Zum Hauptinhalt springen

Autor: Hahn, Sebastian

Raumprobe Logo
Raumprobe

Von Material Bank übernommen

Material Bank, der weltweit größte Marktplatz für die Suche, Bemusterung und Spezifikation von Architektur-, Design- und Baumaterialien, gibt die Übernahme von Raumprobe bekannt, um das Wachstum im DACH-Markt (Deutschland-Österreich-Schweiz) zu beschleunigen. Während Material Bank den Beta-Start seiner europäischen Aktivitäten ankündigt, wird diese wichtige Übernahme die umfangreichen Design-Ressourcen von Raumprobe mit der revolutionären Plattform von Material Bank zusammenführen und die globale Reichweite des Unternehmens weiter ausbauen.

„Während wir die Material Bank in Europa einführen, wird Raumprobe unser Wachstum und unsere Expansion unterstützen, insbesondere in Deutschland, einem extrem wichtigen Markt in Europa für die Bauindustrie“, sagte Philippe Brocart, Managing Director und Leiter der Material Bank Europe. „Neben unserer digitalen Plattform ist der physische Showroom von Raumprobe ideal in Stuttgart gelegen, der Stadt mit der höchsten Architektendichte der Welt und Sitz bedeutender Architekturhochschulen.“
 
„Achim und Hannes haben eine der vertrauenswürdigsten Ressourcen für Architekten in der DACH-Region aufgebaut“, sagt Adam I. Sandow, Gründer und CEO von Material Bank. „Wir sahen sofortige Synergien in der innovativen Art und Weise, in der raumprobe in den letzten 18 Jahren Architekturmarken mit Architekten verbunden hat, und wir könnten uns nicht mehr über die tiefgreifenden Auswirkungen freuen, die diese Übernahme auf das Wachstum und die strategische Positionierung der Material Bank innerhalb der Architektur- und Designgemeinschaft in Europa haben wird.“
 
Die Qualitäten von Raumprobe, einschließlich der starken Beziehungen innerhalb der Architektur- und Designbranche, wird das Wachstum der Markenpartner Material Bank unterstützen und die Türen zu einer Gemeinschaft von mehr als 130.000 Design- und Architekturschaffenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz öffnen.

Joachim Stumpp und Hannes Bäuerle werden Geschäftsführer von Material Bank für die DACH-Region und führen das bestehende Geschäft von Raumprobe ohne Unterbrechung für ihre bestehende Kundschaft und Mitglieder weiter.

Erweitert soziales Engagement zum 160-jährigen Firmenjubiläum

Anlässlich seines 160-jährigen Firmenjubiläums weitet Geze sein soziales Engagement in Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk Plan International aus. Das Familienunternehmen aus Leonberg übernimmt insgesamt 160 Patenschaften für Kinder aus 44 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika. Darüber hinaus unterstützt der Türen-, Fenster- und Sicherheitsspezialist monatlich den Mädchen-Fonds, um ein gleichberechtigtes Aufwachsen von Mädchen und Jungen zu fördern.

Andrea-Alexandra Alber, Chief Officer Corp. Strategy & Marketing bei Geze sagt: „Als Familienunternehmen schätzen und unterstützen wir die herausragende Arbeit von Plan International seit vielen Jahren. Anlässlich unseres Firmenjubiläums haben wir uns entschieden, unser soziales Engagement mit der Organisation auszuweiten. Wir freuen uns, dass wir auf diese Weise einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Kinder, ihrer Familien und der Gemeinden leisten können.“ Dabei legt GEZE besonders viel Wert darauf, seine Mitarbeitenden in das soziale Projekt zu involvieren. Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen deshalb in Briefkontakt mit den Patenkindern, um sich untereinander auszutauschen.

Die Zusammenarbeit zwischen Geze und Plan International wurde im Rahmen des 150. Jubiläums im Jahr 2013 ins Leben gerufen. Seitdem haben 18 der 150 Patenschaften die definierten Ziele im entsprechenden Projektgebiet erreicht. 40 weitere Patenschaften sind durch das Erreichen der Altersgrenze von 18 Jahren ausgeklungen. Dafür hat Geze neue Patenschaften für weitere Kinder übernommen.

Rehau 10 Jahre Rauvisio
Rehau

Zehn Jahre Polymere Oberflächen

Vor 10 Jahren, zur Interzum 2013, zeigte Rehau der Möbelbranche seine eigene Interpretation von Möbelfronten: puristisches Design, neue Optik und faszinierende Materialien. Der Kantenspezialist eroberte fortan eine weitere Dimension des Möbelbauteils unter dem Motto „Discover a new Dimension“. Seitdem folgte Rehau nicht nur dem Design der Plattenhersteller, sondern gestaltete im Laufe der Jahre eigene Kollektionen für monolithische Möbel. Heute kennt man in der Möbelwelt die Marke Rehau Interior Solutions. Sie steht für das, was Möbeldesigner in ihrem Kreationsprozess brauchen: hohe Produktqualität und übergreifende Dekorkollektionen, kombiniert mit cleveren Services: das passende Gesamtpaket für „Enabling Exceptional Design“.

Für Rehau war damals der Schritt vom Kantenband zur Oberfläche die logische Folge im Entwicklungsprozess, wie Hans Peter Mehnert, Leiter der Sub-Division Furniture Systems and Components bei Rehau, deutlich macht: „Es liegt in unserer DNA, andere Werkstoffe mit Polymeren zu ersetzen und dem Produkt so neue, clevere Eigenschaften mitzugeben und die Verarbeitung zu erleichtern. Über das Kantenband bringen wir bereits viele wichtige Voraussetzungen mit. Wir kennen Materialien und Prozesse in Produktion und Verarbeitung und können auf unsere Expertise in Sachen Farbtreue, Dekoreinstellungen, Kollektions- und Qualitätsmanagement zurückgreifen. Diese Kompetenzen haben wir auf die Platte übertragen.“ Doch erst mit dem Know-how um das Verpressen von Trägerplatte und Laminat entstand das vermarktungsfähige Produkt RAUVISIO. Um an diesen Punkt zu gelangen und dauerhaft eine reproduzierbare, farbgetreue und verzugsstabile Platte auf höchstem Qualitätsniveau erzeugen zu können, investierte REHAU viel Zeit in die Prozesstechnologie. Nachdem der letzte notwendige Schritt erfolgt war, nämlich „das fertige, laserbekantete Möbelteil aus einem Guss zu schaffen“, folgte der erfolgreiche Markteintritt mit der Interzum 2013.

Bei den Überlegungen und Ansätzen zu „Rauvisio“ hatte Rehau stets die Verarbeiter im Blick, die von den cleveren Eigenschaften der neuen Produkte profitieren sollten. Hierbei sollte neben Funktionalität auch das Design überzeugen: Folgt das Unternehmen bei der Kante dem Design der Plattenhersteller, setzt es bei der polymeren Oberfläche neue Maßstäbe und Trends. Das Ergebnis sind Oberflächenkollektionen, die nicht nur sehr einfach in der Verarbeitung und pflegeleicht im Gebrauch sind, sondern auch optisch und haptisch überzeugen. In den letzten 10 Jahren hat sich – ganz im Sinne des Innovationsgedankens – viel getan: Die Kunden haben eine Vielzahl an Wahlmöglichkeiten hinsichtlich Designs und Funktionen und schöpfen aus einem großen Spektrum aus Anwendungen und Anmutungen. „Unsere Spezialisten beobachten die internationalen Möbelmärkte und screenen die designaffinen Branchen wie Automotive, Mode oder Kosmetik“, erzählt Hans Peter Mehnert.

Pfleiderer Nachhaltigkeitsbericht
Pfleiderer

Nachhaltigkeitsreport 2022 als wichtiger Meilenstein

Pfleiderer hat im Juni den Nachhaltigkeitsbericht für das Berichtsjahr 2022 veröffentlicht. Der Bericht schließt an den ESG Framework Report 2021 an und folgt dabei zum ersten Mal dem Standard der Global Reporting Initiative (GRI). „Mit dem Nachhaltigkeitsreport 2022 präsentieren wir einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung von Pfleiderer“, erklärt Dr. Frank Herrmann, CEO der Pfleiderer Group. „Entsprechend unserem Bekenntnis „Natürlich Nachhaltig“ blicken wir auf eine langjährige erfolgreiche Transformation zurück. Konkrete Erfolge bei der Sicherung unserer Holzlieferkette, der Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien und der Recyclingquote sowie der Senkung unserer Treibhausgasemissionen untermauern unsere Anstrengungen. Ebenso erfolgreich sind wir bei der Erhöhung der Arbeitssicherheit im Unternehmen, der Korruptionsbekämpfung und Compliance-Integration. Diesen Weg gehen wir konsequent weiter und präsentieren Ergebnisse und Zielsetzungen in diesem Nachhaltigkeitsbericht.“

Bereits mit dem 2021 veröffentlichten ESG Framework Report bekennt sich Pfleiderer klar zu den Pariser Klimazielen und strebt an, bis 2050 Netto-Null-CO2-Emissionen zu erreichen. Außerdem hat Pfleiderer sich den Zielen des UN Global Compact verpflichtet und fördert die zehn Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und null Toleranz gegenüber Korruption. Der Nachhaltigkeitsreport 2022, ausgerichtet am Standard der Global Reporting Initiative (GRI), gliedert sich zur transparenten Nachvollziehbarkeit in die drei Fokusbereiche Werkstoffe, Klima und Menschen mit insgesamt dreizehn quantitativen und qualitativen Einzelzielen.

Das Handlungsfeld Werkstoffe basiert auf Grundsätzen zu Kreislaufwirtschaft, erneuerbaren Ressourcen, verantwortungsvoller Beschaffung und dem Schutz der biologischen Vielfalt. Dr. Stefanie Eichiner, Head of Sustainability bei Pfleiderer, erläutert: „Wir sorgen dafür, dass unser Werkstoff Holz seinem Ruf als besonders nachhaltiges Material gerecht wird. Dafür erhöhen wir den Anteil an recyceltem Holz in unseren Produkten bis 2025 auf 50 Prozent. Ebenfalls bis 2025 steigern wir den Ertrag des für die Produktion verwendeten Holzes auf 90 Prozent. Und auch beim Bindemittel denken wir nachhaltig: Bis 2025 fertigen wir mindestens 10 Prozent unserer Holzwerkstoffe mit einem Anteil von Bioharz.“

Im Handlungsfeld Klima dreht sich alles um umweltverträgliche Produktion, erneuerbare Energie und um Netto-Null-CO2-Emissionen. „Unser Ziel ist es, unseren Netto-CO2-Fußabdruck bis 2050 schrittweise auf null zu reduzieren“, führt Dr. Eichiner aus. „Dazu analysieren und optimieren wir bei Pfleiderer schon heute kontinuierlich alle Prozesse unseres unternehmerischen Handelns. Damit haben wir unsere Emissionen aus Stromeinkauf und Prozesswärmeerzeugung um 31 Prozent im Vergleich zu 2020 reduziert. Bis 2025 arbeiten wir daran, auch die indirekten Treibhausgas-Emissionen im Zusammenhang mit eingekauften chemischen Produkten um 21 Prozent zu reduzieren.“

Faire und motivierende Arbeitsbedingungen, das zu tun, was richtig ist, sowie loyale und engagierte Stakeholder sind die Grundsätze im Handlungsfeld Menschen. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind von zentraler Bedeutung, wenn es um die nachhaltige Transformation geht“, erklärt Dr. Eichiner.

Neuer Interims-Geschäftsführer des pro-K: der bisherige pro-K-Kommunikationsverantwortliche Sven Weihe
Pro-K

Sven Weihe ist Interims-Geschäftsführer

Mit dem plötzlichen Tod von Ralf Olsen, dem langjährigen, sehr geschätzten Hauptgeschäftsführer des pro-K, ist dem Verband auch die Führung verloren gegangen. Jetzt hat sich der Vorstand des Industrieverbandes für eine Interimslösung in der Leitung ausgesprochen. Um die Handlungsfähig­keit des Verbandes und das Ausüben tragender Verbandsfunktionen aufrecht zu erhalten, leitet Sven Weihe interimsmäßig die Geschäfte des pro-K.

Der 49 Jahre alte studierte Germanist und Historiker wurde erst Ende Juni auf der Mitgliederversammlung des pro-K zum Geschäftsführer Kommunikation ernannt. Mit dem unerwarteten Ableben von Ralf Olsen entstand nun die Notwendigkeit, das Führungsvakuum bei pro-K schnell und kompetent auszufüllen. Sven Weihe studierte an der Leibniz Universität Hannover und University of Bristol. Im Januar 2023 kam er zum pro-K Industrieverband langlebige Kunststoffprodukte und Mehrwegsysteme e. V. Zuvor leitete er die Kommunikation beim Kunststofferzeugerverband Plastics Europe Deutsch­land. Weihe arbeitet seit 2012 in wechselnder Funktion in der Kunststoff­industrie.

Bild einer Dattelpalme
Dieffenbacher

Weltweit erste Anlage zur Herstellung von MDF aus Dattelpalmwedeln

In Zusammenarbeit mit MT Mixers aus Ägypten und dem deutschen Unternehmen Weser Industrie- und Anlagentechnik GmbH liefert Dieffenbacher eine einzigartige, hochinnovative und umweltfreundliche Anlage zur Herstellung von hoch- und mitteldichten Faserplatten (HDF/MDF) aus Dattelpalmwedeln an die ägyptische National Service Projects Organization (NSPO). Die Anlage wird in der Region Toshka gebaut und soll im Herbst 2025 ihre erste Platte produzieren.

Weser tritt als Generalunternehmer für das Gesamtvorhaben mit einer Fläche von 400.000 Quadratmeter auf. Der Dieffenbacher -Lieferumfang für die komplette Anlage umfasst eine Maier-Hackerlinie, bestehend aus einem Maier-Trommelhacker mit extragroßer Einzugshöhe speziell für großvolumiges Material, einem Aufgabeband, einem Vibrationsdosiertisch und einem Maier Rechipper. Außerdem liefert Dieffenbacher die Hackschnitzelreinigung, den Refiner, den Trockner und den Sichter, die Leimaufbereitung und -dosierung, die Formstraße und Formstation, eine kontinuierliche Presse „CPS+“ mit Pressenabluftreinigungssystem, den Rohplattentransport sowie die Schleifstraße, die Umreifungsanlage und die pneumatischen Systeme. Zusätzlich zeichnet Dieffenbacher für die Automatisierung und Elektrik der Anlage verantwortlich.

Zerkleinerte Palmwedel, aus denen hochwertige MDF-/HDF-Platten hergestellt werden.

Teil des Auftrags ist auch eine 29-MW-Energieanlage, bestehend aus einem feststoffbefeuerten Dampfkessel mit integriertem Thermalölerhitzer. „Nach unserer Übernahme der ehemaligen Bertschenergy im Januar 2023 ist dies das erste Projekt unserer Business Unit Wood, bei dem eine Dieffenbacher Energy-Lösung zum Einsatz kommt“, erklärt Stefan Zipf, Leiter der Business Unit Wood bei Dieffenbacher. „Unsere österreichischen und deutschen Energieexperten aus Bludenz und Eppingen haben eng zusammengearbeitet, um NSPO eine maßgeschneiderte Lösung zu bieten, die perfekt auf die speziellen Anforderungen der Verbrennung von Palmabfällen abgestimmt ist.“

MDF/HDF-Fasern aus Dattelpalmwedeln.

In unmittelbarer Nachbarschaft zu einer 16.000 Hektar großen Dattelfarm wird das neue Werk rund 125.000 Kubikmeter MDF/HDF pro Jahr aus Dattelpalmwedeln herstellen. „Damit wird die Anlage weltweit einzigartig sein“, betont Weser-Geschäftsführer Ahmed Amrou. „Normalerweise gelten Palmwedel als landwirtschaftliche Abfälle. In diesem Fall werden sie jedoch anstelle von Holz, das in dieser Region ohnehin schwer zu bekommen ist, zur Herstellung hochwertiger MDF- und HDF-Platten verwendet, die dann zum Beispiel für Fußböden oder in der Möbelindustrie verwendet werden können. So wird die Anlage einen wertvollen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in der Region leisten“, fügt er hinzu.

Darüber hinaus wird die Produktionsstätte rund 500 neue Arbeitsplätze schaffen und damit die lokale Wirtschaft in der Region Toshka stärken. Nach der Unterzeichnung des Vertrags zwischen NSPO, Weser und Dieffenbacher haben die Bauarbeiten für die neue Anlage in Ägypten im April 2023 begonnen.

Philipp und Martin Blum
Blum

Schließt Wirtschaftsjahr mit zwölf Prozent Umsatzrückgang ab

Blum schließt das Wirtschaftsjahr 2022/2023 per 30. Juni 2023 mit einem Umsatz von 2.324,59 Mio. Euro ab. Das sind 317 Mio. Euro weniger als im Jahr zuvor und entspricht einem Umsatzrückgang von zwölf Prozent zum Vorjahr.
Das ist nach dem überproportionalen Wachstum eine nachvollziehbare Entwicklung, mit der die Geschäftsführer Martin und Philipp Blum gerechnet haben. Denn die Möbelbranche erlebt seit dem zweiten Halbjahr 2022 einen starken Rückgang der Nachfrage.
„Wir beobachten nach hohen Investitionen in die eigenen vier Wände seit Herbst 2022 eine Trendumkehr“, rekapituliert Philipp Blum, Geschäftsführer der Blum-Gruppe. „Die hohe Inflation und Teuerung sowie das Thema Energieversorgung haben die Endkonsumenten stark verunsichert. Das zeigt sich in einem zurückhaltenden Kaufverhalten.“
Ergänzend zum schwierigen Marktumfeld bleiben die Kosten für Rohstoffe, Energie und Personal auf einem hohen Niveau. Chinas beinahe ein Jahr dauernde strikte Pandemiepolitik und der Lieferstopp nach Russland bremsten das Geschäft zusätzlich.

„Der Umsatzrückgang ist nach zwei Jahren überproportionalen Wachstums eine nachvollziehbare Entwicklung. Mit einem Abschwung war zu rechnen, für uns überraschend war jedoch die Geschwindigkeit. Auch wenn wir uns an diese herausfordernde Situation anpassen müssen, halten wir an unserer grundsätzlichen Strategie fest“, so Philipp Blum. Geschäftsführer Martin Blum unterstreicht: „Unsere langfristige Unternehmensphilosophie und Wertehaltung sind weiterhin unser Kompass, wir setzen bei unserem Kurs konsequent auf Kundennähe, Innovationen und die Weiterentwicklung unserer weltweit über 9.330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“


Die Effekte der Inflation und der Unsicherheit im abgelaufenen Wirtschaftsjahr waren vor allem in den europäischen Märkten spürbar. Die Umsatzentwicklung im asiatisch-pazifischen Raum ist mit Ausnahme von China stabil. Auch die nordamerikanischen Märkte zeichnen ein zufriedenstellendes Bild, vor allem in den USA sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen robuster als in Europa.

Blum bewegt sich bei den Investitionen in Vorarlberg und weltweit weiterhin auf einem hohen Niveau. Das Gesamtvolumen im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2022/2023 betrug 390 Mio. Euro, davon entfallen 255 Mio. Euro auf Vorarlberg. In den nächsten Jahren entstehen am Hauptstandort Vorarlberg über 52 000 m² Produktions- und Lagerfläche mit mehr als 16 000 Palettenplätzen. Noch im Sommer 2023 stellt Blum das Werk 6 in Gaißau fertig, die Erweiterungen im Werk 2 in Höchst und im Werk 4 in Bregenz gehen ebenfalls zügig voran. Nach dreijähriger Bauzeit wurde im März der chinesische Produktionsstandort in Shanghai feierlich eröffnet. Für ein weiteres Werk evaluiert das Familienunternehmen derzeit mögliche Standorte im Osten Österreichs, um zusätzliche Kapazitäten für die Produktion von Boxsystemen zu schaffen. Die Inbetriebnahme ist frühestens in vier bis fünf Jahren geplant. Eine der wichtigsten Investitionen in die Zukunft ist für Martin Blum, junge Menschen im Unternehmen auszubilden. „Sie sind als angehende Fachkräfte unsere Lebensversicherung“, betont er die Lehrlingsausbildung als einen Erfolgsfaktor. Ab September 2023 erweitert Blum sein Ausbildungsportfolio um einen zusätzlichen Lehrberuf in der Informatik: Applikationsentwicklung und Coding im Ausbildungsmodell der Dualen Akademie richtet sich an Maturantinnen und Maturanten, aber auch Studierende. Insgesamt bildet das Familienunternehmen derzeit weltweit 399 Lehrlinge in elf verschiedenen Berufen aus, neben Vorarlberg auch in den USA und Polen. Mit seinem langjährigen Partner, der Fachhochschule Vorarlberg, hat Blum 2022 eine Stiftungsprofessur für Digital Business Transformation ins Leben gerufen. „Dass wir gemeinsam mit der FH Vorarlberg ein Forschungsinstitut anbieten, das sich mit digitalen Fragen, den Veränderungen und vielfältigen Herausforderungen unserer Gesellschaft beschäftigt, sehen wir als große Chance, den Wirtschaftsstandort Vorarlberg weiterzuentwickeln”, sagt Martin Blum.


Die Innovationskraft des Traditionsunternehmens bleibt unvermindert hoch: Im Ranking des österreichischen Patentamtes lag Blum 2022 mit 79 Neuanmeldungen auf Platz zwei.


Per 1. Juli 2023 hat Blum seine Geschäftsleitung um drei Personen erweitert. Neben Martin und Philipp Blum sowie Gerhard Humpeler sind neu Wolfgang Heinzle, Alexander Roloff und Klaus Wendel mit an Bord. Sie sind allesamt langjährige Mitarbeiter und bewährte Führungskräfte. Philipp und Martin Blum begründen die Entscheidung mit der zunehmenden Größe und Komplexität sowie dem Wachstumspotenzial des Unternehmens. „Wir freuen uns über die Verstärkung durch unsere drei kompetenten und erfahrenen Kollegen. Unser Team wird gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus allen Bereichen das Unternehmen weiterentwickeln und die Herausforderungen angehen. Denn diese Aufgabe ist nur gemeinsam zu schaffen“, erläutert Philipp Blum.


Die beiden Blum-Geschäftsführer gehen weiterhin von einer schwierigen Auftragslage aus: „Wir brauchen noch einen längeren Atem, bis sich das Konsumentenvertrauen und damit die Märkte wieder stabilisieren“, meint Philipp Blum. „Die langfristige Orientierung sowie engagierte und flexible Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unsere starke Basis, um unseren Kunden täglich ein verlässlicher Partner zu sein. Unserem weltweiten Team, das den schwierigen Zeiten tagtäglich standhält, gelten unser Dank und unsere Wertschätzung“, schließt Martin Blum.

Karl Haeusgen, VDMA-Präsident
VDMA

China-Geschäft kommt nicht in Schwung

Die Hoffnungen des deutschen und europäischen Maschinen- und Anlagenbaus auf einen schnellen wirtschaftlichen Aufschwung in China haben sich seit der Aufhebung der Covid-Restriktionen nicht erfüllt. So war das erste Quartal 2023 gekennzeichnet durch eine geringere Kapazitätsauslastung im Vergleich zum Vorjahr. „Wichtige Abnehmerbranchen halten sich mit Investitionen zurück und den Lokalregierungen fehlen die finanziellen Mittel für neue Großprojekte“, erläuterte VDMA-Präsident Karl Haeusgen in einem Pressegespräch in Peking. Im April gingen laut einer Umfrage des VDMA unter Mitgliedsfirmen noch rund 40 Prozent der Befragten davon aus, dass sich die Geschäftslage in den nachfolgenden sechs Monaten verbessern würde. „Heute stellen wir fest, dass der Aufschwung noch eine Weile auf sich warten lassen wird“, sagte Haeusgen. Gleichwohl hoffen die Unternehmen weiterhin, ihre Prognose eines Umsatzwachstums im China-Geschäft von 6 Prozent in diesem Jahr erreichen zu können. Im vergangenen Jahr hatten die Umsätze der Niederlassungen von VDMA-Mitgliedsfirmen in China um durchschnittlich 5 Prozent zugelegt.

Derzeit sind rund 900 VDMA-Mitgliedsunternehmen unter eigenen Namen in China vertreten, rund die Hälfte davon auch mit Montage oder Produktion. Nach ersten Schätzungen stellen diese Unternehmen in China mindestens 150.000 hochqualifizierte und gut vergütete Arbeitsplätze zur Verfügung. Aufgrund der wachsenden geopolitischen Spannungen mit chinesischer Beteiligung und der damit einhergehenden Unsicherheiten bewerten die Maschinenbaufirmen ihr Engagement aber zunehmend neu. Laut aktueller VDMA-Blitzumfrage (Juni 2023) hat sich die Attraktivität von China als Standort in den vergangenen drei Jahren spürbar verringert. So planen in den kommenden fünf Jahren mehr Unternehmen, neue Produktionskapazitäten in Indien (17 Prozent der Befragten) oder in den ASEAN-Staaten (12 Prozent) aufzubauen, als in China (11 Prozent). Spitzenreiter beim geplanten Aufbau neuer Produktionskapazitäten sind die USA mit 22 Prozent.

In einer vorangegangenen Umfrage hatten 45 Prozent der VDMA-Mitgliedsfirmen angegeben, ihre Chinastrategie nun zu überdenken. Als wichtigste Gründe hierfür wurden geopolitische Spannungen, ,buy local’-Anforderungen der lokalen Administration sowie die allgemeine konjunkturelle Abschwächung auf dem chinesischen Markt genannt. „Immer wieder berichten VDMA-Mitgliedsfirmen von Behinderungen bei Ausschreibungen oder Projekten durch unfaire nationale Regeln und Anforderungen“, bemängelte Haeusgen. „Darüber hinaus sieht der VDMA das Datensicherheitsgesetz mit den damit verbundenen negativen Auswirkungen auf das Geschäft unserer Mitglieder sehr kritisch. Wir haben daher konkrete Erwartungen an die chinesische Politik, hier für ein Level-Playing-Field zu sorgen.“

Die Bundesregierung will in absehbarer Zeit eine eigene China-Strategie vorstellen. Der VDMA knüpft daran einige Erwartungen:

  • Kein Abbau bestehender Exportförderinstrumente
    „Es darf keine Eingriffe ins Exportgeschäft oder gar Abschottung von China geben“, betonte der VDMA-Präsident. „Aktuell sehen wir allerdings Maßnahmen der Bundesregierung zur ,Entmutigung‘ der Unternehmen. So sind zum Beispiel in der Exportkreditversicherung Zulieferungen aus China bei Projekten nicht mehr erwünscht. In der Exportkontrolle gibt es erhebliche Verzögerungen bei Dual-Use-Genehmigungen und Ablehnungen von Anträgen. Und im Auslandsmesseprogramm wurden 60 Prozent der China-Messen für 2024 gestrichen, ohne Rücksprache mit der Wirtschaft.“
     
  • Strategien zur Diversifizierung von Märkten entwickeln
    Durch eine Diversifizierung von Absatzmärkten werden Unternehmensrisiken gestreut und die Resilienz verbessert. „Die Politik kann dabei helfen, neue Absatzmärkte ,beyond China‘ zu erschließen“, sagte Haeusgen. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass das Marktvolumen Chinas (rund 10 Prozent der deutschen Maschinenexporte im vergangenen Jahr) kurz- und mittelfristig nicht kompensiert werden kann.
     
  • Exportkontrolle in Richtung China anpassen
    Der Maschinen- und Anlagenbau wartet mit großem Interesse auf die von der Bundesregierung geplanten Änderungen der Exportkontrolle für China. „Durch die Streichung unkritischer Produktgruppen könnte die Exportkontrolle entlastet und damit die Verfahren beschleunigt werden“, erläuterte Haeusgen. Die Industrie benötigt zudem Klarheit für die Lieferung von Technologien, die derzeit noch keiner Exportkontrolle unterliegen, sowie zügige Genehmigungsverfahren auch für China. „Der VDMA würde eine ergebnisoffene Diskussion mit der Bundesregierung zur Exportkontrollpolitik für China sehr begrüßen und unterstützen“, sagte der VDMA-Präsident.

Seit 2018 verzeichnet der VDMA eine Seitwärtsbewegung im deutschen Maschinenexport nach China, wenngleich auf hohem Niveau von circa 19 Milliarden Euro (2022: minus 2,3 Prozent zum Vorjahr). Im ersten Quartal 2023 legten die Exporte um nominal rund 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Insgesamt ist der deutsche Anteil an den Maschinenimporten in China in den vergangenen zehn Jahren von zuvor gut 22 Prozent auf rund 16 Prozent gesunken. Gleichzeitig wachsen die Exporte aus China nach Deutschland weiterhin dynamisch und haben 2022 mit rund 12 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert erreicht. Die Wettbewerbsintensität nimmt also nicht nur in China und auf Drittmärkten, sondern auch in Europa kontinuierlich zu. „Aufgrund der kräftigen Markteingriffe und Subventionen seitens der chinesischen Regierung sind wir von einem Level Playing Field leider noch immer sehr weit entfernt”, resümierte Haeusgen.

Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit: In der „Hansgrohe Green Vision Beyond Water“ macht das Schwarzwälder Unternehmen vor, wie sich Wasser- und Energieeffizienz im Bad umsetzen lässt.
Hansgrohe Group

Unter den Top 50 der nachhaltigsten Mittelständler

Über 4.000 Unternehmen wurden bei der deutschlandweiten Studie „Nachhaltigste Mittelständler 2023“ untersucht, die die Unternehmensberatung Munich Strategy im Auftrag des Magazins „Wirtschaftswoche“ durchgeführt hat. Das Ergebnis: Die Hansgrohe Group gehört zu den 50 nachhaltigsten Unternehmen Deutschlands mit einem Jahresumsatz zwischen 10 Millionen und circa 1 Milliarde Euro. Hans Jürgen Kalmbach, Vorsitzender des Vorstands der Hansgrohe SE, freut sich über die Auszeichnung: „Unsere hervorragende Platzierung als einziges Unternehmen der Sanitärbranche unter den Top 50 bestärkt uns in unserem Engagement für Mensch und Umwelt. Wir werden weiter konsequent unsere Nachhaltigkeitsstrategie umsetzen, die auf die großen Probleme der Gegenwart und der Zukunft abzielt: Klimawandel, Wasserkrise, Ressourcenknappheit, Biodiversität und soziale Gerechtigkeit.“

Damit zeichnet sich Hansgrohe durch sichtbares Engagement für „Umwelt, Soziales und Unternehmensführung“ – kurz: ESG (Environmental, Social, Governance) – aus. Bewertet wurden die Unternehmen nach einem ‚Sustainability Score‘, der sich aus ESG-Wahrnehmung (Außenwahrnehmung und Ausgewogenheit des ESG-Engagements), ESG-Dokumentation (Aussagekraft der Berichterstattung mit verbindlichen Zielen) und ESG-Umsetzung (Realisierung von Einsparungen und besondere ESG-Leistungen) zusammensetzt.

Eine zentrale Erkenntnis der Ende Juni veröffentlichten Studie ist, dass die Top 50 die ESG-Themen in ihrer Berichterstattung zunehmend umfassend behandeln und dabei vermehrt auf ihr Engagement im Bereich Soziale Gerechtigkeit, Sicherheit und Gesundheit von Mitarbeitenden sowie die Einhaltung von Antidiskriminierungsrichtlinien eingehen. „Die Zeiten, in denen es bei Nachhaltigkeit vor allem um Emissionen ging, sind vorbei“, erklärt Barbara Siegert, Studienleiterin und Partnerin bei Munich Strategy. „Sich als verantwortungsvoller Arbeitgeber zu positionieren, wird in Zeiten des eklatanten Fachkräftemangels ein immer wichtiger Differenzierungsfaktor.“ „Wir sind uns bewusst, dass unsere Mitarbeitenden weltweit mit ihrem Engagement und Know-How den Erfolg unseres Unternehmens sichern“, bestätigt Hans Jürgen Kalmbach. „Zu einem guten Arbeitsumfeld zählen für uns nicht nur Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Es braucht mehr, um jeden Tag gerne zur Arbeit zu gehen und sich wohlzufühlen. Es braucht ein gutes Miteinander. Unseren Werten folgend setzen wir uns für ein Zusammenleben ein, das auf Solidarität, Toleranz und Vielfalt beruht.“

Um auch seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden, hat der Schwarzwälder Bad- und Küchenspezialist gemeinsam mit dem Stuttgarter Design- und Innovationsstudio Phoenix ein Badezimmer-Konzept entwickelt, das im Einklang mit Mensch und Natur steht. Die „Hansgrohe’s Green Vision Beyond Water: Rethinking Bathroom Culture“ verspricht einen um 90 Prozent reduzierten Wasser- und Energieverbrauch und damit auch 90 Prozent weniger CO2 -Emissionen. „Individuelle Elemente der Studie werden bereits jetzt in unseren Innovationen eingesetzt, andere werden wir weiterentwickeln und in unsere Technologien und Serienprodukte einfließen lassen. Wichtig ist uns, damit ein größeres Bewusstsein für unseren Umgang mit Wasser im gesamten Bad zu schaffen“, sagt der Vorstandsvorsitzende.

Die Ergebnisse des Rankings wurden in der Wirtschaftswoche (Ausgabe 25/2023) und auf www.wiwo.de veröffentlicht.