen, auch wenn der Auftragseingang in den ersten vier Monaten von 2026 moderat um 7 Prozent wuchs. In dieser positiven Momentaufnahme sind einige größere Aufträge enthalten, die für eine Trendwende in der Produktion im laufenden Jahr nicht ausreichen.
Weniger Exporte im Jahr 2025
Grundsätzlich ist der primäre Holzbearbeitungsmaschinenbau – Sägewerkstechnik und Holzwerkstoffherstellung – stärker vom Abschwung betroffen als das sekundäre Segment der Maschinen für die Weiterverarbeitung. Vergleichsweise gut stehen die Hersteller da, deren Kunden den Werkstoff Holz für die Bauwirtschaft aufbereiten. Da der Holzbau nicht nur in Europa weiter Marktanteile hinzugewinnt, ist hier die Investitionszurückhaltung deutlich weniger ausgeprägt.
Die Exporte von deutschen Holzbearbeitungsmaschinen gingen im Jahr 2025 um 11 Prozent auf 2,26 Milliarden Euro zurück. Im ersten Quartal 2026 stiegen sie im Vergleich zum Vorjahres-Quartal leicht um 2 Prozent auf 570 Millionen Euro. Die USA lagen in diesem Zeitraum an erster Stelle, getragen in erster Linie durch einen Großauftrag aus der Holzwerkstoffindustrie. Rechnet man Produktionsanlagen für die Holzwerkstoffe aus der Aufstellung heraus, liegt China an erster Stelle, gefolgt von Polen, Frankreich und den USA. Märkte, die sich überdurchschnittlich positiv entwickelten, waren neben Polen auch Österreich, Litauen und Italien.
Transformation in anspruchsvollem Umfeld
In dieser angespannten Situation ist Pragmatismus und gleichzeitig Umdenken gefragt. Die Branchenunternehmen konnten bislang recht erfolgreich mit dem schwachen Niveau zurechtkommen. „Nach drei extremen Corona-Jahren stehen wir jetzt im dritten Jahr mit Produktionsrückgängen. Die Zeiten sind wahrlich herausfordernd. Fast alle Unternehmen der Branche sind auf einem guten Weg, sich an veränderte Märkte anzupassen – eine große Leistung. Die Transformation ist in vollem Gange“, erklärte Markus Hüllmann, Vorsitzender des VDMA Fachverbandes Holzbearbeitungsmaschinen.
Die Rahmenbedingungen, in denen die Hersteller agieren, wandeln sich schneller als früher. Dass die Technologieführerschaft ein wesentliches Kriterium für die Hersteller bleiben muss, ist klar. Darüber hinaus sind intelligente Automatisierungs- und Logistiklösungen gefragt.
„Und neue Ansätze“, so Dr. Bernhard Dirr, Geschäftsführer des Fachverbandes Holzbearbeitungsmaschinen: „Wir dürfen uns nicht in den ausgefeiltesten technischen Detaillösungen verlieren. Den Kunden interessiert, ob eine Technologie zu seinem Geschäftsmodell passt. Ob eine Maschine ein neues Produkt möglich macht, ob neue Automatisierungslösungen ihn schneller und flexibler machen. Innovative digitale Kundenlösungen etwa machen einen Unterschied. Ingenieurskunst allein reicht nicht mehr. Wir sehen auf breiter Front, dass die Hersteller ihr Produktangebot, Dienstleistungen und Geschäftsmodell erfolgreich an das sich wandelnde Umfeld anpassen“.













