Jungheinrich Flurförderfahrzeuge
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Starke Entwicklung von Umsatz und Ergebnis bei gleichzeitig schwächerer Marktnachfrage

Die Jungheinrich AG verzeichnete in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2023 eine starke Entwicklung von Umsatz und Ergebnis, registrierte im Jahresverlauf gleichzeitig aber auch eine Abschwächung der Marktnachfrage. Über alle Geschäftsfelder hinweg belief sich Jungheinrichs Auftragseingang im Zeitraum von Januar bis September 2023 auf 3.873 Mio. Euro und lag damit 8 Prozent über dem Vorjahreswert von 3.594 Mio. Euro. Allerdings gingen im dritten Quartal die Fahrzeugbestellungen im Neugeschäft spürbar zurück. „Jungheinrich hat in den ersten drei Quartalen neue Höchstwerte bei Umsatz und Ergebnis erzielt. Im Laufe des Jahres hat sich die Konjunktur insbesondere in Europa und den USA jedoch deutlich abgekühlt. Die geopolitischen Risiken sind gleichzeitig noch weiter gestiegen. Vor diesem Hintergrund haben wir im dritten Quartal einen spürbaren Rückgang der Fahrzeugbestellungen registrieren müssen. Kumuliert liegen wir beim Auftragseingang aber weiterhin über dem Vorjahr“, sagt Dr. Lars Brzoska, Vorstandsvorsitzender der Jungheinrich AG.

Der Auftragsbestand des Neugeschäftes betrug zum 30. September 2023 insgesamt 1.587 Mio. Euro. Das waren 169 Mio. Euro beziehungsweise 10 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (1.756 Mio. Euro) und entsprach dem Niveau des Auftragsbestandes vom 31. Dezember 2022 (1.595 Mio. Euro). Hintergrund der Entwicklung des Auftragsbestandes ist unter anderem auch die weitere Normalisierung der Lieferketten, wodurch eine effiziente Abarbeitung bestehender Aufträge erfolgen konnte.

Jungheinrichs Konzernumsatz erreichte in den ersten neun Monaten einen Wert von 4.020 Mio. Euro und lag damit 18 Prozent über dem Vorjahreswert (3.397 Mio. Euro). Wesentlicher Wachstumstreiber war das Neugeschäft. Neben den guten Zuwächsen bei Neufahrzeugen trugen auch die Umsatzerlöse der in diesem Jahr von Jungheinrich erworbenen Storage-Solutions-Gruppe von 136 Mio. Euro, davon 67 Mio. Euro im 3. Quartal 2023, zu dieser Entwicklung bei.

Das Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) stieg im Zeitraum von Januar bis September 2023 um 72,9 Mio. Euro beziehungsweise 27 Prozent auf 338,8 Mio. Euro (Vorjahr: 265,9 Mio. Euro). Die EBIT-Rendite lag mit 8,4 Prozent ebenfalls über dem Wert des Vorjahreszeitraumes (7,8 Prozent). Das EBIT profitierte von der Umsetzung von Maßnahmen zur Margenabsicherung, welche die Kostenerhöhungen aus Materialpreissteigerungen, Tarifeffekten und dem Aufbau von Personal – auch durch Akquisitionen – mehr als ausgleichen konnten. Der von März bis September 2023 enthaltene operative Ergebnisbeitrag der Storage Solutions Gruppe belief sich auf 21 Mio. Euro. Mit 314,6 Mio. Euro stieg das EBT sehr deutlich um 34 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (234,6 Mio. Euro). Die EBT-Rendite erreichte 7,8 Prozent (Vorjahr: 6,9 Prozent). Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf 231,3 Mio. Euro (Vorjahr: 174,8 Mio. Euro). Das Ergebnis je Vorzugsaktie erreichte 2,28 Euro (Vorjahr: 1,72 Euro).

Zum 30. September 2023 ergab sich für den Jungheinrich Konzern eine Nettoverschuldung von 360 Mio. Euro (31. Dezember 2022: 75 Mio. Euro). Die deutliche Erhöhung um 285 Mio. Euro gegenüber dem Jahresende 2022 resultierte vorrangig aus dem negativen Free Cashflow des 1. Halbjahres 2023, da dieser in Folge der Akquisition mit 307 Mio. Euro aus der Kaufpreiszahlung für die Storage-Solutions-Gruppe belastet war. Der Free Cashflow von Januar bis September 2023 belief sich auf -98 Mio. Euro (Vorjahr -273 Mio. Euro). Ohne Berücksichtigung der Akquisition weist Jungheinrich einen positiven Free Cashflow auf.

Die Zahl der Beschäftigten im Jungheinrich Konzern stieg im Neun-Monats-Vergleich um 1.262 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 20.845 (Vorjahr: 19.583). Insgesamt entfiel ein Großteil des Aufbaus auf die Akquisitionen der Storage-Solutions-Gruppe und Magazino, den Ausbau der Nearshoring-Organisation sowie auf den Produktionsstart im neuen Werk in Tschechien.

Jungheinrich rechnet für das Gesamtjahr 2023 mit einem Auftragseingang zwischen 5,0 Mrd. Euro und 5,4 Mrd. Euro (2022: 4,8 Mrd. Euro). Für den Konzernumsatz wird eine Bandbreite von 5,1 Mrd. Euro bis 5,5 Mrd. Euro (2022: 4,8 Mrd. Euro) prognostiziert. Diese Bandbreiten berücksichtigen einen Auftragseingang in Höhe von 0,3 Mrd. Euro und einen Umsatz in Höhe von 0,2 Mrd. Euro der Storage-Solutions-Gruppe.

Jungheinrich 2023 Umsatz

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