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Autor: Möbelfertigung

Stephan Patrick Tahy ist seit Anfang Juli der neue Vorstandsvorsitzende

In seiner Sitzung vom 29. Juni 2020 hat der Aufsichtsrat der Duravit AG Stephan Patrick Tahy (54) per ersten Juli 2020 zum Vorstandsvorsitzenden der Duravit AG bestellt. Tahy folgt damit auf Professor Dr. Frank Richter, der das Unternehmen zum 30. Juni 2020 verlassen hat.

Tahy war zuvor CEO der De’Longhi GmbH Deutschland und bei Mattel Inc. als Vice President und General Manager tätig. Der zweifache Familienvater ist in Heidelberg geboren, studierte dort Mathematik und hält einen MBA der Universität Mannheim.

„Ich freue mich sehr über das in mich gesetzte Vertrauen, in diesem innovativen Unternehmen die großartige Arbeit weiterzuentwickeln und gemeinsam mit allen Duravit-Mitarbeitern den Weg in die Zukunft zu gestalten”, so Tahy.

Gregor Greinert, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Duravit AG: „Wir freuen uns mit Stephan Tahy einen engagierten und hochkarätigen Nachfolger für Prof. Dr. Frank Richter gefunden zu haben, der die sehr erfolgreiche Entwicklung von Duravit fortsetzen wird. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit. Frank Richter danken wir für die vielen erfolgreichen Jahre, die er bei uns hervorragende Arbeit geleistet hat.“

„Ifmac“

Fällt 2020 aus – Nächste Messe für Oktober 2021 geplant

Die nächste Ausgabe der „International Furniture Manufacturing Component Exhibition“ („Ifmac“), eine der wichtigsten Messen für Holzbearbeitungsmaschinen in Südostasien, wird vom 12. bis 15. Oktober 2021 in Jakarta durchgeführt. Die für dieses Jahr im September geplante „Ifmac“ war zunächst auf den Oktober 2020 verschoben worden. Aufgrund der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie lässt sich dieser Termin jedoch nicht realisieren. Deshalb konzentrieren sich die indonesische Messegesellschaft Wakeni (PT. Wahana Kemalaniaga Makmur) als Veranstalter und die Deutsche Messe AG aus Hannover als Partner der „Ifmac“ jetzt mit voller Kraft auf das Event im nächsten Jahr.
„Angesichts der anhaltenden Unsicherheit über die Aufhebung der Reisebeschränkungen durch die indonesische Regierung aufgrund der Covid-19-Situation müssen wir leider zu dieser schweren, aber notwendigen Entscheidung kommen. Die ,Ifmac & Woodmac‘ ist eine internationale Ausstellung mit großer Beteiligung ausländischer Unternehmen und zieht Besucher aus ganz Südostasien an. Alle Bemühungen werden sich nun darauf konzentrieren, die Akteure der Branche für eine starke Ausstellung im Jahr 2021 zusammenzubringen, um den Wiederaufschwung der indonesischen Möbelindustrie zu unterstützen“, sagte Rini Sumardi, Direktorin von Wakeni.

Messe Düsseldorf

Bereit für den Neustart im September: Hygiene- und Infektionsschutzkonzept aufgesetzt

Es geht wieder los: Der „Caravan Salon“ Düsseldorf, die Weltleitmesse für Reisemobile und Caravans, wird vom 4. bis 13. September 2020 die Wiederaufnahme des Messebetriebs am Standort Düsseldorf markieren. Als weitere Düsseldorfer Veranstaltungen stehen die Medizintechnikmessen „Medica und Compamed“ (16.-19.11.), das Industrie-Armaturen-Event „Valve World Expo“ (01.-03.12.) sowie das Messe-Duo für Draht, Kabel und Rohre, „Wire“ und „Tube“ (07.-11.12.), an.
Das Hygiene- und Infektionsschutzkonzept für das Düsseldorfer Messegelände ermöglicht, dass Branchenplattformen unter größtmöglichem Schutz von Ausstellern, Besuchern, Partnern und Mitarbeitern stattfinden können. Es stellt die erforderlichen Gesundheitsvorkehrungen, Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln sicher und beinhaltet sowohl Maßnahmen zum Personenzahl- und Flächenmanagement als auch hygienische, technische und organisatorische Maßnahmen, die die Landesregierung für den Betrieb von Kongressen und Messen aufgestellt hat. Grundlage bildet die aktuelle Coronaschutzverordnung des Landes NRW.

Zugleich unterstützen die sukzessiven internationalen Reiselockerungen die Wiederaufnahme des Messebetriebs. Nach den ersten Grenzöffnungen innerhalb Europas hebt die deutsche Bundesregierung seit dem 1. Juli 2020 schrittweise die Beschränkungen für Einreisen aus Drittstaaten auf. Solche Initiativen kommen vor allem den Düsseldorfer Weltleitmessen zugute, die sich durch eine besonders hohe Internationalität auszeichnen. 2019 lag diese bei 73,4 Prozent bei Ausstellern und 37,1 Prozent bei Besuchern.

„Ich begrüße, wie verantwortungsvoll die Messe mit dem Thema Infektionsschutz umgeht und alle Vorkehrungen dafür trifft, dass ein sicherer Messebetrieb auch in Coronazeiten möglich ist“, betont Thomas Geisel, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Düsseldorfer Messegesellschaft. „Die Messe liefert mit ihrem Konzept die Basis für den Neustart, den die Wirtschaft dringend braucht. Ihre Weltleitmessen sind dafür unabdingbar. Dies gilt nicht nur für Aussteller und Besucher aus aller Welt, sondern auch für die zahlreichen Betriebe aus Handwerk, Messebau, Transport, Gastronomie, Hotellerie und Einzelhandel, die von den Veranstaltungen profitieren.“
Wolfram N. Diener, seit 1. Juli 2020 Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf, hebt insbesondere die Bedeutung für die ausstellenden Industrien hervor: „Alle Zeichen stehen auf Aufbruch. Unternehmen benötigen jetzt Plattformen, um sich und ihre Innovationen zu präsentieren, zu netzwerken und gemeinsam die Weichen für die Zukunft zu stellen. Mit unseren Weltleitmessen schaffen wir hierfür beste Voraussetzungen. Unsere Hygiene- und Infektionsschutzstandards sorgen dafür, dass die Sicherheit und Gesundheit unserer Aussteller, Besucher, Partner und Mitarbeiter bestmöglich geschützt werden. Wir sind bereit.“

Einen kompletten Überblick über das Hygiene- und Infektionsschutzkonzept finden Sie hier.

Kreditbewilligung für den Umweltschutz

Die BNL – Group BNP Paribas, einer der führenden europäischen Banken- und Finanzdienstleister, unterstützt die italienische Biesse Group beim aktiven Umweltschutz. Die Bank bewilligte Biesse einen Kredit in Höhe von 50 Millionen Euro. Dieses Geld will der Maschinenspezialist dafür einsetzen, nachhaltig den Ausstoß von CO2 zu verringern, verstärkt erneuerbare Energiequellen zu nutzen und die Gesundheit der Arbeitnehmer noch besser zu schützen.

Die wirtschaftlichen Bedingungen des Kredits sind direkt mit den anvisierten ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitszielen verknüpft: Sie verbessern sich, wenn die Biesse Group ihre Ziele, die ständig überwacht und gemessen werden, erreicht.

Biesse unterstreicht mit diesem Schritt den Fokus auf die Umwelt und strebt eine immer energieeffizientere Produktion an, wobei vor allem mehr Energie aus zertifizierten, erneuerbaren Quellen verwendet und die indirekten CO2-Emissionen deutlich reduziert werden sollen. Die Gruppe setzt sich zudem noch mehr für alle Mitarbeiter ein, indem das Arbeitsschutzmanagementsystem gemäß der internationalen Norm „Uni ISO 45001“ zertifiziert wird.

Die Normungsarbeit im Visier

Bereits im Mai verabschiedete der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) das Positionspapier „Handwerk und Normung“ – damit übernimmt das Zentralorgan eine wichtige strategische Vermittlerrolle in der Normungsarbeit. Erklärtes Ziel ist es, Normen und Normungsprozesse stärker an den Bedürfnissen des Handwerks und der kleinen und mittleren Unternehmen auszurichten.

Tischler Schreiner Deutschland begrüßt diesen unverzichtbaren Schritt und erhofft sich daraus eine Signalwirkung an Politik und Wettbewerber. „Eine herausragende Stärke des Tischler- und Schreinerhandwerks ist die handwerkliche Produktion“, erklärt Tischler Schreiner Deutschland (TSD) Präsident Thomas Radermacher. „Sie beruht auf jahrhundertealter Erfahrung und Tradition. Sie ist deshalb wichtiger Bestandteil unserer kulturellen Identität“, so der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige weiter. Diesen Erfahrungsschatz im Kontext moderner Entwicklungen zukunftssicher zu bewahren sei unter anderem eine Aufgabe sachgerechter Normungsarbeit.

Einer, der sich seit gut 20 Jahren mit dieser Herausforderung hauptberuflich befasst, ist Ralf Spiekers. Der diplomierte Holzingenieur weiß um die Bedeutung gewerkübergreifender Koordination. „Das Tischler- und Schreinerhandwerk ist mit seiner Produktionsbreite und -tiefe eine der vielseitigsten Branchen überhaupt.“ Die Regel- und Normendichte sei immens und ohne hohe fachliche Qualifikation und einschlägige Berufserfahrung kaum zu beherrschen.

„Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Standards, die das Tischler- und Schreinerhandwerk zumindest indirekt betreffen. Genau hier liegt die Herausforderung“, erläutert Spiekers. Bereits kleine Anpassungen könnten ungeprüft und unbesprochen verheerende Auswirkungen für die Branche haben. Die minimale Anpassung eines Grenzwerts – das zeige die Erfahrung – könne beispielsweise ganze Produktionsabläufe auf den Kopf stellen und selbst bestehende Maschinen von einem auf den anderen Tag zu „Edelschrott“ deklarieren. „Wir reden von Betrieben im Jahr 2020. Da kommen auch bei kleineren Unternehmen schnell mehrere hunderttausend Euro zusammen“, rechnet Technikexperte Spiekers vor.

Die große Chance des ZDH-Beschlusses liege nun vor allem in den gestiegenen Möglichkeiten, sich Gehör zu verschaffen, ergänzt Radermacher: „Wenn es um Wirtschaftsinteressen oder politische Mitsprache geht, spielt der ZDH ganz klar in der obersten Liga. Deshalb war es uns seit Langem ein Anliegen, dass dieser Einfluss auch in Normungsfragen geltend gemacht werden kann.“ Das Positionspapier ist nun ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung.

Jetzt gelte es, die entsprechenden Strukturen aufzubauen. Die Ziele seien schließlich ehrgeizig gefasst. Bereits mit dem Papier wurden Vorschläge und Forderungen an die Bundesregierung, das Deutsche Institut für Normung (DIN) und die Europäische Kommission formuliert – als Ausgangspunkt für den beginnenden Diskussionsprozess mit den verantwortlichen Institutionen.

„Es wäre schon eine große Hilfe für uns Fachverbände, wenn der ZDH bei den gewerkübergreifenden Querschnittsnormen Einfluss gewinnt“, schließt Normen-Experte Spiekers. Denn ob Nachhaltigkeitsnachweise, Arbeits- oder Umweltschutzthemen – in all diesen Bereichen seien eine frühzeitige übergeordnete fachliche Begleitung notwendig, um bei den späteren gewerkspezifischen Regelungen keine bösen Überraschungen zu erleben.

Brühl bleibt klimaneutraler Möbelhersteller

Die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel (DGM) hat das Unternehmen Brühl & Sippold aus dem oberfränkischen Bad Steben zum dritten Mal als „Klimaneutraler Möbelhersteller“ rezertifiziert. „Seit 2017 bilanziert und kompensiert Brühl seine CO2-Emissionen nach den Kriterien unseres Klimapaktes für die Möbelindustrie und trägt damit in vorbildlicher Weise zum Klimaschutz bei“, lobt DGM-Geschäftsführer Jochen Winning.

Die Grundlage des DGM-Klimapakts bildet die CO2-Bilanz eines Unternehmens, der so-genannte Carbon Footprint (CO2-Fußabdruck). Im Rahmen einer professionellen Analyse hat der Möbelhersteller Brühl diese Bilanz jetzt für das vergangene Jahr ermittelt und analysiert: Wo liegen Einsparpotenziale? Welche Emissionen sind vermeidbar? Und welche sind unvermeidbar? Die berechnete Menge an CO2-Emissionen wurde schließlich durch den Erwerb hochwertiger Klimaschutz-Zertifikate abgelöst. Dabei entspricht ein Zertifikat einer Tonne emittierten Kohlendioxids. „Diese Zertifikate kommen ausgewählten Projekten zugute, welche die globale CO2-Bilanz verbessern und der Infrastruktur vor Ort dienen“, erklärt Winning. Beispiele sind Aufforstungsprojekte in Südamerika oder Maßnahmen zur Trinkwasseraufbereitung in Afrika. Das Unternehmen Brühl erhält im Gegenzug für sein Engagement zum Klimaschutz das Label „Klimaneutraler Möbelhersteller“, mit dem es Endverbraucher von sich und seinen Produkten überzeugen kann.

Johannes Möller übernimmt von Maria Hasselman

Leitungswechsel bei der „Light + Building“: Anfang Juli hat Maria Hasselman den Staffelstab an Johannes Möller übergeben. Der studierte Messe-, Congress- und Eventmanager hat über mehrere Jahre Vertriebserfahrungen bei der Fachmesse „Prolight + Sound“ gesammelt. Danach war er vier Jahre persönlicher Assistent des Vorsitzenden der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, bevor er 2017 als Direktor für das Team Brandmanagement und Development im Bereich Technology verantwortlich zeichnete. Seit Anfang des Jahres arbeitet er bereits mit Maria Hasselman, um eine gute Übergabe zu gewährleisten. In seiner neuen Funktion berichtet Johannes Möller an Iris Jeglitza-Moshage, Geschäftsleiterin Messe Frankfurt.

„Es ist mein Ziel, Messe für alle Beteiligten auch digital noch stärker erlebbar zu machen. Deshalb werden Formate wie Podcasts, Produkt- und Trendschauen im Web oder Online-Diskussionsforen schon bald das Portfolio ergänzen“, unterstreicht Möller. „Gleichzeitig ist die persönliche Begegnung nicht zu ersetzen. Das gilt in Punkto Vertrauensbildung genauso wie bei der Qualitätsanalyse von Produkten und natürlich beim Netzwerken und Informationsaustausch. Ich freue mich, dieses Ziel in weiterhin enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern ZVEI und ZVEH umzusetzen.“

Maria Hasselman wird die Messe Frankfurt im August 2020 in den Ruhestand verlassen. „Maria Hasselman versteht es wie keine andere, hoch komplexe thematische Inhalte in der Tiefe zu durchdringen. So war sie in der Lage, Messestrukturen und Vermarktung der ,Light + Building‘ ideal zu steuern. Außerdem profitierten wir von ihrer Fähigkeit, unterschiedliche Disziplinen innerhalb einer äußerst vielschichtigen Branche miteinander zu vernetzen und deren jeweilige Herausforderungen zu verstehen“, betont Iris Jeglitza-Moshage. „Die Jubiläumsausgabe der ,Light + Building 2020′ hätte ich mir als krönenden Abschluss von Maria Hasselmans Engagement gewünscht. Leider hat ihr und uns der Corona-Virus diesen Wunsch verwehrt. Sie wird uns fehlen. Gleichzeitig wünschen wir ihr alles erdenklich Gute für ihren künftigen Lebensweg.“

Überdurchschnittliches 2. Quartal im deutschen E-Commerce

Nach dem Einbruch im 1. Quartal ist der E-Commerce im 2. Quartal überdurchschnittlich gewachsen. Er ist damit im gesamten 1. Halbjahr 2020 wieder zu gewohntem Wachstum zurückgekehrt. Die aktuellen Zahlen der großen Verbraucherstudie des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) haben für das 2. Quartal 2020 ein E-Commerce-Wachstum von 16,5 Prozent ergeben, nach einer Corona-bedingten Stagnation von 1,5 Prozent im 1. Quartal 2020. Mit einem Plus von 51,2 Prozent im zweiten Quartal und 35,7 Prozent im 1. Halbjahr 2020 sind die Waren des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Tierbedarf, Medikamente oder Drogerie am stärksten gewachsen.

Im Zeitraum April bis Juni 2020 gaben die Verbraucher im Online-Handel 20,222 Mrd. Euro inkl. USt (2. Q. 2019: 17,363 Mrd. Euro inkl. USt) aus. Im gesamten ersten Halbjahr summierten sich die Erlöse auf 36,705 Mrd. Euro inkl. USt und damit 9,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (33,608 Mrd. Euro inkl. USt). Die digitalen Dienstleistungen wie elektronische Tickets, Downloads, Hotelbuchungen etc. verzeichnen im 2. Quartal 2020 einen Umsatz von nur noch 1,364 Mrd. Euro inkl. USt (2. Q. 2019: 4,810 Mrd. Euro inkl. USt) und damit einen Einbruch um 71,6 Prozent. Hier zeigen sich die Auswirkungen des Lockdowns auf Reisen und kulturelle Events auch im E-Commerce in voller Härte.

„E-Commerce hat sich im zweiten Quartal nachhaltig als zusätzliche Versorgungs-Infrastruktur etabliert“, fasst BEVH-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer zusammen. „Das zeigt sich nicht nur an den absoluten Zahlen, sondern auch am erklärten Willen der Konsumenten, auch künftig mindestens so viele, wenn nicht mehr Güter des täglichen Bedarfs und Medikamente online zu kaufen.“ In einer Zusatzbefragung unter ca. 2.500 Konsumenten gab gut jeder Zweite der Befragten (53,6 Prozent) an, dass er aufgrund der Erfahrungen in der Corona-Krise künftig mehr online bestellen werde. Konkret nach Warengruppen gefragt, gaben 21,6 Prozent der Befragten an, mehr Lebensmittel online bestellen zu wollen; nur 11,6 Prozent gaben an, ihre Online-Ausgaben hier reduzieren zu wollen. Auch im Hinblick auf Medikamente, Drogerieprodukte und Tierbedarf äußerten deutlich mehr Befragte die Absicht, ihre Online-Einkäufe künftig zu steigern als sie zu verringern. Abseits der Waren des täglichen Bedarfs wollen die Konsumenten hauptsächlich bei Bekleidung und gedruckten oder elektronischen Büchern künftig eher mehr Geld im Internet ausgeben als weniger.

Das gesamte Cluster „Einrichtung“ (Möbel/Lampen/Deko, Haus- /Heimtextilien, Haushaltswaren/-geräte) wuchs um 18,7 Prozent auf 3,041 Mrd. Euro inkl. USt, getrieben von einem starken Wachstum bei Haushaltswaren und -geräten (+25,6 Prozent auf 1,339 Mrd. Euro inkl. USt ggü. 1,066 Mrd. Euro inkl. USt im 2. Quartal 2019). In der Kategorie Möbel, Lampen und Dekoration zeigte sich nachhaltig hohes Wachstumspotential. Hier stieg der Online-Umsatz im 2. Quartal 2020 um 13,8 Prozent auf 1,412 Mrd. Euro inkl. USt (2. Q. 2019: 1.241 Mrd. Euro inkl. USt).

Das 2. Quartal bescherte der Kategorie „DIY und Blumen“ einen Online-Umsatz von 862 Mio. EUR inkl. USt (2. Q. 2019: 720 Mio. EUR inkl. USt) und damit einen Anstieg um 19,7 Prozent. Hobby und Freizeitartikel wuchsen im 2. Quartal 2020 um 20,9 Prozent auf 901 Mio. EUR inkl. USt (2. Q. 2019: 745 Mio. EUR inkl. USt). Der gesamte Online-Umsatz des Warengruppen-Clusters stieg im 2. Quartal 2020 auf 2.588 Mio. EUR inkl. USt (2. Q. 2019: 2.209 Mio. EUR inkl. USt) um 17,1 Prozent.

Im 2. Quartal konnten die Multichannel-Versender nur durch das starke Wachstum der klassischen Versandhändler und der Versandapotheken mit 10,6 Prozent knapp zweistellig auf 6,871 Mrd. Euro inkl. USt wachsen (2. Q. 2019: 6.251 Mrd. Euro inkl. USt). Einen Boom erlebten die Versandapotheken mit einem Plus von 67,1 Prozent auf 267 Mrd. Euro inkl. USt (2. Q. 2019: 160 Mrd. Euro inkl. USt). Unter den Multichannel-Anbietern wuchsen die klassischen Versandhändler mit einem Plus von 12,6 Prozent auf 3,666 Mrd. Euro inkl. USt (2. Q. 2019: 3,277 Mrd. Euro inkl. USt) am stärksten. Die Versender mit Herkunft aus dem stationären Geschäft verzeichneten ein deutlich unterdurchschnittliches Plus von 4,7 Prozent. Die Umsätze lagen bei 2,818 Mrd. Euro inkl. USt (2. Q. 2019: 2,691 Mrd. Euro).

„Lokomotiven“ des E-Commerce waren im zweiten Quartal die Internet Pure Player, die 3,076 Mrd. Euro inkl. USt umsetzen und damit 20,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zulegten (2.547 Mrd. Euro inkl. USt). Mit einem weiteren Wachstum von 19,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Umsatz von 9,550 Mrd. Euro inkl. USt (2. Q. 2019: 8,020 Mrd. Euro inkl. USt) besetzten die Online-Marktplätze wieder fast die Hälfte des Gesamtumsatzes.

„Wir sehen gute Chancen, dass der E-Commerce in 2020 trotz der Corona-Krise einen Umsatz von bis zu 80 Mrd. Euro brutto erreichen kann“, prognostiziert Christoph Wenk-Fischer. Für den Bereich der „Digitalen Dienstleistungen“ ist die ursprüngliche Prognose infolge von Corona nicht zu erreichen. Bei Waren und Dienstleistungen zusammengenommen rechnet der BEVH daher mit einem Wachstum deutlich unterhalb der ursprünglich erwarteten 100 Mrd. Euro brutto.

Branchenverbände stärken der Messe den Rücken

Alle schlechten Nachrichten zum Trotz: Die Weltleitmesse „Bau“ steht rund ein halbes Jahr vor Messebeginn gut da, auch wenn vorrangig deutsche Hersteller aufgrund von Corona abgesagt haben. Die 18 Messehallen sind zu Drei Vierteln fest gebucht. Das entspricht dem Niveau von vor zwei Jahren. So ist die Nachfrage aus dem Ausland ist größer denn je. Viele Unter-nehmen, sozusagen die schweigende Mehrheit, wollen einen Neustart nach dem Shutdown. Und sie glauben, ebenso wie die Messe München, dass das auch mit Abstandsregeln und unter Hygienebedingungen möglich ist. Bei den Repräsentanten der deutschen Bauverbände ist die Stimmung eindeutig. Sie wollen einen Aufbruch, ein Signal. Sie wollen die „Bau“.

Noch läuft es, verglichen mit anderen Branchen, einigermaßen rund am Bau. Volle Auftragsbücher aus dem Bau-Boom der vergangenen Jahre sorgen für eine gute Auslastung der Betriebe. Das könnte sich jedoch spätestens 2021 ändern, denn die Baubranche treffen wirtschaftliche Einbrüche meist zeitversetzt. Der Staat als einer der größten Auftraggeber der Bauwirtschaft wird sich angesichts seiner Schuldenlast mit Investitionen zurückhalten, ebenso wie der private Auftraggeber.

Quo vadis, Bauwirtschaft? Das jüngste ifo-Konjunkturbarometer (06/2020), rechnet bereits in den kommenden Monaten mit einem spürbaren Rückgang für das Bauhauptgewerbe. Auch für das Baugewerbe erwartet der Zentralverband Deutsches Baugewerbe, ZDB, dass „der pandemiebedingte Einbruch“ im zweiten Halbjahr 2020 „noch bevorsteht“. Und was den Export angeht: Der ist mit Corona in einigen Branchen komplett eingebrochen, insbesondere in stark betroffenen Ländern wie Frankreich, Spanien oder den USA.

Vor diesem Hintergrund stärken führende Branchenvertreter der „Bau“ auch in Corona-Zeiten den Rücken. Die „Bau“, so der Tenor, könnte ein starkes Signal setzen und, wie so oft in den vergangenen Jahren, Aufbruchstimmung erzeugen, auch und erst recht in Corona-Zeiten.

Günter Jösch, Geschäftsführer Bundesverband Bausysteme: „Für die ,Bau‘ sagen wir Daumen hoch! Wir möchten unser seit Jahren eingeführtes Branchentreffen durchführen und werden begeistert daran teilnehmen. Wir werden mit Sicherheit die eine oder andere Änderung haben, aber ich denke, man muss es positiv sehen, und falls uns nicht eine zweite Corona-Welle komplett niederwalzt, werden wir mit Sicherheit eine erfolgreiche Messe haben.“

Stephan Schmidt, Geschäftsführer, Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie: „Natürlich sind viele Aussteller jetzt noch unentschieden. Alle wollen die ,Bau‘ haben. Sie ist die wichtigste Leitmesse überhaupt und eine Messe ist dazu da, Neuerungen zu verbreiten und umzusetzen. Daher ich bin optimistisch und hoffe, dass wir in diese Richtung laufen können.“

Christina Hoffmann, Leiterin Rationalisierungsgemeinschaft Bauwesen im RKW: „Wir sollten die ,Bau‘ 2021 kraftvoll angehen, denn ich denke, dies ist ein Signal für die gesamte Baubranche. Es geht darum, dass wir aus der Krise heraus noch mehr Innovationen entwickeln und die Themen, die uns ohnehin schon beschäftigen, erneut in den Fokus nehmen.“

Ines Prokop, Geschäftsführerin Bundesverband Bausoftware: „Wir finden es extrem wichtig, dass die ,Bau‘ stattfindet. Als positives Signal für die Branche. Selbst wenn wir weniger Aussteller und Besucher haben werden, kann das ein Qualitätsgewinn sein. Die ,Bau‘ 2021 wird keine schlechte Messe sein. Ich glaube, wir können auch für die ,Bau‘ 2021 mutig sein und einen anderen Umgang mit bestimmten Dingen lernen.“

Thomas Welter, Bundesgeschäftsführer, Bund Deutscher Architekten BDA: „Der Bund Deutscher Architekten BDA unterstützt die ,Bau‘ 2021, weil auch in Zeiten der Corona-Pandemie ein Informationsaustausch über Innovationen und technische Entwicklungen dringend notwendig ist. Die ,Bau‘ ist für die Branche der Architektinnen und Architekten wichtig, weil diese sich regelmäßig über Entwicklungen und Märkte informieren müssen, um weiterhin hochqualitative, ressourcensparende und kosteneffiziente Projekte realisieren zu können. Unter Einhaltung der gängigen Hygieneregeln ist auch in der heutigen Zeit der Besuch einer Messe möglich. Um Themen wie Klimaschutz weiterhin vorantreiben zu können braucht es Austauschplattformen wie die ,Bau‘ 2021.“

Martina Koepp, Geschäftsführerin GGT Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik® mbH: „Für GGT Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik® mbH gibt es keine bessere Kompetenzplattform zur Darstellung ihres Generalthemas Generationengerechtes Bauen & Wohnen. Die ,Bau‘ versammelt unter ihrem Dach alle wesentlichen Beteiligten, um diesem Megatrend des Bauens für alle und in allen Lebensphasen gerecht werden zu können und damit das Bauen und Wohnen der Zukunft zu gestalten! Wir freuen uns darauf, die DNA des Bauens – auch in schwierigen Messezeiten – gemeinsam mit unserem langjährigen Kooperationspartner ,Bau‘ München im Rahmen einer einzigartigen Sonderschau 2021 abbilden zu können.“

Für die Messe im Januar sind aktuell 80 Prozent der verfügbaren Ausstellungsfläche, das sind rund 100.000 Quadratmeter Netto, fest vergeben. Das entspricht dem Niveau wie vor zwei Jahren. Absagen insbesondere deutscher Unternehmen steht eine ausgesprochen hohe Flächennachfrage internationaler Unternehmen gegenüber. Angesichts dieser Buchungslage steht die Austragung der „Bau“ vom 11. bis 16. Januar 2021 nicht in Frage. Um die Aussteller insbesondere bei der Besucherwerbung zu unterstützen, gewährt die Messe München einen 15-prozentigen Corona-Bonus. Das Schutz- und Hygienekonzept der bayerischen Messewirtschaft, das von der bayerischen Staatsregierung am 23. Juni verabschiedet wurde, ermöglicht die Durchführung von Messe unter Einhaltung von Abstandsgebot, Hygiene und Nachverfolgbarkeit aller Teilnehmer. Mehr dazu unter www.messe-muenchen.de