Zum Hauptinhalt springen

Autor: Möbelfertigung

SCM Group

Strategische Neustrukturierung

Die strategische Neuausrichtung der SCM Group bereitet das Ausscheiden von einem Teil der Familie Gemmani aus der Unternehmensstruktur vor. Alle Gesellschafter danken Linda und Marco Gemmani für ihren nachhaltigen und erfolgreichen Beitrag zur Entwicklung des Konzerns.

Das Unternehmen SCM Group wird weiterhin von den Gründerfamilien Aureli und Gemmani als gleichberechtigten Eigentümern geführt, die im Rahmen einer gemeinsamen strategischen Vision die Kontinuität, die unternehmerische Agilität und die Führung des Konzerns gewährleisten.

Der Verwaltungsrat der Scm Group wird sich künftig aus folgenden Mitgliedern zusammensetzen: Giovanni Gemmani, Vorsitzender, Andrea Aureli, stellvertretender Vorsitzender, Enrico Aureli, stellvertretender Vorsitzender, Marco Mancini, Geschäftsführer, und den Verwaltungsräten Valentina Aureli, Luca Franceschini und Martino Gemmani.

Die Gesellschafter bestätigten darüber hinaus die Ernennung von Adriano Aureli zum Ehrenvorsitzenden.

Der Verwaltungsrat ernannte Marco Mancini zum Geschäftsführer für die Leitung des Konzerns, sowie Luigi De Vito zum Generaldirektor.

2022 wird genug Holz vorhanden sein

Dürre und Waldschäden, die Corona-Pandemie sowie ein extrem schwankendes Nachfrageverhalten sorgten in den zurückliegenden beiden Jahren für einen turbulenten Holzmarkt und mediales Interesse. Für die Produzenten und den Handel steht nach diesen Turbulenzen und den damit verbundenen Unsicherheiten im Jahr 2022 die Stärkung des Holzbaus im Vordergrund. Entscheidend für ein nachhaltiges Wachstum sei ein besonnenes Marktverhalten aller Partner.

Ein sprunghafter Anstieg der Nachfrage in Deutschland und der ganzen Welt verbunden mit Preissteigerungen und großer medialer Aufmerksamkeit führte im vergangenen Frühjahr zu einer hohen Dynamik: Vorratskäufe, Lageraufbau und Mehrfach-Bestellungen befeuerten die Entwicklung und vermittelten den Eindruck einer Holzknappheit. Die deutsche Säge- und Holzindustrie reagierte kurzfristig, baute Kapazitäten aus und produzierte auf Rekordniveau, bis die Nachfrage im Sommer abrupt abriss. „Solche Marktsituationen mit extremen Schwankungen von Angebot und Nachfrage schaffen große Unsicherheiten für die weitere Entfaltung des Holzbaus und sollten sich nicht wiederholen“, erklären der Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V. (GD Holz) und der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH). Beide Verbände versichern, dass für 2022 grundsätzlich Holz in allen Sortimenten für den Holzbau in Deutschland vorhanden sei.

Die Bedeutung von Holz als Roh- und Baustoff wächst. Die Politik hat die Vorteile von Holz für den Klimaschutz inzwischen erkannt und zu einem Teil ihrer Agenda gemacht. Die rot-grün-gelbe Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, 400.000 neue Wohnungen zu schaffen und die Emissionen im Gebäudebereich deutlich zu reduzieren. „Die Bau- und Sanierungsoffensive sowie das klare Bekenntnis zum Holzbau übertragen unserem Wirtschaftszweig eine besondere Verantwortung für die kommenden Jahre und Jahrzehnte“, sagt DeSH-Präsident Jörn Kimmich. Holzindustrie und Holzhandel legen gemeinsam die Grundlage für die erwartete Steigerung der Holzverwendung. Um dieser Aufgabe und Chance langfristig gerecht werden zu können, bedarf es einer planbaren und gleichmäßigen Auslastung von Industrie und Handel sowie der positiven Wahrnehmung von Holz in Politik und Gesellschaft. „Wir appellieren daher an alle Markteilnehmer, ihr Einkaufs- und Verkaufsverhalten verantwortungsvoll und verlässlich zu gestalten, damit jederzeit ausreichend Holz zur Verfügung steht“, ergänzt Philipp Zumsteg, Vorstandsvorsitzender des GD Holz.

Während aus Sicht der Verbände in den kommenden Jahren Verarbeitungs- und Lagerkapazitäten für eine wachsende Holzverwendung bereitstehen, besorgt sie die Diskussion um die Waldbewirtschaftung und der Fachkräftemangel: „Unerlässliche Grundlage aller Partner in der Wertschöpfungskette ist eine planbare und gesicherte Rohstoffbasis aus dem Wald. Das Holz muss aber nicht nur vorhanden sein, sondern auch vom Wald, über Sägewerk und Handel in die Gewerke und Gebäude gebracht werden. Qualifiziertes Personal entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist unersetzlich, um von der Gesellschaft als verlässlicher Partner im klimafreundlichen Bauen wahrgenommen zu werden. Wir wollen hier gemeinsam für den Beitrag unserer Branche zur Verbindung von Klimaschutz, Wirtschaft und Gesellschaft werben“, so Kimmich und Zumsteg abschließend.

Rollender Messe-Van

Der Befestigungsspezialist Fischer schickt ab März seinen neuen Fischer Tourvan auf die Straßen und steuert gemeinsam mit seinen Kunden weiter in eine erfolgreiche Zukunft. Mit dem mobilen Expertenteam schafft das Unternehmen unter Beachtung aktueller Corona-Verordnungen Kundennähe in Zeiten des Abstand-Haltens. Im Fokus der Innovationtour steht die Präsentation der Fischer Produktneuheiten und -klassiker mit hohem Informationsgehalt und Unterhaltungswert. Fischer Anwendungstechniker im Außendienst besuchen die Kunden mit dem Tourvan direkt vor Ort und informieren diese umfassend und individuell zu den Befestigungsinnovationen.

Der wendige Sprinter ist dabei ideal für flexible Besuche. Auf der Roadshow können Verarbeiter die aktuellen Befestigungslösungen individuell nach ihren Bedürfnissen erleben. Dabei ermöglicht das Konzept den persönlichen Austausch und 1:1-Gespräche mit den Fischer Experten. So lässt sich die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Befestigungsspezialisten und seinen Kunden weiter intensivieren und ausgestalten. Eine lange Vorlaufzeit bei der Planung und eine große Parkfläche benötigt der Tourvan nicht. Dank des flexiblen Konzepts können verschiedene Locations einfach und schnell angefahren und unterschiedliche Zielgruppen fokussiert angesprochen werden. Angesteuert werden Geschäfte der Handelspartner aus dem Fach-, Baustoff- und DIY-Handel, Haus-messen, Handwerks-Betriebe, Baustellen und berufsbildende Schulen. Der Aufwand bleibt dabei gering und der Aufbau erfolgt einfach und schnell. Innen öffnet sich eine authentische mobile Handwerker-Ausstattung, die nach außen zu einer Präsentationsfläche mit ansprechenden analogen und digitalen Produktpräsentationen aufgebaut werden kann. Mit mobilen Werkbänken und einem Testwürfel mit verschiedenen Baustoffen entsteht zudem ein publikumswirksamer Außenbereich.

Die Präsentationen machen die Produktvorteile zum eindrucksvollen Live-Erlebnis. So werden die Befestigungslösungen von den Fischer Experten sowohl umfassend in der Theorie vorgestellt als auch in Vorführungen praktisch demonstriert. Verarbeiter können die Produkte bei Interesse zudem selbst in allen gängigen Verankerungsgründen ausprobieren. In der professionell ausgestatteten mobilen Werkstatt des Sprinters stehen dazu eine Teststation mit Baustoffen und alle nötigen Werkzeuge bereit. Beim Produkte-Kennenlernen wissen die Fischer Außendienstmitarbeiter Antwort auf alle Fragen. Zugleich freuen sich die Fischer Experten über neue Anregungen zur praxisnahen Weiterentwicklung des Fischer Produktspektrums, um aktuelle Herausforderungen im Handwerker-Alltag zu meistern. Neben Kundenbesuchen ermöglicht das modulare Roadshow-Konzept einmalige und erlebnisreiche Events, die Emotionen erzeugen und nachhaltig in Erinnerung bleiben. Mehrere Fischer Außendienstmitarbeiter gestalten dabei gemeinsam mit einer professionellen Agentur und in Absprache mit den Fischer Handelspartnern Veranstaltungen, die Handwerkern eine unterhaltsame Auszeit im Arbeits-Alltag bieten. Bei besonderen Anlässen eröffnet Fischer auch die Möglichkeit, über den optionalen Food-Anhänger schwäbisches Street-Food zur Verfügung zu stellen.

Bis Ende Juni werden die Außendienstmitarbeiter in Deutschland mit dem Fahrzeug unterwegs sein. Ab Juli fährt der Tour-Van dann nach Italien und Österreich.

Möbelindustrie behauptet sich im zweiten Pandemie-Jahr, Umsatz steigt um zwei Prozent

Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie (VDM/VHK), erklärte heute, am 21. Februar 2022, zur wirtschaftlichen Situation der Branche: „Trotz widriger Rahmenbedingungen hat sich die deutsche Möbelindustrie im Jahr 2021 gut behauptet. Der Umsatz legte um rund zwei Prozent auf 17,5 Milliarden Euro zu und entwickelte sich damit besser als prognostiziert. Neben großen Auftragsüberhängen aus dem Jahr 2020 konnten die pandemiebedingten Schließungen des Möbelhandels im Frühjahr 2021 besser kompensiert werden als zu Zeiten des ersten Lockdowns Anfang 2020. Gleichwohl hat unsere Branche das Vor-Corona-Niveau noch nicht wieder erreicht (2019: 17,9 Milliarden Euro Umsatz).

Auch im zweiten Jahr der Pandemie stand das Thema Wohnen und Einrichten bei den Verbrauchern hoch im Kurs. Viele Menschen investierten 2021 in ihre eigenen vier Wände. Zum einen, weil das eigene Zuhause in diesen Zeiten als sicherer Rückzugsort besonders geschätzt wird. Zum anderen, weil Urlaubs- und Freizeitaktivitäten coronabedingt teilweise eingeschränkt waren. Bei den Neuanschaffungen besonders beliebt waren Küchen, Sofas sowie Möbel für das Homeoffice.

Die erfreuliche Nachfrage brachte für unsere Branche gleichzeitig große Herausforderungen mit sich. Bei vielen wichtigen Vormaterialien bestanden im vergangenen Jahr erhebliche Engpässe. Auch aktuell kämpfen unsere Hersteller weiterhin mit den Folgen der coronabedingten Störungen in den Lieferketten. In unserer jüngsten Verbandumfrage berichteten 44 Prozent der befragten Unternehmen, dass ihre Produktion im Januar 2022 aufgrund von Materialknappheiten eingeschränkt oder verzögert war. Während sich die Lage bei den Holzwerkstoffen und Polsterschäumen im Januar zumindest stabilisiert hat, verschärften sich die Engpässe insbesondere bei elektronischen Bauteilen und Verpackungsmaterialien weiter. Auch logistische Kapazitäten werden immer knapper.  Obwohl unsere Branche alles daransetzt, ihre Lieferfähigkeit sicherzustellen, sind derzeit aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen in einigen Bereichen verlängerte Lieferzeiten leider nicht auszuschließen.

Zu schaffen macht unseren Hersteller aber nicht nur die angespannte Materialversorgung. Zur Belastung wird die massive Verteuerung nahezu aller Materialen und Vorprodukte. Betroffen sind unter anderem Holzwerkstoffe, Beschläge und Metallkomponenten, Polsterschäume, Verpackungsmaterialien, elektronische Bauteile, Logistikkosten sowie Energie. Ein Beispiel: Die Preise für Holzwerkstoffe, als eine der Hauptkomponenten für Küchen- und Kastenmöbel, lagen nach amtlicher Statistik (Index der Erzeugerpreise Statistisches Bundesamt) im Dezember 2021 um 40,2 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Ein Ende dieser Entwicklung ist gemäß den Ergebnissen der jüngsten ifo-Konjunkturumfrage offensichtlich noch nicht erreicht. Die Preise für Rohstoffe und Vormaterialien sind weiterhin in Bewegung und werden in immer kürzeren Zeiträumen angepasst. Angesichts der Größenordnung der schon erfolgten bzw. prognostizierten Erhöhungen können diese Mehrbelastungen von der Möbelindustrie nicht „weggeatmet” werden. Wie in anderen Branchen auch, wird eine Weitergabe in der Wertschöpfungskette unumgänglich sein. Aufgrund der aktuell sehr dynamischen Preisentwicklung bei den Zulieferprodukten und den traditionell langen Preislaufzeiten zwischen Industrie und Handel, die oftmals ein Jahr betragen, steuert die Branche auf ein massives Problem zu. Hier muss es zu einer Veränderung der Preislaufzeiten und zu unterjährigen Mechanismen kommen, um den veränderten Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen.  

Als Folge der Fragilität der Lieferketten beobachten wir bei den deutschen Möbelherstellern das Bestreben, in der Beschaffung stärker zu diversifizieren und dabei auch den Einkauf auf dem Heimatmarkt sowie innerhalb der EU noch weiter auszudehnen. Als besonders problematisch erweist sich den befragten Unternehmen zufolge derzeit die Beschaffung in der Region Asien.

Darüber hinaus gestalten sich die Logistikkapazitäten immer enger. Als Hauptursache gilt hier der eklatante Mangel an LKW-Fahrern. Auch ist die Anlieferung an den Handel unter Corona-Bedingungen mit größerem Aufwand verbunden als sonst.

Unter Druck sieht sich unsere Branche durch die zunehmende Marktmacht des Möbelhandels. Der vom Bundeskartellamt im Januar genehmigte Beitritt der Krieger-Höffner-Gruppe zur Einkaufskooperation Begros (u.a. Porta) bedeutet ein gemeinsames Einkaufsvolumen in hoher einstelliger Milliardenhöhe. Die Konzentration auf Seiten der Möbelhändler nimmt damit weiter zu – zu Lasten der mittelständischen Hersteller und ohne sichtbaren Nutzen für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Denn durch stärkere Konzentration nimmt die Angebotsvielfalt ab, ohne dass die Endverbraucherpreise nachvollziehbar sinken.

Vor Herausforderungen sieht sich unsere Branche auch bei der Gewinnung von Nachwuchs- und Fachkräften gestellt. Mehr als die Hälfte der Hersteller gaben in der Verbandsumfrage an, dass sie ihre Ausbildungsplätze nicht vollständig besetzen können. Rund 80 Prozent berichten von Engpässen bei Fachkräften und sehen in den kommenden Jahren einen weiter steigenden Personalbedarf. Dem Fachkräftemangel entgegenwirken wollen wir mit der im vergangenen Jahr gegründeten Lehrfabrik der Möbelindustrie in Löhne. Das 2800 Quadratmeter große, mit modernsten Anlagen ausgestattete Ausbildungs- und Qualifizierungszentrum wird in Zukunft verschiedene Bildungsmodule anbieten und jährlich rund 200 interessierte Nachwuchskräfte aus- und weiterbilden.

Als Wachstumstreiber erwies sich im vergangenen Jahr das Auslandsgeschäft mit einem Umsatzplus von rund fünf Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Der Inlandsumsatz zog vor dem Hintergrund der langen Phase der Handelsschließungen – der zweite Lockdown währte von Mitte Dezember 2020 bis Mai 2021 – nur um 0,5 Prozent auf 11,9 Milliarden Euro an.

Die einzelnen Segmente der deutschen Möbelindustrie entwickelten sich höchst unterschiedlich. Nach Angaben der amtlichen Statistik verzeichneten die Küchenmöbelhersteller einen kräftigen Umsatzanstieg von knapp neun Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Ein überdurchschnittliches Wachstum registrierten auch die Hersteller von Polstermöbeln, deren Umsätze um knapp 13 Prozent auf rund eine Milliarde Euro zulegten. Auch das kleinste Segment der Branche – die Matratzenindustrie – wies ein Umsatzplus in Höhe von 3,5 Prozent auf rund 780 Millionen Euro aus. Dagegen fiel die Umsatzentwicklung beim größten Segment der Möbelindustrie – den sonstigen Möbeln (darunter Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel) sowie Möbelteilen – mit minus 7,6 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro deutlich negativer aus als im Branchendurchschnitt. Die Büromöbelindustrie verbuchte mit einem Umsatz von rund 2 Milliarden Euro ein Plus von knapp vier Prozent. Die Hersteller von Laden- und sonstigen Objektmöbeln lagen um acht Prozent über dem Vorjahreswert und erzielten einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro.

Auch bei der aktuellen Auftragslage zeigt sich ein gemischtes Bild. Nach internen Erhebungen der Fachverbände stieg der Auftragseingang in der deutschen Küchenmöbelindustrie von Januar bis Dezember 2021 um knapp sieben Prozent. In der Polstermöbelindustrie wurde ein Zuwachs um 1,5 Prozent registriert. In der Wohnmöbelindustrie jedoch gab es einen deutlichen Rückgang von zwölf Prozent. Die im Vergleich zur amtlichen Statistik deutlich negativeren Ergebnisse sind vor allem auf das zeitliche Auseinanderfallen zwischen Auftragseingang und Umsatz und den guten Auftragsbestand zum Ende des Jahres 2020 zurückzuführen. Ein weiterer Grund ist die Einbeziehung der ausländischen Produktionsstätten deutscher Hersteller sowie der deutschen Vertriebsgesellschaften ausländischer Hersteller, die von der amtlichen Statistik nicht erfasst werden.

Ein Blick auf die Beschäftigtendaten der Branche zeigt, dass in den aktuell 459 Betrieben (minus 1,9 Prozent) mit mehr als 50 Beschäftigten im Jahresdurchschnitt 79.168 Beschäftigte arbeiten (minus 4 Prozent). Dieser Rückgang ist eher auf statistische Effekte als auf eine Personalreduzierung zurückzuführen.

Die deutschen Möbelexporte legten im vergangenen Jahr um knapp 15 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro zu. Der Exportwert ist in der Regel höher als der Auslandsumsatz der Industrie, denn im Gegensatz zum Auslandsumsatz schließt der Exportwert auch die an ausländischen Produktionsstandorten hergestellte Ware mit ein. Erfreulich ist die Steigerung der Ausfuhren nach Frankreich, dem wichtigsten Exportmarkt der deutschen Möbelindustrie, mit einem kräftigen Plus von fast 26 Prozent. Die Schweiz belegte Platz zwei im Ranking der wichtigsten Exportländer mit einem Plus von gut neun Prozent, gefolgt von Österreich und den Niederlanden mit einem Plus von jeweils knapp 13 Prozent. Auf dem britischen Markt gab es nach der Unterzeichnung des Handelsabkommens mit der EU einen kräftigen Zuwachs von 16 Prozent. In fast allen anderen europäischen Exportmärkten wurden ebenfalls deutliche Steigerungen verzeichnet.

Eine positive Entwicklung war auch auf den außereuropäischen Exportmärkten zu verbuchen. So kletterten die deutschen Möbelexporte in die USA um rund 13 Prozent. In China gelang ein Zuwachs von gut fünf Prozent, die deutschen Möbelexporte nach Russland legten um knapp acht Prozent zu.

Die Industrieexportquote – dies ist der Anteil der von den heimischen Möbelherstellern direkt ins Ausland gelieferten Ware am Gesamtumsatz der Branche – lag bei 32,2 Prozent und damit über dem Niveau des Vorjahres (Gesamtjahr 2020: 31,2 Prozent).

Die internationalen Messeaktivitäten sind wieder angelaufen. Auf der Küchen- und Badfachmesse ,KBIS‘ in Orlando präsentierten sich Anfang Februar mehrere deutsche Küchenmöbelhersteller auf einem Gemeinschaftstand dem amerikanischen Fachpublikum. Angesichts der guten Resonanz soll der German Pavilion auf der KBIS 2023 in Las Vegas deutlich ausgebaut werden. Auch in Deutschland und in weiteren EU-Ländern finden vereinzelt wieder Fachmessen statt. Unsere mit Abstand wichtigste Branchenschau, die ,Imm Cologne‘, konnte zu unserem großen Bedauern auch in diesem Jahr coronabedingt wieder nicht stattfinden. Wir arbeiten derzeit zusammen mit der Koelnmesse intensiv an der nächsten Ausgabe der ,Imm Cologne‘ im Januar 2023. Im Ausland plant der VDM im Jahr 2022 Gemeinschaftsbeteiligungen an insgesamt acht Auslandsmessen in den USA, China, Russland, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Schweden. Im Jahr 2023 soll Japan als weiterer Messestandort dazukommen.

Die deutschen Möbelimporte legten im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf annähernd 10,2 Milliarden Euro zu. Mit einem stattlichen Zuwachs von wertmäßig 41 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro zogen die Einfuhren aus China überdurchschnittlich stark an. Betrachtet man die mengenmäßige Entwicklung, liegt der Anstieg nur etwa halb so hoch, was auf einen starken Preisanstieg der chinesischen Importware schließen lässt. China löste damit Polen (plus 7 Prozent) als das bisher wichtigste Möbelherkunftsland ab. Die Importe aus Italien – auf Rang drei der Lieferländer platziert – stiegen um 1,5 Prozent. Auf Rang vier folgt Rumänien mit einem Plus von 7,5 Prozent. Auch die Einfuhren aus Vietnam (plus 27 Prozent), der Türkei (plus 38 Prozent) und Frankreich (plus 10 Prozent) erhöhten sich deutlich.

Für das laufende Jahr sind wir grundsätzlich optimistisch gestimmt. Die Erwartungen unserer Industrie in Bezug auf die Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten haben sich laut Ifo-Institut im Januar stark verbessert. Zwar werden uns die Störungen in den Lieferketten wohl noch einige Monate begleiten. Auch bestehen Unsicherheiten über den weiteren Verlauf der Pandemie. Doch bei den Verbrauchern ist das Interesse am Thema Möbel weiterhin hoch.

In Bezug auf die Absatzmenge erwarten wir in diesem Jahr in etwa eine Seitwärtsbewegung auf dem Niveau des Vorjahres. Bei einer nominalen Betrachtung des Umsatzes rechnen wir mit erheblichen Effekten aufgrund notwendiger Preisanpassungen vor dem Hintergrund einer enormen Verteuerung der Zulieferer- und Energiepreise, die in der Kette weitergegeben werden müssen. Vor diesem Hintergrund prognostizieren wir für die deutsche Möbelindustrie im Gesamtjahr 2022 ein nominales Umsatzplus von rund 10 Prozent.“

Sanierung erfolgreich abgeschlossen

Das H. Frickemeier Möbelwerk aus Hiddenhausen, am Markt besser bekannt als Brigitte Küchen, gab heute bekannt, dass die Sanierung erfolgreich abgeschlossen wurde. „Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass am 17. Februar 2022 der durch Brigitte Küchen erstellte und vorgelegte Restrukturierungsplan von allen Verfahrensbeteiligten einstimmig angenommen wurde“, heißt es in einer Pressemitteilung. In dem 2020 begonnenen Eigenverwaltungsverfahren seien alle notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen gemäß dem Zeitplan erfolgreich umgesetzt worden. Durch die enge Zusammenarbeit mit Handelspartnern, Einkaufsverbänden und dem damit verbundenen Vertrauen in das unternehmen und seine Belegschaft sei es in den vergangenen 1,5 Jahren gelungen, die kundenspezifische Ausrichtung von Brigitte Küchen weiter auszubauen und damit wäre die langfristige Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig sichergestellt. „Mit Abschluss des Verfahrens steht der erfolgreichen Fortführung des Unternehmens nichts mehr im Wege“, schreibt Brigitte Küchen in einem von den Geschäftsführern Steffen Liebich und Jens Uhe unterschriebenen Brief.

Die Insolvenz wurde im April 2020 bekannt. Bereits zwei Monate später wurde verkündet, dass die erste Insolvenz-Etappe in Eigenverwaltung abgeschlossen sein. Anfang Februar 2022 kam die Meldung, dass Produktentwicklerin und Designerin Ulrike Wessel nicht mehr mit an Bord ist, genauso wie Verkaufsleiter DACH Marco Wiebusch.

„Orgatec Tokyo“-Premiere

Vollständig ausgebucht

Rund sechs Wochen bevor die „Orgatec Tokyo“ ihre Tore öffnet, kann die Messe einen ersten Erfolg verbuchen: Bereits jetzt die gesamte geplante Ausstellungsfläche des Tokyo Big Sight, South Halls 1+2, ausgebucht. Führende Marken wie Kokuyo, Okamura, Itoki, Uchida, Plus, Karimoku, Knoll, Wilkhahn, USM, UniFor, Kvadrat, Arper, Cassina und Häfele haben ihre Teilnahme bestätigt.

Als erste Messe ihrer Art in Japan legt die „Orgatec Tokyo“ im April ihren Themenschwerpunkt auf die Themenbereiche professionelle und hybride Arbeitswelten. Sie zeigt zukunftsweisende Perspektiven für moderne und flexible Arbeitsplätze auf, die aufgrund weitreichender Digitalisierung, Automatisierung und der großen Verbreitung von Co-Working Spaces in Asien immer stärker im Fokus stehen. Darüber hinaus können die Fachbesucherinnen und Fachbesucher in den Messehallen im Rahmen des umfangreichen Eventprogramms aus hochkarätigen Keynotes und fachlichen Sonderausstellungen innovative Lösungen für die Arbeitsplatzgestaltung von morgen entdecken.

So gehört beispielsweise der weltweit für seine verhaltensorientierte Gebäudeplanung („human behavior-based building design“) bekannte Architekt Sou Fujimoto, zu den Hauptrednern der „Orgatec Tokyo“. Er ist einer der vielen Persönlichkeiten und Experten der Branche, die über herausragende Themen diskutieren und Einblicke geben werden, um Unternehmen zu helfen, in unserem globalen Wirtschaftssystem wettbewerbsfähig zu bleiben. Darüber hinaus können die Besucher:innen in der Xperience Area (XA) die Zukunft der Arbeit hautnah erleben: vom Sendestudio für Menschen die hybrid arbeiten bis hin zu biophilen Räumen, die nachhaltig sind und das Wohlbefinden und die Kreativität der Angestellten fördern.

„In vielen asiatischen Ländern werden an den Arbeitsplätzen noch einfache Möbel genutzt, die in lokalen Fabriken hergestellt werden, aber der sich verändernde Markt hat die Nachfrage nach hochwertigen Möbeln in Design und Funktion in die Höhe schnellen lassen. Die Summen pro Mitarbeiter:in, die Unternehmen zu investieren bereit sind, sind in den letzten zwei Jahrzehnten gestiegen. Seit in den vergangenen Jahren immer mehr Unternehmen das tätigkeitsbezogene Arbeiten (Activity-based Working, ABW) eingeführt haben, ist die Nachfrage nach morderner Büroausstattung und Technologie gestiegen“, weiß Eiichi Nukina, Executive Director der JOIFA (Japan Office Institutional Furniture Association).

„Mit einem Anteil von 50 Prozent an der Gesamtproduktion und dem Verbrauch von Büromöbeln und einem jährlichen Wachstum des japanischen Büromöbelmarktes von 3,7 Prozent von 2020 bis 2025 ist Japan definitiv ein attraktiver Standort für Unternehmen, die auf der ersten Fachmesse für moderne Arbeitsplatzgestaltung  in Asien neue Wege gehen wollen“, ergänzt der Geschäftsführer der Koelnmesse Japan, Makoto Takagi. „Deshalb erwarten wir eine Messe voller produktiver Begegnungen, vielfältiger Innovationen und hochkarätiger Veranstaltungen“, so Takagi weiter. So stehen sowohl den ausstellenden Unternehmen als auch den Fachbesucherinnen und Fachbesuchern hybride Lösungen wie Online-Networking-Möglichkeiten vor während und auch nach den eigentlichen Messetagen zur Verfügung.

Natürlich haben die Veranstalter auch umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, um der aktuellen Covid-19-Situation zu begegnen. Das gesamte Team setzt sich dafür ein, die „Orgatec Tokyo“ zu einer sicheren und erfolgreichen Geschäftsplattform für alle Teilnemer:innen zu machen.

Geschäftsführerwechsel und neue strategische Aufstellung

Es tut sich was bei 2020. Nach mehr als über 30 Jahren als Geschäftsführer der 2020 Technologies GmbH in Osnabrück und Wiener Neustadt wechselt Jörg Witthus ab dem 1. März vom operativen Geschäft in die neu geschaffene strategische Position Strategic Advisor Factory Products, in der er sich um die Ausrichtung und das Wachstum des Geschäftsfelds ERP in der Compusoft / 2020 Gruppe kümmert.

Zum neuen Geschäftsführer beider Gesellschaften wird Kai Disselkamp bestellt, der zudem seine bisherige Position als Senior Director Professional Service Factory Products International bekleidet und seit 12 Jahren bei 2020 beschäftigt ist.

Durch den Wechsel des Aufgabenfelds von Jörg Witthus, der neben der Geschäftsführung als Vice President Factory Products auch den weltweiten Vertrieb / Implementierung aller Factory Produkte verantwortete, ergeben sich zudem Änderungen im Vertrieb bei 2020. 2020 Senior Sales Director Karl Fuchs übernimmt ab dem 1. März zu seiner bisherigen Vertriebsregion DACH auch die Verantwortung für den internationalen Vertrieb der Factory Produkte. 

Jörg Witthus ist zufrieden über die Neuausrichtung und seinen Nachbesetzungen: „Ich bin froh, dass durch die Übernahme meiner operativen Tätigkeiten durch die beiden erfahrenen und am Markt bekannten 2020 Mitarbeiter unser Kurs so erfolgreich weiter geht wie bislang.“

Sehr positives viertes Quartal 2021

Der Zeitraum Oktober bis Dezember 2021 war für die italienischen Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen ruhiger als die vorangegangenen Quartale, aber immer noch hervorragend: Die Aufträge stiegen um 41 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2020, was auf ein massives Wachstum von 60 Prozent auf dem Inlandsmarkt und 38,6 Prozent auf dem internationalen Markt zurückzuführen ist. Die Kehrseite der Medaille ist die Produktion, die durch Rückstellungsprobleme, Preiserhöhungen und Verzögerungen bei der Lieferung von Rohstoffen und Komponenten beeinträchtigt wird, die sich bis weit in die erste Hälfte des neuen Jahres hinein auswirken könnten.

Die vierteljährliche Umfrage von Acimall (dem Verband der italienischen Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen zeigt, dass die Auftragsbücher 6,1 Monate lang gefüllt sind, ein Wert, der seit langem nicht mehr verzeichnet wurde.

Die Zahlen für das letzte Quartal bieten einen klaren Überblick über das Jahr 2021: Nach Angaben von Acimall stieg der Auftragseingang im 12-Monats-Zeitraum um 72 Prozent im Vergleich zu 2020, als die Auswirkungen der Pandemie noch verheerender waren. Diese Wachstumsrate ist auch dann signifikant, auch wenn man sie mit den im Jahr 2019 registrierten Aufträgen vergleicht (plus 44,1 Prozent). Vergleicht man die Zahlen von Quartal zu Quartal – also Oktober bis Dezember 2021 gegenüber dem gleichen Zeitraum 2019 – so sind die Aufträge um 46,1 Prozent gestiegen, was genau dem Ergebnis des Jahres 2021 insgesamt entspricht.

Mit Blick auf die Zukunft zeigt die Prognoseumfrage eine starke Neigung zur Stabilität auf den Auslandsmärkten (76 Prozent der Befragten), während 24 Prozent ein weiteres Wachstum in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres erwarten. Der Inlandsmarkt wird nach Ansicht von 66 Prozent der Befragten auf dem derzeitigen Niveau bleiben, nach Ansicht von 29 Prozent wird er expandieren und nach Ansicht von 5 Prozent wird er Anzeichen eines Rückgangs aufweisen.

Jetzt digital durch den Showroom schlendern

Der Maschinenbauer Vollmer treibt die Digitalisierung seiner Maschinen, Automatisierungen, Services und Kommunikationstools konsequent voran. Jüngste Innovation ist die digitale Vollmer 360-Grad-Tour, die Interessenten und Kunden den webbasierten Zugang zum virtuellen TDZ-Showroom ermöglicht. In dem animierten 360-Grad-Panorama stehen all jene Maschinen, die auch real im TDZ in Biberach ausgestellt sind: Schleif- und Erodiermaschinen für Rotationswerkzeuge aus Hartmetall oder mit PKD (polykristalliner Diamant) bestückt sowie hartmetallbestückte Kreissägen.

Wer innerhalb der 360-Grad-Tour eine der virtuellen Maschinen anklickt, kann sich über den „Plus-Button“ detaillierte Informationen mit Bildergalerien, Videos und weiteren Links öffnen, die am rechten Bildschirmrand in einer Content-Box erscheinen. Außer zu Maschinen erhalten Besucher im digitalen Showroom auch Informationen zu den Vollmer Services, wie beispielsweise den digitalen Lösungen der Initiative V@dison. Mit den in vier Bereichen unterteilten Angeboten lassen sich Stillstandszeiten von Maschinen reduzieren oder ein Predictive Maintenance verwirklichen. Durch verschiedene Tools und Services innerhalb von V@dison erhalten Werkzeughersteller unter anderem eine bestmögliche Verfügbarkeit ihrer Anlagen sowie eine maximale Transparenz ihrer Fertigungsprozesse.

Die Vollmer 360-Grad-Tour ist aktuell über die beiden Links www.vollmer-experience.de und www.vollmer-experience.com in deutscher und englischer Sprache erreichbar. Wer eine persönliche Vollmer Tour wünscht, um sich über dedizierte Aufgabenstellungen innerhalb der Werkzeugbearbeitung auszutauschen oder um sich individuell beraten zu lassen, kann diese über den Button „Guided Tour“ buchen. Im Anschluss vereinbart man mit einem Vollmer-Mitarbeiter einen konkreten Termin, an dem ein Experte den Besucher via Microsoft Teams durch den digitalen Showroom führt. Diese Guided Tour wird in mehreren Sprachen angeboten.

„Unsere 360-Grad-Tour ist nicht nur während der Corona-Pandemie ein kreatives Tool, um Interessenten unsere Innovationen rund um Schärfmaschinen und Services zu präsentieren, sondern auch darüber hinaus ein zentraler Anker für unsere globale Kommunikationsstrategie“, sagt Jürgen Hauger, Geschäftsführer der Vollmer Gruppe. „Aufgrund unseres internationalen Wachstums wollen wir verstärkt weltweit und jederzeit allen Kunden mit Rat und Tat zur Seite stehen – und dazu bietet uns der digitale Showroom die perfekte Plattform.“