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Autor: Hahn, Sebastian

Eröffnet hochmodernes Versandzentrum in Nagold

Am 17. Juli 2026 hat Häfele seinen neuen Logistikbereich auf dem Wolfsberg in Nagold feierlich eröffnet. Gemeinsam mit der Gesellschafterfamilie, der Geschäftsführung, Mitarbeitenden sowie Gästen aus Politik, Wirtschaft, Medien und dem Projektumfeld feierte das Familienunternehmen die Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts seiner größten Investition in der Unternehmensgeschichte.

Mit der Eröffnung des neuen Logistikbereichs setzt Häfele ein starkes Zeichen für seine langfristige Weiterentwicklung. Diese Investition in den Wirtschaftsstandort Deutschland unterstreicht Häfeles Bekenntnis zu seiner Heimat Nagold im Nordschwarzwald. Der Neubau ist Teil eines umfassenden Zukunftsprojekts, das den hochmodernen Logistikbereich mit Innovations-, Veranstaltungs- und Begegnungsflächen verbindet.

Festakt mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

Rund 350 geladene Gäste fanden sich am 17. Juli bei sommerlichen Temperaturen auf dem Gelände der neuen Logistik am Wolfsberg ein. Nach der Begrüßung durch den für die Logistik verantwortlichen Geschäftsführenden Direktor Boris Katic sprachen Sibylle Thierer, Vorsitzende des Verwaltungsrats, der baden-württembergische Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Dörflinger sowie der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Gregor Riekena, über die Bedeutung des Projekts für das Unternehmen, den Standort und die Region.

„Die neue Logistikwelt ist ein großer Schritt für Häfele. Ich sehe sie als ein weiteres wichtiges Zahnrad im Wirtschaftsmotor Baden-Württembergs und der Region. Denn Logistik ist eine Schlüsselkompetenz der Gegenwart und der Zukunft. Gerade im produzierenden Gewerbe ist sie das Herzstück der gesamten Wertschöpfung. Wenn dieses Herz nicht mehr schlägt, kommt alles andere zum Stillstand. Häfele ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie eine zukunftsweisende Gestaltung der Lieferkette, gelebte Nachhaltigkeit und hohe Innovationskraft nahtlos ineinandergreifen“, sagte Thomas Dörflinger, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus.

Mit dem Durchschneiden des roten Bandes durch die Vorsitzende des Verwaltungsrats und die Geschäftsleitung sowie dem symbolischen Einlagern eines Warentransportbehälters mit einem Häfele Lighting Produkt durch Boris Katic und Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann wurde der neue Logistikbereich offiziell eröffnet. Bei anschließenden Führungen durch den Neubau nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich ein Bild vom Gesamtprojekt und den nächsten Entwicklungsschritten auf dem Wolfsberg zu machen. Später am Nachmittag kamen die Gäste bei Snacks und kühlen Getränken auf dem Vorplatz des Logistikgebäudes miteinander ins Gespräch. In den auf dem Hof platzierten Ausstellungsmobilen konnten sie sich zudem über Häfele Lösungen informieren.

Die gesamte Veranstaltung wurde von einer offenen und zuversichtlichen Stimmung getragen. Zwischen Führungen, persönlichen Gesprächen und einem gemeinsamen After Work wurde deutlich, wofür das Projekt steht: für neue Ideen, Zusammenarbeit und das gemeinsame Gestalten der Zukunft.

Sesa

Wachstum gibt es vor allem in Asien

Trotz geopolitischer Unsicherheiten und einer schwächelnden Konjunktur blickt Carlo Santori ­optimistisch nach vorn. Der CEO des italienischen Prägeblechherstellers Sesa spricht im Interview über Rekordumsätze, Investitionen in die Produktion, die überraschende Dynamik des ­chinesischen Marktes und darüber, warum er Designentscheidungen bewusst seinem Team ­überlässt. Außerdem erklärt er, weshalb „Made in Italy“ in Asien wichtiger denn je ist und warum persönliche Beziehungen für ihn auch heute noch die Grundlage erfolgreichen Geschäfts sind.

möbelfertigung: Herr Santori, Sesa hat ­zuletzt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr ­zurückgeblickt. Wie ist die aktuelle Lage?

Carlo Santori: 2024 war für uns das beste Jahr unserer Unternehmensgeschichte. Wir haben rund 14,5 Millionen Euro Umsatz erzielt und konnten dieses Ergebnis direkt nutzen, um 2025 umfangreich zu investieren. Wir haben unter anderem neue Schleif- und Gravur­technik ­installiert, unsere Digitaldruckkapazitäten ­erweitert und unsere Verchromungsanlage modernisiert. Das war möglich, weil wir vollständig integriert produzieren und praktisch alle Fertigungsschritte im eigenen Haus durchführen.

möbelfertigung: 2025 verlief dagegen deutlich schwieriger?

Carlo Santori: Ja, der Markt hat sich ab Mitte 2025 spürbar eingetrübt. Die geopolitischen Krisen haben die Investitionsbereitschaft stark beeinflusst. Unser Umsatz lag am Ende bei rund 11,5 Millionen Euro. Aufgrund der hohen Investitionen wird das Jahresergebnis wahrscheinlich nur ausgeglichen oder leicht negativ ausfallen. Das gehört allerdings zum Leben eines Unternehmens, das seit fast 50 Jahren am Markt ist.

möbelfertigung: Bereitet Ihnen 2026 mehr Sorgen?

Carlo Santori: Ja. Die wirtschaftliche Unsicherheit ist derzeit größer als die eigentliche Krise. Unternehmen verschieben Investitionen, weil niemand weiß, wie sich die politischen ­Konflikte entwickeln. Wir sehen bereits, dass viele ­Projekte auf Eis liegen. Darauf müssen wir uns einstellen und unsere Organisation entsprechend anpassen. Gleichzeitig müssen wir bereit sein, sofort wieder hochzufahren, sobald sich die Märkte erholen.

Das komplette Interview lesen Sie in der möbelfertigung 3/26, sofort HIER als E-Magazin verfügbar.

Top-Themen der Ausgabe: Branchentreff „Möbler Meilen“, Yacht-Interieur als „schwimmende Architektur“ von Lissoni & Partners, Kreislaufwirtschaft für Büromöbel, neue Designansätze von Schattdecor zwischen Individualisierung und Klarheit, KI trifft Messtechnik bei Hecht und Fraunhofer ITWM, Wachstumsperspektiven in Asien mit Sesa, Qualität und Nachhaltigkeit beim Rehau-Kantensymposium, innovative Materialien wie Baumrindenvlies von Europlac/Bark Cloth, lückenlose Flächen- und Kantenveredelung von Hymmen, neue Interior-Trends von Egger, Interprint und Impress, Gesundheit und Wohnlichkeit im Objektbereich mit Häfele und Himacs, Produktionsoptimierung für Losgröße 1, ambitionierte Wachstumsziele bei Heesemann sowie Ausblicke auf die IWF Atlanta und weitere internationale Branchenmessen.

Homag Intelligence

Modulare Plattform für echte Durchgängigkeit

Die Digitalisierung der Holz- und Möbelfertigung erreicht eine neue Stufe: Mit „Homag Intelligence“ eta­bliert der Maschinen­bauriese keine klassische Software, sondern eine modulare, ­cloudbasierte Plattform. Im Interview mit möbelfertigung-­Chefredakteur Tino Eggert erklären Uwe Jonas und Alexander Lindner von Homag, wie sowohl kleine Tischlereien als auch die Großindustrie von ­der Plattform profitieren, warum die Cloud-Skepsis der Vergangenheit angehört und wie neue, flexible Abrechnungsmodelle das Investitionsrisiko für Betriebe minimieren.

möbelfertigung: Homag Intelligence wird von Ihnen ganz bewusst nicht als klassische Software, sondern als modulare Plattform bezeichnet. Wo liegt aus Ihrer Sicht der entscheidende Unterschied zwischen einem herkömmlichen Softwareprodukt und einer offenen, modularen Plattform?

Alexander Lindner: Wir bezeichnen uns ganz bewusst als Plattform, weil wir genau die Eigenschaften, die man mit diesem Begriff verbindet, in die Praxis übersetzen wollen. Das bedeutet konkret: Wir bündeln digitale Bausteine für den Verkauf, die Konfiguration und die Produktion auf einer gemeinsamen, cloudbasierten Basis. Bei der Entwicklung war uns von Anfang an die Modularität extrem wichtig. Der Kunde soll sich seine Lösung exakt so zusammenbauen können, wie er sie in seinem Betrieb benötigt.

Ein ganz entscheidender Aspekt ist dabei die zentrale Datenhaltung. Wenn ein Kunde ein neues Modul hinzunimmt, partizipiert ­dieses sofort von den bereits zentral hinterlegten ­Daten. Ein klassisches Beispiel dafür ist das ­Material: Wird ein neues Modul aktiviert, stehen ihm sofort alle auf der Plattform hinterlegten Materialien zur Verfügung. Wir vergleichen das intern gerne mit Microsoft 365. Jeder kennt ­dieses Ökosystem: Die meisten nutzen Excel und Word, einige vielleicht noch SharePoint oder OneDrive. Man pickt sich einfach die Module heraus, die man braucht. Und ­genau wie bei Microsoft ist unsere Plattform auch ­maschinenseitig über Schnittstellen völlig offen.

möbelfertigung: Sie bieten und entwickeln seit vielen Jahren digitale Tools. Wenn wir nun ­speziell auf Homag Intelligence blicken: Welche Erkenntnisse aus der Vergangenheit haben Sie integriert und was ist grundlegend neu?

Uwe Jonas: Wir haben vor Jahren mit einzelnen Apps angefangen, die direkt in der Werkstatt eingesetzt wurden. Nun ist es in einer Werkstatt aber völlig anders als im privaten Bereich: Ein Mitarbeiter an der Maschine braucht die Hände frei. Für uns war es also eine wichtige Erkenntnis, dass wir Scanner und Drucker nahtlos integrieren und Informationen auf unterschiedlichen Medien bedarfsgerecht anzeigen müssen. Das Handling einer App in der Fertigung muss absolut reibungslos funktionieren. Darüber hinaus mussten wir lernen, wie solche Apps im harten kommerziellen Einsatz in Bezug auf Verfügbarkeit, Performance und Update-Fähigkeit performen.

All diese Erfahrungen bezüglich der Usability haben wir in Homag Intelligence einfließen lassen. Der entscheidende Schritt war nun, diese ehemals isolierten Apps in eine gemeinsame Plattform zu integrieren, damit daraus eine ­echte Gesamt­lösung wird. Wenn heute ein Mitar­beiter ein Bauteil scannt, wird der Status direkt zurückge­meldet, verändert sich im System, und der ­nächste Arbeitsplatz erhält sofort die aktualisierten Informationen. Weil wir diesen Plattformge­danken von Anfang an im Kopf hatten, haben wir die Apps nie so konzipiert, dass sie Daten nur lokal bei sich ablegen.

möbelfertigung: Sie sprachen die Usability an. Das bedeutet vermutlich: so einfach wie möglich?

Uwe Jonas: Genau, so einfach wie möglich. Man muss sich klarmachen, dass in der Fertigung oft eine gewisse Hektik herrscht. Wenn die Takt­zeiten eng sind, hat niemand die Zeit, auf kleinen ­Displays komplizierte Menüs zu bedienen. Der Mitarbeiter trägt das Material mit beiden Händen. Die Usability einer App in der Werkstatt unterscheidet sich grundlegend von der einer App, die man abends entspannt auf dem Sofa auf dem iPhone nutzt.

Das komplette Interview lesen Sie in der möbelfertigung 3/26, sofort HIER als E-Magazin verfügbar.

Top-Themen der Ausgabe: Branchentreff „Möbler Meilen“, Yacht-Interieur als „schwimmende Architektur“ von Lissoni & Partners, Kreislaufwirtschaft für Büromöbel, neue Designansätze von Schattdecor zwischen Individualisierung und Klarheit, KI trifft Messtechnik bei Hecht und Fraunhofer ITWM, Wachstumsperspektiven in Asien mit Sesa, Qualität und Nachhaltigkeit beim Rehau-Kantensymposium, innovative Materialien wie Baumrindenvlies von Europlac/Bark Cloth, lückenlose Flächen- und Kantenveredelung von Hymmen, neue Interior-Trends von Egger, Interprint und Impress, Gesundheit und Wohnlichkeit im Objektbereich mit Häfele und Himacs, Produktionsoptimierung für Losgröße 1, ambitionierte Wachstumsziele bei Heesemann sowie Ausblicke auf die IWF Atlanta und weitere internationale Branchenmessen.

Hecht AG und Fraunhofer ITWM

55 Jahre Messtechnik trifft auf KI-Expertise

Die Anforderungen an die Qualitätskontrolle in der Möbel­industrie verändern sich rasant. Losgröße 1, steigende ­Qualitätsansprüche und der zunehmende Fachkräftemangel ­verlangen nach neuen Lösungen. Gleichzeitig eröffnet Künstliche Intelligenz der industriellen Bildverarbeitung Möglichkeiten, die noch vor wenigen Jahren kaum denkbar waren. Mit 55 Jahren ­Er­fahrung entwickelt die Hecht AG Mess- und Inspektionslösungen für die Möbelindustrie. Um neue Technologien gezielt in ­praxistaugliche Anwendungen zu überführen, arbeitet das ­Unternehmen seit vielen Jahren eng mit dem Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM zusammen. Über die gemeinsame Zusammenarbeit, aktuelle Herausforderungen und die Zukunft der Qualitätskontrolle sprach die möbelfertigung mit Michael Hettich, Vorstand der Hecht AG, und Markus Rauhut, Leiter der Abteilung „Bildverarbeitung und Inspektionssysteme“ am Fraunhofer ITWM.

möbelfertigung: Herr Hettich, Herr Rauhut, Sie arbeiten bereits seit vielen Jahren zusammen. Was macht diese Partnerschaft so besonders?

Michael Hettich: Unsere erste gemeinsame Zusammenarbeit liegt mittlerweile über zehn Jahre zurück. Uns hat von Anfang an überzeugt, dass wir dieselbe Sicht auf Innovation haben. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, was technisch möglich ist, sondern welchen konkreten Nutzen der Kunde davon hat.

Seit mehreren Jahrzehnten beschäftigen wir uns mit den Anforderungen der ­Möbelindustrie. Wir kennen die Produktionsprozesse, die ­Abläufe und die Herausforderungen unserer Kunden sehr genau. Dieses Branchenverständnis bildet bis heute die Grundlage jeder neuen Entwicklung. Genau deshalb verfolgen wir gemeinsam mit dem Fraunhofer ITWM einen sehr praxis­orientierten Ansatz: Neue Technologien müssen den Produktionsalltag verbessern und unseren Kunden einen echten Mehrwert bieten.

Markus Rauhut: Das beruht auf Gegenseitigkeit. Hecht bringt ein außergewöhnlich tiefes Verständnis für die Möbelindustrie mit. ­Dieses Wissen ist für uns als Forschungsinstitut enorm wertvoll.

Wir verstehen uns deshalb nicht als klassischer Forschungsdienstleister. Beide Teams arbeiten auf Augenhöhe zusammen. Hecht kennt die Anwendung und die An­forderungen der Möbelhersteller bis ins Detail. Wir er­gänzen dieses Wissen durch unsere Expertise in Bildverarbeitung, Künstlicher Intelligenz und mathematischen Methoden. Erst ­diese Kombination ermöglicht Lösungen, die wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig industriell einsetzbar sind.

möbelfertigung: Die Hecht AG entwickelt seit über fünf Jahrzehnten Lösungen für die Möbelindustrie. Welche Rolle spielt diese Erfahrung heute – gerade vor dem Hintergrund der rasanten Entwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz?

Michael Hettich: Unsere größte Stärke ist das Verständnis für die Branche. Die Möbel­fertigung gehört heute zu den anspruchsvollsten Produktionsumgebungen überhaupt. Unterschiedlichste Bauteile, Materialien, ­Dekore und Bearbeitungen laufen in ­kürzester Zeit über dieselben Fertigungslinien. Kaum ein Werkstück gleicht dem anderen.

Natürlich entwickelt sich die Technologie permanent weiter. Gerade Künstliche Intelligenz eröffnet heute Möglichkeiten, die wir vor einigen Jahren noch nicht hatten. Trotzdem bleibt unser Grundsatz unverändert: Technologie muss den Menschen unterstützen und darf niemals Selbstzweck sein.

Wir könnten immer mehr Sensoren, ­Kameras und Funktionen integrieren. Entscheidend ist aber, dass eine Anlage für den Anwender beherrschbar bleibt. Die beste Techno­logie nützt nichts, wenn sie im Produktionsalltag nicht genutzt wird. Deshalb suchen wir bewusst nach Lösungen, die einen möglichst großen Nutzen bieten, ohne un­nötige Komplexität zu schaffen. Genau an diesem Punkt ergänzt uns das Fraunhofer ITWM ideal.

möbelfertigung: Herr Rauhut, wo liegt aus Ihrer Sicht die besondere Stärke dieser Zusammenarbeit?

Markus Rauhut: Forschung allein löst noch kein Problem in der Produktion. Genauso reicht Branchenwissen allein nicht aus, wenn neue Technologien hinzukommen. Deshalb profitieren beide Seiten voneinander.

Bei uns arbeiten Spezialisten für Künstliche Intelligenz, Bildverarbeitung und mathe­matische Verfahren. Gleichzeitig lernen wir durch die enge Zusammenarbeit mit Hecht die Anforderungen der Möbelindustrie bis ins Detail kennen. Dieses Zusammenspiel sorgt dafür, dass wir Methoden entwickeln, die nicht nur im Labor funktionieren, sondern sich ­später auch in einer realen Fertigung bewähren.

Für uns ist genau das erfolgreiche An­wendungsforschung.

Das komplette Interview lesen Sie in der möbelfertigung 3/26, sofort HIER als E-Magazin verfügbar.

Top-Themen der Ausgabe: Branchentreff „Möbler Meilen“, Yacht-Interieur als „schwimmende Architektur“ von Lissoni & Partners, Kreislaufwirtschaft für Büromöbel, neue Designansätze von Schattdecor zwischen Individualisierung und Klarheit, KI trifft Messtechnik bei Hecht und Fraunhofer ITWM, Wachstumsperspektiven in Asien mit Sesa, Qualität und Nachhaltigkeit beim Rehau-Kantensymposium, innovative Materialien wie Baumrindenvlies von Europlac/Bark Cloth, lückenlose Flächen- und Kantenveredelung von Hymmen, neue Interior-Trends von Egger, Interprint und Impress, Gesundheit und Wohnlichkeit im Objektbereich mit Häfele und Himacs, Produktionsoptimierung für Losgröße 1, ambitionierte Wachstumsziele bei Heesemann sowie Ausblicke auf die IWF Atlanta und weitere internationale Branchenmessen.

möbelfertigung 3/26

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GD Holz

Bauholzpreise trotzen den globalen Krisenherden

Während sich die Preise für nahezu alle Baumaterialien vor der Energiekrise 2021 deutlich erhöht haben, zeigt sich Holz weiterhin als stabiler und wettbewerbsfähiger Baustoff. Nach aktuellen Zahlen lagen die Preise für mineralische Baustoffe im Jahr 2025 deutlich über dem Vorkrisenniveau. So verteuerten sich u.a. Kalk und Gips um über 77 Prozent, Zement um knapp 58 Prozent und Bausand um mehr als 42 Prozent.

Auch wenn derzeit Teuerungen im Holzgroßhandel zu beobachten sind, muss man die Entwicklungen genauer betrachten: Holz bildet unter den Baumaterialien die klare Ausnahme, denn die Preise für wichtige Holzprodukte sind seit 2021 gesunken. Dachlatten verbilligten sich um rund 14 Prozent, Konstruktionsvollholz um gut 13 Prozent und Bauschnittholz leicht um gut 1 Prozent.  Anders als viele mineralische Baustoffe ist Holz in der Verarbeitung deutlich weniger energieintensiv. Entsprechend wirken sich steigende Energiepreise – wie zuletzt infolge der Energiekrise – auf Holzprodukte wesentlich schwächer aus.

„Holz ist in Krisenzeiten der verlässlichere Baustoff. Während energieintensive Materialien unmittelbar von steigenden Kosten betroffen sind, bleibt Holz durch seine regionale Herkunft und geringere Energieabhängigkeit deutlich stabiler“, erklärt Maximilian Habisreutinger, Vorsitzender des GD Holz. „Für Bauherren und Verarbeiter bedeutet das mehr Planungssicherheit und geringere Kostenrisiken.“

Mit Sorge ist derzeit allerdings zu beobachten, dass einzelne politische regulatorische Vorhaben dazu führen, das verfügbare Holzangebot indirekt verknappen – obwohl die Bundesregierung offiziell das Ziel verfolgt, die Holznutzung zu stärken. Solch eine künstliche Verknappung des Rohstoffs Holz würde die Preise nach oben treiben und so den Wettbewerbsvorteil von Holz zulasten der ohnehin schwächelnden Baukonjunktur verringern.

„Holz bietet Versorgungssicherheit und Planbarkeit, da es überwiegend aus heimischen und europäischen Wäldern stammt. Damit ist es deutlich weniger abhängig von globalen Lieferketten und volatilen Transportkosten. Die Bundesregierung sollte sich auf die effektive und nachhaltige Nutzung dieser heimischen Ressource konzentrieren und dafür die richtigen Impulse setzen“, so Habisreutinger.

Sonae Arauco

Legt ersten Nachhaltigkeitsbericht vor

Mit der Veröffentlichung seines ersten globalen Nachhaltigkeitsberichts zieht Sonae Arauco eine erfolgreiche Bilanz: Seit 2019 hat das Unternehmen seine operativen CO₂-Emissionen (Scope 1 und 2) um 52,5 Prozent gesenkt. Die Ergebnisse unterstreichen die Wirksamkeit des 38 Millionen Euro schweren Climate Transition Plan des Unternehmens und untermauern dessen Ziel, bis 2040 – zehn Jahre vor den aktuellen EU-Zielen – Klimaneutralität an den eigenen Standorten zu erreichen.

Regulatorische Vorreiterrolle sichert Finanzierung und Marktzugang

Ein Eckpfeiler dieser Strategie ist die konsequente Ausrichtung an anspruchsvollen Rahmenbedingungen wie der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und der EU-Taxonomie. Für das Jahr 2025 weist der Bericht bereits Investitionsausgaben (CapEx) in Höhe von 5,3 Millionen Euro aus, die als konform mit der EU-Taxonomie klassifiziert sind. Die Investitionen erfüllen die Nachhaltigkeitskriterien der EU und zeigen, wie Nachhaltigkeit zunehmend in die Kerngeschäftsaktivitäten des Unternehmens integriert wird. Dieser zukunftsorientierte Ansatz verbessert den Zugang zu nachhaltiger Finanzierung und fördert die langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Rohstoffsicherung durch Technologieführerschaft im Altholz-Recycling

In Zeiten volatiler Rohstoffmärkte erweist sich die Kreislaufwirtschaft von Sonae Arauco als entscheidender Resilienzfaktor. Durch den verstärkten Einsatz von Sekundärrohstoffen stärkt das Unternehmen die Versorgung mit der Ressource und verringert seine Anfälligkeit gegenüber Schwankungen bei der Rohstoffverfügbarkeit. Global stammen bereits 42 Prozent des eingesetzten Holzes aus Recyclingmaterial und Nebenprodukten – in einzelnen Produktlinien liegt die Recyclingquote sogar bei bis zu 80 Prozent.

Das Unternehmen treibt die technologischen Möglichkeiten im Bereich des Holzrecyclings, insbesondere bei der Wiederverwertung von Altholz und Faserplatten, weiter voran und festigt damit seine Position als Branchenführer für Kreislaufwirtschaftslösungen. Auch die deutschen Standorte von Sonae Arauco spielen in diesem Modell eine Schlüsselrolle. In den letzten zehn Jahren wurden hier Investitionen in Höhe von 35 Millionen Euro in Recyclingtechnologien getätigt.

Energieunabhängigkeit durch Climate Transition Plan

Um sich von schwankenden fossilen Energiemärkten unabhängiger zu machen und als Teil seines Climate Transition Plan, setzt Sonae Arauco auf einen wachsenden Anteil erneuerbarer Energien – durch eigene Erzeugung, Stromabnahmeverträge und zertifizierten Grünstrom. Der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergiemix des Unternehmens wurde bereits auf 74 Prozent gesteigert. Allein im Jahr 2025 flossen 15 Millionen Euro in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und die Elektrifizierung der Produktion.

Michael Betz, COO von Sonae Arauco Nordost-Europa, betont: „Nachhaltigkeit ist Teil unserer täglichen Geschäftstätigkeit. Sie ist fest in unseren Prozessen verankert – von der Produktion über das Energiemanagement bis hin zu Investitionsentscheidungen. Dieser konsequente Ansatz ermöglicht es uns, die Effizienz zu steigern, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und eine langfristige Wertschöpfung sicherzustellen.“

Ein Rekordjahr für die Arbeitssicherheit

2025 war für Sonae Arauco das erfolgreichste Jahr in der Unternehmensgeschichte im Bereich Arbeitssicherheit. Dies spiegelt den konsequenten Fokus auf Prävention, Schulungen und eine starke Sicherheitskultur an allen Standorten wider. Kontinuierliche Verbesserungen der Prozesse und das Engagement der Mitarbeitenden haben dazu beigetragen, die Unfallhäufigkeit weiter zu senken, und bekräftigen das Engagement des Unternehmens für ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld.

Direkter wirtschaftlicher Ertrag durch Nachhaltigkeit

Dass sich der Übergang zur Nachhaltigkeit auch betriebswirtschaftlich auszahlt, zeigt sich an der gesteigerten Ressourceneffizienz: Die Investitionen in die Dekarbonisierung gehen Hand in Hand mit einer umfassenden Modernisierung der Werke. Dadurch sank allein im Jahr 2025 die Abfallintensität um sechs Prozent und die Wasserintensität um sechs Prozent. Zudem wirkt sich die verbesserte ESG-Leistung direkt positiv auf die Finanzierungskosten aus: Ein Großkredit über 200 Millionen Euro ist an konkrete Nachhaltigkeitsziele gekoppelt, darunter die weitere Erhöhung des Recyclingholzanteils und die Reduktion der CO₂-Intensität.

Die Leistungen von Sonae Arauco werden auch von unabhängigen Stellen bestätigt. Das Unternehmen wurde aktuell mit der EcoVadis-Goldmedaille ausgezeichnet und gehört damit zu den Top 5 Prozent der weltweit bewerteten Unternehmen. Mit dem Beitritt zum UN Global Compact bekennt sich der Hersteller zudem zu den höchsten internationalen Standards verantwortungsvoller Unternehmensführung.

Mit seinem ersten Nachhaltigkeitsbericht gibt Sonae Arauco einen transparenten und umfassenden Überblick über seine Leistung und bekräftigt damit sein Engagement für messbare Fortschritte, eine solide Governance und langfristige Wertschöpfung. Der Bericht bringt die Überzeugung des Unternehmens zum Ausdruck, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine Verantwortung ist, sondern auch ein wesentlicher Treiber für Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit in einem zunehmend anspruchsvollen globalen Markt.

Hat Produktionsanlagen von Mocopinus erworben

Die Cordes Gruppe hat die wesentlichen Produktionsanlagen der ehemaligen Mocopinus-Standorte Ammelshain und Karlsruhe erworben. Die entsprechenden Kaufverträge wurden vorige Woche unterzeichnet. Mit diesem Schritt setzt die Unternehmensgruppe ein weiteres Zeichen für Wachstum, Investitionsbereitschaft und die langfristige Sicherung ihrer Marktposition im Premiumsegment.

„Mit dem Erwerb dieser Assets schaffen wir die Voraussetzungen, unsere Produktionskapazitäten nachhaltig auszubauen und unser Leistungsangebot für unsere Kunden weiter zu stärken“, erklärt die Geschäftsführung der Cordes Gruppe. „Durch die Übernahme des wesentlichen Produktportfolios konnten wir bereits eine Vielzahl ehemaliger Mocopinus Kunden überzeugen, zukünftig mit der Cordes Gruppe in gewohnter Produkt- und Servicequalität zu arbeiten. Gleichzeitig profitieren wir von wertvollem Know-how und können zusätzliche Mengen effizient in unsere bestehende Produktionsstruktur integrieren.“

Parallel zur Übernahme der Produktions-Assets wurden auch die Voraussetzungen geschaffen, die bisherigen Oberflächen- und Farbkonzepte von Mocopinus langfristig am Markt verfügbar zu halten: Osmo hat die wichtigsten Farbtöne von Mocopinus erfolgreich nachgestellt und in das eigene Sortiment integriert.

Durch die zusätzliche Übernahme von Lignum-Finish sowie die gezielte Erweiterung der Lackierkapazitäten bei Osmo in Warendorf, Holz Henkel in Göttingen und Cordes in Bremerhaven – sowie perspektivisch auch bei Krages in Hamburg – können künftig auch die adaptierten farbigen Fassadenprofile von Mocopinus in bewährter Qualität fortgeführt werden. Damit bleibt Architekten, Fachhändlern und Kunden die Möglichkeit erhalten, bestehende Projekte fortzuführen und auf etablierte Farbkonzepte zurückzugreifen. Gleichzeitig eröffnet dies neue Perspektiven für die Weiterentwicklung hochwertiger und individuell gestalteter Fassadenlösungen.

Mit dieser strategischen Investition unterstreicht die Cordes Gruppe ihre Rolle als leistungsstarker und verlässlicher Partner der Holzindustrie und stellt die Weichen für weiteres nachhaltiges Wachstum in den kommenden Jahren.

Hettich

Feiert erfolgreichen Ausbildungsabschluss des Sommerjahrgangs 2026

Eine Ausbildung endet nicht mit einem Zeugnis allein. Insgesamt 38 Absolventinnen und Absolventen haben ihre Ausbildung im Sommer 2026 an den Hettich Standorten Kirchlengern und Frankenberg erfolgreich abgeschlossen, davon 30 in Kirchlengern. Ein Teil des Jahrgangs kam am 9. Juli 2026 im Hettich Forum zur Freisprechung zusammen. Nach einer wichtigen Zeit des Lernens und der Entwicklung beginnt nun der nächste berufliche Abschnitt, für den sie sich eine verlässliche Grundlage erarbeitet haben. Mit der offiziellen Übergabe der Absolventenmappen und dem anschließenden Austausch im Ausbildungszentrum erhielt die Veranstaltung einen würdigen Rahmen.

Der Sommerjahrgang 2026 am Standort Kirchlengern umfasst 23 technische und sieben kaufmännische Ausbildungen. Bei den technischen Abschlüssen entfallen drei auf Elektronik, sechs auf Industriemechanik, neun auf Maschinen- und Anlagenführung, einer auf Stanz- und Umformmechanik, zwei auf Verfahrensmechanik Beschichtungstechnik und zwei auf Werkzeugmechanik. Im kaufmännischen Bereich gehören vier Industriekaufleute mit EU-Kompetenz sowie drei Fachkräfte für Lagerlogistik zum Jahrgang. Damit zeigt sich der hohe Stellenwert praxisnaher Ausbildung für Produktionskompetenz, Qualität und verlässliche Abläufe bei Hettich.

Die Freisprechung begann mit der Begrüßung durch Ausbildungsleiter Dirk Bartz. Nach dem Gruppenfoto folgte die offizielle Übergabe der Absolventenmappen und Geschenke durch Dirk Bartz, Ausbilder und den Betriebsrat. Anschließend kamen die Teilnehmenden, Begleitpersonen und Ausbilder im Ausbildungszentrum zusammen. Dort blieb Zeit für Gespräche, einen Imbiss, Fotos an der Fotowand und eine Besichtigung des Hettich Forums.

Ausbildungsleiter Dirk Bartz betonte, dass eine erfolgreiche Ausbildung nur gemeinsam gelingt. Neben Einsatz und Lernbereitschaft der Auszubildenden seien das Engagement der Ausbilder, die Unterstützung der Fachbereiche und die Begleitung durch viele Kolleginnen und Kollegen entscheidend. „Hinter jedem erfolgreichen Abschluss stehen viele Menschen, die unterstützen, motivieren und ihr Wissen weitergeben. Deshalb gilt mein Dank dem gesamten Ausbildungsteam und allen Fachbereichen. Euch gratuliere ich herzlich zu eurem Abschluss und wünsche euch für euren weiteren Weg alles Gute.“

Auch am Hettich Standort Frankenberg haben im Sommer 2026 acht Auszubildende ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Zum Abschlussjahrgang gehören ein Industriemechaniker, drei Fertigungsmechaniker sowie vier Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik. Die Absolventinnen und Absolventen werden im Rahmen einer eigenen Feier am 31. Juli 2026 verabschiedet.