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Autor: Hahn, Sebastian

ASB GlassFloor

Innovativer Glasboden gewinnt drei Awards

Gleich drei Award-Jurys konnte ASB GlassFloor in den letzten Monaten überzeugen. Das Triple, bestehend aus dem renommierten „German Stevie Award“, der Auszeichnung des US-amerikanischen Medienunternehmens Fast Company als eines der „Most Innovative Companies“ sowie des „Tech in Sport Awards“ der britischen Sport Industry Group unterstreicht eindrücklich die Innovationskraft des bayrischen Mittelständlers.

Mit bahnbrechender Technologie und innovativem Ansatz hat ASB GlassFloor die herkömmlichen Vorstellungen davon, was Glasböden in Kombination mit LED-Technologie zu leisten imstande sind, grundlegend verändert. Im Sport definiert der Boden das gesamte Sporterlebnis neu und eröffnet gleichzeitig innovative Möglichkeiten für Sponsoring, Markenaktivierung und Fanbindung. In der Architektur lassen sich mit ihm außergewöhnliche immersive Erlebnisse schaffen, die die ganze Spanne vom Kunstwerk bis hin zur Brand-Experience abdecken können. Die innovativen und vielseitig einsetzbaren Entwicklungen von ASB GlassFloor werden bereits von verschiedensten Kunden wie beispielsweise Microsoft oder der National Basketball Association (NBA) genutzt.

Christof Babinsky, Geschäftsführer von ASB GlassFloor, freut sich über jede der drei Auszeichnungen gleichermaßen: „Wir sind stolz auf alle drei Awards – und sie spornen uns natürlich auch an, Innovationen voranzutreiben und sie in anderen Bereichen ebenso zu etablieren, wie es uns im Sport schon gelungen ist.“

Lichtblicke im zweiten Quartal

Wieder ein kleines Plus kann der Onlinehandel für die Monate April bis Juni verbuchen – das erste Marktwachstum seit zwei Jahren. Wie der BEVH mitteilte, erwirtschaftete die E-Commerce-Branche im zweiten Quartal 19,215 Mrd. Euro. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist das ein kleines Plus von 0,2 Prozent (nicht inflationsbereinigt). Auf die gesamte erste Jahreshälfte gerechnet, liegen die Umsätze hingegen weiter um 1,2 Prozent unter dem Vorjahreswert bei aktuell 38,1 Mrd. Euro. 

„Wir sehen die Anfänge einer Normalisierung am Markt. Die Einkommen haben die Teuerung der vergangenen Jahre – seit 2019 etwa 20 Prozent – nicht nur überkompensiert, sondern treffen nun auf eine deutlich geringere Inflationsquote”, ordnet Martin Groß-Albenhausen, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des bevh, die Ergebnisse ein. „Für ein Ende der Konsumkrise ist es aber zu früh, da bereits die nächsten Unsicherheitsfaktoren warteten. Ob in Deutschland, Europa insgesamt oder den USA: Überall sehen wir politische Destabilisierung und geopolitische Konflikte, die eine Rückkehr zum Wachstum ausbremsen können. Dazu kommen nun Berichte über zahlreiche Insolvenzen, die die Menschen eher zum Sparen treiben.“

An den Aussichten vieler Unternehmen wird sich auch nach Rückkehr der Kunden allerdings wenig ändern: „Die massiven Umsatzeinbrüche der vergangenen zwei Jahre sind längst nicht eingeholt, gleichzeitig melden unsere Händler weiterhin deutlich steigende Kosten für Beschaffung, Compliance, Personal und Energie. Der aktuelle Umsatztrend müsste anhalten und noch stärker ausfallen, um die Unternehmen zu tragen“, beschreibt Groß-Albenhausen.

Eine ordentliche Performance legte dem Verband zufolge u.a. das Cluster Einrichtung hin, worunter Möbel, Heimtextilien und Haushaltsgeräte fallen. Nach einem besonders schwachen Jahresauftakt (-4,3 Prozent in Q1) gab es im Folgequartal wieder ein leichtes Wachstum von 1,6 Prozent. Das Segment Haus- und Heimtextilien konnte seinen Umsatz im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum demnach um 2,2 Prozent steigern und das der Haushaltswaren und -geräte um 3,4 Prozent. Möbel, Lampen & Dekoration konnten ihre Umsätze mit -0,5 Prozent nahezu halten.

Getragen wird die gesamte Erholung im E-Commerce aktuell von Marktplätzen. Der Versendertyp konnte als einziger im zweiten Quartal zulegen (+ 2,3 Prozent) und kommt im gesamten bisherigen Jahresverlauf auf einen Marktanteil von 55,0 Prozent. „Wir erleben eine Plattformisierung des E-Commerce: Onlineshops öffnen sich zunehmend für Hersteller oder andere Händler als Verkaufspartner und bilden sich zu Marktplätzen aus, deren Zahl und Vielfalt weiterwächst“, erklärt Groß-Albenhausen. Diesen Zuwächsen stehen derzeit Rückgänge bei den Herstellerversendern (D2C-Handel) gegenüber, die im zweiten Quartal 11,7 Prozent weniger über den eigenen Verkaufskanal absetzten. Multichannel-Händler generierten 1,6 Prozent weniger Umsätze über ihre eigenen Onlineshops. Hier wie auch bei den Herstellerversendern ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Anbieter vielfach auch über Plattformen verkaufen, so dass aus Unternehmensperspektive eine positivere Bilanz der E-Commerce-Entwicklung gezogen werden könnte. Die Umsätze von klassischen Onlineshops (- 0,6 Prozent) blieben nahezu unverändert.

Verlängert Vertrag mit Geschäftsführer Oliver Frese

Die Koelnmesse GmbH hat heute bekannt gegeben, den bis Ende 2024 laufenden Vertrag mit Oliver Frese um weitere fünf Jahre bis zum 31. Dezember 2029 zu verlängern. Frese ist seit 2020 Geschäftsführer (COO) der Koelnmesse.

„Oliver Frese hat in den vergangenen Jahren nicht nur das Kölner Veranstaltungsportfolio durch die schwierige Phase der Coronapandemie geführt, sondern auch die marktnahen Bereiche Vertrieb, Services sowie Marketing-Kommunikation mit einem neuen Betriebsmodell ausgestattet“, sagt Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse. Gemeinsam mit dem Geschäftsbereich International habe er darüber hinaus in den vergangenen Jahren die globale Portfolioverantwortung im Messemanagement erfolgreich implementiert. „Ich danke Oliver Frese für seine sehr erfolgreiche Arbeit und bin überzeugt, dass die Koelnmesse mit ihm weiter auf Wachstumskurs bleibt.“

„Die Stärkung des Messegeschäftes am Standort Köln ist eine wichtige Priorität für die Koelnmesse“, sagt Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln und Aufsichtsratsvorsitzende der Koelnmesse. „Deshalb freue ich mich sehr, dass Oliver Frese auch künftig als Geschäftsführer die Geschicke des Koelnmesse-Konzerns maßgeblich mitgestalten wird und freue mich auf eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit.“

Donald Schieren, Ernst-Martin Schaible, Ralph Leimbach
Der Kreis

Neuer Geschäftsführer bestimmt

Bei Der Kreis Systemverbund wird eine Geschäftsführungsposition intern neu besetzt: Donald Schieren, seit Anfang 2023 Leiter des internationalen Einkaufs, hat zum 01. Juli 2024 die Nachfolge des kaufmännischen Geschäftsführers Frank Platzer angetreten. Dieser ist zum 30. Juni im gegenseitigen Einvernehmen aus dem Unternehmen ausgeschieden, um sich einer neuen Herausforderung zu stellen.

Sein Nachfolger Donald Schieren bringt langjährige Erfahrung im Küchen- und Möbelhandel sowie aus dem Verbundgruppen-Bereich für seine neue, verantwortungsvolle Aufgabe bei Der Kreis Systemverbund mit. Auch in seiner neuen Position wird der gebürtige Mönchengladbacher weiterhin Impulsgeber für den strategischen Einkauf und den Ausbau des Europageschäfts der international ausgerichteten Leonberger Verbundgruppe sein und einen klaren Schwerpunkt im kaufmännischen Bereich setzen. Er berichtet direkt an Ernst-Martin Schaible, geschäftsführender Gesellschafter von Der Kreis Systemverbund. Sein Geschäftsführungskollege Ralph Leimbach verantwortet im Systemverbund die Bereiche Vertrieb, Marketing und Digitalisierung.

„Mit Donald Schieren haben wir bereits vor einem Jahr einen national wie international erfahrenen Einkaufsprofi gewinnen können. Wir freuen uns, dass er unseren Wachstumskurs nun auch in seiner neuen Funktion als kaufmännischer Geschäftsführer weiter vorantreiben und zugleich Mitgliederinteressen mit Blick auf die Optimierung des Einkaufs stärken wird. Ich wünsche Donald Schieren alles Gute, Erfolg und viel Erfüllung in der neuen, erweiterten Aufgabe und bedanke mich bei Frank Platzer für die erfolgreiche Zusammenarbeit“, so Der Kreis-Chef Ernst-Martin Schaible.

Showroom-Manager Samuel Schaefer führte die Workshop-Teilnehmer fachkundig über die Inside.
Biesse

Erfolgreiche Sommer-Edition der Hausmesse

Die Hausmesse von Biesse auf dem Campus Ulm fand dieses Jahr bereits am 20. und 21. Juni 2024 statt. Mit dabei waren bewährte Partner aus den Bereichen Software und Werkzeug. Die zahlreichen Besucher ließen sich von einer breiten Palette innovativer Technologien rund um die Bereiche Holz, Glas, Stein und Kunststoff inspirieren. Ein gut besuchtes Highlight war wie immer der Workshop, der sich diesmal um das Thema Schalungsbau drehte.

Das fachkundige Publikum informierte sich im vollausgestatteten Showroom am deutschen Hauptsitz in Nersingen ausgiebig über zukunftsweisende Maschinen und Anlagen im Verbund mit innovativer Software. Das Thema CNC spielte dabei eine wichtige Rolle – und bildete folglich einen Schwerpunkt der Messe. Das auf Hochtouren laufende Bearbeitungszentrum Rover A zeigte in drei Ausführungen als freistehende Konsolen-Maschine, Bearbeitungszelle mit hoher Geschwindigkeit und als Flachtischausführung für Nestingbearbeitungen anschaulich den aktuellen Stand der Technik und die vielen Möglichkeiten der flexiblen CNC-Bearbeitung. Daneben sorgte die etablierte Lager-Säge Kombination – die „Selco“ Plattenaufteilsäge mit dem „Winstore“ Plattenlager – für großes Interesse aufgrund der Zeitersparnis durch die Automatisierung der Produktions-Abläufe. Besondere Aufmerksamkeit erregte auch „die Neue“ im Showroom: Die vertikale Bearbeitungszelle mit Rückführung „Brema Vektor“ begnügt sich mit einer geringen Aufstellfläche und liefert trotzdem eine hohe Performance.

„Unsere Spezialisten konnten in den intensiven Beratungsgesprächen detailliert auf die Fragen der Fachbesucher und -besucherinnen eingehen und ihnen viele Anregungen zur Optimierung und Automatisierung ihrer Produktion geben. Wir haben sehr viel positives Feedback von Kundenseite erhalten.“ Katharina Schaf war als Marketing-Leiterin für den deutschsprachigen Raum natürlich vor Ort, um den Puls des Marktes direkt zu spüren und den Kontakt mit den Gästen und Partnern zu intensivieren.

Schattdecor

Kunden suchen nach Sicherheit aber auch nach Differenzierung

Schattdecor macht sich fit für den Aufschwung und investiert im laufenden ­Geschäftsjahr 40 Mio. Euro. Dabei stehen effiziente und innovative Technologien und Prozesse im Fokus. Wie der Global Player auf die kommenden Monate schaut und den Wunsch der Kunden nach Sicherheit aber auch Differenzierung ziel­gruppengenau erfüllt, erläutert Claudia Küchen, Vorstand Design, Marketing, Kommunikation und Dekormanagement, im Interview mit der möbelfertigung.

möbelfertigung: Die Schattdecor Gruppe hat das Jahr 2023 mit einem stabilen Umsatz abgeschlossen. Welche Märkte haben performt, wo lief es nicht so gut?
Claudia Küchen:
Auch wenn die Zahlen stabil sind, war es ein schwieriges Jahr, mit Höhen und Tiefen. Insgesamt sind wir zufrieden mit dem Ergebnis und stolz darauf, was wir erreicht haben.
Positiv zu erwähnen ist die dynamische Entwicklung auf dem türkischen Markt und auch in Brasilien. Grundsätzlich haben sich alle Märkte außerhalb Europas positiv präsentiert – mit Ausnahme von China.

möbelfertigung: Was hat die Situation in ­Europa so schwierig gemacht?
Claudia Küchen:
In Europa hatten wir es 2023 nicht leicht und mussten uns sehr strecken: Wir haben es hier mit einem Verdrängungswettbewerb zu tun und einige Märkte innerhalb Europas sind bis heute schwer vorhersehbar. Das schließt Deutschland ein.

möbelfertigung: Wie ist Ihre Umsatzerwartung für 2024?
Claudia Küchen:
Natürlich haben wir Märkte und Bedarfe analysiert und versucht, einen möglichst verlässlichen Forecast für 2024 zu entwerfen. Die aktuelle Situation erschwert es aber zunehmend verbindliche Prognosen zu treffen. Das Jahr 2024 ist besser gestartet, als wir es vermutet hatten – was aber auch an einem veränderten Einkaufsverhalten unserer Kunden liegt.

möbelfertigung: Inwiefern?
Claudia Küchen:
Vor nicht allzu langer Zeit haben Kunden regelmäßig, im laufenden Betrieb geordert und ihre Lager bestückt. Jetzt gibt es enorme Wellenbewegungen. Viele orientieren sich stark an den Preisen, ordern dann größere Mengen, verkaufen erst einmal ab und ergänzen nur mit dem Nötigsten.
Diese Entwicklung erschwert es, konkrete Aussagen bezüglich der weiteren Entwicklungen im laufenden Geschäftsjahr zu treffen. Aktuell sieht es gut aus, wir rechnen aber damit, dass es im Herbst wieder zu einem Abschwung kommen könnte. Eine längerfristige Erholung sehen wir erst wieder ab 2025.

möbelfertigung: Und mit Blick auf Europa würden Sie sagen, dass es weiterhin bei einer Kaufzurückhaltung bleibt?
Claudia Küchen:
Die ist nach wie spürbar, ja. Auf der anderen Seite passiert aber gerade in Europa sehr viel, genau hier machen sich Unternehmen Gedanken, wie man das Geschäft mit neuen Produkten und Prozessen ankurbeln kann.
In fast allen Gesprächen mit der Möbelindustrie entlang der kompletten Prozesskette ist zu spüren, wie viele Ideen es in Richtung Digitalisierung gibt. Dabei geht es um Prozessumstellungen, aber auch um eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Lieferanten und Verarbeitern, damit beide effizienter werden. Viele Unternehmen sind damit beschäftigt, jetzt die Zukunft zu formen.

möbelfertigung: Schattdecor ist weltweit aktiv. Aber am Ende dennoch ein deutsches Unternehmen und in Europa verwurzelt. Was bedeutet die aktuelle Situation für Schattdecor mit diesen Herausforderungen auf dem heimischen Markt?
Claudia Küchen:
Wir sehen uns als globales Unternehmen, welches mit der Firmenzentrale in Thansau stark in Deutschland verwurzelt ist. Im Mittelpunkt steht dabei immer das zielgruppenorientierte Gesamtpaket für unsere Kunden und dementsprechend entscheiden wir dann, wo gefertigt wird. Es geht in unseren Überlegungen nicht darum, zu konsolidieren und sondern vielmehr darum, was wir wo konkret tun müssen, um die Nachfrage zu bedienen.

möbelfertigung: Und wenn wir komplett im Inland bleiben: Wie ist aktuell ihr Blick auf die deutsche Möbelindustrie?
Claudia Küchen:
Die Nachfrage ist verhalten und auch das Zugpferd, die Küchenmöbelindustrie, hat mit Nachfrageschwierigkeiten zu kämpfen. Wir versuchen bestmöglich zu unterstützen und analysieren mit Küchenherstellern, wo es Chancen gibt. Gemeinsam mit der Branche versuchen wir an Lösungen zu arbeiten, egal ob es um neue Produkte, Farben oder Dekore geht.

möbelfertigung: Sie sagten, das Jahr sei sogar besser gestartet, als angenommen – wenn Sie das auf Produktgruppen herunterbrechen, wo gibt es derzeit Potenziale?
Claudia Küchen:
Die Finishfolie hat im Portfolio weiter an Bedeutung gewonnen. Und es ist für uns insgesamt gesehen ein attraktives Produkt, denn wir können, anders als beim Dekorpapier, auch die Oberfläche mit einbeziehen und beeinflussen.
Am polnischen Standort Tarnowo Podgórne läuft derzeit die Montage einer neuen Druck- und Lackiermaschine, die sowohl auf Papier, als auch auf kunststoffbasierten Substraten produzieren kann und damit die modernste Anlage innerhalb der Branche sein wird. Damit können wir uns in Zukunft hinsichtlich bedruckter und veredelter Thermoplaste noch breiter aufstellen.

möbelfertigung: Wie weit sind Sie mit der neuen Produktionsanlage in Tarnowo?
Claudia Küchen:
Wir rechnen damit, dass wir ab Anfang 2025 produzieren können. Wir betreiben bereits eine ähnliche Anlage, erzeugen auf dieser beispielsweise die Nature- und auch Glanz-Effekte. Die Produkte werden so gut nachgefragt, dass wir mehr Kapazität benötigen, darum das Invest. Und natürlich gab es auch wieder neue Ideen, die in diese Anlage einfließen, um uns weiter zu verbessern.

möbelfertigung: Wie haben sich die Möbel- und Fußbodenmärkte in Hinblick auf Dekor- und Oberflächenauswahl in den letzten Jahren Ihrer Meinung nach verändert? Was sind die Kundenwünsche, denen Schattdecor vermehrt nachkommt?
Claudia Küchen:
Wichtig ist es, Dekore zu entwickeln, die den Kunden Sicherheit geben. Dazu gehört einerseits, den Kunden genau zuzuhören, andererseits aber auch Trends zu erkennen. Beispielsweise den Bedarf genau zu analysieren und zu wissen welche Strukturen passend sind. Heruntergebrochen lautet der Kundenwunsch „Gebt uns Dekore, mit denen wir draußen am Markt erfolgreich sind.“ Gerade in unsicheren Zeiten, wie aktuell.
Aber es ist nicht nur der Wunsch nach perfekten Trenddekoren, die zur Zielgruppe passen. Es wächst der Wunsch nach Differenzierung. Unsere Kunden wollen mit unseren Produkten aus der breiten Masse herausstechen. Darum entwickeln wir mehr denn je exklusive Kundendekore, gehen noch stärker auf individuelle Ideen und Bedürfnisse ein.

möbelfertigung: Bezieht sich das auf Deutschland, auf Europa oder ist es eine globale Entwicklung?
Claudia Küchen:
Es lässt sich definitiv auf viele Länder und Märkte übertragen. Es gab außerhalb Europas viele Märkte, die sich an Deutschland und Italien orientiert haben. Das verändert sich. Überall auf der Welt werden individuelle Optiken gefordert, sollen sich eigene Trends etablieren. Das fordert uns.
Auf der Mailänder Möbelmesse hat sich beispielsweise die ganze Welt getroffen. Noch vor Ort haben wir uns im internationalen Designteam getroffen und eigenständige Ideen entwickelt, Dekore abgeleitet, die jetzt in der Umsetzung sind. Es wird nicht mehr abgewartet, ob sich in Europa allgemeine Trends herauskristallisieren. Umso wertvoller ist es, dass wir Teams rund um den Globus haben, die starke Tendenzen verschiedenster Regionen an uns übermitteln.
In der Konsequenz gehen teilweise die Produktionsmengen eines Dekors zurück, aber die Dekorvielfalt insgesamt steigt. Was unsere Kunden alle eint, ist der Versuch einen individuellen Bestseller zu landen.

möbelfertigung: Lässt sich in wenigen Sätzen sagen, was ein Bestseller-Dekor ausmacht?
Claudia Küchen:
Das bin ich tatsächlich schon häufig gefragt worden. Ich kann nur versuchen zu erklären, wie Schattdecor es immer wieder schafft, Bestseller zu kreieren. Es ist ein Mix aus dem Kunden gut zuhören, den Markt und Trends analysieren sowie zu verstehen, was der Endkonsument benötigt. Das ist die Design-Komponente.
Und dann gibt es noch die Rolle des Unternehmens an sich, nämlich mit einem gut funktionierenden Team nach draußen zu gehen, die Produkte „mit einer Stimme“ zu vertreten. Wir müssen überzeugend rüberbringen, dass wir am richtigen Thema arbeiten.
Nehmen wir das Beispiel Eiche, die nach wie vor gefragt ist, neben der aktuell steigenden Nachfrage nach Nussbaumholzdekoren. Die Branche ist sicherlich gut beraten, die Eiche weiter zu stärken und trotzdem bietet Schattdecor seinen Kunden genug Möglichkeiten, dabei auch eigene individuelle Designs zu platzieren. Was es wohl nicht mehr geben wird, ist der eine, alles überstrahlende Bestseller. Dafür entwickeln sich zu viele Märkte parallel sehr gut und eben individuell.

möbelfertigung: Sicherheit ist immer wieder ein wichtiges Thema. Sie haben gerade die „Global Essentials“ Kollektion vorgestellt. Was macht diese Kollektion aus?
Claudia Küchen:
Die „Global Essentials“ bezieht sich auf die Themen, die wir seit der letzten Interzum entwickelt und gezeigt haben. Vor rund einem Jahr haben wir in Köln Dekore präsentiert, diese mit Kunden besprochen, Feedback eingeholt, haben sie teilweise weiterentwickelt und am Markt platziert.
An genau dieser Stelle möchten wir transparent sein, Kunden zeigen, welche Dekore besonders viel Zuspruch bekommen. Und eben Sicherheit bieten, indem sichtbar wird, welche Trendthemen es gibt oder welche an Bedeutung gewinnen.
Dank unseres internationalen Teams haben wir mit „Global Essentials“ eine Kollektion mit sieben Top-Dekoren zusammengestellt. Dekore, bei denen wir weltweit Überlappungen verspüren, aber genauso solche, die ernstzunehmende lokale Trends widerspiegeln. Damit weltweit alle Kunden zugreifen können, gibt es für die „Global Essentials“ eine eigene Landingpage global-essentials.schattdecor.com.

möbelfertigung: Darüber hinaus gibt es noch die „Caravan Selection“ und „Prime Collection“ – wodurch zeichnen sich diese aus?
Claudia Küchen:
Unsere Stärke ist die Beratung unserer Kunden. Und das drückt sich entsprechend in zielgruppenorientierten Kollektionen aus. Wie die „Caravan Selection“, in der wir brancherelevante Trends und Stile bündeln.
Das Gleiche gilt für die Folienkollektion „Prime Collection“ mit dem Fokus auf Folienmärkte und -kunden. Es liegen jeweils Analysen zu Grunde, die wir mit unseren Kreativ- und Vertriebsteams gemeinsam machen und in denen sich der Kunde wiederfindet. Die „Prime Collection“ ist darüber hinaus eine Lagerkollektion, aus der Kunden auch kleinere Mengen kurzfristig beziehen können.

möbelfertigung: Was sich wieder mit dem deckt, was Sie vorhin sagten: reduzierte Mengen, mehr Vielfalt?
Claudia Küchen:
Zum einen das. Zum anderen geht es im Folienbereich oftmals um Schnelligkeit. Trendthemen oder marktspezifische Themen sollen schnell verfügbar sein. Was wiederum an ihre Frage anknüpft, was sich in den letzten Jahren verändert hat: Wir müssen viel schneller und flexibler sein als noch vor einigen Jahren. Noch zügiger reagieren, wenn irgendwo ein Bedarf entsteht. Das bezieht sich auf die Entwicklungsarbeit insgesamt, mit einer solchen Lagerkollektion erhöhen wir unser eigenes Tempo noch einmal.

möbelfertigung: Gibt es auf der technischen Seite Innovationen, über die Sie sprechen können?
Claudia Küchen:
Im technischen Bereich sind es Optimierungen und Weiterentwicklungen bei der Oberflächenveredelung der Folien. Bei der Gravur und Galvanik tut sich einiges, wir investieren in eine Lasergravur und stellen in der Galvanik in Thansau um auf ein umweltfreundlicheres Chrom. Letzteres ist eine Neuheit, weil es kein allgemeiner Standard ist. Für uns aber ein Invest, das wir im Sinne eines nachhaltigen Handelns unbedingt umsetzen wollen.

möbelfertigung: In Brasilien wird weiter investiert – dieser Markt scheint für Schattdecor also sehr vielversprechend zu sein?
Claudia Küchen:
Wir wollen dort die Kapazitäten erhöhen. Das passiert im ersten Schritt durch eine Ersatzinvestition, die uns anschließend mehr Output liefert als die bestehende Anlage.
Wir sehen in Brasilien einiges an Potenzial, auch der Bereich Imprägnierung entwickelt sich gut. Natürlich unterliegt auch der südamerikanische Markt immer wieder Schwankungen, insgesamt gesehen ist Schattdecor dort aber sehr gut aufgestellt mit einem super Team und ausgezeichneten Kundenkontakten.

möbelfertigung: Wie steht es um den Digitaldruck bei Ihnen im Hause? Anfangs gab es große Sprünge, derzeit ist es gefühlt etwas ruhiger geworden?
Claudia Küchen:
Es ist nicht nur bei uns, sondern insgesamt ruhiger geworden um das Thema Digitaldruck. Anfangs gab es einen Riesenhype, zum Teil wurde eine Disruption der Branche erwartet. Mittlerweile hat jeder verstanden, dass wir den Tiefdruck nach wie vor brauchen und dass der Digitaldruck dazu eine optimale Ergänzung darstellt.
Genauso nutzen wir den Digitaldruck bei uns im Hause. Der Digitaldruck ist voll integriert, steht sogar inmitten der Tiefdruckanlagen. Es gibt Dekore, die wir sogar deutlich besser im Digitaldruck drucken können als im Tiefdruck. An dieser Stelle sprechen wir nicht über spezielle Digitaldruckdekore, sondern Substitution. Hinzu kommen kleinere Volumina sowie Besonderheiten in Bezug auf Formate und Farbvielfalt.

möbelfertigung: Wohin geht die Reise im Jahr 2025 – allgemein und dann natürlich auf Schattdecor bezogen?
Claudia Küchen:
Ganz wichtig für uns ist, dass Schattdecor 2025 40 Jahre alt wird. Das bedeutet uns natürlich viel. Wir werden auf die Interzum gehen, uns dort als Innovations- und Designführer präsentieren und sicher auch groß feiern.
Darüber hinaus hoffen wir, dass das Jahr 2025 sehr viel deutlicher zeigt, wohin die Reise künftig in der Branche geht, als es aktuell der Fall ist. Vieles ist im Umbruch, vom demografischen Wandel bis zu digitalisierten Prozessen, und dies sollte bald noch sichtbarer werden.
Bei uns im Hause arbeiten wir beispielsweise an neuen Prozessen, um noch schneller auf Kundenideen reagieren zu können. Wir investieren viel in den Bereich der Thermoplaste, wollen dort neue Produkte entwickeln und auch neue Zielgruppen ansprechen, beispielsweise im Fußbodensektor. Dort sehen wir Potenziale. Grundsätzlich hoffen wir auf ein anziehendes Geschäft, wobei es sich aktuell, wie eingangs berichtet, nicht so schlecht darstellt. Was hoffentlich nicht trügerisch ist.

40ster Geburtstag vom 10. bis 13. September

Die Internationale Fachmesse für Maschinen, Werkzeuge und Komponenten für die Holz- und Möbelindustrie Drema feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum. Die Veranstaltung, die vom 10. bis 13. September 2024 auf dem MTP Poznań Expo Gelände stattfinden wird, wird wieder mehrere tausend Fachleute aus der Holz- und Möbelindustrie nach Posen anziehen. Sie werden hier die Möglichkeit haben, sich mit den neuesten Maschinen und Technologien für die Holzbearbeitung und Möbelherstellung vertraut machen.

Die Drema fand 1978 zum ersten Mal statt und stieß schon damals auf großes Interesse. Anfangs fand die Veranstaltung im Zweijahresrhythmus statt, im Wechsel mit der Ausstellung von Maschinen und Anlagen für die Möbelproduktion, auf der ausschließlich das Angebot polnischer Aussteller präsentiert wurde. Aufgrund der dynamischen Entwicklung und des enormen Potenzials der Holzindustrie in Polen wurde 1994 beschlossen, die Veranstaltung in einen jährlichen Rhythmus umzuwandeln.

Im Laufe der Jahre hat sich die Drema weiterentwickelt und ihr thematisches Spektrum ausgeweitet. Die Veranstaltung wurde sowohl bei polnischen als auch bei ausländischen Ausstellern und Besuchern immer beliebter. Besonders in den 1990er Jahren, als es möglich wurde, den polnischen Markt vollständig zu erschließen, nahm das Interesse zu. In den letzten Jahren wurde das Thema der Drema um Werkzeuge, Materialien und Komponenten für die Herstellung von Möbeln, sowohl Kasten- als auch Polstermöbeln, erweitert.

Die Drema-Messe ist eine der wenigen Messen der Welt, die während der Pandemiezeit regelmäßig und ohne Unterbrechung nach dem Kalender stattfand. Heute ist die DREMA das größte Zulieferzentrum für Möbelhersteller in Mittel- und Osteuropa. Die Bedeutung der Messe in Posen wird durch die Tatsache belegt, dass die Drema eine der rund ein Dutzend weltweiten Veranstaltungen für die Holzbearbeitungsindustrie ist, die offiziell von der Europäischen Föderation der Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen (EUMABOIS) unterstützt werden.

Die diesjährige Ausgabe verspricht, sehr positiv zu werden. Sie wird größer sein als die Drema 2023, sowohl was die Ausstellungsfläche als auch die Anzahl der Aussteller betrifft. Erneut haben sich die größten Unternehmen zur Teilnahme an der Veranstaltung angemeldet, auf der innovative Lösungen und Technologien von morgen für die Holz-, Möbel- und Sägewerksindustrie vorgestellt werden.

Die Ausstellung umfasst auch Maschinen zum Schneiden und Nähen von Stoffen, Komponenten für die Möbelproduktion und Möbelzubehör sowie Klebstoffe und Lacke. Das aktuelle Ausstellerverzeichnis finden Sie unter: www.drema.pl.

Handelsverband Wohnen und Büro

Begrüßt eine Verschiebung der EUDR

Die im Juni 2023 verabschiedete EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) muss eigentlich ab Dezember 2024 eingehalten werden (von KMU ab Juni 2025). Da es jedoch Probleme und Kritikpunkte gibt, soll nun eine Verschiebung des Inkrafttretens im Dringlichkeitsverfahren unter dem Vorsitz der neuen EU-Kommission angegangen werden. Die EVP schlägt laut eines Artikels auf dem Portal „Euractiv“ einen Zeitraum von 2024 bis 2029 vor, um „Probleme im Zusammenhang mit der Umsetzung“ zu lösen. Dies soll auf einer Sitzung der EVP-Fraktion, die seit heute in Portugal stattfindet, erörtert werden.

Der Handelsverband Wohnen und Büro begrüßt diese Entwicklungen und spricht sich dafür aus, dass die bereits verabschiedete Verordnung inhaltlich zu überarbeiten sei und eine verlängerte Umsetzungsfrist für die technische Umsetzung der Unternehmen notwendig wäre. „Die EUDR ist in ihrer aktuellen Fassung dringend zu überarbeiten, damit die Unternehmen nicht mit überbordender Bürokratie konfrontiert sind. Wir schlagen zudem vor, dass die Europäische Mitgliedstaaten von der EU zunächst als Länder mit einem geringen Risiko einzustufen sind, bis der Kommission geprüfte Erkenntnisse vorliegen, die zu einer höheren Einstufung als ,normales‘ bzw. ,hohes‘ Risko vorliegen. Die Regelvermutung des ,normalen‘ Risikos ist auszuschließen, da grundsätzlich zunächst der Verdacht einer Sorgfaltspflichtverletzung bei allen Unternehmen greifen würde. Auch sollte die EU Kommission Safe Harbour Lösungen anstreben, wenn sog. Branchenlösungen den Nachweis über Zertifizierungen erbringen können “, so Geschäftsführer Christian Haeser.

Die Führungs-Crews beider Unternehmen blicken positiv in die Zukunft: Christian Koch (v.l.), Benedikt Rotte, Corinna Rotte, Kristof Koch, Kerstin Koch-Ugolini und Dr. Franz-Barthold Gockel.
Koch Technology & Rotte Anlagenbau und Fördertechnik

Durch Kooperation zum Komplettanbieter

Die Firmen Koch Technology und Rotte Anlagenbau und ­Fördertechnik haben eine weitreichende Kooperation bekannt gegeben. Damit ist ein neuer Komplettanbieter auf dem Markt. Die Geschäftsführer Christian Koch und Benedikt ­Rotte erklären im Interview, was das genau für die Kunden ­bedeutet.

möbelfertigung: Herr Rotte, Herr Koch, was sind in wenigen Worten die Stärken Ihrer Unternehmen?
Benedikt Rotte:
Die Firma Rotte kann die Produktionen ihrer Kunden branchenübergreifend automatisieren. Sowohl beim Neuaufbau einer Produktion, als auch in bestehenden Produktionen. Von Stahlbau über Fördertechnik, Robotik, Steuerung, Programmierung bis hin zur Visualisierung haben wir umfassendes Know-how und Erfahrung. Insbesondere können wir einzelne Produktionsschritte durch intelligente Logistiksysteme miteinander verknüpfen.
Christian Koch: Unser Leitsatz lautet „flexibility is our standard“. Wir bauen individuelle Maschinen, die hundertprozentig zum Kunden passen. Bei uns gibt es keine Standardlösungen und keine Kompromisse. Das macht uns zu einem wertvollen Partner und unterscheidet uns von den großen Gruppen im Markt, die im wesentlichen standardisieren und skalieren.

möbelfertigung: Und was macht ihre beiden Unternehmen gemeinsam stärker als jedes einzeln?
Benedikt Rotte:
Die Zusammenarbeit von Rotte und Koch macht es für unsere Kunden leichter, die bestmöglichen Lösungen zu bekommen. Im Normalfall müssen Produzenten in zwei Schritten handeln: Erst die richtigen Maschinen finden und dann den richtigen Automatisierer. Das bedeutet, dass man mit zwei Partnern arbeitet, die sich untereinander abstimmen müssen und die Schnittstellen anpassen müssen. Das geht mal mehr und mal weniger gut. Und die Kunden müssen im Grunde das Projektmanagement machen, wofür nicht jeder die Kapazitäten hat. Die gemeinsame Arbeit von Koch und Rotte garantiert, dass am Ende eine funktionierende Lösung steht.
Christian Koch: Gemeinsam sind wir ein Komplettanbieter. In der Vergangenheit war das sicher eine kleine Schwäche unseres Unternehmens, dass wir im Vergleich zu größeren Marktbegleitern nicht alles aus einer Hand anbieten konnten. Mit der Firma Rotte haben wir einen Partner, der eine sehr gute Reputation hat. Und die ersten Rückmeldungen von Kunden sind auch extrem positiv. Wir können dank dieser Partnerschaft Projekte angehen, die wir vorher ablehnen mussten.

möbelfertigung: Sie haben es eben schon angedeutet aber nochmal konkret: Was ist der Mehrwert für die Kunden?
Benedikt Rotte:
Die Kunden haben weniger Ansprechpartner, weniger Schnittstellen, weniger Arbeit und die Garantie, eine funktionierende Lösung zu bekommen.
Christian Koch: Eine weitere Synergie zwischen Koch und Rotte ist die räumliche Nähe zueinander. Kunden können sich also in der Konzeptionsphase schon eine fertige Linie anschauen und nicht nur Stückwerk.

möbelfertigung: Für das Projekthandling soll die Firma Koch als erster Ansprechpartner fungieren. Warum Koch und nicht Rotte?
Benedikt Rotte:
Wenn ein Kunde in zusätzliche Produktionskapazitäten oder Modernisierung investiert, steht an erster Stelle eigentlich immer die Produktionsplanung. Dazu gehören zuerst die richtigen Anlagen, darum ist der Weg zu Koch der logische erste Schritt.
Nachgelagert wird sich dann Gedanken gemacht, wie die einzelnen Produktionsschritte und die Logistik zu einem automatisierten Prozess verknüpft werden. Also Kommissionierung, Pufferung, Stapelung, Verpackung und so weiter. Da musste Koch bisher seinen Kunden sagen, dass sie sich dafür einen Partner suchen müssen. Jetzt übernimmt an der Stelle die Firma Rotte.
Christian Koch: Der ganze Bereich Automatisierung und Logistik ist für uns einfach nicht Kerngeschäft aber extrem wichtig, um die Effizienz von Maschinen auch wirklich zu nutzen.
Wir hatten jetzt auch schon den umgekehrten Fall: Also Kunden, die sich bei Rotte über Automatisierung informiert haben und dann für die Produktionsschritte zu uns geschickt wurden.

möbelfertigung: Wie kam es denn genau dieser Partnerschaft?
Benedikt Rotte:
Die Firmen Rotte und Koch haben schon sehr oft in Projekten gemeinsam gearbeitet. Im Grunde ist das jetzt vertieft und visualisiert.
Christian Koch: Dass wir die Kooperation jetzt auch so kommunizieren ist natürlich auch ein Commitment. Rotte und Koch sind beides Familienunternehmen mit klaren und ähnlichen Vorstellungen in Sachen Unternehmenskultur.
Benedikt Rotte: Die Projekte, die wir gemeinsam angehen sind sehr komplex. Am besten geht man diese mit einem zuverlässigen Partner an, mit dem die Kommunikation funktioniert und dem man vertraut. Es ist also sowohl für uns als auch für unsere Kunden die beste Lösung, wenn die Partner sehr eng zusammenarbeiten.
Christian Koch: Die Kooperation geht auch noch weiter. Im Moment tüfteln wir an einer Roboterbeschickung für unsere einseitige Maschine. Da liegt der Schwerpunkt natürlich bei Rotte. Davon versprechen wir uns sehr großes Potenzial. Vor allem in der Küchenindustrie und in den USA.

möbelfertigung: Sie haben angedeutet, dass es schon positives Feedback aus dem Markt gibt. Können Sie da konkreter werden?
Benedikt Rotte:
Die Partnerschaft wird auf ­jeden Fall positiv wahrgenommen.
Christian Koch: Wenn man in unserem ­Bereich schaut und gerne mit einem deutschen ­Unternehmen arbeiten will, gibt es ja auch nicht so viele Komplettanbieter. Deshalb freuen sich viele Kunden über eine weitere Alternative.

möbelfertigung: Auf der IWF in Atlanta werden die Unternehmen auch gemeinsam auftreten. Was erwarten Sie von der Messe?
Benedikt Rotte:
In erster Linie stellt die Firma Koch Technology auf der IWF aus. Es gibt keinen Gemeinschaftsstand aber ich persönlich werde auf der Messe vor Ort sein und für Automatisierungsfragen zur Verfügung stehen.
Christian Koch: Von der Messe erwarten wir sehr viel. Gemäß offiziellen Aussagen sind im Vergleich zu 2022 doppelt so viele Aussteller in Atlanta. Ich glaube, die ganze Welt der ­Holzbearbeitung schaut gerade nach Amerika, weil der Markt vergleichsweise sehr gut läuft. Das große Thema in den USA ist Automatisierung, da gibt es noch unglaublich viel Potenzial, weil das Niveau noch nicht so hoch ist wie in ­Europa. Einen Experten in diesem Bereich mit auf dem Stand zu haben ist für uns natürlich super.

möbelfertigung: Das klingt, als hätten Sie ­weiterführende Pläne in den USA.
Christian Koch:
Wir setzen uns mit dem ­Thema, ob es für uns sinnvoll ist, Maschinen auch in anderen Ländern zu bauen oder teils zu montieren, auseinander. In den Überlegungen spielt auch die USA eine Rolle. Die höheren Zölle auf Ausfuhren, die auf uns zukommen werden, haben darauf sicherlich einen Einfluss.
Aktuell haben wir schon ungefähr 30 Mit­arbeiter in den USA vor Ort und werden in Kürze auch noch in Kanada tätig. Also ja, Nordamerika ist ein sehr wichtiger Markt für uns.

möbelfertigung: Wie blicken Sie denn auf die allgemeine Marktentwicklung?
Christian Koch:
Um Herrn Rotte mal vorzu­greifen: Die Firma Rotte ist breiter aufgestellt und nicht so sehr von der Holzindustrie abhängig, daher ist die Bewertung der Marktlage sicher eine andere. Aus unserer Sicht ist der Markt wirklich schwierig. Ich teile aber die Meinung des VDMA, dass die Talsohle durchschritten ist. Ein bisschen mehr Nachfrage nehmen wir wahr. Aber das Investitionsverhalten lässt sich aktuell nicht recht einschätzen.
Benedikt Rotte: Wir haben keine Umsatzeinbußen, nehmen aber eine Marktverschiebung wahr. Kunden, die Konsumgüter herstellen – also Möbel, Garagentore oder Waschmaschinen – haben Projekte zurückgestellt. Wir können das aber mit anderen Branchen kompensieren.
Das Interview führte Tino Eggert