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Autor: Möbelfertigung

12 Prozent Umsatzwachstum und verstärkte Präsenz in Europa

Im Jahr 2022 konnte Bolia einen Rekordumsatz von 175 Millionen Euro erzielen. Das dänische Designunternehmen hat seine Wachstumsrate verdoppelt, im Vergleich zum Vorjahr stieg das Absatzwachstum um 12 Prozent deutlich an. Auch 2023 verspricht, das exponentielle Wachstum der vorangegangenen Jahre fortzusetzen.

Bolia vertreibt seine Kollektionen über eine eigene Website sowie verschiedene Ladengeschäfte in derzeit 30 europäischen Ländern. Während sich das dänische Unternehmen im Jahr 2022 auf die Expansion auf dem deutschen, niederländischen und französischen Markt konzentrierte, ist es mit der Eröffnung seines 80. Stores ab 2023 auch in Spanien präsent. Im Herzen von Barcelona, der größten Stadt Kataloniens, in einem bemerkenswerten Gebäude an der berühmten „Avinguda Diagonal“, wird sich dieser neue Store auf zwei Etagen über 500 Quadratmeter erstrecken. Die Eröffnung ist für März 2023 anberaumt.

Mit einem neuen Store im Stadtzentrum von Augsburg setzt sich die Expansion auch auf dem deutschen Markt fort. Diese 79. Niederlassung von Bolia erstreckt sich im Erdgeschoss und ersten Stock auf einer Fläche von 551 Quadratmetern und ist bereits das 19. Ladengeschäft in Deutschland. Die Eröffnung ist für den 2. März 2023 geplant.

Im Rahmen des Designfestivals „3daysofdesign“ weiht Bolia im Juni zudem einen neuen Standort in Kopenhagen ein, der als Flagship-Store, Showroom und Bolia Professional Workspace dienen wird. In einem denkmalgeschützten Gebäude im historischen Stadtteil Kuglegården entsteht hier der bislang größte Bolia Store: Auf über 1.300 Quadratmetern lassen majestätische Panoramafenster ein natürliches Licht in die Räumlichkeiten strömen und bringen die architektonischen Details formvollendet zur Geltung.

In den vergangenen Jahren hat Bolia das Sortiment mit besonderem Augenmerk auf Design, Qualität und Nachhaltigkeit beständig weiterentwickelt – und wie die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2021/2022 zeigen, haben sich die Anstrengungen gelohnt. Trotz eines durch den signifikanten Anstieg der Materialpreise und diverser Lieferschwierigkeiten gekennzeichneten Umfelds ist Bolia seinen Versprechen treu geblieben: weiterhin produziert das Unternehmen sämtliche Möbel in Europa und verwendet ausschließlich FSC-zertifiziertes Holz sowie Materialien von höchster Qualität.

Auch das Jahr 2023 verspricht zahlreiche neue Produkte und Neueröffnungen. Bolia und das gesamte Team freuen sich darauf, ihre Leidenschaft für das New Scandinavian Design und eine hochwertige Verarbeitung mit Designfreunden auf der ganzen Welt zu teilen.

Bolia.com ist ein dänisches Designunternehmen mit 78 Stores in Dänemark, Schweden, Norwegen, Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Österreich, Frankreich und Luxemburg, sowie Webshops in 30 europäischen Ländern. Darüber hinaus kooperiert Bolia mit über 600 renommierten Händlern in mehr als 50 Ländern weltweit.

Das Bolia Design-Kollektiv besteht aus über 60 internationalen Designern, die ihre Leidenschaft für das New Scandinavian Design und nachhaltige Kreationen mit der Marke teilen. So entstehen in enger Zusammenarbeit zwei jährliche Kollektionen, die ihre Inspiration aus der sich ständig verändernden Natur Skandinaviens beziehen. Jedes einzelne Design ist individuell auf die spezifischen Wünsche und Bedürfnisse der Kunden abgestimmt.

Hat die Internetpräsenz relauncht

Neues Design, frischer Content und moderne Technik. Gemeinsam mit Becker Sonder-Maschinenbau GmbH hat die G. Kraft Maschinenbau ihre Internetpräsenz Ende 2022 vollständig erneuert und modernisiert.
Unter dem Namen der Kraft Group arbeiten Kraft und Becker bereits seit Mai 2021 erfolgreich zusammen. Ein gemeinsamer Webauftritt durfte nicht fehlen.
Unter www.kraft-group.com finden Interessierte gebündelt Informationen zu beiden Unternehmen.

Bund Deutscher Innenarchitekten prämiert drei Abschlussarbeiten

Für ihre Bachelorarbeiten im Studiengang Innenarchitektur der Technischen Hochschule Rosenheim wurden die Absolvent:innen Felix Dieckerhoff, Anna Eisner und Anne Frick ausgezeichnet.

Der Preis „Bdia ausgezeichnet!“ vom Bund Deutscher Innenarchitekten (bdia) stellt regelmäßig herausragende Abschlussarbeiten aus dem Fachbereich Innenarchitektur vor. Auch in diesem Jahr sind wieder Absolvent:innen der Technischen Hochschule Rosenheim unter den Preisträger:innen, wie etwa Felix Dieckerhoff. Er hat ein Konzept für den Neubau einer Berghütte erarbeitet.

„Bdia ausgezeichnet!“ für Neubau der Siglhütte: Die vom Deutschen Alpenverein betriebene Selbstversorgerhütte „Siglhütte“ (1334m) befindet sich auf dem Wendelstein im bayerischen Alpenvorland. Aufgrund eines Brandschutzgutachtens ist die Hütte seit 2016 geschlossen und soll nun durch einen Ersatzbau zu neuem Leben erweckt werden. Die Fläche der heutigen Siglhütte muss aus baurechtlichen Gründen auf das Maß der 1936 genehmigten Urhütte reduziert werden.

Der ausgezeichnete Neuentwurf von Felix Dieckerhoff ist inspiriert von der felsigen Umgebung und klassischen Hütten im alpinen Raum. „Durch die kantige Formensprache wirkt die Hütte monolithisch und wie ein Felsfindling. Die konische Gebäudeform passt sich der Hanglage an und erweckt den Eindruck eines Fernrohrs, welcher auch im Innenraum durch den Flur mit Blick durch die Glasfassade spürbar wird. Hohe graue Einbauten mit handgespachtelter Mikrozement Oberfläche verkörpern ein Felsmassiv und bilden einen Kontrast zum mit Lärchenholz gestalteten Ausbau. Durch das Öffnen der Falttüren verschmilzt der Innen- und Außenraum“, sagt Dieckerhoff.

Die Neuinterpretation eines traditionellen Gebäudes, bei dem die alte Fassade proportional in den neuen Baukörper aufgenommen wurde, beeindruckte die Jury. „Ein umfängliches Raumkonzept ist auf kleinsten Raum umgesetzt, wobei durch eine eingeschobene Fassade innen wie außen eine hohe Aufenthaltsqualität entsteht“, so die Jurybegründung. Betreut wurde Felix Dieckerhoff von Prof. Denise Dih und Prof. Ulrike Förschler von der Fakultät für Innenarchitektur, Architektur und Design.

Weitere Auszeichnung für ein dynamisches Sitzmöbel: „Bdia anerkannt!“ geht an „Movere – ein Stuhl der bewegt“ von Anna Eisner. Es handelt sich hierbei um ein Sitzmöbel, das in verschiedenen Räumen Nutzen findet. Es eignet sich als Esszimmerstuhl, als Arbeitsstuhl, als Stuhl für Besprechungen, sowie zur Entspannung und ist somit in der Nutzung flexibel. Das Sitzmöbel ist inspiriert vom menschlichen Körper und ermöglicht ein ganz neues Sitzerlebnis.

„Die Konstruktion des Sitzmöbels soll an das Prinzip einer Bandscheibe der menschlichen Wirbelsäule erinnern. Die Bandscheibe wird in diesem Fall von einer abgerundeten massiven Holzfläche dargestellt, welche die Bewegung der Sitzschale in alle Richtungen ermöglicht. Egal ob nach vorne, zurück, nach rechts oder links. Elastische Bänder sind zwischen dem Sitz und dem unteren Teil des Stuhles gespannt. Somit ist für Stabilität und Widerstand gesorgt.“ Erläutert Eisner ihr Konzept. Das aktive Sitzen verbessere den Sitzkomfort, bringe Bewegung ins Sitzen, fördere ergonomisches Sitzen und sorge für eine einzigartige Form der Bewegung, so Eisner weiter. Durch höhenverstellbare Fußbeine wird die optimale Sitzhöhe für eine möglichst große Bandbreite an Nutzerinnen und Nutzern ermöglicht. Dies kann durch einfaches Aufdrehen von unterschiedlich hohen Aufsätzen auf die Stuhlbeine erreicht werden.

Die Jury ist begeistern von Anna Eisners Sitzmöbel: „Der Stuhl besticht durch die Kombination eines klassischen Holzstuhles mit einer ergonomischen Funktion ohne Verlust der ästhetischen Leichtigkeit. Einfach gut gelöst!“ Ebenso überzeugt von der Idee und dem Prototypen sind Prof. Anette Ponholzer und Prof. Gabriel Weber. Sie haben die Bachelorarbeit betreut.

Entwicklungsförderndes Raumkonzept für Kinder: Ebenfalls ausgezeichnet wurde Anne Frick. Sie hat ein Entwicklungsförderndes Raumkonzept für Kinder erarbeitet. Die Arbeit behandelt eine Erweiterung des evangelischen Kindergartens „Unterm Regenbogen“ in Mittelfranken und vereint hierbei sowohl pädagogische als auch gestalterische Ansätze. „Das bewegte Erscheinungsbild der Häuser macht das Thema des Bewegungskindergartens nach außen hin sichtbar und schafft somit eine Verbindung von Architektur und Funktion“, erläutert Anne Frick ihr Konzept.

Das Innenraumkonzept zeichnet sich durch eine minimalistische Gestaltung und eine geradlinige Grundrissstruktur aus. Eine Holzverkleidung aus Weißtanne findet sich an allen Oberflächen wieder, wodurch die einfache und kubische Form der Häuser verdeutlicht wird. Den Räumlichkeiten innerhalb des Kindergartens werden aufgrund der Namensgebung unterschiedliche Wetterphänomene zugeordnet, die das Raumkonzept in seiner Gestaltung und Farbauswahl prägen.

Die Jury begründet die Auszeichnung für Anne Fricks Entwurf, wie folgt: „Die in sich durchdachte Arbeit überzeugt mit ausgewogenen Proportionen, schlüssige Aufteilung der Baukörper bis hin zu funktionalen Details. Das praxisnahe Gesamtkonzept mit ansprechendem Design wird gelobt. Auch der Umfang und die Art der Darstellung soll besonders erwähnt werden.“ Betreut wurde die Absolventin der TH Rosenheim von Prof. Markus Frank und Prof. Hermann Krose von der Fakultät für Innenarchitektur, Architektur und Design.

Rekordumsatz und -beschäftigung im Jahr 2022

Mit sicherer Navigation durch alle Untiefen: Obwohl das Jahr 2022 für Palmberg, genauso wie für alle anderen Unternehmen der Möbelindustrie, mehr hohe Wellen in Form von Krieg in der Ukraine, Inflation, Rohstoffmangel, Energiepreiserhöhungen & co als erwartet parat hatte, blieb der Büromöbelspezialist aus Schönberg unbeirrbar auf Kurs. Mit einem Jahresumsatz von 134 Millionen Euro weist das Unternehmen in diesen schwierigen Zeiten erneut ein Rekordergebnis aus und kann somit gegenüber dem Jahr 2021 eine weitere, deutliche Umsatzsteigerung verzeichnen. Im Geschäftsjahr 2021 waren es 116,8 Millionen Euro. Der Zuwachs gelang trotz Preiserhöhungen und gestiegenen Kosten an vielen Stellen: Bereinigt von all dem steht ein Wachstum um knapp 9 Prozent und erneut etwa 6 Millionen Euro Gewinn.

Palmberg Geschäftsführer Uwe Blaumann begrüßte Fachpressevertreter und Journalisten aus der Region zum letzten Form in Form der jährlichen Pressekonferenz Anfang Januar – er wird das Zepter wie lange geplant am 14. September 2023 komplett an Nicole Eggert und Julianne Utz-Preußing übergeben und in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Einen Wunsch hat er für „sein“ letztes Jahr: „Wir wünschen uns, in Ruhe unserem Geschäft nachgehen zu können, ohne die vielen Nebenschauplätze. Wir sind für Mecklenburg-Vorpommern und die Region ein positives Beispiel – es wäre schön, damit wahrgenommen zu werden.“

Fakt ist, dass das Geschäft in 2022 noch einmal herausfordernder geworden ist. „Die Lieferketten stehen zwar, und es funktioniert auch alles und bisher haben uns keine negativen Prognosen erreicht. Aber allein die gestiegenen Stromkosten schlagen ordentlich zu Buche“, so Blaumann. Für Palmberg zahlt sich in Zeiten komplizierter Liefersituationen aus, in der Vergangenheit mit dem Label „Made in Germany“ ganz stark auf lokale und vorwiegend inländische Partner gesetzt zu haben.

Größtes Investitionsvorhaben in 2023 ist ein etwa 4.000 Quadratmeter großer Logistikhallenneubau in Schönberg, der mit rund 8 Millionen Euro veranschlagt ist. „Wir haben keine einfachen Grundverhältnisse in Schönberg. Für die neue Halle müssen Pfähle bis 34 Meter tief in die Erde eingebracht werden, damit ist bereits die erste Million im wahrsten Sinne ,versenkt‘“, so Blaumann. Die ersten Erdarbeiten nach dem Abriss eines alten Gebäudes sollen im Februar beginnen, der erste Bauabschnitt im Idealfall bis Ende des Jahres vollendet. Abgesehen von deutlich verbesserten Lagerverhältnissen hilft der Neubau auch bei der weiteren Optimierung des Werkstoffstromes durch die Produktion, ermöglicht den Aufbau von Neuanlagen bei Ersatzinvestitionen.

Ein Highlight neben dem neuen Logo, dem wiederholten ersten Platz bei der Umfrage des branchenunabhängigen Informationsdienstes „markt intern“ als Sieger in allen 12 abgefragten Kategorien und somit erneut bester Büromöbel-Fachhandelspartner und dem „German Design Award“ 2023 für das Trennwandsystem „Clamp“ war vor allem die „Orgatec“ im vergangenen Jahr Geschäftsentscheidend. „Wir sind mit der Messe ins Risiko gegangen. Wir hatten einen neuen besseren Standort auf der Messe und wüssten vorab nicht, wie sich die Messe wegen Corona entwickelt. Unser Mut wurde belohnt. Die Resonanz war enorm, die Geschäftsanbahnungen auf der Messe besser denn je“, resümiert Palmberg-Marketingleiter Christoffer Süß. Der Rückenwind der „Orgatec“ sorgt letztlich auch dafür, dass Palmberg sehr positiv gestimmt in das neue Jahr startet. „Wir haben einen Auftragsüberhang von 24 Millionen Euro mit in das neue Geschäftsjahr genommen“, so Blaumann. „Zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr waren es 18 Millionen Euro. Und selbst der Auftragseingang an den ersten drei Werktagen in 2023 sind schon wieder absolut erfreulich“, so der scheidende Geschäftsführer. Im laufenden Jahr peilt Palmberg einen Umsatz mit 140 Millionen Euro Umsatz an. „Es spricht unternehmensseitig überhaupt nichts dagegen, dieses Ziel zu erreichen“, zeigt sich Blaumann selbstsicher. „Wenn wir dieses Ziel nicht erreichen, dann werden externe, nicht kalkulier- und beeinflussbare Faktoren Grund dafür sein.“

Grundsätzlich verzeichnet Palmberg eine Veränderung der Büromöbellandschaft. „Das mobile Arbeiten ist nicht mehr wegzudenken, auch wenn sich viele Arbeitgeber bemühen, ihre Mitarbeiter wieder komplett in die Büros zu bekommen. Das Thema ,Homeoffice‘ mit entsprechendem Mobiliar ist demnach noch ausbaufähig. Spürbar ist aber, dass vorhandene Büroräume neu gestaltet werden. Statt dem 20.zigsten Schreibtisch entstehen beispielsweise Kommunikationszonen. Arbeitgeber müssen Arbeitnehmern noch mehr bieten. Genau dafür haben wir viele Lösungen geschaffen, die am Markt gut ankommen“, erklärt Blaumann. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass die eingehenden Bestelllisten anders aussehen. Sicherlich auch eine Begründung dafür, dass der Standort in Rhena, an dem es im Vergleich zu Schönberg deutlich handwerklicher zugeht, prozentual spürbarer zum Umsatzwachstum beiträgt. Allein dort wurde in 2022 für 11,74 Millionen Euro gefertigt. Sinnbildlich dafür steht eben das bereits 2021 eingeführte und 2022 optimierte Trennwandsystem „Clamp“, das am Standort in Rehna gefertigt wird. Die um mehr als 270 Prozent gesteigerte Produktion von stehenden „Clamp“-Elementen im Vergleich zum Einführungsjahr zeigt, dass Palmberg auf den Wandel und die neuen Anforderungen moderner Bürowelten sehr gut vorbereitet ist. Um all das abzubilden, ist die Mitarbeiterzahl entsprechend dem Rekordumsatz auch auf eine Rekordhöhe gestiegen.

Das Unternehmen Palmberg im Jahr 2022 in Zahlen:

  • Umsatz 2022: 134.000.000 € (Umsatz 2021: 116.800.000 €, Umsatz 2020: 109.500.000 €)
  • Zahl Mitarbeiter:innen: 624 (01.01.2023), eine Steigerung um 7,22 Prozent gegenüber 582 am 01.01.2022. Neu eingestellte Mitarbeiter:innen: 64 (2022)
  • Investitionen: 3,3 Mio. €
  • Tische: 167.724 Stk. (2022), 165.616 Stk. (2021), entspricht einer Steigerung von 1,27 Prozent.
  • Schränke: 169.840 Stk. (2022), 165.875 Stk. (2021), entspricht einer Steigerung von 2,39 Prozent.
  • Container: 56.494 Stk. (2022), 53.874 Stk. (2021), entspricht einer Steigerung von 4,86 Prozent.
  • Akustikelemente (gesamt): 35.909 Stk. (2022), 29.180 Stk. (2021, entspricht einer Steigerung von 23,06 Prozent.
  • Elemente „Clamp“: 1.272 Stk. (2022), 339 Stk. (2021), entspricht einer Steigerung von 275,22 Prozent.
  • gefahrene Kilometer: ca. 6.200.000, Touren: 6.087 (2022), 5.713 (2021), entspricht einer Steigerung von 6,55 Prozent.
  • Anlieferstellen: 25.000 (2022), 24.000 (2021), entspricht einer Steigerung von 4,17 Prozent.
„Heimtextil“ Materialbibliothek

Nächste Woche live erleben

Ende November wurde die Produktauswahl für die „Interior.Architecture.Hospitality Library“ von einer hochkarätigen Jury festgelegt und es wurde über die in der „Library“ ausgestellten Funktionstextilien auf der „Heimtextil“ 2023 entschieden. 85 Aussteller wurden aus einer hohen Anzahl an Einreichungen ausgewählt, um ihre Produkte in Halle 4.0 zu präsentieren. Die Textilien werden mit dem Namen des Herstellers und der Standnummer gekennzeichnet.

Die brandneue Ausgabe der Materialbibliothek für Funktionstextilien stellt 2023 die Eigenschaften „schwer entflammbar“, „schalldämmend“, „lichtbeständig“, „antimikrobiell“ und „wasserabweisend“ in den Fokus. Neben der Funktionalität wurden ebenfalls das Design und die Innovation bei der Auswahl berücksichtigt.

„Die ,Interior.Architecture.Hospitality Library‘ verschafft Besucher:innen gezielt Orientierung über alle fünf Funktionskategorien hinweg. Textilien müssen unbedingt dreidimensional erfahrbar sein, um sie im Licht live erleben zu können und mit ihren Innovationen kreativ anzuregen“, sagt Jurymitglied Felix Diener von der Marburger Tapetenfabrik.

In der kommenden Woche (10. bis 13. Januar) können Besucher:innen die „Library“ dann auch schon live erleben. In der Mitte von Ausstellern von Decorative & Furniture Fabrics und Fibres & Yarns bietet sie für das Publikum aus dem Objektbereich einen optimalen Anlaufpunkt. Einen tieferen Einblick und Austausch ermöglichen die von den Kuratoren an den ersten beiden Messetagen angebotenen „Library Tours“. Teilnehmer:innen erfahren so alles über die neuesten funktionalen Textilien aus erster Hand. Online steht die „Library“ das ganze Jahr unter www.textile-library.com zur Verfügung und ermöglicht einen gefilterten Überblick über die kuratierten Produkte mit unterschiedlichen Funktions- und Anwendungsprofilen.

Kooperiert mit Einkaufsverband Soennecken

Zusammenarbeit ist der Schlüsselfaktor für Erfolg – das gilt für heute, morgen und übermorgen. Um gemeinsam den Ausbau und das Wachstum auf dem Markt der „Arbeitswelt der Zukunft“ voranzubringen und Fachhandelspartner zu unterstützen, kooperiert der Hersteller von Komplettlösungen für Büros und öffentliche Räume Nowy Styl künftig mit der Handelsgemeinschaft Soennecken.

Neben der Eigenmarke Soennecken umfasst das Produktsortiment des Einkaufsverbands ausgewählte Artikel der Vertragslieferanten. Als einer der führenden Büromöbelhersteller in Europa, kann Nowy Styl das Portfolio optimal ergänzen. Ab 2023 werden die Lösungen des Unternehmens im Katalog sowie Onlineshop von Soennecken zur Verfügung stehen. Damit erweitert sich das Angebot für die Kunden um Produkte für unterschiedliche Bedürfnisse und Anforderungen – von Lösungen für das Home-Office bis hin zu innovativen Neuheiten und Premiummodellen.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Soennecken, einem zuverlässigen Partner, der sich für langfristige Kundenbeziehungen einsetzt. Gemeinsam verfolgen wir das Ziel, mit flexiblen, komfortablen sowie funktionellen Lösungen Arbeitswelten zu schaffen“, sagt Jens Puchalla, Verkaufsleiter Bürofachhandel Nowy Styl Deutschland.

Hat Jungtalente mit Nachwuchspreis „Digitalisierung im Maschinenbau“ ausgezeichnet

Der VDMA Fachverband Software und Digitalisierung und die Abteilung Bildung des VDMA haben zum 6. Mal herausragende Absolventinnen und Absolventen aus den Fachbereichen Ingenieurwissenschaften und Informatik mit dem Nachwuchspreis „Digitalisierung im Maschinenbau“ ausgezeichnet. Die im Rahmen der Abschlussarbeiten entwickelten Lösungsansätze zeigen einen hohen Innovationsgrad und eine große Praxistauglichkeit für die Branche.

Insgesamt 44 Absolventinnen und Absolventen wurden für den Nachwuchspreis in den Kategorien Bachelor und Master von Professorinnen und Professoren von Hochschulen aus Deutschland und Österreich nominiert. „Ein neuer Beteiligungsrekord“, hebt Prof. Claus Oetter, Geschäftsführer des VDMA Software und Digitalisierung, hervor. „Durch solche engen Kooperationsformen zwischen Industrie und Hochschullandschaft bringen wir neue technologische Ansätze und Erkenntnisse schneller in die praktische Erprobung und Umsetzung und erhöhen somit den Innovationsgrad in den Unternehmen“, unterstreicht Oetter.

Dr. Jörg Friedrich, Leiter der Abteilung Bildung im VDMA, ergänzt dazu: „Die Vielfalt der eingereichten Abschlussarbeiten mit Praxisfokus und die jährlich wachsende Anzahl an teilnehmenden Hochschulen, verdeutlichen sehr gut, dass die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen enorm fruchtbar für die Industrie ist.“ Rund 70 verschiedene Hochschulstandorte haben seit 2017 bereits an den Nominierungsphasen teilgenommen. „Daher unterstützen wir als VDMA Bildung mit unserer Maschinenhaus-Initiative den Nachwuchspreis“, sagt Friedrich.

VDMA zeichnet vier junge Digitalisierungstalente aus:
Jonas Weber, Informatik-Student an der Hochschule Konstanz, wird mit dem 1. Preis für die beste Masterarbeit ausgezeichnet. Weber erstellte die Arbeit unter der Betreuung von Prof. Dr. Rainer Mueller und in Kooperation mit der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG. Mit der Arbeit soll gezeigt werden, dass eine vollständige Predictive Maintenance Lösung auf einer modernen Maschine auch ohne den Einsatz externer Komponenten möglich ist. Hierzu standen historische Linearachs-Messungen zur Verfügung, die das Trainieren künstlicher neuronaler Netze ermöglichten. Die Arbeit folgt in der Umsetzung dem Standard-Vorgehensmodell zum Data Mining (CRISP) und liefert als Ergebnis ein auf der Maschinensteuerung ausführbares Programm mit eingebetteter Datenaufbereitung, Datenauswertung und Ergebnisausgabe.

Simon Griesbeck, Student an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten, erhält den 2. Preis in der Kategorie Masterarbeit. Unter der Betreuung von Prof. Dr.-Ing. Matthias Kuba der Fakultät für Elektrotechnik, entwickelte er bei der Firma AUTEFA Solutions Germany GmbH ein Machine-Learning-System zur Optimierung der Gewichtsgenauigkeit von Faserballenpressen. Genutzt werden diese Hochleistungspressen, um große Mengen von Textilfasern zu komprimieren, damit deren Transport und Lagerung effizienter ist. Das entwickelte System ermöglicht so in den Dosiervorgang einzugreifen, dass die Abweichung vom Sollgewicht deutlich reduziert wird. Der Lösungsansatz lässt sich auf viele weitere Anwendungen übertragen, die eine hohe Dosiergenauigkeit erfordern. Insbesondere Unternehmen der Prozessindustrie können vom Einsatz eines gleichartigen Machine-Learning-Systems profitieren.

Fabian Kabl, Student an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg, wird mit dem 1. Preis in der Kategorie Bachelorarbeit ausgezeichnet. Im Rahmen seiner Abschlussarbeit, die er in der Fakultät Elektro- und Informationstechnik bei Prof. Dr.-Ing. Armin Sehr verfasste, untersuchte er bei der Krones AG zwei Long Short Term Memory Autoencoder zur Maschinenzustandsüberwachung an Karussellmaschinen. Dafür wurden Kraftdaten eines Klammersterns bei unterschiedlichen Umdrehungsgeschwindigkeiten aufgenommen, vorverarbeitet und zum Training des neuronalen Netzes verwendet. Einer der beiden getesteten Autoencoder konnte dabei nach dem Training die Datensätze im Bereich der niedrigen und mittleren Umdrehungsgeschwindigkeiten zu 100 Prozent und im Bereich der hohen zu 96 Prozent richtig klassifizieren.

Deniz Yesilyurt, Maschinenbaustudent an der RWTH Aachen University, wird mit dem 2. Preis in der Kategorie Bachelorarbeit ausgezeichnet. Prof. Dr.-Ing. Thomas Gries und Felix Pohlkemper vom Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University betreuten die Abschlussarbeit. In Kooperation mit der Heinen Automation GmbH & Co. KG entwickelte er ein KI-basiertes Kamerasystem zur automatisierten Erkennung und Klassifizierung von Faserfehlern in den Carbonfasern. Mit einer Zuordnungsgenauigkeit von über 99 Prozent differenziert der präferierte Algorithmus zwischen sechs vorgegebenen Fehlerklassen und ermöglicht so eine Live-Auswertung während der Carbonfaser-Herstellung. Die Ergebnisse der Arbeit sind wegweisend für eine effiziente und nachhaltige Herstellung von Carbonfasern.

Neue Funktionen und neue Services

Auch im Handwerk werden die Digitalisierung der Arbeitsabläufe und die damit einhergehende Durchgängigkeit digitaler Prozesse immer wichtiger. Mit zwei einfachen neuen Funktionen im Online-Shop kommen Ostermann-Kunden dem Ziel jetzt noch näher. Im Ostermann Online-Shop gibt es ab sofort zwei wichtige neue Funktionen, die den digitalen Bestellprozess optimieren. So können Kunden nun ihre Bestellung mit einem persönlichen Wunschversandtermin versehen. Weiterhin gibt es ab sofort die Möglichkeit, individuelle Angebote auch schnell und einfach online abzurufen. Doch wie lassen sich die neuen Services gewinnbringend im Werkstattaltag einsetzen?

Die schnelle zuverlässige Lieferung ist einer der wichtigsten Ostermann-Services. Dabei wird Lagerware, die bis 16 Uhr bestellt wird, noch am selben Tag versendet. Für die meisten Kunden ist das extrem praktisch, denn so ist sichergestellt, dass fehlendes Material kein Grund für ungewollte Projektverzögerungen darstellt. Doch in der Regel wird langfristiger geplant. Wer in diesem Fall die Ware nicht wie gewohnt am nächsten Tag erhalten möchte, kann ab sofort im Warenkorb einen Wunschversandtermin auswählen. So lässt sich die Arbeitsvorbereitung frühzeitig abschließen und der Versand der Ware individuell auf den Fertigungsprozess abstimmen. Versendet wird anschließend genau dann, wenn die Ware auch tatsächlich gebraucht wird.

Kunden, die von Ostermann telefonisch oder per E-Mail individuelle Angebote erhalten haben, sehen diese ab sofort gleichzeitig auch im Menüpunkt „Angebote“ im Online-Shop. Hier können sie diese mit nur zwei Klicks online bestellen, und zwar rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche. Dies bietet dem Kunden Unabhängigkeit von den Öffnungszeiten. Abgerundet wird dieser optimierte Bestellprozess mit dem Wunschversandtermin. Denn auch für individuell geplante Angebote kann die Ware zum Wunschversandtermin bestellt werden.

Altbausanierung, Dachausbau, Homeoffice oder Neubau … Handwerker, die sich für neue Projekte inspirieren lassen möchten, sollten unbedingt einen Blick in die 360°-Welten auf www.ostermann.eu werfen. Diese werden regelmäßig aktualisiert und erweitert. Hier findet man nicht nur moderne Räume mit pfiffigen Ideen für den privaten Innenausbau. Betriebe, die sich auf den gewerblichen Ausbau spezialisiert haben, bewegen sich virtuell durch Räume aus den Bereichen Hotel-, Büro- und Ladenbau.

„Euroshop“ 2023

Die „Dimension Materials & Surfaces“ zeigt, was Design in schwierigen Zeiten bewirken kann

Aufgeschäumtes Aluminium, transluzente Betonflächen oder filigrane Gespinste, die das Gewicht massiver Steinbrocken zu balancieren scheinen – die Inszenierung von Shopping-Erlebnissen spielt gern mit dem visuellen Wow. Die „Dimension Materials & Surfaces“ der „Euroshop“ vom 26. Februar bis 02. März 2023 in Düsseldorf, hat da einiges zu bieten. Für Store-Architekten, Ladenbauer und Kreative ist sie Trend-Börse und Fundus für Inspiration.

Der Rahmen für den klassischen Einkaufsbummel hat sich verschoben, der andauernde Krisenmodus stellt das stationäre Shopping vor neue Aufgaben – und damit auch die Hersteller von Ladenbau-Werkstoffen. „Im Vergleich zu der Zeit vor Corona ist es heute nicht mehr nur das Ziel der Planer, die Kunden durch eine angenehme Atmosphäre möglichst lange zum Verweilen im Shop zu bringen, sondern sie durch eine gewisse Leichtigkeit und Einfachheit von den vielen Alltagssorgen abzulenken“, analysiert Klaus Monhoff, Leiter Dekor- und Designmanagement bei Egger Holzwerkstoffe. Lebendige Feelgood-Szenarios sind gefragt und geprägt von „Überraschung, Individualisierung, Kreativität, Erlebnis, Innovation, Sinnlichkeit, Komfort“, so Eleonora Zappanico, Marketing Operation Manager beim italienischen High-Tech-Textilspezialisten S.I. Srl. Allen Details, die die Sinne berühren, kommt wachsende Beachtung zu, auch eine samtig-schmeichelnde Oberfläche ist haptische Willkommensgeste und erhöht die Aufenthaltsqualität in einem Store.

Die funktionalen Eigenschaften nehmen allgemein an Bedeutung zu, es werden performante Alleskönner für reibungsarme Prozessabläufe gesucht: Robustheit für eine erhöhte Langlebigkeit, gut desinfizierbare, leicht zu reinigende und Antifingerprint-Oberflächen. Dekore und Werkstoffe sollen vielseitig einsetzbar und super miteinander kombinierbar sein, alles flexibel, schnell verfügbar und in größtmöglicher Vielfalt.

Während die „inneren Werte“ an Relevanz zunehmen, tritt die plakative Optik etwas in den Hintergrund zugunsten gemäßigterer Oberflächen. Hölzer haben nicht mehr die ganz markante, rustikale Maserung, reines Weiß wird seit Corona von gebrochenen Tönen und warmer Farbigkeit abgelöst, eine gewisse Reduktion beim Design ist allseits erkennbar, Harmonie gewinnt.

Warme Holzoptiken, Beton-Look, Stein- und Mauerwerk-Verkleidungen an Wänden, Böden und den Ladenmöbeln – naturnahe, authentische Oberflächen passen nach wie vor bestens ins Bild. Auffällig ist, dass typische Outdoor-Texturen zunehmend in die Innen- und Ladenräume wandern und die Grenzen zwischen Außen und Innen aufheben. „Farben und Materialien aus der Natur, die das Einkaufserlebnis bereichern, sind ein Trend, der im biophilen Design seinen maximalen Ausdruck findet“, so Francesco Maffei vom italienischen Fliesenhersteller Ceramiche Keope. Ein „Raw Earth Effect“ wurde bei Keope der Bodenfliesen-Serie ‚Geo‘ zugrunde gelegt: Fliesen mit Toneffekt, die die optische Unvollkommenheit von Erde in ihr – dabei sehr elegantes – Design übersetzen.

Bei Imi Surface Design, Spezialist für originalgetreue Oberflächen wie zum Beispiel Beton-, Rost-, Altholz- und Steinoptik für unterschiedliche Trägermaterialien, ist eine schöne helle Kalkstein-Optik als biegbare und versiegelte Variante neu im Programm. Mit herkömmlichem Tischlerwerkzeug zu verarbeiten, lassen sich damit Wände, Böden und selbst Möbelstücke in der eigentlich spröden, porösen Textur von Kalkstein gestalten, die dann aber eben nicht bröseln und bröckeln, sondern die im Ladenbau erforderliche Festigkeit und Strapazierfähigkeit aufweisen.

Diversifizierung kennzeichnet die Holzoptiken. Bisher dominierten im Ladenbau die Klassiker Nuss und Eiche, nun sei die Zeit reif für neue Akzente, so David Lahnsteiner aus der Dekorentwicklung bei Kaindl, Hersteller von Dekor- und Schichtstoffverbundplatten und -Böden. „Schön, ausgewogen und elegant setzen die Nadelhölzer ,Abies‘, ,Polar Pine‘ und Fichte neue Trends im Interior-Design.“ Beim Bestseller Eiche wird die Hell-Dunkel-Skala ausgebaut. „Die Dekorfamilie der Eiche ,Evoke‘ zeigt schier grenzenlose Möglichkeiten im Bereich ,Dark & Light‘. Die fast schwarze ,Infinity‘ greift den aktuellen Trend nach dunklen homogenen Holztönen auf, die helle jugendliche ,Light‘ mit ausgeprägten Farbkontrasten ist die perfekte Kombination zu vielen Uni-Farbtönen“, so Lahnsteiner.

Besonders authentisch wirken Naturoptiken auf Trägermaterialien durch eine dekorgleiche dreidimensionale Strukturprägung – die Synchronprägung oder Synchronpore, die die Textur von Stein und Beton oder die charakteristische Maserung von Hölzern auch haptisch hervorhebt. Bei Egger Holzwerkstoffe hat man noch einen draufgesetzt und unter dem Namen ‚Perfectsense Feelwood‘ die Synchronporen-Oberflächen mit einem matten Lackfinish und Anti-Fingerprint-Eigenschaft veredelt – auf einem emissionsarmen Holzwerkstoffträger mit Recyclinganteil. „Eine Benchmark“, nennt Klaus Monhoff diese Entwicklung, und „eine Optik, die eine nie zuvor erreichte Natürlichkeit erreicht“.

Helles Holz an Betonoptik, Marmoreffekte neben hochglänzendem Farblack, derber Bruchstein kombiniert mit changierendem Acrylglas oder auch Spiegelrelief – in unüblichen Materialkontrasten, die die Sehgewohnheiten überraschen, liegt Innovationspotenzial. „Dass die Designs Aufmerksamkeit erregen, jedoch nicht vom Produkt ablenken, und etwas Besonderes sind, das man nicht überall sieht, das sind die Herausforderungen für Store-Architekten“, so Julian Theisen, Geschäftsführer bei Sibu, österreichischer Spezialist für Design-Paneele. Lebendige Oberflächen der Design-Panels, Reliefs und Strukturen, samtig-matte Oberflächen sind bei Sibu im Fokus. Auch „Spiegeloberflächen in den verschiedensten Farben, glatt bis grob strukturiert, sind nach wie vor sehr gefragt. Besonders oft stellen wir die genauen Farben des Corporate Designs nach; von der Spiegel- bis zur Stoffoberfläche. Auch der Anteil an gedruckten und gestanzten Logos steigt an“, ergänzt Theisen. – Customizing, einzigartige Details, die sich abheben, individuell konfektionierte Elemente gewinnen an Bedeutung.

Store-Design im gehobenen Level greift verstärkt auf (kunst)handwerklich Gefertigtes aus Manufaktur-Betrieben zu, um sich gegenüber Wettbewerbern, Mainstream und Discount zu profilieren. Auch diesbezüglich wird man auf der EuroShop 2023 reichlich fündig. Etwa bei der Glashütte Lamberts aus Waldsassen. Die Faszination mundgeblasener farbiger Flachgläser, die zunächst in der hochwertigen Architektur, internationalen Hotels und bei Luxusmarken Anwendung fanden, haben inzwischen auch die Gastro-Szene, Bäckereien und Handelshäuser für sich entdeckt. Sie kommen für Vitrinen, Glasgestaltung für Trennwände und hinterleuchtete Wandverkleidungen, Deckenverglasungen und Design-Leuchten, Tresen, Möbel, Tische, Fassaden und Fenster zum Einsatz.

Auch die Zahna-Fliesen GmbH ist so ein Manufaktur-Betrieb, der in Handarbeit mehrfarbige unglasierte Fliesen nach historischem Vorbild in Kleinserien herstellt. Oder auch das portugiesische Pendant Viúva Lamego, das neben industrieller Stückzahl-Fertigung auch die portugiesische Tradition der handbemalten Taylor-made-Fliesen lebendig hält. Durch Kollaborationen mit internationalen Künstlern und Architekten werden neue Einsatzgebiete ausgelotet und zum Beispiel Wandfreskos aus Fliesen – modern bis retro – für Gasträume realisiert.

Auch die filigranen High-Tech-Vorhänge und Raumteiler aus Textil oder Kettengliedern von Herstellern wie i-mesh oder Kriskadecor seien hier erwähnt. Deren semitransparente Szenografie dient in Store-Konzepten hochkarätiger Marken wie Dior, Natuzzi und den niederländischen Luxus-Warenhäusern von de Bijenkorf als Struktur- und Design-Element.

Flexibilität ist auch bei Material-Anbietern zum zentralen Stichwort geworden. Digitalisierung und Technologie-Einsatz erfordern von Läden flexiblere, wandelbare Einrichtungskonzepte und mehr Eventcharakter, Ladenräume werden häufig als dynamische, multifunktionale und vielseitig nutzbare Umgebungen konzipiert. Daher sind Lösungen gefragt, die einen schnellen Umbau erlauben. Sibu etwa bietet Dekorplatten mit Magnetrücken, die perfekt geeignet sind, um mit wenigen Handgriffen umzudekorieren und ein frisches Ambiente zu erzeugen.

Auch ein Fotoboden – fotorealistisch bedruckbarer Vinyboden von Visuals United – wird nicht mehr nur als „Kundenstopper“ und temporäre Werbefläche am POS eingesetzt, berichtet Silke Hüsgen von der Visuals United AG. „Mutige Kunden nutzen ein kreatives Design auf einem Fotoboden in Kombination von Augmented-Reality-Content, um die analoge Welt am POS mit der digitalen zu kombinieren“, so Silke Hüsgen von der Visuals United AG. Denn: „Die letzten Jahre haben die Welt auf den Kopf gestellt. Nicht nur die Pandemie, auch die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs erfordern neue bzw. andere Produktions-, Kommunikations- und Vertriebswege. Vom Retail fordert diese Situation zukunftsweisende Lösungen in den Bereichen ‚Nachhaltigkeit‘ und einen ‚crossmedialen POS‘.“

Ausnahmslos alle Hersteller von Fliesen, Holz- und Verbundwerkstoffen, Dekorpaneelen und Sonderprodukten für den Ladenbau haben es auf dem Schirm: Die aktuell größte Herausforderung ist, ressourcenschonende Prozesse und nachhaltige Produkte und mittelfristig den Umbau zu geschlossenen Material- und Produktionskreisläufen anzustoßen und damit tragfähige Zukunftsperspektiven für den Ladenbau zu entwickeln, der von Wechsel und Veränderung lebt und damit nicht ganz optimal zu Nachhaltigkeit und Zirkulärwirtschaft passt. Sollte man meinen. „Würden wir ganz anders betrachten, denn unter dem Nachhaltigkeits-Aspekt müsste die beschichtete Spanplatte eigentlich einen Umwelt-Nobelpreis bekommen“, räumt Klaus Monhoff von Egger Holzwerkstoffe ein. „Begonnen bei der Herstellung, bei der schon ein hoher Anteil Recyclingholz eingesetzt wird, kann die Platte nach der Verwendung zum Ende des Lebenszyklus auch wieder zu 100 Prozent recycelt werden und bleibt also komplett im eigenen Umweltkreislauf.“

Eine Reihe marktfähiger ‚Win-win-Lösungen‘, die die Anforderungen an Umweltverträglichkeit mit den qualitativen Anforderungen von Store-Architekten zusammenbringen, präsentiert Bencore, italienischer Hersteller von Verbundplatten und Mitglied des Green Buiding Councils Italia, dem dortigen Verband für nachhaltiges Bauen. Darunter ‚Wasbottle‘, ein Kunststoff aus recycelten Kunststoffflocken, der gemeinsam mit Autogrill entwickelt wurde, um den anfallenden Abfall des Travelfood-Unternehmens wiederzuverwerten. Das Schmelzen und Verpressen der bunten Flocken kreiert eine ganz eigene Recycling-Ästhetik in fröhlich bunter Terrazzo-ähnlicher Anmutung, die sich sehen lassen kann. Kommentar Bencore: „Wir sind der festen Überzeugung, dass die Herstellung von recycelten und recycelbaren Produkten ein Muss für Marken und Lieferanten sein sollte.“

Verschiedenste innovative Materialien, sei es für Böden, Wände, Decken oder Möbel, sind auf der „Euroshop“ 2023 in der „Dimension Material & Surfaces“ in Halle 13 zu finden. Die Messe ist für Fachbesucherinnen und -besucher von Sonntag 26. Februar bis Donnerstag 02. März 2023, täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.