Zum Hauptinhalt springen

Autor: Möbelfertigung

Fokusthemen greifen aktuelle Branchenentwicklungen auf

„Nach Konsultation des Marktes haben wir gemeinsam mit unserem Partner VDMA entschieden, die ursprünglich für die pandemiebedingt abgesagte ,Ligna‘ 2021 geplanten Fokusthemen auf der ,Ligna‘ 2023 fortzuführen. Sie sind nach wie vor hochaktuell – haben in der Bedeutung sogar noch an Fahrt aufgenommen – und werden die Entwicklung unserer Branche in den kommenden Jahren maßgeblich bestimmen“, erklärt Stephanie Wagner, Projektleiterin der „Ligna“. „Wir freuen uns darauf, die Themen gemeinsam mit unseren Ausstellern endlich live vor Ort in Hannover mit Leben füllen zu können.“

Vom Handwerksbetrieb bis zum Industriekonzern, vom Produkt über individuelle Lösungen – die Digitalisierung hat längst Einzug in alle Bereiche der Holzindustrie gehalten und verändert Geschäftsmodelle und Prozesse von Unternehmen grundlegend. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung noch weiter beschleunigt. Deshalb steht das Fokusthema Transformation der Holzbearbeitung zur „Ligna“ 2023 auf der Agenda. Mit der Vernetzung von Maschinen, der Mensch-Maschine-Interaktion, IoT-Plattformen, Building Information Modeling (BIM) oder Augmented und Virtual Reality werden aktuelle und zukünftige Entwicklungen in der Digitalisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette behandelt. Darüber hinaus werden Themen wie Holzflusssteuerung, Robotik, Logistik, Standardisierung, Oberflächenbearbeitung und cloudbasierte Datenverwaltung aufgegriffen.

Die Bedeutung von Holz im Bau nimmt immer weiter zu – sowohl bei reinen Holzgebäuden als auch bei Holz-Mischkonstruktionen. Dies führt zu neuen Anforderungen an Effizienz und Vorfertigung. Mit dem Fokusthema Vorfertigungsprozesse im Holzbau greift die „Ligna“ 2023 diese Entwicklung auf. Auf der Messe wird der gesamte Prozess von der Planung über die Be- und Verarbeitung bis zur Logistik im Betrieb sowie zur und auf der Baustelle erlebbar sein. Dabei geht es auch um Lösungen für die derzeit angespannte Lieferkettensituation. Außerdem wird die Harmonisierung der genannten Prozesse mit den allgemeinen Trends, wie etwa Elementierung und Standardisierung, mehrgeschossiger Holzbau, Hybridbauten, Modulbau und serielle Fertigung behandelt.

Holz als wichtigster nachwachsender Rohstoff bildet eine zentrale Grundlage der Bioökonomie auf dem Weg von einer auf fossilen, mineralischen Rohstoffen basierenden Wirtschaft hin zu einer, die auf erneuerbare Ressourcen setzt. Die holzbasierte Bioökonomie gilt als innovativer Treiber von Technologien und Produkten. Die Rahmenbedingungen zum Ausbau der ressourceneffizienten Holzverwendung sind Teil des European Green Deal und Stützpfeiler einer zirkulären Bioökonomie. Grund genug, Prozesstechnologien der Bioökonomie als Fokusthema der „Ligna“ 2023 zu wählen. Gezeigt werden Entwicklungslinien der holzbasierten Bioökonomie und technologische Innovationen für eine verantwortungsvolle Nutzung der natürlichen Ressourcen ebenso wie Prozesstechnologien um die Formgebungsverfahren chemisch aufgeschlossener Holzfasern.

„Als Weltleitmesse gilt die ,Ligna‘ mit ihrem Themen-Setting als Impulsgeber für die Branchenentwicklung. Mit der Wahl der Fokusthemen werden wir diesem Anspruch gerecht. Im Mai 2023 werden wir in Hannover endlich wieder die Innovationen erleben, die die ,Ligna‘ zum Schaufenster der Zukunft macht“, erklärt Stephanie Wagner.

Die kommende „Ligna“ wird vom 15. bis 19. Mai 2023 als Präsenzveranstaltung mit zusätzlichen digitalen Angeboten durchgeführt. Zuvor findet am 1. und 2. Juni 2022 die 1. Rosenheimer „Ligna.Conference“ statt, die von der Deutschen Messe gemeinsam mit der Technischen Hochschule Rosenheim veranstaltet wird. Sie schlägt mit ihrem Programm eine Brücke zur kommenden Messe und führt die Teilnehmer zielgerichtet zu den Themen der „Ligna“ 2023.

RAL und die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel aktualisieren die Güte- und Prüfbestimmungen und das „Goldene M“

Seit vielen Jahren ist das „Goldene M“ ein zuverlässiger Wegweiser für die Branche und den Endverbraucher, die auf der Suche nach qualitätsgeprüften Möbeln sind. Jetzt wurden die dem Gütezeichen zugrunde liegenden Güte- und Prüfbestimmungen RAL-GZ 430 erneut an die jüngsten Entwicklungen in der Gesetzgebung, Technik und Normung von Möbeln angepasst. Außerdem wurde die Optik des „Goldenen M“ so überarbeitet, dass Endverbraucher qualitätsgeprüfte Möbel noch besser auf den ersten Blick erkennen können.
 
Ein besonderer Schwerpunkt der Überarbeitung war die Integration der Nachhaltigkeitskriterien für die Herstellung von Möbeln. Darüber hinaus stellt die RAL-GZ 430 (Güte- und Prüfbestimmungen) ein anerkanntes Regel- und Standardwerk für die Branche dar. Dabei galt es, die aktuellen Entwicklungen und Problemstellungen der Branche aufzugreifen und praxisorientiert festzulegen. Das Beispiel der Definition der „höheren Gewalt“ in der Möbelbranche macht deutlich, dass Standards eine Erleichterung für die gesamte Branche darstellen.  
 
„Das RAL Gütezeichen ‚Goldenes M‘ ist der strengste Nachweis für Möbelqualität in Europa. Mit einem zeitgemäßen Design und einer stets aktuellen Qualitätsgrundlage im Hintergrund bietet es den Menschen seit 1963 eine wichtige Entscheidungshilfe beim Möbelkauf“, sagt Jochen Winning, Geschäftsführer der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM). Die Gütegemeinschaft ist von RAL exklusiv dazu berechtigt, Möbelhersteller und fördernde Partnerunternehmen der Möbelindustrie aufzunehmen und ihnen das „Goldene M“ zu vergeben, nachdem sie die Einhaltung aller Güte- und Prüfbestimmungen nach RAL-GZ 430 nachgewiesen haben. Hierfür untersuchen unabhängige Prüfinstitute deren Möbel bei Qualitätschecks in der Fertigung und im Prüflabor auf Sicherheit, Langlebigkeit und einwandfreie Funktionalität sowie Gesundheits- und Umweltverträglichkeit. „Diese Experten waren jetzt auch an der Aktualisierung der RAL-GZ 430 beteiligt, denn ihr großer Erfahrungsschatz fließt stetig in unsere Arbeitskreise mit Fachleuten aus der Industrie, von Instituten und Verbänden ein“, so Winning.
 
Insgesamt gehören der DGM rund 100 Möbelhersteller und knapp 40 fördernde Mitglieder wie Zulieferunternehmen und Prüfinstitute an. Sie alle erfüllen die vorgegebenen Qualitäts-, Umwelt- und Emissionsstandards des „Goldenen M“. Diese Standards sind in allgemeine und Segment-spezifische Anforderungen, beispielsweise für Polstermöbel, Badezimmermöbel oder Küchen, unterteilt.
 
Die Veröffentlichung der aktualisierten Güte- und Prüfbestimmungen erfolgt in Kürze.

Polster- und Wohnmöbelindustrie: wirtschaftliche Folgen durch Ukraine-Krieg

Eine weitere Verschärfung auf der Beschaffungsseite aufgrund der Auswirkungen des Ukraine-Kriegs erwarten die Verbände der Polster- und Wohnmöbelindustrie. Auf ihrer gemeinsamen Sitzung am 9. März)zeigten sich VdDP und VdDW tief bestürzt über den Angriffskrieg Russlands und das große Leid der Menschen in der Ukraine. Die Hoffnung der gesamten Möbelbranche gelte einer baldigen Beendigung des Konflikts.

Neben der humanitären Katastrophe werde der Krieg gravierende wirtschaftliche Folgen auch für die Möbelindustrie haben, stellte Geschäftsführer Jan Kurth fest: „Die ohnehin schon fragilen Lieferketten werden sich weiter verschlechtern. Die Versorgungssituation mit Vormaterialien und Komponenten wird weiter erschwert, mit Auswirkungen auf die Lieferzeiten und Kosten.“ Auch in der Logistik zeichneten sich noch größere Schwierigkeiten ab.

Wie die Unternehmensvertreter berichteten, ist der Einkauf etwa von Holz- und Holzwerkstoffen, Polsterkomponenten sowie Schichtholz- und Sperrholzteilen für die Lattenrost- und Bettenproduktion von den direkten und indirekten Folgen des Kriegs betroffen. Über die Ukraine, Russland und Belarus hinaus seien Auswirkungen auf etliche Zulieferbetriebe in weiteren osteuropäischen Ländern festzustellen. Nach Einschätzung der Vorstandsmitglieder ist daher eine weitere Verknappung und Verteuerung etlicher Materialien und Vorprodukte zu erwarten. Angesichts der Preisexplosionen bei Gas und Öl gelte dies insbesondere für Produkte, deren Herstellung energieintensiv ist.

Morgen geht es in München los

Die kommenden Ausgaben der „ICE Europe“, „CCE International“ und „Inprint Munich“ wird ab morgen bis zum 17. März 2022 auf dem Messegelände München ihre Tore für Messebesucher öffnen. Die Fachmessen bieten erstmals wieder die Gelegenheit für persönliches Geschäftstreiben und Networking auf Höchstniveau – damit endet eine lange Durststrecke für die Converting-, Papier- und Druckindustrien. Fachbesucher genießen dabei vollen Zugang zu allen Messeständen auf der insgesamt 13.000 Quadratmeter netto umfassenden Ausstellungsfläche. So profitieren sie von einer einzigartigen Bandbreite an Lösungen und verstärkten Synergien. Insgesamt präsentieren 460 Unternehmen aus 21 Ländern ihre neuesten Maschinen, Komponenten und Dienstleistungen, mit denen sich Produktionsprozesse oder Produkteigenschaften optimieren lassen.

Markenpartnerschaft für mehr Nachhaltigkeit

Ultrafabrics, der weltweit führende Anbieter von tierfreien Hochleistungsgeweben, ist stolz darauf, seine Partnerschaft mit der Lenzing AG, einem Branchenführer in der Produktion von nachhaltigen Holzfasern, bekannt zu geben. Im Rahmen dieser Partnerschaft wird Ultrafabrics als erster und einziger Polyurethan-Stoff die „Tencel“-Modalfasern der Lenzing AG als Grundgewebe in seine Kollektionen mit 100 Prozent verstärkter Viskose einarbeiten.

Ultrafabrics ist in allen Bereichen seines Geschäfts auf Nachhaltigkeit bedacht. Bis 2030 will das Unternehmen 100 Prozent seines gesamten Produktportfolios in 11 Märkten aus 50 Prozent schnell erneuerbaren und/oder recycelten Materialien herstellen. Ein kühnes Ziel, das das übergeordnete Ziel der Marke unterstützt, durch einen stärker kreislauforientierten Designprozess Materialien für die Zukunft zu schaffen.

Ultrafabrics hat sich für die Arbeit mit Fasern der Marke „Tencel“ entschieden, um seine ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. „Tencel“ Modalfasern werden hauptsächlich aus Buchenholz hergestellt, das aus FSC (Forest Stewardship Council) und/oder PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) zertifizierten, nachhaltigen Wäldern in Österreich und den angrenzenden Ländern stammt. Zahlreiche Lenzing Innovationen wurden in die Produktion von „Tencel“ Modalfasern integriert, um den Prozess umweltverträglich zu gestalten. Lenzing ist bestrebt, durch den Einsatz von erneuerbarer Energie und die Rückgewinnung von Prozesschemikalien die Ressourcen für zukünftige Generationen zu sichern.

Jennifer Hendren, Senior Director of Product Development bei Ultrafabrics, sagt über die Partnerschaft: „Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit der Marke ,Tencel‘ und der Lenzing AG, einem mutigen Unternehmen mit ebenso ehrgeizigen Nachhaltigkeitszielen. Sie teilen unser Bestreben, unseren Weg der Nachhaltigkeit in den Vordergrund zu stellen, ohne dabei Abstriche bei der Qualität oder der Produktintegrität zu machen.  Wir arbeiten mit Vordenkern zusammen und sind stolz darauf, unserem globalen Publikum das Vertrauen in unsere beiden Marken zu vermitteln.“

Ebru Bayramoglu, Head of Global Business Development for Home der Lenzing AG, fügt hinzu: „Wir freuen uns sehr, unsere Fasern auf verschiedenen Textilprodukten zu sehen. Ultrafabrics hat eine Reihe von Produkten entwickelt, bei denen unsere ,Tencel‘-Fasern eine sehr gute Alternative zu den Standardlösungen der Industrie darstellen.  Der Weg zur Nachhaltigkeit ist ein langer Marathon, kein Sprint, und ein evolutionärer Wandel sollte immer mit umsetzbaren Schritten auf das Ziel hin beginnen, die Umweltauswirkungen einer Marke zu reduzieren.“

Erfolgreiche Verkaufstagung

Mit der jährlichen Verkaufs-Informations-Tagung hat Österreichs führender Lackhersteller Adler die neue Verkaufssaison eingeläutet. Mehr als 150 Außendienst-Mitarbeiter, Key-Account-Manager und Techniker von Adler verfolgten die – hoffentlich letztmalig – digital abgehaltene VIT. In einer abwechslungsreichen Mischung aus Vorträgen, Videos und Diskussionen erhielten sie spannende Produkt-News, technische Hintergrundinformationen und vor allem viel Inspiration und Motivation mit auf den Weg zu ihren Kunden.

Adler ist nahe bei seinen Kunden. Deshalb baut der österreichische Lackhersteller seine Vertriebsstrukturen konsequent aus: Um 20 Mitarbeiter ist das Verkaufs-Team von Adler im vergangenen Jahr gewachsen. Sie werden Kunden aus Industrie, Gewerbe und Handel in Österreich, Deutschland und der Schweiz, aber auch in den weiteren europäischen Vertriebsgebieten von Adler kompetent beraten. Denn auch das zeichnet Adler aus: „Unsere Verkäufer kennen unsere Produkte und ihre Anwendung in- und auswendig und können unsere Kunden so praxisnah unterstützen“, betont Pichler. Der Großteil der Adler-Verkaufsmannschaft verfügt über einschlägige Branchenerfahrung, viele sind selbst gelernte Tischler, Holztechniker oder Maler – dieses Praxis-Knowhow wissen auch die Kunden zu schätzen. Dazu hat Adler an vielen weiteren Schrauben gedreht, um den Kundenservice von der Bestellung bis zur Lieferung zu optimieren: Ein Onlineshop mit 24/7-Bestellmöglichkeit, eine laufend verbesserte Logistik und eine durchgehende Lieferfähigkeit trotz angespanntem Rohstoffmarkt machen Adler zu einem verlässlichen Partner.

Mit hochwertigen Beschichtungen bietet Adler seinen Kunden genau die Lösungen, die sie benötigen. Von effizienten Möbellacken bis zum Renovier-Aufbau für historische Fenster, vom Brandschutz-Gesamtpaket bis zum Digitaldruck: Die VIT 2022 bot eine Vielzahl spannender Produktneuheiten. „Innovation ist einer der Schlüssel für unseren Erfolg am Markt“, betont F&E-Geschäftsleiter Dr. Albert Rössler. „Mit leistungsfähigen Produkten und hoher Technologie-Kompetenz bieten wir unseren Kunden einen starken Mehrwert.“ Ebenfalls im Fokus der Verkaufstagung stand das Thema Nachhaltigkeit: „Die Zukunft unserer Branche ist grün – der Trend geht ganz klar hin zu ökologischen Produkten und emissionsarmen Wasserlacken. Mit unserer enormen Erfahrung und Kompetenz auf diesem Gebiet sind wir dabei einen entscheidenden Schritt voraus“, ist Bernd Pichler überzeugt. Jede Menge guter Nachrichten also für die Kunden von Adler – und ein kräftiger Motivationsschub für das Adler -Team, das sich mit einem prall gefüllten Rucksack auf den Weg macht in eine neue, erfolgreiche Verkaufssaison.

Mit rund 670 Mitarbeiter/-innen ist Adler Österreichs führender Hersteller von Lacken, Farben und Holzschutzmitteln. 1934 von Johann Berghofer gegründet, wird das Familienunternehmen heute in der dritten Generation von Andrea Berghofer geführt. 22.000 Tonnen Lack verlassen jährlich das Schwazer Werk und gehen an Kunden in über 30 Ländern weltweit. Adler hat Vertriebsgesellschaften in Deutschland, Italien, Polen, den Niederlanden, der Schweiz, Tschechien und der Slowakei; einziger Produktionsstandort ist die Adler-Werk Lackfabrik in Schwaz/Tirol (A). Als eines der ersten Unternehmen seiner Branche ist Adler seit 2018 zu 100 Prozent klimaneutral. Durch eine Vielzahl von Maßnahmen hat Adler seinen ökologischen Fußabdruck auf ein Minimum reduziert. Unvermeidbare Restemissionen kompensiert Adler durch anerkannte Klimaschutz-Zertifikate und trägt so zur Finanzierung neuer Klimaschutzprojekte bei.

Mit Künstlicher Intelligenz in eine neue Ära der Automation

Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen sind seit Jahren in der industriellen Produktion angekommen. Zumindest theoretisch. Mit welcher Vehemenz KI jetzt in der Praxis Einzug hält, wird sich auf der „Automatica“ zeigen, die vom 21. bis 24. Juni 2022 in München stattfindet.

Dass KI-basierte Automatisierungslösungen das große Thema der kommenden Jahre sein werden, ist unstrittig. Die Frage ist, wie schnell es jetzt gelingt, das immense Potenzial dieser Technologie für produzierende Unternehmen nutzbar zu machen. Eine Umfrage von Longitude Research und Siemens kommt hier zu einem klaren Ergebnis: Demnach erwartet mehr als die Hälfte der Wirtschaftsführer, dass Industrieanlagen, Maschinen und kritische Infrastrukturen schon in den nächsten fünf Jahren von KI gesteuert werden.

Grundvoraussetzung dafür ist aber die durchgängige digitale Vernetzung aller am Produktionsprozess beteiligten Komponenten. Ist diese Hürde genommen und der autonome Datenaustausch aller involvierten Systeme sichergestellt, ist die Basis für eine intelligente Produktion geschaffen. „In ein paar Jahren wird die digitale Vernetzung flächendeckend umgesetzt sein. Alle Komponenten können dann Daten untereinander austauschen, sich selbst optimieren und intelligent agieren“, so Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer VDMA-Fachverband Robotik + Automation.

Auch wenn die digitale Vernetzung oftmals noch nicht durchgängig gegeben ist, steht der Realisierung von KI-Insellösungen heute nichts mehr im Wege. Einer der Wegbereiter für intelligente Produktionsprozesse ist die industrielle Bildverarbeitung.

Ein Ausflug ins Weltall zeigt, wie weit fortgeschritten die Bildgebung bereits ist. So werden ab 2023 zehn Satelliten, ausgerüstet mit multispektralen Bildgebungssystemen von ABB, die Erde umkreisen und das Ökosystem unseres Planeten erfassen. Das System liefert erstklassige Bilder mit einer Auflösung bis auf fünf Meter genau. Ein auf KI basierendes Analysesystem des Satellitenbetreibers bewertet Veränderungen auf unserem Globus – natürlicher Art oder verursacht durch menschlichen Eingriff – nahezu in Echtzeit.

Zurück zur Erde, genauer gesagt in die Ausstellungshallen der „Automatica“. Hier werden Aussteller wie unter anderem Asentics, Basler, Cognex, MVTec, IDS, ISRA Vision, Sick oder Stemmer Imaging wegweisende Kameras, und Sensoren oder Software mit integrierter KI zeigen. Die Bildgebung ist auch entscheidend für KI-basierte Robotikanwendungen. Visionsysteme bilden seit vielen Jahren die Voraussetzung für Autonomie und Flexibilität von Robotern. Sollen Roboter intelligent agieren, wird eine hochleistungsfähige Bildverarbeitung eine der Grundvoraussetzungen dafür sein.

Welche weiteren Eigenschaften Roboter für die Einbindung in intelligente Produktionsumgebungen mitbringen müssen, bringt Dr. Werner Kraus, Abteilungsleiter Roboter- und Assistenzsysteme bei Fraunhofer IPA, auf den Punkt: „Bild- oder Kraftdaten sind die Basis für KI-gestützte Roboterfunktionen. Die meisten Roboter arbeiten jedoch heute von Werk aus blind. Die Integration von Kameras und Kraftsensoren muss zukünftig zum Leistungsumfang eines Standardroboters für die Smart Factory gehören. Um wirklich autonom agieren zu können, ist auch die virtuelle Trainingsumgebung entscheidend. Industrieroboter benötigen einen digitalen Zwilling, um Trainingsdaten in der Simulation zu erzeugen, sodass der reale Roboter direkt produktiv ist.“

Nicht zuletzt ist Robotik immer taktzeitkritisch, das heißt, es bedarf einer Echtzeit-KI mit niedrigen Latenzen. Daher wandert die KI von der Cloud mit großen Rechenressourcen auf die Edge. Hierfür braucht es Rechenperformance in der Robotersteuerung zum Ausführen und Trainieren von KI-Modellen.

Für die Aufgabe, Standardroboter ohne großen Aufwand für KI-Anwendungen zu qualifizieren, entwickeln junge aufstrebende Unternehmen zukunftsweisende Lösungen, darunter Micropsi Industries und Robominds. Diese Unternehmen haben es sich auf die Fahne geschrieben, Roboter intelligent zu machen. Dazu Christian Fenk, CSO von Robominds: „Wir sind der Meinung, jeder Roboter hat ein Gehirn verdient. Auf der ,Automatica‘ zeigen wir, wie sich Roboter mit hochperformanten Steuerungen und Bildverarbeitungssystemen für KI-Anwendungen aufrüsten und so ‚getuned‘ besonders einfach bedienen lassen. Wir verfolgen das ambitionierte Ziel, als Pionier echter Künstlicher Intelligenz ein neues Zeitalter der Robotik einzuleiten.“

Wie sehr Intelligenz bereits in Standardkomponenten angekommen ist, beweisen unter anderem die Hersteller von Greifsystemen, darunter Aussteller wie Festo, IPR, Onrobot, Schunk und Zimmer Group. Mit Hightech- Greifern – vollgepackt mit jeder Menge Sensorik samt integrierter Software – lassen sich Applikationen wie der ‚Griff in die Kiste‘ mit vergleichsweise geringem Aufwand prozesssicher realisieren. Auch die spannende Kombination Cobots und intelligente Greifsysteme können die Fachbesucher der „Automatica“ in unterschiedlichen Demoapplikationen unter die Lupe nehmen.

Alles in allem läuten die Megatrends digitale Vernetzung und Künstliche Intelligenz eine neue Ära der Automation ein. Sie erlauben die Realisierung von hochflexiblen Intralogistik- und Produktionskonzepten, die bis dato nicht darstellbar waren. Bei der derzeitigen Innovationsdynamik wird die diesjährige Leitmesse zur wahrscheinlich wichtigsten „Automatica“ aller Zeiten mit einem Ausstellerspektrum, das von Startups bis zu Branchengrößen ein breiteres Spektrum als jemals zuvor umfasst.

Korkfußböden im Geschäftsjahr 2021 gut nachgefragt

Das Geschäftsjahr 2021 endete für die Mitglieder im Bereich Korkfußboden des Deutschen Kork-Verbandes e.V. (DKV) erneut mit einem guten Ergebnis. Die Talsohle insbesondere in Deutschland bei Absatz von Korkparkett und -Fertigparkett scheint durch innovative Produktentwicklungen, intensive Marketinganstrengungen, der öffentlichen Sensibilisierung mit Blick auf Nachhaltigkeit, CO2-Fußabdruck und Klimawandel sowie die durch Corona beförderte Zuwendung der Verbraucher auf die Verschönerung der eigengenutzten Wohnung überwunden. Sowohl zu 2020 als auch zum Vor-Pandemiejahr 2019 stiegen die Korkboden-Umsätze und -Mengen deutlich.

Insbesondere das zweite Quartal 2021 brachte die Mitgliedsunternehmen an ihre Kapazitätsgrenzen. Nach einem eher verhaltenen Jahresstart sorgten rund 28 Prozent Mengenwachstum verkaufter Kork-Bodenbeläge im Vergleich zum Vorjahresquartal II-2020 für einen kräftigen Absatzschub. Diese Erfolgsgeschichte hielt auch im dritten Quartal mit zweistelligem Mengenzuwachs an. Die wertmäßige Entwicklung verhielt sich adäquat.

Im Fokus der Verbraucher standen klar an erster Stelle digital bedrucktes Kork-Fertigparkett. In dieser Bodenkategorie stiegen die abgesetzten Volumina im Gesamtjahr 2021 zum Vorjahr um über 30 Prozent, dicht gefolgt von Klebekork ‚Print‘ mit rund zehn Prozent Mengenwachstum. Doch diese erfreulichen Zuwächse bestehen den Vergleich nicht nur zu dem von Schockwellen geprägten Pandemie-Jahr 2020, sondern auch zum Vor-Corona-Jahr 2019: Auch hierzu stiegen die Mengenabsätze beider Bodenkategorien im vergangenen Jahr deutlich um +26 Prozent beziehungsweise +12 Prozent.

Im Jahresvergleich 2021 zu 2020 legten die über die Mitglieder des DKV vertriebenen Bodenbeläge mit Kork insgesamt um 7,3 Prozent nach Wert sowie um 4,5 Prozent nach Volumen zu. Zum vorpandemischen Jahr 2019 zeigt sich die positive Entwicklung für Kork-Bodenbeläge mit rund 17 Prozent Wert- und 13 Prozent Mengenwachstum ebenso eindrucksvoll.

Sicherlich begünstigt von der durch die Pandemie beflügelten Hinwendung der Endkunden mit massiven Investitionen in die Verschönerung ihres Wohnumfelds beziehungsweise ihrer Einrichtung, vollzieht sich die Trendumkehr der Verbrauchergunst bei Kork nun ganz offensichtlich im Bodensegment. Bereits seit einigen Jahren erfreut sich das Material in anderen Anwendungen bester Nachfrage – so beim Möbelbau, der Kunst, in der Gesundheitsbranche oder der Bekleidungsindustrie.

Grundsätzlich steigt die Nachfrage nach verantwortungsbewusst eingesetzten, nachhaltigen und nachwachsenden Grundmaterialien wie Kork; wächst das Interesse an Carbon Footprint sowie Nachhaltigkeit. Spätestens seit der ‚Fridays for Future‘-Bewegung durchdringt das Thema Klimaschutz die gesamte Öffentlichkeit. Durch Marketingbemühungen auf Verbandsebene und dem technischen Fortschritt sieht die Branche das vormalige „Partykeller-Image“ von Kork endgültig für überwunden. Maßgeblich beigetragen hat dazu die Veredlung von Korkböden dank Digitaldruck, der kaum Designwünsche offenlässt. Aus Sicht seiner Materialeigenschaften, wie Elastizität oder Dämmwirkung, gilt Kork ohnehin als unübertroffen.

Japan ist weltweit größter Hersteller von Industrie-Robotern

Japan ist der weltweit größte Hersteller von Industrie-Robotern: 45 Prozent des globalen Angebots stammen aus Nippon. Die japanischen Roboterhersteller steigerten ihre Produktionskapazitäten in den letzten Jahren erheblich: Die Exportquote stieg auf 78 Prozent – insgesamt wurden 136.069 Industrie-Roboter im Jahr 2020 ausgeliefert. Das berichtet die International Federation of Robotics (IFR) zum Start der „International Robot Exhibition“ (iREX), die vom 9. bis 12. März 2022 in Tokio stattfindet.

„Der Export japanischer Industrie-Roboter verzeichnete in den letzten fünf Jahren eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 6 Prozent“, sagt Milton Guerry, Präsident der International Federation of Robotics (IFR). „Die Robotereinfuhren nach Japan sind dagegen ausgesprochen niedrig. Nur zwei Prozent der japanischen Anlagen wurden im Jahr 2020 importiert. Nach China ist der japanische Heimatmarkt für Roboter der zweitgrößte weltweit.“

Japan exportierte 36 Prozent seiner Robotik- und Automatisierungstechnik nach China. Ebenso wie andere internationale Roboteranbieter, bedienen japanische Hersteller den Markt im Reich der Mitte direkt von eigenen Produktionsstandorten in China aus. Nachdem die internationalen Lieferketten im Jahr 2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie unterbrochen wurden, erwies sich diese Strategie auf dem weltweit größten Markt für Industrie-Roboter als großer Vorteil. Die japanischen Anbieter profitierten sehr stark vom chinesischen Boom nach der Krise. Die Erholung begann schon im zweiten Quartal 2020 und anschließend nahm die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte deutlich an Fahrt auf.

Der zweitwichtigste Markt für japanische Exporte von Robotik und Automatisierungstechnik sind die Vereinigten Staaten. Der Marktanteil liegt bei 22 Prozent. Prognosen gehen davon aus, dass sich beide Länder – die USA und China – weiter von den Folgen der Covid-19-Pandemie erholen werden. Zusammen mit dem japanischen Heimatmarkt werden die wichtigsten Auslandsmärkte die Nachfrage nach japanischer Robotik sichern.

„Japan ist ein hochtechnisiertes Land und weltweiter Vorreiter beim Einsatz von Robotern im täglichen Leben“, sagt Dr. Susanne Bieller, Generalsekretärin der International Federation of Robotics. „Die ,iREX‘-Messe in Tokio präsentiert in diesem Jahr das Schwerpunktthema ‚Wege zu einer freundlicheren Gesellschaft, die mit Robotern überbrückt werden‘. Auf der ,iREX‘ wird an zahlreichen Beispielen gezeigt, wie Roboter zunehmend helfen, unseren Alltag zu gestalten. Dazu zählt etwa eine verbesserte Qualität und Verfügbarkeit von Produkten, die umweltfreundliche Reduzierung von CO2–Emissionen, Verbesserungen im Gesundheitswesen oder bei der Pflege älterer Menschen.“