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Autor: Möbelfertigung

„Chinas neuer Fünf-Jahresplan verstärkt den Wettbewerb“

Zur Veröffentlichung des neuen chinesischen Fünf-Jahresplans und der aktuellen Visapolitik sagt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA: „Der neue chinesische Fünf-Jahresplan wird den technologischen Druck auf Deutschland und Europa weiter erhöhen. Denn das Thema technologische Entwicklung zur Erreichung einer stärkeren Unabhängigkeit Chinas von Importen spielt neben der finanziellen Stabilität eine zentrale Rolle.

Der Plan muss im Zusammenhang mit der „Made in China 2025“-Strategie beurteilt werden. Einerseits bieten die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus vielfältige und technologisch ausgereifte Lösungen an, die den von China gewünschten Prozess der Weiterentwicklung technologischer Fähigkeiten unterstützen können. Andererseits müssen wir aber damit rechnen, dass sich die Wettbewerbssituation – national wie international – im Zuge der angestrebten Erfolge weiter verschärft.

Für die gewünschte weitere Vernetzung von China und Deutschland ist es unerlässlich, dass wieder Begegnungsmöglichkeiten im größeren Umfang gestattet werden. Die derzeitige Visapolitik Chinas und die damit verbundenen – aus unserer Sicht überzogenen – Einreisebedingungen sind hier keinesfalls hilfreich. Daher appellieren wir an die verantwortlichen Stellen der chinesischen Seite, möglichst schnell mit den internationalen Partnern eine einvernehmliche Lösung zu finden. Immerhin will China Anfang 2022 die olympischen Winterspiele mit ausländischen Sportlern und Besuchern austragen. Mit den aktuellen Quarantäneanforderungen erscheint dies nicht vorstellbar.“

Im Jahr 2020 exportierten Unternehmen aus Deutschland Maschinenbauprodukte im Wert von mehr als 18 Mrd. Euro nach China und konnten somit das hohe Vorjahresniveau nahezu halten. Damit ist China der mit Abstand bedeutendste Absatzmarkt in Asien und liegt nach den USA auf Rang 2 der weltweit wichtigsten Partnerländer. Für Hersteller aus Deutschland sind Japan, Südkorea und die USA die Hauptwettbewerbsländer im Maschinenbausektor in China.“

Hat erfolgreich der Corona-Krise getrotzt

Die Unternehmensgruppe Fischer schloss das Geschäftsjahr 2020 trotz der weltweiten negativen Einflüsse durch die Corona-Krise erfolgreich ab. Mit einem Bruttoumsatz von 872 Millionen Euro knüpfte das Familienunternehmen aus Waldachtal im Nordschwarzwald an den guten Vorjahreswert (887 Millionen Euro) an. Korrigiert um Wechselkurseffekte lag der Umsatz sogar bei 877 Millionen Euro und somit genau auf dem wechselkursbereinigten Vorjahresniveau. Damit ist Fischer deutlich besser, als nach den ersten Monaten 2020 erwartet, durch ein herausforderndes Corona-Jahr gekommen. Insgesamt sind bei Fischer 5.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Der Unternehmensbereich Fischer Befestigungssysteme trug mit einem Umsatz auf nahezu Vorjahresniveau einmal mehr überdurchschnittlich zu einem guten Abschneiden bei. In zahl-reichen der 38 Länder, in denen Fischer mit insgesamt 50 Gesellschaften vertreten ist, war das Unternehmen mit einem deutlichen Wachstum überproportional erfolgreich. Dazu gehört auch der deutsche Markt. Einige weitere Länder Europas und Asiens, einschließlich China, schlossen das Geschäftsjahr 2020 ebenfalls positiv ab.

Auch der Unternehmensbereich Fischer Automotive erzielte trotz der zahlreichen Einschränkungen für die Automobilbranche durch die Corona-Krise ein stabiles Umsatzergebnis.

Mit seinen Startups war Fischer 2020 weiter erfolgreich am Markt. Mehrere dieser jungen Unternehmen sind im neuen „Fischer InnovationsCampus“ untergebracht, gleich neben dem Hauptsitz in Tumlingen. Der Campus wurde im Mai 2020 eröffnet. In dem ehemaligen Elternhaus von Firmeninhaber Prof. Klaus Fischer generieren die Startups sowie weitere Mitarbeitergruppen außerhalb des herkömmlichen Arbeitsalltags in einer kreativen Umgebung neue Ideen sowie Innovationen und führen diese schnell zur Marktreife und zum Erfolg.

Trotz deutlicher Kosteneinsparungen investierte Fischer 2020 in alle wichtigen Zukunftsthemen, zum Beispiel in die Digitalisierung. Dazu gehörten unter anderem digitale Services für Handwerker, wie die „Fischer Professional“ App mit neuer Montageprotokollfunktion und die App „Craftnote“, aber auch nützliche Planungshilfen, wie Leistungen im Building Information Modeling (BIM) und die Fischer Bemessungssoftware „FiXperience“. Mit Lösungen im E-Commerce stärkt Fischer zudem den Online-Ver-trieb seiner Handelspartner und stellt mit dem neuen Partnerportal „Myfischer“ umfassende Informationen und Funktionen zur Verfügung, die in der täglichen Zusammenarbeit wichtig sind. Die Fischer Akademie hat 2020 zudem ihr breites Angebot an Präsenzschulungen um Online-Seminare für Händler, Hand-werker sowie Planer und Statiker ergänzt.

Einen großen Stellenwert bei Fischer besitzt seit jeher die Ausbildung. Aktuell sind 109 Auszubildende und Studierende der Dualen Hochschule im Unternehmen tätig. Insgesamt bildet Fischer in 31 verschiedenen Berufen im technischen und im kaufmännischen Bereich aus. Dass Fischer nach wie vor ein attraktives Unternehmen auch für junge Menschen darstellt, zeigt die Nachfrage im abgelaufenen Geschäftsjahr. Demnach stieg die Anzahl der Bewerbungen pro Ausbildungsstelle und DH-Studienplatz um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für die herausragende Ausbildung wurde Fischer in den vergangenen Jahren mehrfach ausgezeichnet: So erhielt das Unternehmen 2020 die Auszeichnung als „Bester Ausbilder Deutsch-lands“. Darüber hinaus gab es Auszeichnungen als „TOP Nationaler Arbeitgeber“ und „Beliebtestes Familienunternehmen“ sowie die neue Auszeichnung „Gastgeber des Jahres“ und zum zweiten Mal in Folge „Beste Kantine Deutschlands“. Schon Ende 2019 wurde Fischer mit dem „Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020“ (Gewinner Großunternehmen) ausgezeichnet, dem größten und wichtigsten Preis im Bereich Nachhaltigkeit in Europa. Auch im laufenden Jahr erhielt Fischer bereits wieder Aus-zeichnungen: als „Weltmarkführer Champion“, „Deutschlands bester Arbeitgeber“ und „Top-Arbeitgeber-Marke“.

Wegen der weiterhin unsicheren Lage auf den Weltmärkten durch die Corona-Pandemie und teils wirtschaftsunfreundlichen Entscheidungen der Politik, die ein nachhaltiges Wirtschaften erschweren, gibt Fischer für das laufende Geschäftsjahr keine Prognose ab.

Unterdessen bleiben auch 2021 die Fischer Aktivitäten mit Startups auf einem weiterhin hohen Niveau. So wird der im vergangenen Jahr eröffnete „Fischer InnovationsCampus“ im laufenden Geschäftsjahr nach und nach auch an internationalen Standorten ausgerollt. Zudem wird 2021 in den neuen Landesgesellschaften – in Vietnam für Fischer Befestigungssysteme und in Serbien für Fischer Automotive – die Produktion starten.

HDH

Der Umsatz mit Holz steigt im In- und Ausland

Das Holzgewerbe vermeldete im Dezember 2020 insgesamt steigende Umsätze. Während die Inlandsumsätze um 32,5 Prozent stiegen, kletterten die Auslandsumsätze um 13,4 Prozent. Damit lag der Gesamtwert 27,9 Prozent über dem Wert vom Dezember 2019. Damals hatte es ein Umsatzplus von insgesamt 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gegeben. Dabei hatte der Umsatzanstieg im Inland bei 2,0 Prozent gelegen und der Umsatz im Ausland war um 4,6 Prozent gestiegen.

2020 mit einem Umsatzplus von 3,3 Prozent

Erfreuliches Ergebnis bei Sachsenküchen: Trotz Lockdown und Coronakrise stieg der Umsatz im vergangenen Jahr um 3,3 Prozent auf 47,2 Mio. Euro. Dabei legte das Inland um überdurchschnittliche 12,8 Prozent zu, der Export sank um rund 5,5 Prozent. Ursächlich dafür seien vor allem krisenbedingte Einbrüche im Objektgeschäft gewesen. Der Exportanteil von Sachsenküchen sank auf 47,3 Prozent (Vorjahr 51,7 Prozent).
An den bis 2022 geplanten Investitionen wird weiter festgehalten. Sachsenküchen will bis Ende nächsten Jahres rund 12 Mio. Euro in eine vollautomatische Kommissionierung für Korpusteile sowie in eine neue, hoch automatisierte Montagelinie investieren.

Für 2021 sind die Sachsen gedämpft optimistisch: „Wir gehen auch in diesem Jahr von einer positiven Umsatzentwicklung aus, wenngleich die Prognosen für das zweite Halbjahr eher etwas gedämpft sind“, so Geschäftsführer Elko Beeg.

Würth Industrie Service

Schließt Geschäftsjahr 2020 mit 536 Millionen Euro Umsatz ab

Trotz des durch Covid-19 geprägten Marktumfeldes konnte die Würth Industrie Service GmbH & Co. KG konnte im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 536 Millionen Euro erzielen. „Das vergangene Jahr war in jeder Hinsicht herausfordernd.“ so Rainer Bürkert, Mitglied der Konzernführung der Würth-Gruppe. „Das Coronavirus hat uns vorübergehend in einen Lockdown gezwungen, verbunden mit vielen außergewöhnlichen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit in allen Geschäftsbereichen, der Lieferfähigkeit unserer Logistik und der Full-Service-Systembetreuung im C-Teile-Management, vor allem aber auch zum Schutz der Kolleginnen und Kollegen.“

Dabei erwiesen sich Einschränkungen durch Lockdowns in zahlreichen Ländern, vorgezogene Werksruhen und Werksschließungen oder auch Verzögerungen im Warenverkehr durch Grenzkontrollen gerade im ersten Halbjahr als zusätzliche Herausforderungen.

„Dank unserer Multikanalstrategie, das heißt, dass unsere Kunden über verschiedenste Kanäle – persönlich, stationär, aber auch kontaktlos, digital und elektronisch – mit uns interagieren können, bieten wir unseren Kunden genau die Beschaffungsmöglichkeiten, die sie für ein optimales C-Teile-Management unter allen Bedingungen, so auch in der Pandemie, brauchen“, so Martin Jauss, Geschäftsführer der Würth Industrie Service.

Für eine möglichst gute Versorgungssicherheit und hohe Produkt-, Service- sowie Systemqualität investierte das Unternehmen seit den Aufbaujahren bis heute über 366 Millionen Euro. Neben dem konsequenten Ausbau der Lagerkapazität, wurden die bestehenden Anlagen um innovative Technologien ergänzt. Mit den aktuell umgesetzten und geplanten Maßnahmen stellt die Würth Industrie Service bedeutende Weichen für die Kundenversorgung der Zukunft und erschließt damit die Potenziale in den Bereichen Automatisierung, Digitalisierung sowie Robotik.    

Eine entsprechende Entwicklung zeigte sich 2020 ebenso im Würth Industrial Network. In über 60 Gesellschaften. In mehr als 40 Ländern. Mit über 5.000 Beschäftigten weltweit. So konnte eine flächendeckende, persönliche Beratung sowie eine reibungslose Übermittlung aller wichtiger Informationen auf einem einheitlich hohen Qualitäts- und Systemstandard erfolgen – und das über die spezifischen Anforderungen einzelner Produktionsstandorte hinaus. In Summe konnte im vergangenen Geschäftsjahr weltweit ein Umsatz von 1,587 Milliarden Euro erzielt werden.

 „Unser wertvollstes Kapital sind unsere Mitarbeitenden.“, so Bürkert. Trotz der Corona-Krise sah sich das Unternehmen nicht gezwungen, einen strukturellen Mitarbeiterabbau vorzunehmen. Nach wie vor beläuft sich die Anzahl der Arbeitsplätze auf über 1.700. Hierbei spielt die Ausbildung junger Nachwuchskräfte eine immens wichtige Rolle. In 20 Berufsbildern durchlaufen 200 Kolleginnen und Kollegen eine Ausbildung oder ein Duales Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg.

Gleich zu Beginn des Jahres 2021 gab es in der Würth-Gruppe eine organisatorische Veränderung. Mit Wirkung zum 15.02.2021 wurde Rainer Bürkert, bisheriger Geschäftsbereichsleiter der Würth-Gruppe und Geschäftsführer der Würth Industrie Service, in die Konzernführung der Würth-Gruppe berufen. Er wird dort für den neu geschaffenen Bereich der Würth-Linie Industrie weltweit gesamtverantwortlich tätig sein.

Für 2021 ist das Unternehmen optimistisch, denn bereits der Beginn des ersten Quartals 2021 ist von einer erhöhten Nachfrage im Marktumfeld geprägt. Aufgrund einer soliden, finanziellen Basis, einem starken und technologischen Industrie-Netzwerk aus mehr als 60 Gesellschaften in über 40 Ländern ist das Unternehmen gut aufgestellt, um mit der Krise umzugehen und speziell nach deren Abflauen seinen Kunden mit innovativen Systemlösungen und Produkten verlässlich und sicher zur Verfügung zu stehen.

„Interzum“

Jetzt Produkte für den „Interzum Award“ einreichen

Ab sofort können die Teilnehmer der „Interzum @home“ 2021 ihre technischen Neuheiten, fortschrittlichen Materialien sowie spannenden Produktinnovationen zum „Interzum Award: Intelligent Material & Design“ einreichen. Und das bis zum 12. April. Der Wettbewerb wird bereits zum elften Mal von der Koelnmesse in Zusammenarbeit mit Red Dot ausgerichtet. Eine Jury entscheidet in den Kategorien „Function & Components“, „Materials & Nature“ sowie „Textile & Machinery“ über die besten Gestaltungsleistungen der Branche.
„Dieser Wettbewerb unterstreicht die Bedeutung des Wertschöpfungsfaktors ‚Design‘. Unsere Preisträger nutzen das Label erfolgreich, um sich auf einem großen Markt positiv von der Konkurrenz abzugrenzen“, so Maik Fischer, Director „Interzum“.  Professor Dr. Peter Zec, Initiator und CEO von Red Dot, ergänzt: „In diesen auch wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es umso wichtiger, die eigenen Leistungen selbstbewusst zu kommunizieren. Eine Auszeichnung im interzum award zeigt, dass ein Unternehmen zu den Innovationstreibern der Branche gehört.“
Die Teilnahme am „Interzum Award“ ist kostenfrei
Die Kategorien, für die man ein Produkt einreichen kann, umfassen:

  • Function & Components
  • Licht und (digitale) Lichtsysteme, Halbfertigfabrikate für Kasten-, Küchen-, Büro- und Gestellmöbel, Beschläge, (digitale) Schlösser, Möbeleinbauteile, Scharniere, Verbinder etc.
  • Materials & Nature
  • Holz, Furnier, Parkett, Innenausbau, dekorative Oberflächen, Dekorpapiere, Laminate, Holzwerkstoffe, Schichtstoffe, Mineralwerkstoffe, Kanten, Oberflächenbehandlungen, Prägezylinder, Bleche, natürliche Materialien etc.
  • Textile & Machinery
  • Maschinen für die Polster- und Matratzenfertigung, Polstermaterialien, Polstereizubehör, Bezugsmaterialien, Leder, Klebstoffe, Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren für Matratzen, smarte Textilien (lichtleitend o. Ä.) etc.

Eine Jury bewertet die Wettbewerbsbeiträge in Hinblick auf ihre gestalterische Qualität, ihr Innovationspotenzial sowie Aspekte wie Nachhaltigkeit oder eine sinnvolle Einbindung digitaler Komponenten. Insgesamt sechs Juroren werden gemeinsam über die Einreichungen entscheiden, die Auszeichnungen für „Hohe Produktqualität“ vergeben und herausragende Leistungen, die neue Standards setzen, als „Best of the Best“ würdigen.
Die Jury setzt sich zusammen aus: Martin Auerbach, Hauptgeschäftsführer des Verbands der deutschen Heimtextilien-Industrie e. V. und im Rahmen einer Kooperation mit dem Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz e. V. und dem Verband Matratzen-Industrie deren Geschäftsführer aus Wuppertal; Martin Beeh, Gründer und Inhaber von Beeh_Innovation, Initiator „Materials Cologne – Die Konferenz für Design und Innovation“ und Hochschuldozent für Design Management aus Köln; Annette Lang, Designerin, Annette Lang Product Design aus Wiesbaden; Dick Spierenburg, Designer, Spierenburg Studio aus Tienhoven; Prof. Martin Stosch, Dozent für industriellen Möbelbau, Fachbereich Produktions- und Holztechnik, Technische Hochschule OWL aus Lemgo und
Prof. Dr. Peter Zec, Initiator und CEO von Red Dot aus Essen.
Die Jurierung findet satt am 20. April, die Ergebnisbenachrichtigung erfolgt am 21. und 22. April. Die Preisverleihung ist für den 4. Mai anvisiert.
Weitere Informationen zum Award und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

Fachbeirat Küche/Bad hat geplanten DCC Digital-Index diskutiert

Am 25. Februar fanden Unternehmensvertreter des Fachbeirats Küche/Bad im Daten Competence Center e.V. (Herford) zur virtuellen Beratung zusammen. Mit fast 40 Teilnehmer war die Veranstaltung erstklassig nachgefragt – nicht zuletzt die beiden Referenten Prof. Dr. Nektarios Bakakis und Stefan Willms sorgten für Spannung.

Nach der Begrüßung durch DCC-Geschäftsführer Dr. Olaf Plümer gedachten die Sitzungsteilnehmer in einer Schweigeminute dem zu Jahresende 2020 verstorbenen Mitstreiter Walter Neumüller (vorm. Compusoft). Danach stellte Dr. Plümer dem Gremium den Wormser Hochschullehrer und Unternehmensberater Prof. Dr. Bakakis als Unterstützer der Arbeit des DCC und der angeschlossenen Initiative Zimlog vor. Zudem unterrichtete er das Plenum über das Ausscheiden der vormaligen Mitarbeiterin Kerstin Richter und die geplante Neubesetzung.

Den Aufschlag machte Dr. Bakakis in seinem Themenblock mit der Ergebnispräsentation einer Umfrage durch die Hochschule Worms zu Smarthome und Smart-City. Mit rund 14 Prozent jährlicher Wachstumsrate – laut Erhebungen der International Data Corporation – bleiben Geräte zur Hausautomation ein bedeutendes Entwicklungsfeld für alle Anbieter.

Jung und weiblich definiert sich aktuell die Zielgruppe, der Anwendernutzen punktet deutlich über der Kostenseite. Aber auch für körperlich beeinträchtigte und ältere Menschen wird Smarthome zunehmend zum hilfreichen Assistenten. Einziges Manko: Nicht wenige Verbraucher fürchten auf Grund der neuen Applikationen mit Blick auf Datenschutz und -weitergabe „chinesische Verhältnisse“.

Einen weiteren Schwerpunkt legte Dr. Bakakis auf den prosperierenden Vermarktungstrend D2C bzw. „Direct to Consumer“. Gerade der mit der aktuellen Pandemie verbundene Onlineschub wirkt wie ein Katalysator: Immer mehr Hersteller sprechen direkt ihre Kunden an, anstatt Geschäft und Kommunikation einem oft Margen-orientierten Handel zu überlassen.

Über die „Küchenplanung in der Pandemie“ kam Dr. Bakakis schließlich auf den „DCC Digital-Index“ zu sprechen. Das von der Branchenorganisation geplante und getragene Tool soll Orientierung bieten, Basis zur Maßnahmen- und Strategieentwicklung sein und Vergleichbarkeit zum Branchendurchschnitt gewährleisten.

Dank dieses Wegweisers sollen originär Digitalisierungsdefizite in den jeweiligen Unternehmen offengelegt werden, letztlich zielt der Index jedoch auf die Potentialoptimierung in der Wertschöpfungskette für Küche und Bad. Der grundsätzliche Aufbau könne die Komponenten „Digital Performance Indicator“, eine Statuszusammenfassung sowie ein grafisch aufbereitetes Scooring umfassen – differenziert nach Vernetzung und Transparenz, digitaler Kompetenz, Prozess- und Datenmanagement sowie Human Ressources und Organisation.

Die anschließende lebhafte Diskussion war fruchtbar und anfängliche Bedenken hinsichtlich der Nachverfolgbarkeit bzw. Anonymität der Daten wurden weitgehend beigelegt. Gerade die Softwarehäuser zeigten sich beeindruckt, aber auch die Hersteller im Gremium waren mehrheitlich aufgeschlossen. Insbesondere nach dem Vorschlag, die Vergleichsgesamtheit durch Erweiterung auf die anderen Branchensegmente wie Wohnen und Polster sinnvoll zu vergrößern.

Thematisch in annähernd die gleiche Richtung zielte Stefan Willms (Morphe) als zweiter Referent der Tagung mit seinem Vortrag „Cookbook Möbelindustrie – lineare Strategieableitung von Megatrends“. Ausgehend von der jüngsten VDM-Trendstudie hielt Willms fest, dass Informationen die Entwicklung vorantreiben und damit die Rolle der Kunden erheblich aufwerten. Um diese Komplexitätsverschiebung unternehmerisch erfolgreich zu meistern, soll das angebotene „Kochbuch“ für die nächsten fünf Jahre den Fachbeiratsmitgliedern strategische Rezepte liefern.

Dr. Plümer schloss die Veranstaltung mit dem Geschäftsbericht, dessen Schwerpunkte auf der Öffentlichkeitsarbeit, den EDI-Nachrichtentypen und der geplanten 3D-Materialdatenbank lagen. Letztere wird im Fachbeirat Polster vorbereitet und geprüft. Sollte hier demnächst der „Startschuss“ fallen, könne der Ansatz auch für die Küchenmöbelindustrie mit ihrer Vielzahl an Holzwerkstoffen, Beschichtungen und Dekoren interessant werden, so Dr. Plümer. Ein Vorhaben, das es auf der nächsten Beratung zu diskutieren gilt – so der Konsens aller Teilnehmer.

Neuer Eigentümer und Wechsel im Vorstand

Viel Bewegung bei Rosskopf + Partner: Unternehmensgründer Helmut Roßkopf wechselt in den Aufsichtsrat der Firma. Den Vorstand begleiten ab März weiterhin Christin Bergmann und der bisherige Vertriebsleiter Oliver Schleich. Die Eigentümerschaft erwirbt durch einen Aktienverkauf des Inhabers die Hoffnungsträger Stiftung. Damit wird das mittelständische Unternehmen an die nächste Generation übergeben.

 „Für die kommenden Jahre sehe ich Rosskopf + Partner in einem stabilen Prozess. Wir gehen mehr und mehr darauf zu, uns vom klassisch geprägten Handwerksbetrieb zu einem zeitgeistorientierten, Architektur geprägten Industrieunternehmen zu entwickeln. Das bedeutet, wir können Partnern und Kunden weiterhin individuelle Lösungen anbieten und diese zugleich weiterentwickeln. Das dafür notwendige Mitarbeiter-Knowhow haben wir bereits im Haus“, formuliert Schleich optimistisch.

Darüber hinaus stellte sich die Frage nach einem zukunftsorientierten Eigentümerwechsel. Infolge eines intensiven Austauschs mit Marcus Witzke, Vorstand der Hoffnungsträger Stiftung, einigten sich die Parteien auf die Übergabe der Eigentümerschaft durch den Verkauf der Aktienanteile von Helmut Roßkopf. Dieser Schritt ermöglicht es dem Unternehmen, die Bedürfnisse seiner Kunden nachhaltig zu erfüllen, Arbeitsplätze zu sichern und weiterhin eine hohe Wertschöpfung zu erreichen.

Der scheidende Vorstand, Helmut Roßkopf, wird in den Aufsichtsrat wechseln und dort in beratender Instanz tätig sein. „Es muss sichergestellt sein, dass der Vorstand seiner Arbeit nachgehen kann. Zugleich möchte ich dem Unternehmen zur Seite stehen.“, sagt Helmut Roßkopf. „Außerdem ist die neu entstandene Kooperation mit der Hoffnungsträger Stiftung ein wichtiger Schritt in eine aussichtsreiche Zukunft. Die Stiftung ist nicht nur ein wirtschaftlich starker Partner, sondern engagiert sich intensiv für humanitäre Zwecke. Das christliche Werteverständnis ist mir sehr wichtig.“

Mit Christin Bergmann und Oliver Schleich wird der Vorstand durch zwei erfahrene Mitarbeiter des Unternehmens besetzt. Somit können aktuelle sowie geplante Projekte angegangen beziehungsweise fortgeführt werden. „Der Wechsel innerhalb des Vorstands und auch die Unternehmensnachfolge verlaufen entsprechend des vorab definierten Planes. Wir hatten uns bereits 2018 auf dieses Zeitfenster geeinigt und entscheiden etwas derart Wichtiges nicht ad hoc aufgrund der Corona-Krise oder eines anderen Umstandes.“, erklärt Christin Bergmann.

Die Eku-Produkte firmieren jetzt auch unter Hawa – neue Geschäftsführung will Internationalität forcieren

Der erste Januar 2021 markiert ein wichtiges Datum in der über 50-jährigen Firmengeschichte der Hawa Sliding Solutions. Mit Ezequiel Di Claudio und Peter Möller stehen erstmals CEOs an der Unternehmensspitze, die nicht aus der Besitzer- und Gründerfamilie Haab stammen. Als langjährige Mitglieder der Geschäftsleitung kennen sie aber den Betrieb, die Marke, die Partner, die Mitarbeitenden – und vor allem: die Kundenbedürfnisse. „Wir streben eine Weiterentwicklung mit Kontinuität an“, betont das Führungsduo.

„Ein Erfolgsfaktor der Hawa Sliding Solutions liegt darin, dass wir uns nie mit dem Status quo zufriedengeben. Wir hinterfragen bestehende Lösungen und arbeiten an der Perfektionierung der Schiebebewegung. Zudem wollen wir vermehrt relevante Service-Komponenten anbieten“, sagt Ezequiel Di Claudio. „Mit Leidenschaft möchten wir die Erfolgsgeschichte unseres Unternehmens weiterschreiben. Darum sehen wir nur einen Platz im Markt für uns – denjenigen des technologischen Marktführers“, ergänzt Peter Möller.

Zeitgleich mit der Stabübernahme von Ezequiel Di Claudio und Peter Möller beginnt die Hawa Sliding Solutions, alle Produkte unter dem Markennamen Hawa zu vertreiben. Das gesamte Sortiment der Marke „Eku“ wird auf Hawa umfirmiert. Damit lassen sich alle Maßnahmen auf eine starke Marke konzentrieren. „Die klare Markenstruktur vereinfacht etwa Kommunikation und Prozesse für unsere Kunden, Partner und für unsere Mitarbeitenden“, betont Di Claudio: „Der Schritt setzt Ressourcen frei, die wir in unsere Kernkompetenzen investieren.“

Handwerker wie Architekten können sich auf die Marke Hawa als Gütesiegel für kompromisslose Produktqualität verlassen. Und sie dürften sich auf wegweisende innovative Lösungen freuen. Schon im November 2020 hat die Hawa Sliding Solutions einen integrierten Drehtürdämpfer für die Hawa „Concepta“-Familie vorgestellt. Damit lassen sich nicht nur komfortable, sondern neuerdings auch flüsterleise Raumwunder und Stauraumlösungen verwirklichen – und dies ohne Einbohrdämpfer.

Eine Weltpremiere stellt der vollautomatische Schiebeladen Hawa „Frontslide 60 Matic“ mit SMI Antrieb dar. Er regelt die Sonnenlichtstrahlung intelligent und verbessert die Energieeffizienz eines Gebäudes markant. Darüber hinaus hat die Hawa Sliding Solutions ein neuartiges Dämpfeinzugssystem entwickelt. „Dieses erlaubt es uns, auch bei schweren Türen bis zu 100 Kilo tiefste Öffnungskräfte zu realisieren. Weil dies ohne mechanische Teile funktioniert, bleibt die barrierefreie Schiebetür lebenslang bedienbar“, führt Möller aus.

Neben der Produktentwicklung wollen die neuen CEOs auch die Chancen der Digitalisierung vermehrt nutzen und die Internationalisierung des Unternehmens vorantreiben. „An der Weltleitmesse für Möbelfertigung und Innenausbau ,Interzum‘ 2021 wollen wir digital auftreten“, verrät Di Claudio: „Unsern Kunden wollen wir dieses Jahr eine neue digitale Plattform bereitstellen, damit sie einfacher mit uns zusammenarbeiten können.“ Mittel, die man durch ausgefallene Messeauftritte gespart habe, flössen in den Ausbau des digitalen Angebots.

„Geografisch trauen wir dieses Jahr dem asiatischen Raum einiges zu“, sagt Di Claudio. Er gibt sich trotz Covid-19 verhalten optimistisch: „Unsere Hauptmärkte dürften sich im zweiten Quartal 2021 erholen.“ Im globalen Kontext bleibe die Expansion ein Thema.

Di Claudio wie Möller sind überzeugt, dass sich der Markt für die Schiebetechnologie noch ausbauen lässt. „Die Schiebetechnologie ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Schlüssel, um Räume neu zu denken. Darum möchten wir beispielsweise der Architekturwelt noch mehr Inspirationen liefern“, stellt Möller klar. Im Austausch mit Architekten, Designern und Baufachleuten will die Hawa Sliding Solutions gesellschaftliche Entwicklungen und Trends proaktiv analysieren und die Lebensqualität der Zukunft gestalten.

Die früheren CEOs Gregor und Heinz Haab sehen ihren Wechsel in den Verwaltungsrat als „logischen Schritt“. Während sich vertraute und erfahrene Nachfolger „aus den eigenen Reihen“ um das Tagesgeschäft kümmern, können sich die Vertreter der Besitzerfamilien auf strategische Fragen konzentrieren.