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Autor: Möbelfertigung

Seit einem Jahr „Green Gluing“

Im Mai 2019 lancierte die Robatech-Gruppe ein neues Branding. Seit einem Jahr macht der Schweizer Hersteller für industrielle Klebstoff-Auftragssysteme mit „Green Gluing“ verstärkt auf seine innovativen und nachhaltigen Lösungen aufmerksam. Die Spende aus der damals ins Leben gerufenen Voting-Aktion floss jetzt anteilig an drei Umweltorganisationen.

„Die Umwelt ist uns wichtig“: So betitelte die Robatech AG im Mai 2019 ihre Voting-Aktion zugunsten der Umweltorganisationen Rainforest Alliance, Ocean Conservancy und Birdlife International. Pro abgegebener Stimme wurden 5 Schweizer Franken auf dem Konto der betreffenden Organisationen gutgeschrieben. Die Zwischenergebnisse in der Rangfolge spiegelten im Zeitverlauf die Brisanz aktueller Umweltthemen wider: Im Mai bewegte das Thema Plastikvermeidung die Umweltdebatte. Als im August 2019 die Waldbrände im Amazonas ausbrachen, wendete sich das Blatt. Rainforest Alliance erhielt am Ende knapp 50 Prozent des Deckelbetrags von 10.000 Schweizer Franken.

Hinter der Voting-Aktion und dem neuen Firmen-Branding steckt eine Unternehmensphilosophie, die Robatech durch und durch prägt: Mit jeder noch so kleinen nachhaltigen Maßnahme kann etwas bewirkt werden. Auch wenn Klebstoffauftrag an sich nicht unbedingt umweltfreundlich ist, so ermöglicht Robatech mit ihren energieeffizienten Auftragssystemen, dass Klebstoff in industriellen Prozessen sehr sparsam eingesetzt werden kann. Mit einem feinen Klebstoff-Sprühauftrag zur Paletten-Stabilisierung lässt sich sogar vermeiden, dass Tonnen von Plastikfolie zur Umwicklung von Paletten verwendet werden. Zudem garantiert Robatech für ihre Auftragssysteme eine außergewöhnlich lange Rückwärtskompatibilität für Ersatzteile von 30 Jahren.

Nachhaltigkeit spielt auch in der Produktion eine große Rolle. 2014 installierte Robatech auf dem Dach der Lagerhalle eine Solaranlage. Die Anlage deckt rund 50 Prozent des gesamten Energiebedarfs am Firmenhauptsitz in Muri ab. Im Winter wird die Abwärme aus dem Druckluftsystem zur Beheizung der Lagerhalle verwendet. Auch Verpackungen werden mehrfach eingesetzt. „Green Gluing“ steht deshalb für weit mehr als optimierte Klebeprozesse. „Green Gluing“ verbindet Innovation und Effizienz für mehr Nachhaltigkeit in Unternehmen und bietet genau den Service, der Robatech-Geräte lange am Leben erhält.

Deutlicher Rückgang der Aufträge im Bauhauptgewerbe im März

Die Auswirkungen der Corona Pandemie sind überall spürbar: Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Bauhauptgewerbe war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im März 2020 saison- und kalenderbereinigt 10,5 Prozent niedriger als im Februar 2020. Solche Rückgänge des um Saison- und Kalendereffekte bereinigten Auftragseingangs sind nicht ungewöhnlich. Dennoch deutet diese Entwicklung darauf hin, dass Unternehmen geplante Bauvorhaben aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit in der Corona-Krise zurückgestellt haben. Darauf lässt auch der Vorjahresvergleich schließen: So war der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im März 2020 kalenderbereinigt 10,3 Prozent niedriger als im März 2019.

Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich sank das reale Volumen der saison- und kalenderbereinigten Auftragseingänge von Januar bis März 2020 gegenüber Oktober bis Dezember 2019 um 4,3 Prozent. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sank der reale Auftragseingang in den ersten drei Monaten des Jahres 2020 kalenderbereinigt um 2,9 Prozent.

Nominal (nicht preisbereinigt) betrug der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im März 2020 rund 7,9 Milliarden Euro. Das waren wegen der stark gestiegenen Baupreise nur 4,2 Prozent weniger als im März 2019 (8,2 Milliarden Euro), aber nach dem Rekordergebnis des Vorjahres immer noch der zweithöchste Wert seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1991. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Auftragseingänge in den ersten drei Monaten 2020 nominal um 0,9 Prozent.

Personalabbau in Pfullendorf wird konkret

Dass es bei der Neuen Alno GmbH zu Personaleinschnitten kommen wird, hatte das Unternehmen schon im April angekündigt. Jetzt geht es an die konkrete Umsetzung. Im Rahmen eines Freiwilligenprogramms können sich zunächst Mitarbeiter für zwei Optionen melden, wenn sie von sich aus einen Aufhebungsvertrag wünschen oder in eine Transfergesellschaft zur Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber wechseln wollen.

Wie viele Stellen der aktuell rund 300 Arbeitsplätze wegfallen sollen, damit halten sich die beiden Geschäftsführer Michael Spadinger und Jochen Braun allerdings weiterhin bedeckt. „Noch ist alles im Fluss“, beschreibt der seit Januar amtierende Alno-Chef Jochen Braun den Status quo. Und bekräftigt dazu, dass dies nicht als Corona-Effekt zu sehen sei, sondern als strategische Maßnahme, um Strukturen zu bereinigen, weil viele Bereiche noch zu AG-lastig seien.

Auftragseinbrüche durch die Pandemie halten sich offenbar in Grenzen, zumal die Projektgeschäfte längerfristig laufen. „Wir kommen recht gut durch die Krise“, betont Braun mit Blick auf die aktuelle Lage. Die laufende Kurzarbeit gilt nicht zuletzt als „Härtetest“ für mögliche Einsparungen.

Die Neue Alno GmbH selbst hatte im März/April zwei Covid-19-Infizierte und 30 Verdachtsfälle, weshalb ein Pandemie-Ausschuss gegründet und diverse Sicherheitsmaßnahmen eingeführt wurden. Dennoch wurde bislang ohne Unterbrechung in Pfullendorf weiterproduziert und das Werk gilt aktuell als Corona-frei.

Soweit geplant, wird das Unternehmen im September auch wiederum im „Cube“ in Löhne auftreten.

Arbeitnehmer vermissen im Home-Office ihre Kollegen – aber auch ihr gut ausgestattetes Büro

Die Corona Pandemie zwingt viele Arbeitnehmer dazu, ihre Arbeitsleistung aus dem Home-Office zu erbringen. Doch wie bewerten Arbeitnehmer ihre Arbeit im Home-Office? Und was vermissen die Mitarbeiter am meisten? Diesen und weiteren Fragen ist das Meinungs-forschungsinstitut Forsa im Rahmen einer repräsentativen Umfrage nachgegangen. Im Auftrag des Industrieverbands Büro und Arbeitswelt e.V. (IBA) wurden Ende April insgesamt 1.000 abhängig Beschäftigte zwischen 18 und 65 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland zu ihrer aktuellen Arbeitsplatzsituation befragt.

Als Teil der Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona Pandemie sind Unternehmen seit dem 16. März dazu angehalten, ihren Mitarbeitern, soweit dies umsetzbar ist, Heimarbeit zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund geben 43 Prozent der Beschäftigten an, in den letzten Wochen mehr als sonst von zuhause gearbeitet zu haben. Mehr als die Hälfte davon (51 Prozent) ist täglich, 80 Prozent mindestens dreimal pro Woche am heimischen Arbeitsplatz tätig. Familien mit Kindern unter fünf Jahren im Haushalt nutzten das Home-Office am intensivsten. So arbeiten rund 57 Prozent der Eltern mit kleinen Kindern täglich zu Hause.

Die Ergebnisse der Befragung verdeutlichen, dass vielen Arbeitnehmern bei der Heimarbeit wichtige Aspekte des Büroalltags fehlen. Am meisten vermissen Bürobeschäftigte im Home-Office die persönliche Zusammenarbeit mit ihren Kollegen (80 Prozent). Auch Team- und Projektarbeit vor Ort (40 Prozent) sowie der Kontakt zu Kunden (30 Prozent) kommen bei vielen der Befragten im Home-Office zu kurz. Daneben stellt besonders das Fehlen eines festen, gut ausgestatteten Büroarbeitsplatzes eine Herausforderung dar. Besonders bei jüngeren Beschäftigten unter 30 Jahren kann die Ausstattung des heimischen Arbeitsplatzes nicht mit dem Büro mithalten. So hat rund ein Drittel der Befragten aktuell keinen festen Arbeitsplatz, sondern arbeitet an behelfsmäßigen, wechselnden Orten im Haus, zum Beispiel am Küchentisch, im Wohnzimmer oder auf dem Sofa. Allerdings: auch fest eingerichtete Heimarbeitsplätze werden hinsichtlich ihrer Ausstattung und Ergonomie häufig schlechter bewertet als ihr Äquivalent im Büro.

Bei der Bewertung der Home-Office-Ausstattung gibt deshalb mehr als ein Drittel der Beschäftigten (36 Prozent) an, die ergonomische Ausstattung des Büroarbeitsplatzes zu vermissen. 48 Prozent beklagen das Fehlen eines guten Bürostuhls im Home-Office, 49 Prozent fehlt der Platz, um sich richtig ausbreiten zu können und 43 Prozent bemängeln die technische Ausstattung ihres Heimarbeitsplatzes. Trotzdem geben 74 Prozent der Befragten an, dass sie in der näheren Zukunft weiterhin die Möglichkeit des flexiblen Arbeitens von zuhause als Schutzmaßnahme nutzen möchten. Auch nach weiteren Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der COVID19-Epidemie wollen 60 Prozent der Befragten häufiger im Home-Office arbeiten als vor der notgedrungenen Verlagerung des Arbeitsplatzes in die eigenen vier Wände.

Für Hendrik Hund, den Vorsitzenden des Industrieverband Büro und Arbeitswelt e.V. ist das Home-Office daher auch über Corona hinaus eine feste Größe im Mix möglicher Arbeitsplätze. „Allerdings braucht es dafür – jenseits der Fragestellung nach einem möglichen Rechtsanspruch – vor allem eine professionelle Ausstattung der Home-Offices. Darüber hin-aus bestätigen die Ergebnisse der Befragung, wie wichtig der persönliche Kontakt zu den Kollegen und somit der gemeinsame Arbeitsort Büro ist. Hier werden wir künftig mehr gut gestaltete Bereiche für Kommunikation und die kreative Arbeit im Team brauchen“, so Hund.

Partnerschaften für echte Win-Win-Situationen

Der westfälische Lackhersteller Hesse-Lignal ist für seine Beweglichkeit und Innovationskraft bekannt. So konnte angesichts der aktuellen Krise nicht nur schnell ein Teil der Produktion auf Desinfektionsmittel umgestellt werden, das Unternehmen landete beim prestigeträchtigen Award „Excellence in eSolutions 2020“ in der Finalrunde. Hesse-Lignal gründete Anfang des Jahres zudem ein Netzwerk für Oberflächenexperten und übernahm im Februar den Lackierdienstleister Hoba-Tec aus Bayern. Die „möbelfertigung“ sprach mit Geschäftsführer Jens Hesse über die vielen Projekte und natürlich auch die aktuelle Situation.
möbelfertigung: Herr Hesse, in letzter Zeit ist bei Ihnen viel passiert: Die Übernahme von Hoba-Tec, die Gründung eines Netzwerkes für Oberflächenspezialisten und die Teilnahme am „Excellence in eSolutions“-Award. Liegt dem eine grundsätzlich neue Ausrichtung zugrunde?
Jens Hesse: Natürlich sind wir weiterhin mit Herz und Seele Lackhersteller, fokussiert auf unsere Zielgruppen im Handwerk und der Industrie.
Grundsätzlich neu sind aber genau diejenigen Aspekte, die Sie genannt haben.  Mit diesen Angeboten sind wir heute schon mehr ein Lösungsanbieter als „nur“ ein Lieferant von Produkten.
Gründe für diese neuen Aktivitäten ist die Erkenntnis, dass wir mehr tun müssen, als neue innovative Produkte auf den Markt zu bringen. Das ist auf der einen Seite sicherlich essenziell.  Das dürfen unsere Kunden auch künftig von uns erwarten.
Auf der anderen Seite ist ebenso essenziell, auch über den Tellerrand zu schauen. Was brauchen unsere Kunden neben den reinen Produkt- und Betreuungsleistungen. Was sind die täglichen Heraus­forderungen unserer Kunden und welche Chancen ergeben sich daraus für Hesse-Lignal.
Im Übrigen haben wir da nicht nur unsere Kunden, sondern auch unsere Lieferanten im Blick. Auch für unsere Lieferanten haben wir Dienstleistungskonzepte erarbeitet, weg von einer Fa. Hesse als reine Produkteinkäuferin, hin zu echten Partnerschaften mit dem Ziel einer Win-Win-Situation.
möbelfertigung: Was ist der Grund für die Übernahme von Hoba-Tec?
Jens Hesse: Unsere Beobachtungen und auch die von Hoba-Tec waren und sind, dass es konkrete Bedarfe an Lackierdienstleistungen gibt. Betriebe, die Engpässe haben, Betriebe, denen für einzelnen Aufträge die technischen Voraussetzungen fehlen und Kunden, die nicht mehr lackieren können oder wollen. Wir kombinieren den neuen Lackierservice mit dem Lackhandelsservice, der zum Beispiel eine perfekte Verfügbarkeit von kleinen Losgrößen im Farblackbereich garantiert.
Mit diesem Lackier-Angebot springen wir unseren Kunden an die Seite und lösen konkrete Probleme, über die reine Lacklieferung hinaus.  Wir sehen für  Hesse-­Lignal hier große Potentiale, für die neue Gesellschaft Hesse Hoba-Tec im Großraum München, sowie für andere Standorte.

möbelfertigung: Der Standort bleibt vermutlich erhalten und spielte eine nicht unwichtige Rolle in den Überlegungen?
Jens Hesse: Natürlich, neben der Weiterführung der Handelsaktivitäten für unsere Lacke in der Region ist der Standort strategisch wichtig, da bei Hesse Hoba-Tec ein professionelles Setup mit Schleif – und Spritzautomat sowie Handspritzständen zur Verfügung steht.
Enorme Wichtigkeit hat auch die Regionalität, sowohl für den Lackhandelsstandort, sowie für die Lackierservices. 

Diese und weitere interessante Artikel lesen Sie in der „möbelfertigung 3/2020“, die am 27. Mai erscheint.

Außerdem in der Ausgabe: Das erwarten Branchenentscheider für die Zeit nach Covid-19, so pusht die Online-Initiative von Extranet24 Umsätze, diese Highlights gab es auf der „Indiawood“ in Bangalore zu sehen, CEO Gregor Baumbusch erläutert die Corona-Maßnahmen von Weinig, Handwerksexpertin Andrea Eigel gibt wertvolle Tipps für eine gute Homepage, das müssen Betriebe aus Sicht von Matthias Brack jetzt tun, so setzt Sonae Arauco gemeinsam mit seinen Kunden Trends um und noch viele Themen mehr.

Darüber hinaus finden Sie in der aktuellen „möbelfertigung“ das große Special „Handwerk & Innenausbau“.

Fertigt eigenes Desinfektionsmittel „VirusSchock“

Krisen erfordern Kreativität. Wer schnell und agil reagiert, ist klar im Vorteil. Bei Schock ist „Nicht alltäglich, jeden Tag“ mehr als ein Motto – dahinter steht eine gelebte Unternehmensphilosophie, die sich auch jetzt in der Corona-Krise zeigt. Quer zu denken, mutig zu sein, innovativ zu handeln – mit diesen Eigenschaften sagt das Unternehmen aus Regen dem Covid-19-Virus den Kampf an: Neben hochwertigen, stylischen Quarzkomposit-Spülen wird in Regen derzeit Desinfektionsmittel produziert: „Wir haben uns gefragt: Was können wir tun?“, erzählt Geschäftsführer Ralf Boberg. „Wir sehen uns in der Verantwortung, Kapazitäten und Know-how für unsere Mitarbeiter, Kunden und die Region zu nutzen.“ So entstand „VirusSchock“, das neueste Produkt aus dem Schock-Portfolio. Mit Quarzkomposit-Spülen und den anderen Produkten teilt es seinen Nutzen für die Hygiene. Doch „VirusSchock“ ist etwas komplett Anderes: „Wir haben gesehen, dass es an Desinfektionsmittel mangelt. Die Preise für dieses Produkt sind explodiert. Also haben wir eine eigene Produktion gestartet“, so Ralf Boberg.

Schock übernimmt nun Verantwortung für die Region und versorgt Arztpraxen, den lokalen Krisenstab und weitere Gesundheitsorganisationen zum Selbstkostenpreis. Alleine dem Krisenstab des Landkreises wurden 1.500 Liter Desinfektionsmittel zu einem Marktwert von 22.500 Euro kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine Spende, die die Landrätin des Landkreises Regen, Rita Röhrl, sehr freut: „Wir erleben eine Situation, in der keiner von uns einem festen Fahrplan folgen kann. Wenn Unternehmen jetzt einen kühlen Kopf bewahren und über den eigenen Horizont hinausdenken, ist das beeindruckend. Genauso hat Schock gehandelt und damit eine Menge für die Region getan: an tatsächlicher Hilfe, aber auch an Inspiration.“ Am 14. Mai 2020 ließ Rita Röhrl sich die neue Herstellungsanlage zeigen und nahm die erste Charge „VirusSchock“ offiziell entgegen.

Mit „VirusSchock“ leistet Schock seinen Beitrag zur Kontrollierung der Pandemie in der Region. Das Desinfektionsmittel wird nach WHO-Kriterien hergestellt.

Weitere Informationen zu „VirusSchock“ erhalten Interessierte unter www.schock.de/virusschock.

Beendete das Jahr 2019 mit einem Umsatzrückgang

Mit 11 Prozent musste das Laubholzunternehmen Danzer, das auf Holz aus gemäßigten Wäldern der nördlichen Hemisphäre spezialisiert ist, im Jahr 2019 sogar ein zweistelliges Umsatzminus im Vergleich mit dem Geschäftsjahr davor hinnehmen. Insgesamt erwirtschafteten die Österreicher einen Jahresumsatz von 180 Millionen Euro, 2018 waren es 202 Millionen Euro. Die zwei wesentlichen Gründe für den Umsatzrückgang sind die Schließung der Parkettdecklagenproduktion in Frankreich und der stark zurückgegangene Verkauf von Schnittholz in Nordamerika aufgrund des Handelsstreits zwischen den USA und China. Das Unternehmen reagiert mit einer Anpassung des Geschäftsbetriebs und der Overhead-Kosten. Danzer wird sich in Zukunft auf die Geschäftsbereiche konzentrieren, für die es klare Wettbewerbsvorteile hat.

44 Prozent des Umsatzes in Höhe von 180 Millionen Euro im Jahr 2019 stammten aus dem Verkauf von gemesserten Produkten, 33 Prozent aus gesägten Produkten und die verbleibenden 23 Prozent des Umsatzes entfielen auf Rundholz, Spezialitäten und Dienstleistungen. 2019 lieferte Danzer Produkte in 76 Länder. 76 Prozent des Umsatzes entfielen auf die folgenden zehn Länder, in dieser Reihenfolge: USA, UK, Deutschland, Kanada, China, Österreich, Polen, Mexiko, Indien und Slowakei. Der Umsatz blieb in den meisten Regionen gegenüber 2018 stabil oder nahm zu. Die Verkäufe nach China sind um zwei Drittel geschrumpft, was hauptsächlich auf die geringeren Verkaufszahlen im Bereich Laubschnittholz zurückzuführen ist. Auch in Europa sind die Umsätze von Danzer zurückgegangen: Die klassische Furnierproduktion in Europa wurde auf Holzarten beschränkt, die profitabel vermarktet und nachhaltig eingekauft werden können. Nach der Schließung von Danzer France konnte die Parkettdecklagenproduktion die geplante Reduzierung der klassischen Furnierproduktion nicht ausgleichen.

Angesichts gesunkener Umsatzzahlen straffte Danzer seinen Betrieb und senkte Kosten in ganz Europa und Nordamerika. Hans-Joachim Danzer, CEO, erklärt: „Die jüngsten Anpassungen haben Danzer in eine starke Position gebracht, unsere Strategie umsetzen zu können: Moderne Technologie für eine kundenorientierte und effiziente Nutzung der wertvollen Laubholzressource einsetzen und die Verwendung von Laubholz aufgrund seiner vielfältigen Vorteile promoten. Beispiele bei Danzer sind Abfallvermeidung durch Messern statt Sägen, den Einsatz von Scannern und künstlicher Intelligenz für die Erfüllung von Kundenanforderungen sowie die Entwicklung neuer Laubholzprodukte mit überlegenen dekorativen oder funktionalen Eigenschaften.“ Vermögenswerte und Aktivitäten, die nicht zu dieser Strategie passen, werden überprüft. Danzer veräußerte kürzlich fast seine gesamten Forstbestände in Nordamerika.

Im Jahr 2019 verkaufte Danzer mehr als 150 verschiedene Laubholzarten: 61 Prozent der Verkäufe entfielen auf nordamerikanische Holzarten, 31 Prozent auf europäische, 7 Prozent auf afrikanische und 1 Prozent auf Holzarten aus anderen Regionen der Welt. Die wichtigsten zehn Arten machten 83 Prozent des Danzer Umsatz 2019 aus. Die drei meistverkauften Holzarten waren Europäische Eiche, Amerikanische Walnuss und Amerikanische Weißeiche – gefolgt von Ahorn (Hard Maple), Europäischer Esche, Amerikanischem Kirschbaum, Amerikanischer Roteiche, Sapelli und Amerikanischer Weißesche. Danzer verarbeitet auch weiterhin alle Hölzer möglichst nah am Ursprungsort.

Das Ergebnis der Geschäftstätigkeit von Danzer im ersten Quartal 2020 war zufriedenstellend und spiegelt die vorgenommenen Kosten-Anpassungen wider. Im April 2020 führte die Coronakrise zu einem Umsatzrückgang von ca. 30 Prozent im Monatsvergleich. „Wir erwarten, dass sich der Umsatz im Mai leicht erholen wird“, so Hans-Joachim Danzer abschließend.

Wenig Vorlaufzeit zur Bewältigung dieser Pandemie

Sie rollte wie ein Tsunami weltweit auf alle Unternehmen zu: Die Coronavirus-Pandemie ließ allen Beteiligten nur wenig Zeit für Reaktionen. Gregor Baumbusch, Vorstandsvorsitzender der Michael Weinig AG, sprach mit der „möbelfertigung“ über die bewegenden Wochen, die hinter den Unternehmen Weinig und Holz-Her liegen. Und zieht auch erste Schlüsse für die Zeit, wenn sich die Weltwirtschaft wieder normalisiert.

möbelfertigung: Herr Baumbusch, wie geht es der Weinig Gruppe in der aktuellen Phase?
Gregor Baumbusch:
Es ist in vielerlei Hinsicht schwierig. Wir erwarten einen Rückgang im Auftragseingang und Umsatz. Im Bereich der Projekte ist die Lage noch verhältnismäßig gut, aber der Bereich Standardmaschinen ist rückläufig. Große Hersteller stellen sich jetzt gut auf und wollen gestärkt aus der Krise hervorgehen, weil sie mit einer Konsolidierung rechnen. Während kleinere Hersteller eine ungebrochen hohe Auslastung haben, aber aus Unsicherheit lieber wenig Investitionen tätigen.
Es gibt Märkte, bei denen sich langsam wieder etwas tut – China beispielsweise. Aber insgesamt ist es sehr ruhig. Anfragen haben wir, aber viel weniger Kaufentscheidungen. Und selbst wenn der Auftrag da ist, dauert es deutlich länger, bis die Anzahlung eintrifft, weil stark auf die Liquidität der Unternehmen geachtet wird.
An anderen Stellen bleiben eingeplante Umsätze aus, weil wir die Maschinen nicht in Betrieb nehmen können. Sie sind fertig, aber wir können die Monteure nicht schicken und damit bleiben alle Restzahlungen aus. Letztlich zählt für unser Ergebnis die komplette Umsetzung eines Auftrages.
Der Märzumsatz hielt sich noch einigermaßen im Rahmen, der Aprilumsatz ist – Corona-geschuldet – alles andere als gut.

möbelfertigung: Was waren „Corona-Maßnahmen“, die Sie umgesetzt haben?
Gregor Baumbusch:
In der Ver­waltung haben die Meisten im Homeoffice gearbeitet. In der Produktion war es nicht ganz so leicht, die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen. Wir haben beispielsweise in der Montage Schichten so getrennt, dass, wenn es zu einem Krankheitsausbruch gekommen wäre oder kommen würde, nicht die komplette Mannschaft ausfällt.
Das gilt auch für Konstrukteure und Entwickler, die bei uns „nah am Geschehen“ sitzen und nicht im Einzelbüro. Wir haben entzerrt: Einige haben von daheim zugearbeitet, andere saßen weiterhin im Betrieb.
Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass es auch Verluste gibt durch die erschwerte Kommunikation. Nicht was die Systeme angeht, das hat alles sehr gut funktioniert. Aber es fehlt das schnelle Gespräch, der kurze Blick über die Schulter und es gibt zusätzlichen Aufwand, weil Leitungspersonen angehalten sind, möglichst täglich mit jedem im Homeoffice zu sprechen und ähnliches.
Und wir sind ein produzierendes Unternehmen, kein Softwarehersteller, wo vielleicht nachts entwickelt wird. Bei uns müssen Zeichnun­gen zu einem bestimmten „normalen“ Zeitpunkt vorliegen, damit es weitergeht. Das ist schon herausfordernd.
Zudem haben wir versucht, das gesamte Team „mitzunehmen“, haben eine Corona-Task-Force gegründet. Denn es nützt nichts, wenn sie auf dem Firmengelände die Mitarbeiter gezielt trennen und nach der Schicht stehen auf dem Parkplatz acht zusammen im engen Gespräch. Wir appellieren an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen.

Lesen Sie das komplette Interview mit Gregor Baumbusch in der „möbelfertigung 3/2020“, die am 27. Mai erscheint. Wenn Sie ein Abonnement besitzen, erhalten Sie die Ausgabe automatisch. Wenn Sie noch kein Abo haben, dann bekommen Sie es hier.

Außerdem in der Ausgabe: Das erwarten Branchenentscheider für die Zeit nach Covid-19, mit diesen Strategien will Hesse-Lignal punkten, so pusht die Online-Initiative von Extranet24 Umsätze, diese Highlights gab es auf der „Indiawood“ in Bangalore zu sehen, was Betriebswirt Matthias Brack seinen Schreinerkollegen in der aktuellen Corona-Krise rät, Handwerksexpertin Andrea Eigel gibt wertvolle Tipps für eine gute Homepage, so setzt Sonae Arauco gemeinsam mit seinen Kunden Trends um und noch viele Themen mehr.

Darüber hinaus finden Sie in der aktuellen „möbelfertigung“ das große Special „Handwerk & Innenausbau“.

Studiengänge im Bereich Holz, Energie und Bau beim ersten virtuellen Schnuppertag kennenlernen

Vom innovativen Holz- und Leichtbau über die energieeffiziente Optimierung der Gebäudehülle bis zur Verwendung erneuerbarer Energien – die technischen Studiengänge der TH Rosenheim bieten neue Perspektiven rund um die Themen Holz, Bau, Fassade, Energietechnik und klimafreundliche Energiegewinnung.

Am virtuellen Schnuppertag am 3. Juni von 15:00 bis 19:00 Uhr können sich Interessierte unter anderem zu diesen Studiengängen informieren und sich ganz einfach und bequem von zu Hause aus in einen digitalen Messeraum einloggen, die Hochschule via Videos kennenlernen, mit der Studienberatung, Professor*innen, Mitarbeiter*innen aller Fakultäten und Studierenden chatten. Zusätzlich können Informationen an einem zentralen Ort heruntergeladen werden. Darüber hinaus werden Vorträge über alle Bachelor-, Master- und berufsbegleitenden Studiengänge angeboten und Online-Vorlesungen geöffnet.

Die Teilnahme am virtuellen Schnuppertag funktioniert mit jedem Computer, Notebook oder Tablet unabhängig vom Betriebssystem und in jedem Browser. Auch eine Teilnahme mit dem Smartphone ist möglich. Die Anmeldung ist ganz einfach und kostenlos: www.th-rosenheim.de/virtueller-schnuppertag.html

Beim virtuellen Schnuppertag der TH Rosenheim kann man sich auch über den neuen Bachelorstudiengang Ingenieurpädagogik mit Fachrichtung Bautechnik informieren. Dieser wird erstmals im Wintersemester 2020/21 angeboten. Mit dem Wissen aus Bauingenieurwesen, Innenausbau, Berufspädagogik und Psychologie kann der Absolvent beziehungsweise die Absolventin später sowohl an Berufsschulen unterrichten als auch im Baugewerbe tätig werden. Als Nebenfach ist unter anderem Holztechnik möglich, was in dieser Kombination mit Bautechnik einzigartig ist.