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Autor: Möbelfertigung

Wird Regierungsarbeit der Ampelparteien kritisch begleiten

Rund acht Wochen nach der Bundestagswahl haben die Parteien SPD, Bündnis90/Die Grünen und FDP in Berlin ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. Die drei neuen Regierungspartner einigten sich auf eine ganze Reihe von Ansätzen, um die Holzverwendung zu stärken. GD Holz Geschäftsführer Thomas Goebel begrüßt, dass ein Schwerpunkt der neuen Regierungsarbeit der Klimaschutz und damit verbunden die verstärkte Nutzung des CO2-neutralen Roh- und Baustoff Holz sein wird. Die ausgerufene Holzbauinitiative soll Holz zum Rohstoff Nummer 1 im Bereich nachhaltigen Bauen, der erneuerbaren Energieversorgung sowie in der Kreislaufwirtschaft machen. Besonders dem neugeschaffenen Bauministerium kommt dabei die zentrale Rolle zu, um die dringend notwendige Bauwende einzuleiten.

Daneben setzt die Koalition zu Recht auf Bürokratieabbau etwa per neuerlichem Entlastungsgesetz. Laut Koalitionsvertrag wird ein systematisches Verfahren zur Überprüfung des bürokratischen Aufwands von Gesetzen und Regelungen entwickeln, das eine regelmäßige Einbeziehung der Beteiligten vorsieht. „An diesem Ziel wird sich die neue Bundesregierung messen lassen müssen.

Vor allem im Hinblick auf das Lieferkettengesetz sowie auf die europäische Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten können unsere Mitgliedsunternehmen mit enormen bürokratischen Hürden belastet werden. Das wollen wir weitestmöglich verhindern,“ so GD Holz Geschäftsführer Thomas Goebel.

Wilhelm-Klauditz-Preis 2021

Ging an Dr. Torben Marhenke

Dr. Torben Marhenke wurde im November in Braunschweig mit dem Wilhelm-Klauditz-Preis 2021 ausgezeichnet. Das Preiskomitee honorierte damit die langjährigen Forschungsarbeiten für die erfolgreiche Entwicklung eines neuen zerstörungsfreien Prüfverfahrens zur Erkennung von Fehlstellen ab einem Durchmesser von einem Millimeter. Der mit 5.000 Euro dotierte „Wilhelm-Klauditz-Preis“ wird im dreijährigen Turnus für herausragende wissenschaftliche oder anwendungsorientierte Arbeiten auf dem Gebiet der Holzforschung und des Umweltschutzes vergeben.

Trotz der jahrelangen Verwendung von Holzwerkstoffen im Baubereich mangelte es bislang an ingenieurtechnischem Wissen über die messtechnische Ermittlung mechanischer Holzwerkstoffparameter. Im Gegensatz zu isotropen Werkstoffen wie Metallen, werden für Holzwerkstoffe nicht nur zwei, sondern neun Parameter zur eindeutigen Beschreibung des mechanischen Materialverhaltens benötigt. Mit den von Marhenke im Rahmen seinen Forschungsarbeiten entwickelten Messmethoden können zukünftig alle neun benötigten Parameter zerstörungsfrei, zuverlässig sogar direkt im Fertigungsprozess bestimmt werden.

Beide Verfahren bedeuten für die Branche einen enormen Gewinn. Eventuell vorhandene Probleme bei der Produktion können frühzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen schnell ergriffen werden. Dadurch können Ausschüsse reduziert und entsprechende Qualitäten trotz steigender Anforderungen garantiert werden.

Unterstützt ehrenamtliches Engagement mit 54.000 Euro weltweit

Wie bereits 2020 hat das Hettich-Team in Zeiten der Corona-Pandemie weiter ehrenamtlich gewirkt. Weltweit haben sich Kollegen von den Hettich-Standorten mit verschiedenen Projekten bei der Aktion „Hettich Ehrenamt 2021“ eingebracht. 108 Projekte in Deutschland, Tschechien und Australien wurden mit jeweils 500 Euro gefördert. Somit hat die Hettich Unternehmensgruppe 2021 Spendenchecks in Höhe von insgesamt 54.000 Euro ausgestellt. Davon gingen allein 32.500 Euro an Projekte in Deutschland, in denen sich Hettich-Kollegen engagieren.

Alle, die bei Hettich arbeiten, können sich für eine Förderung von Projekten melden, für die sie sich ehrenamtlich einsetzen. Eine Förderung in Höhe von 500 Euro erhalten Projekte aus den Bereichen Gesellschaft, Bildung, Wissenschaft, Ernährung, Bewegung, Kultur und Umwelt.

„Soziales Engagement ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmenswerte und liegt uns sehr am Herzen. Deswegen freuen wir uns, dass sich so viele unserer Kolleginnen und Kollegen in gemeinnützigen Vereinen engagieren und unterstützen dieses Engagement durch die Aktion ‚Hettich Ehrenamt‘ bereits seit acht Jahren“, so Laura-Sophie Putschies, Unternehmenskommunikation bei Hettich.

Seit dem Startschuss der Aktion „Hettich Ehrenamt“ anlässlich des 125. Firmenjubiläums im Jahr 2013 haben bereits über 1.150 Projekte mit insgesamt mehr als 650.000 Euro eine Förderung erhalten.

Die Ampel legt los

Die vierte Coronawelle bringt Deutschland Infektionszahlen, die alles zuvor Dagewesene noch einmal deutlich in den Schatten stellen. Wie sich die Wirtschaft vor diesem Hintergrund störungsfrei erholen kann, bleibt eine zentrale Herausforderung. Dabei ist die Ampelkoalition zwingend auf eine prosperierende Wirtschaft angewiesen, weil sich die geplanten massiven Investitionen in den Klimaschutz und die Nachhaltigkeit sowie die dazugehörige Transformation der Wirtschaft, die Digitalisierung und den Wohnungsbau anders wohl kaum finanzieren lassen.

Eben diese Pläne der zukünftigen Regierungskoalition – bestehend aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP – waren auch zentrales Thema der TSD-Herbstmitgliederversammlung, die Ende November coronabedingt einmal mehr virtuell stattfand. Erst in der vergangenen Woche hatte die Ampelkoalition ihre Verhandlungen beendet und sich auf einen gemeinsamen Koalitionsvertrag geeinigt. „Mit dem vorgelegten Papier bekommt die Ampel jetzt konkrete Konturen“, sagt TSD-Präsident Thomas Radermacher, „doch es bleiben auch etliche Fragezeichen. Hier müssen in den kommenden Wochen Inhalte folgen.“

So enthält das Papier eine ganze Reihe begrüßenswerter Ansätze: Die Tarifbindung soll beispielsweise belohnt werden, wenn es um öffentliche Aufträge oder die Flexibilisierung der Arbeitszeiten geht. Die behäbigen Verwaltungsstrukturen sollen hingegen umfassend modernisiert und entbürokratisiert werden. Zudem ist von massiven Investitionen in die Transformation der Wirtschaft, die Digitalisierung und den Wohnungsbau die Rede. Auch der Werkstoff Holz soll stärker gefördert werden und außerdem erwähnt der Vertrag explizit die Bedeutung der dualen Berufsausbildung im Handwerk für die Fachkräftesicherung.

Hier will die Politik insbesondere die Aus- und Fortbildungen massiv unterstützen sowie Betriebe entlasten: „Zwischen den Zeilen lässt sich erkennen, wo die Fachkräfte für die ambitionierten Wohnungsbaupläne und das zukünftige Wirtschaftswachstum herkommen sollen“, sagt Radermacher und verweist dabei auf die Forderungen an die Politik, die Tischler Schreiner Deutschland bereits vor der Wahl formuliert hatte. „Konkret geht es darum, dass unsere Betriebe, wo immer möglich, im Rahmen ihrer Ausbildungsleistung Kostenentlastungen erfahren und dass unsere Berufsbildungsstätten durch Investitionen in die Lage versetzt werden, die erforderlichen Innovationen voranzutreiben.“

Auch beim Schreckgespenst schlechthin, der überbordenden Bürokratie, zeichnen sich Fortschritte ab. Hier folgen die Ampelpartner einer TSD-Langzeitforderung, indem sie zur Überprüfung des tatsächlichen bürokratischen Aufwands systemische Verfahren für Praxischecks entwickeln wollen. „Am Ende wird der Bürokratieabbau nur dann erfolgreich sein, wenn die Maßnahmen bei den Betrieben ankommen“, stellt Radermacher klar, der durchaus zu einem Vertrauensvorschuss bereit ist, aber auch weiß, dass die Betriebe am Limit seien und „keine weitere Hängepartie akzeptieren werden“.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz gehören zu den vorrangigen Themen, der sich die Ampelkoalition widmen wollte. Die Orientierung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen ist jedoch zu plakativ und bietet wenig fachliche Information für die von der Umsetzung betroffenen Marktakteure. „Deshalb ist es wichtig, dass das Handwerk originär in die Fortentwicklung und Umsetzung der Strategie einbezogen wird“, fordert TSD-Hauptgeschäftsführer Martin Paukner. Gleiches gilt für die Energie- und Klimapolitik. Die Abschaffung der EEG-Umlage sei zwar richtig, und dass die CO2-Bepreisung im Hinblick auf die Kostenrechnung für die Tischler- und Schreinerbetriebe nicht erhöht wird, sei ebenfalls zu begrüßen, doch „ohne Einbindung, werde es an Akzeptanz fehlen, was die Umsetzung erheblich erschwert“. Dabei sei es elementar wichtig, dass die Maßnahmen die Betriebe weder finanziell noch organisatorisch überfordern oder Wettbewerbsverzerrungen entstehen. Dazu müsse die Politik aber auch die Auswirkungen der Dekarbonisierungspolitik für kleine und mittlere Betriebe auf dem Schirm haben und diese abfedern.

Pläne gibt es für die Sicherung der Renten und die Pflegeversicherung. Außerdem soll Wohnen wieder bezahlbar und statt Hartz IV das sogenannte Bürgergeld eingeführt werden. Und all das will die neue Bundesregierung ohne Steuererhöhungen und unter Einhaltung der Schuldenbremse erreichen. Kann das funktionieren? „500 Milliarden Euro in den nächsten zehn Jahren werden die Zukunftsinvestitionen kosten, schätzt das Institut der Deutschen Wirtschaft (DIW). Da stellt sich zwangsläufig die Frage, wie diese Pläne finanziert werden sollen“, hakt Paukner nach und blickt nicht ganz ohne Skepsis auf einen zentralen Aspekt, den der Koalitionsvertrag nicht enthält. „Was definitiv fehlt, ist eine Aussage zur Deckelung der Sozialabgaben. Hier haben wir bereits vor Monaten klargestellt, dass 40 Prozent für die lohn- und damit beitragsintensiven kleinen und mittelständischen Betriebe des Handwerks das absolute Maximum darstellen.“

Nun befürchtet der Verbandsmanager, dass sich die Politik ein Hinter-türchen zur Finanzierung der Sozialsysteme eingebaut hat, zumal die Aussicht auf die dringend notwendige Reformierung gänzlich fehlt. „Die Belastungen an dieser Stelle zu erhöhen, wäre definitiv ein großer Fehler“, ist sich Paukner sicher, „der im handwerklichen Mittelstand erheblichen Schaden anrichtet, da er die aktuelle Kosten- und Lastenverteilung noch stärker verschieben würde.“ Diese Ungerechtigkeit will der Betriebswirt unbedingt verhindern, zumal hier nicht die einzige Fehlentwicklung droht. Die Einführung von 12 Euro Mindestlohn in einem Schritt im Jahr 2022 hebele nicht nur die Tarifautonomie aus, sie untergrabe auch die Entscheidungen der Mindestlohnkommission. „Dieses ursprüngliche Wahlversprechen hat schon vor der Wahl die falschen Signale gesetzt“ und sei nur mit langen Übergangszeiträumen umsetzbar, damit die etwa 200 betroffenen Tarifverträge vertraglich angepasst werden können.

So entfaltet der Koalitionsvertrag unterm Strich noch nicht die erhoffte Aufbruchstimmung, signalisiert aber die positiven Absichten. „Im Prinzip geht die Arbeit jetzt erst richtig los“, resümiert Paukner und versichert zugleich, dass Tischler Schreiner Deutschland die weitere inhaltliche Debatte konstruktiv begleiten werde – auch um sicherzugehen, dass aus guten Absichten zielführende Taten für das Tischler- und Schreinerhandwerk folgen.

Neue Leiterin Marketing Communications

Ab dem 1. Dezember 2021 ist Friederike Jösting neue Leiterin Marketing Communications bei Follmann in Minden. In dieser Position ist die Betriebswirtin für die Weiterentwicklung und Steuerung der Marketing Communications Strategie des Unternehmens verantwortlich und stellt zudem als Schnittstelle zu den ausländischen Schwester- und Tochtergesellschaften von Follmann die globale Corporate Communications Strategie sicher.

Friederike Jösting verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Produktmanagement – auch auf internationaler Ebene. Ihre Karriere begann sie bei der Gauselmann Gruppe im Produkt- und Vertriebsmanagement, bevor sie 2008 zu Kesseböhmer, einem namhaften Möbelzulieferer, wechselte. Nach zwei Jahren im Bereich International Sales war sie dort die letzten zehn Jahre als Marketing-Referentin tätig.                                                                                                                  

„Wir freuen uns, Friederike Jösting als neue Leiterin Marketing Communications für unser Unternehmen gewonnen zu haben“, so Dr. Jörg Seubert, Geschäftsführer von Follmann. „Als ausgewiesene Marketing-Expertin und mit ihrem Vertriebs-Know-how sowie ihrer internationalen Erfahrung ist sie die ideale Besetzung für diese Position. Wir wünschen ihr einen guten Start und freuen uns auf eine angenehme und erfolgreiche Zusammenarbeit.“

Auch Friederike Jösting freut sich auf ihre neue berufliche Herausforderung: „Mit seinem breiten Produktportfolio und den damit verbundenen unterschiedlichen Zielbranchen ist Follmann ein sehr spannendes und vielfältiges Unternehmen. Ich freue mich darauf, meine bisherigen Erfahrungen in einem innovativen Familienunternehmen, das zudem großen Wert auf Nachhaltigkeit legt, einzubringen und die erfolgreiche Marketing- und Kommunikationsstrategie fortzuführen und weiterzuentwickeln.“

Wolfgang Thorwart kommt für Jean-Claude Meyer

Zum 1. Januar 2022 vollzieht sich bei der Schmidt Küchen GmbH & Co. KG ein Führungswechsel. Ab diesem Zeitpunkt übernimmt Wolfgang Thorwart die Geschäftsführung des deutschfranzösischen Traditionsunternehmens, das zur Schmidt Groupe gehört. Der diplomierte Ingenieur wird federführend den traditionellen Produktionsstandort Türkismühle sowie auch den Vertrieb im deutschen Markt verantworten.

In dieser Funktion löst er Jean-Claude Meyer ab, der zum Jahreswechsel seinen wohlverdienten Ruhestand antreten wird. Wolfgang Thorwart ist schon seit 36 Jahren bei der Schmidt Groupe tätig. Der gebürtige Franke verfügt über eine vielfältige Expertise in der Möbelbranche. So verantwortete er bereits die Leitung des Schmidt-Werkes in Lièpvre und auch das Engineering für die gesamte Gruppe. Zuletzt war er für die komplette Produktentwicklung des französischen Marktführers verantwortlich – diese Position begleitete er 18 Jahre lang. Besonders in der internationalen Küchenindustrie ist Thorwart seit mehreren Jahrzehnten bestens vernetzt.

Neue Leitung bei Technocell Dekor

Zum 1. Dezember 2021 gibt es einen Wechsel in der Leitung des Segments Technocell Dekor der Felix Schoeller Group. Nach verschiedenen Stationen im Familienunternehmen und vier Jahren in der Verantwortung für das Dekorgeschäft in EMEA gibt Frank Meyer-Niehoff diese aus persönlichen Gründen weiter. Nachfolger des auf eigenen Wunsch in eine neue verantwortungsvolle Aufgabe wechselnden Meyer-Niehoff wird Tim Gutendorf.

Der 30-jährige Tim Gutendorf hat bereits viel Erfahrung in unterschiedlichen Unternehmensbereichen des weltweit agierenden Spezialpapierherstellers mit mehr als 3.700 Mitarbeitenden gesammelt. Nach seinem berufsbegleitenden Studium bei der Felix Schoeller Group und dem anschließenden Master in Marketing und Sales Management hat er sich über verschiedene Positionen für die neue Aufgabe empfohlen. Zuletzt war er unter anderem im Marketing und Vertrieb im Segment Technocell tätig. In seiner neuen Funktion als Head of Sales Dekor EMEA will er das Dekorgeschäft gemeinsam mit seinem Team und den Kunden in Europa, Naher Osten und Afrika ausbauen. Ziel ist es, die Position der Felix Schoeller Group aus Osnabrück als Marktführer im Bereich Dekorpapiere zu stärken.

Bestreitet, dass Hymmen im Patentstreit vor dem Landgericht Düsseldorf „gewonnen“ hat

Im Patentstreit zwischen Hymmen und Barberán hat Barberán eine weitere Pressemitteilung herausgegeben. Demnach hat das Landgericht Düsseldorf am 25. November 2021 mit dem Urteil Hymmens Patentverletzungsklage auf der Grundlage des deutschen Teils des europäischen Patents „EP 2313281“ teilweise abgewiesen, soweit sich diese Klage gegen die von Barberán nach Deutschland gelieferten Maschinen richtete.

Das Gericht stellte einerseits fest, dass die „Barberán Jetmaster Series“ dieses Patent nicht verletzt, stellte aber andererseits eine Verletzung durch falsche Angaben fest, die in einem Barberán -Katalog vom Jahr 2015 erwähnt wurden.

Weiter heißt es: „Der Richter sah keine Patentverletzung in den Maschinen, die Barberán zur Zeit liefert oder bereits geliefert hat. Das Gericht entschied gegen Barberán nur, was die damalige Werbung betrifft. Im Übrigen wurde die Klage von Hymmen mangels Verletzung abgewiesen. Die am 25. November 2021 verkündete Entscheidung ist für beide Parteien anfechtbar.“

Barberán nimmt zudem direkt Bezug auf die jüngste Mitteilung seitens Hymmen (moebelfertigung.com berichtete): „Die aktuellen Pressemitteilungen von Hymmen, wonach Hymmen die Verletzungsklage zum Patent ,EP 2 313 281‘ vor dem Landgericht Düsseldorf ,gewonnen‘ hätte, sind eindeutig falsch und irreführend. Barberán informiert gerne jeden Interessenten ausführlicher über die aktuelle Situation. Außerdem sieht sich Barberán gezwungen, Ansprüche aus ,unfairer Wettbewerb‘ gegen Hymmen aufgrund ihrer Falschaussagen hin zu überprüfen“, heißt es wörtlich.

Barberán ist überzeugt, dass die Patente von Hymmen durch die Maschinen von Barberán nicht verletzt werden und führt weiter aus: „Das obige Urteil bestätigt dies ebenso wie die anfechtbare Entscheidung vom 18. November 2021 in einem Parallelverfahren zum europäischen Patent ,EP 3 109 056‘ von Hymmen. Auch in diesem anderen anfechtbaren Urteil entschied das Gericht, dass die Maschinen von Barberán das europäische Patent ,EP 3 109 056‘ von Hymmen nicht verletzen.

Ranga Yogeshwar ehrt Top-Innovatoren

Virtuell, aber nicht weniger glanzvoll: Auf einer Onlinekonferenz würdigte Wissenschaftsjournalist und Top 100-Mentor Ranga Yogeshwar am 26. November die Leistungen der Preisträger des Innovationswettbewerbs Top 100. Ausgezeichnet wurden unter anderem auch Dekodur, Emma Sleep, Fluck Holzbau, Georg Reisch, Grohe, Hansgrohe, Hundegger Heinrich Meyer-Werke Breloh, J. Wagner, Mafell, MeisterWerke Schulte, Palette CAD, Safelog, Schock, Schuler Consulting, Teamplan Josef Meyer und Züblin Timber, die es als Mittelstandsunternehmen ins Top 100-Finale geschafft hatten. In diesem Jahr erhielten insgesamt 300 mittelständische Unternehmen das Top 100-Siegel 2021. Beworben hatten sich 435 Unternehmen.

Die Coronakrise sei nach wie vor eine große unternehmerische Herausforderung, machte Ranga Yogeshwar deutlich. „Wie reagieren Unternehmen, wenn plötzlich Selbstverständlichkeiten wegbrechen? Wenn sich das Umfeld radikal ändert?“, fragte er. „Wahre Innovatoren verändern sich ständig, erfinden sich neu und stoßen dabei auf überraschende Lösungen“, würdigte Yogeshwar die Leistungen der Top 100-Unternehmen. „Während der Coronakrise haben sie zum Beispiel Chancen erkannt und innovative Prozesse in Rekordzeit erarbeitet“, sagte er.

Das Top 100-Siegel wurde in drei Größenklassen vergeben: bis 50 Mitarbeiter, 51 bis 200 Mitarbeiter und mehr als 200 Mitarbeiter. Innovationsforscher Prof. Dr. Nikolaus Franke und sein Team analysierten die Bewerber vor der Vergabe des Siegels anhand von mehr als 100 Leistungsindikatoren in fünf Kategorien. So legten die Teilnehmer beispielsweise dar, wie innovativ das Top-Management die Prozesse im Unternehmen strukturiert oder auf welche Weise Mitarbeiter ihre innovativen Ideen einbringen können. In einer Sonderkategorie untersuchten die Forscher zudem, wie die Teilnehmer unternehmerisch auf die Coronakrise reagiert hatten.

Verschiedene Kennzahlen zeigen, dass Innovationen sich positiv auf den Unternehmenserfolg auswirken: So liegt das Umsatzwachstum der Top-Innovatoren 25,7 Prozentpunkte über dem Branchenschnitt. 36,3 Prozent ihres Umsatzes erzielten sie dabei mit Marktneuheiten oder innovativen Verbesserungen. Aufgrund neu entwickelter innovativer Prozesse waren die Mittelständler in der Lage, 8,4 Prozent der Gesamtkosten einzusparen.

Aus einem einfachen Sägewerk entstand die DI Dekodur International GmbH & Co. KG aus Hirschhorn, heute ein weltweiter Spezialist auf dem Gebiet von Hochdruckschichtstoffplatten (HPL) für den Innenausbau. Dank einer konsequenten innovativen Ausrichtung, intensiver Marktbeobachtung und einem regen Innovationsklima bietet das Unternehmen Architekten und anderen Kunden eine riesige Bandbreite an Metalloberflächen: kunstvoll bedruckt, magnetisch, verspiegelt, rutschhemmend, CO2-neutral und noch vieles mehr. Dass Geschäftsführer Rolf van den Berg und seinem Team die Ideen nicht ausgehen, bewiesen sie auch während der Coronakrise: Die Fachleute mit Metallerfahrung wussten bereits, dass unbeschichtetes Kupfer antiviral wirkt und entwickelten in nur drei Monaten eine antivirale Oberfläche aus Kupfernanopartikeln, auf der sich Coronaviren nur wenige Stunden halten können. Auch hier erwiesen sich also die Innovationsfreude, die Flexibilität und die schlanken Prozesse als die großen Vorteile dieses Mittelständlers.

Die Emma Sleep GmbH erlebt seit ihrer Gründung 2015 einen stetigen Höhenflug. Das verdankt dieser Frankfurter Hersteller neuer Matratzengenerationen vor allem einem Innovationsklima, in dem sich jeder der 800 Beschäftigten jeden Tag verwirklichen kann. Der Umsatz lag 2020 mit 405 Mio. Euro um 170 Prozent über dem des Vorjahres. Jeder Mitarbeiter kommt auf 52 Weiterbildungstage pro Jahr. Es gab 2020 insgesamt 4.500 Verbesserungsvorschläge. Ein herausragendes Beispiel für den Innovationsgeist der Mitarbeiter ist die jüngst entwickelte „Emma Motion“: Die smarte Matratze ist mit künstlicher Intelligenz ausgestattet und nimmt via Sensorik jede Veränderung der Schlafposition wahr. Sie passt sich dementsprechend an und führt somit zu einer permanent ausgerichteten Wirbelsäule.

Nach dem Geheimnis seines Erfolgs gefragt, antwortet der Zimmerermeister und staatlich geprüfte Betriebsmanager Florian Fluck ebenso prägnant wie treffend: „Ich bin von Haus aus innovativ.“ Dafür spricht das stete Wachstum der von ihm gegründeten und geleiteten Fluck Holzbau GmbH mit Sitz im badischen Blumberg. Das Unternehmen gilt im Schwarzwald und in der benachbarten Nordschweiz als führend beim ökologisch nachhaltigen Bau von Holzgebäuden mit Rohstoffen und Produkten aus der Region. In nur zwölf Jahren hat Florian Fluck sein Unternehmen von einer herkömmlichen Manufaktur mit einer Handvoll Mitarbeiter zu einem weitestgehend automatisiert fertigenden mittelständischen Handwerksbetrieb geformt. Für private Bauherren sowie für gewerbliche und kommunale Auftraggeber errichtet die Fluck Holzbau GmbH im Umkreis von ungefähr Hundert Kilometern schlüsselfertige Häuser jeglicher Größenordnung aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz.

Ein wesentlicher Grund für die Innovationserfolge der Georg Reisch GmbH & Co. KG liegt darin, dass sie wichtige Trends im Baugewerbe früh erkennt und für sich zu nutzen weiß. So konzentriert sich dieser Firmenverbund mit Sitz in Bad Saulgau derzeit vor allem auf energieeffizientes Bauen sowie auf komplett selbst geplante und realisierte Objekte. Ein zunehmend wichtiges Geschäftsfeld sind energieeffiziente Häuser, und dort wiederum steigt die Nachfrage nach dem Ökobaustoff Holz deutlich. „Früher beschränkte sich das auf Individualisten“, sagt der Geschäftsführer. „Inzwischen liegt die Zahl der aus Holz errichteten Eigenheime, Kitas oder Schulen aber weit höher als man denkt.“ Deshalb experimentiert man bei Georg Reisch derzeit mit innovativen Holzbauweisen und -baustoffen mit Blick auf eine ideale Schall- und Wärmedämmung mehrgeschossiger Immobilien.

Der Holzbau ist seit Jahren ein Wachstumsmarkt: Holz ist sinnlich und warm, es lässt sich fantastisch bearbeiten und ist vor allem nachhaltig. Die Hans Hundegger AG in Hawangen hat sich dank zahlreicher Innovationserfolge vom Ein-Mann-Betrieb zum Weltmarktführer beim Bau von Maschinen für die Holz verarbeitende Industrie entwickelt. Der Gründer und Vorstandsvorsitzende Hans Hundegger setzte schon 1984 mit der Konzeption der ersten computergesteuerten Abbundmaschine einen Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens. Unter „Abbund“ versteht man das Vorbereiten von Holzkonstruktionen. Früher machte man das von Hand, heute erledigen dies die Maschinen von Hundegger. Und sie machen das sehr intelligent, denn mit der eigenen Software „Cambium“ hat dieser Maschinenbauer eine Lösung entwickelt, durch die der manuelle Programmieraufwand für die Maschinen entfällt. Hinzu kommt, dass nun alle Geräte mit nur einem Programm angesteuert werden können – ein Leuchtturmprojekt. Die Software bildet den gesamten Produktionsprozess ab: von der Konstruktion über die Arbeitsvorbereitung bis zum fertigen Bauteil.

Unternehmen in Familienhand agieren verantwortungsvoll, mit Weitblick und können sich deshalb auf dem Markt behaupten. Zu diesem Erfolg trägt nicht zuletzt die Fähigkeit bei, sich über Generationen hinweg immer wieder zu erneuern und technologische Innovation voranzutreiben. So auch bei der Heinrich Meyer-Werke Breloh GmbH und Co. KG im niedersächsischen Munster, einem Systemanbieter in Sachen Fenster, Türen und mehr, dessen Top-Management die Entstehung von Neuem konsequent fördert. Moritz Meyer leitet die HM-Werke in der siebten Generation gemeinsam mit seinem Vater. Der Mut zum Wandel war und ist ständige Maxime. Heute sind mehr als 200 Beschäftigte in dem Unternehmen tätig, zu dem acht Sparten gehören. Der Fokus liegt auf dem Bau von Fenstern und Türen. Das Portfolio wird ergänzt durch Carports und Terrassenüberdachungen sowie maßgefertigte Gartenschränke. „Ein hoher Qualitätsanspruch ist unser Motor für Innovationen“, erklärt der Geschäftsführer Volker Meyer.

Mit agiler Transformation, die gleichzeitig die Innovationskraft stärkt, punktet Grohe. Jeden einzelnen Mitarbeiter zu befähigen, sein Potenzial voll zu entfalten, dieses Erfolgsprinzip prägt das Innovationsklima. Grohe beschäftigt insgesamt mehr als 6.500 Mitarbeiter, davon 2.600 in Deutschland und ist Teil der internationalen Lixil Corporation. Im Fokus der aktuellen Innovationsprozesse stehen nachhaltige Produkte wie „Grohe Blue“, ein Wassersystem für die Küche, das Plastikflaschen unnötig macht.

Hansgrohe hält den Erfindergeist wach. Dafür stehen 15.000 aktive Schutzrechte. Der Armaturen- und Brausenhersteller aus Schiltach beschäftigt sich schon seit 120 Jahren mit der Kultivierung des Wassers, hüllt seine Ideen in außergewöhnlich schöne Formen und integriert gleichzeitig moderne Technik ins Design. Das Streben nach Innovation ist tief in der DNA von Hansgrohe und seinen 4.714 Beschäftigten verankert. Mensch, Wasser und Nachhaltigkeit prägen das Handeln der Gruppe. „Wir betreiben Innovationsmanagement, um die Lebensqualität des Einzelnen zu verbessern“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Hans Jürgen Kalmbach. Er sorgt dafür, dass im „Innovations Lab“ interdisziplinäre Teams große Freiheit in der Erarbeitung von Konzepten genießen.

Kann das gutgehen? Ein Unternehmen, das sich Meriten mit Technologien für das Beschichten von Oberflächen verdient, will auch in der Kosmetikbranche mitmischen. Im Fall der J. Wagner GmbH darf man zuversichtlich sein: Der Maschinenbauer mit Hauptsitz in Markdorf nahe dem Bodensee hat das Zeug dazu, sich dieses zusätzliche Geschäftsfeld zu erschließen. Das ist nur eines der ehrgeizigen Projekte, die derzeit gestemmt werden, auch dank innovativer Prozesse und Organisationsmethoden. Bekannt ist dieser Mittelständler als einer der führenden Hersteller von Geräten und Anlagen, mit denen Pulver, Lacke und Farben auf Oberflächen aufgebracht werden. Sein Portfolio reicht von der Heimwerker-Sprühpistole bis zum industriellen Beschichtungssystem. Von jeher zeichnet die bereits 1947 gegründete Firma Innovationsdrang aus, jetzt legt sie noch einige Schippen drauf: „Mit unserer Unternehmensstrategie ‚Winnovation 2025‘ streben wir auf dem Gebiet der Nass- und Pulverapplikationen nichts Geringeres an als die Technologieführerschaft“, sagt der Geschäftsführer Dr. Bruno Niemeyer.

Die 1899 gegründete und seit 1935 im Familienbesitz befindliche Mafell AG vereint Innovation und Kontinuität. Sie ist nah an den Wurzeln und bodenständig, richtet aber gleichzeitig den Blick immer nach vorn. Diese Experten entwickeln und produzieren professionelle handgeführte Elektrowerkzeuge für das Holzhandwerk – stets nach der Maxime „Creating Excellence“. Vor allem in der Außenorientierung gehen sie neue Wege.

Ob Parkett, Laminat oder Designboden – wenn Fachleute nach Hartbodenbelägen oder auch Wand- und Deckenverkleidungen suchen, werden sie bei der MeisterWerke Schulte GmbH fündig: Das Familienunternehmen aus dem Kreis Soest fertigt seine hochwertigen Produkte im eigenen Haus und vertreibt sie über den Fach- oder Großhandel in die ganze Welt. Der Seniorchef ist ganz vorn mit dabei, wenn es um die Entwicklung neuer Produkte oder die Optimierung interner Prozesse geht.

Wenn es darum geht, Räume zu gestalten, können Tischler oder Schreiner, Innenarchitekt oder Badgestalter auf die Software der Palette CAD GmbH zugreifen. Als einzige Anbieterin auf dem Markt hat sie eine Software entwickelt, die von allen Branchen, die am Innenausbau beteiligt sind, verwendet werden kann. Über eine App kann sich der Endkunde dann die visualisierten Planungen anschauen. Für neue Ideen setzt die Geschäftsleitung auf viele Impulse von außen.

Beim Kommissionieren und Transportieren kommen zunehmend fahrerlose Transportsysteme zum Einsatz. Auf diesem Gebiet international führend ist die oberbayrische Safelog GmbH mit ihren intelligenten Transportrobotern. Der Erfolg dieser Innovation basiert auf 25 Jahren Erfahrung in der Sparte Logistiklösungen. Neue Ideen und Projekte entstehen bei diesen Intralogistikspezialisten oft in wissenschaftlichen Kooperationen oder in den Hackathons der Entwicklungsabteilung.

Erfindergeist und ein innovatives Marketing, die den Megatrend Individualität ebenso aufgreifen wie das wachsende Umweltbewusstsein in der Gesellschaft, zeichnen Schock aus. Der Mittelständler aus Bayern hat die Spüle zum Trendprodukt gemacht und ist ein Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit mit „Sink green“. Mit der Punklegende Iggy Pop gelingt es Emotionen zu wecken. „Wir gestalten unseren Marketingauftritt ganz bewusst positiv-irritierend“, so Geschäftsführer Sven-Michael Funck.

Einen Parkplatz hat wohl jedes Unternehmen, dazu verpflichtet die Bauordnung. Die Schuler Consulting GmbH hat darüber hinaus aber noch einen besonderen Parkplatz – nämlich einen für neue Ideen. Die besten von ihnen herauszugreifen, auszuprobieren und zu realisieren bringt diese Unternehmensberater nicht nur ökonomisch voran, sondern schafft auch ein Klima, in dem innovative Ideen und Prozesse gedeihen. Die Mitarbeiter bringen so viele Vorschläge ein, dass man sich jedes Jahr neu entscheiden muss, mit welchen man sich zuerst beschäftigt. Unternehmensberatung für Kunden aus der internationalen Holz- und Möbelindustrie – darin liegt die Kernkompetenz von Schuler. Die wichtigsten Themen ihrer Beratungsprojekte sind: Industrie 4.0, Controlling, Lean Production, kontinuierlicher Informationsfluss, technische Produktstandardisierung und strategische Produktionsentwicklung.

Kundenwünsche erfüllen, die Komplexität im Auge behalten und die Produktivität steigern – das sind die Leitlinien der Teamplan Josef Meyer GmbH. Damit ist der Hersteller zertifizierter Sicherheitsarchitektur für Banken und funktionaler Einrichtungen für internationale Unternehmenszentralen seit 125 Jahren erfolgreich. Hinzu kommt ein positives Innovationsklima, das von kontinuierlicher Weiterbildung geprägt ist. So entwickelt man im Team immer wieder neue kundenspezifische Konzepte rund um den Kernwerkstoff Holz.

Hohe interne Transparenz, eine hochwertige duale Ausbildung, eine Weiterbildungsakademie der Muttergesellschaft, enger Kontakt zu Forschungseinrichtungen und Hochschulen – die Züblin Timber GmbH tut viel dafür, Holzbau für Nachwuchskräfte attraktiv zu machen. Ihr Innovationsklima ist durch Freiräume gekennzeichnet: Die Mitarbeiter werden zu Unternehmern im Unternehmen. Zusätzlich bewirken systematische Prozesse, dass gute Ideen auch realisiert werden.