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Autor: Möbelfertigung

Baupreise für Wohngebäude sind zweistellig gestiegen

Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude in Deutschland sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im August 2022 um 16,5 Prozent gegenüber August 2021 gestiegen. Im Mai 2022, dem vorherigen Berichtsmonat der Statistik, waren die Preise im Vorjahresvergleich bereits um 17,6 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Mai 2022 erhöhten sich die Baupreise im August 2022 um 2,6 Prozent. Alle Preisangaben beziehen sich auf Bauleistungen am Bauwerk einschließlich Mehrwertsteuer.

Die Preise für Rohbauarbeiten an Wohngebäuden stiegen von August 2021 bis August 2022 um 15,5 Prozent. Den größten Anteil an den Rohbauarbeiten und auch am Gesamtindex für den Neubau von Wohngebäuden haben Betonarbeiten und Mauerarbeiten. Betonarbeiten sind gegenüber August 2021 um 18,2 Prozent teurer geworden, Mauerarbeiten um 13,1 Prozent. Für Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten erhöhten sich die Preise um 19,6 Prozent, Erdarbeiten waren 15,3 Prozent teurer als im August 2021. Zimmer- und Holzbauarbeiten kosteten nach dem kräftigen Anstieg im August 2021 (+46,5% gegenüber August 2020) 2,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Preise für Ausbauarbeiten nahmen im August 2022 gegenüber dem Vorjahr um 17,4 Prozent zu. Hierbei erhöhten sich die Preise für Tischlerarbeiten um 19,6 Prozent. Diese haben unter den Ausbauarbeiten den größten Anteil am Preisindex für Wohngebäude. Bei Heizanlagen und zentralen Wassererwärmungsanlagen stiegen die Preise um 18,0 Prozent, bei Nieder- und Mittelspannungsanlagen um 16,7 Prozent. Die Preise für Wärmedämm-Verbundsysteme erhöhten sich um 15,5 Prozent.

Die Preise für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden (ohne Schönheitsreparaturen) nahmen gegenüber dem Vorjahr um 16,2 Prozent zu. Die Neubaupreise für Bürogebäude stiegen um 18,0 Prozent und für gewerbliche Betriebsgebäude um 17,7 Prozent. Im Straßenbau erhöhten sich die Preise um 18,5 Prozent gegenüber dem August 2021.

Tritt dem Klimapakt bei

Der „Klimapakt für die Möbelindustrie“ wächst weiter: Neu dabei ist der Polstermöbelhersteller Koinor aus Michelau. Der Hersteller hat sich dem Klimaschutz verschrieben und gemeinsam mit einer professionellen Klimaschutzberatung seinen CO2-Fußabdruck (Carbon Footprint) für das Bilanzierungsjahr 2021 sowie CO2-Einsparpotenziale ermittelt.

Nachhaltigkeit wird bei Koinor seit Jahrzehnten durch die Unterstützung zahlreicher Projekte in sozialen, kulturellen und ökologischen Bereichen gelebt. Verantwortungsbewusstsein zeigt sich durch die gleichnamige Stiftung des Firmengründers Horst Müller, die in den vergangenen Jahren rund zwei Millionen Euro gespendet hat, und auch über das klare Bekenntnis zum Standort. Die von der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM) geprüfte und vergebene Auszeichnung „Möbel Made in Germany“ erhielt Koinor im Jahr 2020 für seine komplette Kollektion, bestehend aus Dining- und Polstermöbeln.

Zielstrebig plant das oberfränkische Unternehmen nun den CO2-Ausstoß in den nächsten drei Jahren um 40 Prozent zu reduzieren. Die verbleibenden Emissionen werden durch Investitionen in zertifizierte Klimaschutzprojekte kompensiert, um ab 2023 vollständig klimaneutral zu sein. Den Ambitionen folgen Taten. So arbeitet man bereits daran, Maßnahmen umzusetzen: Umrüstung der Beleuchtung auf LED-Technik, Heizsysteme mit CO2-neutraler Technik, Umstellung auf 100 Prozent Ökostrom, Umrüstung des LKW- und PKW-Fuhrparks, energetische Sanierung aller Gebäude, Photovoltaik-Anlage für Eigenstromerzeugung und weitere.

Immer mehr Möbelhersteller, die meisten davon Mitglieder der DGM, schließen sich der Klimaschutzinitiative der Möbelindustrie an, um ihr Pflichtgefühl für das Klima und für kommende Generationen zu verdeutlichen – so wie jetzt Koinor.

„Wir freuen uns sehr, dass der renommierte Polstermöbelhersteller Koinor seinen hohen Anspruch in Sachen Qualität und Nachhaltigkeit durch den Beitritt in den Klimapakt untermauert. Seit 1998 trägt das Unternehmen das ‚Goldene M‘ und jetzt dürfen wir das Engagement von Koinor zusätzlich mit unserem Klimalabel bescheinigen“, so DGM-Geschäftsführer Jochen Winning und er ergänzt: „Ganz ohne CO2-Emissionen funktioniert die Möbelfertigung zwar nicht, aber es ist trotzdem ein sehr wichtiger und richtiger Schritt, wenn Unternehmen wie Koinor ihr Klimabewusstsein schärfen und ihre Emissionen so weit wie möglich reduzieren.“

Der „Klimapakt für die Möbelindustrie“ wurde im Jahr 2016 von der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM) ins Leben gerufen, die sich bereits seit 1963 für geprüfte Möbelqualität einsetzt und abgesichert durch unabhängige Prüfinstitute das RAL Gütezeichen „Goldenes M“ vergibt.

„Das ‚Goldene M‘ steht für Sicherheit, Langlebigkeit und einwandfreie Funktionen sowie Gesundheits- und Umweltverträglichkeit von Möbeln. Mit dem Klimapakt wollten wir noch einen Schritt weiter gehen. Die Möbelindustrie übernimmt hier eine Vorbildfunktion innerhalb der deutschen Wirtschaft. Wir hoffen, dass sich viele weitere Unternehmen und Branchen anschließen“, sagt DGM-Geschäftsführer Jochen Winning abschließend.

Jetzt Mitglied im Colornetwork

Hülsta ist neues Mitglied im Colornetwork und damit bereits das 35. Mitglied in dem Farbverbund, der zunehmend an Bedeutung gewinnt, wenn es um Nachhaltigkeit und Farbsicherheit in der Inneneinrichtung geht – von der Zulieferindustrie über den Point of Sale bis hin zu ganzheitlichen Interior-Konzepten im Objektbereich.

Die Wahl der jährlichen „Sustained Color“ durch ein unabhängiges, hochkarätiges und wechselndes Expertengremium aus Innenarchitekten, Produktdesignern und Trendexperten gewährleistet, dass die Farben zeitlos bleiben und sich immer wieder neu kombinieren lassen. Somit bildet das Colornetwork ein Gegenmodell zum „Fast Fashion“-Ansatz, der auch den Einrichtungsmarkt negativ beeinflusst. Deshalb verpflichten sich die teilnehmenden Unternehmen im Colornetwork zu Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der Vorteil: Planer, Bauherren oder Architekten können zum Beispiel sehen, wo und wie ein Produkt produziert wurde, welche Materialien und Stoffe darin enthalten sind, ob es recyclingfähig ist und wie lang die Transportstrecke gewesen ist.  

Umwelt- und Verbraucherschutz sind wesentlicher Bestandteil des Markenkerns bei Hülsta, diese Werte werden nun einmal mehr mit der Partnerschaft im Colornetwork sichtbar gemacht. Das 1940 gegründete Familienunternehmen sieht sich verpflichtet, Möbel zu bauen, die in der Klimabilanz keinerlei Schaden für nachfolgende Generationen anrichten: „Wir beteiligen uns gern an einer Initiative, die zur Wertschöpfung in unserer Branche beiträgt. Das Colornetwork ist eine wichtige Instanz geworden, um das Einrichten nachhaltiger und gleichzeitig trendgerecht zu gestalten“, sagt Anika Lechtenberg, Head of Design bei Hülsta.

Bei der Produktentwicklung und bei der Einrichtungsplanung wird hülsta nun verstärkt auf die aktuell sechs „Sustained Colors“ zurückgreifen. Die neue, siebte Colornetwork-Farbe wird im Rahmen der Möbelvisionen 2022 im Furniture Future Forum in Bünde am 10. November vorgestellt.

„Dass ein führender Hersteller wie Hülsta sich dem Colornetwork anschließt, zeigt, dass wir mit unserem interdisziplinären Ansatz sowohl für kleinere Unternehmen, aber auch für ganz große Unternehmen Sinn stiften. Wir freuen uns sehr über dieses Signal aus Stadtlohn und den Schub, den dieser Beitritt für das gesamte Colornetwork auslöst“, sagt Katrin de Louw, Initiatorin des Colornetwork und Trendfilter-Geschäftsführerin.

„New Array – neue Ordnung“ ist das Thema der Automotive Color Trends 2022-2023

Jedes Jahr erstellen die Designer des Unternehmensbereichs Coatings von BASF eine neue Farbtonkollektion, um Automobildesigner weltweit zu inspirieren. Die Kollektion für 2022-2023 heißt „New Array“ und enthält innovative Farbtöne mit einem starken Fokus auf Nachhaltigkeit und Funktionalität. Gleichzeitig stellt sie neue und aufregende Farbräume vor.

Der Titel der Kollektion, „New Array“, bezieht sich auf den Prozess der bedachten Aufstellung neuer Werte als Reaktion auf immer neue Anforderungen. Dieser Veränderungsprozess lässt sich mit einer Fahrt auf einer Rolltreppe vergleichen – also einem Übergangszustand – der weder zur vorherigen noch zur nächsten Ebene gehört und in dem man sich in einem eingegrenzten Raum zwischen den beiden Ebenen bewegt. Die Farben der Kollektion tauchen ein in diesen Raum, um den Blick auf die Zukunft der Mobilität zu richten.

Die Farben von Europa, dem Nahen Osten und Afrika weisen eine große Buntheit mit spektakulären neuen Pigmenten auf, die attraktive und intensive neue Farbtöne ermöglichen. Die dunkleren Töne sind fein und wirken geschmeidig. Neutrale Farbtöne spielen mit einem virtuellen Look, indem subtile Farbinformationen hinzugefügt werden. Effekte unterstützen die Idee und den visuellen Eindruck.

„Insgesamt zeigt sich Identität nicht nur durch Einzigartigkeit, sondern auch durch die Fähigkeit, den bereits einzigartigen Charakter verschiedener Farbpositionen oder Effekte subtil zu erweitern“, sagt Mark Gutjahr, Leiter Automotive Color Design, EMEA.

In einem Übergangsraum spenden uns die Farbtöne der Region Asien-Pazifik Trost, Glück, Esprit sowie Lösungen, die die menschliche Individualität widerspiegeln, die zunehmend an Bedeutung gewinnt. Sie zeigen den Menschen, wie sie mit ihren eigenen Erfahrungen achtsam und lebendig umgehen können.

„Die Farben von Asien-Pazifik umreißen eine positive und realistische Zukunft. Sie beschreiben unsere eigene Geschichte und ermöglichen uns, fernab vom gesellschaftlichen Druck unsere bunte Identität auszuleben“, sagt Chiharu Matsuhara, Leiterin Automotive Design, Asien-Pazifik.

Die Gesellschaft setzt sich damit auseinander, welche Richtung sie einschlagen will, ob sie sich in eine radikal andere Ästhetik bewegen will. Das Farbspektrum spielt dabei dennoch mit raffinierter Optik und überzeugenden Effekten. Die amerikanischen Farben verströmen durch Tiefe, Struktur und Kompatibilität die Visionen des Fortschritts. Natürliche und vereinfachte Ausdrucksformen inspirieren sowohl Individuen als auch Gemeinschaften dazu, sich auf Übergangsräume einzulassen.

„Emotionen wie auch Lebenseinstellungen sind eng mit der individuellen und gemeinschaftlichen Identität verbunden. Ein bewusster Umgang mit diesen Aspekten von Identität ist der Schlüssel für die Menschen zu einer positiven Lebenshaltung und Akzeptanz, auch über den Alltag hinaus“, sagt Liz Hoffman, Leiterin Automotive Design, Nord- und Südamerika. „Die Bewegung durch den Übergangsraum mit seinen Unwägbarkeiten kann letztlich Grundlage und Möglichkeiten bieten, in die Zukunft zu blicken.“

„Tech Together“

Morgen startet die zweite Auflage der Hausmesse

Geballte Maschinen-, Anlagen- und Zuliefererkompetenz in der Holzbearbeitung: Das beweisen ab morgen wieder zahlreiche Hersteller in Ostwestfalen mit der zweiten Auflage der Hausmesse „Tech Together“. Bis Donnerstag öffnen Düspohl Maschinenbau, Heinrich Kuper, Hesse, Hymmen Maschinen- und Anlagenbau, Koch Technology, Lehbrink Spezialmaschinen, MB Maschinenbau, Venjakob Maschinenbau und Wehrmann Holzbearbeitungsmaschinen ihre Pforten. Teilweise auch mit sehr attraktivem Sonderprogramm für die Besucher: Hymmen begrüßt im firmeneigenen Technikum in Rödinghausen beispielsweise am 18.10. den Gastredner Wilhelm Klat (M. Sc.), der gegen 13:30 Uhr einen Impulsvortrag zum Thema künstliche Intelligenz halten wird. Klat ist als „Computer Vision Specialist“ wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Angewandte AI an der FH Bielefeld und Geschäftsführer der Circovision UG. Im Anschluss an diese Keynote folgt eine Podiumsdiskussion mit Dr. René Pankoke, geschäftsführender Gesellschafter und CEO von Hymmen. Bei Venjakob warten Betriebsrundgänge, Expertengespräche und Maschinenvorführungen wie beispielsweise für den Bereich Kante oder die Präsentation der „Ven Spray One“ als Einstieg in die automatische Beschichtung. Bei MB Maschinenbau warten im hochmodernen Multimedia-Showroom unter anderem der Doppelendprofiler „Roba Fusion“ und die Bürstenschleifmaschine „Roba Split Belt“.

Für weitere Informationen rund um die zweite „Tech Together“, die bis einschließlich Donnerstag läuft, und die Anmeldung bei einzelnen Unternehmen eignet sich am besten die Microsite www.tech-together.de

Beginnt mit Holzfaserdämmplattenproduktion auf neuer Dieffenbacher-Anlage nach weniger als einem Jahr Bauzeit

Am ersten April 2021 beauftragte die bayerische Ziegler Group Dieffenbacher mit der Lieferung einer Gesamtanlage zur Produktion von Holzfaserdämmplatten. Trotz eines kurzfristigen Standortwechsels von Bärnau 50 km westlich nach Grafenwöhr begann der Bau der neuen Anlage nur fünf Monate später, am ersten September 2021. Nach einer rekordverdächtigen Bauzeit von weniger als einem Jahr wurde am 30. August 2022 die erste Holzfaserdämmplatte produziert.

„Wir freuen uns sehr, dass unsere neue Dieffenbacher-Anlage so schnell und erfolgreich gestartet ist“, erläutert Andreas Sandner, kaufmännischer Geschäftsführer der Ziegler Group. Der Dieffenbacher-Gesamtanlagenauftrag umfasste unter anderem den Fasertrockner, das „EVOjet M 2.0“ Beleimungssystem, die Formstation und den Formstrang mit Vorpresse, die Aushärteeinheit „CSS Continuous Steam Press System“ sowie den Rohplattentransport, die Elektrik und Automatisierung und die digitale Serviceplattform „My Dieffenbacher“.

„Ohne die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Partnern, in diesem Fall vor allem mit unseren Freunden von Dieffenbacher, hätten wir diese rekordverdächtige Bau- und Fertigstellungszeit niemals erreichen können. Eine Meisterleistung, die – vor allem vor dem Hintergrund des Standortwechsels und der Beschaffungskrise während der Pandemie – niemand in der Branche für möglich gehalten hat“, so Sandner. „Unser besonderer Dank gilt dem gesamten Dieffenbacher-Team, das es trotz der widrigen Umstände geschafft hat, unsere hohen Anforderungen an Produktqualität und Energieeffizienz in dieser kurzen Zeit zu erfüllen.“

Zusätzlich zu der gerade fertiggestellten Holzfaserdämmplattenanlage hat die Ziegler Group Dieffenbacher mit der Lieferung eines weiteren Fasertrockners für die Produktion flexibler Dämmmatten am gleichen Standort beauftragt. Der Bau hat im Juni begonnen und der Trockner mit einer Kapazität von zehn Tonnen pro Stunde soll im Oktober 2022 in Betrieb gehen.

5,6 % Umsatzplus in einem „gestörten Umfeld“

Der Ikea-Mutterkonzern vermeldet gute Zahlen für das Geschäftsjahr 2022. Demnach konsolidierte die Ingka Group im vergangenen Geschäftsjahr einen Einzelhandelsumsatz von 39,5 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (37,4 Mrd. Euro 2021). Strategisch lag der Fokus nach Aussage der Holding mit Sitz im niederländischen Leiden auf der beschleunigten Omnichannel-Transformation. Noch höhere Zahlen meldete heute die Inter IKEA Systems B.V., als Eigentümerin des Ikea-Konzepts und weltweite Franchisegeberin, die heute einen Einzelhandelsumsatz von 44,6 Milliarden Euro für alle 12 Gruppen von Franchisenehmern bekanntgab.

In der Pressemitteilung geht die Ingka Group gleich zu Beginn auf die mildtätigen Aktionen der Holding ein, die unter dem Motto „Ikea Vision“ zusammengefasst werden: „In einem außergewöhnlichen Jahr, in dem geopolitische und wirtschaftliche Herausforderungen die globale Wirtschaftslandschaft umgestalteten, konzentrierte sich die Ingka Gruppe darauf, ein besseres Alltagsleben für viele Menschen zu schaffen. Als der Krieg in der Ukraine ausbrach, reduzierte das Unternehmen seine Aktivitäten in Russland und stellte gemeinsam mit seinen Partnern, wie dem UNHCR und dem Roten Kreuz, Sachspenden zur Verfügung, unterstützte mit Arbeitsplätzen und richtete Unterkünfte für Flüchtlinge in ganz Europa ein.“

Jesper Brodin, CEO der Ingka-Gruppe, sagt über das Geschäft in außergewöhnlichen Zeiten: „Ich war noch nie so stolz auf die Ikea-Gemeinschaft. Das letzte Jahr hat uns wie nie zuvor auf die Probe gestellt – als Unternehmen, als Führungskräfte und als Menschen. Und wir haben uns der Herausforderung gestellt – solide Leistung in einem gestörten Umfeld, schwierige Entscheidungen, aber immer mit Blick auf die Bedürfnisse und Träume der vielen Menschen. Unsicherheiten werden auch in den kommenden Jahren Teil unseres Lebens sein, aber ich bin optimistisch und vertraue auf die Stärke unseres Zusammenhalts und unserer Ziele.“

Tatsächlich sei in den meisten der von Ikea besetzten Märkte ein Wachstum erreicht worden. Zu den Highlights des Jahres zählt für den Konzern das „Ikea Festival“ auf der Mailänder Designwoche 2022 und das „H22“ in Helsingborg in Schweden, wo Ikea seine Vorstellungen von der Zukunft des Wohnens, des Einzelhandels und des Designs vorgestellt hat, „mit einem klaren Fokus auf den Menschen und den Planeten“.

Das Unternehmen kündigte im Jahresverlauf Investitionen in Höhe von 3 Mrd. Euro in die weitere Expansion an und konnte in diesem Zusammenhang bereits neue Kunden in den ersten City-Stores in London, Stockholm, Toronto, Mumbai und Nizza begrüßen. Insgesamt sind weitere 52 Standorten zu dem Filialnetz hinzugekommen – darunter befinden sich allerdings ganz unterschiedliche Formate wie reguläre Stores, City Stores oder Planungsstudios. Daneben wurde in digitale Tools investiert – wie das KI-gestützte „Ikea Kreativ“. Gelder wurden auch für bestehende Einrichtungshäuser und neue Lieferplattformen freigemacht, um „das Kundenerlebnis und die Kundenzufriedenheit zu verbessern“. Die Ingka Gruppe investierte auch in eine Immobilie in der Oxford Street in London, wo sie ein weiteres Einrichtungshaus eröffnen wird. Die Holding liefert eine eigene Einschätzung über das Volumen: „Angesichts der steigenden Inflation und der zunehmenden Energie- und Rohstoffkosten hat das Unternehmen erhebliche Investitionen getätigt und ist weiterhin bestrebt, die Preise so niedrig wie möglich zu halten.“

Ikea setzt demnach weiter auf kompetitive Preise, wie auch der Ikea-Chef darlegt: „Erschwinglich zu sein, liegt in unserer DNA und ist der Hauptfokus unseres Unternehmens – das war noch nie so wichtig wie jetzt, wo wir steigende Lebenshaltungskosten sehen. Unser Hauptziel bleibt es, sicherzustellen, dass das Ikea Angebot unseren Kunden immer einen Mehrwert bietet. Wir waren schon immer für die vielen Menschen da, und durch unser Engagement und unsere harte Arbeit werden wir auch weiterhin an der Seite der vielen Menschen stehen“, so Brodin.

Auch in Sachen Nachhaltigkeit setzt die Holding weiter nach: Bis 2030 sollen mehr Treibhausgasemissionen reduziert werden, als entlang der gesamten Wertschöpfungskette emittiert werden, und das bei gleichzeitigem Ausbau des Geschäfts. Im Rahmen einer 6,5-Milliarden-Euro-Initiative, die zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf 1,5 C° beitragen soll, hat das Unternehmen seine Investitionen in Wind- und Solarprojekte in Deutschland, Spanien, Schweden und Polen beschleunigt. Um seine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung weiter auszubauen, kaufte das Unternehmen außerdem Land in Neuseeland und Florida, wo es neue Wälder anpflanzen und die Artenvielfalt erhöhen wird.

Seniorchefin Antonia Leitzgen verstorben

Die beliebte Seniorchefin der Schmidt Groupe, Antonia Leitzgen, ist am 5. Oktober im Alter von 85 Jahren verstorben. Als „eine der charismatischen Persönlichkeiten in der Geschichte unseres Berufsstandes“, würdigte Dominique Weber, der Ehrenpräsident des französischer Verbandes der Möbelhersteller, die Grande Dame des 1934 gegründeten Familienunternehmens.

Die Tochter des Firmengründers Hubert Schmidt wurde für ihre Tatkraft, Dynamik und Ausstrahlung nicht nur mit dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet, ihre verdienstvollen Leistungen brachten ihr auch die anerkennende Wertschätzung zahlreicher Wegbegleiter ein. An der Seite ihres Mannes Karl gestaltete die gebürtige Saarländerin die Entwicklung und den Erfolg der Schmidt Groupe maßgeblich mit. Zudem leitet sie nach dessen Tod zwischen 1995 und 2006 die Geschicke des Unternehmens. Neben den Töchtern Anne und Caroline Leitzgen sowie den beiden Enkelkindern trauern die Geschäftsleitung und Mitarbeiter:innen um Antonia Leitzgen. Sie war eine Frau mit Überzeugungen. Zeitlebens zeichnete sie sich durch ein starkes Verantwortungsbewusstsein aus. „Meine Mutter war in vielen Bereichen ein Vorbild und sie stand für Werte ein, die unser unternehmerisches Handeln prägten und denen wir uns bis heute verpflichtet fühlen“, sagt Anne Leitzgen, die Präsidentin der Schmidt Groupe.

Hubert Schmidt legte 1934 in Türkismühle den Grundstein für das Unternehmen. Nach Kriegsende fand das Saarland seinen Neuanfang als französisches Protektorat. Doch der Firmengründer war ab 1959 durch die erneute Zugehörigkeit des Saarlandes zu Deutschland von seiner französischen Kundschaft durch eine Grenze getrennt. So eröffnete er auch ein Werk in Lièpvre, das er später an Antonia vermachte. Die zwei anderen Schmidt-Betriebe in Türkismühle und Sindorf gingen an seine beiden anderen Töchter. Ein Unternehmen für jedes seiner Kinder. Das war das Vermächtnis des „Patron“, welches er damit in die Tat umsetzte. Nach einem Studium an der Handelsschule in St. Wendel und in Bad Pyrmont trat Antonia Schmidt ein einjähriges Praktikum in der Volksbank von St. Wendel an, bevor sie das Erlernte in der Praxis des Familienunternehmens anwandte: Organisation des Verkaufs, Buchhaltung, Personalfragen. Ihre bevorzugte Aufgabe jedoch war es, Küchen auf Messen und Ausstellungen zu präsentieren. Im elterlichen Betrieb lernte sie dann den aus einer Winzerfamilie stammenden Karl Leitzgen kennen, der bei Schmidt für seine Eltern ein Küchenbuffet in Auftrag geben wollte. Es war Liebe auf den ersten Blick – im Jahr 1967 fand die Hochzeit statt. Das Ehepaar führte dann später den ihnen zugeteilten Betrieb in Lièpvre fort, der dann zur Triebfeder des raschen Unternehmenswachstums und der Internationalisierung wurde.

Die beiden sahen die revolutionäre Entwicklung auf dem Gebiet der Haushalts- und Elektrogeräte voraus und produzierten anstelle von Küchenbuffets die ersten Einbauküchen. Damit begann der Erfolg von „Cuisines Schmidt“ in Frankreich. Im Jahr 1983 firmiert das Unternehmen unter der Salm-Gruppe, die fünf Jahre später auch das Stammwerk im Saarland übernahm – Antonia Leitzgen kam somit zu ihren Wurzeln zurück. Im Jahr 1992 startete mit „cuisinella“ eine zweite Küchenmarke speziell für preisgünstige Küchen für das wachsende Marktsegment „Junges Wohnen“, die ausschließlich in Frankreich sowie Belgien expandierte. Gleichzeitig brachte Schmidt ab diesem Zeitpunkt auch die erste Bad-Kollektion auf den Markt. Im Jahr 1995 musste das Unternehmen den Tod von Karl Leitzgen verschmerzen.

Nun übernahm Antonia zusammen mit einem Geschäftsführer die Leitung. Im Jahr 2006 folgte der bislang letzte Generationswechsel. Die Schwestern Anne und Caroline übernehmen die geschäftliche Verantwortung von ihrer Mutter. In der dritten Generation führt Anne Leitzgen in der Funktion der Präsidentin das Unternehmen, während Caroline die Vorsitzende des Aufsichtsrats ist. Ab 2016 erhält die Salm-Gruppe einen neuen Namen – sie wird zur Schmidt Groupe. Heute erwirtschaftet der Konzern einen Umsatz von 1,9 Mrd. Euro, betreibt 809 Mono-Markenstudios, produziert in sechs Fabriken und beschäftigt weltweit 7.900 Mitarbeiter. Und daran hat die Lebensleistung der Vollblut-Unternehmerin einen wesentlichen Anteil. Der Weg vom bescheidenen Handwerksbetrieb in Türkismühle in Deutschland zum Marktführer im Bereich hochwertiger Kücheneinrichtungen in Frankreich wäre ohne die Grande Dame undenkbar gewesen.

Übernimmt Mehrheit an System Industrie Electronic

Die Blum Group Holding beteiligt sich mit 75,1 Prozent an der österreichischen System Industrie Electronic GmbH (S.I.E) in Lustenau, Vorarlberg. Der Systemintegrator erwirtschaftete 2021 mit 125 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an drei Standorten einen Jahresumsatz von 24,8 Millionen Euro. Blum-Geschäftsführer Martin Blum erklärt: „S.I.E beschäftigt sich mit dem Zusammenwirken von Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik. Wir bei Blum erarbeiten Produktinnovationen für elektrifizierte und intelligente Möbel. Gemeinsam können wir Kompetenzen in den Geschäftsfeldern von S.I.E und in unseren mechatronischen und smarten Entwicklungsprojekten weiter ausbauen.“ Auch bei der Beschaffung von elektronischen Komponenten und der flexiblen Nutzung von Ressourcen in der Forschung und Entwicklung ergeben sich durch die enge Partnerschaft neue Synergien.

Blum setzt schon länger auf das Potenzial smarter Möbel und hat früh begonnen, mechatronische Produkte für die „Möbel der Zukunft“ zu entwickeln. Der Beschlägehersteller bietet zum Beispiel seit 2006 die elektrische Bewegungsunterstützung „Servo-Drive“ für Klappen und Auszüge an. Die neueste Produktlösung „Amperos“ zielt darauf ab, Möbel mit Licht, Lademöglichkeiten für Smartphones und Haushaltsgeräte oder künftig noch weitere elektronische Anwendungen aufzuwerten – sie wurde 2021 im Rahmen der Weltleitmesse für Möbelfertigung und Innenausbau „Interzum“ präsentiert. „Die innovative Disziplin der Mechatronik ist – im Gegensatz zum Blum-Kerngeschäft der mechanischen Systeme – sehr schnelllebig und dynamisch. Die Mitarbeitenden der S.I.E beschäftigen sich intensiv mit dieser Technologie, ihr Know-how ist daher für uns besonders wertvoll“, so Martin Blum. Durch die Anteilsübernahme bündelt Blum die eigenen Kompetenzen im Bereich Mechatronik mit denen des Lustenauer Spezialisten für Embedded-Systeme. S.I.E. bleibt als eigenständiges Unternehmen mit seinen 125 Mitarbeitenden weiterhin bestehen und betreibt auch künftig den Vorarlberger sowie die zwei süddeutschen Standorte.