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Homag Intelligence
Homag Intelligence  | 

Modulare Plattform für echte Durchgängigkeit

Die Digitalisierung der Holz- und Möbelfertigung erreicht eine neue Stufe: Mit „Homag Intelligence“ eta­bliert der Maschinen­bauriese keine klassische Software, sondern eine modulare, ­cloudbasierte Plattform. Im Interview mit möbelfertigung-­Chefredakteur Tino Eggert erklären Uwe Jonas und Alexander Lindner von Homag, wie sowohl kleine Tischlereien als auch die Großindustrie von ­der Plattform profitieren, warum die Cloud-Skepsis der Vergangenheit angehört und wie neue, flexible Abrechnungsmodelle das Investitionsrisiko für Betriebe minimieren.

möbelfertigung: Homag Intelligence wird von Ihnen ganz bewusst nicht als klassische Software, sondern als modulare Plattform bezeichnet. Wo liegt aus Ihrer Sicht der entscheidende Unterschied zwischen einem herkömmlichen Softwareprodukt und einer offenen, modularen Plattform?

Alexander Lindner: Wir bezeichnen uns ganz bewusst als Plattform, weil wir genau die Eigenschaften, die man mit diesem Begriff verbindet, in die Praxis übersetzen wollen. Das bedeutet konkret: Wir bündeln digitale Bausteine für den Verkauf, die Konfiguration und die Produktion auf einer gemeinsamen, cloudbasierten Basis. Bei der Entwicklung war uns von Anfang an die Modularität extrem wichtig. Der Kunde soll sich seine Lösung exakt so zusammenbauen können, wie er sie in seinem Betrieb benötigt.

Ein ganz entscheidender Aspekt ist dabei die zentrale Datenhaltung. Wenn ein Kunde ein neues Modul hinzunimmt, partizipiert ­dieses sofort von den bereits zentral hinterlegten ­Daten. Ein klassisches Beispiel dafür ist das ­Material: Wird ein neues Modul aktiviert, stehen ihm sofort alle auf der Plattform hinterlegten Materialien zur Verfügung. Wir vergleichen das intern gerne mit Microsoft 365. Jeder kennt ­dieses Ökosystem: Die meisten nutzen Excel und Word, einige vielleicht noch SharePoint oder OneDrive. Man pickt sich einfach die Module heraus, die man braucht. Und ­genau wie bei Microsoft ist unsere Plattform auch ­maschinenseitig über Schnittstellen völlig offen.

möbelfertigung: Sie bieten und entwickeln seit vielen Jahren digitale Tools. Wenn wir nun ­speziell auf Homag Intelligence blicken: Welche Erkenntnisse aus der Vergangenheit haben Sie integriert und was ist grundlegend neu?

Uwe Jonas: Wir haben vor Jahren mit einzelnen Apps angefangen, die direkt in der Werkstatt eingesetzt wurden. Nun ist es in einer Werkstatt aber völlig anders als im privaten Bereich: Ein Mitarbeiter an der Maschine braucht die Hände frei. Für uns war es also eine wichtige Erkenntnis, dass wir Scanner und Drucker nahtlos integrieren und Informationen auf unterschiedlichen Medien bedarfsgerecht anzeigen müssen. Das Handling einer App in der Fertigung muss absolut reibungslos funktionieren. Darüber hinaus mussten wir lernen, wie solche Apps im harten kommerziellen Einsatz in Bezug auf Verfügbarkeit, Performance und Update-Fähigkeit performen.

All diese Erfahrungen bezüglich der Usability haben wir in Homag Intelligence einfließen lassen. Der entscheidende Schritt war nun, diese ehemals isolierten Apps in eine gemeinsame Plattform zu integrieren, damit daraus eine ­echte Gesamt­lösung wird. Wenn heute ein Mitar­beiter ein Bauteil scannt, wird der Status direkt zurückge­meldet, verändert sich im System, und der ­nächste Arbeitsplatz erhält sofort die aktualisierten Informationen. Weil wir diesen Plattformge­danken von Anfang an im Kopf hatten, haben wir die Apps nie so konzipiert, dass sie Daten nur lokal bei sich ablegen.

möbelfertigung: Sie sprachen die Usability an. Das bedeutet vermutlich: so einfach wie möglich?

Uwe Jonas: Genau, so einfach wie möglich. Man muss sich klarmachen, dass in der Fertigung oft eine gewisse Hektik herrscht. Wenn die Takt­zeiten eng sind, hat niemand die Zeit, auf kleinen ­Displays komplizierte Menüs zu bedienen. Der Mitarbeiter trägt das Material mit beiden Händen. Die Usability einer App in der Werkstatt unterscheidet sich grundlegend von der einer App, die man abends entspannt auf dem Sofa auf dem iPhone nutzt.

Das komplette Interview lesen Sie in der möbelfertigung 3/26, sofort HIER als E-Magazin verfügbar.

Top-Themen der Ausgabe: Branchentreff „Möbler Meilen“, Yacht-Interieur als „schwimmende Architektur“ von Lissoni & Partners, Kreislaufwirtschaft für Büromöbel, neue Designansätze von Schattdecor zwischen Individualisierung und Klarheit, KI trifft Messtechnik bei Hecht und Fraunhofer ITWM, Wachstumsperspektiven in Asien mit Sesa, Qualität und Nachhaltigkeit beim Rehau-Kantensymposium, innovative Materialien wie Baumrindenvlies von Europlac/Bark Cloth, lückenlose Flächen- und Kantenveredelung von Hymmen, neue Interior-Trends von Egger, Interprint und Impress, Gesundheit und Wohnlichkeit im Objektbereich mit Häfele und Himacs, Produktionsoptimierung für Losgröße 1, ambitionierte Wachstumsziele bei Heesemann sowie Ausblicke auf die IWF Atlanta und weitere internationale Branchenmessen.

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