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Hettich
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Globale Stärke und lokale Verantwortung

Die Hettich Unternehmensgruppe blickt auf ein bewegtes ­Geschäftsjahr zurück. Im Anschluss an die Bilanz-Presse­konferenz sprachen die Geschäftsführer Jana Schönfeld und ­Michael Lehmkuhl mit der ­möbelfertigung über die fortschreitende Regionalisierungsstrategie, die Herausforderungen durch ­geopolitische Krisen und warum Investitionen am Standort Deutschland derzeit schwieriger sind als im Ausland.

möbelfertigung: Frau Schönfeld, Herr Lehm­kuhl, ein zentrales Thema Ihrer ­Strategie ist die Regionalisierung. Wie sieht der ­generelle Ansatz von Hettich aus, um in den ­Zielmärkten präsent zu sein?

Jana Schönfeld: Mit unseren 138 Jahren ­Geschichte haben wir starke Wurzeln in Deutschland und Europa. Gleichzeitig ­haben wir uns in den letzten Jahrzehnten auch in ­anderen Regionen verstärkt, was uns im ­aktuellen geopolitischen Umfeld sehr hilft. Besonders ausgeprägt ist unser Fußabdruck in Indien, wo wir in diesem Jahr 25 Jahre Hettich feiern. Wir sind dort als Vertriebsgesellschaft gestartet und verfügen inzwischen über zwei Produktionsstandorte in Vadodara und Indore, deren Kapazitäten wir kontinuierlich ausbauen. Damit sind wir nicht nur lieferfähig für die 1,4 Milliarden Menschen vor Ort, sondern auch der größte lokale Möbelbeschlagsproduzent mit den erforderlichen Nachhaltigkeitszertifikaten.

möbelfertigung: Welche Rolle spielt Indien über den lokalen Markt hinaus?

Jana Schönfeld: Wir denken zunehmend darüber nach, Indien auch als Herstellerstandort für andere Regionen der Welt zu nutzen, da sich das Land industriell sehr positiv entwickelt. Ähnlich agieren wir in China, wo wir ebenfalls seit über zwei Jahrzehnten mit Vertrieb und zwei eigenen Werken aktiv sind. Insgesamt verfügen wir über 18 Produktionsstandorte in acht Ländern. Wir prüfen stets, welche Regionen wir von wo aus am besten bedienen können, um gegenüber Zöllen, Lieferkettenrisiken oder geopolitischen Konflikten möglichst flexibel zu bleiben. Unser amerikanischer Fußabdruck wurde zudem durch den Zusammenschluss mit FGV vor zwei Jahren gestärkt, was uns ­besonders in Brasilien und Südamerika eine wichtige Ergänzung gebracht hat.

Michael Lehmkuhl: Kurz gesagt bedeutet ­Regionalisierung für uns, globale Stärke mit ­lokaler Verantwortung zu verbinden. Wir ­fertigen dort, wo die Märkte wachsen, wir entwickeln dort, wo die Kompetenz liegt, und wir entscheiden dort, wo Kundennähe echte ­Geschwindigkeit bringt.

möbelfertigung: Sie sind in über 100 Ländern vertrieblich aktiv, zuletzt kam eine eigene Gesellschaft in Vietnam hinzu. Wie finden Sie den richtigen Zugang zu neuen Märkten – allein oder mit Partnern?

Jana Schönfeld: In Vietnam haben wir uns für eine eigene Vertriebsgesellschaft ­entschieden. Unsere erste gemeinsame mit FGV. Weltweit haben wir 26 solcher Gesellschaften. In vielen anderen Ländern arbeiten wir jedoch eng mit eta­blierten Partnern zusammen.

Michael Lehmkuhl: Es ist immer eine ­Frage der Per­spektive. Wir suchen ­Partner, die ­unsere Qualitätsansprüche teilen, ­technologisch kompetent sind und Reichweite im lokalen Markt besitzen. Kulturelle und wirtschaft­liche Aspekte müssen ­zu­sammenpassen. Wir setzen nicht auf kurzfristige ­Opportunitäten, sondern auf langfristige strategische ­Zu­sammenarbeit. Das gilt für den Vertrieb ebenso wie für Techno­logiepartnerschaften – wie mit FGV, wo zwei Familienunternehmen mit ähnlichen ­Wurzeln und unterschiedlichen Marktpositionierungen ihre Stärken bündeln.

Das komplette Interview lesen Sie in der möbelfertigung 2/26. Zum Beispiel online HIER als E-Magazin

Hettich, Interview, Möbelfertigung