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Autor: Hahn, Sebastian

Pfleiderer CEO Dr. Frank Herrmann
Pfleiderer-CEO Dr. Frank Herrmann

Bürokratischer Aufwand für Unternehmen zu hoch

Dr. Frank Herrmann, CEO und COO von Pfleiderer, betonte im Gespräch mit der „möbelfertigung“, dass der bürokratische Aufwand, den Unternehmen betreiben müssen, zu hoch sei: „Dieser hat in den letzten Jahren nochmal massiv zugenommen. Dabei sind auch die immer kürzer werdenden Vorlaufzeiten zu neuen Verordnungen wirklich schlimm. Es stehen im Dezember Dinge in amtlichen Schreiben, die am 1. Januar scharfgestaltet werden. Damit fehlt also auch die Zeit solchen neuen Verordnungen wirklich inhaltlich vollständig zu erfassen. Darüber hinaus sind die Vorgaben selten ressortübergreifend abgestimmt uns auf negative Kollateraleffekte überprüft. Aktionismus scheint hier der Haupttreiber.“

Auch in der Bewertung der politischen Rahmenbedingungen äußerte er sich kritisch: „Die sind einerseits von großer Unsicherheit geprägt und andererseits widersprüchlich“, so Dr. Frank Herrmann. „Die Kommunen sollen zum Beispiel immer mehr auf fossile Brennstoffe verzichten. Gleichzeitig fehlt es an Gas, weshalb immer häufiger Holz als Brennstoff in den Fokus rückt. Leider ohne daran zu denken, dass Holz – und eben auch Holzwerkstoffe – erst nach diversen Produktionszyklen am Ende der Kaskade verbrannt werden sollten. Dies zu einem früheren Zeitpunkt zu tun, ist in keiner Weise nachhaltig und gefährdet darüber hinaus die Versorgung unserer Industrie mit dem wichtigen Rohstoff. Wir Holzwerkstoffhersteller geraten also in den Wettbewerb mit den Energieerzeugern. Und die sind in der Lage, mehr für Holz zu zahlen.“

Das komplette Interview mit Dr. Frank Herrmann, in dem er sich auch ausführlich zu Themen wie Nachhaltigkeit, Konjunktur und Unternehmensstrategien äußert, lesen Sie in der kommenden Ausgabe der „möbelfertigung“, die in gedruckter Form am 15. Februar erscheint.

Außerdem in dem Magazin: Wie IMA Schelling gegen einen Hacker-Angriff kämpfte, das neue Schattdecor-Vorstandsmitglied Claus Neuffer und sein Vorgänger Roland Heeger im Exklusiv-Interview, alles zu den Investitionen von Rotpunkt Küchen am Standort Bünde-Ahle, wie sich Stiegelmeyer mit einer neuen Losgröße-1-Fertigung für die Zukunft aufgestellt hat, warum Lean Manufacturing so aktuell wie nie ist und viele weitere Themen.

Darüber hinaus in der kommenden „möbelfertigung“: Das große Trendpanel.

Logo Meisterteam
Meisterteam

Seit 40 Jahren aktiv

40 Jahre erfolgreich: 1984 gründeten Tischler, Metallbauer und Glaser eine Kooperation, um die Wettbewerbsfähigkeit von Handwerksbetrieben zu verbessern. Daraus entwickelte sich das bundesweit aktive „Meisterteam“, in dem 270 mittelständische Unternehmen aus den Bereichen Holz, Metall, Glas und Fensterbau vernetzt sind. Zum Netzwerk gehören auch industrielle Vertragslieferanten und Kooperationspartner aus dem Dienstleistungssektor. In diesem Jahr blickt das Meisterteam auf 40 Jahre erfolgreiche Arbeit und solide Entwicklung zurück. 

„Mit 270 Partnerbetrieben, 200 Lieferanten und Dienstleistern und unseren ERFA- und Fachgruppen haben wir eine gute und breite Basis, um künftige Aufgaben auch unter gesamtwirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen zu meistern“, betonen der Aufsichtsratsvorsitzende, Burkhard Leffers, und Geschäftsführer Thomas Schley. Meisterteam hat seit 40 Jahren Handwerksbetriebe und Lieferanten im Blick, dabei wird der Markenname als besonderes Qualitätsmerkmal herausgestellt.“

Der zentrale Service ist aktuell geblieben: Die zum Meisterteam gehörenden Handwerksbetriebe erhalten für die Bündelung des Einkaufs von den industriellen Lieferanten günstige Einkaufskonditionen, bekommen eine Bonus-Rückvergütung und nutzen die Angebote der Dienstleister. Weitere Service-Leistungen kommen hinzu, zum Beispiel sorgen Zentralregulierung mit 100 Prozent Zahlungsgarantie und gemeinsames Marketing.

Zur Kernkompetenz hat die Verbundgruppe den Erfahrungsaustausch entwickelt. In 16 ERFA- und Fachgruppen kommen Betriebsinhaber und Führungskräfte zusammen, schärfen den Blick auf die eigene betriebliche Situation und erhalten und geben Impulse zur Verbesserung. Wir waren bereits Netzwerker, als es diesen Begriff noch nicht gab“, so Thomas Schley. Und: „Immer mehr Mitglieder nutzen dieses Netzwerk.“

Die Verbundgruppe greift neue Entwicklungen auf und setzt Trends um. Beispiele sind die Unterstützung von Betrieben bei der Digitalisierung, bei der Gewinnung von Fach- und Führungskräften, bei der Integration von Robotik und KI in die betrieblichen Abläufe. 

Seit 1995 engagiert sich Meisterteam mit einem eigenen Konzept im Umweltschutz: „Modul“ (Meisterteam organisiert den Umweltschutz langfristig) verbindet ökologische, ökonomische und zentrale Aspekte. So verpflichten sich Tischlereien, die nach Umweltstandards zertifiziert sind (FSC und PEFC-Kombi-Zertifizierung ist ein Angebot der Verbundgruppe) zur Nachhaltigkeit bei der Nutzung natürlicher Ressourcen. Zum 40. Geburtstag führt Meisterteam seine Jahrestagung vom 25. bis 27. April am Wissenschaftsstandort Potsdam durch. Ein Blick in die Zukunft des digitalen Handwerks und eine Zukunftsmesse für Lieferanten und Mitgliedsbetriebe sind besondere Themen des Tagungsprogramms.

Frank Thiesmann
MeisterWerke Schulte

Frank Thiesmann wird neuer Leiter Marketing & Produktmanagement

Frank Thiesmann (50) übernahm zum 1. Februar 2024 die Leitung Marketing & Produktmanagement bei der MeisterWerke Schulte GmbH und berichtet in dieser Funktion an Stefan Pföhler, der innerhalb der MeisterWerke-Geschäftsleitung für Vertrieb und Marketing verantwortlich zeichnet.

Thiesmann ist studierter Betriebswirt und bringt umfangreiche Erfahrungen aus diversen Führungspositionen im Marketing mit, zuletzt als Head of Marketing D-A-CH / BeNeLux / Skandinavien / Norditalien bei Egger Holzwerkstoffe in Brilon. „Ich freue mich, dass wir Frank Thiesmann für diese anspruchsvolle Aufgabe bei den MeisterWerken gewinnen konnten. Mit ihm werden wir unser Produktportfolio noch passgenauer auf die Anforderungen des Marktes ausrichten und unsere Prozessoptimierungspotentiale hinsichtlich Sortimentsentwicklung und -vermarktung heben“, so Stefan Pföhler.

„Viel Positives auf den Weg gebracht“

Wichtige Verbandsgremien, Mitgliedsunternehmen, Anschlusshäuser, Onliner und Großkunden waren bei den Partnertagen Ostwestfalen ebenso vor Ort, wie internationale Handelsplayer u.a. aus Polen, Bulgarien, Ungarn, Bosnien, Slowenien, Serbien, der Schweiz, Luxemburg und Tschechien. Rund 100 Industriepartner und Marken hatten vom 30. Januar bis 01. Februar ins Messezentrum Bad Salzuflen geladen, um dem Handel eine Bandbreite an neuen Modellen und Tools zu bieten, die den Möbelkonsum zeitnah ankurbeln sollen.  

Beim Austausch zwischen Industrie und Handel standen Sortimente, Aktionsartikel und Werbeware für Mitnahme, Junges Wohnen, SB und Online im Mittelpunkt. Die Partnertage zogen noch mehr konventionelle Einkäufer und Entscheider an, die interessante Ansätze fanden. In Abstimmung innerhalb der Industrie soll dieser Angebotsbereich weiter ausgebaut werden. Auffallend stark waren in diesem Jahr Massivholzprogramme von zerlegt bis montiert, Cord-Sofas und Polsterbetten, Homeoffices, solitäre Einzelmöbel, paketversandfähige Möbel und modulare Systeme für alle Wohnbereiche von Wohnen, Schlafen, Essen, Einzelmöbel, Bad und Diele bis hin zu Fachsortimenten. Das Bestreben der Anbieter, mehrere Warengruppen oder sogar Vollsortimente anzubieten, war unverkennbar. 

 „Die Veranstaltung ist für uns gut gelaufen“, resümieren die Aussteller. „Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir viel Positives auf den Weg gebracht, um die Herausforderungen zu meistern. Auch wenn die Stimmung im Markt derzeit nicht die beste ist: Die Partnertage Ostwestfalen zeigen, dass gemeinsam immer was geht.“ Der Termin für 2025 soll rechtzeitig festgelegt und kommuniziert werden.

Logo des Verbandes der Deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI)
Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie

Warnt vor desaströsen Folgen durch europäische Verpackungsverordnung

Zum heutigen Start des Trilogverfahrens zur europäischen Verpackungsverordnung greift die Wertschöpfungskette für Holzverpackungen zu drastischen Worten, um Korrekturen anzumahnen. Denn es drohen europäische Vorgaben, die den Klimaschützer Holz und das etablierte Holzrecycling im Verpackungsbereich gefährden. Damit würde die Holzverpackungsindustrie in ihrer Existenz gefährdet und mit ihr die Zuliefererindustrien (Säge- und Holzwerkstoff-industrie) in eine weitere Krise gezogen. 

Die europäische Verpackungsverordnung PPWR (Packaging & Packaging Waste Regulation) könnte das Aus für etablierte Ladungsträger aus Holz, etwa Paletten, bedeuten. Denn die Vorgaben zu Leerräumen, dem Mindesteinsatz von Recyclingmaterial und zum sog. Closed Loop Recycling sind bei Holzverpackungen, insbesondere im Industriebereich, technisch nicht umsetzbar. 

Die neuen Regelungen, die im Bereich der Kunststoffverpackungen vielleicht sinnvoll sein mögen, hätten im Bereich der Holzverpackungen absurde Konsequenzen: Ausgerechnet Holz, der kohlenstoffspeichernde, nachwachsende Klimaschützer und Recyclingvorbild der Kreislaufwirtschaft, würde im Verpackungsbereich faktisch ausgeschlossen.

Die Holzpackmittelindustrie mit ihren Zulieferern aus Säge- und Holzwerkstoffindustrie fordern zur Abwendung dieser Risiken daher die Herausnahme von Holzverpackungen aus dem Geltungsbereich der PPWR, um sinnwidrige Folgen für die etablierten Holzverpackungen wie etwa Paletten und die auf sie angewiesenen Lieferketten zu vermeiden.

„Neue medizinische Geräte für das Krankenhaus, Maschinen und Ersatzteile für die Industrie-produktion – sie alle werden gut geschützt in stabilen Kisten oder auf Paletten aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz zu ihrem Ziel gebracht – ebenso wie Lebensmittel zum Supermarkt,. Paletten und Co. halten also die Versorgung von uns allen am Laufen. Damit ist zum 1. Januar 2030 Schluss, sofern nicht wesentliche Korrekturen am Gesetzestext vorgenommen werden“, warnt Marcus Kirschner vom Bundesverband Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung e.V. (HPE).

Grundidee gut – aber nicht alles in einen Topf werfen

Der „Green Deal” der Europäischen Kommission, der auch Treiber der EU-Verpackungsverordnung ist, soll eine Stärkung von Bioökonomie, Kreislaufwirtschaft und nachhaltigem Wirtschaften bringen. Es ist das erklärte Ziel der PPWR, die Verpackungsabfälle bis 2040 schrittweise – aber deutlich – zu reduzieren. Daher fokussiert der Verordnungsentwurf der EU-Kommission auf Kunststoffe und den privaten Endverbrauchermarkt (B2C), betont aber zugleich die Gültigkeit für alle Verpackungen. 

„Die prinzipiellen Ziele der PPWR sind unstreitig und gut. Allerdings kann man nicht alle Verpackungen in einen Topf werfen“, differenziert Julia Möbus vom Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) und kritisiert den „one-size-fits-all“-Ansatz des Gesetzesvorhabens. Dieser „Einheitsansatz“ werde den einzigartigen Eigenschaften und Beiträgen von Holzverpackungen und -paletten zur Kreislaufwirtschaft nicht gerecht.

Über das Recycling ein zweites Leben ermöglichen, statt die Kreislaufwirtschaft auszubremsen

Eine Palette oder ein anderes Holzverpackungsmaterial kann durch Recycling nicht wieder zu einer Palette werden, wohl aber zu anderen wertvollen Erzeugnissen. Bekanntestes Beispiel für das zweite Leben der Paletten sind Spanplatten. Sie tragen zur Dekarbonisierung des Bausektors bei, werden zur Möbelproduktion oder zur Herstellung von Holzpackmitteln eingesetzt. Das kann mehrfach geschehen und bindet CO2 über Jahrzehnte. Dieses Recyclingkonzept entspricht der derzeitigen Europäischen Abfallrahmenrichtlinie und hat auch seine Praktikabilität bewiesen. 

„Holzpackmittel sind bereits heute Produkte der Kreislaufwirtschaft: Sie enthalten in vielen Teilprodukten bereits Recyclingholz und sind ihrerseits recyclingfähig, finden also ein neues stoffliches Leben insbesondere in Spanplatten. Daran ist nichts falsch, daran ist im Gegenteil alles gut“, fasst Anemon Strohmeyer vom Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI) zusammen. Doch das wird im aktuellen PWPR-Entwurf mit seinen Mindestrecyclingvorgaben und der noch nicht ganz vom Tisch gefegten Idee eines Closed Loop (mit dem eine Palette wieder zu einer Pallete recycelt werden müsste, was technisch unmöglich ist) nicht berücksichtigt. 

„Vor lauter Kaffeepads, Take-Away-Verpackungen, Miniaturshampooflaschen in Hotels – also dem, was Vielreisende in der Regel direkt mitbekommen, wurde ein Grundbaustein der Wirtschaft offensichtlich völlig vergessen: Paletten und Kisten aus Holz, auf und in denen alle Güter transportiert werden“, postuliert Kirschner. Denn hier zeige sich aus seiner Sicht ein weiteres gravierendes Manko der geplanten Verordnung. Riesenverpackungen für kleine Parfumflacons oder zig Mal größere Schachteln für USB-Sticks – da könne eine Begrenzung des Leerraums in einer Verpackung auf maximal 40 Prozent durchaus Sinn machen. „Aber im B2B-Bereich, zum Beispiel bei der Verpackung von Maschinen mit Flanschen, unterschiedlichen Geometrien und Winkeln, nicht zentrischen Schwerpunkten, vor allem aber hohen Gewichten bis zu 400 t, zählen vor allem Sicherheit, Schutz und Transportierbarkeit:. 

Die Säge- und Holzindustrie als Hersteller von Holzbauprodukten und die Holzwerkstoffindustrie mit ihren Produkten Spanplatten / Faserplatten / Sperrholz / OSB-Platten schaffen die Grundlage für die Deutsche Bauindustrie, Möbelindustrie und auch die Holzverpackungsindustrie: 

„Die Säge-und Holzindustrie sowie die Holzwerkstoffindustrie sehen sich im Bereich Bau- und Möbel einem starken Konjunktureinbruch ausgesetzt, wodurch die Branchen erheblich belastet werden. Nun droht im Bereich Verpackungen zur schwächelnden Konjunktur und dem EU-Lieferkettengesetz das Damoklesschwert der europäischen Verpackungsverordnung hinzu zu kommen: Dieses dürfte im jetzigen Zuschnitt dazu führen, dass ein wesentlicher Absatzmarkt für unsere Produkte entfällt (obwohl die Produkte recyclingfähig sind) und Holzverpackungen durch andere Verpackungsmaterialien mit weniger positivem Fußabdruck ersetzt werden. Das ist nicht nur kontraproduktiv für die Holzwirtschaft als Stütze des ländlichen Raums, das ist auch kontraproduktiv für Klimaschutz und Transformation“, zeigen sich Möbus und Strohmeyer schockiert.

Acht Marken laden nach Köln ein

Zum Start in die Textil-Saison lädt Luiz vom 22.-24. Februar 2024 zur 5. Ausgabe der Interior Days Coeln ein. Besucher:innen erwartet am Unternehmensstandort in Hürth ein intimes und exklusives Event mithochkarätigen HerstellernvonTextilien, Möbeln, Teppichen, TapetenundAccessoires. Mit dabei sind zur Spring Edition neben Luiz die Premium-Brands Élitis, Lelievre, Liberty Fabrics, Kymo, Nya Nordiska, Pierre Frey und Rubelli.
Die Interior Days Coeln finden im Luiz Showroom in der Beerstraße 9 in 50354 Hürth statt.

Öffnungszeiten:
Donnerstag 22. Februar: 09.30 bis 18.30 Uhr
Freitag 23. Februar: 09.30 bis 18.30 Uhr
Samstag 24. Februar: 09.30 bis 15.00 Uhr

Um Anmeldung wird gebeten: luiz@neumann-communication.de

Logo des Zentralverband des Deutschen Handwerks
ZDH

Verbände fordern Befreiungsschlag

In einem gemeinsamen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz fordern die vier Spitzenverbände der Deutschen Wirtschaft – Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) und Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) – entschlossene Reformen, einen echten Befreiungsschlag bei der Bürokratie, verlässliche Rahmenbedingungen für Planungssicherheit und eine Wirtschaftspolitik, die endlich wieder Anreize für Investitionen und Leistung setzt. Der Reformstau und die angespannte Stimmung im Land, im Mittelstand und im Handwerk hängen zusammen, so ZDH-Präsident Dittrich. Für Politik gilt daher: Es ist Zeit, zu machen! Zeit, die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland zu stärken, machbare Etappenziele zu setzen und klarzumachen, dass Deutschland deutlich mehr kann als nur Mittelmaß.

VDMA

Moderatere Ordereinbußen zum Jahresschluss

Der Orderrückgang des Maschinen- und Anlagenbaus hat sich im Dezember 2023 ein wenig abgeschwächt – unterm Strich resultiert für das gesamte Jahr aber dennoch ein zweistelliges Minus der Bestellungen. Insgesamt blieben die Aufträge im Gesamtjahr 2023 real 12 Prozent unter ihrem Vorjahreswert, und weiterhin ist eine Trendwende nicht erkennbar. „In den großen Absatzmärkten Europa, den USA, China fehlt es an Vertrauen in einen dauerhaften globalen Konjunkturaufschwung, den gerade die Investitionsgüterindustrie benötigen würde“, kommentiert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers die Jahresbilanz der Bestellungen. Im Inland verbuchten die Unternehmen 2023 ein Orderminus von 11 Prozent, aus dem Ausland kamen 13 Prozent weniger Bestellungen. Dabei betrug das Auftragsminus aus den Euro-Ländern16 Prozent, die Nicht-Euro-Länder schlugen mit einem Rückgang von 11 Prozent zu Buche.

Immerhin brachte der Dezember 2023 für sich genommen weniger schlechte Werte, zum Jahresschluss lagen die Auftragseingänge mit real minus 6 Prozent nur einstellig unter Vorjahr. „Dafür sorgten die Kunden aus den Nicht-Euroländern, deren Bestellungen sogar geringfügig um 1 Prozent stiegen“, erläutert Wiechers. Dadurch fiel der Rückgang aus dem gesamten Ausland mit 3 Prozent zum Vorjahr vergleichsweise moderat aus. Im Inland (minus 13 Prozent) sowie aus den Euro-Ländern (minus 11 Prozent) wurden allerdings auch im Dezember zweistellige Rückgänge verbucht.

Im weniger schwankungsanfälligen Drei-Monats-Zeitraum Oktober bis Dezember 2023 verbuchten die Firmen ein Minus im Auftragseingang von real 9 Prozent zum Vorjahr. Das Inlandsgeschäft (minus 15 Prozent) verzeichnete deutlich kräftigere Rückgänge als das Ausland (minus 6 Prozent). Die Euro-Länder bestellten in diesem Zeitraum 4 Prozent weniger Maschinen und Anlagen, die Nicht-Euro-Länder verringerten ihre Bestellungen um 7 Prozent. „Beim Blick auf den Kurvenverlauf deutet sich eine Bodenbildung der Auslandsorders an. Die Inlandsbestellungen sind dagegen weiter auf Abwärtskurs. Für eine Entwarnung ist es folglich eindeutig zu früh”, lautet das Resümee des VDMA-Chefvolkswirts

Rekordjahr und Mitarbeiter-Höchststand

Auch wenn 2023 wieder ein sehr herausforderndes Jahr für Palmberg war – vor allem aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage, geopolitischer Konflikte und deren Auswirkungen auf Preise und Lieferketten -, so konnte das Unternehmen das vergangene Jahr erneut mit einem Rekordergebnis von 143 Millionen Euro (Umsatzsteigerung von 6,8 Prozent) abschließen. Dabei wuchs auch die Mitarbeiterzahl weiter um 96 auf 659 (Stand: 01.01.2024).

Das Wachstum komme sowohl aus Preiserhöhungen als auch aus der Produktionssteigerung, erläuterte Palmberg-Geschäftsführerin Nicole Eggert im Jahrespressegespräch Anfang der Woche. Während das Projektgeschäft derzeit verhalten sei, kämen jedoch gute Umsätze aus dem Tagesgeschäft, so Eggert: „Ein wichtiger Faktor für die Erfolge und die Entwicklung des Unternehmens war 2023 neben der sehr guten Zusammenarbeit mit einem engmaschigen Netz aus Fachhandelspartner:innen sowie einem engagierten Team von mittlerweile mehr als 655 Mitarbeiter:innen, die Fähigkeit des Unternehmens, sich an die sich verändernden Marktbedingungen anzupassen und dafür innovative Lösungen zu entwickeln“.

Unterschiedliche Auszeichnungen wie der German Design Award 2023 für das elektrifizierbare Trennwandsystem „Clamp“, der „Best Workspaces Award 2023“ oder die Auszeichnung mit dem „Life & Living Award“ gaben dem abgelaufenen Jahr ebenfalls positive Impulse. und auch 2024 gehört Palmberg bereits zu den Winnern: Sowohl die Produktserie „Layers“ als auch die mobile Variante „P5 Flex“ (Foto) wurden mit dem „German Design Award 2024“ in der Kategorie Excellent Product Design – Office Furniture ausgezeichnet.

Mitte des Jahres 2024 und rund zehn Monate nach Erteilung der Baugenehmigung findet außerdem am Standort in Schönberg das Richtfest für den Bau der Produktionshalle 8 statt. Die Flächenerweiterung ist für den Hersteller erforderlich, um weiterhin optimal für die Zukunft aufgestellt zu sein. Mit dem Neubau sorgt Palmberg für optimierte, effizientere und angepasste Abläufe der Intralogistik- und Fertigungsprozesse. Zusätzlich geht es bei der Erweiterung der Lagerkapazitäten auch darum, den Kundenanforderungen noch besser gerecht zu werden, Lieferzeiten so weit wie möglich zu verkürzen und langfristig Arbeitsplätze zu sichern. Bei diesem Großprojekt setzt das Unternehmen stark auf das Thema Nachhaltigkeit. Unter anderem ist für das Dach eine Photovoltaik-Anlage vorgesehen. Palmberg gewinnt jetzt bereits 100 Prozent der Wärmeenergie zum Heizen seiner Produktionshallen und Gebäude durch die Verwertung von eigenen Spanplattenresten. So spart das Unternehmen im Vergleich zum Heizen mit Erdgas jedes Jahr rund 450 Tonnen CO2. Und auch auf Sicht will Palmberg alles dafür tun, den eigenen CO2-Fußabdruck weiter zu reduzieren, um seinen Kund:innen mit nachhaltigen Büromöbeln einen zusätzlichen Mehrwert zu bieten.