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Autor: Möbelfertigung

Übernahme durch Luc Tack

In neuen Händen: Luc Tack, unter anderem Eigentümer der in den USA ansässigen Firma Global Textile Alliance (GTA), hat Latexco übernommen. Die Akquisition wird über Harmony Industries realisiert. Der belgische Hersteller von Matratzenkernen, Toppern und Kissen aus Latex, Naturlatex und PU-Schäumen mit Hauptsitz in Tielt war bisher in Familienhand, die Geschäftsführung hatten Luc und Carole Maes, Sohn und Enkelin des Firmengründers Sylvain Maes, inne. Latexco beschäftigt mehr als 400 Mitarbeiter:innen und verfügt über Produktionsstätten in Belgien, Brasilien, Indonesien, Singapur und Spanien. Luc Tack erklärte, dass alle Beschäftigten und Aktivitäten des Unternehmens übernommen werden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

„Wir haben uns mit der Familie von Luc Maes über die Fortführung des Unternehmens geeinigt. Wir freuen uns daher darauf, gemeinsam mit den Mitarbeitern eine starke Zukunft für Latexco aufzubauen“, so Luc Tack. Und Luc Maes betont: „Ich für meinen Teil freue mich, dass wir mit der Tack-Familie zusammenarbeiten können, und sehe der Nachfolge meines Unternehmens sehr positiv entgegen. Die Entscheidung von Luc Tack, Latexco zu übernehmen, gibt mir Zuversicht, weil ich davon überzeugt bin, dass das Unternehmen auf diese Weise eine bessere Zukunft haben wird. Auch meine Tochter Carole steht voll und ganz hinter dieser Transaktion.“

Neben GTA ist Luc Tack auch Eigentümer von Artilat und Talalay Global. Zudem besitzt er die Mehrheitsbeteiligung am Chemiekonzern Tessenderlo und an Pecanol.

Weitet Kooperation mit Hochschule Offenburg aus

Der globale Technologiekonzern Yaskawa stellt der Hochschule Offenburg zwei „Motoman“-Roboter und eine Bodenfahrbahn zur Verfügung: Ein klassischer Industrie-Roboter mit 50 Kilogramm Traglast wird künftig viele realitätsnahe Lern- und Forschungsmöglichkeiten eröffnen. Der Roboter weist im Forschungsumfeld dank seiner umfassenden Beweglichkeit entlang einer sechs Meter langen Achse ein Alleinstellungsmerkmal auf. Auch der neue Cobot von Yaskawa, ein Motoman HC20DT, öffnet der Erforschung der Mensch-Maschine-Interaktion mit der auf 20 Kilogramm ausgelegten Traglast neue Perspektiven. Dank seiner Sicherheitssensoren in allen sechs Achsen kann er sicher ohne Schutzzaun betrieben werden.

Prof. Dr. Stephan Trahasch, Rektor der Hochschule Offenburg, sagt: „Die Hochschule Offenburg und die Unternehmen am Südlichen Oberrhein arbeiten Hand in Hand. Durch anwendungsorientierte Forschung und einen engen Dialog wollen wir gemeinsam die Wettbewerbsfähigkeit der mittelständischen Wirtschaft stärken.“

„Am Campus West entsteht ein Robotik-Zentrum, das in Süddeutschland einzigartig sein wird. Die großzügige, technisch hochwertige Ausstattung durch Yaskawa bringt uns diesem Ziel einen bedeutenden Schritt näher“, ergänzt Prof. Dr. Thomas M. Wendt, Leiter des Work-Life Robotics Institute der Hochschule Offenburg. „Gemeinsam mit unseren Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft bieten wir unseren Studierenden sowie mittelständischen Unternehmen eine hoch leistungsfähige Infrastruktur. Damit können wir die Lehre sowie Forschung und Entwicklung in den Bereichen industrielle Robotik, kollaborative Robotik, Sensorik, 3D-Druck sowie Robotik in der Pflege voranbringen.“

„Mit der Unterstützung der Hochschule Offenburg und des Robotik-Zentrums erweitern wir unsere Reichweite sowohl in der Region Südlicher Oberrhein wie auch hinein in die Nachwuchsbildung. Es ist uns ein großes Anliegen, dass Studierende bereits früh mit unserer Technologie Erfahrungen sammeln können. Daher haben wir die Ausbildungs-Förderung fest in unserer Unternehmensstrategie festgeschrieben. Wir sind überzeugt, dass die Einfachheit unserer Programmierung vor allem bei unserem kollaborativen Roboter Motoman HC20DT sowohl in der Anwendung wie auch in den erzielbaren Ergebnissen einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird. Technologie zu lehren ist eines, Technologie zu erleben etwas ganz anderes“, ist Bruno J. Schnekenburger, CEO der Yaskawa Europe GmbH, überzeugt.

Zum Wintersemester 2022/23 hatte die Hochschule Offenburg den Grundstein für ein Forschungszentrum der Robotik und Cobotik am neuen Campus West gelegt. Im Work-Life Robotics Institute entstehen in Zusammenarbeit mit Unternehmen innovative Robotik-Anwendungen für das industrielle Umfeld. Durch die Zusammenarbeit mit Yaskawa kann eine vollautomatisierte Roboterzelle im industriellen Maßstab aufgebaut werden. Studierende aller Fakultäten der Hochschule Offenburg erhalten so eine exzellente Ausbildung in den Grundlagen der automatisierten Produktion. Die angewandte Forschung erhält mit Machbarkeitsstudien und der Erforschung von Sensorik in der vernetzten Fertigung neue Impulse, die dank der zahlreichen Schnittstellen, die Yaskawa von Haus aus in der Steuerung integriert hat, auch praktisch erlebt werden können. Trendthemen wie der Aufbau eines Digitalen Zwillings zu Simulationszwecken lassen sich ebenso abdecken wie aufwendige Promotionsvorhaben im Bereich des großskalierten 3D-Drucks.

Musste Insolvenz anmelden

Der Gang zum Amtsgericht Erfurt kurz nach Weihnachten – genauer gesagt am 27. Dezember – kam zur Unzeit. Dennoch sieht Ralf Hentschel, Geschäftsführer Collection C, die Zukunft optimistisch. Neben der nachlassenden Konsumstimmung in der Branche seien vor allem zwei Gründe für die Zahlungsunfähigkeit verantwortlich: erhebliche Lieferverzögerungen eines wichtigen Produktionspartners und der signifikante Zahlungsverzug eines großen Kunden. Der Geschäftsbetrieb wird nun unter der vorläufigen Insolvenzverwaltung von Rechtanwalt Marcello Di Stefano (Kanzlei DiLigens) vollumfänglich weitergeführt. Die Löhne und Gehälter des 14-köpfige Teams in Weimar sind gesichert. Wie sich nun die Lieferfähigkeit gestaltet, wird sich in den nächsten Tagen herausstellen.

Doch die Probleme liegen nicht in der Collection C Möbelvertriebs GmbH und auch nicht maßgeblich in der Branchenflaute selbst begründet, betont Hentschel. Die Auftragsbestände seien hoch und gerade in jüngster Zeit enorm gestiegen. „Wenn aber gleich zwei Partner mit sechsstelligen Beträgen innerhalb von zwei Monaten für Verluste sorgen, kann dies ein kleines Unternehmen wie uns in Schwierigkeiten bringen“, relativiert er die Lage. Wichtig sei es nun, neue Produktionspartner zu finden, die die Lieferfähigkeit stabilisieren. Der strategische Fokus wird zugleich auf der Stärkung der Marktposition der Collection C als Lizenzmarkenvertrieb unter Einbindung neuer Investoren liegen. Diese Nische sei nun mal der USP, der den Wert des Unternehmens ausmacht und auch nicht so leicht zu ersetzen. Der ideale Investor wäre einer, der dem Unternehmen produktionstechnisch nahesteht, erklärt Hentschel, worauf sich sein Optimismus für die Weiterführung der Collection C Möbelvertriebs GmbH in Weimar gründet. Und es gebe auch schon positive Signale in dieser Richtung.

Andreas Decker ist seit 30 Jahren im Vorstand

Möbelqualität und Nachhaltigkeit spielen für Andreas Decker, Geschäftsführer und Inhaber der Möbelwerke A. Decker, schon immer eine wichtige Rolle. Bereits seit 30 Jahren gehört der deshalb dem Vorstand der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM) an. Seit 2015 ist er dessen Sprecher. Das Familienunternehmen trägt sämtliche Qualitätsnachweise des DGM.

Seit 1989 sind die Möbelwerke DGM-Mitglied und halten nachweislich die Güte- und Prüfbestimmungen RAL-GZ 430 für das „Goldene M“ ein, dem strengsten Nachweis über Möbelqualität in Europa. Als einer der ersten Hersteller von Massivholzmöbeln ließen sie sich zudem nach den DGM-Vorgaben für das Emissionslabel „Kastenmöbel“ prüfen und erreichten die höchste Gütestufe A für besonders wohngesunde Einrichtung. Auch beim geografischen Herkunftsgewährzeichen „Möbel Made in Germany“ des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM), zählte der Massivholzmöbelhersteller 2020 zu den Pionieren.

Als erstes Unternehmen überhaupt wurden die Möbelwerke A. Decker im Jahr 2016 „Klimaneutraler Möbelhersteller“ nach den Vorgaben des von der DGM zum Schutz des Klimas ins Leben gerufenen Klimapakts für die Möbelindustrie. Seit 2015 haben die Möbelwerke ihre CO2-Emissionen bereits um zwei Drittel reduziert. Aufgrund des Engagements wurde Decker aktuell mit zwei Auszeichnungen geehrt.

Zum einen wurde das Unternehmen im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit einer Urkunde ausgezeichnet und als eine von bundesweit gerade einmal rund 50 Firmen in den Verband Klimaschutz-Unternehmen aufgenommen. Zum anderen erhielt er das Prädikat „Marke des Jahrhunderts“ für die Produktgattung Massivholzmöbel. Die begehrte Auszeichnung erhalten Unternehmen erst nach einem dreistufigen Evaluierungsprozess durch eine Fachjury, die sich aus Führungskräften aus Wirtschaft, Medien und der Kreativbranche sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verlagsgruppe „DIE ZEIT“ zusammensetzt. Das Gremium kürt deutsche Marken, die sich durch Alleinstellungsmerkmale auszeichnen, ihre Gattung prägen und stellvertretend repräsentieren.

„Der hohe Qualitätsanspruch und das große Verantwortungsbewusstsein für Klima und Gesellschaft der Möbelwerke A. Decker und ihres Geschäftsführers, unseres Vorstandssprechers Andreas Decker, ist außerordentlich. Dabei ist sein ehrenamtliches Engagement für Möbelqualität, Nachhaltigkeit und hohe Standards bereits aller Ehren wert. Aber rundum nachhaltig wird sein Einsatz dadurch, dass er mit seinem Unternehmen selbst mit bestem Beispiel vorangeht und so Vorbild für viele andere Hersteller ist. Wir danken ihm für sein großartiges Engagement seit nunmehr 30 Jahren“, sagt DGM-Geschäftsführer Jochen Winning.

Ada Möbelwerke

Es bleibt herausfordernd im Jahr 2023

Bei Ada blickt man auf 65 Jahre Möbelgeschichte und ein durchwachsenes Jahr 2022 zurück. Trotz Wirtschaftskrise, Preissteigerungen und sinkender Nachfrage sieht der österreichische Möbelhersteller 2023 vorsichtig optimistisch entgegen. Auch wenn mit einigen Herausforderungen zu rechnen ist.

2022 war das Jahr der Firmenjubiläen: 65-Jahre Ada Anger, 30 Jahre Ada Körmend und 20 Jahre Ada Nova. Auf der Hausmesse stand die Erfolgsgeschichte sowie die „Think green!“-Philosophie im Fokus. Daneben sorgten innovative Produkte für Aufsehen in der Branche, wie die Essgruppe „Ina“ mit der „Adaption“-Funktion. Weitere Highlights 2022 waren die zwei Auszeichnungen als „Best of Design“ 2022 von „Schöner Wohnen“ und der „Market Quality Award“ 2022 für das Matratzensortiment.

Personell gab es im August Änderungen im Vorstand. Nach dem Ausscheiden von Robert Fizimayer bilden Gerhard Vorraber und Michael Wibmer die Vorstands-Doppelspitze.

Ada startet nach eigenen Angaben gesund aufgestellt in das Jahr 2023. Mit einer regionalen Fertigung und langjährigen Lieferanten produziert Ada nahezu autark. „Die momentane Wirtschaftslage ist jedoch für uns alle eine Herausforderung. So ist allein der Strompreis an einigen Standorten um bis zu 500 Prozent gestiegen“, betont Ada-Vorstand Gerhard Vorraber. Dazu kommen hohe Rohstoffpreise, Materialknappheit und die schwankende Nachfrage der Kunden. Schwierigkeiten, mit denen alle Industriebetriebe aktuell zu kämpfen haben.

Die soziale Vielfalt ist für das Traditionsunternehmen eine Herzensangelegenheit. Der Konzern beschäftigt nicht nur mehr als 15 verschiedene Nationalitäten, sondern auch Mitarbeiter:innen mit Beeinträchtigungen. Trotz der Offenheit gegenüber Diversität bleibt es schwierig, Fachkräfte zu finden. „Langjährige Mitarbeiter:innen gehen in Pension und mit Ihnen auch das handwerkliche Know-how“, so Ada-Vorstand Michael Wibmer.

Aktuell steht die Marke im Vordergrund: „Wir arbeiten aktuell an einer Ein-Marken-Strategie. Den Fokus legen wir auf mindful living und Entschleunigung. So viel sei vorab verraten“, kündigt CMO Margot Wisiak an. Weitere Maßnahmen, um mehr Endkunden anzusprechen und die Frequenz im Handel anzukurbeln, sind geplant.

„2023 müssen wir den Gürtel deutlich enger schnallen und uns auf unsere Stärken fokussieren. Wir sind vorsichtig optimistisch gestimmt. Trotzdem heißt es für uns, flexibel und vorbereitet zu sein, um auf veränderte Situationen reagieren zu können“, schätzt Ada-Vorstand Gerhard Vorraber das kommende Jahr ein.

Erste „Innovisionstage“ im April 2023

Im April 2023 finden erstmals die „Atmos Innovisionstage“ statt. Über einen Zeitraum von vier Tagen lässt Atmos gemeinsam mit Partnerfirmen aus verschiedenen Branchen Innovation und Vision eindrucksvoll miteinander verschmelzen. Vorgestellt wird hier neben den Standard-Vakuumpressen auch die neu entwickelte Atmos 3D-SUB, eine Vakuumpresse für die Sublimation von 3D-Objekten.

Veranstaltungsort ist das im Jahr 2022 neu bezogene Firmengebäude in der Meiselfelder Straße in 95030 Hof.

Nachhaltige Inspiration

„Green Affairs“ heißt das DecoTeam-Thema 2023, das Nachhaltigkeit in allen Facetten beleuchtet, mit Fokus auf textilen Naturmaterialien, nachhaltigen Entstehungs- und Recycling-Prozessen sowie funktionalen, energieeffizienten Vorzügen. Modern und chic in atmosphärischen und inspirierenden Interieurs mit vielen Ideen zur Umsetzung. Einen tollen Mehrwert bietet auch das Event-Programm mit Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen zum Thema „Social Media-Marketing“. Ein ­besonderes Highlight ist das individualisierte Video „Raumausstatter aus Begeisterung“, das in der DecoTeam-Filmbox mit den Raumausstattern live aufgenommen wird.

Angelehnt an die Trends des internationalen Trend Councils der Heimtextil, inszeniert DecoTeam „Green Affairs“ in angesagten Styles und neuen Farbkonzepten. „Modern Elegance“ gefällt in edlen Farben, Dessins und Strukturen. Diese elegante Modernität mit einem Hauch Luxus wird umgesetzt von Apelt und MHZ. Pur und stylish in monochromen Farbkonzepten bringt „Pure ­Simplicity“ Behaglichkeit in moderne Wohnwelten – soft und sinnlich in edlen Off-Whites, Creme-Nuancen, Cappuccino-Tönen und hellen Greys. Inszeniert von Erfal, Buchheister und Unland. Sommerliche Blumen- und Retroprints von Indes Fuggerhaus in Kombination mit farbintensiven Samten sowie Sommerstoffen von Englisch Dekor bringen fröhliche „Summer Vibes“ ins Zuhause. Umgesetzt werden die Themenwelten in modern inszenierten Interieurs mit dekorativen Details, überraschenden Verarbeitungsideen und tollen Neuheiten. Neu auf der Heimtextil und im DecoTeam ist Indes Fuggerhaus, wodurch das hochwertige Angebot an Deko- und Möbelstoffen wie auch an Sonnenschutz weiter ausgebaut wird. Auch Höpke präsentiert Neuheiten im Bereich der Möbelstoffe mit einem Stand im DecoTeam. Mit den führenden Anbietern im Bereich der Deko- und ­Möbelstoffe, im Sonnenschutz, den handgewebten Manufaktur-­Teppichen von Paulig und den innovativen Bandex-Bändern bekommen Besucher:innen das komplette Produktprogramm für die textile Raumgestaltung.

Einzelumschulung zum Feinwerkmechaniker bei Hebrock in Hüllhorst

Steven Müller steht mitten im Leben. Seit vielen Jahren ist er bereits als Helfer bei der Maschinenbau Hebrock GmbH in Hüllhorst tätig, als er sich dazu entscheidet, seinen Berufsabschluss nachzuholen. Mithilfe der Fördermöglichkeiten des Qualifizierungschancengesetzes kann er dies tun – ohne finanzielle Einbußen.

Es war das Pandemiejahr 2020, in dem Steven Müller sich entschied, beruflich einen neuen Schritt zu wagen. Mit dem Wunsch, seinen Berufsabschluss als Feinwerkmechaniker in der Fachrichtung Maschinenbau nachzuholen, ist er auf seinen Arbeitgeber, die Firma Maschinenbau Hebrock in Hüllhorst, zugegangen. „Mir war es wichtig, einen Abschluss in der Hand zu haben, mit dem ich mich auch zukünftig auf dem Arbeitsmarkt behaupten kann. Die Nachfrage nach Fachkräften ist da ja groß, sodass mir mit Berufsabschluss völlig neue Wege offenstehen. Und nicht zuletzt ist die Bezahlung als Fachkraft natürlich viel attraktiver“, erinnert sich der heute 30-Jährige zurück.

Gemeinsam mit Werksleiter Gerald Steffen und Ausbilder Florian Lorenz besprach man die Möglichkeiten, zog dann den Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit zur Beratung hinzu. Am Ende fiel die Wahl auf eine Umschulung im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes. „Das war für beide Seiten die gewinnbringendste Option. Steven hätte natürlich auch eine reguläre Ausbildung machen können, was aber bei rund 50 Kilometern Arbeitsweg schon rein finanziell nicht zu stemmen gewesen wäre. Eine Prüfung komplett ohne theoretische Vorbereitung ist sicherlich auch eher schwierig“, so Steffen.

Also fiel die Wahl auf die verkürzte Ausbildung in Form einer zweijährigen Einzelumschulung – nicht zuletzt auch wegen der finanziellen Unterstützung. Natalia Kunkel vom Arbeitgeber-Service berichtet: „Das Qualifizierungschancengesetz ermöglicht die Beschäftigtenförderung, und insbesondere bei abschlussorientierten Maßnahmen zu interessanten Konditionen. Während der Umschulung erhält Steven Müller weiterhin sein Gehalt. Für den weiterbildungsbedingten Arbeitsausfall erhält Fa. Hebrock einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt. Zusätzlich erhalten Umschüler, so auch Herr Müller, eine Prämie über 1.000 Euro nach bestandener Zwischenprüfung und noch einmal 1.500 Euro nach bestandener Abschlussprüfung.“ Ein Umstand, der Steven Müller den Berufsabschluss erst ermöglichte. „Alles andere wäre finanziell einfach nicht machbar gewesen“, betont er.

Einfach ist der Weg aber sicherlich nicht: Man müsse erst das „Lernen wieder Lernen“, berichtet der Umschüler. „Man musste erstmal wieder reinkommen. Es wird einem der Abschluss eben nicht in den Schoß gelegt. Aber das ist auch richtig so.“ Die Berufsschule besucht Steven Müller in Löhne.

Für das 1980 gegründete Unternehmen Hebrock, das Kantenanleimmaschinen für Tischler, Schreiner und Möbelbauer herstellt, ist die Chance, einen bekannten, zuverlässigen Mitarbeiter zur Fachkraft weiterzubilden, ein enormer Vorteil.

Gerald Steffen kennt das Problem des Fachkräftemangels nur zu gut, möchte deshalb alles tun, um Mitarbeiter zu qualifizieren und auch zu halten. „Was gibt es besseres, als Mitarbeitern aus dem eigenen Unternehmen so etwas zu ermöglichen – den Berufsabschluss nachholen, ohne große finanzielle Nachteile? Wir wussten, wir können das Herrn Müller zutrauen, denn wir kannten ihn schon, und auch andere Mitarbeiter werden dadurch motiviert, wenn sie sehen: Bei uns geht sowas. Es ist einfach eine Win-Win-Situation.“

Dass so etwas einen positiven Einfluss auf die gesamte Mitarbeiterschaft haben kann, zeigen die Fakten: Nachdem Steven Müller 2020 seine Umschulung begonnen hatte, ist in diesem Herbst bei Hebrock ein weiterer Mitarbeiter in eine Umschulung gestartet, nachdem er den Erfolg von Steven Müllers Weiterbildung verfolgt hatte. „So etwas spricht sich rum, und dann ist er auf uns zugekommen und hat gefragt, ob so etwas für ihn nicht auch möglich wäre“, erläutert Steffen.

Er selbst betont, er könne anderen Betrieben nur raten, derartige Qualifizierungsmöglichkeiten für ihre Mitarbeiter auszuschöpfen: „Den Fachkräftemangel kennen wir inzwischen fast alle. Duale Ausbildung ist wichtig, aber nicht der einzige Baustein zur Lösung dieses Problems. Man sollte derartige Angebote nutzen, denn: Es motiviert die Beschäftigten, und als Unternehmen weiß man bereits aus der vergangenen Zusammenarbeit, für welchen Mitarbeiter oder welche Mitarbeiterin man sich entscheidet.“

Steven Müller steht kurz vor der Abschlussprüfung – im Dezember geht es damit los. Schulisch ist er gut, wenn er die Prüfungen nun auch besteht, ist seine letzte Hürde auf dem Weg zum ausgebildeten Feinwerkmechaniker genommen. Aber das ist für ihn nicht das Ende der Fahnenstange: Für ausgebildete Fachkräfte gibt es bei Hebrock vielzählige interne Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten, die Steven Müller dann offenstehen.

Das Branchennetzwerk „möbelfertigung“ wünscht ein frohes neues Jahr

„Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“ (Wilhelm von Humboldt)

Wir sind froh, dass wir sehr viele dieser Verbindungen zu Kunden, Partnern und Freunden in der Branche haben und mit unseren verschiedenen Formaten – vom Printobjekt über diverse Konferenzen bis hin zu „Möbelfertigung. Der Podcast“ – pflegen können.

Wir bedanken uns herzlich für das Vertrauen, welches Sie uns im Jahr 2022 entgegengebracht haben, auf welchem Kanal auch immer. Das gesamte Team wünscht Ihnen einen guten Rutsch und ein erfolgreiches Jahr 2023. Bleiben Sie gesund!