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Autor: Möbelfertigung

Hat HR-Award für Ausbildung erhalten

Beim diesjährigen Deutschen Personalwirtschaftspreis (DPP) schaffte es der Biberacher Schärfspezialist Vollmer unter die Preisträger. Bei der feierlichen Preisverleihung in Berlin wurde der Maschinenbauer in der Kategorie „Ausbildung“ mit dem zweiten Platz prämiert. Der DPP gehört zu den renommiertesten HR-Awards in Deutschland und wurde 2021 zum 29. Mal verliehen. Ausrichter des Events ist die Fachzeitschrift Personalwirtschaft aus dem Verlag F.A.Z. Business Media.

Ein gelungenes Ausbildungsmarketing ist die Grundlage für zukunftsorientiertes HR-Management. Das weiß man bei Vollmer – nicht umsonst wurde das Ausbildungsteam in diesem Jahr als „HR Macher“ ausgezeichnet. Das Konzept zum digitalen Ausbildungsmarketing überzeugte erst die Fachjury und dann ein deutschlandweites Publikum.

Kernstück des ausgezeichneten Konzepts ist neben einem interaktiven Online-Workshop zur Berufsorientierung und einem digitalen Programmier-Kurs das „Praktikum-To-Go“ für Schülerinnen und Schüler. Dieses ermöglicht Berufsorientierung zum Anfassen trotz Pandemie und Lockdown: die Teilnehmenden erhalten eine Box mit Werkzeugen und Verbrauchsmaterialien und können dann, digital von Auszubildenden unterstützt, verschiedene Tätigkeiten praktisch ausprobieren. In einer beiliegenden Broschüre werden die verschiedenen, von den Vollmer Auszubildenden selbst entwickelten, Praxis-Projekte aus den Bereichen Mechanik und Elektronik erläutert.

Die von einer Fachjury ausgewählten Finalisten stellten ihre Projekte zwischen dem 9. und 15. September im Rahmen der Messe Zukunft Personal Reconnect in Workshops vor. Dabei schalteten sich insgesamt mehr als 1.200 Teilnehmer zu. Zeitgleich fand das Online-Voting statt, bei dem alle nominierten Projekte anhand von selbst gedrehten Videos zur Abstimmung bereitstanden. Dieses Voting war zusammen mit der Jury-Entscheidung Grundlage für die finale Rangfolge. Am 16. September wurden in Berlin aus insgesamt 70 angemeldeten Unternehmen die Gewinner des DPPs 2021 in sechs Kategorien gekürt.

Das zunächst aus der Not geborene „Praktikum-To-Go“ wird Vollmer auch in Zukunft ergänzend zum Präsenz-Praktikum beibehalten: Es ergänzt die herkömmlichen Praktikumsplätze im Betrieb und bietet die optimale Lösung, beispielsweise für zeitliche Engpässe während Ferien oder Brückentagen oder für jüngere Schülerinnen und Schüler, die einen ersten Kontakt zur Berufswelt suchen und in kurzer Zeit in verschiedenen Berufe hineinschnuppern wollen.

Auch die digitalen Workshop-Angebote gibt es in Zukunft weiterhin: Lebendige Schulkooperationen sind genau wie die Praktika ein wichtiger Teil des Ausbildungsmarketings und die digitalen Inhalte können auch hier genutzt werden, um noch mehr Abwechslung ins Klassenzimmer zu bringen. Dass die Konzepte funktionieren, zeigt, dass auch im schwierigen Corona-Jahr 2020 alle Ausbildungsplätze belegt werden konnten.

„Die Auszeichnung beim diesjährigen DPP 2021 ist für uns Lohn und Ansporn zugleich, unser zukunftsorientiertes HR-Engagement weiter auszubauen – erst vor wenigen Wochen haben wieder 17 junge Menschen ihre Ausbildung bei Vollmer begonnen“, sagt Hans Wahl, Personalleiter bei Vollmer.

Digitalisierung spielt aber nicht nur im Ausbildungsmarketing eine große Rolle – sie hat auch die Ausbildung selbst beeinflusst und wurde in das Ausbildungskonzept integriert. Vollmer bildet seit mehr als 100 Jahren aus und entwickelt kontinuierlich neue Ideen. Die Auszubildenden und Studierenden werden weit über die handwerklichen, technologischen und betriebswirtschaftlichen Fertigkeiten geschult und auch mit Blick auf persönliche Kompetenzen, Gesundheit und nicht zuletzt Spaß begleitet. So stehen bei Vollmer gemeinsame Ausflüge und Exkursionen auf dem Programm, die wie der innerbetriebliche Unterricht, das betriebliche Gesundheitsmanagement und die zahlreichen Praxisprojekte online nicht zu ersetzen sind.

Vierte „Contiroll“-Pressenanlage für PG Bison

Am 22. November unterzeichnete der südafrikanische Holzwerkstoffproduzent PG Bison den Vertrag über seine vierte Siempelkamp-Anlage innerhalb von 15 Jahren. Damit wird die Jahresproduktionsleistung dieser vier Anlagen deutlich die Marke von einer Million Kubikmeter übertreffen.

Der Auftrag beinhaltet eine Pressenlinie mit „Contiroll“ im Format 6‘ x 38,7 m zur Produktion von MDF, L-MDF und HDF in einem Dickenspektrum von 3,0 bis 35 mm. Pallmann, der Zerkleinerungsspezialist innerhalb der Siempelkamp-Gruppe, steuert eine Hackstraße inklusive Trommelhacker und eine Refineranlage bei, die Siempelkamp-Tochter Büttner einen Trockner und eine Energieanlage.

In Piet Retief entsteht so die insgesamt vierte Siempelkamp-Anlage, die PG Bison bei seinem deutschen Partner in Auftrag gibt. Die erfolgreiche Kooperation startete mit der ersten Greenfield-Spanplatten-Anlage, die PG Bison 2006 für seinen Standort Ugie orderte. 2012 wurde der Vertrag über eine MDF Anlage in Boksburg unterzeichnet, 2015 über eine zweite Spanplatten-Anlage für Piet Retief. Mit der geplanten Jahresproduktionsleistung der aktuell in Auftrag gegebenen Anlage wird die Gesamtproduktionsleistung PG Bisons in den drei Produktionsstätten auf über 1 Million Kubikmeter pro Jahr erhöht.

Das zusätzliche neue Werk in Piet Retief wird sein Rohmaterial aus lokalen, nachhaltigen Plantagen in der Umgebung beziehen. Im Ostkap betreibt PG Bison eigene FSC-zertifizierte Plantagen, das Holz wird in erster Linie zur Versorgung der eigenen Plattenproduktionsanlage in Ugie verwendet. Das Unternehmen mit über 120 Jahren Erfahrung in der Holzwerkstoffproduktion bekennt sich klar zur Nachhaltigkeit. Neben der Rohplattenproduktion betreibt PG Bison mehrere Added-Value-Linien im Bereich der Melaminbeschichtung und Direktbeschichtungslinien. Außerdem produziert das Unternehmen sein eigenes Harz und betreibt zwei Papierimprägnieranlagen. Die Endprodukte, zum Beispiel Küchenzeilen, Einbauschränke und Büroeinrichtungen, kommen vor allem in der Innenraumausstattung zum Einsatz. “To inspire and enable beautiful living spaces“, lautet PG Bisons Vision.

„Mein erstes Projekt als Vertriebsmitarbeiter und der erste Auftrag für Siempelkamp im Jahr 2006 bestand darin, die erste Anlage für PG Bison mit meinem Kollegen Erwin Scholz als Greenfield-Projekt in Ugie zu realisieren. Insofern ist der neue Auftrag für mich eine besondere Freude, denn er bietet mir die Gelegenheit, wieder mit einem besonderen Kunden und Partner und seinem erfahrenen Team zusammenarbeiten zu dürfen“, so Ulrich Kaiser, Head of Sales Siempelkamp.

Gleich nach Vertragsunterschrift startete Sicoplan, das Siempelkamp-Planungsteam aus Belgien, die Engineering-Prozesse mit einem 3D-Scan am Standort Piet Retief. So wird die neue MDF-Anlage bestmöglich und mit modernster Technik in die vorhandene Anlagenstruktur am Standort eingeplant.

Auch die Siempelkamp-Tochtergesellschaften Büttner und CMC sind bereits vor Ort aktiv. Zur Kapazitätssteigerung der vorhandenen Spanplatten-Anlage aus 2015 befinden sich der erste Büttner-Spänetrockner und die erste Büttner-Energieanlage für PG Bison in den letzten Montageschritten. CMC Texpan, Siempelkamp-Frontendspezialist aus Italien, lieferte neue Leimmischer und Dosierbunker. Die Inbetriebnahme dieser Ausstattung ist für das erste Quartal 2022 geplant.

Wird vom Januar in den September verschoben

„Wieder in Präsenz“ sollte das Motto für die Internationale FSK-Fachtagung Schaumkunststoffe und Polyurethane 2022 am 26. und 27. Januar 2022 in Dortmund lauten. Informationen zu Innovationen und Trends, einem Forum für Expertenvorträge und einem Marktplatz für Wissensaustausch, intensivem Networking und geselligem Beisammensein sowie einer Begrüßung von Teilnehmern aus ganz Europa sollte wiederaufgenommen werden.

Angesichts der aktuellen Rekordwerte in Bezug auf die Covid-19-Pandemie erscheint dies jedoch weder verantwortungsbewusst noch realisierbar. Der FSK e.V. hat sich deshalb zu einer Terminverschiebung der Fachtagung auf den September 2022 entschieden. Über das genaue Datum werden wir Sie informieren.

Die Programmpunkte für die Veranstaltung im September sind bereits geplant: Neben dem zweitägigen Tagungsprogramm und den angekündigten Fachvorträgen mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft, Künstliche Intelligenz (KI) und Flammschutz sowie eine Podiumsdiskussion zum Thema „Kreislaufwirtschaft – neu sortiert?“ wird die vom FSK e.V. eigens entwickelte Schulungsplattform vorgestellt. Abgerundet wird die Veranstaltung durch eine Werksbesichtigung bei der Atlas Schuhfabrik GmbH & Co. KG in Dortmund, die für die Tagungsteilnehmer ihre Pforten öffnet und Einblicke in die Organisation, Logistik und Produktion gewährt.

Auch die Verleihung des FSK-Innovationspreis Schaumkunststoffe und Polyurethane 2022 wird im September 2022 während der FSK-Fachtagung verliehen.

Dr. Sergej Schwarz wird Vorstandsmitglied

Der Aufsichtsrat der Homag Group AG hat Dr. Sergej Schwarz (49) mit Wirkung zum 1. Januar 2022 in den Vorstand berufen. Dieser besteht somit auch nach dem Ausscheiden des Vorstandsvorsitzenden Ralf W. Dieter zum 31. Dezember 2021 aus drei Mitgliedern: Dr. Daniel Schmitt als neuem Vorstandsvorsitzenden, Rainer Gausepohl als Finanzvorstand und Dr. Sergej Schwarz.

Schwarz ist bereits 2016 als Leiter der Business Unit Kantentechnik in die Homag Group eingetreten. Seit März 2021 ist er zudem Sprecher der Geschäftsführung der Homag GmbH, Schopfloch, sowie Geschäftsführer der Homag Kantentechnik GmbH in Lemgo. Im Vorstand wird er künftig die globalen Aktivitäten der Business Unit Kantentechnik und das Projektgeschäft mit Großanlagen verantworten. Zusätzlich ist er für den indischen Standort der Homag Group zuständig.

Vor seinem Eintritt in die Homag Group war der promovierte Ingenieur viele Jahre in unterschiedlichen Führungspositionen bei der Schaeffler AG in Herzogenaurach und Schweinfurt tätig, zuletzt als Vice President des Sektors erneuerbare Energien.

CEO William Christensen geht

William Christensen, CEO Industries bei Rehau, wird das Unternehmen zum 31. Dezember verlassen. Die Gründe sind unterschiedlicher Ansichten in der Gestaltung und Ausrichtung der Gruppenorganisation. „Wir bedauern diese Entscheidung“, so Dr. Veit Wagner, Präsident des SB der Rehau Group. „Unter seiner Führung als CEO ist der Turnaround bei den Industries Divisionen gelungen Sie weisen heute wieder ein sehr erfreuliches Niveau der Profitabilität auf. Dafür danken wir ihm ausdrücklich und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.“

Nun hat das Supervisory Board (SB) der Rehau Group Dr. Uwe Böhlke zum CEO der neu gebildeten Rehau Industries berufen, die das Dach für die Divisionen Building Solutions, Furniture Solutions, Industrial Solutions und Window Solutions und die divisionsübergreifend tätigen Services-Einheiten bildet. Seine bisherige Funktion als COO wird er in Personalunion weiterhin wahrnehmen.

Im Zuge des Ausscheidens von William Christensen kommt es auch zu einer Veränderung an der Spitze des Rehau Automotive SB. Neuer Präsident wird Prof. Dr. Raimund Klinkner, der zugleich bereits Mitglied des Group SB ist. Zusätzlich wird ab 1.1.2022 Dr. Stefan Girschik, CEO des zur REHAU Group gehörenden Polymer-Distributors Meraxis, in das Automotive SB berufen. Beide verfügen über langjährige Automotive-Erfahrung.

Neue Webseite und neues Logo

Erneuert und übersichtlich präsentiert sich seit Oktober 2021 die neue Webseite von Homapal, inklusive neuem Logo Dabei soll das neue Branding die hochwertigen Metalloberflächen noch intensiver ins Blickfeld von Architekten und Planern rücken.

„Shaping emotions in interiors” – mit diesem Slogan weist Homapal auf die Wirkung, die die Echtmetallschichtstoffe im hochwerti­gen Interior Design entfalten. Wie ein roter Faden zieht er sich durch den Online-Auftritt, der darauf zielt, den Service für Architekten, Verar­beiter und Planer zu verbessern, die Musterabwicklung zu vereinfachen sowie mit intuitiver und übersichtlicher Navigation bei der Raumplanung und der Verarbeitung zu unterstützen.

Die neue Webseite hebt die Kernkompetenzen des Unternehmens stark hervor. Im Mittelpunkt stehen das vielfältige Produktportfolio mit aufeinander abgestimmten Raumszenarien sowie zahlreichen kundenindividuellen Lösungen. Dabei verdeutlichen großformatige Anwendungsbeispiele die Ein­satzmöglichkeiten.

Zudem liefert die Homepage Einblicke in den Entwicklungs- und Herstel­lungsprozess der zukunftsweisenden funktionalen und ästhetischen Oberflächenmaterialien für den Möbel-, Laden- und Innenausbau.

Teil des Online-Auftritts ist bereits auch die neue Wort-Bild-Marke. Das Logo folgt klaren Vorgaben: Unverwechselbar und klar nimmt es Bezug auf die Ursprünge und die Geschichte des Unternehmens, setzt gleich­zeitig auf Zukunftsfähigkeit und Produktstärke. So wurde aus den beiden dynamisch aufsteigenden Säulen graphisch ein neues „H“ entwickelt, das stabil und kompakt für die Verlässlichkeit des Produktes und für den Firmennamen steht.

Zwei gerade Säulen treffen nun mit den Spitzen ihrer seitlich aufgesetz­ten Dreiecke aufeinander. Die Spitze steht im übertragenden Sinn für den technischen Prozess, die Oberflächenbehandlung. Das vollständige „H“ versteht sich als Spiegelbild und gibt in einer Art idealer Reflexion eine der Haupteigenschaften von Metallen wieder. Die Farbdefinition erlaubt der neuen Bildmarke das Spiel mit den für Homapal charakteris­tischen Tönen und Farbkombinationen – im Bewegtbild eine geschickte Demonstration, wie metallische Oberflächen und Unis zusammenwirken.

Messepräsenz wichtiger denn je

Die Messe Frankfurt blickt mit vorsichtigem Optimismus dem bevorstehenden Geschäftsjahr 2022 entgegen. „Wir erleben grundsätzlich einen starken Beteiligungswillen von Seiten unserer Kund:innen, auch wenn die Lage weiterhin volatil ist und viel Unsicherheit in den Branchen herrscht“, sagte Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, heute auf dem Jahresabschluss-Pressegespräch.

„Jahrelang ist die Messe von Rekord zu Rekord geritten“, sagte Peter Feldmann, der Aufsichtsratsvorsitzende der Messe Frankfurt und Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt. „Corona hat uns ausgebremst. Doch die 2.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein starkes Team, mit einer starken Geschäftsführung an der Spitze. Sie haben den Kopf in der Krise nicht in den Sand gesteckt, sondern sich auf den Weg gemacht. Mit neuen Konzepten und Zukunftsmessen wie der Eurobike ist die Messe Frankfurt für die Zeit nach Corona hervorragend aufgestellt. Als Gesellschafter stehen Stadt und Land dabei zu 100 Prozent hinter ihr. Wir werden alles tun, damit das Unternehmen gut durch die Krise kommt. Die Messe kann sich auf uns verlassen“, so Feldmann.

„Das Geschäftsmodell der Präsenzmessen lebt, in seiner Komplexität und Vielschichtigkeit, die nur persönliche Begegnungen ausmachen“, betonte Marzin. „Die Messen, die in den vergangenen Monaten unter erprobten Sicherheits- und Hygienestandards stattfinden konnten, zeigten eine hohe Intensität und Kundenzufriedenheit“, so Marzin.

Dennoch werde die Erholung maßgeblich auf den großen internationalen Leitmessen in Frankfurt nun doch länger benötigen als ursprünglich gedacht. Fanden vor Corona weltweit rund 150 Messen und Ausstellungen „Made by Messe Frankfurt“ statt, waren es nach Vorlage der vorläufigen Kennzahlen für das laufende Geschäftsjahr 2021 weniger als die Hälfte. Im konzernmessenstarken ersten Halbjahr konnten vor allem am Heimatstandort in Frankfurt so gut wie keine Veranstaltungen durchgeführt werden.

Auch außerhalb Deutschlands kam es an den rund 50 weltweiten Standorten der Unternehmensgruppe immer wieder zu Verschiebungen beziehungsweise analog geplante Messen wurden digital abgehalten. Damit hatte die Messe Frankfurt das zweite Jahr in Folge mit den Herausforderungen der Pandemie zu kämpfen. Entsprechend erwartet das Unternehmen einen Umsatz in der Größenordnung von 140 Millionen Euro und das Konzernergebnis wird schlechter ausfallen als im letzten Geschäftsjahr.

„Die Auswirkungen der Pandemie werden sich nicht so schnell abschütteln lassen, gerade was globale Reisetätigkeiten betreffen“, ist Marzin überzeugt. In der Folge könnte sich kurzfristig zunächst, abhängig von den Branchen, ein Trend hin zu mehr kontinental geprägten Veranstaltungen herauskristallisieren, auch in Europa. „Es macht sich jetzt doppelt bezahlt, dass wir schon recht früh und kontinuierlich auf weltweit regionale Schwerpunktregionen für unser internationales Geschäft gesetzt haben“, so Marzin. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist die Messe Frankfurt in den wirtschaftlichen Gravitationszentren unterwegs und mit Tochtergesellschaften sowie Veranstaltungen in den dortigen Binnenmärkten bestens vernetzt. Mit der bislang erreichten Marktgröße und entsprechenden Strukturen ermöglicht das Unternehmen seinen Branchen die kontinentalen, nationalen und regionalen Marktzugänge.

„In der Entwicklung unserer Messeplattformen betrachten wir es als unsere Aufgabe, digitalen Mehrwert an Informationen mit dem Live-Erlebnis Messeevent zu verschmelzen“, erklärte Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. „Auf unseren digitalen Plattformen finden unsere Kund:innen vieles wieder, was sie auf unseren analogen Veranstaltungen gewohnt sind. Damit erhöht sich sowohl für ausstellende Unternehmen als auch für den Handel die internationale Reichweite, Neukontakte werden ermöglicht und der Wissenstransfer gefördert, über Grenzen hinweg und unabhängig von Reisebeschränkungen.“

Wo es sich anbietet, bündelt die Messe Frankfurt ihre Expertisen und die Entwicklungen von gemeinsamen Themen und Messen durch Kooperationen und Joint-Venture Aktivitäten mit Verbänden und Veranstaltern. „In den vergangenen Wochen haben wir unsere mit der Messe Friedrichshafen gemeinsam gegründete Gesellschaft Fairnamic GmbH fest etabliert“, betonte Uwe Behm, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. Mit dem in Friedrichshafen am Bodensee ansässigen Unternehmen soll die bereits länger bestehende Zusammenarbeit im Rahmen der Messen „Aero South Africa“ und „Eurobike“ weiter intensiviert werden. Die „Eurobike“ wird im nächsten Jahr erstmals in Frankfurt stattfinden, um weiter zu wachsen.

Gut kommen die Arbeiten an der Halle 5 voran. „Wir liegen im Zeitplan für diesen nun letzten Baustein in unserem Gelände-Masterplan“, so Behm.

Nach fast zwei Jahren Stillstand beziehungsweise geringer Laufleistung will die Messe Frankfurt im nächsten Jahr wieder durchstarten. „Auch wenn die Lage weiterhin volatil sei, gehe man mit vorsichtigem Optimismus in das neue Geschäftsjahr“, betonte Marzin. Der Zuspruch seitens der Kund:innen ist da, vor allem international. „In den vergangenen Wochen haben wir alle Hallen wieder hochgefahren und damit unser gesamtes Messegelände in Betrieb genommen“, ergänzte Behm. Aus Kostengründen waren fünf Hallen während der vergangenen Monate nicht am Netz.

„Geplant sind im Geschäftsjahr 2022 mehr als 500 Veranstaltungen, darunter viele Leitmessen am Standort, wie beispielsweise die „Ambiente“, die „Light + Building“ und die „IFFA“. Wir sind optimistisch, dass die Einreise nach Deutschland für Geschäftsreisende aus fast allen Ländern ohne Quarantäne möglich bleibt“, ist Braun zuversichtlich.

Mit aktuell rund 30 Premierenveranstaltungen bis zum Jahr 2025 setzt die Messe Frankfurt ihre Investitionen innerhalb Deutschlands und weltweit fort. Darüber hinaus organisiert das Unternehmen im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums auf ausgesuchten Auslandsveranstaltungen deutsche Gemeinschaftsbeteiligungen. Im kommenden Jahr werden mehr als 20 German Pavillons ausgerichtet.

Auch neue Gastveranstaltungen wird die Messe Frankfurt im Jahr 2022 an ihrem Heimatstandort begrüßen, wie beispielsweise die „Chemspec Europe“, die „Enlit Europe“ sowie die „Parcel & Post Expo“.

„Wir konzentrieren uns auf unsere Stärken und investieren auch in diesen herausfordernden Zeiten – in unser weltweites Portfolio, in unseren Standort und in unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dazu gehört ebenfalls eine erfolgreiche Nachwuchsausbildung“, fasste Marzin die strategische Ausrichtung der Unternehmensgruppe zusammen. „Die weitere Entwicklung unseres Geschäfts wird jedoch nicht zuletzt von den Impffortschritten weltweit, den damit verbundenen Lockerungen der Reiserestriktionen, der Wiederaufnahme von Geschäftsreisen und dem Willen, wieder global unterwegs zu sein, abhängen.“

Lieferengpässe bei Vorleistungsgütern bremsen Industrie und treiben Preise

Lieferengpässe bremsen die deutsche Industrie im Jahr 2021. Ein neues Dossier des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zu Materialknappheit, Auftragseingängen, Produktion und Preisen in der Industrie verdeutlicht die aktuelle Situation und stellt sie vergangenen Konjunkturzyklen gegenüber. Grundlage der Analyse sind Konjunktur- und Preisindizes des Statistischen Bundesamtes und des Bundesamtes für Güterverkehr sowie Umfrageergebnisse unter anderem des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung zur Knappheit von Rohstoffen und Vorprodukten.

„Wir beobachten im Verlauf der Corona-Krise, dass die Industrie die Nachfrage nach ihren Produkten immer schwieriger bedienen kann. Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe erreichte im Sommer sein Rekordniveau. Seitdem herrscht ein regelrechter Produktionsstau“, sagt Dr. Stefan Linz, Leiter des Referats „Konjunkturindizes, Saisonbereinigung“ und des Autorenteams hinter dem im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes verfügbaren Dossier. Eine Ursache der verhaltenen Entwicklung der Industrieproduktion ist die Knappheit von Rohstoffen und Vorprodukten, die in der Produktion benötigt werden. Das Problem der Materialknappheit zeigt sich deutlich in Umfrageergebnissen des ifo Instituts unter Produktionsbetrieben. Ebenso spiegelt es sich in den Einfuhr- und Erzeugerpreisindizes für Vorleistungsgüter, wie die Datenanalysen des Autorenteams zeigen.

Materialmangel ist in der Industrie ein wiederkehrendes Phänomen. Allerdings ist er selten so ausgeprägt und schlägt sich selten derart deutlich im Auftragsbestand nieder wie in der aktuellen, von der Corona-Krise beeinflussten Situation.

Dass die deutsche Industrie aktuell mit der Bearbeitung offener Aufträge nicht nachkommt, zeigt der Blick auf den Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe. Seit Beginn der Zeitreihe war dieser noch nie so hoch wie im September 2021. Bei gleichbleibendem Umsatz wären 7,4 Monate erforderlich, um alleine die bestehenden Aufträge abzuarbeiten – ein Rekordwert seit Einführung der Statistik im Januar 2015. Zum Vergleich: Im Februar 2020, also unmittelbar vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, hatte die Reichweite des Auftragsbestands nur bei 5,9 Monaten gelegen. Besonders ausgeprägt ist der Auftragsüberhang im Maschinenbau, hier sind die Auftragseingänge aus dem Ausland bis zuletzt stark angestiegen.

Eine Folge der Materialknappheit sind außergewöhnlich starke Preisanstiege bei Vorprodukten. Die Unternehmen sehen sich einer immer stärkeren Preisdynamik ausgesetzt. So waren im Oktober 2021 die Preise für Vorleistungsgüter im Import um 22,1 Prozent höher als im Vorjahr, in der inländischen Erzeugung um 18,1 Prozent. Den höchsten Einfluss auf die Erzeugerpreisentwicklung für Vorleistungsgüter hatten Metalle mit einem Plus von 37,8 Prozent. Hier stiegen die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen um 56,4 Prozent. Nichteisenmetalle und deren Halbzeug kosteten 29,8 Prozent mehr, Aluminium in Rohform war 67,4 Prozent teurer. Auch viele andere für die Industrieproduktion wichtige Vorleistungsgüter unterlagen zuletzt starken Preissteigerungen.

Erreicht trotz guter Auftragslage das Umsatzniveau des Vorkrisenjahres nicht

Die Zumtobel Group erzielte trotz der herausfordernden Situation auf dem Rohstoffmarkt im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2021/22 im Vergleich zum Vorjahr gute Ergebnisse. So stieg  der Gruppenumsatz um 10,1 Prozent auf 567,4 Mio. Euro (Vorjahr: 515,4 Mio. Euro), jedoch beeinträchtigten die Knappheit wichtiger Rohstoffe und die entsprechenden Preiserhöhungen die Umsatzentwicklung speziell im zweiten Quartal. Vor diesem Hintergrund konnte die Gruppe ungeachtet hoher Auftragsbestände noch nicht das Umsatzniveau des Vorkrisenjahres (603,8 Mio. Euro) erreichen. Indes stieg das operative Ergebnis (EBIT) im Vergleich zur Vorjahresperiode um 52,4 Prozent auf 35,0 Mio. Euro (Vorjahr 22,9 Mio. Euro) und erreichte damit beinahe das Niveau des Vorkrisenjahres 2019/20. Das Periodenergebnis stieg auf 23,0 Mio. Euro (Vorjahr 13,3 Mio. Euro).

„Damit haben wir auch unter dem Strich mit einem um 72 Prozent höheren Nettoergebnis von 23 Mio. Euro das Krisenjahr 2020/21 hinter uns gelassen“, so Alfred Felder, CEO der Zumtobel Group. „Dennoch hat uns das zweite Quartal gezeigt, dass die Situation auf dem globalen Rohstoffmarkt herausfordernd bleibt.

Währungsbereinigt stiegen die Umsatzerlöse um 9,2 Prozent. Der Umsatz im Lighting-Segment stieg im ersten Halbjahr um 6,7 Prozent auf 420,5 Mio. Euro (Vorjahr: 394,1 Mio. Euro). Im Components-Segment verzeichnete das Unternehmen einen deutlichen Umsatzanstieg um 20,6 Prozent auf 175,7 Mio. Euro. Neben dem generellen wirtschaftlichen Aufwärtstrend trugen teilweise durchgesetzte Preiserhöhungen zur positiven Umsatzentwicklung bei, sodass das Vorkrisenniveau von 2019/20 in diesem Bereich nur knapp verfehlt wurde. Insgesamt konnten die Umsätze in fast allen Regionen im Vergleich zur Vorjahresperiode deutlich gesteigert und bis zu zweistellige Umsatzzuwächse in den Kernmärkten Großbritannien und Frankreich erzielt werden. Eine Ausnahme bildete unter anderem die DACH-Region: Hier fiel der Zuwachs geringer aus, da trotz einer sehr erfreulichen Entwicklung in Österreich die Umsätze in Deutschland und der Schweiz weitgehend auf Vorjahresniveau blieben.
Speziell das zweite Quartal der Zumtobel Group stand im Zeichen knapper Rohstoffe. Mit Einschränkungen und Preissteigerungen in den Warengruppen „Kunststofffabrikate“, „Stahl“ oder „Aluminiumprodukte“ konnte das Unternehmen dank guter und langjähriger Beziehungen zu den Lieferanten vergleichsweise gut umgehen. Dagegen war die mangelnde Verfügbarkeit von Schlüsselkomponenten wie Halbleitern für die High-End-Treiber deutlich zu spüren, da diese nicht im angefragten Umfang geliefert wurden, was auch zu verzögerten Auslieferungen an Kunden führte und weiterhin führt. Um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren, passt die Zumtobel Group die Produktentwicklung so an, dass nötigenfalls ein Hersteller gewechselt oder der Bedarf auf mehrere Hersteller verteilt werden kann.

Die Vertriebs- und Verwaltungskosten stiegen im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres um 13,0 Mio. Euro  auf −154,1 Mio. Euro (Vorjahr: −141,1 Mio. Euro). Hintergrund waren unter anderem erhöhte Zölle im Zusammenhang mit dem Brexit sowie gesteigerte Ausgangsfrachtkosten. Dessen ungeachtet stieg das Gruppen-EBIT von 22,9 Mio. Euro im 1. HJ 2020/21 auf 35,0 Mio. Euro im 1. HJ 2021/22. Damit erhöhte sich die Umsatzrendite von 4,5 auf 6,2 Prozent.

Das Periodenergebnis konnte noch deutlicher gesteigert werden – um 72,4 Prozent auf 23,0 Mio. Euro (Vorjahr 13,3 Mio. Euro) – und erreichte somit fast das Niveau des Vorkrisenjahres (24,7 Mio. Euro).

Für die Aktionäre der Zumtobel Group ergab sich ein Ergebnis je Aktie (unverwässert bei 43,1 Mio. Aktien) von 0,53 Euro (1. HJ 2020/21: 0,31 Euro). Der Free Cashflow verschlechterte sich im Berichtszeitraum im Wesentlichen wegen des Mittelabflusses im Working Capital und in den sonstigen operativen Positionen auf 6,7 Mio. Euro (1. HJ 2020/21: 35,0 Mio. Euro).

Die Bilanzstruktur ist gegenüber dem 30. April 2021 nahezu unverändert. Die Eigenkapitalquote lag zum 31. Oktober 2021 bei 32,7 % und die Nettoverbindlichkeiten erhöhten sich gegenüber dem Bilanzstichtag um 6,4 Mio. Euro auf 103,7 Mio. Euro.

Der Vorstand der Zumtobel Group ist trotz der angespannten Situation auf dem Rohstoffmarkt  zuversichtlich und erwartet weiterhin für das Geschäftsjahr 2021/22 steigende Umsatzerlöse in einer Größenordnung von vier bis sieben Prozent sowie eine EBIT-Marge von vier bis fünf Prozent.