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Autor: Möbelfertigung

Produktion beim Produzierenden Gewerbe rückläufig im April

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im April 2021 saison- und kalenderbereinigt 1,0 Prozent niedriger als im März 2021. Im Vorjahresvergleich war die Produktion im April 2021 kalenderbereinigt 26,4 Prozent höher als im April 2020, als weite Teile der Industrie aufgrund der Corona-Pandemie ihre Produktion gedrosselt oder zeitweise eingestellt hatten. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, lag die Produktion im April 2021 saison- und kalenderbereinigt 5,6 Prozent niedriger.

Die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) ist im April 2021 gegenüber März 2021 um 0,7 Prozent gesunken. Innerhalb der Industrie nahmen die Produktion von Konsumgütern um 3,3 Prozent und die Produktion von Vorleistungsgütern um 0,2 Prozent ab. Bei den Investitionsgütern ging die Produktion um 0,1 Prozent zurück. Außerhalb der Industrie lag die Energieerzeugung 6,0 Prozent höher als im Vormonat. Die Bauproduktion ist dagegen um 4,3 Prozent gesunken.

Für den März 2021 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Anstieg der Produktion von 2,2 Prozent gegenüber Februar 2021 (vorläufiger Wert: +2,5 %).

Investitionen in Roboter-Forschung – Globaler Report 2021

Asien, Europa und Amerika passen mit der allmählichen Öffnung der Wirtschaft nach der Pandemie ihre Förderprogramme für die Robotik-Forschung (F&E) an. Was aber sind die Ziele der offiziell betriebenen Regierungsprogramme heute? Der Welt-Roboterverband IFR hat recherchiert und die Ergebnisse mit dem 2021er Update der „World Robotics R&D Programs“ veröffentlicht.

„Die erste Version unseres Reports ´World Robotics R&D Programs´ wurde im Juni letzten Jahres vorgestellt. Seitdem haben Dutzende Länder ihre Forschungs- und Entwicklungsprogramme für die Robotik aktualisiert“, sagt Prof. Dr. Jong-Oh Park, stellvertretender Vorsitzender des IFR-Forschungsausschusses und Mitglied des Executive Board. „Die fünf fortschrittlichsten Robotik-Länder – Südkorea, Japan, Deutschland, USA und China – verfolgen dabei einen sehr unterschiedlichen strategischen Fokus.“

Der Strategieplan „Made in China 2025“ dient als Blaupause für die Verbesserung der Fertigungskapazitäten der chinesischen Industrie. Um die rasche Entwicklung intelligenter Robotertechnologie zu fördern, wurde das wichtige Sonderprogramm „Intelligente Roboter“ aufgelegt, das die Innovationskette miteinbezieht. Der Fokus liegt auf grundlegenden Spitzentechnologien intelligenter Roboter, Robotern neuer Generation, gemeinsamen Schlüsseltechnologien, Industrierobotern, Servicerobotern und Spezialrobotern. Die Entwicklungsziele setzen auf ein kontinuierliches Wachstum des industriellen Einsatzes. China möchte mindestens drei führende Unternehmen mit internationaler Wettbewerbsfähigkeit entwickeln und mehr als fünf Cluster roboterunterstützender Industrien schaffen. Das statistische Jahrbuch „World Robotics“ der International Federation of Robotics zeigt, dass China in der verarbeitenden Industrie bereits eine Roboterdichte von 187 Einheiten pro 10.000 Arbeiter erreicht hat – das Land liegt damit weltweit auf Platz 15.

In Japan zielt die „New Robot Strategy“ darauf ab, das Land zur weltweiten Nummer eins im Bereich der Roboterinnovation zu machen. Die Rate der Robotisierung im Fertigungssektor soll bei Großunternehmen um 25 Prozent und bei KMUs um 10 Prozent gesteigert werden. Ein wichtiger Leistungsindikator ist zudem, den Markt für Systemintegratoren auszuweiten – sie arbeiten als Mittler zwischen Hersteller und Anwender. Der Aktionsplan umfasst wichtige Bereiche der Servicerobotik wie Landwirtschaft, Infrastruktur und Gesundheitswesen. Allein der Bereich Pflege & Medizin verfügt über ein Budget von 997,3 Millionen US-Dollar und unterstützt die Gesundheitsdatenreform durch praktische Roboteranwendungen und den Einsatz künstlicher Intelligenz. Laut des statistischen Jahrbuchs „World Robotics“ der International Federation of Robotics ist Japan der weltweit führende Hersteller von Industrierobotern und deckte im Jahr 2019 insgesamt 47 Prozent des globalen Bedarfs.

Südkorea forciert mit dem „Intelligent Robot Development and Supply Promotion Act“ die Entwicklung der Roboterindustrie des Landes als Kernindustrie der vierten industriellen Revolution. Schwerpunktbereiche sind Fertigungsbetriebe (mit einem speziellen Programm zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von KMU-Fertigungsstandorten), bestimmte Bereiche der Servicerobotik (einschließlich Gesundheitswesen und Logistik) sowie Schlüsselkomponenten und -software für Roboter. Für das regierungsübergreifende Projekt „Full Cycle Medical Device Development“ plant die Regierung von 2020 bis 2025 ein Budget von 1,07 Milliarden US-Dollar ein (1,2 Billionen KRW). Das statistische Jahrbuch „World Robotics“ der International Federation of Robotics weist für 2019 einen neuen Rekordbestand von rund 319.000 Industrierobotern in Südkorea aus (+13 Prozent). Innerhalb von fünf Jahren hat das Land die Zahl seiner in Betrieb befindlichen Industrieroboter verdoppelt. Nach Japan und China belegte das Land 2019 den dritten Platz.

Das neue europäische Rahmenprogramm Horizont Europa fördert Forschung und Innovation im Zeitraum von 2021 bis 2027. Aufbauend auf den Ergebnissen und Erfolgen von Horizont 2020 unterstützt die Neuauflage die Spitzenforschung, Innovatoren sowie die Allgemeinheit darin, Wissen und Lösungen für eine grüne, digitale und gesunde Zukunft zu entwickeln. Das Arbeitsprogramm der Robotik ist im Cluster 4 „Digital, Industrie und Raumfahrt“ eingebettet. R&D&I-Projekte der Robotik konzentrieren sich auf den digitalen Wandel in der Fertigungs- und Baubranche, autonome Lösungen zur Unterstützung von Arbeitskräften, verbesserte Kognition und Mensch-Roboter-Kollaboration. Das robotikspezifische Arbeitsprogramm 2021-2022 in Cluster 4 wird insgesamt 240 Millionen US-Dollar (198,7 Millionen Euro) zur Verfügung stellen.

Die Hightech-Strategie 2025 in Deutschland ist die vierte Auflage des deutschen Forschungs- und Innovationsprogramms. Ziel ist es, gute Ideen schnell in innovative Produkte und Dienstleistungen umzusetzen. Der größte Teil des Rahmenprogramms fördert Partnerschaften zwischen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, um institutionelle Forschung und unternehmerische Expertise zusammenzuführen. Bis 2025 sollen jährlich 3,5 Prozent des BIP in Forschung und Entwicklung investiert werden. Unter der Mission „Technik für den Menschen“ wurde 2020 unter anderem das Programm „Miteinander durch Innovation“ gestartet, das interaktive Technologien für Gesundheit und Lebensqualität fördert. Mit diesem Forschungsprogramm stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis 2026 jährlich rund 84 Millionen US-Dollar (70 Millionen Euro) zur Verfügung.

In den USA wurde die National Robotics Initiative (NRI) von der US-Regierung zur Unterstützung von Forschung und Entwicklung im Bereich Robotik ins Leben gerufen. Mit der NRI-2.0 wird die Zusammenarbeit zwischen akademischen, industriellen, gemeinnützigen und anderen Organisationen gefördert, um eine bessere Verbindung zwischen Grundlagenwissenschaft, Technik, Technologieentwicklung, Einsatz und Nutzung zu erreichen. Einen Schlüsselsektor bildet die Weltraumrobotik mit dem Mondprogramm „Artemis“. Ziel von Artemis ist es, bis 2024 Astronauten auf die Mondoberfläche zurückzubringen und aussichtsreiche Ressourcen für Marsmissionen in der Zeit nach 2024 zu entwickeln. Artemis ist ein gemeinsames Raumfahrtprogramm der NASA und internationalen Partnern wie der ESA (bestehend aus 22 Ländern), Kanada, Japan und Russland. Die US-Regierung plant für die Jahre 2020 bis 2024 ein Budget von 35 Milliarden US-Dollar ein. Der größte Geldgeber für die Entwicklung unbemannter Systeme inklusive Robotik ist nach wie vor das US-Verteidigungsministerium (DoD) mit einem geplanten Budget von 7,3 Milliarden US-Dollar in den Jahren 2020 und 2021. Laut des statistischen Jahrbuchs „World Robotics“ der International Federation of Robotics ist die Roboterdichte in der US-Fertigungsindustrie von 2014 bis 2019 mit 228 Robotern pro 10.000 Beschäftigte um 7 Prozent (CAGR) gewachsen – Platz 9 weltweit. Bei den jährlichen Installationen von Industrierobotern nimmt das Land die dritte Position ein.

Weiterhin steigende Preisentwicklung bei Zulieferprodukten

Die Zulieferpreise entwickelten sich im März 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat einheitlich nach oben. Insbesondere der für die Branche wichtige Preis für Schnittholz legte kräftig um 13,9 Prozent zu. Auch die Preise für Holzwerkstoffe stiegen (+3,2 Prozent), für Schlösser und Beschläge (+0,9 Prozent) sowie für elektrischen Strom (+2,2 Prozent), Erdgas (+28,7 Prozent) und Kunststoffe (+2,6 Prozent).

Erneuter Auftrag aus Thailand

Im April unterzeichneten die Metro Ply Group und Siempelkamp den Vertrag über die Lieferung einer neuen Spanplattenanlage mit „ContiRoll“ der neunten Generation am Standort Surat Thani im Süden Thailands. Dabei handelt es sich bereits um das vierte gemeinsame Projekt.

Der Lieferumfang beinhaltet die Form- und Pressenstraße inklusive „ContiRoll“, Plattenhandling und Zwischenlager. Die Siempelkamp-Tochter Büttner steuert die Energieanlage und den Trockner bei. Pallmann, der Zerkleinerungsspezialist innerhalb der Siempelkamp-Gruppe, liefert das Komplett-Portfolio an Zerkleinerungsmaschinen für die Spanplatten-Produktion – Hacker, Zerspaner und Doppelstrommühle.

Der aktuelle Auftrag markiert den zweiten, den Metro, einer der größten Holzwerkstoffproduzenten in Südostasien und größter Spanplatten-Produzent der Region, innerhalb von 18 Monaten bei Siempelkamp platziert hat. Bereits Oktober 2019 hatte das thailändische Unternehmen eine neue Form- und Pressenstraße für eine MDF-Anlage am Standort Kanchanburi in Auftrag gegeben. Diese MDF-Anlage ging im April 2021 trotz der coronabedingt herausfordernden Situation pünktlich in Betrieb. Der Montagestart der neu beauftragten Spanplattenanlage ist für Anfang 2022 geplant.

„Wir freuen uns, Metro seit nunmehr fast 20 Jahren mit unseren Anlagenkonzepten zu unterstützen, und nun mit dem aktuellen Auftrag in eine neue Phase unserer Kooperation zu starten“, so Henning Gloede, Managing Director Siempelkamp Singapore.

Leichter Auftragsrückgang beim verarbeitenden Gewerbe im April

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im April 2021 saison- und kalenderbereinigt 0,2 Prozent niedriger als im März 2021. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen ergibt sich hingegen ein Anstieg um 1,5 Prozent. Im Vergleich zu Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, war der Auftragseingang im April 2021 saison- und kalenderbereinigt um 9,9 Prozent höher.

Im Vergleich zum Vormonat fielen die Aufträge aus dem Inland im April 2021 um 4,3 Prozent, die Auslandsaufträge erhöhten sich um 2,7 Prozent. Dabei nahmen die Auftragseingänge aus der Eurozone um 0,7 Prozent zu, die Auftragseingänge aus dem restlichen Ausland stiegen um 3,8 Prozent.

Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern lag der Auftragseingang im April 2021 um 1,0 Prozent unter dem Vormonatsniveau. Bei den Herstellern von Investitionsgütern gab es einen Anstieg um 0,2 Prozent. Im Bereich der Konsumgüter stiegen die Aufträge um 1,4 Prozent.

Für März 2021 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Anstieg um 3,9 Prozent gegenüber Februar 2021 (vorläufiger Wert: +3,0 %).

Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe lag nach vorläufigen Angaben im April 2021 saison- und kalenderbereinigt 2,6 Prozent niedriger als im März 2021. Im Vergleich zu Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz im April 2021 saison- und kalenderbereinigt 4,9 Prozent niedriger. Für März 2021 ergab sich nach der Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Anstieg von 3,1 Prozent gegenüber Februar 2021 (vorläufiger Wert: +2,0 %).

Jean Marie Canan wird Mitglied des Verwaltungsrats

Die Hauptversammlung von Lectra, die am 1. Juni stattfand, hat Jean Marie Canan für einen Zeitraum von vier Jahren zum neuen Mitglied des Verwaltungsrats ernannt. Canan gehört damit künftig dem Prüfungsausschuss, dem Vergütungsausschuss und dem Strategieausschuss von Lectra an.

Diese Ernennung ist eine Folge der Vereinbarung zur Übernahme von Gerber Technology durch Lectra, deren alleiniger Anteilseigner American Industrial Partners (AIP) war.

Daniel Harari, Inhaber und Chief Executive Officer von Lectra, sagte: „Wir freuen uns sehr, Jean Marie Canan im Vorstand von Lectra begrüßen zu dürfen. Die Gruppe wird von seiner umfangreichen Erfahrung in den Bereichen Finanzen, Fusionen und Übernahmen sowie der Integration nach einer Akquisition profitieren.“

Die Ernennung von Jean Marie Canan zum Verwaltungsratsmitglied soll vor allem die strategische Ausrichtung von Lectra stärken – zu einem Zeitpunkt, an dem Lectra verstärkt neue Angebote für die Industrie 4.0 entwickelt und eine zunehmende Anzahl von Investitionsprojekten in innovative Unternehmen prüft. Zudem wird Canan auch seine große internationale Erfahrung als Administrator und Direktor, insbesondere bei börsennotierten Unternehmen, einbringen.

Der 64-jährige Kanadier Jean Marie Canan ist derzeit Lead Independent Direktor und Vorsitzender des Prüfungsausschusses der REV Group, einem an der NYSE notierten amerikanischen Unternehmen; Direktor und Vorsitzender des Prüfungsausschusses von Acasti Pharma, einem an der NASDAQ notierten kanadischen Unternehmen und Direktor des Angkor Hospital for Children, einem führenden gemeinnützigen Kinderkrankenhaus in Kambodscha.

Er begann seine Karriere 1978 bei PricewaterhouseCoopers (PwC), zunächst in deren Büro in Montreal und dann zwei Jahre in der Niederlassung in Hongkong. Von 1990 bis 2014 bekleidete er zahlreiche, immer verantwortungsvollere Positionen bei Merck & Co, Inc. Dazu gehörten leitende Funktionen in den Bereichen Finanzen, Strategieentwicklung, Geschäftsentwicklung und Vertrieb. Er war beispielsweise Teil eines kleinen Teams, das die Übernahme von Schering-Plough durch Merck leitete. Außerdem war er für die meisten Joint Ventures der Merck-Gruppe verantwortlich, darunter DuPont-Merck, Johnson und Johnson-Merck, Astra-Merck und Schering-Plough-Merck. Die Geschäftsleitung von Merck wählte Canan als eine der fünf Führungskräfte aus, die im Jahr 2006 die neue Strategie von Merck definieren sollten.

Jean Marie Canan hat einen Abschluss der McGill University in Montreal, Kanada, und ist kanadischer Wirtschaftsprüfer (CPA).

Praxisnaher, interaktiver Crashkurs „KI in der Produktion“

Fach- und Führungskräften aus dem produzierenden Gewerbe eine fundierte Grundlage in Sachen Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) vermitteln: das ist das Ziel einer neuen, videogestützten Schulung. Interessenten können die interaktiven, für das Selbststudium konzipierten Materialien nach Registrierung kostenlos herunterladen und durcharbeiten. Anhand konkreter Anwendungsszenarien, eigens entwickelter Demonstratoren und angeleiteter Programmierübungen ermöglicht die Schulung konkrete „Hands-on“-Erfahrungen mit KI im Produktionskontext.

Entworfen und umgesetzt wurde die „Videoschulung KI-gestützte Prozessoptimierung“, die insgesamt etwa vier bis acht Stunden Lernzeit beansprucht, von ML-Expert:innen und Produktions-Spezialist*innen der Fraunhofer-Institute für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB und für Chemische Technologie ICT sowie des Wbk Instituts für Produktionstechnik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Das Projekt wird im Rahmen einer Ausschreibung für regionale KI-Labs vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium gefördert.

„Wir zielen mit diesem Angebot auf eine unserer Erfahrung nach typische Situation in Industriebetrieben“, erklärt Projektleiterin Dr. Janina Stompe vom Fraunhofer IOSB: „Oftmals gibt es in einem Produktionsprozess gewisse ungelöste Probleme oder man vermutet Optimierungspotenzial. Die Beteiligten haben die vage Vorstellung, dass KI helfen könnte – aber weiterführende Expertise oder auch nur eine Idee, wie mögliche nächste Schritte aussehen, sind nicht vorhanden.“

Diese Lücke soll die Videoschulung schließen, indem sie eine gleichermaßen fundierte und realitätsnahe Vorstellung davon vermittelt, was KI- und ML-Methoden leisten können, in welchen Fällen sie sinnvoll anzuwenden sind und wie dabei vorgegangen wird. Dabei fließt die gesammelte Expertise der drei beteiligten Forschungsinstitute ein, die seit langem an praktischen KI- und ML-Anwendungen in vielen Bereichen forschen (IOSB), Prozesstechnik entwickeln und vorantreiben (ICT) sowie Innovationen im Bereich der Automatisierungstechnik in der Produktionsrealität etablieren (Wbk). In dieser Kombination haben die drei Institute nicht nur die vorliegende Schulung erarbeitet, sondern treiben die Nutzbarmachung von KI und ML für die Industrie im Rahmen der Karlsruher Forschungsfabrik für KI-integrierte Produktion in großem Maßstab voran.

„Die Schulung macht niemanden zum KI-Experten, der komplexe Lösungen im Alleingang umsetzen kann. Aber die Teilnehmenden bekommen ein gutes Gefühl dafür, was möglich ist, und haben nach dem Kurs das nötige Wissen, um ihr Thema voranzutreiben und produktiv mit KI-Experten zusammenarbeiten zu können“, umreißt Stompe die Zielsetzung.

Die Schulung gliedert sich in drei Module. Teil eins und zwei, zu den Themen „KI in der Produktion – das Big Picture“ und „Von den Daten zum Modell – die Basics“, sind eher theoretisch ausgelegt und richten sich gleichermaßen an Führungs- und Fachkräfte aus Industriebetrieben. Teil drei, Überschrift: „ML in der Produktionspraxis – Deep Dive“, ist primär für Fachkräfte bestimmt. Hier geht es ganz praktisch zur Sache: Die Teilnehmenden führen anhand vorbereiteter sogenannte „Jupyter-Notebooks“ angeleitete Programmierübungen durch, dabei geht es um die Themen Regressionsanalyse und Anomalie-Erkennung. „Indem hier mit realen Daten unserer per Video eingehend vorgestellten Demonstratoren gearbeitet wird, sind die Übungen höchst anschaulich und praxisnah“, sagt Janina Stompe und betont: „Vorkenntnisse sind für die Übungen nicht erforderlich.“

Weitere Informationen und Anmeldung für die kostenfreie Schulung unter www.forschungsfabrik-ka.de/ki-lernen.

VDM

Versorgungssituation spitzt sich zu

Die deutsche Möbelindustrie leidet unter der sich zunehmend verschärfenden Versorgungssituation bei wichtigen Zulieferprodukten. In einer aktuellen Umfrage des Verbands der Deutschen Möbelindustrie geben rund 70 Prozent der befragten Möbelhersteller an, dass sich die Materialverfügbarkeit im Mai 2021 im Vergleich zum Vormonat nochmals verschlechtert habe. „Inzwischen ist die Produktion bei rund der Hälfte der Unternehmen aufgrund von Materialengpässen eingeschränkt, vielfach sind Produktionstage weggefallen“, stellt Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie (VDM/VHK), auf Basis der Umfrage fest.

Dabei nahmen die Lieferengpässe im Mai über nahezu alle Vormaterialien hinweg zu. Am stärksten betroffen sind derzeit Metallteile, Beschläge und Funktionselemente. Hier klagen knapp 80 Prozent der Umfrageteilnehmer über Lieferprobleme. Bei Spanplatten berichten rund 70 Prozent der Unternehmen von einer angespannten Versorgungslage. Massive Engpässe gibt es zudem bei MDF- und HDF-Platten, Polsterschäumen, elektronischen Bauteilen und Verpackungsmaterialien. Stoff- und Lederbezüge sind ebenfalls knapp.

Auch gingen die Preise bei wichtigen Vorprodukten im Laufe des zweiten Quartals 2021 weiter nach oben. Am stärksten verteuerten sich im Vergleich zum ersten Quartal 2021 Spanplatten, Polsterschäume, Verpackungsmaterialien sowie Metallteile, Beschläge und Funktionselemente, wie die Umfrage zeigt. Für das dritte Quartal 2021 wurden den Möbelherstellern weitere Preiserhöhungen angekündigt. „Leider ist vorerst keine Entspannung auf der Beschaffungsseite in Sicht“, so Kurth. „Die starken und schnellen Preissteigerungen bei den Zulieferprodukten setzen unsere Branche enorm unter Druck und verändern die Kalkulationsbasis erheblich.“

Auch bei den Herstellern von Massivholzmöbeln ist die Lage angespannt, wie VDM/VHK-Statistikleiter Christian Langwald auf Grundlage einer weiteren Umfrage berichtet. Die vertraglich vereinbarten Lieferzeiten würden von den Zulieferern nicht eingehalten, kritisieren knapp 60 Prozent der Unternehmen. Über Preiserhöhungen klagen die Massivholzmöbelanbieter vor allem bei Eiche. Aber auch Buche, Nussbaum und Nadelhölzer verteuerten sich im Vorjahresvergleich.

Service zur Optimierung unternehmensspezifischer Wertschöpfungsketten

Das Beherrschen immer komplexerer Anforderungen entlang der Lieferketten stellt heute mehr denn je einen Schlüssel für den Unternehmenserfolg dar. Die schnelle und zuverlässige Umsetzung dieser Anforderungen innerhalb der gesamten Prozesskette ist entscheidend im Wettbewerb. Und dies gilt für Unternehmen aller Größen. Um in dem dafür erforderlichen Prozessmanagement alle Potenziale ausschöpfen zu können, bietet Würth als Unterstützung eine professionelle Prozessanalyse an. Kunden, die diesen umfangreichen Service in Anspruch nehmen, können auf dieser Basis ihre interne Wertschöpfungskette optimieren und das umfassende Know-how von Würth als weltweit erfolgreich agierender Konzern für sich nutzen. Die umfassende Betrachtung und Weiterentwicklung der Wertschöpfungsprozesse stehen dabei im Mittelpunkt und tragen somit dazu bei, Unternehmensziele, Herausforderungen und das Aufbrechen von Engpässen in Übereinstimmung zu bringen.

Im Mittelpunkt des Prozesskosten-Managements von Würth steht die umfassende Betrachtung und Weiterentwicklung des Wertschöpfungsprozesses im Kundenunternehmen. Den Anfang macht dabei die Definition von Anforderungen und Unternehmenszielen, gefolgt von einer detaillierten Prozessanalyse, in deren Rahmen auch drohende Engpässe aufgedeckt werden. Im Ergebnis wird ein ganzheitlicher Ansatz realisiert, an dessen Ende die Digitalisierung des Informationsflusses sowie die Automatisierung des Materialflusses stehen – und dies exakt abgestimmt auf die jeweiligen unternehmensspezifischen Prozesse. Eine derart intensive Zusammenarbeit setzt ein entsprechendes gegenseitiges Vertrauen voraus und vertieft die partnerschaftlichen Beziehungen. Denn Würth übernimmt in diesem Fall nicht nur die klassische Rolle eines Lieferanten, sondern auch die eines Prozessberaters für das Supply-Chain-Management.

Mit dem Würth Service lassen sich in der Praxis alle relevanten Prozessabläufe optimieren. Um den jeweiligen unternehmensspezifischen Anforderungen in höchstem Maße Rechnung tragen zu können, basiert das Prozessmanagement-Angebot von Würth auf verschiedenen Säulen: Beschaffung, Lagermanagement, Arbeitsplatzgestaltung und Betriebsmittelverwaltung, Logistikleistungen, Gefahrstoffmanagement und Arbeitsschutz, Maschinenmanagement, Training-Beratung-Entwicklung sowie Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung. Von höchster Bedeutung sind in produzierenden Unternehmen vor allem die Beschaffung und das Lagermanagement. Schlecht abgestimmte Abläufe führen schnell zu Engpässen, was im schlimmsten Fall Produktionsausfälle nach sich ziehen kann. Durch spezifische Strategien und Lösungen lassen sich solche kritischen Situationen sicher vermeiden. In diesem Rahmen spielen Zulieferer eine wichtige Rolle, die auch sehr kurze Lieferfristen realisieren können. Genau aus diesem Grund ist Würth nicht nur über die üblichen Kanäle wie Webshop und Telefonhotline erreichbar, sondern bietet über seine Würth 24 Niederlassungen die Möglichkeit, an sechs Tagen pro Woche rund um die Uhr einen großen Teil des Sortiments direkt zu beziehen. Noch einfacher und komfortabler lassen sich eventuelle Engpässe mit den innovativen Regalsystemen wie beispielsweise „Orsymat“ vermeiden. Sie integrieren einen komplett automatisierten Bestellprozess und können teilweise selbstständig und rechtzeitig unter Berücksichtigung der zu erwartenden Lieferzeiten Nachschub organisieren.