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Autor: Möbelfertigung

Dr. Thomas Knecht ist alleiniger Gesellschafter

Die Mitglieder der Familie Hüls haben ihre Anteile an der Hülsta AG & Co. KG an Dr. Thomas Knecht veräußert, der bereits seit 2019 Anteile am Unternehmen hält und als geschäftsführender Gesellschafter tätig ist. Er ist damit nunmehr mittelbar Alleingesellschafter der Hülsta AG & Co. KG und damit auch der Hülsta Unternehmensgruppe, zu der die Marken Hülsta, Hülsta individual, Hobb und SLC gehören.

Bei den Mitgliedern der Familie Hüls handelt es sich um die Söhne von Karl Hüls sen., der das Unternehmen bis zu seinem Tod 2001 leitete und es zu einem der führenden deutschen Möbelhersteller ausbaute. Die Marke Hülsta erlangte durch ihn ihren heutigen hohen Qualitäts- und Bekanntheitsgrad.

Dr. Thomas Knecht hat in einem schwierigen Marktumfeld notwendige Umstrukturierungen umgesetzt und neue Märkte für Hülsta erschlossen. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, die Unternehmensgruppe weiterzuentwickeln und die Markenbekanntheit auszubauen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Mitglieder der Familie Hüls danken Herrn Dr. Knecht für sein Engagement. Sie wissen die Hülsta-Gesellschaften bei ihm in guten und kompetenten Händen. Außerdem danken sie den Geschäftspartnern des Unternehmens für ihr langjähriges Vertrauen und die gute Zusammenarbeit, deren Fortsetzung sie sich für die Hülsta-Gesellschaften auch in Zukunft wünschen. Sie danken den Mitarbeitern der Gesellschaften für ihren persönlichen Einsatz, ihre Verbundenheit und ihre Loyalität zu der Unternehmensgruppe und ihren Inhabern.

Handwerk & Innenausbau

Social Media und Digitalisierung gewinnen an Bedeutung

Die Präsentation über Social Media wird für Handwerksbetriebe immer wichtiger. Diese spielt hinsichtlich der Kundengewinnung eine wichtige Rolle und um Aufmerksamkeit bei potenziellen Auszubildenden und/oder zukünftigen Mitarbeitern zu wecken. Das bestätigt auch die Handwerksmeisterin und Raumgestalterin Sabrina Stöcktert von der Möbel- und Objektschreinerei Stöckert, die von einigen Kunden weiß, die sich wegen des Auftritts Instagram und Facebook für den Betrieb entschieden haben: „Da gibt es einige. Viele nehmen auch die Fotos aus den sozialem Medien um Ihre Vorstellungen genauer beschreiben zu können. Wir durften auch bereits mit zwei Influencerinnen zusammenarbeiten.“ Was Social Media Plattformen angeht, hat Sabrina Stöckert eine klare Präferenz: „Instagram. Ich glaube man schaut sich lieber Bilder an als viel Text zu lesen“, äußert sie gegenüber der „möbelfertigung“.

Die starke Präsenz des Betriebes in modernen Medien trägt sich er auch dazu bei, dass das Thema Fachkräftemangel für die Möbel- und Objektschreinerei Stöckert ein Fremdwort ist: „Seit Gründung unserer Schreinerei 2009 gab es noch kein Jahr in dem wir keinen Praktikanten hatten oder keine Bewerbung um einen Ausbildungsplatz bekommen haben.“

Auch vor dem Hintergrund des Themas Sanierungspflicht, in dem für Handwerksbetriebe enorme Potenziale liegen, spielen moderne Medien und Digitalisierung wichtige Rollen: „Beim Kontakt mit potenziellen Auftraggebern führt an der Digitalisierung kein Weg vorbei“, erläutert Handwerks-Experte Sven Schöpke in der kommenden „möbelfertigung“. „So wird den Interessenten ein sorgfältig aufgebautes Kontaktformular zur Verfügung gestellt, das eine detaillierte Anfrage ermöglicht.“ Auch für die Gewinnung von Fachkräften ist der Aspekt wichtig. „Der digitale Fortschritt erleichtert sogar die Integration neuer Fachkräfte. Etwa durch das Onboarding, bei dem der Mitarbeiter alle Antworten auf seine offenen Fragen in Form eines Q&A sowie über Bilder und Grafiken erhält. Eine schnelle Lösung, die es ihm erleichtert, sich mühelos in seinen neuen Arbeitsalltag hineinzufinden“, so Schöpke.

Die Artikel zu diesen interessanten Themen finden Sie in der kommenden Ausgabe der „möbelfertigung – Handwerk & Innenausbau“, die am 22. März erscheint. Und schon jetzt in unserem E-Magazine.

Außerdem in dem Magazin: Warum kollaborative Roboter im Handwerk sinnvoll sein können, was Altholz so besonders macht, wie ein durchgängiges CAD-CAM-System das Unternehmen Pfeiffer Innenausbau fit für die Zukunft macht, was die wichtigsten Trends in Sachen Innentüren sind, welche Folgen die Digitalisierung für das Wohnumfeld hat, warum sich der ehemalige Fußballprofi Patrick Owomoyela für ein Smart Home entschieden hat und noch vieles mehr.

Neu im Klimapakt für die Möbelindustrie

Der Büromöbelhersteller Leuwico aus Wiesenfeld bei Coburg ist dem Klimapakt für die Möbelindustrie beigetreten. Mit professioneller Nachhaltigkeitsberatung durch Fokus Zukunft hat das Unternehmen der Vivonio-Gruppe seinen CO2-Fußabdruck ermittelt und CO2-Einsparpotenziale aufgedeckt. Im nächsten Schritt sollen diese Potenziale ausgeschöpft werden, um die Weichen in Richtung Klimaschutz und Generationengerechtigkeit zu stellen.
 
„Die Teilnahme am Klimapakt für die Möbelindustrie bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – für die Umwelt, für das Klima und für kommende Generationen“, sagt Jochen Winning, Geschäftsführer der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM). „Wir freuen uns, dass Leuwico diese Entscheidung getroffen hat“. Schon Anfang 2016 hat die DGM den Klimapakt ins Leben gerufen, um bei diesem wichtigen Thema voranzugehen und das 1,5-Grad-Ziel der Vereinten Nationen (UN) zu unterstützen. Jahr für Jahr nimmt die Zahl der klimabewussten Unternehmen zu. Aktuell zählt der DGM-Klimapakt 32 teilnehmende Möbelhersteller.
 
Insgesamt wurden bei Leuwico rund 1.250 Tonnen emittiertes CO2 im Bilanzierungsjahr 2020 ermittelt. Den größten Anteil daran haben die Kategorien Stromverbrauch und Wärmeverbrauch. Hier möchte das Unternehmen ansetzen, um seinen CO2-Fußabdruck sukzessive zu verkleinern und damit gute Voraussetzungen für weitere Auszeichnungen im Rahmen der DGM-Initiative für den Klimaschutz zu schaffen: „Die CO2-Bilanzierung ist meist der erste Schritt auf dem Weg hin zum klimaneutralen Unternehmen. Wir würden uns freuen, wenn Leuwico diesen Weg weiter gehen möchte, um damit noch mehr Gutes für das Klima zu tun“, so Winning.
 
Die Büromöbelmanufaktur Leuwico wurde 1923 von Carl Leuthäusser gegründet. Sie gehört zu den führenden Anbietern für ergonomische Arbeitsplätze. Ausgewählte Materialien von regionalen Anbietern tragen zu hochwertigen Lösungen und kurzen Transportwegen bei. Alle Produkte werden ausschließlich am Standort Wiesenfeld gefertigt. Rund 125 Beschäftigte sind hier auf 33.000 Quadratmetern Produktionsfläche tätig.

„möbelfertigung 2/22 Handwerk & Innenausbau“

Die komplette Ausgabe jetzt online lesen

Ab sofort können Sie die komplette „möbelfertigung 2/22 Handwerk & Innenausbau“ online lesen! Das geht natürlich auch in der App!

Top-Themen der Ausgabe: Warum kollaborative Roboter im Handwerk sinnvoll sein können, die neuesten Trends bei Innentüren, was Altholz so besonders macht, warum Betriebe Social Media-Plattformen und Netzwerke konsequent nutzen sollten, wie ein durchgängiges CAD-CAM-System das Unternehmen Pfeiffer Innenausbau fit für die Zukunft macht, welche Folgen die Digitalisierung für das Wohnumfeld hat, warum sich der ehemalige Fußballprofi Patrick Owomoyela für ein Smart Home entschieden hat und noch vieles mehr.

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Das Handwerk hatte 1,7 Prozent mehr Umsatz im Jahr 2021

Das zulassungspflichtige Handwerk in Deutschland hat im Jahr 2021 eine erneute Umsatzsteigerung von 1,7 Prozent zum Vorjahr erzielt. Dieser Anstieg wurde auch durch Preissteigerungen verstärkt. Einen großen Anteil an der positiven Entwicklung der Umsätze hatten die Handwerke für den gewerblichen Bedarf und das Gesundheitsgewerbe. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse aus den Umsatzsteuervoranmeldungen mit. Die Zahl der Beschäftigten im zulassungspflichtigen Handwerk sank im Jahresdurchschnitt 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent.

In vier der sieben Gewerbegruppen des zulassungspflichtigen Handwerks fielen die Umsätze im Jahr 2021 höher aus als 2020. Den stärksten Umsatzzuwachs verzeichneten mit 6,9 Prozent die Handwerke für den gewerblichen Bedarf, mit großen Umsatzsteigerungen im sehr gewichtigen Gewerbezweig Feinwerkmechaniker (+10,6 %). Auch das Gesundheitsgewerbe (+6,7 %) erwirtschaftete mehr Umsatz; dabei waren die Umsatzsteigerungen bei den Augenoptikern (+8,6 %) und Zahntechnikern (+9,6 %) besonders deutlich. Das Ausbau- (+2,6 %) und Kraftfahrzeuggewerbe (+1,0 %) meldeten im Jahr 2021 hingegen weniger starke Umsatzsteigerungen.

Der stärkste Umsatzrückgang war im Bauhauptgewerbe (-3,2 %) zu verzeichnen, was auf die Entwicklung bei den Maurern, Betonbauern und Straßenbauern (-4,7 %) zurückzuführen ist. Ursachen dafür könnten Lieferengpässe und Rohstoffknappheit bei einzelnen Baumaterialiengewesen sein. Auch in den Handwerken für den privaten Bedarf (-3,1 %) gab es Umsatzverluste, ursächlich durch die negative Entwicklung bei den Friseurunternehmen (-5,6 %), die auch 2021 von pandemischen Einschränkungen betroffen waren. Im Lebensmittelgewerbe (-0,1 %) stagnierte der Umsatz.

In sechs der sieben Gewerbegruppen des zulassungspflichtigen Handwerks waren im Jahr 2021 durchschnittlich weniger Personen beschäftigt als 2020. Hier zeigten sich weiterhin die Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Im Jahr 2020 hatte es bereits den ersten Rückgang der Beschäftigung im Vorjahresvergleich seit fünf Jahren gegeben. So nahm 2021 die Zahl der Beschäftigten im Handwerk für den privaten Bedarf mit 8,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr am stärksten ab, insbesondere bedingt durch den Rückgang bei den Friseurunternehmen um 9,7 Prozent. Nur im Ausbaugewerbe stieg die Beschäftigung leicht (+0,3 %).

Feierliche Lack-Laboreröffnung in Münster

BASF hat am Standort Münster ein neues Laborgebäude für die Entwicklung von Autoreparaturlacken und Innovationen über den Lack hinaus eröffnet. Damit unterstreicht der Unternehmensbereich Coatings seine globale Position als zukunftsorientiertes und innovatives Unternehmen. „Es ist ein weiterer Baustein unserer Positionierung als weltweites Innovationszentrum von BASF Coatings. Wir ergänzen damit eine Serie globaler technischer Neuerungen. Dazu gehören hier am Standort bereits unser ‚LeanLab‘, das wir 2018 in Betrieb genommen haben, sowie die Anlage zur Funktionalisierung von Filmen für unterschiedliche Industrien“, hebt Uta Holzenkamp, Leiterin des Unternehmensbereichs Coatings von BASF, hervor.

Mit dem neuen Gebäude leistet BASF Coatings einen weiteren Beitrag dazu, bis 2050 das Ziel der Netto-Null-CO2-Emissionen von BASF zu erreichen. „Das Laborgebäude ist für die Entwicklung und Formulierung nachhaltiger Produktlösungen von großer Bedeutung. Dazu zählen unsere modernsten Wasserbasislackreihen ,Glasurit Reihe 100‘ und ,R-M Agilis‘, die durch den niedrigsten Anteil an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) die umweltfreundlichsten Autoreparaturlacke auf dem Markt sind. So unterstützen wir unsere Kunden dabei, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen“, sagt Chris Titmarsh, Leiter Autoreparaturlacke EMEA.

Neben der Herstellung nachhaltiger Produkte werden am Standort kontinuierlich in eine effizientere Energienutzung für die Produktion investiert und der Einsatz erneuerbarer Energien gesteigert. So erfolgt die Wärmeversorgung der neuen Labore durch die Nutzung der Restwärme der werkseigenen Rückstandsverbrennungsanlage, die über eine Fußbodenheizung abgegeben wird. Seit Jahresbeginn wird zudem der zugekaufte Strom an den BASF Coatings Standorten in Münster und Würzburg zu 100 Prozent ökologisch aus Windkraft gewonnen. Im Vergleich zum Vorjahr werden damit etwa 4.000 Tonnen CO2 allein in Münster eingespart.

Das Laborgebäude, dessen Fassade in sechs unterschiedlichen Graublau-Nuancen gestaltet ist, die sich je nach Blickwinkel und Lichtstimmung verändern, schafft zukunftsgerichtete Arbeitsplätze. Die innovative Anordnung der Labore, Läger, Büros und Besprechungsräume ermöglicht eine ganz neue, agile Form der Zusammenarbeit, die nicht nur Effizienz und Effektivität, sondern auch eine übergreifende Zusammenarbeit und Kreativität fördern soll.

Ukraine-Krieg schlägt auf Produktion im Maschinen- und Anlagenbau durch

Der Krieg in der Ukraine wird sich im Maschinen- und Anlagenbau deutlich auswirken und die noch nicht überwundenen Schwierigkeiten in den Lieferketten abermals verschärfen. Laut der aktuellen 13. Blitz-Umfrage des VDMA unter seinen Mitgliedsfirmen, die Anfang März durchgeführt wurde, sehen 85 Prozent der knapp 550 Teilnehmer den Krieg als gravierendes oder merkliches Risiko für ihre Geschäfte. Hier stehen insbesondere die indirekten Auswirkungen im Fokus: Knapp 80 Prozent der Maschinen- und Anlagenbauer erwarten gravierende oder merkliche Folgen zum Beispiel durch eine weitere Energieverteuerung, die allgemeine Verunsicherung von Kunden oder die Rubel-Abwertung. Gefragt nach direkten Auswirkungen der russischen Aggression sprechen 45 Prozent der Firmen von gravierenden oder merklichen Auswirkungen durch die Sanktionen, die Verschiebung von Projekten oder generell weniger Umsatz in Russland oder in der Ukraine.

„Für den Maschinen- und Anlagenbau ist die Geschäftstätigkeit mit Russland zwar nicht existenziell, aber die Unternehmen werden für den russischen Angriffskrieg, der durch nichts zu rechtfertigen ist, einen Preis zahlen müssen“, sagt VDMA-Präsident Karl Haeusgen. Vorrangig geht es jetzt für viele Firmen darum, die Sicherheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Ukraine und auch in Russland zu gewährleisten. Zugleich müssen sie sich auch auf weitere Lücken in den Lieferketten einstellen. Das zieht sich durch die gesamte Produktion bis hin zur Auslieferung und Inbetriebnahme. „Es braucht daher mehr denn je einen schnellen Friedensschluss unter Wahrung der territorialen – 2 –

Integrität der Ukraine. Dies gilt umso mehr als beide Länder eine ganz wichtige Rolle in der Versorgung der Welt mit Lebensmitteln wie Getreide spielen und dabei auf Lieferungen aus dem deutschen und europäischen Maschinen- und Anlagenbau angewiesen sind“, betont Haeusgen.

Produktion 2021 um 6,4 Prozent gewachsen
Laut revidierter Zahlen des Statistischen Bundesamts hat die Produktion im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland im Jahr 2021 um real 6,4 Prozent zugelegt. Das entspricht nahezu der Schätzung der VDMA-Volkswirte. Für das laufende Jahr birgt der Ukraine-Krieg – neben anderen Risiken wie Inflation, neuen Pandemiewellen oder der Auseinandersetzung China-USA – jedoch nicht abschätzbare Gefahren für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Handelsunterbrechungen und die stark gestiegenen Energiepreise werden die wirtschaftliche Erholung zumindest bremsen. Zwar rangiert Russland inzwischen nur noch auf Platz neun im Exportranking des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus (Ukraine: Platz 31, Belarus: Rang 53). Doch immerhin entfällt auf alle drei Länder zusammen ein Exportvolumen von 7,0 Milliarden Euro (2021). „Hiervon werden wir aller Voraussicht nach deutliche Abstriche bis zum weitgehenden Ausfall machen müssen. Unsere Umfrage zeigt zudem: Noch schwerer wiegen die indirekten Folgen des Ukraine-Kriegs, also die gegenseitigen Sanktionen, der Abbruch von Geschäftsbeziehungen bis hin zu grundlegend veränderten geopolitischen und ökonomischen Rahmenbedingungen“, erläutert Haeusgen.

Schwaches viertes Quartal 2021 drückt die Prognose
Als Konsequenz daraus korrigieren die VDMA-Volkswirte die bisherige Jahresprognose zum realen Produktionswachstum. „Statt eines ursprünglich erwarteten Zuwachses von real 7 Prozent rechnen wir nun für das laufende Jahr nur noch mit einem Produktionsplus von 4 Prozent“, sagt der VDMA-Präsident. Der Rückgang hat seine Ursache zum einen im vergleichsweise schwachen vierten Quartal 2021. Der Maschinenbau ist dadurch von einer niedrigeren Ausgangsbasis ins Jahr 2022 gestartet, was die Wachstumsrate drückt. Hinzu kommen die direkten Kriegsfolgen und die schon jetzt spürbare Verunsicherung der Maschinen- und Anlagenbauer und ihrer Kunden. Stützend dürften sich die vollen Auftragsbücher erweisen. Diese Prognose deckt Extremszenarien wie die Ausweitung der kriegerischen Handlungen auf andere Länder, deren Folgen sich nicht vorhersehen lassen, nicht ab.

Anhaltende Engpässe in den Lieferketten
Das vorherrschende Problem der Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau sind laut Umfrage die gestörten Lieferketten. 32 Prozent der Firmen sehen sich hier mit gravierenden Schwierigkeiten konfrontiert, 42 Prozent sprechen von merklichen Behinderungen. Dabei dürften sich die ganz aktuelle Kriegsentwicklung und ihre Folgen noch gar nicht in diesem Urteil niedergeschlagen haben. Folgerichtig sind die befragten Firmen mit Blick auf die kommenden drei Monate in dieser Frage pessimistisch. Mit 53 Prozent erwartet die Mehrheit der Befragten eine Verschärfung der Schwierigkeiten in den Lieferketten, weitere 43 Prozent gehen von einer gleichbleibend angespannten Situation aus.

Entspannung bei Elektronikteilen erst ab viertem Quartal 2022 erwartet
Dabei werden Engpässe in den Zulieferungen hauptsächlich bei Elektronikkomponenten registriert (52 Prozent gravierend, 28 Prozent merklich) sowie bei Metallerzeugnissen (10 Prozent gravierend, 44 Prozent merklich). Die Zulieferungen für die eigene Produktion kommen deutlich verzögert in den Werkshallen an: Bei Elektronikkomponenten berichten 31 Prozent der Unternehmen von einer um mindestens sechs Monate verlängerten Wartezeit, bei weiteren 30 Prozent der Firmen sind es drei bis sechs Monate Verzug. Auf Metallerzeugnisse wartet etwa jedes dritte Unternehmen ein bis drei Monate länger, weitere 21 Prozent warten mindestens drei Monate. Eine Entspannung der Engpässe wird vorbehaltlich der Kriegsfolgen insbesondere für Metallerzeugnisse erst ab dem zweiten Halbjahr erwartet. Bei Elektronikkomponenten gehen zwei Drittel der Unternehmen sogar erst ab dem Jahr 2023 von einer Besserung der Lage aus. In der Folge haben inzwischen 82 Prozent der Unternehmen Rückstände in der Produktion, zum Beispiel unfertige Endprodukte, die aufgrund von Materialmangel nicht fertiggestellt und ausgeliefert werden können. „Die Hälfte der befragten Firmen berichten von einem Rückstand, der bis zu einer Monatsproduktion ausmacht. Das zeigt, vor welch großen Herausforderungen die mittelständische Industrie auch in diesem Jahr steht“, sagt VDMA-Präsident Haeusgen.

Gut drei Viertel der Unternehmen haben aus den jüngsten Erfahrungen gelernt und stellen ihre Lieferketten kritisch auf den Prüfstand. Die meisten von ihnen möchten künftig ihre Versorgungssicherheit durch ein breiteres Lieferantennetzwerk, veränderte Beschaffungsprinzipien oder eine erhöhte Lagerhaltung gewährleisten. Auch eine andere geografische Verteilung der Lieferanten spielt in vielen Betrieben eine Rolle. „Dass 84 Prozent der befragten Maschinenbauer trotzdem auch in diesem Jahr mit einem Umsatzplus rechnen, zeigt aber die Resilienz und Fähigkeit, sich auf alle Krisen immer wieder neu einzustellen“, resümiert VDMA-Präsident Haeusgen.

Russischer Angriff auf die Ukraine sorgt für angespannte Situation in der Holzwerkstoffindustrie

Der VHI nimmt Stellung zum Krieg in der Ukraine und dessen Folgen für die deutsche Holzwerkstoffindustrie. Geschäftsführerin Anemon Strohmeyer äußert sich folgendermaßen: „Der VHI verurteilt den russischen Angriff auf die Ukraine mit aller Schärfe. Dessen Auswirkungen spürt die deutsche Holzwerkstoffindustrie in vielerlei Hinsicht. Bereits massiv betroffen ist sie als energieintensive Industrie von der Kostensteigerung in allen Energieträgern und – wie die chemische Industrie und die Düngemittelindustrie – von der drastischen Preiserhöhung der gasbasierten Produkte (konkret: Harnstoff für Leimsysteme). Ein Ausfall der Energieversorgung oder der Versorgung mit harnstoffbasierten Leimsystemen würde zum Ausfall der Produktion und negativen Auswirkungen auf die Lieferkette führen – also den Bereichen Bau, Möbel und Verpackungen.

Zwar reicht der Einkaufsradius der Holzwerkstoffindustrie nicht in relevantem Maße nach Russland oder Belarus. Die Holz-Verfügbarkeit wird aber insgesamt schlechter werden: Ein wesentlicher Effekt ist, dass Länder, von denen Deutschland Holz in stärkerem Ausmaß einkauft, wie zum Beispiel Polen, weniger oder gar kein Holz aus Russland und der Ukraine bekommen. Dies führt zu Mengenverschiebungen, von denen dann auch die deutsche Holzindustrie betroffen ist, da weniger Holz und Vorprodukte aus diesen Ländern nach Deutschland exportiert werden. Die Auswirkungen des Krieges bezüglich der Holzversorgung werden Deutschland also eher über die Anrainerstaaten als eine Art Dominoeffekt erreichen. Da laut den Zertifizierern PEFC und FSC sämtliches Holz aus Russland und Belarus mittlerweile als so genanntes Konfliktholz gilt, wird der bereits extrem angespannte Markt für zertifizierte Produkte weiter verknappt. Dies verschärft eine bereits bestehende Wettbewerbssituation um zertifizierte Hölzer.

Neben der Sorge um die verlässliche und bezahlbare Energieversorgung gilt die vordringlichste Sorge der Gasabhängigkeit in Bezug auf Leime, die für die Herstellung von Holzwerkstoffen benötigt werden: Sie sind harnstoffbasiert, werden also industriell aus Gas hergestellt und sind nicht substituierbar. Betroffen sind im Schwerpunkt Spanplatten- und Faserplattenhersteller als Zulieferer für die Bau-, Möbel- und Verpackungsindustrie. Allgemein ist die Situation angespannt“, erklärt Strohmeyer.

Die Geschäftsführerin des Verbandes der Deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI) weiter: „Um die Krise abzumildern, sieht der VHI verschiedene Ansatzpunkte: Die Direktimporte von Harnstoff müssen erhöht werden. Die Strom- und Gasversorgung der Holzwerkstoffindustrie darf nicht gekürzt werden. Bei der Entwicklung einer Abschalt-/Kürzungsreihenfolge muss die Relevanz der Holzwerkstoffindustrie für die nachgelagerten Wertschöpfungsketten Bauen, Möbel, Verpackungen beachtet werden. Eine finanzielle Unterstützung der energieintensiven Industrie und der Endverbraucher:innen ist notwendig. Die Unterstützung der Endverbraucher:innen könnte etwa in Form einer „Klimaschutzprämie“ erfolgen, um die Kaufentscheidung auch in Krisenzeiten zugunsten nachhaltiger Produkte zu lenken und nachhaltiges Bauen und Wohnen bezahlbar zu halten. Und auch wenn die Energieversorgung das alles beherrschende Thema ist, dessen Lösung alle Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche herausfordert: Angesichts der Verknappung des Rohstoffs Holz wäre ein Ausbau der Holzverbrennung sowie Stilllegungen von heute genutzten Waldflächen kontraproduktiv. Hier gilt es, mit der im Koalitionsvertrag angekündigten Biomassestrategie, der Verankerung der Kaskadennutzung und der Etablierung der Kreislaufwirtschaft die maßgeblichen Stellschrauben nachzuziehen.“

„CIFF“, „CIFM“ & „Interzum Guangzhou“

Dürfen im März nicht stattfinden

Nach der Ankündigung der Regierung von Guangzhou, dass alle Messen nach dem 11. März vorerst ausgesetzt werden sollen, haben die Organisatoren die beiden Veranstaltungen „China International Furniture Fair“ in Guangzhou („CIFF Guangzhou“) und die „China International Furniture Machinery & Furniture Raw Materials Fair“ 2022 („CIFM“/„Interzum Guangzhou“) auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Die Messen waren ursprünglich für den 18. bis 21. und 28. bis 31. März in Guangzhou geplant. Der neue Termin wird zu gegebener Zeit bekannt gegeben.