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Autor: Hahn, Sebastian

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Im Tarifstreit erhöhen die Arbeitgeber ihr Angebot

Bei den Tarifverhandlungen im deutschen Einzelhandel haben sich die die Arbeitgeber dazu entschlossen, bereits in der zweiten Runde ein deutlich erhöhtes Angebot zu unterbreiten, um ein klares Signal zur Abschlussbereitschaft zu setzen. „Die Arbeitgeber sind sich einig, dass sie den Beschäftigten jetzt schnellstmöglich eine effektive Entlastung bei den Kosten zukommen lassen wollen“, erklärt HDE-Tarifgeschäftsführer Steven Haarke.

Das erweiterte Angebot sieht bei einer Laufzeit von 24 Monaten tabellenwirksame prozentuale Entgeltsteigerungen von insgesamt 7,5 Prozent in drei Schritten vor. Im Vergleich zum Angebot aus der ersten Verhandlungsrunde ist eine dritte Anhebungsstufe in Höhe von 2,5 Prozent im 22. Monat der Laufzeit des Tarifvertrages hinzugekommen. Außerdem wird erstmals auch ein tarifliches Basisentgelt angeboten. Beschäftigten, die unter den Geltungsbereich des Flächentarifvertrages fallen, soll damit ein Entgelt in Höhe von 13 Euro brutto pro Arbeitsstunde garantiert werden. Zusätzlich sollen die Beschäftigten in zwei Schritten eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 1.000 Euro erhalten. Das Angebot enthält eine „Sprinterklausel“, so dass die erste Anhebungsstufe bereits im Monat des Tarifabschlusses greifen würde. Aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Lage für viele Handelsunternehmen setzen die Arbeitgeber bei diesem weitgehenden Angebot zusätzlich auf eine Notfallklausel, damit finanziell angeschlagene Unternehmen in Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretungen auch abweichende Regelungen treffen können.

Mit Blick auf dieses weitgehende Angebot betont Haarke, dass es allen handelnden Akteuren auf Arbeitgeberseite bewusst sei, dass dieses Angebot für viele Unternehmen in der Branche maximal herausfordernd sei: „Jetzt ist die Gewerkschaft am Zug.“ Zudem betonte er, dass die Branche nicht mit dem Öffentlichen Dienst vergleichbar sei, da die Rahmenbedingungen dort völlig andere seien.

Die Tarifpolitik im Einzelhandel wird im Tarifpolitischen Ausschuss des HDE bundesweit koordiniert. Im deutschen Einzelhandel arbeiten mehr als 3,1 Millionen Menschen.

„Ligna“ 2023

Weltleitmesse der Superlative

Die „Ligna“ 2023, die weltweit führende Messe für die Holzbe- und -verarbeitung, zeigte fünf Tage voller Innovationen, Inspiration und Networking. Vom 15. bis 19. Mai 2023 präsentierten 1.300 Unternehmen aus 50 Ländern ihre Lösungen für die Holz- und Möbelindustrie, das Holzhandwerk sowie den Primärbereich. Im Mittelpunkt standen die Megatrends Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Entsprechend groß war auch der Zuspruch aus Deutschland und aller Welt. 80.000 Besucher:Innen aus 160 Ländern informierten sich über smarte Maschinen und ressourcenschonende Produktionsverfahren.

Die Vorfreude auf die Messe war groß. Aussteller und Besucher:Innen waren gleichermaßen begeistert, nach vier Jahren Pause endlich wieder persönlich zusammenzukommen und die geballte Innovationskraft der Branche hautnah zu erleben. „Die ,Ligna‘ 2023 hat die hohen Erwartungen der ausstellenden Unternehmen und der Besucher:Innen übertroffen und gezeigt, dass die Maschinen, Anlagen und Lösungen, die auf der Messe präsentiert wurden, den Weg zu einer nachhaltigen und digitalisierten Holz-, Möbel- und Bauindustrie ebnen“, sagte Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG. „Beeindruckende 60 Prozent der Besucher:Innen kamen aus dem Ausland. Damit hat die ,Ligna‘ ihre Position als globale Weltleitmesse weiter ausgebaut.“

„Die ,Ligna‘ 2023 war nicht nur eine Plattform für die Präsentation neuer Technologien, sondern auch ein Ort des Wissenstransfers und der Vernetzung“, sagte Dr. Bernhard Dirr, Geschäftsführer VDMA Holzbearbeitungsmaschinen. „Die Messe hat gezeigt, dass die Branche der Holzbe- und -verarbeitung ihren Kunden die notwendigen Technologien für eine wettbewerbsfähige und zugleich nachhaltige Produktion bietet. Angesichts der unsicheren Rahmenbedingungen, mit der sich die holzbe- und verarbeitende Industrie gerade konfrontiert sieht, spricht der Erfolg der ,Ligna‘ 2023 für ihren Status als Impulsgeber. Sie ist nicht nur in guten Zeiten ein Motor der Branche, sondern liefert vor allem auch Lösungen für die herausfordernden Momente.“

Smarte, vernetzte Maschinen, Anlagen und Verfahren, die die Kosten und die Produktion effizienter gestalten, standen daher bei der Community besonders hoch im Kurs. Auch die Nachfrage nach Automatisierungs- und prozessoptimierenden Lösungen, um die Auswirkungen des Fachkräftemangels abzufedern, war groß.

„In den Messehallen war die Transformation der Industrie live erlebbar“, so Köckler weiter. Zu sehen gab es die gesamte Bandbreite der Wertschöpfungskette, von Holzbearbeitungsmaschinen und -anlagen über Werkzeuge und Arbeitsverfahren bis hin zu Industrierobotern oder auch Exoskeletten als Unterstützung für die Expert:Innen aus Handwerk und Forst. Die ausgestellten Maschinen sind dabei oftmals längst nicht mehr ausschließlich für die Verarbeitung von Holz geeignet, sondern auch für Glas, Kunststoffe oder Verbundwerkstoffe. Köckler: „Möbel oder auch Bauelemente beispielsweise bestehen aus den unterschiedlichsten Materialen. Da ist es nur folgerichtig, dass die Aussteller der ,Ligna‘ ihr Angebotsportfolio entsprechend erweitern und ihren Kunden vielfältige Möglichkeiten bieten.“

Ein zentrales Thema der Messe war die Bedeutung von Holz als nachwachsender Rohstoff und seine Rolle bei der Dekarbonisierung. In dem Zuge gewinnt der Holzbau zunehmend an Bedeutung und eröffnet neue Marktchancen für den Maschinenbau.

Die Aussteller der „Ligna“ 2023 präsentierten Lösungen, die alle Prozessschritte im Holzbau deutlich optimieren. So können Kosten eingespart und auch der Einsatz des kostbaren Rohstoffes möglichst ressourcenschonend gestaltet werden. Auch die Bodenbelagsbranche und die Möbelindustrie setzen verstärkt auf Holz als bevorzugten Rohstoff, da Nachhaltigkeit für die Endverbraucher:Innen immer wichtiger wird. So helfen beispielsweise auch innovative Klebstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe dabei, den CO2-Ausstoß zu verringern.

Die „Ligna“ 2023 bot den Besuchern ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Konferenzen, Live-Präsentationen, Sonderschauen und Preisverleihungen. Auf der „Ligna.Stage“ in Halle 12 präsentierten rund 90 Sprecher:Innen aktuelle Marktentwicklungen und Trendthemen. Auch der Fachkräftemangel und das Recruiting wurden in einem eigenen Bereich thematisiert, der den Austausch zwischen Fachkräften und potenziellen Arbeitgebern förderte.

Köckler: „Die ,Ligna‘ 2023 hat einmal mehr gezeigt, dass sie eine unverzichtbare Plattform für die holzverarbeitende Industrie ist. Die Messe hat nicht nur den Austausch von Wissen und Erfahrungen gefördert, sondern auch die Weichen für eine zukunftsfähige und nachhaltige Holzbe- und -verarbeitung gestellt.“

Die nächste „Ligna“ findet vom 26. bis 30. Mai 2025 statt.

Fast 30 Prozent mehr Umsatz

Trotz großer Herausforderungen im Marktumfeld: Mit einem Umsatz von 176 Mio. und einer Umsatzsteigerung von 29,4 Prozent legt die Bene-Gruppe für das Jahr 2022 ein gutes Resultat vor. Die Kernmärkte Deutschland und Frankreich verzeichnen ein starkes Umsatzwachstum mit 54 Prozent und 121 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch wenn das Ergebnis vor dem Hintergrund von Preissteigerungen, erhöhter Material- und Energiekosten sowie dem Ukraine-Krieg einzuordnen ist, spiegelt es die stabile Entwicklung des international erfolgreichen Office-Möbel-Herstellers wider. Denn die Krisensituation betrifft die gesamte Branche. „Die Entwicklungen der letzten Monate haben auch uns mit Herausforderungen konfrontiert“, erklärt Michael Fried, Geschäftsführer Sales, Marketing & Innovation. „Die Kombination aus Preiserhöhungen, Ressourcenverknappung, den deutlich verlängerten Lieferzeiten und dem Fachkräftemangel war von erheblicher wirtschaftlicher Tragweite.“

Um diese Auswirkungen möglichst gut abzufedern, hat Bene 2022 den Schwerpunkt noch stärker auf ein effizientes Supply Chain Management gelegt. Die Produktion war mit Aufträgen gut ausgelastet, so dass eine prozessorientierte Planung über die gesamte Wertschöpfungs- und Lieferkette bestmöglich gelang. 2022 war Bene mit mehreren Großprojekten betraut: etwa für RATP – den öffentlichen Personennahverkehr von Paris –, die Kuwait University, die Ergo Versicherung oder den Bayerischen Rundfunk. Parallel dazu legte das Unternehmen neue Strukturen in der Geschäftsführung, die sich positiv auf das Business ausgewirkt haben: Gemeinsam mit Michael Fried verantwortet Manfred Huber seit Sommer 2022 als technischer Direktor die operativen Abläufe und den technischen Fortschritt des Unternehmens. Zeitgleich übernahm Benedikt Wolfram als Chief Financial Officer die Bereiche Finance, Legal und IT und entwickelt die Digitalstrategie des Unternehmens weiter. Um die vorhandenen Ressourcen so ökonomisch wie möglich zu nutzen, entschied sich Bene zudem, das ERP (Enterprise Resource Planning) in der Produktion umzustellen.

Ein weiteres zukunftsweisendes Thema bei Bene sind die Bereiche Nachhaltigkeit und Klimaschutz. „Als Branchenvorreiter in der Büromöbelindustrie arbeiten wir gemeinsam daran, auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten langfristige und nachhaltige Wachstumsstrategien umzusetzen“, so Geschäftsführer Manfred Huber. In seiner neuen Funktion als CTO von Bene wird er die nachhaltige Weiterentwicklung des Unternehmens vorantreiben. Nachhaltigkeit umfasst alle Unternehmensbereiche – von der Produktentwicklung über Einkauf, Produktion und Logistik bis hin zur Produktverwertung. So sind alle Produkte „made in Europe“ und 98 Prozent der Lieferanten stammen aus Europa, davon 80 Prozent aus Österreich und 14 Prozent aus Deutschland. Durch die intensive Zusammenarbeit mit den Lieferanten stellt Bene außerdem sicher, dass sämtliche Beschaffungsrichtlinien für den Umweltschutz mit Prüfberichten und Zertifikaten eingehalten werden.

Gleichzeitig hat die Bene-Gruppe 2022 kontinuierlich in Showrooms investiert: Ein Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens ist die Eröffnung der ersten Niederlassung in der Designmetropole Mailand. Neue Standorte wurden 2022 in London und Frankfurt eröffnet, ebenso wurden die Schauräume in Paris, München, Köln und Wien renoviert und nach aktuellen Office-Guide-Konzepten mit neuen Produkten ausgestattet.

„Heimtextil“ 2024

Nachfrage übersteigt bereits Ausstellerzahl der Vorveranstaltung

Acht Monate vor der nächsten „Heimtextil“ planen schon über 2.500 Aussteller eine Teilnahme im Januar 2024 – darunter Top-Player wie A.S Création, Bedding House, Corn. van Dijk, Elastron, Graham & Brown, JBY Creation, Lameirinho, Libeco Lagae, Masureel International, Marburger Tapetenfabrik, Traumina oder Wendre. Die heim- und haustextilen Produktbereiche Asian Excellence und Asian Selection erfahren ebenfalls sehr hohe Nachfrage und setzen sich aus einem breiten Angebot an qualitativen Großvolumenanbietern aus Asien zusammen.

„Damit übertrifft die Nachfrage heute schon die Ausstelleranzahl der Vorveranstaltung. Wir freuen uns sehr über die positive Resonanz über alle Produktsegmente hinweg – sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland. 2024 bauen wir vor allem das Angebot für das Objektgeschäft sowie die Vorstufe für Heim- und Haustextilien noch weiter aus“, sagt Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt.

Daten Comptence Center

POS Homeservice jetzt Mitglied

Seit kurzen bringt sich auch die POS Homeservice GmbH aus Hausen-Solscheid aktiv in die Arbeit der Gremien des Daten Competence Centers e.V. (Herford) ein. Das Unternehmen gehört zur POS Service Group mit rund 500 festangestellten Technikern und insgesamt 850 Mitarbeitern. Spezialgebiet bzw. Geschäftsidee ist die Erzeugung millimetergenauer Aufmaßdaten in Küche, Wohnräumen und Bädern bis hin zu ganzen Immobilien.

POS Homeservice bietet mit dem 3D-Laser-Aufmaßsystem die Möglichkeit einer absolut exakten und fehlerfreien Ausmessung. Mit 35 Jahren Erfahrung als Full-Service-Profi übernimmt das Unternehmen alle relevanten Aufgaben. Ziel sind eine absolut fehlerfreie Planung, Produktion und schließlich zufriedene Kunden bzw. der Ausschluss von Reklamationen auf Grund mangelhafter Bemaßung.

Seit Einführung dieser angebotenen Dienstleistungen im Jahr 2013 hat POS Homeservice kontinuierlich expandiert und eine wachsende Anzahl von Aufmaß-Aufträgen erfolgreich abgeschlossen – allein im vergangenen Jahr 2022 rund 280.000 Stück. Eine genaue Bemaßung ist auch Voraussetzung bei der Reklamationsabwicklung oder späteren Ersatzteilwünschen nach Montageende. Die angebotenen Leistungen von POS Homeservice wiederum fußen maßgeblich auf standardisierten Hersteller-Produktdaten.

„Unser jetziger Beitritt zum DCC ermöglicht uns eine stärkere Vernetzung mit allen Akteuren der Branche. Wir haben die Absicht, Impulse zu geben, um die Prozesse in der Branche weiter zu standardisieren und somit Handel bzw. Industrie auch in Zukunft effizient mit unseren Dienstleistungen zu unterstützen“, unterstreicht Alexander Bolz als kaufmännischer Geschäftsführer der Dachgesellschaft POS Service Group. Und erklärt weiterhin: „Unsere Vision ist es, insbesondere die Standardisierung des Reklamationsmanagements im Küchenmöbelbereich voranzutreiben.“

Beanstandungs- bzw. Reklamationsmanagement ist ebenfalls eine der großen Aufgaben, die sich das DCC gestellt hat. Denn parallel, wie in den letzten Jahrzehnten Produktionsprozesse optimiert wurden und die vorbereitende Planung inzwischen kaum Fehlerquellen kennt, wurde das Feld bei und nach der Möbelmontage eher ‚stiefmütterlich‘ behandelt. Eine Ursache ist die bisher kaum standardisierte Abwicklung von Reklamationen sowie dem zugehörigen Datenfluss. Die Vernetzung der relevanten Partner – vom Montage-App-Anbieter über die Industrie und den Handel bis hin zu Dienstleistern wie dem POS Homeservice – steht daher im Fokus bei der Gremienarbeit in den DCC-Fachbeiräten und Arbeitskreisen.

„Interzum“

Bestätigt ihren Status als Weltleitmesse

Heute ging die „Interzum“ in Köln zu Ende. Die Weltleitmesse für Möbelzulieferer und Interior Design verbuchte sehr gute 62.000 Fachbesucherinnen und Fachbesuchern aus etwa 150 Ländern und sorgte vier Tage lang für ausgezeichnete Stimmung an den Ständen und zahlreichen Eventflächen. Vier Jahre mussten die 1.600 ausstellenden Unternehmen warten, um endlich wieder auf ihrem globalen Branchenevent zusammenkommen zu können. Die Industrie hatte sich mit ihren innovativen Lösungen und Produktneuheiten an der „Interzum“ ausgerichtet und präsentierte sich in beeindruckender Form. „Überzeugender kann eine Messe ihre Bedeutung für die eigene Branche kaum zum Ausdruck bringen“, freute sich Oliver Frese, Geschäftsführer der Koelnmesse. Für ihn ist dieser Erfolg ein klares Signal, „dass starke Leitmessen wie die „Interzum“ heute mehr denn je unverzichtbar sind.“

Unterstrichen wurde die Bedeutung des Events für die Branche auch durch die hohe Internationalität des Fachpublikums. Die Top-Besucherländer waren Deutschland, Italien, Spanien und Polen. Sehr erfreulich entwickelten sich die Besucherzahlen aus der Türkei, die sich um 16 Prozent im Vergleich zur Vorveranstaltung steigerten. Mehr Fachbesucherinnen und Fachbesucher kamen auch aus Indien. Die Besucherzahlen aus China waren mit Blick auf die aktuellen Rahmenbedingungen rund um die Visa-Vergabe ebenfalls zufriedenstellend. Länderübergreifend wurde zudem die hohe fachliche Qualität der Messebesucherinnen und -besucher hervorgehoben.

Das zentrale Thema der Messe war Nachhaltigkeit: Unter dem Oberbegriff „Neo-Ökologie“ hatte die „Interzum“ schon im Vorfeld der Messe Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Ressourcenschonung, sowie die zukunftsorientierte Planung in den Fokus gerückt. Wie sehr die Messe damit den Nerv der Branche getroffen hatte, zeigte sich an den Messeständen: Nahezu alle Unternehmen haben die wachsende Bedeutung ökologischer Aspekte für sich erkannt. Punkte wie Ressourcenschonung, Smart Materials, erneuerbare Energien oder Re- und Upcycling spielten für viele Innovationen der Aussteller eine maßgebliche Rolle.

Auch das vielfältige Eventprogramm griff diese Themen mit Erfolg auf. So stießen die drei Trend Foren, die „Interzum Product Stage“ sowie die „Interzum Trend Stage“, auf der namhafte Expertinnen und Experten über die wichtigsten Entwicklungen, Trends und Zukunftsthemen für Möbel, Materialien und Einrichtung diskutierten, auf großes Interesse des internationalen Fachpublikums.

Doch nicht nur Produkte, Dienstleistungen und Events drehten sich um ökologische Aspekte. Auch viele Messestände wurden nachhaltig und unter dem Gesichtspunkt der Ressourcenschonung geplant. Darüber hinaus hat die „Interzum“ Verantwortung übernommen und sich selbst aktiv im Klimaschutz engagiert. Im Vorfeld der Veranstaltung hatte die „Interzum“ eine Initiative gestartet, um das weltweit größte Branchenevent für Möbelfertigung und Innenausbau in Zukunft nachhaltiger zu gestalten. Aufbauend auf den Erfahrungen in diesem Jahr wird die „Interzum“ das Thema Nachhaltigkeit für die kommenden Veranstaltungen weiterentwickeln.

Die Messe in Zahlen: An der „Interzum“ 2023 beteiligten sich auf einer Bruttoausstellungsfläche von 186.000 m² (2019: 190.000 m²) 1.600 Unternehmen aus 59 Ländern (2019: 1.806 Unternehmen aus 61 Ländern). Darunter befanden sich 255 Aussteller aus Deutschland (2019: 356 Aussteller) sowie 1.345 Aussteller aus dem Ausland (2019: 1.450 Aussteller. Der Auslandsanteil lag bei 84 Prozent (2019: 80 Prozent). Schätzungen für den letzten Messetag einbezogen, kamen rund 62.000 Fachbesucherinnen und Fachbesucher aus rund 150 Ländern auf die Messe (2019: 74.000 aus 152 Ländern), davon rund 76 Prozent (2019: 75 Prozent) aus dem Ausland. 

Die nächste „Interzum“ in Köln findet vom 20. bis 23. Mai 2025 statt.

RUF Brikettiersysteme

Produziert jetzt komplett CO2-Neutral

Bei RUF ist Nachhaltigkeit in der Unternehmens-DNA verankert. Von jeher werten die Brikettierpressen des Anlagenbauers Reststoffe zu Sekundärrohstoffen oder CO2-neutralen Heizstoffen auf. Durch zahlreiche Maßnahmen hat der Mittelständler in Zaisertshofen zudem seinen kompletten Betrieb klimaneutral gestaltet.

Schon mit ihren Produkten, den Brikettierpressen, dient die Firma RUF dem Umweltschutz. Die Anlagen pressen kleinteilige Produktionsreste aus Metall, Papier etc. zu kompakten Blocks, die in der Regel als Sekundärrohstoffe eingesetzt werden. Und aus Holzspänen entstehen Briketts zum CO2-neutralen Heizen.

Um auch als ganzes Unternehmen zu einem Vorzeige-Betrieb in Sachen Klimaneutralität zu werden, hat die Geschäftsführung im zurückliegenden Jahrzehnt ein umfassendes Maßnahmenpaket umgesetzt – mit dem Ergebnis, dass RUF Geschäftsführer Roland Ruf nun stolz feststellen kann: „Wir produzieren hundertprozentig CO2-neutral.“ Das galt vermutlich auch schon für einige zurückliegende Jahre. Doch bei RUF lag die Priorität klar auf der Umsetzung der Maßnahmen. Erst danach, im Jahr 2021, wurde genau nachgerechnet.

Bereits 2009 fiel der Startschuss für die Nutzung aller Dachflächen zur Stromproduktion mit Photovoltaikanlagen. Seither wurden auf einer Fläche von 10.732 Quadratmetern 7.320 Photovoltaikmodule mit einer Modulleistung von 1692,4 kWp verbaut. Sie erzeugen über 115 Wechselrichter den größten Teil des von RUF verbrauchten Stroms und vermieden 2021 mehr als 600 Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß. Ein integrierter Batteriespeicher mit 307 kWh Speicherkapazität hilft dabei, den so erzeugten Strom möglichst vollumfänglich direkt zu nutzen. Nimmt man das firmeneigene, mit Pflanzenöl betriebene Blockheizkraftwerk hinzu, produziert RUF mehr ökologischen Strom und Wärme, als das Unternehmen selbst verbraucht.

Parallel zum Ausbau der grünen Strom- und Wärmeerzeugung wurde intern der Energieverbrauch durch zahlreiche Maßnahmen gesenkt. Dadurch ist die Firma RUF nun CO2 neutral und entnimmt zusätzlich jedes Jahr knapp 400 Tonnen Treibhausgase in CO2-Äquivalenten der Atmosphäre. Zu den umgesetzten Projekten zählt hier beispielsweise eine energiesparende Lüftungsanlage in der Lackierhalle, die jährlich rund 60 Megawattstunden weniger verbraucht und 32 Tonnen CO2-Emissionen spart. Aber auch zahlreiche kleinere Projekte zeigen in Summe große Wirkung. So etwa die Umstellung auf LED-Beleuchtung in den  Produktionshallen, die die jährliche CO2-Bilanz um gut acht Tonnen verbessert. RUF achtet aber nicht nur auf die betriebseigene CO2-Neutralität, sondern verbessert zudem bei seinen Brikettieranlagen die Energieeffizienz. So ist es etwa bei der neuen „RUF 1200“ gelungen, den Stromverbrauch gegenüber dem Vorgängermodel um 25 Prozent senken und gleichzeitig den Durchsatz um rund sieben Prozent auf 1090 kg/h zu erhöhen.

Homag Group

Komplexität managen: Technologisch und regional

Rekordwerte bei Umsatz und Ergebnis in 2022 – und weiteres Wachstum im Blick. Die Homag Group löst aktuell ihren Investitionsstau der vergangenen Jahre auf und investiert unter anderem in mehrere Logistikzentren. Die größten Erwartungen liegen mittelfristig auf dem Segment Holzhausbau. Kapazitätsmanagement und der Aufbau von Zweit- und Drittlieferanten sind weitere strategisch wichtige Themen, so Vorstands-Chef Dr. Daniel Schmitt im Exklusiv-Interview.

Das komplette Interview können Sie hier lesen: https://moebelfertigung.page.link/iW57

„Interzum Trend Stage“ und „Product Stage“

Highlights des vierten Messetags

Die „Interzum“ hat auch in diesem Jahr wieder eine Menge Rahmenprogramm mit zahlreichen hochkarätigen Referenten und Unternehmen auf der „Trend Stage“ auf dem Nordboulevard vor Halle 8 und auf der „Product Stage“ ganz zentral auf dem Mittelboulevard. Wir stellen Ihnen einige Highlights vor.

Auf der „Trend Stage“ spricht Christian Ellers, Geschäftsführer der Graphic Group Mensch & Medien GmbH, ab 11.30 Uhr über das wichtige Thema „Effiziente Contentproduktion für eCommerce und digitale Verkaufsstrategien.“ Interessant dürfte der Vortrag „Selbstformende Möbel aus Holz“ werden, den Laura Kieswetter von hylo tech direkt im Anschluss hält. Wieder direkt im Anschluss geht es mit Michael Polreich, Business Development Manager der Oechsler AG, weiter. Er zeigt neueste Entwicklungen im „3D Druck als Produktionstechnologie für Serienteile im Möbelbereich.“

Das komplette Programm finden Sie hier: https://bit.ly/3NH3JSq

Auf der „Product Stage“ gibt es heute kein Programm.