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Autor: Möbelfertigung

Marke als „Beste der Besten“ geehrt

Besondere Auszeichnung für Ruf Betten: Der Rastatter Hersteller kann sich über den begehrten Preis „Beste der Besten 2022“ freuen. Dafür muss das Unternehmen ganzheitlich überzeugen. In der Kategorie Schlafzimmermöbel erreichte es vor allen anderen Marke volle 100 Punkte.

„Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung, die eine echte Teamarbeit unserer Kolleginnen und Kollegen ist. Denn wir alle arbeiten hier in Rastatt jeden Tag mit Herzblut und Leidenschaft daran, Schlaflösungen zu entwerfen und zu fertigen, die begeistern. Diese Auszeichnung ist eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind und Made in Germany eine Qualitätsgarantie ist“, so Geschäftsführer Heiner Goossens.

„Beste der Besten 2022“ ist eine Meta-Studie. Sie beruft sich auf die vorangegangenen Studien „Deutschlands Fairste“, „Top Arbeitgeber“, „Höchst Vertrauenswürdige Unternehmen“ sowie „Digitale Vorreiter“. Nur diejenigen Unternehmen und Marken, die in der Übersicht dieser Studien besonders gut abschneiden, erhalten somit diese Auszeichnung.

Umsatzrückgang im Oktober

Wie anhand der Auftragseingänge schon abzulesen war, bewegt sich die deutsche Küchenmöbelindustrie zum Jahresende eher im Rückwärtsgang. Zumindest im Inland: Im Oktober liegt der Umsatz mit 5,69 Prozent hinter dem Vorjahresmonat. Dies konnte allerdings der weiterhin steigende Export (+7,56 %) knapp ausgleichen. Alle zehn Monate ergeben aktuell für 2022 aber immer noch 10,86 Prozent Plus (bei +8,85% im Inland und +13,42 % im Ausland).

Oberflächenbearbeitung in den Laboren der TH Rosenheim erfährt ein „Upgrade“

Mit einer höchstmodernen Werkstückdurchlaufreinigungsanlage mit Oberflächenbewertungsprüfstand wird die Ausstattung der Labore der Technischen Hochschule Rosenheim um ein weiteres technisches Highlight ergänzt. Das Prozessverständnis und die Methodenkompetenz der Studierenden soll so noch aktiver unterstützt und gefördert werden.

Die micro-cleaning Reinigungsanlage wurde der Technischen Hochschule Rosenheim von der Wandres GmbH kostenfrei zur Verfügung gestellt. Um diese anschaulich in eine Fertigungsprozesskette einbinden zu können wurde ein mobiler Rollentisch für die Reinigungsanlage gebaut und ein ebenfalls mobiler, nachgelagerter Oberflächenbewertungsprüfstand. Dadurch können die beiden beweglichen und fahrbaren Einheiten in Praktika in den Laboren dort eingesetzt werden, wo sie benötigt werden. Die Reinigung und Beurteilung der bearbeiteten Bauteile kann beispielsweise nach der Fertigung auf den bestehenden Bearbeitungszentren oder im Anschluss an die Breitbandschleifmaschine in den Laboren der TH Rosenheim durchgeführt werden.

Qualitätssicherung in der Holzbearbeitung

Der Werkstückvorschub erfolgt dabei über eine Rollenbahn. Beim Durchlauf durch die Reinigungsanlage werden die groben Späne abgesaugt, bevor mit einer Schwertbürste quer zum Werkstück im Ingromat-Verfahren feinster Staub von der Oberfläche zuverlässig entfernt wird. Auf dem nachgelagerten Bürstentisch findet die optische Beurteilung des Werkstücks statt. Für die visuelle Oberflächeninspektion ist ein Parallelscheinwerfer seitlich montiert. Dieser sorgt für eine Streiflichtbeleuchtung des Werkstücks, welche zur Erkennung von Kratzern, Riefen, Dellen, Strukturfehlern, Beulen, etc. auf der präzise gereinigten Oberfläche dient. Damit ist es in der Lehre möglich die Beurteilung der Oberfläche entsprechend der Richtlinie VDI 3414 methodisch durchzuführen.

Die Fertigungsschritte „bearbeiten – schleifen – reinigen – inspizieren/bewerten – lackieren (im nächsten Schritt)“ werden in dieser Prozesskette abgebildet. „Dadurch kann den Studierenden verständlich und praxisnah verdeutlicht werden, dass saubere Oberflächen im Produktionsprozess unverzichtbar sind, um eine effiziente Produktion mit geringen Ausschussraten zu ermöglichen. Und dass außerdem die visuelle Beurteilung, welche häufig subjektiv stattfindet, dank entsprechender Hilfsmittel wie einer Streiflichtbeleuchtung für eine deutlich bessere Beurteilungsgrundlage und somit zu einem besseren Erscheinungsbild der Oberflächen führt“, erläutert Prof. Christian Kortüm, Studiendekan Holztechnik, Fakultät für Holztechnik und Bau.

Dank dieses gemeinsamen Projekts und der hervorragenden Zusammenarbeit von Industrie und dem Förderverein der Hochschule und der Fachschule Rosenheim e.V. Schwerpunkt Holz ist es möglich, das Prozessverständnis und die Methodenkompetenz der Studierenden aktiv zu unterstützen und zu fördern und sie bestmöglich auf ihre bevorstehenden Aufgaben nach dem Studium vorzubereiten. „Ein weiteres Mal profitiert die Lehre und somit die Studierenden der Technischen Hochschule Rosenheim und die Schüler der Fachschule Rosenheim von der großartigen Kooperation und Unterstützung des Fördervereins und der Industrie“, ergänzt Kortüm.

Juniorentreffen bei Liebherr

Die „jungen Wilden“ (Dijuwis) von Der Kreis genossen im November die Gastfreundschaft von Liebherr in Köln, inklusive Brauhauswanderung sowie Stadtführung, und nahmen die Erkenntnis mit nach Hause, dass hier innovative Liebherr-Technologie trifft auf Highend-Design trifft.

In der neuen Location des Kühlgerätespezialisten in der Rheinischen Allee hatten Jochen Roth, Sales Manager Kitchen and Furniture Retail South Germany Appliance Division, und Produkttrainer Antonio Fortugno, die von Der Kreis Regionalleiter Robert Kainz und Daniele Conedda begleiteten „jungen Wilden“ willkommen geheißen.

Antonio Fortugno informierte detailreich und unterhaltsam über die Geschichte des Unternehmens und die aktuelle Positionierung am Markt. Kompetent wurden den Junioren aber auch Themen wie Richtlinien über die Energieverbrauchskennzeichnung und Grundlagen zum Kühlen („Wie funktioniert ein Kühlgerät?“) nebst Einblick in die Kältekreislauf – bzw. Kältetechnologie präsentiert. Natürlich wurden auch das aktuelle Außendesign und die laufenden Produktserien („Pure“, „Plus“, „Prime“, „Peak“) vorgestellt, die mit sich steigerndem Komfort und cleveren Details vom Basismodell bis zum Highend steigern. Auch der „Monolith“ fehlte nicht. Vorgestellt wurden zudem auch neue Technologien im Dämmbereich, die mehr Innenvolumen ermöglicht.

Eindruck hinterließ die Führung durch den rund 400 qm großen Showroom. Im Workshop-Charakter stellten die Junioren ihr neuerworbenes bzw. vertieftes Wissen per Vortrag vor. Neben handfesten Informationen und Inspirationen für die Praxis im Küchenstudio kam auch der Spaß bei diesem Spitzen-Event nicht zu kurz:

Durchgeführt wurde einmal mehr der traditionelle „Dijuwi-Cup“, bei dem die Junioren u.a. Geschicklichkeitsübungen machen mussten. Die Sieger:innen des kurzweiligen Wettbewerbs sind: 1. Platz: Daniel Scheffler (Küchen Centrum Ernst Potschien/Tornesch), 2. Platz: Julia-Fee Thielsen (Küchen Galerie/Oeversee), 3. Platz: Christina Cerny (Alles Küche GmbH/Gross-Enzersdorf in Österreich) sowie Noah Schreckenberg (Schreckenberg GmbH/Leverkusen).

Hälfte der Unternehmen blickt optimistisch auf 2023

Für das kommende Jahr erwartet der VDMA ein unverändert schwieriges Umfeld: Das Wachstum in China bleibt voraussichtlich schwach, der Krieg in der Ukraine bringt weiterhin hohe Energiepreise mit sich und nahezu weltweit antworten die Zentralbanken auf hohe Inflationsraten mit steigenden Zinsen. „Das wird die Weltwirtschaft und damit auch die Investitionsgüterindustrien auf absehbare Zeit belasten“, sagt VDMA-Präsident Karl Haeusgen. „Dennoch ist die Stimmung in vielen Ländern der Erde in den vergangenen Wochen nicht mehr so negativ gewesen, wie in den ersten Monaten nach Beginn des Ukraine-Kriegs. Daher rechnen wir für 2023 nur mit einem leichten realen Produktionsminus von 2 Prozent. Das ist, gemessen an früheren Wachstumseinbußen, ein moderater Rückgang der Produktion und deutlich weniger als von vielen befürchtet“, betonte Haeusgen. Diese Einschätzung teilt er mit zahlreichen Unternehmern aus der Branche: Laut der jüngsten VDMA-Blitzumfrage von Anfang Dezember, an der mehr als 600 Mitgliedsfirmen teilnahmen, schaut nahezu die Hälfte der Befragten (48 Prozent) optimistisch oder verhalten optimistisch ins neue Jahr. 38 Prozent sind unentschieden, lediglich 14 Prozent zeigen sich pessimistisch oder verhalten pessimistisch.

Engpässe in Lieferketten weiter groß, aber leichte Entspannun
Die Produktion im Maschinen- und Anlagenbau wird weiterhin durch Schwierigkeiten in den Lieferketten und durch Materialengpässe spürbar beeinträchtigt. Laut der Umfrage, sehen 74 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit durch solche Engpässe gravierend oder merklich beeinträchtigt. Im Juni waren es allerdings noch 87 Prozent gewesen. Von einer merklichen Entspannung berichten die Firmen in der jüngsten Umfrage mit Blick auf Chemikalien, Kunststoffen und Metallerzeugnissen. Nach wie vor angespannt ist die Lage dagegen bei Elektronikkomponenten, wenngleich mit rückläufiger Tendenz. Diese Entwicklung kann sich nach Ansicht der VDMA-Volkswirte positiv auf die Produktion der Schlussmonate 2022 auswirken. Von Januar bis einschließlich Oktober lag die reale Produktion im Maschinen- und Anlagenbau noch um real 0,4 Prozent unter ihrem Vorjahreswert. Der Auftragseingang blieb in den ersten zehn Monaten des Jahres real um 1 Prozent unter dem Vorjahr, die Auftragsreichweite betrug im September 2022 noch 11,9 Monate und ist damit unverändert sehr hoch.

Beschäftigung soll ausgebaut werden – Fachkräftemangel brems
Zuversicht spiegelt sich in der Beschäftigungslage der Branche wider. Im September 2022 waren es 1,019 Millionen Menschen in den Stammbelegschaften (Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten) des Maschinen- und Anlagenbaus in Deutschland – ein Plus von 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit bleibt die Branche der größte industrielle Arbeitgeber im Land. Deutlich mehr als die Hälfte (54 Prozent) der vom VDMA im Herbst befragten Maschinenbaufirmen wollen ihren Personalstand im kommenden Jahr sogar ausbauen, gut 30 Prozent wollen ihn konstant halten. Allerdings haben die Unternehmen unverändert große Schwierigkeiten, diese Stellen auch zu besetzen. Der allgemeine Fachkräftemangel führt dazu, dass nahezu alle befragten Firmen (97 Prozent) hier Engpässe spüren.

Boris Katic baut als neuer COO Supply Chain Management aus

Boris Katic ist seit November 2022 neuer Geschäftsführender Direktor (COO) der Häfele Gruppe mit dem Schwerpunkt Supply Chain Management. Der 51-jährige Betriebswirt mit viel internationaler Erfahrung gilt als ideale Besetzung für die herausfordernden Aufgaben in der komplexen Häfele Welt. „Mit Boris Katic haben wir einen empathisch durchsetzungsfähigen Geschäftsführer gefunden, der die anstehenden großen Aufgaben in der Weiterentwicklung der Supply Chain mit der erforderlichen Umsicht strategisch und umsetzungsorientiert voranbringen wird“, betont die scheidende Unternehmensleiterin Sibylle Thierer. 

Nach längerer Vakanz hat Boris Katic die Nachfolge von Wolfgang Schneider angetreten, der Häfele bereits im Sommer 2021 verlassen hat. Der erfahrene Betriebswirt sieht sich nach über 20 Jahren in leitenden Positionen bestens gerüstet für die komplexen Aufgaben, die bei dem Spezialisten für Möbel- und Baubeschläge, elektronische Schließsysteme und Licht auf ihn warten. „Es ist eine gute Zeit, jetzt einzusteigen. Bei Häfele ist viel in Bewegung, um sich sicher für die Zukunft aufzustellen“, kommentiert Boris Katic, der über eine große Expertise in den Bereichen Einkauf, Produktion sowie Logistik und Qualitätsmanagement verfügt. So hat der 51-Jährige unter anderem eine Einkaufsgesellschaft in Asien aufgebaut, globale Einkaufsstrategien entwickelt und internationale Wertschöpfungsketten aufgebaut. Mehr als zehn Jahre war er außerdem als Geschäftsführer in den Bereichen Produktion und Supply Chain Management bei zwei international agierenden, großen Familienunternehmen mit Stammsitz in Baden-Württemberg tätig.

„Diese umfassenden Erfahrungen möchten wir einsetzen, um unsere Lieferketten unter den neuen globalen Rahmenbedingungen zukunftssicher und gewinnbringend auszubauen“, so Gregor Riekena, der als Nachfolger von Sibylle Thierer ab dem 1.1.2023 den Vorsitz der Geschäftsleitung (CEO) übernehmen wird.

In den kommenden Jahren wird die Beschaffungsstrategie eine zunehmend treibende Kraft für den Erfolg von Häfele werden. Verlässliche Lieferantenbeziehungen und exzellente Logistik sind nach Einschätzung des Unternehmens in Krisenzeiten von unschätzbarer Bedeutung. „Die vergangenen drei Jahre sind eher das neue ‚Normal‘ als eine Ausnahme. Darauf müssen wir uns einstellen!“, ist auch der neue COO überzeugt.

Die größte Herausforderung sieht Boris Katic darin, bei den globalen Lieferketten sämtliche Risiken zu beherrschen und gleichzeitig alle Chancen zu nutzen, die sich aus der Globalität ergeben. „Die Pandemie hat gezeigt, wie kritisch Abhängigkeiten sind. Wir werden detailliert prüfen, mit welchen Lieferanten wir global, regional oder lokal am sinnvollsten kooperieren. Den richtigen Mix zu bestimmen, ist aktuell die wichtigste Aufgabe“, so Boris Katic. 

Maschinen- und Anlagenbau bleibt in schwerer See auf Kurs

Der Maschinen- und Anlagenbau ist mit einer großen Kraftanstrengung in der unerwartet schweren See des Jahres 2022 auf Kurs geblieben und blickt mit einiger Zuversicht auf das kommende Jahr. „Die hohe Inflation und der Ukraine-Krieg mit all seinen Folgen werden auch unsere Branche noch lange belasten. Materialengpässe und Schwierigkeiten in der Lieferkette dauern an, zudem kehren immer mehr Staaten zu protektionistischen Maßnahmen zurück. Die Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau haben einmal mehr mit ihrer unternehmerischen Freiheit ihre Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit bewiesen“, sagte VDMA-Präsident Karl Haeusgen auf der Jahres-Pressekonferenz des Verbands. „Daher sind wir zuversichtlich, unser Ziel eines realen Produktionswachstums von 1 Prozent in diesem Jahr zu erreichen und halten auch an unserer Prognose für das kommende Jahr fest. Wir rechnen für 2023 weiterhin mit einem leichten realen Produktionsrückgang von 2 Prozent. Das ist weit entfernt von den Rückschlägen früherer Jahre und zeigt die Robustheit unserer Industrie.“

Insbesondere das Ziel einer klimaneutralen Wirtschaft sei für den mittelständischen Maschinen- und Anlagenbau und seine innovativen Technologien eine große Chance. „Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Unternehmen auf eine verlässliche und bezahlbare Material- und Energieversorgung bauen können. Hier sind die EU und die deutsche Regierung gefordert, die Märkte offen zu halten und alle zur Versorgung notwendigen Maßnahmen rasch und mit möglichst wenig bürokratischem Aufwand umzusetzen“, mahnte Haeusgen.

Mehr Regelinsolvenzen im November

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im November 2022 um 1,2 Prozent gegenüber Oktober 2022 gestiegen. Im Oktober 2022 hatte die Zahl um 18,4 Prozent gegenüber September 2022 zugenommen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Verfahren erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor. Die Insolvenzstatistik bildet nur Geschäftsaufgaben ab, die im Zuge eines Insolvenzverfahrens ablaufen, nicht jedoch solche aus anderen Gründen beziehungsweise vor Eintritt akuter Zahlungsschwierigkeiten.

Von Januar bis September 2022 haben die deutschen Amtsgerichte nach endgültigen Ergebnissen 10.643 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren 0,4 Prozent weniger als von Januar bis September 2021.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus den von Januar bis September 2022 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 10,8 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatten die Forderungen mit rund 45,5 Milliarden Euro deutlich höher gelegen, da damals mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen insolvent wurden als von Januar bis September 2022.

Baugewerbe mit den meisten Insolvenzen
Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es von Januar bis September 2022 im Baugewerbe mit 1.970 Fällen (Januar bis September 2021: 1.821; +8,2 %). Es folgte der Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) mit 1.571 Verfahren (Januar bis September 2021: 1.593; -1,4 %).

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist von Januar bis September 2022 um 18,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken. Die Entwicklung der Verbraucherinsolvenzen ist seit Mitte 2020 im Zusammenhang mit einem Gesetz zur schrittweisen Verkürzung von Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre zu betrachten. Die Neuregelung gilt für seit dem 1. Oktober 2020 beantragte Verbraucherinsolvenzverfahren. Sie ermöglicht den Betroffenen einen schnelleren wirtschaftlichen Neuanfang im Anschluss an ein Insolvenzverfahren. Daher ist davon auszugehen, dass viele überschuldete Privatpersonen ihren Insolvenzantrag zunächst zurückhielten, um von der Neuregelung zu profitieren. Dieser Nachholeffekt sorgte ab Anfang 2021 für einen starken Anstieg der Verbraucherinsolvenzen und scheint inzwischen beendet.

Methodische Hinweise: Die vorläufigen monatlichen Angaben zu Regelinsolvenzverfahren, hier für November 2022, basieren auf aktuellen Insolvenzbekanntmachungen aller Amtsgerichte in Deutschland. Sie weisen noch nicht die methodische Reife und Belastbarkeit amtlicher Statistiken auf und zählen daher zu den experimentellen Daten. Als Frühindikator gibt die Zahl der beantragten Regelinsolvenzverfahren jedoch Hinweise auf die Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen nach der amtlichen Insolvenzstatistik, deren Ergebnisse erst rund zwei Monate später verfügbar sind.

Von den Insolvenzverfahren in Deutschland sind 30 % Regelinsolvenzverfahren, zu denen in erster Linie alle Verfahren von Unternehmen zählen (rund 55 % aller Regelinsolvenzverfahren). Außerdem findet das Regelinsolvenzverfahren Anwendung bei Personen, die wirtschaftlich tätig sind. Dazu gehören unter anderem die persönlich haftenden Gesellschafter einer offenen Handelsgesellschaft (oHG), Mehrheitsgesellschafter einer Kapitalgesellschaft sowie ehemals selbstständig Tätige, deren Vermögensverhältnisse als nicht überschaubar eingestuft werden. Zusätzlich werden beim Frühindikator aus technischen Gründen auch die Nachlass- und Gesamtgutinsolvenzverfahren miteinbezogen.

Die Insolvenzstatistik erfasst keine Unternehmensschließungen, die unabhängig von einer Insolvenzantragspflicht aus anderen Gründen erfolgen.

HDH

Neue Technische Regel für Holzstaub in Kraft

Es gibt erneuerte klare Vorgaben für den Umgang mit Holzstaub am Arbeitsplatz. Per Bekanntgabe im Gemeinsamen Ministerialblatt ist die neue Technische Regel für Gefahrstoffe Holzstaub (TRGS 553) am 12. 12. 2022 in Kraft getreten. Zuvor war sie vom Ausschuss für Gefahrstoffe verabschiedet worden, einem Beratungsgremium des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).
Nach 15 Jahren ist die TRGS 553 damit sowohl EU-konform aktualisiert als auch betriebsgerecht angepasst worden. Damit findet ein mehr als zweijähriger aufwändiger Arbeitsprozess seinen erfolgreichen Abschluss. An der Neufassung, die nun auch die 2017 erfolgte Ergänzung der EU-Richtlinie zum Schutz der Beschäftigten vor Karzinogenen und Mutagenen abdeckt, wirkten die Verbände der Holzindustrie sowie des Tischler- und Schreinerhandwerks maßgeblich mit. Zudem wurden Regelungen zur arbeitsmedizinischen Vorsorge an inzwischen erweiterte Vorgaben angeglichen.

Die TRGS 553 gilt für alle Tätigkeiten bei der Be- und Verarbeitung von Holz und Holzwerkstoffen, soweit dabei Holzstaub entsteht, sowie für Tätigkeiten im Gefahrenbereich von Holzstäuben. So erfasst die Regelung die Pflichten auf Arbeitgeberseite, unter anderem im Hinblick auf Gefährdungsbeurteilung, Schutzmaßnahmen und Prävention. Im Endergebnis bleibt es auch nach der Neufassung für die betriebliche Praxis bei folgender zentraler Anforderung: Maschinen und Anlagen sind grundsätzlich so zu betreiben, dass ein Schichtmittelwert (Mittel einer Arbeitsschicht) von 2 mg/m³ eingehalten wird. Diese zentrale Anforderung besteht unabhängig von der Art des Holzstaubs. Dabei gilt, dass die Anforderung bei ordnungsgemäßer Nutzung von staubarmen Maschinen (Emissionen von weniger als 2 mg/m³) erfüllt wird.

„Der Fokus lag von Anfang darauf, das notwendig hohe Arbeitsschutzniveau mit der betrieblichen Praxis in Einklang zu bringen. Dabei hat uns vor allem die sehr vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Sozialpartnern weitergeholfen“, erklärt Markus Köster zur Arbeit in dem eigens dafür eingerichteten Arbeitskreis unter der Leitung der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM). „Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite haben in allen zentralen Fragen an einem Strang gezogen“, resümiert Köster, der als Unternehmer des Tischler- und Schreinerhandwerks die Arbeitgeberseite im Vorstand der BGHM vertritt.

Für den Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) erklärt deren Präsident Johannes Schwörer: „Mit der Neufassung der Technischen Regel wurde eine ausgewogene Lösung für hohe Arbeitsschutzstandards erreicht, die in der betrieblichen Praxis umsetzbar sind. Mit dem nun eingeschlagenen Weg sind wichtige Präventionsmaßnahmen und Praktikabilität gleichermaßen sichergestellt.”

Summa summarum bestätigte das BMAS die Auffassung der Sozialpartner, dass die Pflicht zur arbeitsmedizinischen Vorsorge bei Exposition gegenüber Hartholz- und Mischholzstäuben nur dann besteht, wenn der neu eingeführte Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) für Hartholz in Höhe von 2 mg/m³ nicht eingehalten werden kann – bei Weichholz liegt der AGW für einatembaren Staub (E-Staub) bei 10 mg/m³. Bei Einhaltung der genannten Grenzwerte muss allerdings regelmäßig ein Angebot zur arbeitsmedizinischen Vorsorge gemacht werden. Eine arbeitsmedizinische Pflichtvorsorge für sämtliche Hartholz verarbeitenden Betriebe unabhängig vom Expositionsniveau hätte schon daran scheitern können, dass es in Deutschland nicht annähernd genügend Arbeitsmediziner gibt, um einer solchen Vorgabe überhaupt nachkommen zu können.

Die Holzverbände richten nunmehr ihren Fokus auf die zeitnah anstehende Überarbeitung der DGUV Information 209-044 „Holzstaub“. Darin ist die weitere Umsetzung der TRGS 553 in die betriebliche Praxis geregelt. „Eine Technische Regel für Gefahrstoffe kann die betriebliche Praxis nicht in allen Facetten widerspiegeln, was nun geschehen soll. Auch in diesen Novellierungsprozess wollen sich Verbände der Holzindustrie aktiv einbringen“, kündigt Schwörer an.

Für ihre Mitgliedsunternehmen haben die Verbände darüber hinaus eine kompakte Verbändeinfo erstellt, in der die wichtigsten Änderungen der neuen TRGS 553 kurz und knapp zusammengefasst sind. „Zusätzlich zu der Verbändeinfo werden wir auch auf die Betriebe zugehen, um die nicht immer leicht verständlichen Regeln für die Praxis anwendungssicher zu kommunizieren“, sagen Markus Köster und Johannes Schwörer.