Zum Hauptinhalt springen

Autor: Möbelfertigung

VDM

Möbelindustrie von Materialengpässen stark betroffen

Mit großen Herausforderungen hat aktuell die deutsche Möbelindustrie zu kämpfen. „Neben dem kurzfristigen Wechsel zwischen geöffneten und geschlossenen Handelsflächen verschärft sich für die Industrie derzeit die Versorgungssituation bei wesentlichen Zulieferprodukten dramatisch“, stellt Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie (VDM/VHK), fest.

So berichteten in einer aktuellen Verbandsumfrage mehr als zwei Drittel der Produktionsbetriebe von Engpässen bei der Versorgung mit Holzwerkstoffen. „Von den Lieferanten werden vereinbarte Mengen kurzfristig gekürzt, verschoben oder ganz abgesagt“, kritisiert Kurth. Auch bei Metallteilen, Beschlägen und Funktionselementen sowie bei Polstermaterialien wie Schäumen, Fließen, Stoffen und Leder bestehen akute Lieferschwierigkeiten. Darüber hinaus werden Verpackungsmaterialien und Transportkapazitäten ebenfalls knapp.

„Diese Engpässe führen zu einer erheblichen Störung der Wertschöpfungs- und Logistikprozesse“, skizziert Kurth die Lage in der Möbelindustrie. Die Produktionsplanung werde stark beeinträchtigt – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Lieferzeiten. Hinzu komme eine seit Jahresbeginn nochmals verschärfte Preisentwicklung bei etlichen Zulieferprodukten.

„Vor diesem Hintergrund fordern wir ein solidarisches Miteinander in der Möbelbranche vom Vorlieferanten bis hin zum Möbelhandel. Wenn trotz vielfach geringerer Möbelproduktion infolge des Lockdowns die benötigten Vormaterialien nicht planbar zur Verfügung stehen, hat das direkte Auswirkungen auf die Lieferfähigkeit. Sanktionen bei der Überschreitung von Lieferzeiten müssen in dieser herausfordernden Situation unterbleiben“, verlangt Kurth.

Wurde an die Sanitär-Gruppe Bravat verkauft

Rational Küchen, bislang Tochter im italienischen Snaidero-Konzern, ist verkauft. Neue Inhaberin ist die internationale Bravat Gruppe, zu der in Deutschland der Armaturen- und Accessoires-Spezialist Roman Dietsche GmbH gehört. Gültig ist der Deal – der neben der deutschen Gesellschaft in Melle auch die britische Tochter Rational Built-in Kitchens Ltd. sowie die österreichische Marke Regina und die junge Trendmarke „Mahlzeit by Rational“ einschließt – seit dem ersten April 2021.

Derzeit beschäftigt Rational im niedersächsischen Melle rund 50 Mitarbeiter. Vorausgegangen war ein sukzessiver Abbau der eigenen Fertigung von ehemals zwei Standorten zur reinen Vertriebsgesellschaft. Erst kürzlich war Ernst Tanzler, ehemaliger Vertriebsleiter für Rational und Regina, nach 7-jähriger Unterbrechung ins Vertriebsteam zurückgekehrt. Die Geschäftsführung (bislang Dante Giacomelli) übernimmt künftig Janusz Palarczyk, der auch an der Spitze von Bravat/Roman Dietsche steht. Dieser sieht den Erwerb von Rational als strategische Abrundung des Bravat-Portfolios, vor allem mit Fokus auf den hochwertigen Objektbau in Asien, wo Bravat gut eingeführt ist und mit einem Gesamtangebot ergänzt um deutsches Küchendesign punkten will. Die Rational-Gruppe firmiert künftig unter „Rational Einbauküchen Solutions GmbH“.

„Bravat hat in den vergangenen Jahren stark in innovative Unternehmen investiert und international ein Komplettangebot an Interior-Design-Lösungen geschnürt,“ so erklärt Palarczyk. „Die einzig bestehende Lücke im System war die Küche, die jetzt mit dieser deutschen Premiummarke geschlossen wird.“

Wie moebelkultur.de in Erfahrung bringen konnte, stehen hinter der Bravat Gruppe chinesische Investoren, die dem Unternehmen durch diverse Zukäufe in den vergangenen Jahren unter der Marke Bravat bzw. Bravat by Roman Dietsche zu einer erfolgreichen Position im Sanitärgeschäft verholfen haben. Zum Portfolio zählen Badaccessoires und Wannen ebenso wie Bad- und Küchenarmaturen. Die Küchen sollen weiterhin von Snaidero in Italien produziert werden. Geschäftsführer Janusz Palarczyk bringt entsprechende Erfahrungen von seiner früheren Managementtätigkeit bei Kludi mit. Sitz von Bravat/Roman Dietsche in Europa ist Linden bei Gießen, die Dietsche-Übernahme erfolgte 2008. Vertriebsleiter Thomas Pfeiffer und Marketingleiterin Elke Pfeiffer bleiben nach bisherigen Auskünften an Bord.

Private Nachfrage füllt die Auftragsbücher

Das Handwerk verzeichnet einen Renovierungs-/Sanierungs-Boom. War die Auftragslage schon vor der Pandemie gut, ist sie jetzt zum Teil geradezu extrem. Vor allem die Nachfrage aus dem privaten Bereich kletterte in den letzten Monaten steil nach oben. Denn die eigenen vier Wände haben gerade in Zeiten der Pandemie enorm an Bedeutung gewonnen. Unterstützend kommt die von der EU-Komission angeschobene Renovierungswelle hinzu. Zurecht rückt die EU-Kommission den Gebäudesektor ins Zentrum der Debatte um ein klima-neutrales Europa bis 2050“, betont Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). „Und das Handwerk ist ein zentraler Akteur bei der Sanierung des Gebäudebestands.“

Aufgrund dieser großen Nachfrage nach Handwerksleistungen kommt es sowohl in Sachen Manpower als auch Materialien zu Engpässen. Was natürlich auch Gefahren für die Branche hinsichtlich der Zeitz nach Corona birgt.

Wie diese aussehen und wie der Renovierungs-Boom ein in Sachen Umsätzen nachhaltiger wird, lesen Sie in der „möbelfertigung Handwerk & Innenausbau“, die am 12. April erscheint.

Außerdem in der Ausgabe: Welches Design und welche Funktionen bei Türen aktuell den Ton angeben, wie Dr. Christian Wenzler, Hauptgeschäftsführer Fachverband Schreinerhandwerk Bayern, die Lage der Branche bewertet, wie der Betrieb Weißgeschreinert klassisches Handwerk mit dem Blick Richtung Zukunft verbindet, was die neue Generation der E-Werkzeuge leistet, welche Hygienekonzepte fürs Handwerk jetzt wichtig sind, was die Schreinerei Rönnefarth so progressiv macht und, und, und…

„Innovations Tage“ ab 3. Mai online und vor Ort

In diesem Jahr mit seinen pandemiebedingten Besonderheiten baut die Ninkaplast GmbH (Bad Salzuflen) ihre Premierenbühne einerseits am Firmensitz und andererseits im World Wide Web auf. Vom 3. bis 7. Mai sind alle Fachbesucher – vor allem aus der Küchenmöbelindustrie – zu Live-Präsentationen vor Ort ebenso eingeladen wie zur virtuellen Show bis 21. Mai.

Die geplante Präsentation neuer Produkte und Anwendungskonzepte fokussiert alle drei Angebotssegmente des Unternehmens für die moderne Küche: Schubkästen, beziehungsweise Auszüge, Eckschranklösungen sowie Abfallsysteme. Vorgestellt werden außergewöhnliche Funktionen mit hohem Nutzen, wertige und hygienische Oberflächen im aktuellen Design sowie die perfekte Umsetzung hochkomplexer Systeme als einfach montier- und nutzbare Features in Schrankinnenräumen. Die in den letzten Monaten gereifte Weltneuheit von Ninka allerdings bleibt vorerst noch geheim, zumindest bis zum 3. Mai.

Die „Innovations Tage“ enden dann am 7. Mai bei der Hausveranstaltung im Ninka-Showroom in Bad Salzuflen – Gesprächstermine via MS-Teams für die digitale Show hingegen sind bis zum 21. Mai möglich. In jeweils 30 Minuten werden die Neuvorstellungen durch sachkundige Mitarbeiter präsentiert, der geschäftliche Austausch danach unterliegt natürlich keiner Zeitbegrenzung.

Die „Kleinen“ sind im digitalen Zeitalter angekommen

Im Frühjahr letzten Jahres schien die Corona-Pandemie den Maschinenbau-Spezialisten einen kräftigen Dämpfer zu verpassen. Doch dann kam es anders: „In Anbetracht der neuen Gegebenheiten und Einschränkungen, welche erstmalig im vergangenen Jahr für alle am Markt agierenden Unternehmen aufgetaucht sind, ist das Geschäftsjahr für Biesse weitaus positiver verlaufen, als wir es nach dem ersten Quartal 2020 gedacht hätten“, erklärt Sebastian Marschner, Vertriebsleiter bei Biesse Deutschland. „So konnte Biesse Deutschland das Ergebnis, vor allem im ­letzten halben Jahr, deutlich verbessern. Während das Geschäft mit Standardmaschinen nahezu ­ungebremst weiter lief, verschoben Industriebetriebe ihre Investitionen eher auf die zweite Jahreshälfte.“
Tamara Felder, CMO der Felder Group, berichtet davon, dass die Rückfrage sowohl beim Standardmaschinengeschäfts als auch im Anlagengeschäft von der Pandemie betroffen war: „Abhängig von den Märkten war die Nachfrage unterschiedlich groß. 2020 wird ein Jahr der ,Pandemie Zäsur‘ bleiben.“

Gregor Baumbusch, Vorstandsvorsitzender und CEO der Michael Weinig AG, zeigt sich trotz Pandemie durchaus zufrieden: „Die Projektaktivitäten waren 2020 durchaus in einem respektablen Umfang bei der ­Michael Weinig AG vorhanden. Gerade im Bereich ­Konstruktionsholz gibt es sehr viel Aktivität. Standardmaschinen liefen im vergangenen Jahr gut und wir gehen davon aus, dass dieser Trend sich in 2021 noch verstärken wird.“

Und da der Markt eine immer höhere Varianz verlangt, investiert auch das Handwerk in entsprechende Maschinen. „Wenn wir in den letzten Jahren bei unseren Beratungsgesprächen in der Möbelindustrie über Produktionszeiten gesprochen haben, so nehmen diese Gespräche auch im Handwerk und Mittelstand zu“, erläutert Sebastian Marschner. So spielt auch die Vernetzung bei den Standardmaschinen eine immer größere Rolle, denn selbst kleine Betriebe sehen darin großes Potenzial.

Was die Kunden im Handwerk noch von den Maschinenproduzenten erwarten, lesen Sie in der „möbelfertigung Handwerk & Innenausbau“, die am 12. April erscheint.

Außerdem in der Ausgabe: Wie die Themen Renovieren und Sanieren für volle Auftragsbücher im Handwerk sorgen, welches Design und welche Funktionen bei Türen aktuell den Ton angeben, wie Dr. Christian Wenzler, Hauptgeschäftsführer Fachverband Schreinerhandwerk Bayern, die Lage der Branche bewertet, wie der Betrieb Weißgeschreinert klassisches Handwerk mit dem Blick Richtung Zukunft verbindet, was die neue Generation der E-Werkzeuge leistet, welche Hygienekonzepte fürs Handwerk jetzt wichtig sind, was die Schreinerei Rönnefarth so progressiv macht und, und, und…

Homag- & Dürr-CEO Ralf W. Dieter im Interview

„40 Prozent Marktanteil ist das Mindestziel – 2023 wollen wir bei neun Prozent EBIT-Marge sein“

Seit Januar führt Dürr-CEO Ralf W. Dieter als Vorstandsvorsitzender operativ auch die Homag Group. Erste Eckpfeiler sind gesetzt: Er hat klarere Strukturen geschaffen und beispielsweise Komplexität im Vertrieb reduziert. Zudem treibt Ralf W. Dieter die Digitalisierung des Unternehmens voran. Seine ­Erfahrung als Beirats-Vorsitzender der IIoT-Plattform „­Adamos“ dürfte der Homag Group dabei zu Gute kommen…

Dies ist Teil 2 des Interviews mit Ralf W. Dieter. Teil 1 ist gestern auf moebelfertigung.com erschienen. HIER geht es zum ersten Teil.

möbelfertigung: Die Homag Group ist sehr aktiv beim Thema OPC UA – im Zuge der Zusammenarbeit im VDMA geht damit eine viel engere Zusammenarbeit auch mit großen ausländischen Marktbegleitern einher. Ist das nur eine reine Zweckgemeinschaft oder müssen Unternehmen in Zukunft stärker Schulter an Schulter arbeiten?
Ralf W. Dieter:
Der Maschinenbau ist leider nicht für großen Willen zu Kooperationen bekannt. Dabei kann jedes einzelne Unternehmen enorm viel Geld sparen, wenn man sich zumindest auf Schnittstellen einigt und nicht jeder etwas Eigenes entwickeln muss. 2017 hat Dürr die Plattform „Adamos“ mit gegründet, eine strategische Allianz für die Zukunftsthemen Industrie 4.0 und Industrial Internet of Things, die viele wichtige Partner im Maschinen- und Anlagenbau gefunden hat. In Zukunft, denke ich, wird Kooperation noch wichtiger werden. Dafür ist auch der VDMA als neutrale Plattform wichtig.
Dabei können die Erfahrungen von Homag mit „Tapio“ sehr wertvoll sein und es wird große Schritte nach vorne geben. Bislang konnten wir viele Wettbewerber noch nicht davon überzeugen, mit einzusteigen, aber letztlich sind wir so sehr in Vorleistung gegangen, dass es vernünftig wäre, sich anzuschließen.
Aber auch bei „Adamos“ hat es ein paar Jahre gedauert, bevor alle erkannt hatten, dass eine gemeinsame Plattform für jeden Vorteile bringt. Nicht zuletzt für unsere gemeinsamen Kunden.
Die Marktbegleiter von Homag kenne ich noch nicht gut genug, aber mit der Zeit wird man sich annähern.

möbelfertigung: Verstehen Sie denn die Bedenken der Marktbegleiter?
Ralf W. Dieter:
Ja natürlich. „Tapio“ wurde zwar bewusst außerhalb von Homag gegründet, um eben nicht den Eindruck zu erwecken „Die große Homag will jetzt alles an sich reißen“, aber im Markt kam es anscheinend trotzdem so an. „Tapio“ ist aber wirklich genauso neutral wie „Adamos“ und irgendwoher muss die Anfangsinvestition ja kommen. Heute würden wir es sicher anders machen und von Anfang an direkt mit Wettbewerbern zusammenarbeiten, um die Plattform neutraler zu halten. Aber hinterher ist man immer schlauer.

möbelfertigung: Sie sprachen vorhin das Wachstumsfeld „Bauen mit Holz“ bereits an. Vor Kurzem haben Sie das dänische Unternehmen System TM gekauft. Was folgt als Nächstes?
Ralf W. Dieter:
Der richtige Boom dieses Marktes kommt erst noch. Das Thema wird aus der Richtung Nachhaltigkeit ja sehr getrieben, beispielsweise durch die gute CO2-Bilanz. System TM haben wir gekauft, weil wir perspektivisch das strategische Ziel haben, vom Stamm bis zum fertigen Holz-Haus mehr Wertschöpfungsstufen abzudecken. Da fehlt aktuell noch das Thema CLT-Herstellung. Das wäre der nächste Schritt.

möbelfertigung: Wie entscheiden Sie, ob eine Kooperation oder ein Zukauf das richtige Mittel ist?
Ralf W. Dieter:
Na ja, wie lange ist man befreundet, bis man heiratet? Und dann müssen auch noch beide Ja sagen. Bei System TM bot sich die Gelegenheit der 80-prozentigen Beteiligung, die für beide Seiten sinnvoll ist.
Wir wollen im Holzhausbau weiter wachsen und mehr Wertschöpfungsstufen abdecken. Deshalb müssen wir kooperieren, wollen aber auch akquirieren. Dieser Markt ist aktuell in Bewegung. Es gibt viel Gesprächsbedarf und zahlreiche Optionen.

möbelfertigung: Wie kann Homag von der Dürr-Expertise im Bereich Lackieranlagen bezogen auf Holzoberflächen profitieren?
Ralf W. Dieter:
Homag kann auf die Applikationstechnik und das zugehörige Know-how von Dürr zurückgreifen. Das ist eine interessante Nische, mehr nicht. Wir haben nicht vor, komplette Lackieranlagen für Möbel zu bauen.

möbelfertigung: Im Service werden langfristige Kundenbeziehungen entschieden. Zudem ist das Geschäft margenträchtig. Was ist dort geplant?
Ralf W. Dieter:
Der Service kann so viele Stellen schaffen, wie es das Geschäft hergibt. Dort existieren keinerlei Begrenzungen.
Was die Kundenabdeckung angeht sind wir gut, können aber besser werden. Es gibt noch Potenzial. Wir schauen uns genau an, in welchen Märkten wir eine Unterdeckung haben. Dafür stehen uns sehr gute Tools zur Verfügung. Und in manchen Märkten gibt es Nachholbedarf.
Aktuell haben wir 50 Stellen für Europa freigegeben. In China prüfen wir aktuell, sind aber gut aufgestellt. In den USA mit Stiles sowieso, denn Stiles ist in dem Bereich die absolute Benchmark.
Service ist für mich einfach eine Key-Komponente für den langfristigen Erfolg.

möbelfertigung: Homag veröffentlicht in etwa einen Marktanteil um die 30 Prozent. Sind Sie damit zufrieden?
Ralf W. Dieter:
Nein. Für die Größe unseres Unternehmens ist der Marktanteil zu gering. Wir geben Gas, wollen Anteile dazu gewinnen. Das geht nur, wenn wir guten Service, gute Produkte und eine gute Digitalstrategie haben.

möbelfertigung: Trauen Sie sich eine Prognose für das Geschäftsjahr 2021 zu?
Ralf W. Dieter:
Wir peilen einen Auftragseingang von 1,17 bis 1,27 Mrd. Euro an, einen Umsatz von 1,12 bis 1,22 Mrd. Euro und beim EBIT vor Sondereffekten rechnen wir mit einer Marge von vier bis fünf Prozent.
Aktuell deuten die Trends in die richtige Richtung.

möbelfertigung: Als Ziel für die Homag ist mittelfristig ein EBIT von neun Prozent bei einem Marktanteil von 40 Prozent kommuniziert. Wie realistisch ist das?
Ralf W. Dieter:
2023 wollen wir bei neun Prozent EBIT-Marge sein. Beim Marktanteil sind wir je nach Produktreihe sehr unterschiedlich aufgestellt. Ich schaue gerade sehr genau auf die Bereiche, in denen wir nicht so gut dastehen und analysiere, warum das so ist. 40 Prozent Marktanteil ist das Mindestziel. Da werden wir Gas geben. Und wir haben als Dürr-Konzern auch den Atem und die Liquidität um diese Ziele zu erreichen.

möbelfertigung: Das Jahr beinhaltet möglicherweise noch viele Unwägbarkeiten. Die Branche hofft unter anderem, dass die „Ligna“ stattfinden kann. Wie sehen Sie die Entwicklung rund um Messen aus Homag-Sicht?
Ralf W. Dieter:
Man muss das Thema Messen neu denken. Ein Hybrid-Format, wie wir es jetzt planen, mit einem kleineren Stand und mehr Zusatzangeboten im digitalen Format ist die Zukunft. Eine „Ligna“ ist für die Kundenbindung wichtig, insbesondere für kleinere Kunden.
Die meisten Aufträge, die auf einer Messe abgeschlossen werden, wären nach meiner Erfahrung sowieso gekommen. Dies trifft vor allem auf Systemaufträge zu. Wir müssen keine 80-Meter-Anlage ausstellen. Dass wir das können, wissen die Kunden.

möbelfertigung: Eine persönliche Frage: Werden Sie zwischen Bietigheim und Schopfloch pendeln?
Ralf W. Dieter:
Unbedingt: Ich versuche möglichst viel in Schopfloch, aber auch in Herzebrock und an anderen Homag-Standorten zu sein.

Das komplette Interview lesen Sie in der gedruckten „möbelfertigung 3/2021“, die am 28.04. erscheint.

Matt-Oberflächen neu definiert

Sponsored Article:

Matte Oberflächen, spannend kombiniert mit hochwertigen Kontrast­materialien, bringen zeitlose Eleganz in trendige Wohnwelten. Mit seiner neuen „Edelmatt Kollektion“ trifft Rehau nicht nur diesen Trend-Nerv, sondern geht noch einen Schritt weiter. Denn durch den optimalen Designverbund aus Oberfläche, Kante und Stauraum können Schreiner, Designer und Industriepartner Möbel und Räume aus einem Guss erzeugen.

Der neueste Interieur-Clou von Rehau erstreckt sich über verschiedene Produktlinien und ermöglicht Schreinern, Designern und Industriepartnern auf diese Weise, monolithische, stylische Möbel und Räume zu kreieren. Dabei greift das Unternehmen mit der „Edelmatt Kollektion“ den aktuellen Trend zur matten Oberfläche auf – und bietet eine einzigartige Lösung für die Inneneinrichtung. Das Besondere: Die Kollektion deckt das gesamte Paket ab, von der Oberfläche über die Kante bis hin zu Stauraumlösungen und zum Wandabschluss.
Die unterschiedlichen Komponenten der Kollektion werden dabei durch das Rehau „Edelmatt Triple“ verbunden: echte Schönheit, ansprechende Haptik und hohe Qualität. So entstehen selbst aus flachem Winkel kaum Lichtreflexe, die Farbpalette reicht von einem klaren Weiß bis hin zu Tiefschwarz. Dank Anti-Fingerprint und Soft-Touch-Verarbeitung ist jede Berührung der Oberfläche angenehm und auch hinsichtlich der Qualität erfüllen die Komponenten höchste Ansprüche. So ist die Materialwelt widerstandsfähig gegenüber Hitze, Feuchtigkeit, Kratzern, Mikrokratzern oder Schlägen. Hoher Schutz von Anfang an minimiert die Notwendigkeit für spätere Reparaturen. Dementsprechend kann die Kollektion in fast allen Umfeldern eingesetzt werden und überzeugt neben dem Design mit Langlebigkeit. Und auch für Umgebungen, in denen höchste Ansprüche an die Hygiene gestellt werden, bietet Rehau eine Lösung: Als Mitglieder der „Rehau health.protect“-Familie sind die Oberflächen der „Edelmatt Kollektion“ von Haus aus mit antibakteriellen Eigenschaften verfügbar. Auch die Kantenbänder sind optional in dieser Variante bestellbar. Womit sich die Kollektion besonders für hygiene-sensible Bereiche, wie zum Beispiel Arztpraxen eignet.

Die „Edelmatt Kollektion“ setzt sich aus fünf verschiedenen Komponenten zusammen – sowohl aus neuen als auch bewährten Lösungen aus dem Rehau Portfolio: Im Mittelpunkt steht die neue Oberfläche „Rauvisio noir“, die Eleganz mit handwerklicher Qualität auf höchstem Niveau verbindet und so die Facetten des kosmopolitischen Lebensgefühls einfängt. Das seidig-matte Finish sorgt für eine lebendige Oberfläche, sowie die perfekte Balance aus Design und Funktion. Zudem bietet die Farbpalette aus zwölf Trendtönen Inspiration rund um den unverwechselbaren Stil des Film noir, der heute wie damals die Design- und Modewelt beeinflusst: Tiefe Kohle, klarstes Weiß transportieren die Fantasie und die Sinne in die stilvolle, geheimnisvolle Welt von Lauren Bacall und Humphrey Bogart. Ergänzt werden sie durch gedeckte Meeres- und Smaragdtöne. „Rauvisio noir“ ist extrem kratz-, wasser- und hitzeresistent und eignet sich damit sowohl für die horizontale wie für die vertikale Verwendung in der Arbeitsplatte bei besonderer Beanspruchung.
Der perfekte Begleiter von „Rauvisio noir“ ist „Rauvisio brilliant Edelmatt“, eine Oberfläche, die ebenfalls mit hervorragender Haptik und Optik überzeugt. Insbesondere bei der vertikalen Anwendung kann die Kollektion bei Innenarchitekten und Schreinern punkten. Dabei bieten acht abgestimmte Farben vielfältige Variationsmöglichkeiten.
Natürlich brauchen perfekte Bauteile neben den Oberflächen auch die optimale Bekantung. Mit „Raukantex“ hat Rehau hier vor nunmehr fast 50 Jahren eine Lösung entwickelt, die das Unternehmen zum Vertrauenspartner der ­Möbelindustrie gemacht hat. Die „Raukantex Edelmatt“ Familie verbindet diese vertraute Qualität bereits seit 2009 erfolgreich mit dem Look von edelmatten Oberflächen. Darüber ­hinaus werden Oberflächen und Kantenbänder mit „Raukantex pro“ zu Bauteilen aus einem Guss – dank Nullfuge in Funktion und Optik. „Raukantex Edelmatt“ ist für alle Farben und Formate von „Rauvisio noir“ und „Rauvisio brilliant Edel­matt“ verfügbar – und darüber hinaus in fast 400 ­Farben und Farbvariationen erhältlich.
Neben dem Trend zur matten Optik sind „Small Spaces“ ein großes Thema im Innenausbau: Der verfügbare Raum muss smart ­genutzt werden, möglichst ohne große Kompromisse. Hier sorgt das neue „Rauvolet Edelmatt“ Roll­ladensystem für schnellen Zugriff auf die Schrankinhalte und optimale Raumnutzung mit einem Materiallook, der sich perfekt in ­moderne, matte Möbel integriert – ohne Material- und Farbbrüche und gleichzeitig leicht laufender Nutzung.
Um den gesamten Raum wie aus einem Guss zu planen, wird die „Edelmatt“ Kollektion von einem Wandabschluss abgerundet: Mit der farblich abgestimmten Profillösung „Rau­walon perfect-line“ gelingt der perfekte Übergang von Arbeitsplatte zur Wand – und damit der letzte Schliff für eine Innenausstattung auf der Höhe der Zeit. Ganz dem aktuellen Rehau-Slogan ­entsprechend: „A touch of beauty“.

Mehr Info: www.rehau.de/Innenausbau

Material-Preise werden zum Problem

Das Handwerk ist mit Materialengpässen und steigenden Preisen bei Platten, Beschlägen und diversen Rohstoffen konfrontiert. „Das ist wirklich ein ganz großes Problem“ betont Dr. Christian Wenzler, Hauptgeschäftsführer vom Fachverband Schreinerhandwerk Bayern gegenüber der „möbelfertigung“. „Denn Schreiner machen Terminzusagen. In Folge lässt sich dem Endkunden schwer vermitteln, dass es schwierig ist, genug Spanplatten für ein Projekt zu finden. So bleibt nur die Möglichkeit, von vornherein absolut offen mit der Situation umzugehen. Und auch die Preissituation ist problematisch, gerade bei den aktuell großen Preisvorläufen. Bei einem Auftrag, der erst in zehn Wochen beginnt, sind eventuelle Preissteigerungen bei Rohstoffen nicht kalkulierbar.“

Welche Lösungsmöglichkeiten Dr. Wenzler sieht und wie er die Lage des Schreinerhandwerks insgesamt beurteilt, lesen Sie in der „möbelfertigung Handwerk & Innenausbau“, die am 12. April erscheint.

Außerdem in der Ausgabe: Wie die Themen Renovieren und Sanieren für volle Auftragsbücher im Handwerk sorgen, was die wichtigsten Trends bei Standardmaschinen sind, welches Design und welche Funktionen bei Türen den Ton angeben, was die neue Generation der E-Werkzeuge leistet, wie der Betrieb Weißgeschreinert klassisches Handwerk mit dem Blick Richtung Zukunft verbindet, welche Hygienekonzepte fürs Handwerk jetzt wichtig sind¸ was die Schreinerei Rönnefarth so progressiv macht, und, und, und…

„China muss Lösungen für die Einreise von Fachpersonal anbieten“

Seit Jahresbeginn hat die Volksrepublik die Einreisebedingungen für ausländisches Fachpersonal so verschärft, dass es Mittelständlern kaum noch möglich ist, die Vorgaben zu erfüllen. In der Folge können viele Maschinen und Anlagen nicht installiert oder gewartet werden. Der VDMA fordert pragmatische Lösungen.

„Die für eine Einreise notwendige offizielle ministerielle Einladung ist kaum noch erhältlich“, bemängelt Ulrich Ackermann, Leiter VDMA Außenwirtschaft. Da die Einreiseregelungen durch chinesische Behörden zudem höchst unterschiedlich gehandhabt werden, ist ein Flickenteppich entstanden, der von den Unternehmen kaum noch zu durchblicken ist. „Teilweise stehen die Bedingungen unmittelbar vor dem Abflug aus Deutschland noch nicht definitiv fest“, erläutert Ackermann.

Ausnahmeverfahren wie zum Beispiel für Einsätze in Korea, Indien oder den USA sind in China nicht vorgesehen. Dies bringt die Unternehmen unter großen Druck, da einerseits die Maschinen und Anlagen geliefert, die hierfür notwendige Montage und der Service jedoch nicht erbracht werden können. „Und viele mittelständische Unternehmen haben nicht alle benötigten Spezialisten in China, sondern entsenden diese je nach Bedarf aus dem Mutterhaus. Wir fordern die chinesische Regierung deshalb auf, pragmatische Lösungen anzubieten, die es ausländischen Fachkräften mit negativem Corona-Test oder auch überstandener Corona-Erkrankung ermöglichen, unmittelbar zu ihren Kunden weiterzureisen“, betont der VDMA-Abteilungsleiter.

Neben den erschwerten Einreisebedingungen macht es China ausländischen Fachkräften auch durch die Bedingungen vor Ort immer schwerer, die notwendige Arbeit zu erledigen. Quarantänehotels sind teilweise nach europäischen Maßstäben unzumutbar und die Quarantänezeiten nach Ankunft in China haben sich je nach Stadt und Region verlängert bis hin zu 14 plus 7 plus 7 Tage-Regelungen. Der VDMA hat sich deshalb an den chinesischen Botschafter in Berlin gewandt und eine „umgehende Verbesserung der Quarantänebedingungen“ gefordert. Mitgliedsfirmen berichten unter anderem von sehr kleinen Hotelzimmern, teilweise ohne Fenster und ausreichende Belüftung, in denen Mitarbeiter 14 Tage ohne Ausgang bleiben mussten, fehlendem Wäschewechsel, sowie mangelhaften Hygienebedingungen, unter denen auch Corona-Tests vollzogen wurden. „Ausländische Reisende müssen in China eine Unterbringung erhalten, die zumindest die Grundanforderungen an Hygienestandards erfüllt. Bei der großen Anzahl hervorragender Hotels vor Ort dürfte dies eigentlich kein Problem sein“, betonte Ackermann.