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Autor: Möbelfertigung

Geschäftsführungswechsel ab Juli

Søren Hother Rasmussen, Deutschland-Geschäftsführer des dänischen Herstellers für elektrische Verstellsysteme, wird in diesem Sommer nach 30 Jahren in den Ruhestand gehen. In diesem Zuge werden ab dem ersten Juli Christoph Messing und Sebastian Meyer eine Doppelspitze bilden.

Søren Hother Rasmussen stand Firmeninhaber Bent Jensen bereits in den 80er Jahren zur Seite und hat mit ihm gemeinsam die ersten Kunden in Deutschland für Linak begeistert. 1990 hat er mit seiner Frau Hanne die deutsche Niederlassung gegründet und darauf stetig weiterentwickelt. Seit 1996 hat diese ihren Sitz im hessischen Nidda und erwirtschaftet mit 82 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von ca. 94 Millionen Euro.

Christoph Messing, bislang Vertriebsleiter für den Bereich Möbel, und Sebastian Meyer, zuständig für Finanzen und Personalwesen, haben ihre berufliche Karriere bei Linak begonnen und können auf eine langjährige Berufserfahrung zurückblicken.

Linak hat heute insgesamt 35 Vertriebsniederlassungen mit über 2.400 Mitarbeitern. Neben Office und Pflege finden die Hubsysteme auch im Bereich der Küchen-Ergonomie Anwendung. Sebastian Meyer ist sich der neuen Verantwortung bewusst: „Wir beide sind der stolz darauf, dass uns dieses Vertrauen entgegengebracht wird. Die ‚Fußstapfen‘, in die wir da treten müssen, sind extrem groß, aber zum Glück haben wir zweimal zwei Füße.“

Mit neuer Ausstellung am Start

Hund Möbelwerke hat am Standort Sulzdorf a. d. L. in Unterfranken eine weithin sichtbare, markante und identitätsstiftende Ausstellung errichtet. Das Biberacher Architekturbüro wwg-architekten hat einen klar strukturierten Solitär mit zentralem und komplett barrierefreien Zugang zu Papier gebracht. Ein messingfarbener Gebäudekörper mit freispannenden Decken und größtmöglicher Flexibilität in den Ausstellungsräumen bietet eine ausreichende Ausstellungs- und Präsentationsfläche mit attraktiver Konferenzmöglichkeit. Und noch dazu einen weiten Blick in die von sanften Hügeln gekennzeichnete Landschaft.

„Die goldene Fassadengestaltung ist nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal in der Region, sondern auch eine Referenz an den Qualitätsanspruch unseres Unternehmens und seiner Produkte“, so Geschäftsführer Hendrik Hund.

Ein Wärmedämmverbundsystem in Kombination mit profilierter Metallfassade verleiht dem Ausstellungsgebäude eine markante Präsenz bei Tag und bei Nacht, die im Auge des Betrachters variiert. Tagsüber dominiert das markante Gebäudevolumen, bei Nacht und entsprechender Ausleuchtung gewährt es Blicke in das Gebäudeinnere und die Ausstellung durch die großflächigen Verglasungen. Es entsteht ein attraktiver Spannungsbogen.

Das Ausstellungsgebäude entspricht der Energieeinsparverordnung (ENEV).

Im Innern zeigt Hund Möbelwerke auf drei Stockwerken, wie stilvoll und elegant Empfangsbereiche in Unternehmen gestaltet werden können, was eine gute Einrichtung von Konferenzräumen auszeichnet und wie mittelständische Unternehmen den Anforderungen moderner Büroarbeit gerecht werden können.

„Unsere intelligente Modularität schafft individuelle und vielfältige Arbeitsumfelder in einer sich stetig wandelnden Arbeitswelt“, so Geschäftsführer André Hund, „insbesondere auf der 2. Etage zeigen wir eindrücklich, wie sich Arbeit in offenen Bürostrukturen organisieren lässt“, so André Hund, „wie ermöglichen Arbeitgeber gleichzeitig Kommunikation und konzentriertes Arbeiten in Großraumbüros, wie können Büros funktional, ergonomisch aber auch wohnlicher gestaltet werden.“ So stärken Arbeitgeber interdisziplinäre Zusammenarbeit und Innovationskraft ihrer Mitarbeiter. Das Bürokonzept wurde in Zusammenarbeit mit Stefan Kleinhenz, Geschäftsführer der Office Space Consulting in Bamberg entwickelt.

Ab April 2020 steht die Ausstellung dann allen Kunden und Interessierten zur Verfügung. Mit dem neuen Ausstellungsgebäude setzte das Unternehmen erstmals eine integrierte Lösung aus Gebäudetechnik, Zutrittskontrolle, Videokonferenzen und Möblierung um, schuf eine angenehme Arbeitsatmosphäre und maximale Datensicherheit. „Damit konnten wir unsere modularen Möbelsysteme einmal mehr erfolgreich für die digitale Welt testen“, erklärt André Hund.

„ZOW“ 2020

„Best of Pure Talents Contest 2020 by Imm Cologne“ in Bad Salzuflen

Dass Innovationen häufig im Detail stecken, braucht man den Tüftlern aus der Zulieferbranche, die bei der „ZOW“ in Bad Salzuflen vom 4. bis 6. Februar ihre Sortimente und ihre neuen Produktentwicklungen präsentieren, kaum sagen. Doch auch junge Designer verstehen hiervon eine Menge, wie die auf der „ZOW“ gezeigte Sonderausstellung „Best of Pure Talents Contest by Imm Cologne 2020“ beweist.

Ein Tisch, dessen Gestell einfach zusammenzuklappen ist und Platten unterschiedlichen Formats aufnehmen kann; Stühle mit „Click-together-Verbindung“; freche Polstermöbel für Flat-Pack-Konzepte; oder auch ein ultra-leichter Hocker aus Flachsfaser – das sind nur einige der nominierten Entwürfe des Kölner Nachwuchswettbewerbs „Pure Talents Contest“, die frisch von der gerade zu Ende gegangenen „Imm Cologne“ ihren Weg auf die „ZOW“ finden, um dort nicht nur ein designinteressiertes Publikum zum Staunen zu bringen, sondern auch die Möbelmacher und die Entwickler der Zulieferbranche anzuregen, über eigene Innovationen im Werkstattcharakter der „ZOW“ 2020 gemeinsam nachzudenken.

„Wir haben auf der ,Imm Cologne 2020′ viele spannenden Prototypen im ,Pure Talents Contest‘ gesehen, die das Wohnen in der Zukunft positiv beeinflussen können. Auf der ,ZOW 2020′ ist nun sowohl zeitlich als auch inhaltlich genau der richtige Rahmen, in dem die Besucher und Aussteller in einen gemeinsamen Dialog gehen und partnerschaftlich erarbeiten können, welche Impulse sie für ihre eigenen Produktentwicklungen mitnehmen sollten“, so Maik Fischer, Director der „ZOW“.

Die Sonderausstellung auf der „ZOW“zeigt ausgewählte Ideen und Prototypen, die im Bereich Möbel und Möbelbau visionäre Ideen aufzeigen. Die jungen Designer setzen sich mit ihren Designlösungen dabei mit dem Klimawandel auseinander oder entwickeln multifunktionale Ideen für veränderte Wohnbedingungen. Die ausgestellten Prototypen reichen vom intuitiv nutzbaren Verbindungssystem für Möbel über eine Leuchtenkollektion aus Papier bis hin zu multifunktionalen Tischen und Arbeitsplätzen: die Ausstellung „Best of Pure Talents Contest“ präsentiert 10 Ideen für das Wohnen von morgen. Die Besucher der „ZOW“ erhalten nicht nur einen Mehrwert durch das Studium innovativer Prototypen und Produktsystemen – die Ideen der jungen Kreativen stehen auch beispielhaft für die Ideen der nächsten Designergeneration zur Gestaltung der künftigen Lebensräume.

Nikolas Bransch neu an der Spitze der Verkaufsleitung Vertrieb

Wechsel im Top-Management bei Häfele in Nagold: Nikolas Bransch ist seit Anfang des Jahres für die Gesamt-Verkaufsleitung Vertrieb verantwortlich. Das Unternehmen bündelt damit angesichts der Veränderungen in Möbelindustrie und Handwerk seine Vertriebskompetenz unter einem Dach. Ziel der organisatorischen und personellen Neuausrichtung ist eine zukunftsweisende Optimierung von Beratung, Dienstleistung und Produktpolitik für alle Kunden. Der 42-jährige Bransch zeichnet nun neben seiner seit vier Jahre erfolgreich ausgeführten Funktion als Vertriebsleiter Industrie nun für den gesamten Verkauf Inland verantwortlich.

Bransch ist ein ausgewiesener Kenner der Branche mit Erfahrung in verschiedenen leitenden Vertriebsfunktionen in Industrie und Handwerk, im Handel, im Objekt und bei Verbänden sowie im Online-Handel und bei Fragen rund um die Digitalisierung. Er ist seit 2015 bei Häfele. In den zurückliegenden Jahren hat er die Industriedivision von Häfele mit ihren Eigensortimenten als Vertriebsleiter mit aufgebaut und erfolgreich weiterentwickelt. Häfele Beschlagtechnik aus eigener Produktion wie beispielsweise „Free“ Klappenbeschläge, „Matrix“-Führungen oder „Slido“ Schiebetürbeschläge haben bei der Möbelindustrie national und international einen guten Namen. Geschäftspartner schätzen hier neben der Produktkompetenz der Häfele Key-Account Manager auch deren fachkundige Beratung und den ganzheitlichen Blick aufs Möbel.

In der Möbelbranche ist derweil ein Zusammenwachsen von Industrie und Handwerk zu beobachten. So klare Grenzen, wie vor wenigen Jahren gibt es nicht mehr. „Zahlreiche Handwerksbetriebe industrialisieren sich immer mehr und produzieren in Kleinserien, während sich die Möbelindustrie immer mehr in Richtung individueller kleinerer Serien bis hin zur Losgröße 1 speziell für das Objektgeschäft entwickelt. Eine Bündelung der Vertriebskompetenz unter einem Dach ist angesichts dieser Entwicklung im Interesse unserer Kunden aus beiden Branchen ein Gebot der Stunde“, sagt Unternehmensleiterin Sibylle Thierer.

Der bisherige, langjährige Verkaufsleiter Inland, Klaus Schwager, feiert in diesem Jahr seinen 65. Geburtstag. Seine Nachfolgeregelung wurde vor diesem Hintergrund vorausschauend schon früh in Angriff genommen. Schwager wird Häfele auch weiter erhalten bleiben. Er verantwortet zukünftig Vertriebsprojekte bei der Häfele Produktionstochter Anton Schneider in Jettingen bei Nagold.

Insolvenz in Eigenverwaltung

Das Jahr 2020 beginnt für den Zulieferer Schock Metallwerk GmbH aus Urbach weniger schön: Der Spezialist für lineare Kugelführungen und Spezialprofile hat beim Amtsgericht Stuttgart einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt, dem das Gericht am Freitag, 17. Januar 2020 gefolgt ist. Mit dem Eigenverwaltungsverfahren sollen die 2018 begonnenen Restrukturierungmaßnahmen abgeschlossen werden. Es ist geplant, den Geschäftsbetrieb während des gesamten Verfahrens in vollem Umfang fortzuführen – so vermeldet es das „Insolvenzportal“ der STP Business Information GmbH.

Die Eigenverwaltung bietet Unternehmen einen rechtlichen Rahmen, bei laufendem Geschäftsbetrieb ihre Finanzierung in enger Abstimmung mit den Gläubigern zügig neu zu ordnen. Dabei bleibt die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung. Dieses im Rahmen des Insolvenzrechts etablierte Verfahren unterstützt Unternehmen, die bei wirtschaftlichen Problemen frühzeitig selbst tätig werden und über genügend Handlungsspielraum für eine Lösung verfügen. „Produktion, Vertrieb und Entwicklung der Schock Metallwerk GmbH gehen während der Eigenverwaltung ohne Einschränkungen weiter“, betonten die beiden Geschäftsführer Martin Schock und Helmut Fuchs von Schock Metallwerk, am Firmensitz des Unternehmens.

Für die Phase der Eigenverwaltung ist der Rechtsanwalt Jan Metzner von der renommierten deutschen Restrukturierungskanzlei Elsässer in die Geschäftsführung eingetreten und wird die geschäftsführenden Gesellschafter Martin Schock und Helmut Fuchs bei der Sanierung des Unternehmens unterstützen. „Schock Metallwerk ist ein im Kern gesundes und wettbewerbsfähiges Unternehmen mit einem erstklassigen Produktportfolio und hat in den letzten zwei Jahren wichtige und notwendige Schritte auf dem Weg zur Sanierung unternommen“, betont Metzner: „Die Eigenverwaltung bietet uns den geeigneten rechtlichen Rahmen, um die Sanierung in enger Abstimmung mit den Gläubigern zu Ende zu bringen und Schock Metallwerk langfristig wieder auf eine solide finanzielle Basis zu stellen.“ Dr. Tibor Braun von der Kanzlei Illig, Braun, Kirschnek aus Stuttgart wurde vom zuständigen Amtsgericht zum Sachverwalter bestellt.

Den Antrag gestellt hat nur die Schock Metallwerk GmbH. Nicht betroffen sind die USA-Tochter Schock Metal America, Inc. und das lettische Schwesterunternehmen FTS Baltic SIA. Die Löhne und Gehälter der rund 190 Mitarbeiter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert.

Die Liquiditätskrise beim Schock Metallwerk ausgelöst haben soll die zunehmende Instabilität eines ehemaligen, langjährigen Hauptlieferanten für Pulverbeschichtung und Montage in der Tschechischen Republik – mit resultierendem Lieferstopp: „Dadurch wurde es erforderlich, die planmäßig erst Ende des ersten Quartals 2020 vorgesehene Inbetriebnahme des neuen Produktionsstandortes in Lettland auf August 2019 vorzuziehen. Innerhalb weniger Wochen mussten alle notwendigen Betriebsmittel und Werkzeuge sichergestellt und sieben Monate früher als geplant in das im Juni 2019 neu gegründete Schwesterwerk FTS Baltic SIA überführt werden.“, erläutert Martin Schock. Letztlich konnten trotz erheblicher Anstrengungen Kundenaufträge über Monate nicht vollständig erfüllt werden. Der hierdurch verursachte Umsatzeinbruch führte innerhalb kurzer Zeit zu erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Trotz der Lieferprobleme haben wichtige Kunden und Partner dem Unternehmen bereits ihre Unterstützung für die anstehende Restrukturierung zugesagt.

Die Firma Schock Metallwerk GmbH in Urbach zählt nach eigenen Angaben zu den führenden Herstellern von Kugelführungen und Spezialprofilen. Das Unternehmen fertigt seit mehr als 40 Jahren lineare Führungssysteme und Baugruppen auf Basis der eigenentwickelten Rollformtechnik. Mit Standorten in Deutschland, Lettland und den USA sowie einem internationalen Netz von Vertriebspartnern ist Schock Metallwerk in allen wichtigen internationalen Märkten aktiv. Im Jahr 2019 bewies das Unternehmen seine Innovationskraft mit der Einführung einer neuen Linearführungs-Baugruppe für verstellbare Mittelarmlehnen im Automobil. Neben der Möbelindustrie und den Herstellern von Hausgeräten zählt die Automobilindustrie zählt zu den wichtigsten Abnehmerbranchen. Der Gruppenumsatz lag 2018 bei rund 45 Mio. Euro.

Strebt Spitzenposition im Lederzuschnitt an

Das rumänische Unternehmen Gemini hat mit Thagora eine Tochterfirma gegründet, die sich ausschließlich dem Lederzuschnitt widmet. Mit großen Investitionen in Forschung und Entwicklung, sowie neuen Technologien aus anderen Industriebereichen, will sich das Unternehmen aus Osteuropa bei Möbelherstellern rund um den Globus in den kommenden Jahren als Spitzenanbieter etablieren.

„Unsere Strategie ist es, unseren Vorsprung durch ständige Investitionen in Forschung und Entwicklung zu erhalten“, so Thagora-Projektmanager Emanuel Martonca. Wollen wir in den kommenden Jahren an der Spitze der Lederzuschnitttechnologien zu stehen. Dazu gehört auch der Blick über den Tellerrand: Es gibt neue und aufregende Technologien in anderen wissenschaftlichen Bereichen, die für den Lederzuschnitt relevant sein können.“

Wie Thagora nun weiter vorgehen will und was ihre Technologie auszeichnet, lesen Sie Sie in der möbelfertigung 1/2020, die am 30. Januar erscheint.

Außerdem in der Ausgabe: In welchen Märkten und Produktsegmenten Dr. Andreas Hettich die größten Potenziale für sein Unternehmen sieht, warum das Thema Ladenbau für die Möbelzulieferindustrie so interessant ist, welche Design-Impulse Kaindl mit seiner neuen Kollektion gibt, warum Oskar Nolte das Folienlackgeschäft von AkzoNobel übernommen hat, wohin die großen Kapazitäten der Küchenmöbelindustrie gehen, wie auf der „ZOW“ Zukunfts-Themen ausgelotet werden, auf welche Weise Zünd die Automatisierung in der Polstermöbelindustrie pushen will, was in deutschen Smart Homes wirklich vernetzt wird, wie sich aus Sicht von CAD+T die Digitalisierung in Europa entwickelt und, und, und…

Plus: Das umfassende Trendpanel und das große Special zur Mega-Messe „Euroshop“.

„OWL-Innovationspreis“ für „Hand Guard“

Ein toller Erfolg für die Altendorf GmbH aus Minden: Das Unternehmen überzeugte die 12-köpfige Jury des „OWL-Innovationspreis“ in der Kategorie „Industrie und Handwerk“ mit einem neuartigen Sicherheitssystem „Hand Guard“ für Formatkreissägen. „Hand Guard“ ist das Ergebnis eines extrem wichtigen Entwicklungsfeldes, denn häufig sind die Hände zum Führen der Werkstücke beim Sägevorgang nur wenige Zentimeter von dem mit hoher Drehzahl rotierenden Sägeblatt entfernt. Beim Zuschneiden von verschiedensten Materialien mit Formatkreissägen passieren weltweit tagtäglich Arbeitsunfälle. Bereits bekannte Schutzsysteme setzen technisch zumeist auf die Leitfähigkeit der Haut, um eine Gefahrensituation zu erkennen und das Sägeblatt dann impulsartig zum Stillstand zu bringen. Das Problem: Bei allen vorhandenen Lösungen muss der Kontakt zwischen Sägeblatt und Hand erst stattfinden, damit das Sicherheitssystem greift. Bei einigen Systemen werden dabei sogar Bauteile im Inneren der Maschine beschädigt, sodass ein Weiterarbeiten danach nicht möglich ist.

Das System von Altendorf basiert auf der Früherkennung einer Gefahrensituation. Verschieden definierte Situationen werden optisch erkannt und eingeordnet. Zwei Kameras sammeln die Daten dafür, die von einem leistungsstarken Programm zur Handerkennung verarbeitet werden. Erkennt das System eine Gefährdungssituation, wird die Gefahr beseitigt: Innerhalb einer Viertelsekunde kommt es zur Schnellabsenkung des Sägeaggregats und zum Schnellhalt des Sägeblattes. Nach Auslösen des Sicherheitsassistenten kann die Maschine direkt weiterarbeiten. Eine Beschädigung der Maschine oder des Sägeblattes findet nicht statt – die Produktivität des Betriebes bleibt erhalten.

Karl-Friedrich Schröder, Entwicklungsleiter der Altendorf Group, erläutert die Motivation zu der bahnbrechenden Entwicklung: „Es hat uns keine Ruhe gelassen, dass bestehende Systeme immer erst einsetzen, nachdem der Unfall passiert ist und gleichzeitig auch noch Teile der Maschine zerstören. Unser Ziel war es, früher anzusetzen. Wir wollten in erster Linie Unfälle vermeiden, also den Bediener schützen. Deshalb haben wir ein System entwickelt, mit dem wir wertvolle Zeit gewinnen. So können wir die Gefahr sozusagen ausschalten, bevor es zum Kontakt kommt.“

Bei der Preisverleihung am 9. Januar 2020 im „Bildungscampus Herford“ betonte Thomas Niehoff, Hauptgeschäftsführer IHK Ostwestfalen zu Bielefeld in seiner Eigenschaft als Sprecher der Jury die Innovationskraft der langjährigen Entwicklungsarbeit des Maschinenherstellers. „Nach Ansicht der Jury ist der Firma Altendorf in langjähriger Entwicklungsarbeit ein Innovationssprung bei der Sicherheit von Kreissägen gelungen. Dadurch werden neue Standards gesetzt, die weltweit die Anforderungen an den Arbeitsschutz in der holzverarbeitenden Industrie und im Handwerk verbessern werden. Gleichzeitig stellt sich das Unternehmen im globalen Wettbewerb gut auf. Mit dem System wird Altendorf seinen Umsatz erheblich steigern und Beschäftigung sichern“, heißt es in der Jury-Begründung.

Mit dem „OWL-Innovationspreis“ ausgezeichnet werden Unternehmen aus Ostwestfalen für innovative Produkte, Dienstleistungen und Prozesse. Der Preis ist ein bedeutender Wirtschaftspreis mit großer Beteiligung. Bei der 13. Ausschreibung des Wettbewerbs bewarben sich 85 Unternehmen mit 91 Innovationen. Aus dem hochkarätigen Teilnehmerfeld hat die Jury nach einem intensiven Bewertungsprozess fünf Preisträger ausgewählt. Dabei lag der Fokus insbesondere auf den Kriterien Neuartigkeit und Einzigartigkeit, Kundennutzen und Mehrwert im Vergleich zu ähnlichen Lösungen, Markterfolg bzw. Marktpotenzial und Auswirkungen der Innovation auf die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.

Übernimmt Chemical Alliance

Mit Wirkung zum 1.1.2020 hat Follmann den russischen Klebstoffhersteller Chemical Alliance mit Sitz in Moskau und rund 20 Mitarbeitern übernommen. Nach dem Kauf des britischen Klebstoffherstellers Sealock (PSA-Hotmelts, Hotmelts und Dispersionen) und der Übernahme der Mehrheitsanteile des russischen Klebstoffherstellers ZAO Intermelt (Schmelzklebstoffe für den Verpackungsbereich) im Jahr 2018 erweitert Follmann mit dieser Akquisition seine Klebstoffherstellung in der Russischen Föderation durch Polyurethan Hotmelt Produkte. Damit weitet das Unternehmen die internationalen Vertriebsaktivitäten in unterschiedlichen Marktsegmenten aus, wie zum Beispiel in der Textilkaschierung, der Sandwich- und Paneelproduktion, der Herstellung von Filtern, Schleifmitteln und Matratzen sowie in der Automotive-Industrie.

„Die Übernahme von Chemical Alliance ist ein weiterer konsequenter Schritt im Rahmen unserer Wachstumsstrategie im Geschäftsfeld Klebstoffe, mit der wir unsere Position im Markt und unsere internationale Präsenz weiter stärken“, so Dr. Jörn Küster, Geschäftsführer der Follmann GmbH & Co. KG. „Wir freuen uns, dass wir mit dem Ausbau unserer Geschäftsaktivitäten und den damit verbundenen Möglichkeiten den Wünschen und Anforderungen unserer Kunden und Partner noch besser gerecht werden können.“

Neue Materialien sorgen für Wachstum

Im Geschäft von Leuco spielen neue Materialien wie LVT, SPC oder WPC zunehmende Rollen. „Sie erfordern neue Werkzeuge. Das wir unser Bearbeitungs-Knowhow immer wieder neu einsetzen können, ist für uns ein willkommenes Differenzierungsmerkmal“, so Leuco Vorstandsmitglied Daniel Schrenk im Gespräch mit der „mölbelfertigung“.  „Wir haben branchenübergreifend ein Wachstum durch neue Materialien, beispielsweise auch GFK und CFK.“

Insgesamt läuft es für Leuco in Deutschland nach wie vor gut. „Der Markt wächst, wenn auch etwas weniger dynamisch als zuvor“, so Schrenk. „Auch China weist für Leuco ein gutes Wachstum aus, was uns umso mehr freut, wenn man bedenkt, dass die chinesische konjunkturelle Lage deutliche Dellen hat. Ebenso positiv sehen wir Osteuropa.“

Welche Märkte hingegen herausfordernd sind und wie die Strategien von Leuco aussehen, lesen Sie in der möbelfertigung 1/2020, die am 30. Januar erscheint.

Außerdem in der Ausgabe: In welchen Märkten und Produktsegmenten Dr. Andreas Hettich die größten Potenziale für sein Unternehmen sieht, warum das Thema Ladenbau für die Möbelzulieferindustrie so interessant ist, welche Design-Impulse Kaindl mit seiner neuen Kollektion gibt, warum Oskar Nolte das Folienlackgeschäft von AkzoNobel übernommen hat, wohin die großen Kapazitäten der Küchenmöbelindustrie gehen, wie auf der „ZOW“ Zukunfts-Themen ausgelotet werden, auf welche Weise Zünd die Automatisierung in der Polstermöbelindustrie pushen will, was die Gemini-Tochter Thagora in Sachen Lederzuschnitt bietet, was in deutschen Smart Homes wirklich vernetzt wird, wie sich aus Sicht von CAD+T die Digitalisierung in Europa entwickelt und, und, und…

Plus: Das umfassende Trendpanel und das große Special zur Mega-Messe „Euroshop“.