Mitglieder erzielen faszinierende klimapositive Wirkung
Der Deutsche Kork-Verband (DKV) hat Anfang Mai seine Mitgliederversammlung in Pirmasens abgehalten. Gastgeber war Wakol, ein langjähriger und zuverlässiger Klebstofflieferant vieler DKV-Mitglieder. Die Teilnehmer konnten dabei nicht nur die Räumlichkeiten für die Fachgruppentagung nutzen, sondern auch einen Einblick in die Fertigung des Unternehmens gewinnen, das seit 2015 Teil der weltweit agierenden Ardex-Gruppe ist.
In den Mittelpunkt der Versammlung rückte die Standortbestimmung in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. Die weiterhin schwache Baukonjunktur macht den Anbietern von Bodenbelägen nach wie vor zu schaffen. Hinzu kommen allgemeine Preissteigerungen, die dazu führen, dass bei Bauprojekten aufgrund knapper Budgets nicht immer die qualitativ und ökologisch beste Lösung gewählt wird.
Kork behauptet sich auf schwierigem Markt
Die Bau- und Kaufzurückhaltung spiegelt sich auch in den konsolidierten Zahlen der DKV-Mitglieder wider. Die Absatzmengen liegen weiterhin unterhalb der Millionengrenze bei den verkauften Quadratmetern. Im Geschäftsjahr 2025 mussten jedoch nur geringfügige weitere Rückgänge verzeichnet werden. Damit behaupteten sich Korkböden im Vergleich zu anderen Bodenbelägen gut, wie die DKV-Mitglieder berichten, die in mehreren Materialsegmenten tätig sind.
Trotz der schwierigen Marktsituation bleiben die Stärken des Materials unverändert hoch. Lichtblicke gibt es insbesondere im Bereich Print-Kork. Die innovative Verbindung des natürlichen Werkstoffs mit moderner Drucktechnologie unterstreicht die Innovationskraft von Korkböden. Individuell bedruckbare Oberflächen eröffnen neue gestalterische Möglichkeiten und zusätzliche vertriebliche Potenziale.
Naturprodukt mit besonderen Eigenschaften
Unabhängig von der jeweiligen Anwendung bleiben die Vorteile von Kork enorm – nicht nur für Wohngesundheit und Raumklima, sondern auch für das globale Klima. Allein die über die Mitglieder des DKV vertriebene Menge an Korkböden führte im Geschäftsjahr 2025 zu einer positiven Klimawirkung von knapp zwölf Millionen Kilogramm CO₂-Äquivalenten. Die genannten Werte basieren auf den in den jeweiligen Umweltproduktdeklarationen (EPDs) ausgewiesenen Klimawirkungen der von den Mitgliedsunternehmen in Verkehr gebrachten Produkte. Möglich wird dies durch die besonderen Eigenschaften des Naturmaterials: Korkeichen können bis zu 250 Jahre alt werden. Ab einem Alter von etwa 20 bis 30 Jahren wird ihre Rinde erstmals geerntet, anschließend etwa alle neun bis zehn Jahre. Während ihres gesamten Lebenszyklus binden die Bäume kontinuierlich CO₂ und speichern es langfristig im nachwachsenden Rohstoff Kork.
„Die Klimaleistung von Kork wird oft unterschätzt. Die über unsere Mitgliedsunternehmen vertriebenen Korkprodukte weisen eine klimapositive Wirkung von knapp 12.000 Tonnen CO₂-Äquivalenten auf. Zur Veranschaulichung entspricht dies ungefähr 90 Millionen gefahrenen Autokilometern oder – je nach Berechnungsgrundlage – etwa 7.000 Passagierflügen auf der Strecke Frankfurt–New York. Solche Vergleiche verdeutlichen, welches Potenzial in einem natürlichen und nachwachsenden Rohstoff wie Kork steckt“, erklärt Edgar Huber, Vorstandssprecher des Deutschen Kork-Verbands.

Fachhandel bleibt wichtiger Erfolgsfaktor
Dafür braucht es jedoch den beratenden Fachhandel, um Endverbrauchern die Herkunft, Nachhaltigkeit und Vorteile von Korkfußböden näherzubringen. Denn die Vorteile von Kork erschließen sich Verbrauchern häufig erst durch kompetente Beratung. Genau hierin sehen die Mitglieder des DKV eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre. Der beratende Fachhandel steht vielerorts unter erheblichem Druck. Nicht selten werden etablierte Betriebe aufgrund fehlender Perspektiven oder mangelnder Nachfolge aufgegeben. Qualifiziertes Fachpersonal geht der Branche dabei häufig verloren.
Gleichzeitig beobachten die Mitglieder des Verbands eine weiterhin hohe Nachfrage nach hochwertigen, gesunden und nachhaltigen Einrichtungslösungen. Diesen Bedarf wollen die Mitgliedsunternehmen des DKV auch künftig bestmöglich bedienen. Orientierung bietet dabei das Kork-Logo des Verbands. Das Gütesiegel steht seit mittlerweile drei Jahrzehnten für kontrollierte Emissionen, transparente Produktionswege und verbindliche Qualitätsstandards bei Kork-Bodenbelägen. Offiziell eingeführt wurde das Kork-Logo im Januar 1997. Für Verbraucher und Fachhandel dient das Zeichen bis heute als verlässliche Orientierung bei der Auswahl hochwertiger und schadstoffgeprüfter Korkprodukte.
„Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten müssen wir die Stärken von Kork noch stärker sichtbar machen. Kork vereint Nachhaltigkeit, Wohngesundheit, Langlebigkeit und Designvielfalt wie kaum ein anderer Bodenbelag. Unsere Aufgabe ist es, diese Vorteile gemeinsam mit dem Fachhandel verständlich und glaubwürdig zu kommunizieren und so das Bewusstsein für den natürlichen Werkstoff weiter zu stärken“, erklärt Edwin Lingg, Vorstandsmitglied und Sprecher der Fachgruppe Bodenbeläge im DKV.
Und Verbandsgeschäftsführer Sascha Tapken ergänzt: „Dass dieser wunderbare Rohstoff bei vielen Verbrauchern noch nicht den Stellenwert hat, den er verdient, sehen die Mitglieder vor allem als Chance. Hier liegt noch viel ungenutztes Potenzial. Wir werden weiterhin all die Geschichten erzählen, die Kork schreibt, um Handel und Endverbraucher gleichermaßen für dieses außergewöhnliche Material zu begeistern.“
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