Zum Hauptinhalt springen

Autor: Möbelfertigung

Neue Vorsitzende der Geschäftsführung

Wechsel an der Spitze von Paidi: Anne-Laure Bigot folgt auf Roland Mayer als Geschäftsführerin Vertrieb und Marketing. Als ehemalige General Managerin von Geuther Kindermöbel sowie VP Sport bei Cybex ist sie in der Baby- und Kinderbranche keine Unbekannte und wird sie als Vorsitzende der Geschäftsführung das Traditionsunternehmen und die Marke weiter stärken.

Die gebürtige Französin Bigot startete ihre Karriere als Key Account Managerin in der Fashionbranche bei Esprit in Paris bevor sie 2003 nach Deutschland übersiedelte, um für Adidas in Herzogenaurach im Bereich Produktmanagement und -marketing zu arbeiten. „Als die weltweite Nummer 1 im Sportartikelbereich, Nike, an meine Tür klopfte, war für mich sehr schnell klar, dass ich diese Herausforderung annehmen würde und verließ Adidas”, so Bigot. Über zehn Jahre war sie für Nike tätig, u.a. als Marketing Director, wo sie mit ihrem Team das Umsatzwachstum vorantrieb sowie in ihrer Position als General Managerin, in der sie für die neu geschaffene „Nike Womens Offense” die Marketing- und Sales-Strategie für die Gewinnung der weiblichen Zielgruppe entwickelte.

Nach einer kurzen Phase als selbständige strategische Beraterin im Bereich Markenkommunikation, heuerte sie bei Cybex an, der Lifestylemarke für Eltern. Dort leitete sie den Aufbau eines neuen globalen Geschäftsfeldes im Bereich Sports Goods, bevor sie im Jahr 2021 zu der traditionsreichen Marke Geuther wechselte.

Zu ihrem Start bei Paidi sagt Bigot: „Ich freue mich sehr, meine jahrelange Erfahrung und meine Leidenschaft für Marke und Markenführung bei Paidi einzubringen – und gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen das Unternehmen als die Marke für Kinder- und Jugendmöbel weiter zu etablieren und stärker im Ausland auszubauen.”

Die beiden PAIDI-Geschäftsführer, Mario Pape (Geschäftsführung Technik) und Andreas Reiter (Geschäftsführung Finanzen), begrüßen die Entscheidung der Welle Holding „[…] eine kompetente Branchenkennerin und Markenführungsspezialistin als Vorsitzende der Geschäftsführung einzusetzen.“.

Der frühere Geschäftsführer Roland Mayer verließ das Unternehmen in beiderseitigem Einvernehmen mit sofortiger Wirkung. Die Gründe lagen in unterschiedlichen Auffassungen bezüglich der strategischen Ausrichtung. „Ich bin dankbar, dass ich in den letzten fast zehn Jahren bei PAIDI in verschiedenen Positionen tätig sein konnte und vor allem mit so einem tollen Team erfolgreich auch durch die herausfordernde Zeit der Pandemie gehen durfte. Ich wünsche meiner Nachfolgerin alles Gute“, so Mayer.

Nachhaltigkeit ist nie zu Ende gedacht

Windmöller ist mit seinem Bio-Polyurethan-Werkstoff „Ecuran“ seit Jahren ein Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Über den aktuellen Stand der Entwicklung, die brandneue Kollektion „Wineo 1000“ ­sowie Fortschritte bei der Digitaldruck-Anlage, sprach die „möbelfertigung“ mit CEO Matthias Windmöller, Annika Windmöller, Corporate Communication, und Florian Ross, Head of Product Management.

Mit „Pioneer Thinking“ aus Ostwestfalen in die Welt: Nachhaltigkeit und Wohngesundheit sind Top-Themen unserer Zeit. In beiden Bereichen ist Windmöller seit Jahren ganz vorne dabei. Und zwar dank des auf Biobasis produzierten Hochleistungsverbundwerkstoffes „Ecuran“. Auf dieser Bio-Polyurethanbasis können sowohl bis zu 35 Mio. Quadrameter Akustik­systeme als auch bis zu 6 Mio. Quadratmeter „Purline“ Bioböden jährlich produziert werden. „Gerade die Akustikmatten sind für uns ein elementares Standbein im OEM-Geschäft“, erklärt Annika Windmöller, im Unternehmen für Corporate Communication zuständig. „Wir hatten zwei Möglichkeiten: Entweder wir nutzen ,Purline‘-Bioböden ,nur‘ für uns und bleiben damit ein Nischenanbieter. Oder wir vertreiben es mit Partnern und etablieren damit erfolgreich ein markenübergreifendes Produktsiegel, das für Nachhaltigkeit und Qualität steht. Wir haben uns für Zweiteres entschieden“, ergänzt CEO Matthias Windmöller. „Dabei wollten wir unter anderem über eine entsprechende Labelung einen hohen Wiedererkennungswert wie beispielsweise bei ,Intel Inside‘ anstreben. Also haben wir die Marke
,Ecuran‘ etabliert.“

„In der Branche kennt man die ,Ecuran‘-­basierten Produkte aus unserem Hause. Im Objekt- und Endverbraucher-Segment arbeiten wir kontinuierlich an dem Ausbau der Markenbekanntheit“, sagt Annika Windmöller.

„Unser großes Ziel ist, Bio-PU-Boden als eine feste Kategorie in der Bodenbranche zu etablieren. Und das eben unter dem Label ,Ecuran‘“, fasst Matthias Windmöller die Bestrebungen zusammen. Konsequent, denn die nachhaltige Langfrist-Strategie von Windmöller sieht vor, sich auf die nachhaltige, dennoch strapazier­fähige Gattung der Bio-PU-Beläge zu fokussieren. In den letzten Jahren wurde daher immens in das Produkt investiert.

In Augustdorf, dem Firmen-Stammsitz, wird momentan außerdem eine einzigartige Digitaldruckanlage in Betrieb genommen, die für den Umgang mit dem hauseigenen Werkstoff eingefahren wird. Die Anlage auf die spezifischen Parameter von „Ecuran“ anzupassen ist immens herausfordernd und verlangt dem Forschungs- und Entwicklungsteam von Windmöller aktuell alles ab.

Die neue Kollektion „Wineo 1000“

„Das Thema Individualität wird auch im Bodenbereich immer wichtiger. Nicht nur bei Objekten sondern auch im Residential-Bereich“, begründet Florian Ross das Invest. Darum differenzieren wir innerhalb der Bioboden-Gattung zukünftig zwischen zwei Oberflächentechnologien. Der bisherigen „Performance Surface“, die für die hohe Beanspruchung im Objekteinsatz entwickelt wurde und der neuen „Nature Surface“. Diese setzt mit ihrer matten, gebürsteten Optik und Haptik sowie synchron strukturierter Oberflächen neue Standards im Segment ökologischer Bodenbeläge für den privaten Einsatz.

Die brandneue Kollektion für den Wohnbereich, „Wineo 1000“, besteht aus den Trendwelten „Feel it“, „Go up“, „Look back“ und „Talk about“. Sie ist mit den Nutzungsklassen 23 / 32 für starke Beanspruchung im privaten Wohnbereich geeignet. In den Produktlinien „Basic“ und „Premium“ stehen 22 Holzdesigns und vier Betonoptiken zur Verfügung. Zukünftig ist aber dank Digitaldruck ein erheblicher Ausbau der Designs denkbar. „Auch für unsere Partner können wir dann sicherlich mal kleinere Serien herstellen“, sagt Florian Ross. Für den Objektbereich also stark beanspruchte Flächen bietet ­Windmöller in der Range der Bioböden die Kollektionen „Wineo 1200“ und „Wineo 1500“, in der neben modernen Plankenformaten auch attraktive Rollenformate zu finden sind.

Immer noch nachhaltiger

Genauso wichtig wie das Design ist aber die Technik hinter dem „Purline“-Boden. Bei den Themen Wohngesundheit, Nachhaltigkeit und auch in Sachen smarte Verarbeitbarkeit ist Windmöller Spitzenklasse. Im Moment wird das Bio-Polyurethan, dass das Unternehmen bereits vor mehr als zehn Jahren erfunden hat, aus Rizi­nusöl hergestellt. „Das Schöne daran ist, dass die Rizinuspflanzen auf sehr kargem Untergrund wachsen und daher keine Feldfläche für andere Pflanzen wegnehmen“, sagt Florian Ross. Seit etwa zwei Jahren ist Windmöller Mitglied der Sustainable Castor Association, die sicherstellt, dass das Öl auch korrekt angebaut wird. Seit 2018 ist „Ecuran“ auch „cradletocradle“-zertifiziert. „Über 50 Prozent unserer Umsätze gehen auf so zertifizierte Produkte zurück“, so Ross weiter.

Eigentlich also alles bestens bei dem Werkstoff, aber Windmöller möchte noch mehr. Da das Rizinusöl aus Übersee eingeschifft werden muss, bietet die Klimabilanz von „Ecuran“ weiteres Optimierungspotential. „Darum arbeiten wir an Alternativen, zum Beispiel Rapsöl oder Sonnenblumenöl“, erläutert Annika Windmöller. „Damit wäre das ganze Logistik-Thema ökologischer gestaltet.“ Dafür hat das Unternehmen 2018 eine komplett neue Firma ins Leben gerufen: Die Ulrich Windmöller Innovation arbeitet ausschließlich an der Weiterentwicklung von Bio-Ölen. Ein klares Bekenntnis dafür, dass Nachhaltigkeit nie zu Ende gedacht ist.

In die Zukunft sieht Windmöller optimistisch, aber auch realistisch. „Da jetzt die Covid-Beschränkungen mehr oder weniger aufgehoben sind, geben die Leute ihr Geld sicher erst mal für Urlaub und Veranstaltungen aus. Die derzeitige Inflation regt auch nicht unbedingt dazu an, über einen neuen Fußboden nachzudenken. Auf der anderen Seite erwarten wir, dass die angespannte Lieferketten-Situation sich noch in diesem Jahr verbessert. Besonders erfreulich entwickelt sich aktuell der Objektbereich“, erklärt Matthias Windmöller. Dafür wurde in den Monaten unter anderem der Vertrieb neu organisiert. Das Objektgeschäft wird jetzt autark geführt.

Zudem sieht Windmöller Chancen und überproportionale Wachstumsraten in den USA. In Ballungszentren wie den New-England-Staaten, Chicago und Kalifornien treffen nachhaltige und wohngesunde Produkte den Nerv der Zeit.

Wie Windmöller digital auf „Purline“-Böden druckt und dabei in der gleichen Anlage die „NatureSurface“-Oberfläche herstellt, wird das Unternehmen auf der übernächsten „Surface in Motion“ vorstellen.

Dieser Artikel erscheint mit vielen Bildern der „Wineo 1000“-Kollektion in der bald erscheinenden „möbelfertigung“ Ausgabe 4/22.

AMK

Hochwertige Küchen legten 2021 weiter zu – Zahlreiche Herausforderungen in 2022

Dass 2021 ein gutes Küchenjahr war, hat sich bereits durch die Bilanzen des Industrieverbands VdDK und einzelner Unternehmen gezeigt. Zur traditionellen Wirtschaftspressekonferenz im Kölner Messehochhaus lieferte die AMK dazu heute weitere Zahlen für die Branche, einschließlich der Entwicklung im Handel. So sind die Verkaufsumsätze mit Küchenmöbeln nach Berechnungen der GfK hierzulande im abgelaufenen Jahr um zehn Prozent nach oben geklettert. Dass die Verkaufsmenge im Vergleich dazu nur um drei Prozent zugelegt hat, sei außer den allgemeinen Preisanpassungen an die Kosten wiederum der anhaltend steigenden Nachfrage nach höherwertigen Küchen zu verdanken, wie AMK-Geschäftsführer Volker Irle resümierte. Gleiches spiegelt sich bei den Elektrogeräten wider, die laut GfK ihren Umsatz um 5 Prozent verbessert haben, obwohl die Menge sogar um rund 3,5 Prozent zurückgegangen ist. Besonders stark entwickelten sich Einbaukochfelder (+11,2 Prozent) und Einbaukühlgeräte (+11,6 Prozent).

Insgesamt legten die Auftragswerte 2021 um 6,8 Prozent zu, sodass der Durchschnitt nun bei 10.337 Euro VK liegt, also immerhin um 659 Euro höher als 2020. Allein die Premiumküchen über 20.000 Euro, die rund ein Fünftel des Marktes ausmachen, haben nochmals 28 Prozent mehr Umsatz eingebracht, wie Markus Wagenhäuser, Director MDA Market Intelligence GfK, heute in Köln betonte. Während Küchen unter 10.000 Euro zugleich um 4,2 Prozent verloren haben. Bei Geräten sei die Energieeffizienz (gerade nach den jüngst verschärften Label-Anforderungen) ein starkes Verkaufsargument. Die steigende Akzeptanz, im Home Office zu arbeiten, sorge laut Umfrage auch für ein erhöhtes Interesse, zu Hause zu kochen (bei 65 Prozent).

Die Entwicklung sei besser als gefühlt und trotzdem fragil, stellte dazu Frank Jüttner (Miele) als neuer AMK-Vorstandssprecher fest. Zwar ging die IWF-Prognose im April noch von 3,6 Prozent Wirtschaftswachstum aus, was den immer wichtiger werdenden Export stützt, doch vor allem die hohe Inflation (bei einer Quote von 6,6 Prozent oder mehr) stelle den gewohnten Erfolgskurs infrage. Bis April 2022 war jedoch die Umsatzlage in der Küchenmöbelindustrie noch sehr stabil (+14,5 Prozent laut VdDK), wobei das Ausland allerdings schwächelte (- 2,1 Prozent). Hierzulande lassen bislang weiterhin hohe Auftragseingänge (+15,69 Prozent bis Ende Mai) bzw. der aufgelaufene Auftragsstau auf einen guten Jahresabschluss hoffen.

Wie es allerdings im kommenden Jahr aussieht, bleibt die große Frage. Dies führte AMK-Vorstandssprecher Markus Sander (Häcker-GF) anhand einzelner Faktoren aus. So wird für Europa erwartet, dass künftige Lohnerhöhungen die Inflation nicht ausgleichen werden. Und der Ukraine-Krieg dämpft bereits deutlich das Konsumklima. Chancenbieten weiterhin die hohe Bedeutung des eigenen Zuhauses, niedrige Arbeitslosigkeit und die Baukonjunktur, wenn denn nicht steigende Zinsen die Finanzierung erschweren. Derzeit gebe es allerdings noch hohe Bauüberhänge, die erfahrungsgemäß in eine weiterhin gute Küchennachfrage münden. Herausforderungen für die Industrie bleiben künftig auch die Rohstoff- und Transportkosten sowie die volatile Lieferkette. Aber vor allem die bislang nicht abzusehende Inflationsrate sorge für erhebliche Unsicherheiten beim künftigen Küchenabsatz. Deshalb sei für die Branche derzeit Resilienz das Schlüsselwort der Stunde, um sich von einseitigen Abhängigkeiten zu schützen.

Sorge vor Cyberangriffen auf Lieferketten nimmt zu

Unternehmen zeigen sich zunehmend über die wachsende Bedrohung von Cyberangriffen auf Lieferketten besorgt und setzen sich deshalb verstärkt mit möglichen Sicherheitsmaßnahmen auseinander. Dabei stehen insbesondere die Sicherheit der Daten von Kund:innen und Mitarbeiter:innen im Fokus, wie das 16. Hermes-Barometers „IT- und Datensicherheit in der Supply Chain“ von Hermes Germany, einer Umfrage unter 150 Logistikverantwortlichen deutscher Unternehmen, zeigt. Demnach waren 13 Prozent der Teilnehmer tatsächlich schon von Störungen oder Ausfällen der Lieferkette durch IT-Sicherheitsvorfälle betroffen – und sogar die Hälfte der Verantwortlichen (51 Prozent) sehen in IT-Sicherheitsproblemen wie Hackerangriffen oder Computerviren die größte Bedrohung für die eigene Supply Chain – ein Plus von zehn Prozentpunkten im Vergleich zu 2017. „Die Digitalisierung gewinnt zunehmend an Bedeutung, um Lieferketten resilienter und auch leistungsfähiger zu gestalten. Gleichzeitig sind sich Entscheider:innen auch zunehmend bewusst, dass sie sich einer wachsenden Bedrohungslage durch Cyberkriminalität stellen müssen“, erläutert Moritz Gborglah, Division Manager und Digitalisierungsexperte bei Hermes Germany die Ergebnisse.

Besonders sensible Unternehmensbereiche innerhalb der digitalen Lieferkette, die effektive Schutzmaßnahmen erfordern, sind laut Umfrage die Daten sowie der Datentransfer. Demnach sieht mehr als die Hälfte der befragten Logistikverantwortlichen (56 Prozent) ein besonders hohes Gefahrenpotenzial beim unerlaubten Zugriff auf Daten von Kund:innen sowie Mitarbeitenden. Für 41 Prozent der Befragten ist der automatisierte Datenaustausch mit Lieferanten und Partnern besonders gefährdet für mögliche Angriffe, bei größeren Unternehmen erreicht dieser Wert sogar 53 Prozent. Die Nutzung von Online-Bezahlsystemen und der Onlinehandel (je 39 Prozent) sowie die IT-gestützte Lagerhaltung (32 Prozent) bewerten hingegen nur rund ein Drittel der Teilnehmenden als besonders durch potenzielle IT-Sicherheitsvorfälle bedroht.

Mit 72 Prozent sagen darüber hinaus fast drei Viertel aller befragten Logistikentscheider:innen, dass sie innerhalb des Unternehmens über das nötige Know-how verfügen, um die Gefährdungen ihrer IT-Systeme auf ein tragbares Maß zu beschränken. Je größer das Unternehmen, desto höher ist das Vertrauen in die eigenen Abwehrmechanismen. Drei Viertel der Unternehmen (78 Prozent) verlässt sich dabei auf interne IT-Abteilungen. Lediglich sieben Prozent der Befragten setzten auf interne Cybersecurity-Experten zur Optimierung der IT-Sicherheit. „Die Absicherung der unternehmenseigenen IT-Umgebung allein reicht innerhalb eines globalen Liefernetzwerks jedoch nicht aus“, so Gborglah. „Mit zunehmender Vernetzung empfehlen wir Unternehmen, auch die Systeme ihrer Kooperationspartner im Blick zu haben. Transparenz in der Supply Chain spielt hier eine zentrale Rolle.“

58 Prozent der Teilnehmenden gehen davon aus, zunehmend von Sicherheitsvorfällen kooperierender Unternehmen betroffen zu sein. Zwar geben 48 Prozent an, über umfassende Informationen bezüglich der IT-Sicherheitssysteme und -maßnahmen ihrer Zulieferbetriebe zu verfügen – 2017 waren es noch 34 Prozent. Bei größeren Organisationen mit 250 bis 1.000 Beschäftigten sagen das jedoch lediglich 33 Prozent. „Größere Organisationen sind häufig noch weitreichender vernetzt. Hier über alle Maßnahmen innerhalb des Netzwerkes informiert zu sein, ist für Unternehmen nach wie vor eine große Herausforderung“, konstatiert Gborglah.

Für 67 Prozent der Befragten hat die Absicherung des Firmennetzwerkes gegen Datenabfluss höchste Priorität. Die Verschlüsselung von Netzwerkverbindungen und E-Mails halten 57 Prozent der Teilnehmenden für besonders effektiv. Gestiegen ist die Erwartung an positive Effekte durch Information und Weiterbildung von Management und Mitarbeitenden: Erkannten darin 2017 nur 25 Prozent der Entscheider*innen eine hohe Wirksamkeit, sind es heute 42 Prozent. Bei den größeren Unternehmen zwischen 250 und 1.000 Mitarbeiter:innen stieg der Wert sogar von 29 auf 67 Prozent.

Ein aktives Supply Chain Risk Management (SCRM), verbunden mit dem Einsatz einer Supply Chain Management Software zur Gewährleistung der Transparenz in komplexen Lieferketten spielt für die befragten Unternehmen derzeit noch eine untergeordnete Rolle. Während 42 Prozent der Verantwortlichen die Implementierung von Notfallplänen priorisieren, liegt der Wert für die Einführung eines Supply Chain Risk Managements (SCRM) bei 21 Prozent. Der Nutzung einer SCM-Software schreiben zwölf Prozent der Befragten eine höhere Relevanz für die IT-Sicherheit zu. „Verantwortliche scheinen sich des großen Potenzials bewährter Mechanismen und Technologien nicht in vollem Maße bewusst zu sein und unterschätzen infolgedessen deren Wirksamkeit im Hinblick auf die Verbesserung der IT-Sicherheit in der Supply Chain“, sagt Moritz Gborglah. Dabei könnten, so der Sicherheitsexperte, gerade solche Mechanismen und Systeme Transparenz schaffen und damit das Fundament für eine verbesserte IT- und Datensicherheit legen.

Das gesamte 16. Hermes-Barometer finden Sie hier.

Die neue Geschäftsführung steht

Nun wurden die Ende Mai dieses Jahres angekündigten Veränderungen in der Geschäftsführung der Rauch Gruppe vollzogen: Rainer Hribar übernimmt mit sofortiger Wirkung den Vorsitz der Geschäftsführung (CEO) von Michael Stiehl. In dieser Funktion wird er sich intensiv um die Weiterentwicklung und Neuausrichtung der Firmengruppe kümmern.

Michael Stiehl geht am Ende des laufenden Geschäftsjahres, zum 30.06.2022, in den Ruhestand, bleibt der Gruppe als Gesellschafter jedoch eng verbunden.

Andreas Bremmer übernimmt als Geschäftsführer die Bereiche Vertrieb und Marketing (CCO).

Johann Kellner ist als neuer Geschäftsführer im Spanplattenwerk zur Rauch Gruppe hinzugekommen. Er folgt auf Herrn Dr. Ralf Moog, der aus seinem Amt ausgeschieden ist. Daneben wird Klaus Dahlem ab dem 01.09.2022 die Geschäftsführung für den Bereich Operations (COO) übernehmen und damit die Geschäftsführung komplettieren. Dirk Streiber bleibt kaufmännischer Geschäftsführer (CFO) der Gruppe.

Die Gesellschafter und der Beirat der rauch Gruppe sind sehr zuversichtlich, mit dem neuen Führungsteam – trotz der schwierigen Marktverhältnisse – die Zukunft des Unternehmens erfolgreich zu gestalten.

„German Brand Award“ für „Blum Connects“

Das interaktive Veranstaltungsformat „Blum Connects“ für die „Interzum“ 2021 wurde mit dem begehrten „German Brand Award“ ausgezeichnet. Für die ausschließlich digital abgehaltene Weltleitmesse von Zulieferern für die Möbelbranche hat Blum Neuheiten, Lösungen und Designideen sowohl analog, digital, global als auch lokal präsentiert.

Mit dem Messeauftritt „Blum Connects“ war es für die weltweiten Kunden von Blum erstmals möglich, die Produktneuheiten interaktiv von zuhause aus zu erleben – mit digitalen Events, aber auch in direktem Austausch. Für dieses Konzept wurde das Familienunternehmen mit einem der renommiertesten deutschen Markenpreise ausgezeichnet: dem „German Brand Award“ in der Kategorie „Excellence in Brand Strategy and Creation – Brand Communication – Brand Events“. Dieser Wettbewerb prämiert Marken und ihre Macherinnen und Macher für wirkungsvolle Leistungen und wird jährlich vom German Brand Institute in Berlin ausgelobt. In diesem Jahr lag der Fokus besonders stark darauf, Marke und Produkte erlebbar zu gestalten.

„Wir haben mit verschiedenen kreativen Ansätzen mit ‚Blum Connects‘ bewusst einen Auftritt kreiert, der sich von einer rein digitalen Messe abhebt. Unsere Produkte leben davon, dass sie begriffen werden. In Zeiten, in denen physische Präsenz nicht möglich war, haben wir es geschafft, uns trotzdem direkt mit unseren Kunden weltweit auszutauschen und unsere Beschläge erlebbar zu machen“, freut sich Philipp Blum, Geschäftsführer von Blum, besonders über diese Auszeichnung. Mit einem Live-Studio, digitalen Meetings, Einladungen zu persönlichen Treffen in den Blum-Schauräumen und einer Microsite konnten die Kunden Produktneuheiten und Designtrends von zuhause oder vom Büro aus erleben – in einem spannenden Mix aus digitalen und analogen Events. Der persönliche Dialog als einer der wichtigsten Unternehmenswerte war mit digitalen Meetings in kleinem Rahmen und, wo immer möglich, mit dem Angebot des haptischen Erlebens ergänzt.

pro-K

„Günter-Schwank-Preis“-Gewinner 2022

Der mit insgesamt 5.000 Euro dotierte „Günter-Schwank-Preis“ wird seit 2001 jedes Jahr an die besten Verfahrensmechaniker/ -innen für Kunststoff- und Kautschuktechnik eines Jahrgangs verliehen. Der Preis ist nach dem Pionier und Visionär der Kunststoffe verarbeitenden Industrie, Günter Schwank, benannt. In diesem Jahr werden 14 herausragende Nachwuchskräfte ausgezeichnet.

Vor dem Hintergrund des sich weiter zuspitzenden Fachkräftemangels kommt der Nachwuchsarbeit des pro-K Industrieverband Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e. V. eine ganz besondere Bedeutung zu. Mit dem „Günter-Schwank-Preis“ für herausragende Leistungen in der Berufsausbildung zum/zur Verfahrensmechaniker/-in für Kunststoff- und Kautschuktechnik, will der Verband einerseits Spitzenleistungen sichtbar machen und andererseits ein Schlaglicht auf die duale Berufsausbildung in der Kunststoffe verarbeitenden Industrie legen.

„Kunststoff ist ein faszinierender Werkstoff und hierfür wollen wir junge Menschen begeistern. Mit dem ,Günter-Schwank-Preis‘ leisten wir einen wichtigen Beitrag Beruf und Branche sichtbar zu machen“, hebt Ralf Olsen, Hauptgeschäftsführer des pro-K Industrieverband Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e. V. und verantwortlich für die Bildungspolitik und Berufsbildung in der Kunststoffe verarbeitenden Industrie, hervor.

Der Nachwuchspreis ist nach Günter Schwank benannt, der sich in seinen Funktionen als Präsident und Ehrenpräsident des Gesamtverbands Kunststoffverarbeitende Industrie e. V. sowie als Ehrenvorstandsmitglied im pro-K Industrieverband Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e. V. ganz besonders für die Nachwuchsförderung engagierte. Für ihn war dies immer der Schlüssel zum Erfolg der Branche.

Mit dem „Günter-Schwank-Preis“ 2022 werden ausgezeichnet:
Carina Raab, emz – Hanauer GmbH & Co KGaA; David Elsesser, Pöppelmann Kunststoff-Technik GmbH & Co. KG; Mira Hilke Dams, Pöppelmann GmbH & Co. KG Kunststoffwerk-Werkzeugbau; Lukas Warnke, Pöppelmann Kunststoff-Technik GmbH & Co. KG; Lukas Wandelt, Possehl Electronics Deutschland GmbH; Laura Carina Niehoff, Plastics Omnium Automotive Exteriors GmbH; Tim Kamenzin, Evonik Operation GmbH; Lars Bachmann, Thomas Magnete GmbH; Carolin Binder, Rehau Industries SE & Co. KG; Jakob Münch, Rehau Industries SE & Co. KG; Max Schmitz, Rehau Industries SE & Co. KG; Robin Kühn, Continental Reifen Deutschland GmbH.

Darüber hinaus werden Lukas Miethaner, Roding Automobile GmbH und Jan Markwitz, ContiTech Schlauch GmbH als jeweilige Bundesbeste der Fachrichtung Faserverbundtechnologie bzw. Mehrschichtkautschukteile ebenfalls mit dem „Günter-Schwank-Preis“ geehrt.

Neben der Auszeichnung der Absolventen und Absolventinnen werden auch die ausbildenden Unternehmen sowie die beteiligten Berufsschulen mit einer Urkunde gewürdigt. Der Carl Hanser Verlag unterstützt die Preisträger zudem mit einem Jahresabonnement der Zeitschrift Kunststoffe.

IKEA

Zieht sich aus Russland und Belarus weiter zurück

Ikea fährt seine Präsenz in Russland und Belarus weiter stark zurück. „Leider haben sich die Umstände nicht gebessert und der verheerende Krieg geht weiter. Unternehmen und Lieferketten auf der ganzen Welt sind stark betroffen, und wir sehen nicht, dass es möglich ist, den Betrieb in absehbarer Zeit wieder aufzunehmen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Aus diesem Grund bleibt das Einzelhandelsgeschäft weiter eingestellt, die Bestände in den russischen Häusern werden verkauft und die Belegschaft reduziert.

Darüber hinaus sollen alle vier Fabriken des Industrieunternehmens von Inter Ikea in Russland verkauft werden. Zudem bleiben der Im- und Export von Ikea-Produkten nach und aus Russland und Belarus gestoppt. Die beiden Einkaufs- und Logistikbüros von Inter Ikea in Moskau und Minsk werden dauerhaft geschlossen.

Gründer und CEO Stefan Smalla verlässt den Vorstand

Wechsel an der Spitze: Nach elf Jahren scheidet Westwing-Gründer und CEO Stefan Smalla zum 30. Juni 2022 im gegenseitigen Einvernehmen aus dem Vorstand aus. Wie der Online-Anbieter mitteilte, wird er dem Unternehmen aber weiterhin beratend zur Seite stehen. Seine Nachfolge tritt zum 1. Juli der derzeitige Chief Commercial Officer Andreas Hoerning an. Dieser ist seit mehr als sieben Jahren bei Westwing tätig und hat die Westwing Collection mit einem Gross Merchandise Volume von mehr als 200 Mio. Euro aufgebaut, das heute ca. 37 Prozent des Umsatzes und mehr als 50 Prozent des Gewinns erwirtschaftet. Darüber hinaus ist er für alle kommerziellen Bereiche von Westwing verantwortlich.

„Nachdem ich Westwing gegründet und das Unternehmen elf Jahre lang als CEO geführt habe, bin ich sehr stolz auf das, was wir erreicht haben, und unserem Team für immer dankbar. Es ist eine Kernaufgabe des Gründer-CEOs, dafür zu sorgen, dass das Unternehmen zum richtigen Zeitpunkt an einen neuen CEO übergeben wird, der das Unternehmen auf ein noch höheres Niveau bringen wird. Dieser neue CEO ist Andreas, mit dem ich seit mehr als sieben Jahren erfolgreich zusammenarbeite und der seit einigen Jahren mein interner Nachfolger ist. Er ist ein brillanter Unternehmer, Retailer und Leader. Er hat großartige Ergebnisse erzielt, indem er die Westwing Collection von Grund auf aufgebaut hat und heute einige der wichtigsten Bereiche unseres Unternehmens als Chief Commercial Officer leitet. Ich persönlich freue mich darauf, Westwing in einer beratenden Funktion und als Aktionär weiter zu unterstützen. Wie es für mich beruflich weitergeht, habe ich noch nicht entschieden“, erklärt Smalla.