Zum Hauptinhalt springen

Autor: Möbelfertigung

Loris Battel, Marketing und Communication Manager bei Domus Line

„möbelfertigung“: Inwieweit sind Sie auf der Produktionsseite von der Corona-Krise betroffen?
Loris Battel: Die Produktion in Domus Line war bis zum 25. März regelmäßig. In Übereinstimmung mit den Bestimmungen der italienischen Regierung ist die Unterbrechung vom 26. März bis zum 3. April vorgesehen.
„möbelfertigung“: Gibt es Probleme in Ihrer Lieferkette, zum Beispiel weil die letzten Container jetzt aus China eintreffen und bestimmte Teile weniger verfügbar sein werden?
Loris Battel: Dank eines effizienten Managements und einer effizienten Programmierung hat Domus Line keine spezifischen Probleme in seiner Lieferkette, und alle Komponenten sind im Wesentlichen regelmäßig verfügbar.

„möbelfertigung“: Wie beurteilen Sie die Maßnahmen zur Begrenzung der Ausbreitung des Coronavirus?Loris Battel: Angesichts der Tatsache, dass wir vor einem außergewöhnlichen und epochalen Ereignis stehen, ist es im Moment schwierig zu beurteilen, ob die Maßnahmen zur Eindämmung und Begrenzung der Ausbreitung des Virus angemessen sind. Wir sind jedoch der Meinung, dass wir nach dieser ersten Notstandsphase so schnell wie möglich zu einer zweiten Phase übergehen sollten, in der die industriellen Aktivitäten, immer mit den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen, wieder aufgenommen werden könnten.

„möbelfertigung“: Gibt es als Unternehmen dafür einen „Notfallplan“?Loris Battel: Die übliche Haltung von Domus Line in Bezug auf die Einhaltung der Regeln und auch bei der Anwendung der internationalen Normen hat es uns ermöglicht, die Notfallpläne und alle Protokolle für die Sicherheit in der Arbeitsumgebung für alle unsere Mitarbeiter schnell und effektiv umzusetzen.
„möbelfertigung“: Welche Unterstützung würden Sie sich von der Regierung wünschen?
Loris Battel: Wir sind der Meinung, dass die von der italienischen Regierung verabschiedeten Bestimmungen korrekt und der Entwicklung der Coronavirus-Infektionskrise angemessen sind. Nun ist es von grundlegender Bedeutung, die Wiederaufnahme der Produktionstätigkeiten bis zum 6. April zu planen.
„möbelfertigung“: Inwieweit müssen Sie Ihren Service überdenken, müssen sich die Kunden auf längere Zyklen einstellen? Oder wirken sich die Veränderungen durch die Digitalisierung der letzten Jahre bereits aus und sind die Auswirkungen nicht so groß?
Loris battel: Domus Line war schon immer ein Unternehmen, das in der Lage war, sich an die Veränderungen des Marktes und an neue Szenarien anzupassen. Es wird dies auch diesmal mit größtem Engagement und unter Einsatz aller, auch digitaler, Werkzeuge tun, um Produkte und Dienstleistungen von hoher Qualität anzubieten, wie es unserer natürlichen Einstellung entspricht.

„möbelfertigung“: Wie ist die Situation bei den neuen Aufträgen?Loris Battel: Der Auftragsfluss hat sich zwar verlangsamt, aber er ist immer noch wichtig, und dank eines deutlichen Anstiegs der Einnahmen im ersten Quartal wird unsere Prognose den Umsatz von 2019 wiederholen.
„möbelfertigung“: Kann der wirtschaftliche Schaden für Ihr Unternehmen quantifiziert werden?
Loris Battel: Es ist noch zu früh, um Vorhersagen zu treffen. Es wird davon abhängen, wie sich die Situation in den nächsten 3 bis 4 Wochen entwickeln wird.

„möbelfertigung“: Gibt es grundsätzliche Empfehlungen, die Sie an andere und vielleicht auch an Kunden weitergeben möchten?Loris Battel: Zunächst einmal möchte ich allen Menschen, die wir kennen und mit denen wir in Kontakt stehen, sowie deren Familien und Mitarbeitern den herzlichsten Wunsch nach Gesundheit und Sicherheit übermitteln. Ich möchte auch versichern, dass Domus Line dieser Notlage angemessen begegnet, mit allen notwendigen gesundheitlichen Maßnahmen und mit der größtmöglichen Unterstützung unserer Mitarbeiter, die immer für jeden Bedarf zur Verfügung stehen. Ich empfehle ihnen daher, so zuversichtlich zu sein, wie wir es sind.

„IFMAC“ 2020

Gute Resonanz für die zweite Fachmesse für Holzbearbeitung in Jakarta

Im Oktober 2019 wurde die Fachmesse für Holzbearbeitung „Ifmac“ in Jakarta erstmals mit Beteiligung der Deutschen Messe durchgeführt. Vom 23. bis 26. September 2020 folgt die zweite Ausgabe der erfolgreichen Zusammenarbeit der indonesischen Messegesellschaft Wakeni (PT. Wahana Kemalaniaga Makmur) mit dem „Ligna“-Veranstalter aus Hannover. „Mit der ,Ifmac‘ bieten wir der Woodworking-Community in Südostasien im Jahr 2020 eine einzigartige und solide Plattform, um anstehende Investitionen zu tätigen und sich über den aktuellen Stand der Holzbearbeitungstechnik zu informieren“, sagte Christian Pfeiffer, Global Director „Ligna“ & Woodworking Shows bei der Deutschen Messe.

Die Deutsche Messe organisiert auf der „Ifmac“ mit den „International Woodworking Pavilions“ zwei Gemeinschaftsstände, die Anbietern einen Einstieg in den südostasiatischen Markt bieten und zugleich für alle internationalen Unternehmen ein preisgünstiges „Rundum-sorglos-Paket“ zur Verfügung stellen. Die Pavillons befinden sich zentral gelegen im Bereich der Maschinen für die Holzbearbeitung und im Bereich Zubehör und Materialien für die Möbelindustrie. Darüber hinaus gibt es auf der „Ifmac“ speziell für deutsche Aussteller die Möglichkeit, sich am deutschen Gemeinschaftsstand des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) zu beteiligen.

„In Südostasien besteht ein großer Bedarf an effizienten Lösungen und leistungsstarken Holzbearbeitungsmaschinen sowie modernem Zubehör. Da kommt die ,Ifmac‘ 2020 genau zur richtigen Zeit“, ergänzte Pfeiffer. Die indonesischen Möbelunternehmen benötigen neue Technologien, um die Qualität ihrer Produkte den gestiegenen Anforderungen anzupassen. Das Land verfügt über eine international bedeutende Möbelindustrie, die eine wichtige Rolle für das Wachstum des lokalen Holzbearbeitungsmarktes spielt. Die Produktionsmaschinen sind allerdings oft veraltet und müssen durch neue, leistungsfähigere Geräte ersetzt werden.

Im Fokus der „IFMAC“ 2020 stehen Möbel- und Holzbearbeitungsmaschinen sowie Materialien und Komponenten. Die Themenpalette reicht von CNC-Bearbeitungsmaschinen und Maschinen für den Innenausbau über Rohstoffe für die Möbelproduktion und Oberflächenbehandlungen, Beschlägen und Schlössern bis zu Beschichtungen und Klebstoffen.

Aussteller der „IFMAC“ sind sowohl internationale Marktführer als auch lokale Händler und Distributoren, welche die gesamte Wertschöpfungskette der Industrie darstellen. Internationale Hersteller wie Altendorf, Felder, die Raute Group, Saint-Gobain, SCM, Weinig und Wood-Mizer waren 2019 mit an Bord, für die der indonesische Markt zunehmend an Bedeutung gewinnt. Führende Aussteller aus Indonesien waren unter anderem der Komplettanbieter für die Holzindustrie Plantation Resources und das Unternehmen Alpha Utama Mandiri, welches das gesamte Spektrum an Holzbearbeitungsmaschinen vertreibt. Namhafte Hersteller wie Homag, EWD, Ledinek, Biesse und Felder Group haben für den September bereits als Aussteller zugesagt.

VDM

Importe aus China steigen 2019 um knapp 13 Prozent

Polen, China, Tschechien und Italien waren 2019 absolut betrachtet die wichtigsten Ursprungsländer für Möbeleinfuhren nach Deutschland. Polen verzeichnete im Vorjahresvergleich ein kleines Plus von 1,8 Prozent. Für China steht hingegen ein sattes Plus von 12,9 Prozent in den Büchern. Tschechien verliert signifikante 12 Prozent und Italien 3,2 Prozent. Alle weiteren Länder schneiden im Vergleich zum Vorjahr uneinheitlich ab. Top hier: Rumänien (+5,4 Prozent). Flop: Österreich (-9,8 Prozent).

Plasma als Chance in der Corona-Krise

Das ostwestfälische Unternehmen Plasmatreat aus Steinhagen will größer in das Desinfektionsgeschäft einsteigen und damit in der derzeitigen Corona-Krise Lösungen bei der Desinfektion von Schutzkleidung vorhalten. Ein Prototyp eines Reinigungsautomaten wird derzeit bereits vom Bayrischen Roten Kreuz eingesetzt, in der technischen Uniklinik München befindet sich ein weiterer Automat in der klinischen Testphase und auch die amerikanische Yale Universität hat Interesse bekundet.
Die Idee: Einweg-Schutzkleidung durch ein sicheres und einfaches Verfahren zu desinfizieren. Der eigentliche Wegwerfartikel kann dann ein weiteres Mal benutzt werden. In der derzeitigen weltweiten Pandemielage werden Schutzmasken und Schutzanzüge immer knapper – durch das Desinfektionsverfahren mit Plasma können schnell und mit wenig Aufwand bereits benutzte Masken desinfiziert und noch einmal benutzt werden.

„Wenn wir Plasma jetzt erfolgreich in der Corona-Krise anwenden können, wird unsere Forschung enorm vorangetrieben und letztendlich könnte das noch ausstehende Zulassungsverfahren beschleunigt werden. Denn noch befinden wir uns in einem Graubereich. Wir wissen, dass unser Verfahren wirkt und haben auch ausreichend Beweise – zugelassen ist das Verfahren aber noch nicht. Dieser Prozess dauert unglaublich lang!“, erklärt Geschäftsführer Christian Buske und fügt nachdenklich hinzu: „Zeit ist heute besonders kostbar. Ich will, dass wir als Firma weiter expandieren können und dass unsere Belegschaft neue Produkte bauen kann, die ein weltweites Problem lösen helfen!“

Das erste Plasma-Desinfektionsverfahren wird bereits in Bayern angewandt. Plasmatreat arbeitet seit Jahren eng mit dem Bayrischen Roten Kreuz zusammen. Das BRK ist katastrophenerfahren und hat die Ebola-Krise zum Anlass genommen, neue Wege der Desinfektion zu gehen. Herkömmliche Desinfektionsmöglichkeiten sind im Kampf gegen Viren wie Ebola oder Corona sehr begrenzt (Transportprobleme, Nachschubschwierigkeiten, begrenzte Haltbarkeit, nicht überall anwendbar, häufig sind es chemische Keulen und textilschädigend). Der wenig aufwändige und darüber hinaus noch umweltfreundliche Plasmaeinsatz kommt da gerade recht.

Derzeit sind 3 Plasma-Infektionsautomaten aufgebaut und einsatzbereit – weitere könnten sofort in Serie gehen. Dass das nötig ist, spüren Buske und seine Mitarbeitenden nahezu täglich: „Wir bekommen viele Anrufe und Anfragen mit Hilferufen von Ärzten und Kliniken, aber auch Privatpersonen und Unternehmern. Schutzmasken werden knapp – da ist Desinfektion eine Lösung.“

Längst arbeitet Plasmatreat an weiteren innovativen Lösungen im Bereich der Desinfektion. Leitungswasser wird mit Plasma bereichert und dadurch zum einfachen aber genialen Desinfektionsmittel. Auch hier laufen im Plasmatreat-Technologiezentrum seit Jahren die Versuchsreihen. Für Buske und sein Team bestätigt sich derzeit die über dem Unternehmen schwebende Vision: „Plasma hilft uns, Innovation mit Nachhaltigkeit zu verbinden und die Welt ein bisschen sicherer zu machen“.

Wechselt in einen Zwei-Jahres-Rhythmus bei neuen Modellen

Immer wieder wird in der Küchenbranche über den Kollektionswechsel im Zwei-Jahres-Rhythmus gesprochen. Die Baumann Group macht jetzt ernst. Ursprünglich für 2021 geplant, entschied die Unternehmensführung heute aus aktuellem (Corona-)Anlass, die Entscheidung vorzuziehen. Bauformat und Burger werden also bereits diesen Herbst keine neuen Kollektionen präsentieren. Ziel ist es laut Presseinfo, Handelspartner zu entlasten, die unter den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie leiden, denn Kosten für den Umbau der Studios für den Einzug der Neuheiten entfallen, sodass die Gelder an anderer Stelle eingesetzt werden können.

Dazu Geschäftsführer Matthias Berens: „Wir alle werden gerade zum Umdenken gezwungen. Das bringt Einschränkungen mit sich, birgt aber auch Chancen. Jetzt ist ein idealer Zeitpunkt zu hinterfragen, warum ein gutes Produkt jedes Jahr verändert werden muss, wenn dies für Unternehmen einen beträchtlichen Aufwand und hohe Kosten bedeutet, während Kunden statistisch gesehen nur alle 19,1 Jahre eine neue Küche kaufen und viele Trends Jahre überdauern. Geben wir unseren Innovationen doch die Zeit, sich am Markt zu etablieren und entlasten wir unsere Partner, damit sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können: den Verkauf!“

Erst im vergangenen Jahr hatte die Baumann Group zum 20-jährigen Jubiläum in den Ausstellungsräumen von Haus Beck zahlreiche Neuheiten präsentiert. Trendfarben, innovative Materialien und Oberflächen, aber auch die Erweiterungen werden zur kommenden Hausmesse neu inszeniert. Badkunden können sich zudem auf die brandneue Kollektion von Badea freuen, die bereits im Zwei-Jahres-Rhythmus aufgelegt wird und zahlreiche Alleinstellungsmerkmale enthält So bleibe Haus Beck auch im Herbst 2020 wichtiger Anlaufpunkt für den Handel.

Derweil produziert die Gruppe weiter auf Volllast und freut sich über ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019/20, das in wenigen Tagen zu Ende geht. Die Materialversorgung sei für die nächsten Wochen gesichert.

VDM

Das waren die wichtigsten Export-Wachstumsmärkte in 2019

2019 stellte sich die Lage bei den wichtigsten Wachstumsmärkten folgendermaßen dar: Plus 7,2 Prozent für Frankreich, plus 7,3 Prozent für die Schweiz, plus 13,1 Prozent für Belgien und plus 13,4 Prozent für die USA: Diese Länder führen die Liste an. Die größten Zuwächse entfielen auf Finnland mit plus 26 Prozent und auf Südkorea mit plus 23,1 Prozent. Kriterium für die Aufnahme in die Liste der wichtigsten Wachstumsmärkte ist neben einer positiven Entwicklung ein Exportwert von mehr als 50 Millionen Euro.

Bühne frei für Produktneuheiten und E-Services – online

Ab sofort heißt es auf der Hettich-Webseite: „Vorhang auf für die Hettich-Highlights 2020!“ Unter dem Link https://web.hettich.com/de-de/inspiration/messe-events/messe-online-2020.jsp hat die digitale Messe des Beschlagspezialisten jetzt rund um die Uhr geöffnet: Spannende Produktinnovationen, kreative Ideen für trendgerechtes Möbeldesign und auch die neuen Hettich-Online-Tools warten darauf, von den Fachbesuchern entdeckt zu werden. Händler, Verarbeiter, aber auch Architekten und Designer finden in den neuen E-Services maßgeschneiderte Informationsangebote und viele praktische Planungshilfen.

Ist man in die kreativen Ideenwelten von Hettich eingetaucht, bietet die Webseite zusätzlich alles Wissenswerte, um mit der Beschlagtechnik des Herstellers reale Möbelkonzepte einfach zu planen und umzusetzen. Händler, Verarbeiter, Architekten und Designer können das deutlich erweiterte Angebot der Online-Tools von Hettich für sich nutzen, um noch schneller und effizienter zu arbeiten – Schritt für Schritt von der ersten Idee bis hin zur Montage der Möbel. Hier findet man alles vom Ideenbuch über Produktkataloge mit CAD-Daten in 2D und 3D, Zeichnungen zum schnellen Download bis hin zu Anleitungen, Planungshilfen und Zertifikaten.

Wer sich also mit einem Klick auf einen Blick rundum informieren, inspirieren und begeistern lassen möchte, ist bei der Hettich Online-Messe jederzeit herzlich willkommen.

Absage der „Hannover Messe“ 2020

Die „Hannover Messe“ kann dieses Jahr nicht stattfinden. Grund ist die zunehmend kritische Lage aufgrund der Covid-19-Pandemie und eine Untersagungsverfügung der Region Hannover. Demnach darf die weltweit wichtigste Industriemesse im geplanten Zeitraum nicht ausgerichtet werden. Für die Zeit bis zur nächsten „Hannover Messe“ im April 2021 wird ein digitales Informations- und Netzwerkangebot Ausstellern- und Besuchern die Möglichkeit zu wirtschaftspolitischer Orientierung und technologischem Austausch bieten.

In diesem Jahr wird sich die Welt der Industrie nicht in Hannover treffen können. Umfassende Einreisebeschränkungen, Kontaktverbote und eine Untersagungsverfügung der Region Hannover machen die Ausrichtung der „Hannover Messe“ unmöglich. Gleichzeitig ist auch die Wirtschaft von der Coronakrise erfasst. Die produzierende Industrie – Kernklientel der „Hannover Messe“ – hat schon jetzt mit gravierenden Folgen der Pandemie zu kämpfen. Die deutsche Industrie erlebt Nachfrage- und Umsatzrückgänge. In der Folge kommt es zu Lieferengpässen, Produktionsstopps und Kurzarbeit.

„Angesichts der dynamischen Entwicklung rund um Covid-19 und der umfassenden Einschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens kann die „Hannover Messe“ in diesem Jahr nicht stattfinden“, sagt Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG. „Unsere Aussteller und Partner sowie das gesamte Team haben mit allen Kräften für die Durchführung gekämpft. Heute müssen wir aber einsehen, dass die Ausrichtung der weltweit wichtigsten Industriemesse in diesem Jahr nicht möglich sein wird.“

Es ist das erste Mal in der 73-jährigen Geschichte der „Hannover Messe“, dass die Veranstaltung nicht ausgerichtet wird. Die Veranstalter lassen die Messe jedoch nicht gänzlich ausfallen. „Der Bedarf an Orientierung und Austausch ist besonders in Krisenzeiten wichtig“, so Köckler. „Deshalb arbeiten wir gerade mit Hochdruck an einer digitalen Informations- und Netzwerkplattform der „Hannover Messe“, die wir schon in Kürze für unsere Kunden öffnen werden.“

Christian Schulten, Director Marketing & Communication Homag Group

Wie ist die Situation in den einzelnen Unternehmen? Erste Produktionen ruhen, geschlossene Grenzen, neue Vorgaben im Speditionsbereich, mittlerweile sind auch einige Zulieferteile schwieriger zu bekommen. Und auch der Produktionsstopp in China macht sich durch ausbleibende Container-Lieferungen bemerkbar. Die „möbelfertigung“ hat sich am Markt umgehört und mit Anbietern entlang der Wertschöpfungskette gesprochen.

„möbelfertigung“: Inwiefern ist Ihr Unternehmen produktionsseitig von der Corona-Krise betroffen?
Christian Schulten: Unser Werk in China war rund drei Wochen geschlossen, mittlerweile wird wieder produziert.

„möbelfertigung“: Gibt es Probleme in Ihrer Lieferkette, beispielsweise weil jetzt die letzten Container aus China eintreffen und bestimmte Teile weniger verfügbar sein werden?
Christian Schulten: Größere Probleme bemerken wir bislang nicht, aber wir beobachten die Situation täglich. Natürlich besteht ein Risiko, dass die Lieferkette in den nächsten Tagen oder Wochen beeinträchtigt wird.

„möbelfertigung“: Wie bewerten Sie die Maßnahmen zur Einschränkung der Verbreitung des Corona-Virus?
Christian Schulten: Alle bekannten Maßnahmen, die dem Gesundheitsschutz und der Verlangsamung der Virusausbreitung dienen, wurden von öffentlicher Seite sorgfältig abgewägt und wir unterstützen diese.

„möbelfertigung“: Gibt es als Unternehmen dafür einen „Notfallplan“?
Christian Schulten: Wir haben einen Krisenstab eingesetzt und bereits viele Maßnahmen beschlossen, die die Ausbereitung des Corona-Virus so gut wie möglich eindämmen sollen. Wir beobachten die Entwicklung tagesaktuell sehr genau. 

„möbelfertigung“: Welche Unterstützung würden Sie sich von der Regierung wünschen?
Christian Schulten: Auf die Situation angepasste, flexible arbeitspolitische Instrumente.

„möbelfertigung“: Inwiefern müssen Sie im Bereich Service umdenken, müssen sich Kunden auf längere Zyklen einstellen? Oder greifen die Umstellungen durch die Digitalisierung in den letzten Jahren bereits und es sind gar nicht so große Auswirkungen?
Christian Schulten: Wir sind in der Lage, einige Dinge, ob im Sales oder im Service, bereits über online Kanäle abzubilden. Die hilft uns jetzt.

„möbelfertigung“: Wie sieht es in Sachen Neuaufträgen aus, die wichtige Branchenmesse Holz-Handwerk ist verschoben, fällt vielleicht sogar ganz aus (angesichts der aktuellen Entwicklung ist der Ausweichtermin eventuell zu früh): Lässt sich das im Vertrieb auffangen?
Christian Schulten: Die Auswirkungen auf das Geschäftsjahr 2020 insgesamt sind noch nicht abzusehen. Verschiebungen bei AE und Umsatz wird es sicher geben.

„möbelfertigung“: Gibt es grundlegende Empfehlungen, die sie an andere und vielleicht auch Kunden weitergeben würden?
Christian Schulten: Unternehmerische Verantwortung bedeutet jetzt, alles notwendige tun um die Ausbreitung des Virus signifikant einzudämmen, und gleichzeitig flexibel den Betrieb so gut es geht aufrechtzuerhalten.

„möbelfertigung“: Ziehen Sie eventuell auch positive Lehren aus der aktuellen Situation?
Christian Schulten: Wir sehen eine beschleunigte Durchsetzung von digitalen Kommunikationsformaten und flexiblen Arbeitsformen in Deutschland.